{"id":15881,"date":"2025-10-31T16:30:30","date_gmt":"2025-10-31T14:30:30","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15881"},"modified":"2025-10-31T16:30:31","modified_gmt":"2025-10-31T14:30:31","slug":"die-geopolitische-dimension-vom-staatszerfall-jugoslawiens-1990-1995","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15881","title":{"rendered":"Die geopolitische Dimension vom Staatszerfall Jugoslawiens 1990 \u2013 1995"},"content":{"rendered":"<p><em>G\u00fcnther Auth. <\/em><strong>Vor 30 Jahren wurde das Abkommen von Dayton geschlossen. Zuvor hatten Regierungen westlicher Staaten w\u00e4hrend der Kriege in Ex-Jugoslawien nicht nur ernsthafte Friedensbem\u00fchungen vermissen lassen, sondern konstruktive L\u00f6sungen immer wieder sabotiert. Sie nahmen die Eskalation des Krieges vor allem in Bosnien aus geostrategischen Erw\u00e4gungen heraus billigend in Kauf und heizten diese mitunter sogar wissentlich und vors\u00e4tzlich an.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Die politische Krise, die schlussendlich zum Staatszerfall Jugoslawiens f\u00fchren sollte, entz\u00fcndete sich an Volksabstimmungen, die im Zeitraum von Dezember 1990 bis M\u00e4rz 1992 in den Teilrepubliken Slowenien, Kroatien, Mazedonien und Bosnien-Herzegowina durchgef\u00fchrt wurden. Die wahlberechtigten B\u00fcrger der vier Teilrepubliken waren aufgefordert, \u00fcber den Verbleib ihrer Republiken im f\u00f6deralen Gesamtstaat zu entscheiden. In allen vier Teilrepubliken votierte eine Mehrheit f\u00fcr die politische Unabh\u00e4ngigkeit. Die Ergebnisse in Slowenien, Kroatien und Mazedonien lagen jeweils bei ca. 90 Prozent. Das Referendum in Bosnien-Herzegowina ergab nur etwas \u00fcber 60 Prozent an Zustimmung f\u00fcr den Austritt, da die meisten bosnischen Serben das Referendum boykottierten. Im Zeitraum von Juni 1991 bis M\u00e4rz 1992 erkl\u00e4rten die vier Teilrepubliken einseitig ihren Austritt aus dem Bundesstaat Jugoslawien. Kroatien und Slowenien wurden nach einer \u00dcbergangsfrist am 15. Januar 1992 von der EU anerkannt; die Anerkennung Bosnien-Herzegowinas folgte am 6. April 1992; Mazedonien wurde am 8. April 1993 unter dem Namen \u201aEhemalige Jugoslawische Republik Mazedonien\u2018 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen anerkannt.<\/p>\n<p><strong>Der verengte Blick auf den ethnischen Nationalismus<\/strong><\/p>\n<p>In der wissenschaftlichen Debatte wurden die zeitgleich ablaufenden Unabh\u00e4ngigkeitsbestrebungen der Teilrepubliken \u00fcberwiegend auf historisch und soziokulturell bedingte Konflikte zwischen den Volksgruppen sowie auf \u00f6konomische Disparit\u00e4ten und Spannungen bei der Umverteilung des gesamtstaatlich erwirtschafteten Sozialprodukts zur\u00fcckgef\u00fchrt[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_1\">1<\/a>]. Laut David Gibbs bestand zwischen diesen Faktoren ein direkter Zusammenhang, insofern \u201e[\u2026] the rising level of ethnic tensions tended to correlate with regional economic inequality.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_2\">2<\/a>] Das lag nicht zuletzt daran, dass die f\u00fchrenden politischen Kr\u00e4fte in den wohlhabenderen Republiken Slowenien und Kroatien Jugoslawien schon seit den 1970er-Jahren als ein Umverteilungsprojekt zu ihren Lasten beschrieben hatten, w\u00e4hrend die F\u00fchrungsschichten in den \u00e4rmeren Republiken den Bundesstaat als einen \u00fcberlebenswichtigen Solidarit\u00e4tsrahmen verteidigten. Einer der Hauptgr\u00fcnde f\u00fcr die \u00f6konomische Krise Jugoslawiens lag in der hohen Schuldenlast, die seit den weltwirtschaftlichen Turbulenzen w\u00e4hrend der 1970er-Jahre st\u00e4ndig anwuchs und in den 1980er-Jahren eine H\u00f6he von rund 20 Milliarden US-Dollar erreicht hatte[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_3\">3<\/a>]. Die dadurch heraufbeschworene Zahlungsunf\u00e4higkeit Jugoslawiens wurde von westlichen Gl\u00e4ubigerstaaten (v.a. USA, Deutschland, Gro\u00dfbritannien und Frankreich) mit harten IWF-Auflagen beantwortet.<\/p>\n<p>Die erzwungene Abwertung des jugoslawischen Dinars, erhebliche K\u00fcrzungen bei den Sozialausgaben, umf\u00e4nglicher Subventionsabbau, Preisliberalisierung und Privatisierungsdruck f\u00fchrten in Jugoslawien sukzessive zu einer hohen Inflation, die vor allem in Serbien, Kosovo, Mazedonien und Bosnien zu Produktionsr\u00fcckgang, Betriebsschlie\u00dfungen, Lohnk\u00fcrzungen und Massenarbeitslosigkeit f\u00fchrte[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_4\">4<\/a>], w\u00e4hrend die exportorientierten Teilrepubliken Slowenien und Kroatien von der W\u00e4hrungsabwertung profitierten. Die unmittelbare Folge daraus war steigender Argwohn zwischen den Teilrepubliken, v.a. nachdem die Regierungen in Slowenien und Kroatien ank\u00fcndigten, die \u00e4rmeren Republiken nicht mehr l\u00e4nger finanzieren zu wollen. Die sich zuspitzenden Verteilungsprobleme zwischen der Bundesregierung und den Teilrepubliken verst\u00e4rkten die bestehenden nationalistischen Ressentiments: \u201eThis economic polarization led to social polarization.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_5\">5<\/a>] Und beides zusammen lie\u00df eine ohnehin konfliktgeladene Situation immer weiter eskalieren.