{"id":15870,"date":"2025-10-23T07:45:22","date_gmt":"2025-10-23T05:45:22","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15870"},"modified":"2025-10-23T07:45:23","modified_gmt":"2025-10-23T05:45:23","slug":"phase-2-des-israelischen-voelkermords-in-gaza-unter-waffenstillstand","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15870","title":{"rendered":"Phase 2 des israelischen V\u00f6lkermords in Gaza unter Waffenstillstand"},"content":{"rendered":"<p><em>Olga Rodr\u00edguez. <\/em><strong>In einer Woche Waffenstillstand hat Israel 38 Menschen get\u00f6tet, darunter mehrere Kinder, den Grenz\u00fcbergang Rafah weiterhin blockiert und seine Besetzung von mehr als der H\u00e4lfte des Gazastreifens durch die Markierung einer Trennungslinie gefestigt.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>In nur einer Woche seit der Ank\u00fcndigung des Waffenstillstands hat die israelische Armee Dutzende Male gegen die Waffenruhe versto\u00dfen, 38 Menschen get\u00f6tet und mehr als hundert im Gazastreifen verletzt. Am Freitag t\u00f6tete sie elf Mitglieder der Familie <em>Abu Shaaban<\/em>, die in einem Fahrzeug in Gaza-Stadt unterwegs waren: sieben Kinder, zwei Frauen und zwei M\u00e4nner. Sie wollten zu ihrem Haus fahren, um zu sehen, ob es noch stand, und die Sch\u00e4den zu begutachten. Das gelang ihnen nicht.<\/p>\n<p>Israel besteht darauf, dass auf alle Personen geschossen wird, die die unsichtbare Trennungslinie \u2013 die sogenannte \u201egelbe Linie\u201d \u2013 \u00fcberqueren, die den Gazastreifen in zwei Teile teilt und im Rahmen des Plans von Donald Trump festgelegt wurde. Die pal\u00e4stinensische Reporterin <em>Hind Khoudary<\/em> erkl\u00e4rt aus Gaza, dass die Mehrheit der Bev\u00f6lkerung keinen Zugang zum Internet und keine genaueren Informationen \u00fcber den genauen Verlauf dieser Demarkationslinie hat.<\/p>\n<p>Der israelische Verteidigungsminister hat angek\u00fcndigt, dass die neue Grenze nun \u201emit speziellen durchgehenden Markierungen\u201d vor Ort gekennzeichnet wird, was auf die offizielle Aneignung von mindestens 53 Prozent des Gebiets des Gazastreifens hinausl\u00e4uft, und das ohne Ablaufdatum. Er bezeichnet diese als \u201epolitische und der Sicherheit dienende Trennlinie\u201d.<\/p>\n<p>Diese gelbe Grenze erscheint bereits auf den israelischen Karten, die derzeit von der Regierung ver\u00f6ffentlicht werden. Das ist wie 1949, als die sogenannte \u201eGr\u00fcne Linie\u201d gezogen wurde, um das von Israel w\u00e4hrend der Nakba von 1948 besetzte Gebiet zu markieren. Die gr\u00fcne Linie sollte, ebenso wie heute die gelbe, nur vor\u00fcbergehend sein, eine \u201eWaffenstillstandslinie\u201d, wurde aber zur De-facto-Grenze, bis die israelische Armee 1967 weiteres pal\u00e4stinensisches Gebiet eroberte.<\/p>\n<p>Mit dieser neuen Markierung besiegelt Israel einen Teil seiner Kriegsziele: Gaza territorial zerrei\u00dfen, die Bev\u00f6lkerung in einem begrenzten Ghetto halten und einen weiteren Schritt in Richtung auf seine illegale Besetzung vollziehen.<\/p>\n<p>Der Direktor der Forschungsgruppe \u201eForensic Architecture\u201c, <em>Eyal Weizman<\/em>, hat ein Luftbild aus den 1960er-Jahren gezeigt, auf dem zu sehen ist, dass die jetzt von Israel gezogene \u201egelbe Linie\u201d \u201ein etwa mit der Grenze der K\u00fcstend\u00fcne des Gebiets \u00fcbereinstimmt, wodurch Gaza den gr\u00f6\u00dften Teil seiner landwirtschaftlichen Fl\u00e4chen auf den fruchtbaren B\u00f6den im Osten verliert\u201d.