{"id":15698,"date":"2025-09-03T16:38:33","date_gmt":"2025-09-03T14:38:33","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15698"},"modified":"2025-09-03T16:38:34","modified_gmt":"2025-09-03T14:38:34","slug":"bedrohungen-und-verteidigung-anmerkungen-zur-verteidigungs-illusion","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15698","title":{"rendered":"Bedrohungen und Verteidigung. Anmerkungen zur Verteidigungs-Illusion"},"content":{"rendered":"<p><em>Manfred Henle. <\/em>Das Ged\u00e4chtnis der Menschheit f\u00fcr erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. Ihre Vorstellungsgabe f\u00fcr kommende Leiden ist fast noch geringer.<\/p>\n<p><em>Die Beschreibungen, die der New Yorker von den Greueln der Atombombe erhielt, schreckten ihn anscheinend nur wenig. Der Hamburger ist noch umringt von den Ruinen<\/em><!--more--><em>, und doch z\u00f6gert er, die Hand gegen einen neuen Krieg zu erheben [\u2026] Diese Abgestumpftheit ist es, die wir zu bek\u00e4mpfen haben, ihr \u00e4u\u00dferster Grad ist der Tod [\u2026] Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller \u00d6ffentlichkeit vorbereiten, nicht die H\u00e4nde zerschlagen werden. (B.Brecht, GW, 1967, Bd.20, Schriften zu Politik und Gesellschaft: 322f.)<\/em><\/p>\n<p><strong>Sich verteidigen, sich wehren \u2013 ein menschliches Urbed\u00fcrfnis?<\/strong><\/p>\n<p><em>Preparing Europe for a more dangerous world \u2013 Security is the foundation on which everything is built \u2013 Strengthening Europe\u2019s Civilian and Military Preparedness and Readiness \u2013 A path towards a fully prepared Union.<\/em> \u2013 <a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/document\/download\/5bb2881f-9e29-42f2-8b77-8739b19d047c_en?filename=2024_Niinisto-report_Book_VF.pdf\">Niinist\u00f6-Report, Safer Together, 30.10.2024<\/a><\/p>\n<p>Dass der Menschheit Kriege ins Haus stehen, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind, daf\u00fcr sorgen diejenigen, die sie in aller \u00d6ffentlichkeit vorbereiten. Und das verk\u00fcnden die deutschen wie die europ\u00e4ischen politischen Entscheidungstr\u00e4ger \u00fcber Krieg und Frieden so gut wie unbehelligt als \u201eZeitenwende\u201c den ber\u00fchmten Menschen im Lande rund um die Uhr. Assistiert und bekr\u00e4ftigt durch Denk-\u201eFabriken\u201c, durch \u201eExperten\u201c f\u00fcr Sicherheit, durch Experten f\u00fcr USA-, Deutschland-, Europa-, Au\u00dfen-, Geo- und Weltpolitik; Gener\u00e4le, Offiziere, Reservistenverb\u00e4nde, Milit\u00e4rfachleute aller Couleur breiten sich und lassen sich anhand aller m\u00f6glichen Zerst\u00f6rungs-, T\u00f6tungs- und Vernichtungsger\u00e4tschaften \u00fcber die m\u00f6glichen Sieges-Perspektiven aus. Die sollen umso gewisser sein, je kriegswilliger, kriegst\u00fcchtiger und kriegsbereiter die gesamte Nation ist. Und die demokratischen Leitmedien f\u00fcr die Massen propagieren in vollkommener Geistes- und Seelenverwandtschaft mit den politischen Entscheidungstr\u00e4gern und Regierungsverantwortlichen, sowie mit ihren akademisch-intellektuellen und milit\u00e4rfachlichen Zutr\u00e4gern, dass ohne eine europaweite, gnaden- und r\u00fccksichtslose, nach oben offene Billionenr\u00fcstung und schonungslose Militarisierung des Kontinents die Siegesperspektiven eher d\u00fcrftig sein werden. Das droht schon mal.<\/p>\n<p>Allerdings: So ohne weiteres ungeschminkt und offenherzig tun allen voran die politischen Entscheidungstr\u00e4ger und Regierungsverantwortlichen ihre Botschaft nicht einfach kund. Bei ihren \u00f6ffentlich-massenmedialen Auftritten, Kundgaben und Verlautbarungen bedarf es gewisser sprachlich-rhetorischer und propagandistisch \u00fcberzeugender Stilmittel, Methoden, Techniken und sprachregelnde Kunstgriffe, um den erforderlichen \u201eMentalit\u00e4tswandel\u201c bei der untergebenen Bev\u00f6lkerung zu bewerkstelligen. Etwas grobschl\u00e4chtig, aber nicht unzutreffend formuliert: \u201eEs geht darum, mit einer erhellenden Vereinfachung auch komplexe Sachverhalte unter die Menschen zu bringen. Dass die begreifen, die da oben, die wir gew\u00e4hlt haben, die sorgen sich um uns.