<\/p>\n<p>In der westlichen Medien\u00f6ffentlichkeit waren die \u00f6konomischen Probleme Jugoslawiens in den 1990er-Jahren zwar ein Thema[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_6\">6<\/a>]. Die <em>journalistische<\/em> Berichterstattung fokussierte sich in den sogenannten Qualit\u00e4tsmedien aber insgesamt viel st\u00e4rker auf die vermeintliche \u201aSprengkraft\u2018 ethnonationalistischer und religi\u00f6ser Animosit\u00e4ten unter den Volksgruppen der Teilrepubliken. Diese verengte Wahrnehmung der Krise manifestierte sich in der Verwendung stereotypisierender Schlagworte wie z.B. dem der \u201aBalkanisierung\u2018[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_7\">7<\/a>], was im Einklang mit dem triumphalistischen und chauvinistischen Zeitgeist stand, den regierungsnahe Propagandisten aus US-amerikanischen Denkfabriken (RAND) ganz entscheidend gepr\u00e4gt hatten.<\/p>\n<p>Eine prominente Stimme geh\u00f6rte Francis Fukuyama, der zu dieser Zeit als Direktor im <em>Policy Planning Staff <\/em>des US-Au\u00dfenministeriums fungierte und dessen Botschaft auch in Europa gro\u00dfe Resonanz erfuhr: der \u201ademokratische Westen\u2018 w\u00e4re das Produkt einer beispielhaften Erfolgsgeschichte, in der sich die dazugeh\u00f6rigen Gesellschaften aus dem Atavismus religi\u00f6ser und ethnonationalistischer Befindlichkeiten emanzipiert h\u00e4tten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_8\">8<\/a>]. Parallel dazu prophezeite der nicht minder einflussreiche Politikwissenschaftler und US-Regierungsberater Samuel Huntington in Seminaren, Talks und Vortr\u00e4gen, u.a. vor dem <em>Council on Foreign Relations<\/em> und dem <em>American Enterprise Institute<\/em>, dass zuk\u00fcnftige Konflikte weniger zwischen Staaten als zwischen konsolidierten Kulturkreisen bzw. \u201aZivilisationen\u2018 wie z.B. der \u201awestlich-christlichen\u2018 und der \u201aislamischen\u2018 verlaufen w\u00fcrden[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_9\">9<\/a>].<\/p>\n<p>Obwohl solche Erz\u00e4hlungen von der vermeintlichen \u201aZivilisiertheit\u2018 liberaler Demokratien und der scheinbar manifesten \u201aGewaltaffinit\u00e4t\u2018 ethnonationalistisch gepr\u00e4gter Gesellschaften schon zur Zeit ihrer Ver\u00f6ffentlichung auff\u00e4llig unterkomplex anmuteten und sich bei n\u00e4herer Besch\u00e4ftigung als intellektuell unbefriedigend und analytisch weitgehend substanzlos erwiesen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_10\">10<\/a>], verr\u00e4t ihre Rezeptionsgeschichte, wie nachhaltig die dort beschworenen Stereotypen und Denkfiguren die Vorstellungswelt westlicher Gesellschaften und ihrer Funktionseliten pr\u00e4gen sollten. So verdeutlicht ein Beitrag von Ex-Staatsminister Michael Roth aus dem Jahr 2020, dass es in der deutschen Medien\u00f6ffentlichkeit ca. 30 Jahre nach Ausbruch der Krise immer noch m\u00f6glich war, in einer r\u00fcckblickenden Bewertung darauf hinzuweisen, dass die Konflikte, die zum Staatszerfall Jugoslawiens f\u00fchrten, prim\u00e4r oder sogar ausschlie\u00dflich aufgrund eines \u201al\u00e4ngst \u00fcberholt geglaubten Nationalismus\u2018 ausgebrochen und auch eskaliert w\u00e4ren[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_11\">11<\/a>].<\/p>\n<p>F\u00fcr informierte Beobachter des Geschehens war schon fr\u00fch klar, dass sich die hegemonialen Rahmenerz\u00e4hlungen \u00fcber die Jugoslawien-Krise in den westlichen Gesellschaften durch einen viel zu niedrigen Grad an Komplexit\u00e4t auszeichneten: Die Zahl der politisch relevanten Akteure war von Anfang an viel zu klein, und die V\u00f6lker der jugoslawischen Teilrepubliken wurden in einer unrealistischen Manier als weitgehend homogene nationale Einheiten dargestellt, die \u00fcber stabile, geschichtlich gewachsene Identit\u00e4ten, klare Pr\u00e4ferenzen und feststehende kulturelle Eigenschaften verf\u00fcgten. Vor allem bewirkte der vorherrschende Diskurs, dass den verschiedenen Parteien eindeutige Motive (\u201aAngriff\/Verteidigung\u2018) sowie \u00e4sthetische Eigenschaften (\u201aorthodox\/christlich\u2018) zugesprochen werden konnten; und dass einzelne Politiker als omnipotente Strippenzieher hinter den nationalen Einheiten fungierten.<\/p>\n<p>So traten \u201adie Serben\u2018 in der westlichen Berichterstattung weithin als die B\u00f6sen in Erscheinung, vornehmlich verk\u00f6rpert durch Slobodan Milosevic, der angeblich ein Memorandum der Serbischen Akademie der Wissenschaften und K\u00fcnste (SANU) zum Anlass genommen hatte, um in der serbischen Au\u00dfenpolitik das Projekt eines \u201aGro\u00dfserbien\u2018 im Sinne einer <em>one-man-show<\/em> zu verfolgen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_12\">12<\/a>], weswegen er in der westlichen Presse auch als alleiniger Verursacher der Krise betrachtet werden konnte. \u201eJ\u00f6rg Reissm\u00fcller, publisher of the <em>Frankfurter Allgemeine Zeitung<\/em> [\u2026] waged a campaign against Slobodan Milosevic and Serbian nationalism that had a major role in shaping German opinion about the conflict.\u201d[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_13\">13<\/a>] Viele emotionalisierte Laien sahen sich darob veranlasst, die komplexen Zusammenh\u00e4nge gar nicht erst n\u00fcchtern zu analysieren, sondern gleich moralisch zu bewerten, weswegen sich viele vorschnell mit \u201aden (armen) Opfern\u2018 identifizierten und \u201adie (brutalen) T\u00e4ter\u2018 verurteilten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_14\">14<\/a>].