{"id":15375,"date":"2025-04-09T18:11:18","date_gmt":"2025-04-09T16:11:18","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15375"},"modified":"2025-04-09T18:11:19","modified_gmt":"2025-04-09T16:11:19","slug":"trump-ingenieur-des-chaos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15375","title":{"rendered":"Trump, Ingenieur des Chaos"},"content":{"rendered":"<p><em>Esteban Mercatante. <\/em><strong>Was will die Trump-Regierung mit ihrer Zollpolitik erreichen, was kann sie erreichen und welche Auswirkungen wird sie haben? <\/strong><\/p>\n<p>Am 2. April konkretisierte der US-Pr\u00e4sident Donald Trump die Erhebung von allgemeinen Z\u00f6llen, die er Wochen zuvor angek\u00fcndigt hatte. Die am wenigsten betroffenen L\u00e4nder<!--more--> zahlen zehn Prozent f\u00fcr den Zugang ihrer Produkte zum US-amerikanischen Markt. Die angewandten Zolls\u00e4tze reichen jedoch bis zu 50 Prozent, um die angeblich von anderen L\u00e4ndern f\u00fcr die Einfuhr von US-Produkten angewandten Zollschranken auszugleichen. Die EU-L\u00e4nder, historische Partner der USA, werden mit Z\u00f6llen von 20 Prozent konfrontiert, w\u00e4hrend diese f\u00fcr China sogar 34 Prozent betragen. Diese Zolls\u00e4tze kommen zu den bereits geltenden Z\u00f6llen hinzu. Die M\u00e4rkte, die bereits seit Ende Februar Angst vor den Ma\u00dfnahmen von Trump zeigten, gerieten in gro\u00dfe Panik, als der US-Pr\u00e4sident seinen protektionistischen Kurs best\u00e4tigte. Was will die Trump-Regierung mit ihrer Zollpolitik erreichen, was kann sie erreichen und welche Auswirkungen wird sie haben?<\/p>\n<p><strong>Noch nie dagewesen<\/strong><\/p>\n<p>Mit den von Trump eingef\u00fchrten Z\u00f6llen wird die US-Wirtschaft die h\u00f6chsten Z\u00f6lle der letzten 130 Jahre haben. W\u00e4hrend der protektionistischen Wende in den 1930er Jahren, die einer der entscheidenden Faktoren f\u00fcr die Umkehr der wirtschaftlichen Globalisierung war \u2013 zusammen mit der Abwertung der W\u00e4hrungen und den Verw\u00fcstungen der Weltwirtschaftskrise von 1929 \u2013, lagen die durchschnittlichen Z\u00f6lle unter denjenigen, die seit dem 2. April in den USA gelten.<\/p>\n<p>Die von der Trump-Regierung angewandte Formel, um die H\u00f6he der Zolls\u00e4tze zu bestimmen, steht nicht in direktem Zusammenhang mit Steuern, Subventionen oder nichttarif\u00e4ren Handelshemmnissen, die diese gegen\u00fcber US-Exporten anwenden. Die Festlegung erfolgte viel simpler und willk\u00fcrlicher: Sie ergibt sich aus der Division der H\u00f6he des Handelsdefizits der USA mit jedem Land durch die H\u00f6he der US-Einfuhren aus diesem Land, die dann durch zwei geteilt wird. Ein Zollsatz von mindestens 10 Prozent gilt f\u00fcr den gesamten Warenhandel \u2013 Dienstleistungen sind von den angewandten Z\u00f6llen nicht betroffen \u2013, mit wenigen Ausnahmen wie Russland, Belarus, Kuba und Nordkorea. Nicht einmal ausschlie\u00dflich von Pinguinen bewohnte Gebiete wie die Heard- und McDonald-Inseln blieben von Trumps Zollwut verschont. Mexiko und Kanada stehen nicht auf der Liste der betroffenen L\u00e4nder, aber die Lieferungen von Autos, Stahl und Aluminium aus diesen L\u00e4ndern werden von den spezifischen Z\u00f6llen betroffen sein, die am selben Donnerstag in Kraft getreten sind.