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.zdfheute.de\/video\/heute-journal\/gauck-deutsche-einheit-100.html\">J.Gauck, zdf-Interview, 2.10.2022<\/a>)<\/p>\n<p>So hat seit der Ausrufung der Zeitenwende die Rede von der <em>Verteidigung<\/em> massenmediale Hochkonjunktur. Und zwar vornehmlich als Schlagwort. Das hei\u00dft: \u201eMit Titel oder Schlagzeile wird nicht einfach das Thema einer Nachricht oder eines Berichts angegeben.\u201c Denn damit \u201e[\u2026] ist in vielen F\u00e4llen schon eine Perspektive, ein Standpunkt formuliert, dessen \u00dcbernahme den Lesern und Zuschauern nahegelegt werden soll\u201c. (R.Dillmann, Medien. Macht. Meinung. Auf dem Weg in die Kriegst\u00fcchtigkeit, 2025)<\/p>\n<p>Dies in der Gewissheit, dass es jedem Menschen das Allernat\u00fcrlichste von der Welt ist, sich gegen k\u00f6rperliche \u00dcbergriffe, Angriffe oder sonstigen Bedrohungen gegen\u00fcber Person und Eigentum notfalls verteidigen zu m\u00fcssen. Sich verteidigen, sich wehren, sich selbst und seine Nahestehenden und Liebsten zu sch\u00fctzen, erscheint als ein gleichsam menschliches Urbed\u00fcrfnis, gegen das es keinen Einwand geben kann. Das umso mehr, als das moderne soziale Miteinander ein ausgiebiges, ein antagonistisches Gegeneinander ist, eine ziemliche \u201edangerous world\u201c (Niinist\u00f6-Report) schon im eigenen Land, in der Person und Eigentum jederzeit gef\u00e4hrdet und bedroht sind. Ein soziales Miteinander, dem insbesondere die gew\u00f6hnlichen Menschen im Lande nicht so ohne weiteres auskommen, da es nun einmal unausweichlich die soziale Lebenswelt ist, die sie von Geburt an vorfinden; und in der sie sehen m\u00fcssen, dass sie, gem\u00e4\u00df ihren Mitteln, \u00fcber die sie recht unterschiedlich, aber exklusiv verf\u00fcgen, da durchkommen, so gut es eben geht: der Eine hat seine H\u00e4nde, andere haben eine Fabrik.<\/p>\n<p>Die Frage, warum das moderne soziale Miteinander ein ausgiebiges Gegeneinander ist, in dem sich jederzeit verteidigen und sich wehren m\u00fcssen, sich\u00a0 zu einem gleichsam menschlichen Urbed\u00fcrfnis verfestigt, diese Frage stellt sich so gesehen erst einmal nicht. Der praktische Zwang, sich in dieses vorgefundene, gegens\u00e4tzliche soziale Miteinander einzuf\u00fcgen; sich an dessen vorgegebenen Regeln zu halten; letztlich: sich dieser sozialen oder \u00f6ffentlichen Ordnung zu unterwerfen, herrscht den Menschen im Land endg\u00fcltig die Vorstellung auf, das Sich-Verteidigen und Sich-Wehren sei ein menschliches Urbed\u00fcrfnis. Aber, keine Sorge, denn wie es hei\u00dft: <a href=\"https:\/\/www.spd.de\/aktuelles\/detail\/news\/youll-never-walk-alone\/22\/07\/2022\"><em>\u201eYou\u2019ll never walk alone.\u201c<\/em><\/a> (O.Scholz, 22.07.2022)<\/p>\n<p><strong>Die Verteidigung und ihre Schutzmacht \u2013 eine Verteidigungs-Illusion<\/strong><\/p>\n<p>Mit der unausweichlich wie antagonistisch verfassten \u00f6ffentlichen Ordnung und ihrem Regelwerk, treten den Menschen im Land \u201edie da oben\u201c (J.Gauck) in Gestalt der hoheitliche Gewalt, als Urheber und Instanz entgegen, die gebietet, diese soziale Ordnung und mit ihr die hoheitliche Gewalt anzuerkennen: Eben als Urheber und Instanz, die die Macht und somit das Recht hat, von den Menschen im Land Rechts- und Gesetzes-Gehorsam einzufordern \u2013 im Rahmen genau dieser \u00f6ffentlichen Ordnung. Auch diese Unterwerfung ist gleicherma\u00dfen unausweichlich und damit erst einmal hingenommen mit der Vorstellung und dem Lebensprogramm: das Beste daraus zu machen und so gut es geht, in dieser \u201edangerous world\u201c durchzukommen. Dem kommt die hoheitliche Gewalt explizit entgegen:<\/p>\n<p>Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Pers\u00f6nlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt [\u2026] Jeder hat das Recht auf Leben und k\u00f6rperliche Unversehrtheit. Die Freiheit der Person ist unverletzlich. (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_2.html\">GG, Art. 