{"id":15957,"date":"2025-11-28T12:55:56","date_gmt":"2025-11-28T10:55:56","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15957"},"modified":"2025-11-28T12:55:57","modified_gmt":"2025-11-28T10:55:57","slug":"wohin-geht-amerika-eine-marxistische-interpretation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15957","title":{"rendered":"Wohin geht Amerika? Eine marxistische Interpretation"},"content":{"rendered":"<p><em>David North. <\/em>In den 1920er und 1930er Jahren w\u00e4hlte Leo Trotzki eine Frage als Titel f\u00fcr mehrere seiner wichtigsten Essays \u00fcber die damaligen politischen Ereignisse. Die ber\u00fchmtesten Texte waren \u201eWohin treibt England?\u201c<em>, <\/em>der 1925, ein Jahr vor dem Ausbruch des historischen Generalstreiks, geschrieben wurde, \u201eKapitalismus oder Sozialismus?\u201c, ebenfalls von 1925, der sich<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p> mit wichtigen Fragen der sowjetischen Wirtschaftspolitik befasst, und \u201eWohin geht Frankreich?\u201c, der 1934 erschien, als heftige Klassenkonflikte in Frankreich begannen.<\/p>\n<p>Der Vortrag des heutigen Abends stellt die Frage: \u201eWohin geht Amerika?\u201c Ich denke, dass die meisten Menschen, wenn sie gefragt w\u00fcrden, ziemlich schnell antworten w\u00fcrden: \u201eZur H\u00f6lle!\u201c Und die Antwort w\u00e4re gerechtfertigt, auch wenn sie nur metaphorisch gemeint war.<\/p>\n<p>Es gibt im Englischen noch eine \u00e4hnliche Redewendung, die auf die Situation in den USA zutrifft: \u201eGoing to hell in a hand basket\u201c (Im Handkorb zur H\u00f6lle fahren). Sie beschreibt eine Krisensituation, die schnell und unkontrolliert auf eine Katastrophe zusteuert.<\/p>\n<p>Bei der Vorbereitung dieses Vortrags war ich mit der Herausforderung konfrontiert, mit der Geschwindigkeit der politischen Krise Schritt zu halten.<\/p>\n<p>Am Donnerstag attackierte Donald Trump in mehreren Posts Senatoren und Kongressabgeordnete der Demokratischen Partei. Er denunzierte sie als Verr\u00e4ter und forderte, dass sie mit dem Tode bestraft werden. Damit reagierte er auf ein Video, in dem die demokratischen Abgeordneten die Soldaten aufforderten, \u201eillegale Befehle\u201c zu verweigern, die sie zwingen w\u00fcrden, ihren Eid auf die Verfassung zu verletzen.<\/p>\n<p>Viele der Demokraten, die das Video gepostet haben, verf\u00fcgen \u00fcber langj\u00e4hrige Verbindungen zu den US-Geheimdiensten. Deshalb kann davon ausgegangen werden, dass ihre Warnung auf Informationen aus hochrangigen Kreisen beruht, aus denen hervorgeht, dass Trump plant, das Milit\u00e4r einzusetzen, um die Verfassung zu st\u00fcrzen und eine Diktatur zu errichten.<\/p>\n<p>Das Video richtet sich direkt an das Milit\u00e4r:<\/p>\n<p><em>Wir wissen, dass Sie momentan unter enormem Stress und Druck stehen. Die Amerikaner vertrauen ihrem Milit\u00e4r, aber dieses Vertrauen ist gef\u00e4hrdet. \u2026<\/em><\/p>\n<p><em>Diese Regierung bringt unsere Milit\u00e4rs und Geheimdienstmitarbeiter gegen amerikanische B\u00fcrger in Stellung. Im Moment kommen die Bedrohungen f\u00fcr unsere Verfassung nicht nur aus dem Ausland, sondern auch aus dem eigenen Land. Unsere Gesetze sind eindeutig. Sie k\u00f6nnen illegale Befehle ablehnen. Sie m\u00fcssen illegale Befehle ablehnen. Niemand muss Befehle ausf\u00fchren, die gegen das Gesetz oder unsere Verfassung versto\u00dfen.