<\/p>\n<p>Der Beitrag, den Politiker und Journalisten mit ihrer undifferenzierten Wortwahl f\u00fcr den Krisenverlauf und die verh\u00e4ngnisvolle Eskalation leisteten, l\u00e4sst sich schwer beurteilen. Nicht jedem von ihnen d\u00fcrfte bewusst gewesen sein, wie unausgewogen und realit\u00e4tsfern ihre Beitr\u00e4ge tats\u00e4chlich waren. Es ist jedoch davon auszugehen, dass der \u00f6ffentliche Diskurs mit seiner Schwarz-Wei\u00df-Malerei und der geradezu grotesken Personalisierung von Verantwortlichkeit eine wesentliche Rolle dabei spielte, dass sich viele unkritische Konsumenten der t\u00e4glichen Berichterstattung ein v\u00f6llig verzerrtes Bild der Vorkommnisse machten. Am Ende bleibt zu konstatieren, dass \u201e[s]uch historical simplifications helped legitimate later interventions by NATO, which have been directed entirely against the Serbs. However, [\u2026] the Serbs were only one party to the breakup of Yugoslavia, and that the other ethnic groups bear at least as much of the blame. Milosevic was surely a villain, but he was not the only villain, nor was he the only cause of the breakup.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_15\">15<\/a>]<\/p>\n<p>Mit etwas mehr gesundem Menschenverstand und historischer Sensibilit\u00e4t w\u00e4re es leicht m\u00f6glich gewesen, die plakativen Unterscheidungen in der \u00f6ffentlichen Berichterstattung als Produkte effekthascherischer und auch geopolitisch motivierter Propaganda zu durchschauen, da nicht zuletzt \u201e[t]he Tudjman-led and diaspora-supported Croatian nationalism was just as bad as, if not worse than, Serbian domestic nationalism.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_16\">16<\/a>] Zwar kam im kroatischen Nationalismus der sp\u00e4ten 1980er- und fr\u00fchen 1990er-Jahre nicht mehr derselbe Ustascha-Faschismus zum Ausdruck wie zur Zeit des Zweiten Weltkriegs. Die Geschichte des kroatischen Nationalismus seit dem \u201aKroatischen Fr\u00fchling\u2018 anno 1971 ist offensichtlich sehr viel komplizierter. Aber dennoch kann es zumindest unter <em>wissenschaftlichen<\/em> Kriterien als gesichert gelten, dass die im Namen der kroatischen nationalen Befreiung in Jugoslawien zwischen den sp\u00e4ten 1970er- und den sp\u00e4ten 1980er-Jahren ver\u00fcbten Terrorakte gegen jugoslawische bzw. serbische Einrichtungen und Symbole einen substanziellen Einfluss auf die gewaltsamen Auseinandersetzungen hatten, die zur Aufl\u00f6sung Jugoslawiens und zur Gr\u00fcndung des unabh\u00e4ngigen Staates Kroatien f\u00fchrten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_17\">17<\/a>].<\/p>\n<p>Die sich im Jahr 1990 anbahnende Krise Jugoslawiens konnte also zu keinem Zeitpunkt allein auf religi\u00f6s und ethnonationalistisch bedingte Animosit\u00e4ten der beteiligten Volksgruppen zur\u00fcckgef\u00fchrt werden. Zumal fielen diese nicht pl\u00f6tzlich vom Himmel, sondern wurden von gut organisierten Kr\u00e4ften \u201aerzeugt\u2018[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_18\">18<\/a>]. Die ethnonationalistisch und religi\u00f6s bedingten Animosit\u00e4ten bewirkten auch nur im Zusammenhang mit dem Streit um die Mittelverteilung zwischen den Teilrepubliken eine Stimmung, in der die Volksabstimmungen bzw. die darauffolgenden Austrittserkl\u00e4rungen zum Ausl\u00f6ser f\u00fcr die milit\u00e4rische Eskalation werden konnten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_19\">19<\/a>]. Es ist daher auch nicht falsch, wenn entsprechende Hinweise im Wikipedia-Eintrag zu den Jugoslawienkriegen betonen, dass die Krise durch eine komplexe Vermischung von ethnischen, religi\u00f6sen und schweren \u00f6konomischen Problemen verursacht wurde, denen sich Jugoslawien seit den 1980er-Jahren ausgesetzt sah[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_20\">20<\/a>].<\/p>\n<p><strong>Der geopolitische Kontext<\/strong><\/p>\n<p>Allerdings bleiben solche Beschreibungen unvollst\u00e4ndig, wenn sie den Beginn, den Verlauf und die Eskalation der Jugoslawien-Krise nicht vor dem Hintergrund der geopolitischen Situation verstehen. Am Ende ist es f\u00fcr ein tieferes Verst\u00e4ndnis der Entwicklung unabdingbar, sowohl die Rolle westlicher Regierungen als auch den Einfluss von nationalistischen Organisationen im Exil zu ber\u00fccksichtigen. In diesem Zusammenhang w\u00e4ren etwa die engen Verbindungen der kroatischen Diaspora zur amtierenden Republikanischen Partei in den USA zu nennen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_21\">21<\/a>], verbunden mit der Tatsache, dass der sp\u00e4tere Pr\u00e4sident Kroatiens, Franjo Tudjman, bereits vor 1990 regelm\u00e4\u00dfig in die USA und nach Kanada gereist war, wo er sich mit exilkroatischen Organisationen, wie nicht zuletzt der radikal-separatistischen \u201aNorval\u2018 Gruppe, vernetzte[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_22\">22<\/a>]. Auf diese Weise konnte er vom politischen Zugang, der Sichtbarkeit und den Lobbykapazit\u00e4ten solcher Kr\u00e4fte profitieren. Wie weit der Einfluss exilkroatischer Kr\u00e4fte im politischen System der USA tats\u00e4chlich reichte, ist aufgrund des Fehlens konkreter Belege schwer zu beurteilen. Gruppen wie \u201aNorval\u2018 waren jedoch auf ihre Weise mitverantwortlich f\u00fcr die Entstehung einer Atmosph\u00e4re, in der weitreichende politische Entscheidungen betreffend das weitere Schicksal Jugoslawiens getroffen wurden.