2, Abs.1 und 2<\/a>)<\/p>\n<p>Dem scheinbar menschlichen Urbed\u00fcrfnis, sich verteidigen und sich wehren m\u00fcssen in der aufgeherrschten und akzeptierten Sozialordnung und allt\u00e4glichen Lebenswelt, treten die da oben, tritt die hoheitliche Gewalt als \u00f6ffentliche <em>Schutzmacht<\/em> offensichtlich hilfreich beiseite: In Anbetracht dessen, dass es so gut wie unvermeidlich ist, dass die Menschen im Land innerhalb dieser \u00f6ffentlichen Ordnung in Fragen von existenzieller Bedeutung fundamental gegeneinander stehen: Unternehmer-Arbeitgeber hier, Arbeitnehmer, Lohnabh\u00e4ngiger dort; Grundeigent\u00fcmer hier, Behausung, Wohnungssuchender dort; in Anbetracht dieser keineswegs von der Natur eingerichteten Gegebenheiten w\u00fcnschen und wollen alle Beteiligten und jeder f\u00fcr sich, dass die \u00f6ffentliche, die hoheitliche Gewalt einfach da ist: Da ist zugunsten ihres jeweiligen Durchkommens und ihnen zur Verf\u00fcgung steht. Das d\u00fcrfen die Menschen im Land als Rechtsanspruch, als ihr gutes Recht gegen die hoheitliche Gewalt als Schutzmacht geltend machen.<\/p>\n<p>Das l\u00e4sst sich die hoheitliche Gewalt nicht zweimal sagen. Denn l\u00e4ngst schon hat sie als hoheitlich<em>e Schutzmacht und Schutzschirm <\/em>die von ihr eingerichteten existenziellen Gegens\u00e4tzlichkeiten gesetzlich so geregelt, dass das Durchkommen eines jeden zumindest als Rechtstitel auf die von oben gew\u00e4hrte freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit, auf Leben, auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit und auf die pers\u00f6nliche Freiheit und Sicherheit <em>verteidigt<\/em> sein soll. Auf diese Weise gilt, \u201edie da oben, die wir gew\u00e4hlt haben, die sorgen sich um uns\u201c (J.Gauck), denn: <em>You\u2019ll never walk alone. <\/em>(O.Scholz)<\/p>\n<p>So sind die Menschen im Land tats\u00e4chlich nicht nur existenziell auf die h\u00f6here Gewalt als Schutzmacht und Schutzschirm ihres lebenslangen Durchkommens faktisch verwiesen: Vielmehr wollen sie in ihrem Schutz- und Sicherheitsbed\u00fcrfnis diese Schutzmacht auch, die ihnen als Besch\u00fctzer und Verteidiger ihres Rechts auf Leben, auf freie Entfaltung der Pers\u00f6nlichkeit, auf k\u00f6rperliche Unversehrtheit und auf die pers\u00f6nliche Freiheit und Sicherheit mit aller Macht und Gewalt beiseite stehen m\u00f6ge. Was, wie gesagt, auch dringend n\u00f6tig ist in einer existenziell reichlich bedrohlichen und unsicheren Welt.<\/p>\n<p>Allerdings \u00fcbersehen die Menschen im Land mehrheitlich in ihrer akzeptierten Abh\u00e4ngigkeit von der Schutzmacht, dass diese ihre hoheitliche Schutzmacht eben auch der <em>Schutz-Herr <\/em>\u00fcber ihr Leben, \u00fcber ihre k\u00f6rperliche Unversehrtheit, \u00fcber ihre pers\u00f6nliche Freiheit und Sicherheit ist \u2013 mithin auch \u00fcber ihr Sterben und ihren Tod. Die Verteidigung des Durchkommens in der \u00f6ffentlichen Ordnung durch die hoheitliche Schutzmacht erweist sich als ein gediegenes Herrschaftsverh\u00e4ltnis und f\u00e4llt in eins mit dem Faktum, dass diese Verteidigung, wie so gut alles in dieser Welt, einen gewissen Preis hat: Der wird bezahlt damit, dass dem Schutzherrn Leben, Unversehrtheit, pers\u00f6nliche Freiheit und Sicherheit, das Sterben und der Tod der Menschen im Land zur freien Verf\u00fcgung steht: als frei verf\u00fcgbare Dispositionsmasse ihres hoheitlichen Verteidigers. Dass die Menschen im Land mit dem ihnen gew\u00e4hrten Rechtsanspruch auf Verteidigung ihres Durchkommens die hoheitliche Gewalt wollen, ihre Unterwerfung unter die hoheitliche Schutzmacht besiegeln und insgesamt deshalb glauben, nur um ihretwillen sei die Schutzmacht da und eingerichtet \u2013 und nicht umgekehrt: Das ist die eine Seite der <em>Illusion \u00fcber die Verteidigung<\/em> ihres Durchkommens.