<\/p>\n<p><strong>Regelm\u00e4\u00dfige Verst\u00f6\u00dfe<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSeit 2008\/09 wiederholt Israel das gleiche Muster: Der israelische Waffenstillstand lautet: Du h\u00e4ltst still und ich schie\u00dfe\u201d, kritisierte die UN-Sonderberichterstatterin <em>Francesca Albanese<\/em> diese Woche im Blick auf die Verst\u00f6\u00dfe Israels gegen die Waffenruhe. Die Vorgehensweise ist nicht \u00fcberraschend. Seit dem vor einem Jahr im Libanon vereinbarten Waffenstillstand hat Israel diesen mehr als 4.500-mal gebrochen, \u201eHunderte von Menschen, darunter auch Minderj\u00e4hrige, get\u00f6tet, Zehntausende von H\u00e4usern zerst\u00f6rt und f\u00fcnf Gebiete des Landes annektiert\u201c, so der ehemalige britische Botschafter <em>Craig Murray<\/em>. Am gestrigen Freitag hat die israelische Armee erneut libanesisches Gebiet bombardiert.<\/p>\n<p>Auch die illegale Besetzung des Westjordanlands wurde nicht gelockert, wo Israel weitere Gebiete annektiert hat und bereits den Bau von 22 neuen Siedlungen plant, den gr\u00f6\u00dften Landraub der letzten Jahrzehnte in dieser Region. Dort, in einem Dorf in der N\u00e4he von Hebron, t\u00f6tete die israelische Armee diese Woche ein weiteres Kind, den zehnj\u00e4hrigen <em>Muhammad al Hallaq<\/em>.<\/p>\n<p>Damit sind seit Oktober 2023 im Westjordanland bisher 1.001 Menschen durch israelische Truppen und Siedler ums Leben gekommen. Ein F\u00fcnftel der Get\u00f6teten sind laut Zahlen der Vereinten Nationen Kinder. \u201eDie Annexion des Westjordanlands muss r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden, und \u00fcber alle Verst\u00f6\u00dfe gegen das V\u00f6lkerrecht muss Rechenschaft abgelegt werden\u201c, betonte der Hohe Kommissar der Vereinten Nationen f\u00fcr Menschenrechte, <em>Volker T\u00fcrk<\/em>.<\/p>\n<p>Der Waffenstillstand ist auf die Interessen Israels zugeschnitten. Er gibt gr\u00fcnes Licht f\u00fcr die Besetzung weiterer pal\u00e4stinensischer Gebiete im Gazastreifen, errichtet eine koloniale Kontrolle, sieht keine Rechenschaftspflicht vor und \u00f6ffnet die T\u00fcr f\u00fcr einen langsamen V\u00f6lkermord.<\/p>\n<p>Der Waffenstillstand \u00e4ndert den Ablauf, das Tempo und einige Methoden, schafft einen Rahmen, der besser auf die narrativen Zw\u00e4nge der westlichen Regierungen abgestimmt ist, die mit den USA und Israel verb\u00fcndet sind und ihn bereits als Vorwand nutzen, um keine Sanktionen gegen Tel Aviv zu verh\u00e4ngen. Mit ihm h\u00f6ren jedoch nicht die Verbrechen, die Segregation und die fortschreitende Enteignung des pal\u00e4stinensischen Volkes auf.<\/p>\n<p>Mit ihm verzichtet die israelische Regierung aber nicht auf ihre Ziele: Vertreibung oder Zwangsumsiedlung der Bev\u00f6lkerung des Gazastreifens, Kontrolle des Territoriums und endg\u00fcltige Gestaltung des \u201eGro\u00dfisraels\u201d, welches Gaza, das Westjordanland, Ostjerusalem, die syrischen Golanh\u00f6hen und Gebiete im S\u00fcdlibanon einschlie\u00dft. Am Montag verteidigte Premierminister <em>Benjamin Netanjahu<\/em> erneut die \u201eisraelische Souver\u00e4nit\u00e4t\u201d \u00fcber Jerusalem, das Westjordanland und die syrischen Golanh\u00f6hen, alles illegal besetzte Gebiete.