<\/em><\/p>\n<p>Dies ist die Art von Sprache, die von belagerten Politikern inmitten eines Milit\u00e4rputschs verwendet wird. Das Video der Abgeordneten und die Antwort von Trump best\u00e4tigen, dass wir es hier mit einem historisch beispiellosen Zusammenbruch der amerikanischen Demokratie zu tun haben. Die groteske Figur Donald Trump ist davon nur ein oberfl\u00e4chlicher Ausdruck. Um die Krise \u2013 ihre Ursachen und Folgen \u2013 zu verstehen, muss man unter die Oberfl\u00e4che blicken und ihre tieferen wirtschaftlichen und sozialen Wurzeln untersuchen.<\/p>\n<p>Nur wenn man diese tiefere Analyse vornimmt und Trump in das gesellschaftliche Milieu einordnet, aus dem er hervorgegangen ist, \u2013 mit den Klasseninteressen, die er vertritt, der Krise des kapitalistischen Systems, den gewaltigen Widerspr\u00fcchen der amerikanischen Gesellschaft und den globalen Herausforderungen, vor denen der US-Imperialismus steht \u2013 kann man erkl\u00e4ren, warum die herrschende Elite die Regierung der Vereinigten Staaten in die H\u00e4nde eines soziopathischen Kriminellen gelegt hat.<\/p>\n<p>Es gibt eine zu Recht ber\u00fchmte Passage in Marx\u2019 Buch <em>Die Klassenk\u00e4mpfe in Frankreich <\/em>von 1850, in der er die b\u00fcrgerliche Elite beschreibt, die das Land w\u00e4hrend der Herrschaft von Louis Philippe regierte. Marx schreibt:<\/p>\n<p><em>[N]amentlich an den Spitzen der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft [brach] die schrankenlose, mit den b\u00fcrgerlichen Gesetzen selbst jeden Augenblick kollidierende Geltendmachung der ungesunden und liederlichen Gel\u00fcste aus, worin der aus dem Spiele entspringende Reichtum naturgem\u00e4\u00df seine Befriedigung sucht, wo der Genu\u00df crapuleux [verkommen] wird, wo Geld, Schmutz und Blut zusammenflie\u00dfen. Die Finanzaristokratie, in ihrer Erwerbsweise wie in ihren Gen\u00fcssen, ist nichts als die Wiedergeburt des Lumpenproletariats auf den H\u00f6hen der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft.<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4re Marx noch am Leben, w\u00fcrde er vielleicht Folgendes \u00fcber das gegenw\u00e4rtige Regime in den Vereinigten Staaten schreiben:<\/p>\n<p><em>Die Oligarchie der Wall Street und ihre Verb\u00fcndeten aus der Wirtschaft verdrehen die Gesetze, besetzen die Regierung mit eigenen Leuten und formen die \u00f6ffentliche Meinung durch korrupte Medien, die die gesellschaftliche Realit\u00e4t verzerren und verschleiern. Kriminelle Betr\u00fcgereien, schlecht getarnte Bestechung und eine wilde Obsession, sich pers\u00f6nlich zu bereichern, greifen auf alle Schichten der Elite \u00fcber \u2013 vom Wei\u00dfen Haus, dem Kongress, der Justiz und den Vorstandsetagen der Unternehmen bis hin zu den angesehenen Hochburgen der Wissenschaft. Die Akkumulation von Milliarden basiert nicht auf der Produktion, sondern der Spekulation, der Manipulation von Schulden, der Auspl\u00fcnderung der gesellschaftlichen Ressourcen und der Verarmung der Masse der Bev\u00f6lkerung.