<\/p>\n<p>Erw\u00e4hnenswert ist in diesem Zusammenhang etwa, dass die US-Regierung unter George Bush, Sr. im November 1990 den amerikanischen Kongress unter Druck setzte, den <em>Foreign Operations Appropriations Act<\/em> von 1991 zu verabschieden. Dieses Gesetz richtete sich zwar nur beil\u00e4ufig auf Jugoslawien, hatte aber eine immense Wirkung. Denn die mit dem Gesetz verbundene Zielsetzung machte es zu einem Instrument wirtschaftlicher Kriegf\u00fchrung im Sinne einer <em>coercive diplomacy<\/em> gegen\u00fcber der Bundesrepublik Jugoslawien[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_23\">23<\/a>] \u2013 und zwar just zu einem Zeitpunkt, als ultranationalistische Eliten wie Josef Peterle, Franjo Tudjman und Alija Izetbegovi\u0107 in den Teilrepubliken Slowenien, Kroatien und Bosnien-Herzegowina damit besch\u00e4ftigt waren, die \u00f6konomische Krise des Gesamtstaates mit gro\u00dfz\u00fcgiger finanzieller Unterst\u00fctzung aus den USA wahlkampftaktisch zu politisieren[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_24\">24<\/a>].<\/p>\n<p>Der <em>Foreign Operations Appropriations Act 1991<\/em> war ein Haushaltsgesetz, das festlegte, wie die USA ihr Au\u00dfenhilfe-Budget f\u00fcr 1991 ausgeben sollten. Der kurze Abschnitt zu den Leistungen f\u00fcr Jugoslawien sah konkret vor, dass jede jugoslawische Teilrepublik, die innerhalb von sechs Monaten keine Unabh\u00e4ngigkeit erkl\u00e4rte, jegliche US-Finanzhilfe verlieren w\u00fcrde [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_25\">25<\/a>]. Die Republiken h\u00e4tten bei einem Verbleib im Bundesstaat kein Geld mehr f\u00fcr eigene Entwicklungsprojekte, Infrastruktur, Verwaltung oder humanit\u00e4re Hilfe aus dem US-Haushalt erhalten. Das politische Signal der US-Regierung an die Teilrepubliken war damit eindeutig und bestand darin, dass ein z\u00f6gerliches Verhalten im <em>de facto<\/em> bereits eingel\u00e4uteten Prozess des jugoslawischen Staatszerfalls von der US-Regierung nicht akzeptiert worden w\u00e4re. Nach dem sogenannten <em>Nickles Amendment<\/em>, einer Gesetzes\u00e4nderung, f\u00fcr deren Wortlaut die bereits erw\u00e4hnten Gruppen aus der kroatischen Diaspora in den USA mitverantwortlich waren[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_26\">26<\/a>], verlangte das Gesetz separate Wahlen in jeder der sechs jugoslawischen Teilrepubliken und schrieb obendrein noch die Genehmigung durch das US-Au\u00dfenministerium sowohl der Wahlverfahren als auch der Wahlergebnisse als Bedingung f\u00fcr jede zuk\u00fcnftige Unterst\u00fctzung vor [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_27\">27<\/a>].<\/p>\n<p>Besonders bemerkenswert wird dieser Schritt durch die Tatsache, dass die US-Regierung unter George Bush, Sr. in ihrer offiziellen diplomatischen Rhetorik stets die Einheit und den Fortbestand Jugoslawiens als Staat betonte. In der nach innen gerichteten Kommunikation war jedoch vom genauen Gegenteil die Rede: Die USA w\u00fcrden n\u00e4mlich die politischen Forderungen der Separationsbewegungen in Slowenien und Kroatien unterst\u00fctzen [<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_28\">28<\/a>]. George Szamuely kommt mit Blick auf die Vorgehensweise der US-Regierung anl\u00e4sslich der Entwicklungen in Jugoslawien zu dem Schluss, dass \u201e[t]he United States had been playing a disingenuous and dangerous game toward Yugoslavia for some time. While outwardly expressing its support for Yugoslav unity, Washington acted to ensure disintegration.\u201d[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_29\">29<\/a>] Auch Michael Parenti beschreibt die Strategie der US-Regierung als \u201e[\u2026] supporting Yugoslavia with words while undermining it with deeds.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_30\">30<\/a>]<\/p>\n<p><strong>Der von au\u00dfen angeheizte \u201aB\u00fcrgerkrieg\u2018<\/strong><\/p>\n<p>Die jugoslawische Bundesregierung reagierte auf die Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rungen Sloweniens und Kroatiens im Juni 1991 mit der Mobilisierung und Verst\u00e4rkung der Jugoslawischen Volksarmee (JNA), um die Sezession der Teilrepubliken milit\u00e4risch zu unterbinden. Auf den sogenannten Zehn-Tage-Krieg in Slowenien (27. Juni \u2013 7. Juli 1991) folgte der vierj\u00e4hrige Kroatienkrieg (August 1991 \u2013 14. Dezember 1995). Nach der Unabh\u00e4ngigkeitserkl\u00e4rung Bosnien-Herzegowinas am 3. M\u00e4rz 1992 zog die Regierung in Belgrad den gr\u00f6\u00dften Teil der JNA-Truppen aus der Teilrepublik ab. In der Folge begannen serbische Milizen \u2013 mutma\u00dflich mit logistischer und materieller Unterst\u00fctzung aus Serbien \u2013 am 6. April 1992 eine milit\u00e4rische Offensive gegen bosnische und kroatische Gebiete in Bosnien. Die danach immer wieder aufflammenden K\u00e4mpfe in den St\u00e4dten, systematische ethnische S\u00e4uberungen l\u00e4ndlicher Gebiete und schockierende Massaker an der Zivilbev\u00f6lkerung dauerten bis zu den verst\u00e4rkten Luftangriffen der NATO-Streitkr\u00e4fte auf serbische Stellungen in den Jahren 1994 und 1995 an. Mit der Unterzeichnung des Dayton-Abkommens am 21. November bzw. 14. Dezember 1995 und dem darin vereinbarten Waffenstillstand endeten die Kampfhandlungen in Bosnien. Die damit v\u00f6lkerrechtlich besiegelte Unabh\u00e4ngigkeit Bosnien-Herzegowinas markierte das faktische Ende des Bundesstaates Jugoslawien.<\/p>\n<p>Entsprechend dem hegemonialen Narrativ wurden milit\u00e4rische Offensiven, \u00dcbergriffe auf die Zivilbev\u00f6lkerung und systematische Vertreibungen in der westlichen Medienberichterstattung ganz \u00fcberwiegend von serbischen Kr\u00e4ften ver\u00fcbt[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_31\">31<\/a>]. \u201eWhile the racist and aggressive actions of Milosevic undoubtedly were <em>one<\/em> set of factors, they were far from being the only factors. Franjo Tudjman was just as racist and aggressive as Milosevic; the persecution of ethnic Serbs in Croatia was just as morally objectionable as the Serb-perpetrated atrocities in Kosovo.