<\/p>\n<p>Die Willk\u00fcr der Formel macht es f\u00fcr die L\u00e4nder schwierig, angemessen zu reagieren. Der \u00d6konom Michael Roberts erkl\u00e4rt dies am Beispiel Vietnams: <em>\u201eDie USA haben ein Defizit von 123 Milliarden US-Dollar gegen\u00fcber Vietnam, von dem sie Waren im Wert von 137 Milliarden US-Dollar importieren. Daher wird davon ausgegangen, dass sie Handelshemmnisse haben, die einem Einfuhrzoll von 90 Prozent entsprechen. Die US-Formel sieht einen gegenseitigen Zollsatz von der H\u00e4lfte dieses Betrags (45 Prozent) vor, um das bilaterale Defizit zu halbieren. Das Problem: Vietnam hat gar keinen Zollsatz von 90 Prozent auf US-Exporte, so dass es die Verringerung seiner Verk\u00e4ufe in die USA \u00fcberhaupt nicht durch die Senkung eigener \u201aZ\u00f6lle\u2018 auf US-Exporte vermeiden kann.\u201c\u00a0<\/em><\/p>\n<p><strong>Schlagen und verhandeln?<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201ePr\u00e4sident Trump ist der Ansicht, dass Z\u00f6lle Verhandlungsmacht schaffen, um zu Vereinbarungen zu gelangen. Es ist leichter vorstellbar, dass Handelspartner wie Europa und China nach einer Reihe von Strafz\u00f6llen f\u00fcr eine Zollsenkung empf\u00e4nglicher f\u00fcr eine Art W\u00e4hrungsabkommen werden\u201c<\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/trump-ingenieur-des-zoll-chaos\/#6d01a9a8-1301-49f8-9f72-065813f8c23a\"><sup>1<\/sup><\/a>, schrieb Stephen Miran, der seit M\u00e4rz den Vorsitz des Rates der Wirtschaftsberater des Wei\u00dfen Hauses innehat, im November letzten Jahres. Der Autor geh\u00f6rt zu denjenigen, die sich daf\u00fcr aussprechen, Z\u00f6lle als Waffe einzusetzen, um andere L\u00e4nder zu zwingen, ein neues Finanzsystem nach dem Vorbild von Bretton Woods zu akzeptieren. F\u00fcr Miran muss die St\u00e4rke des Dollars, die sich aus seiner Stellung als weltweit gefragte Reservew\u00e4hrung ergibt, die von Investor:innen und Zentralbanken auf der ganzen Welt stark nachgefragt wird, korrigiert werden, um wieder Investitionen aus den produktiven Sektoren in die USA zu locken.<\/p>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise sagte Scott Besset, der designierte Finanzminister, im vergangenen Jahr eine gro\u00dfe \u201ewirtschaftliche Neuordnung\u201c voraus, \u201edie einem neuen Bretton Woods gleichkommt\u201c. Besset erkl\u00e4rte, dass es zwar ein \u201egro\u00dfer strategischer und wirtschaftlicher Fehler\u201c w\u00e4re, wenn die USA das internationale Handelssystem aufgeben w\u00fcrden, es aber dringend notwendig sei, \u201eMa\u00dfnahmen zu ergreifen, um die Ursachen der Ungleichgewichte in der Weltwirtschaft zu korrigieren\u201c, wobei \u201eInterventionen auf makro\u00f6konomischer Ebene, wie zum Beispiel breit angelegte Z\u00f6lle\u201c, Vorrang haben sollten<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/trump-ingenieur-des-zoll-chaos\/#33ea2b48-569e-474e-95e6-a2178199171d\"><sup>2<\/sup><\/a>.<\/p>\n<p>Wenn dies der Leitgedanke w\u00e4re, w\u00e4re die Anwendung von Z\u00f6llen nicht das Ziel, sondern lediglich ein Mittel, um die Regeln des Weltwirtschaftssystems zugunsten der USA zu \u00e4ndern. In diesem Fall w\u00fcrde das derzeitige Chaos von ganz konkreten Zielen geleitet, die nicht in der Errichtung dauerhafter Handelshemmnisse bestehen. Solche k\u00f6nnten, wenn sie \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum bestehen bleiben, die weltweite wirtschaftliche Integration ernsthaft beeintr\u00e4chtigen und die Kosten in allen globalen Produktionsketten erh\u00f6hen. Wenn dies das angestrebte Ziel ist, w\u00e4re es ein Versuch der Wiederholung des Plaza-Abkommens in den 1980er Jahren. Dies wurden nach dem Hotel benannt, in dem die Verhandlungen stattfanden, und f\u00fchrte dazu, dass Japan und Deutschland \u2013 die