<\/p>\n<p><strong>Blockade<\/strong><\/p>\n<p>Diese Woche hat Israel erneut die Lieferung von lebensnotwendigen G\u00fctern in den Gazastreifen blockiert und beschr\u00e4nkt diese nun auf etwa 300 Lastwagen pro Tag, was nicht ausreicht. Dar\u00fcber hinaus h\u00e4lt es mehrere Grenz\u00fcberg\u00e4nge geschlossen, darunter den wichtigen Grenz\u00fcbergang Rafah. Der Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung lebt in Zelten oder anderen provisorischen Unterk\u00fcnften, bei fallenden Temperaturen, und die Krankenh\u00e4user verf\u00fcgen weiterhin nicht \u00fcber das N\u00f6tigste.<\/p>\n<p>\u201eKinder und Babys ringen nach wie vor mit der Unterern\u00e4hrung; wir sehen einen Anstieg der F\u00e4lle von Durchfall, Kr\u00e4tze und Lungenentz\u00fcndung in unseren Gesundheitszentren\u201c, berichtet <em>Save the Children<\/em>. Hinzu kommen die zerst\u00f6rten Familienstrukturen durch die Massaker.<\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahren wurden laut Angaben der Vereinten Nationen durch israelische Angriffe st\u00fcndlich zwei Frauen und M\u00e4dchen get\u00f6tet, insgesamt mehr als 33.000. \u201eHeute fehlen mehr als einer Million Frauen und M\u00e4dchen Nahrungsmittel und 250.000 ben\u00f6tigen dringend Nahrungshilfe. Jede siebte Familie in Gaza wird von einer Frau gef\u00fchrt\u201c, hei\u00dft es bei <em>UN Women<\/em>.<\/p>\n<p>Luftaufnahmen des Gazastreifens zeigen ein von Bomben verw\u00fcstetes Gebiet, in dem ein Gro\u00dfteil der Geb\u00e4ude besch\u00e4digt, zerst\u00f6rt oder einsturzgef\u00e4hrdet ist.<\/p>\n<p>\u201eEs gibt f\u00fcnfzig Millionen Tonnen Schutt, vermischt mit menschlichen Knochen von Kindern und Erwachsenen, mit nicht detonierten Sprengstoffen und mit chemischen R\u00fcckst\u00e4nden und anderen Schadstoffen aus Waffen. Was soll damit geschehen?\u201c, fragt die US-amerikanische Forscherin <em>Phyllis Bennis<\/em> vom \u201eTransnational Institute\u201c und \u201eInstitute for Policy Studies\u201c. \u201eHinter dem Begriff Wiederaufbau verbirgt sich eine neu gestaltete Besatzung durch wirtschaftliche Kontrolle und ausl\u00e4ndische Verwaltung\u201c, warnt sie.<\/p>\n<p><strong>Koloniale Hierarchie<\/strong><\/p>\n<p>Was vorangetrieben wird, ist nicht Frieden, sondern ein System der Festigung kolonialer Macht, das von den Vereinigten Staaten und Israel mit der Unterschrift \u00c4gyptens, der T\u00fcrkei und Katars und mit der Unterst\u00fctzung anderer arabischer und europ\u00e4ischer L\u00e4nder entworfen wurde. Der aufgezwungene Plan schafft einen Rahmen f\u00fcr die Kontrolle des Territoriums und der dort lebenden pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung. Der Waffenstillstand stoppt nicht die Herrschaftsstrukturen. Diese bestimmen, wer Gaza regieren, wer die Hilfe verwalten und wer vom Wiederaufbau profitieren soll.<\/p>\n<p>Das Projekt des US-Pr\u00e4sidenten, Besch\u00fctzer von <em>Netanjahu<\/em>, schlie\u00dft die Pal\u00e4stinenser von den wichtigsten Entscheidungsebenen aus. Sein Entwurf sieht eine hierarchische Organisationsstruktur vor, an deren Spitze eine Regierungsbeh\u00f6rde namens \u201eInternationale \u00dcbergangsbeh\u00f6rde f\u00fcr Gaza\u201d steht, ein Begriff, der dem der \u201eProvisorischen Koalitionsbeh\u00f6rde f\u00fcr den Irak\u201d \u00e4hnelt, dem Namen der illegalen Besatzungsregierung des Irak im Jahr 2003.