<\/p>\n<p>Aus diesem Irrtum, aus dieser Illusion, der hoheitliche Verteidiger ihres Durchkommens sei ihretwegen da, folgt der Schluss, der zugleich die definitive Parteinahme f\u00fcr die Schutzmacht als Verteidiger des Durchkommens bedeutet: Je st\u00e4rker, m\u00e4chtiger, souver\u00e4ner und durchsetzungsf\u00e4higer die Schutzmacht sei, desto m\u00e4chtiger und gesicherter k\u00f6nne und werde der Schutzherr als Verteidiger des pers\u00f6nlichen Lebens, der Unversehrtheit, der pers\u00f6nlichen Freiheit und Sicherheit fungieren. Also m\u00fcsse auf jeden Fall und vorbehaltlos f\u00fcr sie Partei ergriffen werden. Die Illusion \u00fcber die Verteidigung des eigenen, existenziellen Seins und Daseins in Form des Durchkommen-M\u00fcssens und -Wollens hat damit eine weitere Gestalt angenommen.<\/p>\n<p>Der Schutzherr und Verteidiger des Durchkommens seiner Menschen im Land seinerseits handelt: Allerdings auf seine eigene Weise und im seinem eigenen, hoheitlichen Interesse \u2013 in Friedenszeiten immer schon und im Krieg auf noch ganz andere Art und Weise.<\/p>\n<p><strong>Verteidigungs-Illusion und das Recht zum Krieg<\/strong><\/p>\n<p>In weiser Voraussicht haben die Verfassungsm\u00fctter und -v\u00e4ter am 23. Mai 1949 klarstellend grundgesetzlich fixiert:<\/p>\n<p><em>In unserer <\/em><a href=\"https:\/\/www.hanisauland.de\/wissen\/lexikon\/grosses-lexikon\/d\/demokratie.html\"><em>Demokratie<\/em><\/a><em> teilen sich der Bundeskanzler und der Verteidigungsminister die Befehlsgewalt \u00fcber die Streitkr\u00e4fte. Im <\/em><a href=\"https:\/\/www.hanisauland.de\/wissen\/lexikon\/grosses-lexikon\/g\/grundgesetz.html\"><em>Grundgesetz<\/em><\/a><em> ist geregelt, wer wann die Befehls- und Kommandogewalt besitzt: In Friedenszeiten ist es der Bundesverteidigungsminister oder die <\/em><a href=\"https:\/\/www.hanisauland.de\/wissen\/lexikon\/grosses-lexikon\/v\/verteidigungsminister\"><em>Bundesverteidigungsministerin<\/em><\/a><em> (Artikel 65a GG). Aber sobald der Verteidigungsfall ausgerufen wird, wenn also das Land in wirklicher Gefahr ist, \u00fcbernimmt der Bundeskanzler oder die <\/em><a href=\"https:\/\/www.hanisauland.de\/wissen\/lexikon\/grosses-lexikon\/b\/bundeskanzlerin.html\"><em>Bundeskanzlerin<\/em><\/a><em> den Oberbefehl \u00fcber die Streitkr\u00e4fte (Artikel 115b GG)\u2026Eure Fragen dazu\u2026 (<\/em><a href=\"https:\/\/www.hanisauland.de\/wissen\/lexikon\/grosses-lexikon\/o\/oberbefehlshaber.html\"><em>Hanisauland \u2013 Politik f\u00fcr Dich, Lexikon, Oberbefehlshaber\/In<\/em><\/a><em>)<\/em><\/p>\n<p>Nun ist, wie jedermann von Kindesbeinen an ganz alltagspraktisch am eigenen Leib erf\u00e4hrt, das Recht auf Leben, Eigentum, k\u00f6rperliche Unversehrtheit, pers\u00f6nliche Freiheit und Sicherheit, mithin das Durchkommen als Ganzes, schon im Inneren des Landes durch die eingerichtete \u00f6ffentliche Ordnung in Frage gestellt und bedroht. Andererseits erf\u00e4hrt auch jedermann von Kindesbeinen an, dass auch von au\u00dferhalb des Landes Gefahren drohen. Herausforderungen, Drohungen und Bedrohungen durch Gegner nicht mehr nur von Innen, sondern in Gestalt anderer Staaten, staatlichen Gebilden oder nichtstaatlichen militanten Netzwerken: Nichts als \u201ea dangerous world\u201c (<a href=\"https:\/\/commission.europa.eu\/document\/download\/5bb2881f-9e29-42f2-8b77-8739b19d047c_en?filename=2024_Niinisto-report_Book_VF.pdf\">Niinist\u00f6-Report<\/a> \u2013 2024) auch da drau\u00dfen.<\/p>\n<p>Die scheinen allesamt auf dem Weg zu sein, das eigene Land und mit ihm die eigene Schutzmacht, die hoheitliche Gewalt, von der doch alle abh\u00e4ngen als Verteidiger des Rechts auf Leben, Unversehrtheit, Sicherheit und pers\u00f6nlicher Freiheit, radikal infrage zu stellen. Im konkreten Wissen um die gleichfalls ziemlich gegens\u00e4tzliche Verfasstheit der Staatenwelt da drau\u00dfen schw\u00f6rt die hoheitliche Gewalt, die die Befehls- und Kommandogewalt, den Oberbefehl \u00fcber die Streitkr\u00e4fte und die Menschen im Land innehat, sich und vor Gott:<\/p>\n<p>\u201eIch schw\u00f6re, da\u00df ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden [\u2026] So wahr mir Gott helfe.