<\/em><\/p>\n<p><em>Die uners\u00e4ttliche Gier der Oligarchie, ihre Lust nach eigener Befriedigung kollidieren nicht nur mit dem b\u00fcrgerlichen Recht, sondern auch mit den grundlegendsten moralischen Prinzipien. Im Wei\u00dfen Haus, dem Mar-a-Lago-Bordell oder den millionenschweren Anwesen herrschen ungehemmt perverse und r\u00e4uberische Gel\u00fcste: Milliard\u00e4re und hochrangige Politiker nehmen die Dienste von Kinderh\u00e4ndlern wie Epstein in Anspruch und finden Gefallen an der rohen Ausbeutung der Hilflosen. In diesen Kreisen sind Geld, Verderbtheit und Gewalt untrennbar miteinander verbunden.<\/em><\/p>\n<p><em>Trumps \u201eKunst des Deals\u201c ist der Modus Operandi der Kapitalistenklasse, der jede Form von Unternehmens- und Regierungskriminalit\u00e4t umfasst: die Anh\u00e4ufung von Profiten aus dem Verkauf von Flugzeugen und Raketen, die beim V\u00f6lkermord in Gaza eingesetzt werden, die Ermordung von Fischern in internationalen Gew\u00e4ssern vor der K\u00fcste Venezuelas, die illegale Stationierung von Streitkr\u00e4ften in US-St\u00e4dten und die gegen alle Gesetze versto\u00dfende Festnahme und Abschiebung von Einwanderern in den USA durch Agenten der Einwanderungspolizei ICE.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Finanz- und Konzernoligarchie ist mit ihren Gesch\u00e4ften und Orgien nichts anderes als eine Super-Mafia an der Spitze der kapitalistischen Gesellschaft, die ihre Verbrechen und Perversion zur Schau stellt, w\u00e4hrend die einfache Bev\u00f6lkerung den Preis mit Elend und Blut bezahlt.<\/em><\/p>\n<p>Nach der zweiten Wahl Trumps im November 2024, also vor genau einem Jahr, warnte die <em>World Socialist Web Site<\/em>, dass er mit seinen wiederholten Drohungen, wie ein Diktator zu regieren, nicht nur seinem pers\u00f6nlichen Helden Adolf Hitler nacheifern wollte. Vielmehr k\u00fcndigten diese Drohungen eine Neustrukturierung der amerikanischen Politik auf Grundlage ihrer realen Klassenverh\u00e4ltnisse an. Die massive Konzentration des Reichtums in den H\u00e4nden eines verschwindend kleinen Teils der amerikanischen Gesellschaft ist mit den traditionellen Formen der b\u00fcrgerlich-demokratischen Herrschaft nicht vereinbar.<\/p>\n<p>Die politische Ordnung der USA wird an die bestehenden Klassenverh\u00e4ltnisse angepasst. Das grundlegendste Merkmal der amerikanischen Gesellschaft ist das ersch\u00fctternde Ausma\u00df sozialer Ungleichheit. Jede ernsthafte Diskussion \u00fcber die amerikanischen Zust\u00e4nde, die dieses Thema ausklammert, ist intellektuell ebenso wertlos und politisch betr\u00fcgerisch wie eine Diskussion \u00fcber die Politik des alten Rom, die die Sklaverei nicht erw\u00e4hnt. Der Begriff \u201eOligarchie\u201c wird nicht als rhetorische Ausschm\u00fcckung verwendet. Er ist eine treffende Beschreibung der Konzentration von massivem Reichtum und Macht in den Vereinigten Staaten.<\/p>\n<p>Am 3. November ver\u00f6ffentlichte die Hilfsorganisation Oxfam einen <a href=\"https:\/\/www.oxfamamerica.org\/explore\/research-publications\/unequal-the-rise-of-a-new-american-oligarchy-and-the-agenda-we-need\/\">Bericht<\/a> mit dem Titel \u201eUnequal: The Rise of a New American Oligarchy and the Agenda We Need\u201c (Ungleich: Der Aufstieg einer neuen amerikanischen Oligarchie und die Agenda, die wir brauchen).