<\/p>\n<p>Unterhalb dieser sollen wirtschaftliche Agenturen geschaffen werden, die Investitionen und Gesch\u00e4fte im Bereich Stadtentwicklung und Wiederaufbau kontrollieren sollen, mit Konsortien internationaler Unternehmen an der Spitze. Au\u00dferdem sollen Sicherheitsteams und auf einer niedrigeren Ebene Komitees f\u00fcr humanit\u00e4re Hilfe eingerichtet werden. \u201eAuf der untersten Ebene wird das Koordinierungsteam aus pal\u00e4stinensischen Technokraten stehen, von denen niemand wei\u00df, wer sie sein werden und wie sie ausgew\u00e4hlt werden\u201c, erkl\u00e4rt <em>Bennis<\/em>.<\/p>\n<p>Die \u00dcberwachung der Pal\u00e4stinenser ist das R\u00fcckgrat des Plans, der auf derselben rassistischen Idee basiert, die vor mehr als einem Jahrhundert die britischen Mandate und franz\u00f6sischen Protektorate in der gesamten arabischen Welt st\u00fctzte, als der Kolonialismus noch nicht durch das V\u00f6lkerrecht verboten war. Damals besetzten die Kolonialherren Gebiete mit der Begr\u00fcndung, sie m\u00fcssten die \u201ebarbarischen V\u00f6lker\u201d zivilisieren, weil man denen nicht zutrauen k\u00f6nne, sich selbst zu regieren.<\/p>\n<p>\u201eFr\u00fcher taten sie dies im Namen der Zivilisation. Heute nennen sie es Frieden\u201d, kritisiert der pal\u00e4stinensisch-amerikanische Journalist <em>Ahmed El Din<\/em>.<\/p>\n<p><strong>Folter<\/strong><\/p>\n<p>Im Rahmen von Trumps Plan ist die dringendste Ma\u00dfnahme weder die Beseitigung der riesigen Tr\u00fcmmermassen noch die Bergung der Leichen Tausender in Gaza versch\u00fctteter Pal\u00e4stinenser, sondern die Suche nach den Leichen der 18 vermissten israelischen Geiseln. Viele pal\u00e4stinensische Familien m\u00fcssen warten, bis sie an der Reihe sind, ihre Toten zu suchen.<\/p>\n<p>Diese Woche \u00fcbergab Israel im Rahmen der getroffenen Vereinbarung Dutzende Leichen von verhafteten Pal\u00e4stinensern. Die meisten waren nicht mehr zu erkennen, wiesen Spuren von Misshandlung, Folter und summarischen Hinrichtungen auf, hatten gefesselte Arme und Beine und zeigten Anzeichen von Schl\u00e4gen, Schnitten, Schnittwunden und Schussverletzungen.<\/p>\n<p>Die Aussagen der mehr als 1.900 Pal\u00e4stinenser, die am Montag im Austausch gegen die letzten 20 lebenden israelischen Geiseln freigelassen wurden, berichten ebenfalls von Misshandlungen oder Folter. Dies gilt beispielsweise f\u00fcr <em>Dr. Ahmad Mhanna<\/em>, Direktor des Al-Awda-Krankenhauses in Gaza, der vor einem Jahr und zehn Monaten verhaftet wurde, oder f\u00fcr den 28-j\u00e4hrigen <em>Mahmoud Abu Foul<\/em>, der mit zerst\u00f6rten Augen freigelassen wurde. \u201eSie haben mich durch wiederholte Elektroschocks erblinden lassen und mir dann die notwendige medizinische Behandlung verweigert\u201c, klagt er.<\/p>\n<p>Die meisten der aus israelischen Gef\u00e4ngnissen freigelassenen Pal\u00e4stinenser waren weder angeklagt noch verurteilt worden. Willk\u00fcrliche Verhaftungen ohne Garantien und oft ohne Besuchsrecht sind in Israel g\u00e4ngige Praxis, wie Berichte von UN-Sonderberichterstattern und internationalen Menschenrechtsorganisationen belegen. Ein israelisches Gesetz erlaubt es, jeden Pal\u00e4stinenser, auch Minderj\u00e4hrige, ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren zu verhaften, wobei die Haft alle sechs Monate verl\u00e4ngert werden kann, was die Menschen de facto zu Geiseln macht.<\/p>\n<p>Derzeit befinden sich von den 9.000 Pal\u00e4stinensern, die in israelischen Gef\u00e4ngnissen sitzen, mindestens 3.500 in dieser Situation: ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren. Unter ihnen sind etwa 400 Minderj\u00e4hrige, 52 Frauen und Dutzende von \u00c4rzten und Gesundheitspersonal, die aus ihren eigenen Krankenh\u00e4usern entf\u00fchrt wurden.