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/gg\/art_56.html\">GG, Art. 56<\/a>)<\/p>\n<p>Wenn die Befehls- und Kommandogewalt sich dazu entscheidet, aus ihren Gr\u00fcnden heraus, einen Krieg gegen ihresgleichen in n\u00e4chster N\u00e4he oder fernster Ferne in Angriff zu nehmen, deshalb das \u201eLand in wirklicher Gefahr\u201c zu sehen und den \u201eVerteidigungsfall\u201c ausruft, um den Nutzen des Volkes zu mehren, indem Schaden mittels Krieg von ihm gewendet werden soll, dann droht den Menschen im Land nichts Gutes. Nicht zuletzt ersichtlich daran, dass die deutschen und europ\u00e4ischen hoheitlichen Gewalten als Oberbefehlshaber im Rahmen ihrer Befehls- und Kommandogewalt \u00fcber die europ\u00e4ischen V\u00f6lkerschaften sich entschlossen haben, den ganzen Kontinent seit 2022 in angeblich wirklicher Gefahr zu sehen. Weshalb geboten sein soll:<\/p>\n<p><em>\u201ePreparing Europe for a more dangerous world \u2013 Security is the foundation on which everything is built \u2013 Strengthening Europe\u2019s Civilian and Military Preparedness and Readiness \u2013 A path towards a fully prepared Union.\u201c <\/em><em>(Niinist\u00f6-Report, Safer Together, 30.10.2024)<\/em><\/p>\n<p>So setzen die zu allem entschlossenen, verteidigungswilligen europaweiten Oberbefehlshaber seit 2022 ihre Befehls- und Kommandogewalt ein, um die von ihnen anvisierten Kriege \u201ein aller \u00d6ffentlichkeit\u201c (B.Brecht, 1952) vorzubereiten. Gefordert ist damit, dass ausnahmslos alle, Jung und Alt, Kind, M\u00e4dchen, Frau und Mann, jeder am ihm zugewiesenen Platz, das gesamteurop\u00e4ische Hoheitskollektiv mit Leib und Leben zu verteidigen und zu sch\u00fctzen hat.<\/p>\n<p>Und zwar: Damit dieses Kollektiv in der Verteidigung seiner globalen Anspr\u00fcche auf den freien Zugriff auf fremde V\u00f6lkerschaften, freie Handelswege und Rohstoffe auch in der fernsten Ferne Erfolg beschieden ist. Wegweisend deshalb schon damals: \u201eDer Friede der Welt kann nicht gewahrt werden ohne sch\u00f6pferische Anstrengungen, die der Gr\u00f6\u00dfe der Bedrohung entsprechen.\u201c (<a href=\"https:\/\/european-union.europa.eu\/principles-countries-history\/history-eu\/1945-59\/schuman-declaration-may-1950_de\">Schuhmann-Erkl\u00e4rung<\/a>, 9. Mai 1950) Eben die Bedrohung, dass dieses ausgreifende Projekt durch was und wen auch immer behindert werden k\u00f6nnte. Denn:<\/p>\n<p><em>Der politische Westen liegt auch im Osten. Wir setzen heute ein klares Zeichen: Der Indo-Pazifik ist eine Priorit\u00e4t der deutschen Au\u00dfenpolitik [\u2026] Der Himalaya und die Stra\u00dfe von Malakka m\u00f6gen weit entfernt scheinen. Aber unser Wohlstand und unser geopolitischer Einfluss in den kommenden Jahrzehnten beruhen gerade auch darauf, wie wir mit den Staaten des Indo-Pazifiks zusammenarbeiten [\u2026] Als Handelsnation h\u00e4ngt unser Wohlstand unmittelbar von der Freiheit des Handels und der Seewege ab, die zu einem gro\u00dfen Teil durch den Indo-Pazifik f\u00fchren. (<\/em><a href=\"https:\/\/www.auswaertiges-amt.de\/de\/newsroom\/maas-indo-pazifik\/2380462\"><em>Heiko Maas, Leitlinien der Bundesregierung zum Indo-Pazifik<\/em><\/a><em>, 2.9.2020)<\/em><\/p>\n<p>Dass solche Unternehmungen nicht so offenherzig und ungeschminkt in der \u00d6ffentlichkeit und von den Menschen im Land wahrgenommen werden, daf\u00fcr sorgen die einschl\u00e4gigen Verfassungsartikel mit ihrem Schlagwort und der Rede von der \u201eVerteidigung\u201c. Zum anderen geht es ja, wie schon erw\u00e4hnt, darum, \u201emit einer erhellenden Vereinfachung auch komplexe Sachverhalte unter die Menschen zu bringen. Dass die begreifen, die da oben, die wir gew\u00e4hlt haben, die sorgen sich um uns.