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_32\">32<\/a>] Weitgehend unbeachtet blieben in der westlichen Medien\u00f6ffentlichkeit eine ganze Reihe \u201aunbequemer Fakten\u2018 der Kriegsgeschehnisse; etwa, dass bereits vor dem Ausbruch milit\u00e4rischer Auseinandersetzungen in Kroatien anno 1991 Serben in Schulen und am Arbeitsplatz diskriminiert bzw. misshandelt und dass sogar Wohnh\u00e4user in serbisch besiedelten Gebieten in die Luft gejagt wurden. In Pakrac und in Plitvice griffen kroatische Einheiten die serbische Zivilbev\u00f6lkerung an. Am 1. Juli 1991 wurde der Polizeichef in Osiek von einem kroatischen Polizisten ermordet, nachdem er sich f\u00fcr eine friedliche L\u00f6sung zwischen k\u00e4mpfenden Kroaten und Serben eingesetzt hatte. Im Juli und August 1991 richteten sich kroatische Artillerieangriffe auf die \u00fcberwiegend von Serben bewohnten Gebiete in Borovo Selo, Mirkovci und Dalj. Im November 1991 l\u00f6sten kroatische Angriffe auf 18 D\u00f6rfer in Westslawonien massive Fl\u00fcchtlingsbewegungen nach Serbien aus[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_33\">33<\/a>].<\/p>\n<p>Der stellvertretende Oberbefehlshaber des US European Command (EUCOM) von 1992 bis 1995, General Charles G. Boyd, wies in seiner Beurteilung der Geschehnisse im zerfallenden Jugoslawien darauf hin, dass eine tragf\u00e4hige Konfliktl\u00f6sung erfordert h\u00e4tte, die Sachlage so zu sehen, wie sie tats\u00e4chlich war, und nicht manipulative Zerrbilder als Wirklichkeit auszugeben[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_34\">34<\/a>]. Ethnische S\u00e4uberungen wurden in der westlichen Berichterstattung nur dann Anlass f\u00fcr Emp\u00f6rungen, wenn die serbische Seite daf\u00fcr verantwortlich gemacht werden konnte. Dagegen schien es irrelevant, wenn Serben von kroatischen Truppen aus Gebieten vertrieben wurden, die von den Vereinten Nationen gesch\u00fctzt wurden. Dieses Informationsungleichgewicht zeigte sich auch darin, dass Berichte \u00fcber serbische Missetaten aus Slowenien, Kroatien und Bosnien oft ungepr\u00fcft \u00fcbernommen wurden, obwohl die in Rede stehenden (milit\u00e4rischen) Auseinandersetzungen manchmal gar nicht stattgefunden hatten, die Opferzahlen \u00fcbertrieben und die vermeintlichen Gr\u00e4ueltaten jugoslawischer bzw. serbischer Armeeeinheiten frei erfunden waren[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_35\">35<\/a>].<\/p>\n<p>Um eine existenzielle Bedrohung f\u00fcr den \u201azivilisierten\u2018 und \u201ademokratischen\u2018 Teil Europas glaubhaft machen zu k\u00f6nnen, \u201abewiesen\u2018 westliche Propagandisten die Unmenschlichkeit der Serben durch plastische Beispiele; etwa, dass sie generell weder \u00e4ltere Menschen noch Frauen und Kinder verschonten und vor ihrer Ermordung in Konzentrationslagern einsperren und grausam verst\u00fcmmeln w\u00fcrden; oder dass sie zwischen 20.000 und 100.000 muslimische Frauen in Bosnien auf offizielle milit\u00e4rische Anweisung[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_36\">36<\/a>] hin misshandelt, vergewaltigt und dann ermordet h\u00e4tten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_37\">37<\/a>]. Nach dem Daf\u00fcrhalten von Charles Boyd, einem Beobachter vor Ort, h\u00e4tte eine weniger voreingenommene Haltung dabei helfen k\u00f6nnen, auch solche Tatsachen zu ber\u00fccksichtigen, dass in Bosnien \u201e[\u2026] the Serbs are not trying to conquer new territory, but merely to hold on to what was already theirs.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_38\">38<\/a>]<\/p>\n<p>Das wurde jedoch dadurch erschwert, dass sich der ganze Unmut der US-Regierung von vornherein und ausschlie\u00dflich auf Serbien richtete, u.a. weil die Milosevic-Regierung den Forderungen nach \u201afreien Wahlen\u2018 nicht nachkam und au\u00dferdem die albanische Bev\u00f6lkerung im Kosovo unterdr\u00fcckte[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_39\">39<\/a>]. Mit der umgehend kultivierten Unterscheidung zwischen \u201aguten\u2018 und \u201ab\u00f6sen\u2018 Republiken wurde es dann auch leichter f\u00fcr die Regierungen der \u00fcbrigen westlichen Staaten, die vermeintlich demokratischen Parteien in Jugoslawien milit\u00e4risch zu unterst\u00fctzen, ohne sich den Vorwurf gefallen lassen zu m\u00fcssen, v\u00f6lkerrechtswidrig ins Geschehen einzugreifen, was die meisten westlichen Staaten allerdings bis M\u00e4rz 1991 getan hatten[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_40\">40<\/a>]. Die deutsche Regierung hatte schon im Jahr 1990 damit begonnen, Kroatien heimlich beim Aufbau eines eigenen Geheim- und Sicherheitsdienstes zu helfen: \u201eIt thus appears that Germany was actively preparing the Croatians for independence and giving them the institutional wherewithal to achieve this.\u201d[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_41\">41<\/a>]<\/p>\n<p>Begleitet wurden solche Hilfeleistungen von milit\u00e4rischer Unterst\u00fctzung. \u201eArms shipments and military advisers poured into the secessionist republics of Slovenia and Croatia, particularly from Germany and Austria.\u201d[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_42\">42<\/a>] Dazu geh\u00f6rten auch schwere Waffen wie z.B. Panzer- und Flugabwehrraketen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_43\">43<\/a>]. \u201eGerman instructors even engaged in combat against the Yugoslav People\u2019s Army.