<\/p>\n<p>Zu den wichtigsten Ergebnissen geh\u00f6ren:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Die reichsten 0,1 Prozent der US-Bev\u00f6lkerung besitzen 12,6 Prozent aller Verm\u00f6genswerte und 24 Prozent des gesamten Aktienmarkts.<\/li>\n<li>Zwischen 1989 und 2022 erzielte ein Haushalt im 99. Perzentil \u2013 also ganz oben in der Einkommensverteilung \u2013 101-mal so viel Verm\u00f6gen wie ein durchschnittlicher Haushalt und 987-mal so viel wie ein Haushalt im 20. Perzentil, also dem unteren F\u00fcnftel.<\/li>\n<li>Mehr als 40 Prozent der US-Bev\u00f6lkerung \u2013 darunter fast die H\u00e4lfte aller Kinder (48,9 Prozent) \u2013 gelten als arm oder einkommensschwach.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im Oxfam-Bericht hei\u00dft es:<\/p>\n<p><em>Allein im vergangenen Jahr wurden die 10 reichsten Milliard\u00e4re um 698 Milliarden Dollar reicher. Seit 2020 ist ihr inflationsbereinigtes Verm\u00f6gen um 526 Prozent gestiegen. Das reichste 0,0001 Prozent [einer von einer Million] kontrolliert einen gr\u00f6\u00dferen Anteil des Reichtums als im Gilded Age, einer \u00c4ra der US-Geschichte, die durch extreme Ungleichheit gekennzeichnet war. &#8230; Das reichste 1 Prozent besitzt die H\u00e4lfte des Aktienmarktes [49,9 Prozent], w\u00e4hrend die untere H\u00e4lfte der US-Bev\u00f6lkerung nur 1 Prozent des Aktienmarktes besitzt.<\/em><\/p>\n<p>Der Bericht entlarvt die Behauptung, dass die gro\u00dfe Masse der amerikanischen Arbeiterklasse ihren Anteil am Verm\u00f6gen des Landes habe. Oxfam schreibt:<\/p>\n<p><em>Entgegen der Vorstellung, dass die USA eine au\u00dfergew\u00f6hnlich wohlhabende Gesellschaft sind, zeigen internationale Vergleiche eine andere Realit\u00e4t. Betrachtet man die 10 gr\u00f6\u00dften OECD-Volkswirtschaften, so haben die USA die h\u00f6chste relative Armutsquote, die zweith\u00f6chste Kinderarmuts- und Kindersterblichkeitsquote und die zweitniedrigste Lebenserwartung.<\/em><\/p>\n<p><em>Diese schlechten Ergebnisse m\u00f6gen \u00fcberraschen, stehen aber im Einklang mit der Ausnahmestellung des Landes in der Sozialpolitik. Innerhalb derselben Gruppe von Vergleichsl\u00e4ndern liegen die USA bei der H\u00f6he der Arbeitslosenunterst\u00fctzung auf dem letzten Platz, bei den \u00f6ffentlichen Ausgaben f\u00fcr Familien mit Kindern auf dem vorletzten Platz, bei den staatlichen Sozialausgaben insgesamt auf dem siebten von zehn Pl\u00e4tzen \u2013 und auf Platz eins, wenn es um die Zahl der Arbeitsstunden geht, die n\u00f6tig sind, um der Armut zu entkommen. Unter den 10 gr\u00f6\u00dften OECD-Volkswirtschaften liegt das US-Steuer- und Transfersystem auf dem vorletzten Platz bei der Verringerung der Ungleichheit.<\/em><\/p>\n<p>Die extreme Konzentration von Reichtum ist untrennbar mit der politischen Herrschaft einer Oligarchie verbunden. Trumps Kabinett und sein Spitzenpersonal haben zusammen ein Verm\u00f6gen von \u00fcber 60 Milliarden Dollar. Der Reichtum dieser Regierung stellt alle Vorg\u00e4nger in den Schatten. 