gr\u00f6\u00dften wirtschaftlichen Konkurrenten der USA, die auch enge Sicherheitspartner waren \u2013 sich verpflichteten, eine Politik zu verfolgen, um den Wert ihrer W\u00e4hrungen gegen\u00fcber dem Dollar zu st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Beamt:innen der derzeitigen Regierung fantasieren vom \u201eMar-a-Lago-Abkommen\u201c, in denen die wichtigsten Konkurrenten und Handelspartner der USA akzeptieren, zu einer Verbilligung des Dollars beizutragen, um aus der Falle der gegenseitigen Z\u00f6lle herauszukommen. Es geht jedoch nicht nur um den Wert der W\u00e4hrung, sondern darum, eine Abwertung des Dollars gegen\u00fcber den anderen W\u00e4hrungen auszuhandeln, ohne gleichzeitig seine unbestrittene Vorrangstellung als Weltreservew\u00e4hrung zu beeintr\u00e4chtigen. Denn diese verleiht den USA eine unvergleichliche F\u00e4higkeit, Entscheidungen \u00fcber ihre Wirtschaft (und der des Rests der Welt) ohne die Einschr\u00e4nkungen zu treffen, denen andere L\u00e4nder ausgesetzt sind. Ein neues W\u00e4hrungssystem k\u00f6nnte entstehen, wenn andere L\u00e4nder akzeptieren, ihre W\u00e4hrungskurse an den Dollar zu binden, und zwar auf h\u00f6heren Parit\u00e4tsniveaus als derzeit.<\/p>\n<p>Laut <a href=\"https:\/\/www.bloomberg.com\/news\/videos\/2025-03-24\/cea-s-miran-sees-no-short-term-impact-from-tariffs?srnd=phx-technology\">Miran<\/a> w\u00fcrde \u201eder Dollar schw\u00e4cher werden, um den Handel auszugleichen, und wir h\u00e4tten nicht so viele Handelsdefizite. Wir h\u00e4tten viele der Probleme nicht mehr, die Z\u00f6lle und andere Ma\u00dfnahmen sonst zu l\u00f6sen versuchen, weil die US-Exporte weltweit wettbewerbsf\u00e4higer w\u00e4ren und wir nicht so oft von anderen L\u00e4ndern betrogen w\u00fcrden.\u201c Ergo w\u00fcrde der Zollkrieg \u00fcberfl\u00fcssig werden, und alles k\u00f6nnte zur Normalit\u00e4t vor der Einf\u00fchrung von Z\u00f6llen mit niedrigeren Zolls\u00e4tzen zur\u00fcckkehren, sobald die USA den Rest der Welt dazu gezwungen h\u00e4tten, die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der USA aufrechtzuerhalten. Das Chaos dieser Wochen w\u00e4re dann nur vor\u00fcbergehend, und daraus w\u00fcrde eine neue Ordnung entstehen, die dem Wiederaufschwung der US-Produktion f\u00f6rderlich ist.<\/p>\n<p>Die Frage ist, ob die USA heute \u00fcber gen\u00fcgend St\u00e4rke verf\u00fcgen, um die Akzeptanz dieser \u00c4nderung der Spielregeln zu erzwingen. Ihr Ziel ist, die zuvor von den USA selbst aufgebaute \u201eregelbasierte Ordnung\u201c, welche die f\u00fcr die Ausbreitung des Kapitals in der Welt geeigneten Bedingungen gew\u00e4hrleisteten, einseitig zu ersetzen. Zweifellos werden alle L\u00e4nder wollen, dass ihre Unternehmen weiterhin einen vorteilhaften Zugang zum begehrten US-Markt haben. Aber heute sind die L\u00e4nder, mit denen Trump verhandeln muss, nicht mehr wie Deutschland und Japan in den 1980er Jahren in die US-amerikanischen Sicherheitspl\u00e4ne eingebunden. Er muss mit China verhandeln, einer aufstrebenden Macht, mit der die USA mit wachsender Aggressivit\u00e4t konkurrieren, und auch mit einer EU, die mit der R\u00fcckkehr von Trump ihre Pl\u00e4ne zur Erlangung milit\u00e4rischer Autonomie von den USA beschleunigt.\u00a0 Die Umgestaltung des W\u00e4hrungsgef\u00fcges zugunsten der USA wird f\u00fcr diese L\u00e4nder, ebenso wie f\u00fcr die BRICS-Staaten (von denen interessanterweise nur Russland von den neuen US-Z\u00f6lle verschont blieb, ebenso wie Nordkorea) und andere Bl\u00f6cke mit hohen Kosten verbunden sein. Reicht der Nutzen, der sich aus der Aufrechterhaltung des Zugangs zum US-Markt ergibt, f\u00fcr sie aus, um diese Kosten auszugleichen?