{"id":15556,"date":"2025-06-24T14:23:43","date_gmt":"2025-06-24T12:23:43","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15556"},"modified":"2025-06-24T14:23:44","modified_gmt":"2025-06-24T12:23:44","slug":"italien-zehntausende-gegen-die-nato","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15556","title":{"rendered":"Italien. Zehntausende gegen die NATO"},"content":{"rendered":"<p><em>Gerhard Feldbauer. <\/em><strong>Italien: Proteste und Streiks legen Hauptstadt lahm. Gewerkschaften uneins zu Kriegsb\u00fcndnis.<\/strong><\/p>\n<p>In Deutschland kaum vorstellbar: Am vergangenen Freitag haben in Italien Gewerkschaften, Friedensb\u00fcndnisse und Oppositionsparteien zu einem Streik und am Sonnabend<!--more--> zu Protesten gegen die Hochr\u00fcstung der EU und die Kriegspolitik der rechten Regierung mobilisiert. Der Anlass: der an diesem Dienstag beginnende NATO-Gipfel in Den Haag, auf dem die Erh\u00f6hung der \u00bbVerteidigungsausgaben\u00ab auf f\u00fcnf Prozent des BIP beschlossen werden sollen. Initiiert wurde der Streik durch die Gewerkschaft Unione Sindacale di Base (USB), die auch zur Solidarit\u00e4t mit der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung aufgerufen hatte. Sie verband den Kampf gegen die Aufr\u00fcstung mit Forderungen nach h\u00f6heren L\u00f6hnen, mehr Arbeitsrechten und h\u00f6heren Sozialausgaben, darunter f\u00fcr das \u00f6ffentliche Gesundheitswesen und die Schulen.<\/p>\n<p>Zun\u00e4chst wollten sich die drei gro\u00dfen Gewerkschaftsverb\u00e4nde CGIL, CISL und UIL dem Ausstand nicht anschlie\u00dfen. Doch nachdem auch das Friedensb\u00fcndnis \u00bbDisarmiamoli\u00ab (Entwaffnen wir sie), das \u00fcber 400 Mitglieder z\u00e4hlt \u2013 darunter die Linkspartei \u00bbPotere al Popolo\u00ab (Die Macht dem Volke), zahlreiche soziale Bewegungen, <a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/494448.internationale-solidarit%C3%A4t-wir-wollen-keine-komplizen-eines-genozids-sein.html\">das autonome Hafenarbeiterkollektiv (CALP)<\/a> und das \u00bbKommunistische Netzwerk\u00ab \u2013 den Streikaufruf unterst\u00fctzte, riefen die jeweiligen Metallarbeitergewerkschaften von CGIL, CISL und UIL ihre Mitglieder ebenfalls zur Arbeitsniederlegung auf. In weiten Teilen des Landes kam das \u00f6ffentliche Leben, insbesondere im Verkehrssektor, zum Erliegen. Doch als es dann um eine gemeinsame Kundgebung auf dem Vittorio-Emanuele-Platz in Rom ging, zu der die USB und ihre Unterst\u00fctzer aufriefen, war es mit der Einheit der Bewegung wieder vorbei. Der Stein des Ansto\u00dfes: Die Forderungen enthielten eine Verurteilung der NATO f\u00fcr den V\u00f6lkermord Israels an den Pal\u00e4stinensern in Gaza und einen Aufruf zum Austritt Italiens aus dem westlichen Kriegsb\u00fcndnis.<\/p>\n<p>Die CGIL beteiligte sich statt dessen an einer von Sozialdemokraten, der \u00bbF\u00fcnf-Sterne-Bewegung\u00ab und der \u00bbGr\u00fcn-linken Allianz\u00ab (AVS) organisierten Demonstration in einem anderen Teil der Hauptstadt. Sie stand unter den gleichen Losungen, klammerte aber die Verurteilung der NATO und die Forderung, aus ihr auszutreten, aus. Damit gab es, wie der fr\u00fchere Generalsekret\u00e4r der Metallgewerkschaft der CGIL, der heutige Nationale Koordinator von \u00bbPotere al Popolo\u00ab, Sergio Cremaschi, klarstellte, zwei Demonstrationen gegen den Krieg. \u00bbEine derjenigen, die das Nein zur NATO, zu Israel und zum Krieg sowie die Streiks und die K\u00e4mpfe ohne Wenn und Aber unterst\u00fctzen\u00ab, und eine andere, die \u00bbinklusiver\u00ab sei und die Wiederbewaffnung verurteile, ohne jedoch deren Hauptschuldigen, die NATO, zu benennen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend sich zu der \u00bbgem\u00e4\u00dfigten\u00ab Demonstration etwa 5.000 Menschen einfanden, waren es auf der Piazza Vittorio, wie das kommunistische Magazin <em>Contropiano<\/em> auf seinem Onlineportal berichtete, \u00fcber 30.000: Arbeiter, Jugendliche, Studenten, Aktivisten und Mitglieder der USB. Sie fanden klare Worte: \u00bbSchluss mit dem Krieg, Schluss mit der Wiederaufr\u00fcstung, Schluss mit der Komplizenschaft mit der NATO, mit der R\u00fcstungsindustrie und mit dem V\u00f6lkermord am pal\u00e4stinensischen Volk!\u00ab<\/p>\n<p>Doch f\u00fcr Aufsehen sorgten nicht nur der Streik und die Proteste. Am Freitag machte auch Italiens f\u00fcr \u00bbVerteidigung\u00ab zust\u00e4ndiger Minister Guido Crosetto Schlagzeilen. \u00dcberraschend stellte er die Existenzberechtigung der westlichen Milit\u00e4rallianz grunds\u00e4tzlich in Frage. \u00bbDie USA und die EU sind nicht mehr das Zentrum der Welt. Die NATO muss sich den ver\u00e4nderten Zeiten anpassen\u00ab, so Crosetto bei einem Auftritt an der Universit\u00e4t von Padua. Der Politiker geh\u00f6rt zur faschistischen Regierungspartei \u00bbBr\u00fcder Italiens\u00ab (Fratelli d\u2019Italia) und gilt als einer der engsten Vertrauten von Premierministerin Giorgia Meloni. Crosetto forderte zudem eine verst\u00e4rkte Kooperation des Kriegsb\u00fcndnisses mit Staaten des globalen S\u00fcdens.<\/p>\n<p><em>#Titelbil: \u00bbNicht einen Euro f\u00fcr ihren Krieg\u00ab: Tausende verweigern sich dem Kriegskurs von NATO und EU (Rom, 21.6.2025)<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.jungewelt.de\/artikel\/502676.italien-zehntausende-gegen-die-nato.html\"><em>jungewelt.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. Juni 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerhard Feldbauer. Italien: Proteste und Streiks legen Hauptstadt lahm. Gewerkschaften uneins zu Kriegsb\u00fcndnis.<br \/>\nIn Deutschland kaum vorstellbar: Am vergangenen Freitag haben in Italien Gewerkschaften, Friedensb\u00fcndnisse und Oppositionsparteien zu einem Streik und am Sonnabend<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15557,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[5],"tags":[25,29,39,26,18,75,45,22,17],"class_list":["post-15556","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitskaempfe","tag-deutschland","tag-gewerkschaften","tag-imperialismus","tag-italien","tag-neoliberalismus","tag-politische-oekonomie","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15556","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15556"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15556\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15558,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15556\/revisions\/15558"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15556"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15556"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15556"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}