\u201c (J.Gauck) Das ergibt folgendes Bild: Offenbar sind da drau\u00dfen in nah und fern Akteure und M\u00e4chte, hoheitliche Gewalten unterwegs, die in \u00fcbler Absicht dem Wohl und Nutzen des deutschen Volkes als ganzem und damit jedem Menschen im Land unabsehbaren Schaden zuf\u00fcgen wollen. Das f\u00e4llt auf durchaus fruchtbaren Boden, denn: von Kindesbeinen an bis zu ihrem letzten Atemzug haben die Menschen im Land in ihrer Schutzmacht- und Verteidigungs-Illusion mehrheitlich die gleichsam unumst\u00f6\u00dfliche Vorstellung und \u00dcberzeugung herausgebildet:<\/p>\n<p>Je m\u00e4chtiger, durchsetzungsf\u00e4higer und \u00fcberlegener die eigene hoheitliche Gewalt nach au\u00dfen, und zwar global, auch in den fernsten Fernen, sich geb\u00e4rden, handeln und wirken kann, umso gesch\u00fctzter und sicherer seien das eigene Leben und \u00dcberleben. Dies wiederum umso mehr, je verteidigungsf\u00e4higer, verteidigungsbereiter und widerstandsf\u00e4higer nach innen die hoheitliche Gewalt sich zuzur\u00fcsten vermag: Je kriegst\u00fcchtiger und kriegswilliger die gesamte Nation ist, umso sicherer sei das eigene Leben und \u00dcberleben garantiert. Denn es gilt, jedem nur erdenklichen Gegner, jeder nur erdenklichen Bedrohung von au\u00dfen mit einer auf allen Ebenen \u00fcberlegenen Verteidigungsarmee pr\u00e4ventiv-pr\u00e4emptiv so drohen zu k\u00f6nnen, so dass dieser, solcherma\u00dfen abgeschreckt, es nie und nimmer wagt, auch nur daran denkt, unsere hoheitliche Schutzmacht und damit einen jeden von uns, anzugreifen. In den Worten des politischen Oberbefehlshabers, der demokratisch und verfassungskonform die Befehls- und Kommandogewalt \u00fcber Zerst\u00f6rung, Leben und Tod innehat:<\/p>\n<p><em>\u201eVerantwortung f\u00fcr Deutschland [\u2026] Wir wollen uns verteidigen k\u00f6nnen, damit wir uns nicht verteidigen m\u00fcssen. Wir nennen diesen Grundsatz seit Jahrzehnten Abschreckung.\u201c (<\/em><a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/breg-de\/suche\/regierungserklaerung-von-bundeskanzler-friedrich-merz-2347888\"><em>F. Merz, Regierungserkl\u00e4rung<\/em><\/a><em>, 14.5.2025)<\/em><\/p>\n<p>Zwar sprechen hier keineswegs die Menschen im Land, also \u201eWir\u201c. Sondern die hoheitliche Schutzmacht, die in ihrer politischen Verantwortung <em>sich in Gestalt Deutschlands<\/em> und nicht jeden einzelnen der Menschen im Land verteidigen will. Und in ihrem Schutzmacht-Idealismus und in ihrer Verteidigungs-Illusion erscheint den Menschen im Land nichts notwendiger als eine hoheitliche Gewalt, die sie verteidigt. Weshalb f\u00fcr sie Verteidigungsministerium, Verteidigungsminister, Verteidigungsstreitkr\u00e4fte zum Leben einfach dazugeh\u00f6ren, wie die Luft zum Atmen. Auf diese Weise schreitet die Verteidigungs-Illusion der Menschen im Land zielstrebig weiter voran und wird damit mit Sicherheit t\u00f6dlich und selbstm\u00f6rderisch. Denn dass die ausw\u00e4rtigen hoheitlichen Gewalten und sonstigen politischen M\u00e4chte von Format es hinnehmen, sich einer oder auch kollektiv versammelten hoheitlichen Gewalt zu beugen, die ihr mit unbedingter milit\u00e4rischer \u00dcberlegenheit droht, ist kaum wahrscheinlich. Die politischen M\u00e4chte von Format jedenfalls kennen keinen Grund, sich freiwillig zum Objekt ihnen \u00fcberlegener politischer M\u00e4chte zu degradieren.<\/p>\n<p>So sehen die hoheitlichen Gewalten ihr angeblich \u201enaturgegebenes\u201c Recht zur Verteidigung ihres Selbst mittels den ihrer jeweiligen Befehls- und Kommandogewalt unterworfenen Menschen im Land gegeben. Und machen ihre jederzeit kriegswillige Verteidigungsbereitschaft als ihr moralisch einwandfreies Recht zum gerechten Krieg (bellum justum) geltend. Auf den Schutzmacht-Idealismus und die Verteidigungs-Illusion seitens der Menschen im Land ist grunds\u00e4tzlich ohnehin Verlass. Was nicht hei\u00dft, die Menschen im Land k\u00f6nnten sich nicht auch einmal anders entscheiden. Selbst ein einmal durchgesetzter Mentalit\u00e4tswandel f\u00fcr den moralisch gerechtfertigten gerechten Krieg, ins Auge gefasst und vorbereitet durch die hoheitliche Gewalt, kann sich jederzeit wieder wandeln.