\u201d[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_44\">44<\/a>] Auch Italien und Ungarn belieferten Kroatien schon seit 1990 mit Waffen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_45\">45<\/a>]. Die USA forcierten ihr Engagement, als sich das Kriegsgeschehen auf Bosnien ausweitete, insofern \u201e[\u2026] CIA personnel and retired US military officers, under contract to the Pentagon, trained and guided Muslim armed units. It is a matter of public record that the CIA fueled the Bosnian conflict.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_46\">46<\/a>] Dabei war die v\u00f6lkerrechtliche Lage eindeutig: Art. 2 Abs. 7 der Charta der Vereinten Nationen verbietet als <em>ius cogens<\/em> kategorisch jegliche Einmischung eines Staates in Angelegenheiten, die ihrem Wesen nach zur inneren Zust\u00e4ndigkeit eines anderen Staates geh\u00f6ren. Und die Resolutionen 713 und 757 des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen vom 25. September 1991 bzw. 30. Mai 1992 lie\u00dfen auch keinen Zweifel daran, dass Waffenlieferungen und sonstige milit\u00e4risch relevante Unterst\u00fctzungen an die Teilrepubliken v\u00f6lkerrechtswidrig waren.<\/p>\n<p>Noch entscheidender ist am Ende jedoch die Tatsache, dass Regierungen westlicher Staaten nicht nur ernsthafte Friedensbem\u00fchungen vermissen lie\u00dfen, sondern konstruktive L\u00f6sungen immer wieder sabotierten. In Verletzung der <em>unbedingten<\/em> v\u00f6lkerrechtlichen Friedenspflicht aus Art. 1 Abs. 1 der Charta der Vereinten Nationen nahmen sie die Eskalation des Krieges vor allem in Bosnien aus geostrategischen Erw\u00e4gungen heraus billigend in Kauf und heizten diese mitunter sogar wissentlich und vors\u00e4tzlich an. Schlie\u00dflich musste anno 1992 allen Regierungsverantwortlichen der westlichen Staaten klar gewesen sein, was der Generalsekret\u00e4r der Vereinten Nationen, Javier P\u00e9rez de Cu\u00e9llar, in einem Brief an Hans van den Broek, den Pr\u00e4sidenten des Ministerrates der Europ\u00e4ischen Gemeinschaft (EG), am 10. Dezember 1991 betonte, dass n\u00e4mlich eine verfr\u00fchte Anerkennung Bosnien-Herzegowinas aufgrund des Widerstands der bosnischen Serben, die vor Ausbruch des Krieges immerhin einen Anteil von 31,4 Prozent bzw. ca. 1,37 Millionen der Gesamtbev\u00f6lkerung in Bosnien ausmachten, \u201e[\u2026] could widen the present conflict and fuel an explosive situation especially in Bosnia-Hercegovina and also Macedonia; indeed, serious consequences could ensue for the entire Balkan region. I believe, therefore, that uncoordinated actions should be avoided.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_47\">47<\/a>]<\/p>\n<p>Erst als die milit\u00e4rischen Auseinandersetzungen zur Belagerung Sarajevos und der T\u00f6tung von ca. 10.000 Zivilisten f\u00fchrten, arbeiteten Cyrus Vance im Auftrag der Vereinten Nationen und David Owen im Auftrag der EU den <em>Vance-Owen Plan<\/em> aus. Der am 4. Januar 1993 unterbreitete Plan sah vor, Bosnien in f\u00fcnf autonome Provinzen aufzuteilen, einen Waffenstillstand durch Blauhelme der UNPROFOR-Mission \u00fcberwachen zu lassen, die R\u00fcckkehr aller Vertriebenen zu erm\u00f6glichen, den Schutz der Rechte ethnischer Minderheiten sicherzustellen und einen politischen Rahmen zur Umsetzung der Vereinbarungen zu schaffen. Offensichtlich scheiterte der Plan kurz vor seiner Annahme daran, dass die neue US-Regierung unter Bill Clinton sowohl die bosnische als auch die kroatische Seite \u00fcberzeugen konnte, sich doch nicht auf die Vorschl\u00e4ge einzulassen[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_48\">48<\/a>]. In der Folge eskalierten die K\u00e4mpfe erneut und der zunehmend \u201atotale ethnische Konflikt\u2018 m\u00fcndete in weitere Massaker an Zivilisten, wie in Ahmi\u0107i (April 1993, Kroaten gegen Bosnier), Stupni Do (Oktober 1993, Bosnier gegen Kroaten) und Srebrenica (Juli 1995, Serben gegen Bosnier).<\/p>\n<p>Die Kalk\u00fcle der US-Regierung lagen mutma\u00dflich darin, den Erfolg einer unabh\u00e4ngigen Vorgehensweise der europ\u00e4ischen Regierungen zu torpedieren, den Ausgang des Bosnienkrieges im Sinne US-amerikanischer Interessen zu kontrollieren und Serbien als letztes realsozialistisches Land und Verb\u00fcndeten Russlands weiter zu schw\u00e4chen. \u201eWorse, because of this, the impact of U.S. action has been to prolong the conflict while bringing it no closer to resolution.\u201d[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_49\">49<\/a>] In der Konsequenz beendete der Zusammenbruch des Vance-Owen-Plans die diplomatische Unabh\u00e4ngigkeit der EU in geopolitischen Angelegenheiten und leitete den \u00dcbergang zu einer von Washington gesteuerten, milit\u00e4risch herbeigef\u00fchrten Ordnung in Europa durch das Dayton-Abkommen ein. Die US-amerikanische Dominanz in Europa manifestierte sich dar\u00fcber hinaus in der allgegenw\u00e4rtigen Zust\u00e4ndigkeit der NATO f\u00fcr sicherheitspolitische Angelegenheiten, was im Rambouillet-Abkommen (Februar \u2013 M\u00e4rz 1999) einen weiteren sichtbaren Niederschlag fand. Dieses Abkommen, insbesondere der legend\u00e4re \u201aAnnex B\u2019, war ein weiteres Mal \u201e[\u2026] part of a larger strategy orchestrated by the United States to block any possibility of a diplomatic settlement, and thus to create a pretext for war.