16 von Trumps 24 reichsten Top-Funktion\u00e4ren geh\u00f6ren zu den 813 Milliard\u00e4ren \u2013 und damit zu den obersten 0,0001 Prozent in einer Nation mit 341 Millionen Einwohnern. Das ist keine symbolische Vertretung, sondern die direkte Herrschaft der Oligarchie.<\/p>\n<p>Es ist ein Merkmal jeder herrschenden Klasse, dass sie immer aggressiver wird, je n\u00e4her sie ihrem Untergang kommt. Je irrationaler ihr System wird, desto gewaltsamer bem\u00fcht sie sich um seine Rechtfertigung. Eine Parallele dazu findet sich in den Jahrzehnten vor der Franz\u00f6sischen Revolution. In dem Ma\u00dfe, in dem der Adel versuchte, verlorene Privilegien wiederzuerlangen und bedrohte Vorrechte zu verteidigen, wurde er immer extremer und unnachgiebiger in seinen Methoden. Der Vorsto\u00df der Aristokratie in den Jahren 1760 bis 1789 war keine defensive Reaktion, sondern ein aggressiver Versuch, das historische Wegbrechen der feudalen Privilegien r\u00fcckg\u00e4ngig zu machen. Und als der Adel seinen endg\u00fcltigen Untergang sp\u00fcrte, \u00e4u\u00dferte sich seine Verzweiflung in einer immer gewaltsameren Willk\u00fcrherrschaft. Dieser Prozess erreichte mit dem Ausbruch der Revolution im Juli 1789 seinen H\u00f6hepunkt.<\/p>\n<p>In den Jahrzehnten vor der Zweiten Amerikanischen Revolution von 1861 bis 1865 versuchten die Sklavenhalter des S\u00fcdens, jede Form von Widerstand gegen die Sklaverei zu kriminalisieren und auszumerzen. Der Fugitive Slave Act von 1850 erm\u00e4chtigte Bundesagenten, entlaufene Sklaven, die in den Norden geflohen waren, festzunehmen und an ihre Besitzer zur\u00fcckzugeben, \u00e4hnlich wie die ICE-Agenten heute gegen Einwanderer vorgehen. 1857 erkl\u00e4rte der Oberste Gerichtshof, der von den Sklavenhaltern kontrolliert wurde, dass Sklaven lediglich Eigentum seien und nicht durch die Gesetze gesch\u00fctzt w\u00fcrden, die f\u00fcr B\u00fcrger und Menschen galten.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich weigerten sich die Tyrannen des S\u00fcdens, die Wahl von Abraham Lincoln zum Pr\u00e4sidenten zu akzeptieren, und begannen im April 1861 einen Aufstand gegen die Vereinigten Staaten. Die Konf\u00f6derierten Staaten von Amerika verk\u00fcndeten die Sklaverei als Grundlage der Zivilisation. Erst in einem blutigen B\u00fcrgerkrieg, der \u00fcber 700.000 Menschenleben kostete, konnte der Aufstand niedergeschlagen und die Sklaverei abgeschafft werden.<\/p>\n<p>Ein \u00e4hnlicher Prozess der politischen Reaktion und des historischen R\u00fcckschritts vollzieht sich heute in den USA. Die Oligarchie demonstriert immer unverhohlener ihre Macht und verh\u00e4lt sich zunehmend feindlich gegen\u00fcber den demokratischen Legitimationsformen, die der kapitalistischen Herrschaft zumindest einen Anschein von Zustimmung in der Bev\u00f6lkerung verliehen haben. Trump verherrlicht das Erbe der Sklaverei und hat angeordnet, dass die Statuen der Milit\u00e4rf\u00fchrer der Konf\u00f6deration, die von \u00f6ffentlichen Pl\u00e4tzen und Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten entfernt worden waren, wieder aufgestellt werden. Der alte Schlachtruf der Rassisten, die f\u00fcr die Konf\u00f6deration sind \u2013 \u201eDer S\u00fcden soll wieder auferstehen\u201c \u2013, ist zur Politik der US-Regierung geworden.