<\/p>\n<p>Deshalb bedarf es einer nachhaltigen moralischen Rechtfertigung der Kriegsvorbereitungen und des anvisierten Krieges, die den in Friedenszeiten l\u00e4ngst schon geborenen Schutzmacht-Idealismus und die Verteidigungs-Illusion aufgreift und, sofern notwendig, den Zeit- und Kriegsumst\u00e4nden gem\u00e4\u00df anpasst. Das gang und g\u00e4be moralische Bewusstsein und Selbstbewusstsein der Menschen im Land, das in der \u00dcberzeugung, sich selbst zu verteidigen die hoheitliche Gewalt und ihre weltweiten Anspr\u00fcche gegen\u00fcber anderen hoheitlichen Gewalten und politischen M\u00e4chten verteidigt, dieses falsche Bewusstsein ist als unbeirrbare Kriegsmoral zu hegen und zu pflegen mittels einer gleichsam \u00fcberzeitlichen Verteidigungs-Ideologie, die allen hoheitlichen Gewalten und M\u00e4chten zu Gebote steht.<\/p>\n<p><strong>Die \u00fcberzeitliche Verteidigungs-Ideologie<\/strong><\/p>\n<p>Einerseits ist dem kaum zu widersprechen:<\/p>\n<p><em>\u201eEs macht schier fassungslos, in welcher Geschwindigkeit sich ein Denken breit macht, das den Feind besiegen, das Milit\u00e4r als Mittel der Feindvernichtung aufr\u00fcsten und das nationale Interesse an der Feindbek\u00e4mpfung st\u00e4rken will.\u201c (N. Wohlfahrt\/J. Schillo, Die deutsche Kriegsmoral auf dem Vormarsch 2023)<\/em><\/p>\n<p>Andererseits ist dem moralischen Bewusstsein und Selbstbewusstsein der Menschen im Lande zu verdeutlichen, dass alle die zur Feindbek\u00e4mpfung und Feindvernichtung notwendigen Gewalttaten, zu denen die Menschen im Land verpflichtet werden, einem guten Zweck dienen: ihren Nutzen mehren und mittels Einsatz ihres Leibs und Lebens Schaden von ihnen und ihrer hoheitlichen Gewalt, die als Schutzmacht und Besch\u00fctzer f\u00fcr sie und nur um ihretwillen da zu sein scheint, abzuwenden. Die offensichtliche Bedrohung der heimatlichen hoheitlichen Gewalt durch einen oder mehrere Feinde muss m\u00f6glichst ein f\u00fcr allemal aus dem Weg ger\u00e4umt werden. Den Feind zu bek\u00e4mpfen und notfalls auch auszurotten ist eine Tat des guten Willens und Gewissens: \u201eF\u00fcr die Kriegsmoral bedarf es eines Feindes, der bek\u00e4mpft, besiegt und, falls erforderlich, vernichtet werden soll, und dieser Feind wird durch die Nation und ihre vaterl\u00e4ndischen Interessen definiert.\u201c (N. Wohlfahrt\/J. Schillo: 12f.)<\/p>\n<p>Der so ermittelte gerechte Krieg (bellum justum) erlaubt, erfordert, verlangt alles Recht zum Krieg (jus ad bellum). Das gestalten \u201ein einer erhellenden Vereinfachung\u201c (J.Gauck) die Oberbefehlshaber \u00fcber Zerst\u00f6rung, Leben und Tod, unterst\u00fctzt durch ihre massenmedialen Leitmedien und unterst\u00fctzt durch ein ganzes Heer von akademisch-intellektuellen Zutr\u00e4gern zu einem moralisch eindringlichen und einwandfreien Bild aus:<\/p>\n<ul>\n<li style=\"list-style-type: none;\">\n<ol>\n<li>Wir wollen keinen Krieg.<\/li>\n<li>Das feindliche Lager tr\u00e4gt die alleinige Schuld am Krieg.<\/li>\n<li>Der Feind hat d\u00e4monische Z\u00fcge (oder: \u00bbDer Teufel vom Dienst\u00ab).<\/li>\n<li>Wir k\u00e4mpfen f\u00fcr eine gute Sache und nicht f\u00fcr eigenn\u00fctzige Ziele.<\/li>\n<li>Der Feind begeht mit Absicht Grausamkeiten. Wenn uns Fehler unterlaufen, dann nur versehentlich.<\/li>\n<li>Der Feind verwendet unerlaubte Waffen.<\/li>\n<li>Unsere Verluste sind gering, die des Gegners aber enorm.<\/li>\n<li>Unsere Sache wird von K\u00fcnstlern und Intellektuellen unterst\u00fctzt.<\/li>\n<li>Unsere Mission ist heilig.<\/li>\n<li>Wer unsere Berichterstattung in Zweifel zieht, ist ein Verr\u00e4ter. (Anne Morelli, die Prinzipien der Kriegspropaganda, 2014)<\/li>\n<\/ol>\n<\/li>\n<\/ul>\n<p>Diese Verteidigungs-Ideologie hat ihre n\u00fctzlichen Dienste in so gut wie s\u00e4mtlichen neuzeitlichen, von den modernen hoheitlichen Gewalten angestifteten Kriegen erwiesen: Im Ersten Weltkrieg, gleicherma\u00dfen im Nationalsozialismus und Faschismus; in den Containment-, Rollback- und Vorw\u00e4rts-Verteidigungskriegen der USA und der NATO ohnehin; und leistet seit der Zeitwende bislang reichlich unbehelligt ihre n\u00fctzlichen Dienste.