<\/p>\n<p><strong>Rassenhierarchie<\/strong><\/p>\n<p>Die Entmenschlichung der pal\u00e4stinensischen Bev\u00f6lkerung ist normalisiert worden, und die pro-israelische Propaganda versucht nun, noch einen Schritt weiter zu gehen. Dies prangert die UN-Sonderberichterstatterin f\u00fcr Pal\u00e4stina, <em>Francesca Albanese<\/em>, an: \u201eDie Welt wei\u00df von keinen pal\u00e4stinensischen GEISELN [sic] aufgrund einer \u201aBarriere hinsichtlich ihrer Spezies\u2018: In der Hierarchie des menschlichen Wertes werden Pal\u00e4stinenser nicht als vollwertige Menschen angesehen und k\u00f6nnen daher keine \u201aGeiseln\u2018 in den H\u00e4nden von vollwertigen Menschen sein. Wir sind immer noch dort: Barbarei, getarnt als Ordnung.\u201c<\/p>\n<p>Die rassistische Hierarchie, die das israelische Apartheid-System gegen die Pal\u00e4stinenser anwendet, wurde auch in den Plan von Trump und anderen internationalen Politikern, die ihn unterst\u00fctzen, \u00fcbernommen. Man schaut weg, wenn es um Beweise f\u00fcr Folter und Massenverbrechen geht. Man unterst\u00fctzt weiterhin den Urheber des V\u00f6lkermords und unterdr\u00fcckt seine Opfer.<\/p>\n<p>In diesem Sinne hat die israelische Organisation <em>B\u2019Tselem <\/em>diese Woche darauf hingewiesen, dass \u201edie Grundlage, die Israels Verbrechen in Gaza und im Westjordanland in den letzten zwei Jahren erm\u00f6glicht hat, nach wie vor intakt ist: die v\u00f6llige Missachtung des Lebens und der W\u00fcrde der Pal\u00e4stinenser im Namen der j\u00fcdischen Vorherrschaft. Die Besatzung und die Apartheid dauern mit voller Kraft an; die st\u00e4ndige Leugnung der Menschlichkeit und Identit\u00e4t der Pal\u00e4stinenser, die den V\u00f6lkermord erm\u00f6glicht hat, dauert bis heute an.\u201d<\/p>\n<p>Die Direktorin von Amnesty International, <em>Agn\u00e8s Callamard<\/em>, hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass die Verbrechen weitergehen, und bedauert, dass die Europ\u00e4ische Union die Abstimmung \u00fcber die Aussetzung einiger Punkte des Pr\u00e4ferenzhandelsabkommens mit Israel aufgrund des \u201ever\u00e4nderten Kontextes\u201c zur\u00fcckgezogen hat: \u201eEin Waffenstillstand bedeutet nicht das Ende des V\u00f6lkermords, der illegalen Besatzung oder der Apartheid. Das Abkommen zwischen der EU und Israel muss ausgesetzt werden\u201c, schrieb sie.<\/p>\n<p>Nach zwei Jahren voller Massaker, Zwangsumsiedlungen und Hunger, aus denen es f\u00fcr den Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung kein Entkommen gibt, verlangsamen sich in der zweiten Phase des israelischen V\u00f6lkermords zwar das Tempo und die Zahl der Morde, doch sie h\u00f6ren nicht auf. Israel zerst\u00f6rt nach wie vor das pal\u00e4stinensische Volk durch Besatzung, Segregation, Einkerkerung hinter Mauern und Z\u00e4unen, Morde und Zwangsvertreibung. Trumps Plan verschleiert dieses neue Szenario, um weiterhin Apartheid und eine de facto milit\u00e4rische Besatzung zu erm\u00f6glichen, die den Pal\u00e4stinensern zus\u00e4tzliches Territorium raubt.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=140924\"><em>nachdenkseiten.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 23. Oktober 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Olga Rodr\u00edguez. 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