<\/p>\n<p>Man denke nur an das Spektakel, das sich Anfang September im Wei\u00dfen Haus abspielte: Praktisch die gesamte F\u00fchrungsriege der Tech-Oligarchie, darunter Bill Gates von Microsoft, Tim Cook von Apple, Sam Altman von Open AI, Sergei Brin von Google, Mark Zuckerberg von Meta und andere Milliard\u00e4re und Konzernchefs, marschierte durch die Pr\u00e4sidentenresidenz. Ihre Anwesenheit symbolisierte die vollst\u00e4ndige Unterordnung der formalen Regierungsgewalt unter die Finanz- und Konzernmacht. Das war kein privates Treffen, sondern eine \u00f6ffentliche Kr\u00f6nung. Der Pr\u00e4sident der Vereinigten Staaten ist der vulg\u00e4rste Vertreter einer parasit\u00e4ren Oligarchie. Und dann folgte kurz darauf ein noch bemerkenswerteres Spektakel: Trump sowie zahlreiche Milliard\u00e4re und Konzernchefs speisten auf Schloss Windsor mit dem englischen K\u00f6nig.<\/p>\n<p>Um die Gr\u00f6\u00dfenordnung des Reichtums zu verdeutlichen, das sie verk\u00f6rpern: Das gemeinsame Privatverm\u00f6gen von zwei Dutzend der reichsten Personen am Tisch betrug 274 Milliarden Dollar. Das durchschnittliche Verm\u00f6gen pro Person \u2013 11,4 Milliarden Dollar \u2013 entspricht dem 67.000-Fachen des Verm\u00f6gens eines durchschnittlichen britischen B\u00fcrgers. Zusammen repr\u00e4sentierten sie Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von 17,7 Billionen Dollar, also mehr als den Gesamtwert aller b\u00f6rsennotierten Unternehmen im Vereinigten K\u00f6nigreich.<\/p>\n<p>Die k\u00f6nigliche Familie ist nach den Ma\u00dfst\u00e4ben ihrer G\u00e4ste arm und besitzt kaum ein Drittel des Privatverm\u00f6gens dieser zwei Dutzend Personen. Was sie jedoch mitbringt, ist eine lange Geschichte ererbter Privilegien, eine jahrhundertelange Tradition von Herrschaft und Luxus, die f\u00fcr die neue Finanz- und Unternehmensaristokratie \u00e4u\u00dferst attraktiv ist.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen errichtet Trump auf amerikanischem Boden ein Monument oligarchischer Macht, das jedes historische Vorbild \u00fcbertrifft. Die Pr\u00e4sidentenresidenz des Wei\u00dfen Hauses \u2013 das zentrale Geb\u00e4ude, in dem der Pr\u00e4sident seinen Amts- und Wohnsitz hat und das als wichtigster repr\u00e4sentativer Ort dient \u2013 umfasst \u00fcber 5.000 Quadratmeter. Trumps neuer Ballsaal, finanziert von Milliard\u00e4rsspendern und gro\u00dfen Konzernen, wird mehr als 8.300 Quadratmeter umfassen \u2013 also fast doppelt so viel wie das Wei\u00dfe Haus selbst. Das Wei\u00dfe Haus wird in einen Palast verwandelt. Hier entsteht ein Versailles am Potomac River, eine schamlose Demonstration oligarchischer \u00dcberlegenheit.<\/p>\n<p>Auch die alte Residenz wird renoviert. Trump hat stolz Fotos eines neu eingerichteten Badezimmers ver\u00f6ffentlicht, das einst von Lincoln benutzt wurde. Es verf\u00fcgt nun \u00fcber einen goldenen Toilettensitz, auf dem Trump seinen Hintern platzieren kann, w\u00e4hrend er neue Verbrechen ausbr\u00fctet und plant.