\u201c[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#foot_50\">50<\/a>] (maschinelle \u00dcbersetzung: \u201e\u2026 Teil einer umfassenderen Strategie der Vereinigten Staaten, um jede M\u00f6glichkeit einer diplomatischen L\u00f6sung zu blockieren und damit einen Vorwand f\u00fcr einen Krieg zu schaffen.\u201c&nbsp;<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_1\">\u00ab1<\/a>] Vgl. Sabrina P. Ramet, Nationalism and Federalism in Yugoslavia, 1962\u20131991 (Bloomington: Indiana University Press, 1992); Lenard J. Cohen, Broken Bonds: Yugoslavia\u2019s Disintegration and Balkan Politics in Transition (Boulder: Westview, 1995); Susan L. Woodward, Balkan Tragedy: Chaos and Dissolution after the Cold War (Washington: Brookings, 1995).<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_2\">\u00ab2<\/a>] David N. Gibbs, First Do No Harm: Humanitarian Intervention and the Destruction of Yugoslavia (Nashville: Vanderbilt University Press, 2009), 59.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_3\">\u00ab3<\/a>] Vgl. Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 47-50.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_4\">\u00ab4<\/a>] Vgl. George Szamuely, Bombs for Peace: NATO\u2019s Humanitarian War on Yugoslavia (Amsterdam: Amsterdam University Press, 2013), 43.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_5\">\u00ab5<\/a>] Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 73.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_6\">\u00ab6<\/a>] Vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 69.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_7\">\u00ab7<\/a>] Vgl. Hansjakob Stehle, Die Balkanisierung des Balkans, Zeit Nr. 13\/1991.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_8\">\u00ab8<\/a>] Vgl. Francis Fukuyama, The End of History?, The National Interest 16 (1989), 3-18.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_9\">\u00ab9<\/a>] Vgl. Samuel P. Huntington, The Clash of Civilizations?, Foreign Affairs 72:3 (1993), 22-49.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_10\">\u00ab10<\/a>] Vgl. John Gray, False Dawn: The Delusions of Global Capitalism (London: Granta, 1998),120\u2013121<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_11\">\u00ab11<\/a>] Vgl. Michael Roth, <a href=\"https:\/\/www.welt.de\/politik\/deutschland\/article211017301\/Genozid-von-Srebrenica-Inbegriff-fuer-kollektives-Versagen.html\">Inbegriff f\u00fcr kollektives Versagen<\/a>, Die Welt, 05.07.2020, (zuletzt aufgerufen am 02.10.2025).<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_12\">\u00ab12<\/a>] Vgl. Jasna Dragovic-Soso, Why did Yugoslavia disintegrate? An overview of contending explanations, in: Lenard J. Cohen (Hrsg.), State collapse in South-Eastern Europe: New perspectives on Yugoslavia\u2019s disintegration (West Lafayette: Purdue University Press, 2008), 1-39, 18.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_13\">\u00ab13<\/a>] Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 149. (Hbg. im Original)<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_14\">\u00ab14<\/a>] Vgl. Ralph Piotrowski, <a href=\"https:\/\/refubium.fuberlin.de\/bitstream\/handle\/fub188\/969\/4_kap4.pdf\">Sprache und Au\u00dfenpolitik: Der deutsche und US-amerikanische Diskurs zur Anerkennung Kroatiens<\/a>, Univ. Diss. (Berlin, 2004), (zuletzt aufgerufen am 01.10.2025).<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_15\">\u00ab15<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 46.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_16\">\u00ab16<\/a>] Raju G. C. Thomas, Self-Determination and International Recognition Policy: An Alternative Interpretation of why Yugoslavia Disintegrated, World Affairs 160:1 (1997), 17-33, 17.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_17\">\u00ab17<\/a>] Vgl. Mate Nikola Toki\u0107, Croatian Radical Separatism and Diaspora Terrorism During the Cold War (West Lafayette: Purdue University Press, 2020), 175.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_18\">\u00ab18<\/a>] Vgl. Francesco Ragazzi, Governing Diasporas in International Relations: The Transnational Politics of Croatia and Former Yugoslavia (Abingdon: Routledge, 2017), 94.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_19\">\u00ab19<\/a>] Vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 69.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_20\">\u00ab20<\/a>] Vgl. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jugoslawienkriege\">Jugoslawienkriege<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_21\">\u00ab21<\/a>] Vgl. Chip Berlet, Chronology of 1988 Bush Campaign Controversy, in: Russ Bellant, Old Nazis, the New Right, and the Republican Party (Boston: South End, 1988), 124.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_22\">\u00ab22<\/a>] Vgl. Ragazzi, Governing Diasporas in International Relations, a.a.O., 82.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_23\">\u00ab23<\/a>] Vgl. Jovan Milojevich, Coercive Diplomacy as a Cause of War: Yugoslavia Revisited, Serbian Studies: Journal of the North American Society for Serbian Studies 29:1 (2018), 43\u201369.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_24\">\u00ab24<\/a>] Vgl. Michael Parenti, To Kill A Nation: The Attack on Yugoslavia (London: Verso, 2000), 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_25\">\u00ab25<\/a>] U.S. Congress, Foreign Operations, Export Financing, and Related Programs Appropriations Act, 1991, Pub. L. No. 101-513, 104 Stat. 2041 (1990), 2063.