<\/p>\n<p>Sicher ist, dass keinerlei W\u00e4hrungsalchemie ausreichen wird, um die Massenproduktion von G\u00fctern wieder in die USA zur\u00fcckzuholen, abgesehen von den Sandk\u00e4sten, in denen Trumps \u00d6konomen sich bewegen, um sich eine Welt herbei zu fantasieren, in der die USA sich wieder industrialisieren und gleichzeitig den herausragenden Platz ihrer W\u00e4hrung als Wertanlage behalten.\u00a0Die Plaza-Abkommen trugen zwar vor\u00fcbergehend dazu bei, die Au\u00dfenhandelsbilanz der USA auszugleichen und etwas Marktanteil von ihren Partnern zur\u00fcckzugewinnen. Sie verhinderten aber nicht die wirtschaftlichen Umstrukturierungen, mit denen die US-Industrien in Niedriglohnl\u00e4nder verlagert wurden. In demselben Sinn k\u00f6nnten die Trumpschen Z\u00f6lle zwar noch immer \u00fcberzeugend sein, um substanzielle Zugest\u00e4ndnisse in W\u00e4hrungsfragen zu erwirken; sie werden jedoch keine Arbeitspl\u00e4tze in die USA zur\u00fcckbringen, die durch die Verlagerung von Unternehmen aus den USA verloren gegangen sind, um zu geringeren Kosten zu produzieren. Wie der verstorbene Apple-CEO Steve Jobs dem US-Pr\u00e4sidenten Barack Obama 2011 sagte, als dieser ihn fragte, was n\u00f6tig sei, damit das iPhone in den USA hergestellt werde: \u201eDiese Arbeitspl\u00e4tze werden nicht zur\u00fcckkommen.\u201c<\/p>\n<p><strong>Schlag auf Schlag und wirtschaftliche Unsicherheit<\/strong><\/p>\n<p>Es bleibt abzuwarten, ob die von der Trump-Regierung imaginierte virtuose Abfolge von Schl\u00e4gen und Verhandlungen tats\u00e4chlich eintritt.\u00a0Vorerst hat Trump inmitten des weltweiten Chaos noch mehr Verwirrung gestiftet, und das wird die Konjunktur pr\u00e4gen. Die liberale Presse, die die EU, China und andere wichtige L\u00e4nder aufrief, nicht auf Vergeltung zu setzen und das Engagement f\u00fcr die integrierte Wirtschaft aufrechtzuerhalten, findet offenbar nicht gen\u00fcgend Geh\u00f6r. Auf Trumps Z\u00f6lle folgten Ank\u00fcndigungen Chinas, auf Produkte aus den USA den gleichen Zoll von 34 Prozent zu erheben.<\/p>\n<p>Die Aktienm\u00e4rkte befanden sich seit Mittwoch im Absturzmodus, der auch schon seit Ende Februar auf vielen M\u00e4rkten herrscht. Die Vernichtung von B\u00f6rsenwert seit den H\u00f6chstst\u00e4nden liegt bei einer satten 20 Prozent.<\/p>\n<p>Der Chef der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, warnte am vergangenen Freitag davor, dass die von Trump beschlossenen Z\u00f6lle \u201eh\u00f6her als erwartet\u201c seien und dass daher auch die wirtschaftlichen Folgen, wie steigende Inflation und verlangsamtes Wachstum, wahrscheinlich schwerwiegender seien. \u201eWir stehen vor einem sehr unsicheren Szenario mit hohen Risiken sowohl f\u00fcr steigende Arbeitslosigkeit als auch f\u00fcr Inflation.\u201c<\/p>\n<p>Das Problem f\u00fcr die Fed besteht darin, dass sie zur Ankurbelung der Wirtschaftst\u00e4tigkeit und zur Bek\u00e4mpfung der Arbeitslosigkeit eine monet\u00e4re Expansion durch Senkung der Zinss\u00e4tze f\u00f6rdern m\u00fcsste, w\u00e4hrend sie zur Bek\u00e4mpfung der drohenden Inflation eine restriktive Geldpolitik anwenden m\u00fcsste.\u00a0Nach den Ank\u00fcndigungen wurden die Prognosen f\u00fcr den wirtschaftlichen R\u00fcckgang in diesem Jahr, den einige Institutionen auf 1 bis 2 Prozent sch\u00e4tzen, erh\u00f6ht, begleitet von einem Anstieg der Inflation, der bis zu 4 oder 5 Prozent pro Jahr erreichen k\u00f6nnte. Die Handlungsspielr\u00e4ume der f\u00fcr die Geldpolitik zust\u00e4ndigen Institution werden durch die von Trump verursachte Unkontrolliertheit eingeengt.