<\/p>\n<p>Auf den Punkt bringt es mit dem reinsten Gewissen nur Gutes zu tun die Verteidigungs-Ideologie und Kriegsf\u00fchrung zum Beispiel Israels:<\/p>\n<p><em>\u201eThis is a struggle between the children of light and the children of darkness, between humanity and the law of the jungle [\u2026] We will win. We will not stop until victory. (Netanyahu, 16.10.2023)<\/em><\/p>\n<p><em>This is a war between the children of light and the children of darkness. We will not relent in our mission until the light overcomes the darkness; the good will defeat the extremist evil that threatens us and the entire world. (Netanyahu, 3.11.2023)<\/em><\/p>\n<p><em>We have an amazing army, with wonderful and heroic soldiers: They are committed to eradicating this evil from the world, for our existence, and I add, for the good of all humanity Israel is fighting not only its war, but a war for all of humanity \u2013 the war of humanity against barbarism. The IDF is the most moral army in the world. The IDF does everything to avoid harming non-combatants. (<\/em><a href=\"https:\/\/www.gov.il\/en\/pages\/event-statement281023\"><em>Statement<\/em><\/a><em> by PM Netanyahu, 28.10.2023)<\/em><\/p>\n<p>Schlie\u00dflich beinhaltet Israels Existenz- und Selbsverteidigungsrecht \u201ethe vision of Greater Israel [\u2026] The vision encompasses occupied Palestinian territories as well as parts of Jordan, Lebanon, Syria, and Egypt.\u201c (<a href=\"https:\/\/almanassa.com\/en\/news\/26388\">Netanyahu\u2019s \u2018Greater Israel\u2019<\/a>, 14.8.2025) Und das ist einfach eine \u201chistoric and spiritual mission [\u2026] very attached to the vision of the Promised Land and Greater Israel.\u201c (<a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/netanyahu-says-hes-on-a-historic-and-spiritual-mission-endorses-vision-of-greater-israel\/\">Netanyahu, a \u2018historic and spiritual mission\u2018<\/a>, 12.8.2025, <a href=\"https:\/\/www.timesofisrael.com\/liveblog_entry\/netanyahu-says-hes-on-a-historic-and-spiritual-mission-endorses-vision-of-greater-israel\/\">ausf\u00fchrliche Begr\u00fcndung<\/a>)<\/p>\n<p>Wie auch immer: Gelingt es in Europa nicht, einen Mentalit\u00e4tswandel herbeizuf\u00fchren, der die Schutzmacht- und Verteidigungs-Illusion mitsamt der Verteidigungs-Ideologie bei den Menschen im Land aufl\u00f6st, um das Projekt \u201ePreparing Europe for a more dangerous world\u201c (Niinist\u00f6-Report, 2024) zu beseitigen, dann droht den Menschen in Europa und m\u00f6glicherweise allen in der \u201edangerous world\u201c das Schicksal des Soldaten von La Ciotat.<\/p>\n<p><strong>Epilog: der Soldat von La Ciotat<\/strong><\/p>\n<p><em>Der Soldat von La Ciotat [\u2026] Er besitzt die eben doch nicht so ungew\u00f6hnliche F\u00e4higkeit, sich nichts anmerken zu lassen, wenn alle erdenklichen Werkzeuge der Vernichtung an ihm ausprobiert werden. Wie ein Stein, f\u00fchllos (sagt er), verharre er, wenn man ihn in den Tod schicke. Durchl\u00f6chert von Lanzen der verschiedenen Zeitalter, steinernen, bronzenen, eisernen, angefahren von Streitwagen, denen des Artaxerxes und denen des Generals Ludendorff, zertrampelt von den Elefanten des Hannibal und den Reitergeschwadern des Attila, zerschmettert von den fliegenden Erzst\u00fccken der immer vollkommeneren Gesch\u00fctze mehrerer Jahrhunderte, aber auch den fliegenden Steinen der Katapulte, zerrissen von Gewehrkugeln, gro\u00df wie Taubeneier und klein wie Bienen, steht er, unverw\u00fcstlich, immer von neuem, kommandiert in vielerlei Sprachen, aber immer unwissend warum und wof\u00fcr. Die L\u00e4ndereien, die er eroberte, nahm nicht er in Besitz, so wie der Maurer nicht das Haus bewohnt, das er gebaut hat. Noch geh\u00f6rte ihm etwa das Land, das er verteidigte [\u2026] Aber er steht, \u00fcber sich den Todesregen der Flugzeuge und das brennende Pech der Stadtmauern, unter sich Mine und Fallgrube [\u2026] vor sich den Feind und hinter sich den General! (B.Brecht, 1953)<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/top-story\/verteidigungs-illusion-und-das-recht-zum-krieg\/\"><em>overton-magazin.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. September 2025 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manfred Henle. Das Ged\u00e4chtnis der Menschheit f\u00fcr erduldete Leiden ist erstaunlich kurz. 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