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_26\">\u00ab26<\/a>] Vgl. Donovan Kavish, Extending Sovereign Reach into Diaspora: Croatia and Eritrea in Comparative Perspective, MA-Thesis (Budapest, 2014), 20.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_27\">\u00ab27<\/a>] Vgl. Michael Parenti, <a href=\"https:\/\/www.michael-parenti.org\/article-the-rational-destruction-of-yugoslavia\">The Rational Destruction of Yugoslavia<\/a>.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_28\">\u00ab28<\/a>] Vgl. Kavish, Extending Sovereign Reach into Diaspora, a.a.O., 20.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_29\">\u00ab29<\/a>] Szamuely, Bombs for Peace, a.a.O., 63.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_30\">\u00ab30<\/a>] Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 25.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_31\">\u00ab31<\/a>] Vgl. Davor Paukovi\u0107 &amp; Marko Ro\u0161ko, Western Newspapers and the War in Croatia, Collegium Antropologicum 47:2 (2023), 171\u2013179.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_32\">\u00ab32<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 74. (Hbg. im Original)<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_33\">\u00ab33<\/a>] Vgl. Vera Vratusa-Zunjic, The Intrinsic Connection Between Endogenous and Exogenous Factors of Social (Dis) integration: A Sketch of the Yugoslav Case, Dialogue 22-23 (1997), 21.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_34\">\u00ab34<\/a>] Vgl. Charles G. Boyd, Making Peace with the Guilty: The Truth about Bosnia, Foreign Affairs 74:5 (1995), 22-38, 23.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_35\">\u00ab35<\/a>] Vgl. Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 82.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_36\">\u00ab36<\/a>] Vgl. Boyd, Making Peace with the Guilty, a.a.O., 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_37\">\u00ab37<\/a>] Vgl. Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 82.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_38\">\u00ab38<\/a>] Boyd, Making Peace with the Guilty, a.a.O., 25.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_39\">\u00ab39<\/a>] Vgl. Szamuely, Bombs for Peace, a.a.O., 65.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_40\">\u00ab40<\/a>] Vgl. Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 145.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_41\">\u00ab41<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 78.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_42\">\u00ab42<\/a>] Parenti, To Kill a Nation, a.a.O., 26.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_43\">\u00ab43<\/a>] Vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 78.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_44\">\u00ab44<\/a>] Parenti, To Kill a Nation, a.a.O., 27<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_45\">\u00ab45<\/a>] Vgl. Woodward, Balkan Tragedy, a.a.O., 149.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_46\">\u00ab46<\/a>] Parenti, To Kill A Nation, a.a.O., 30-31.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_47\">\u00ab47<\/a>] Javier P\u00e9rez de Cu\u00e9llar, <a href=\"https:\/\/sca-images.liverpool.ac.uk\/multimedia\/entry.php?irn=1416&amp;request=resource\">Letter to Hans van den Broek<\/a>, 10. Dezember 1991, (zuletzt aufgerufen am 10.10.2025).<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_48\">\u00ab48<\/a>] Vgl. Sarah C\u00e9cile Maurizi, The Bosnian War and the New Great Game: A Case Study in Strategy and Diplomacy, MA Thesis (St. Louis, 2012), 78-82; vgl. Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 142-148.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_49\">\u00ab49<\/a>] Vgl. Boyd, Making Peace with the Guilty, a.a.O., 33.<\/p>\n<p>[<a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248#note_50\">\u00ab50<\/a>] Gibbs, First Do No Harm, a.a.O., 190.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\/?p=141248\"><em>nachdenkseiten.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 31. Oktober 2025<\/em>aa<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>G\u00fcnther Auth. Vor 30 Jahren wurde das Abkommen von Dayton geschlossen. Zuvor hatten Regierungen westlicher Staaten w\u00e4hrend der Kriege in Ex-Jugoslawien nicht nur ernsthafte Friedensbem\u00fchungen vermissen lassen, sondern konstruktive L\u00f6sungen immer wieder sabotiert. Sie nahmen &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":15882,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7],"tags":[87,166,39,34,56,139,18,132,157,45,76,84,11,49,155,42],"class_list":["post-15881","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-arbeitswelt","tag-bosnien","tag-deutschland","tag-faschismus","tag-grossbritannien","tag-gruene","tag-imperialismus","tag-jugoslawien","tag-kroatien","tag-neoliberalismus","tag-neue-rechte","tag-oesterreich","tag-rassismus","tag-repression","tag-serbien","tag-sozialdemokratie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=15881"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15881\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":15883,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/15881\/revisions\/15883"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/15882"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=15881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=15881"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=15881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}