<\/p>\n<p>Wie <a href=\"https:\/\/thenextrecession.wordpress.com\/2025\/04\/04\/trumps-tariffs-some-facts-and-consequences-from-various-sources\/\">Michael Roberts feststellt<\/a>, ist der Au\u00dfenhandel heute dreimal so wichtig f\u00fcr die US-Wirtschaft wie bei der Einf\u00fchrung des Smoot-Hawley-Gesetzes im Jahr 1929: Die Importe machten 2024 15 Prozent des BIP aus, gegen\u00fcber etwa 6 Prozent im Jahr 1929. Die inl\u00e4ndische Produktion und die inl\u00e4ndischen Verk\u00e4ufe sind viel st\u00e4rker mit dem Einkommen aus diesen eingef\u00fchrten Waren verkn\u00fcpft als vor 90 Jahren. Dies widerspricht der Vorstellung, dass Z\u00f6lle nur die Wirtschaftst\u00e4tigkeit in anderen L\u00e4ndern beeintr\u00e4chtigen, die in die USA verkaufen. Daher kann der Umfang des Handelskriegs in Bezug auf das BIP weit \u00fcber die genannten Sch\u00e4tzungen hinausgehen.<\/p>\n<p><strong>Neuland\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Konjunktur ist chaotisch. Wir k\u00f6nnen nicht ausschlie\u00dfen, dass dies der Auftakt zu dem von der Trump-Regierung verfolgten Ziel ist, Verhandlungen zu erzwingen. Aber selbst wenn dies der Fall w\u00e4re, ist die globale Regierbarkeit \u2013 oder besser gesagt, die Nicht-Regierbarkeit\u2013 in unbekanntes Terrain mit neuen Regeln vorgedrungen. Die Auswirkungen dieses Wandels werden f\u00fcr die Beziehungen zwischen den M\u00e4chten sehr tiefgreifend sein.<\/p>\n<p>Weder der Zollkrieg noch die m\u00f6gliche Einf\u00fchrung neuer Handelsregeln und des W\u00e4hrungssystems durch die USA, die einige der Trump-Beamt:innen sich als Gegenleistung f\u00fcr deren R\u00fccknahme vorstellen, werden den Niedergang der USA grundlegend \u00e4ndern. So wie die seit Obamas \u201ePivot to Asia\u201c umgesetzten und von Trump vertieften Ma\u00dfnahmen es nicht geschafft haben, das Wachstum des chinesischen Einflusses in der Welt zu bremsen. Im Gegensatz zu dem, was sie beabsichtigen, k\u00f6nnten Trumps Entscheidungen, wie <em>The Economist<\/em> warnte, China st\u00e4rken und nicht die USA.<\/p>\n<p>Was durch Trumps Angriff auf den Welthandel best\u00e4tigt wird, ist die Entscheidung der f\u00fchrenden Macht, die eine Schl\u00fcsselrolle bei der Sicherstellung der wirtschaftlichen Integration gespielt hat, alles auf den Kopf zu stellen. Dies vertieft die Krise des Bestehenden, ohne dass klar wird, was an seine Stelle treten k\u00f6nnte. Dieses Element, die versch\u00e4rfte Rivalit\u00e4t zwischen den USA und China und die offenen Kriegszenarien bilden eine Situation, die eindeutig als systemisches Chaos bezeichnet werden k\u00f6nnte, zu dessen wichtigstem Architekten Trump geworden ist.<\/p>\n<p><strong>Fu\u00dfnoten<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Stephen Miran, \u201cA User\u2019s Guide to Restructuring the Global Trading System\u201d, Hudson Bay Capital, 24.11.2024, aufgerufen am 04.05.2025, in .<\/li>\n<li>Scott Bessent, \u201eTrump adviser on how the international economic system should change\u201c, <em>The Economist<\/em>, 23.10.2024.<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/trump-ingenieur-des-zoll-chaos\/\"><em>klassegegenklasse.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 9. April 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Esteban Mercatante. 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