<\/p>\n<p>In ihrer Gesamtheit stellen die Ma\u00dfnahmen der Trump-Regierung den Versuch dar, archaische Herrschaftsformen \u2013 hierarchisch, autorit\u00e4r und offen antidemokratisch \u2013 einer modernen Massengesellschaft aufzuzwingen, die durch enorme Produktionskapazit\u00e4ten, fortgeschrittene Technologie, globale Kommunikation in Echtzeit und das organisatorische Potenzial von Milliarden in die Weltwirtschaft integrierten Arbeitern gepr\u00e4gt ist. Dieser Anachronismus \u2013 das Verschmelzen alter Formen despotischer Herrschaft mit den Technologien und der produktiven Kraft der Weltwirtschaft \u2013 f\u00fchrt zu au\u00dferordentlich scharfen Widerspr\u00fcchen.<\/p>\n<p>Die sich entfaltende Konterrevolution in der Politik geht zwangsl\u00e4ufig mit einer Konterrevolution im Denken einher.<\/p>\n<p>Die \u201eDunkle Aufkl\u00e4rung\u201c (Dark Enlightenment) mit ihrer expliziten Beschw\u00f6rung einer Konzern-Monarchie versucht, diesen R\u00fcckfall in die Despotie philosophisch zu rechtfertigen, gekleidet in die Sprache der modernen technologischen Rationalit\u00e4t. Peter Thiel, der Gr\u00fcnder von PayPal und F\u00f6rderer von Vizepr\u00e4sident JD Vance und zahllosen anderen faschistischen Politikern, schrieb 2009: \u201eVor allem glaube ich nicht l\u00e4nger, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.\u201c Ein anderer f\u00fchrender \u201ePhilosoph\u201c der Dunklen Aufkl\u00e4rung, Curtis Yarvin, hat vorgeschlagen, die Regierung wie ein Unternehmen zu strukturieren, mit einem CEO-Monarchen, der absolute Autorit\u00e4t aus\u00fcbt.<\/p>\n<p>Sind wir lediglich Zeugen der abscheulichen und irrationalen Handlungen manischer Individuen, die von grenzenloser Gier und Machthunger getrieben werden? Oder gibt es eine tiefere, objektive Grundlage f\u00fcr diese Ph\u00e4nomene, die in den inneren Gesetzen der kapitalistischen Akkumulation wurzelt?<\/p>\n<p>Eine korrekte Antwort auf diese Frage ist von entscheidender Bedeutung, denn eine Kapitalismuskritik, die sich auf moralische Emp\u00f6rung st\u00fctzt, wie berechtigt diese auch sein mag, kann nicht die Grundlage f\u00fcr einen revolution\u00e4ren Kampf gegen den Kapitalismus bilden. Es gab unz\u00e4hlige Massendemonstrationen gegen den V\u00f6lkermord in Gaza, aber was diesen Protesten v\u00f6llig fehlte, war eine realistische politische Perspektive und ein Programm, das auf einem wissenschaftlichen Verst\u00e4ndnis des Zusammenhangs zwischen dem V\u00f6lkermord und dem bestehenden kapitalistisch-imperialistischen System beruht. In Ermangelung einer solchen Analyse wurden die Proteste zu einem Appell an die imperialistischen Regierungen und Konzerne, die Sponsoren und Verteidiger Israels, ihre Unterst\u00fctzung f\u00fcr den V\u00f6lkermord zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Ein Artikel im <em>Wall Street Journal<\/em> vom 12. November zeigt, wie vergeblich solche Appelle sind. Unter dem Titel \u201eDer Gaza-Krieg war ein gro\u00dfes Gesch\u00e4ft f\u00fcr US-Firmen\u201c schreibt das WSJ:<\/p>\n<p><em>Der Konflikt erm\u00f6glichte eine beispiellose Waffenpipeline von den USA nach Israel, die weiterhin l\u00e4uft und gro\u00dfen US-Unternehmen \u2013 darunter Boeing, Northrop Grumman und Caterpillar \u2013 betr\u00e4chtliche Gesch\u00e4fte beschert.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Verk\u00e4ufe von US-Waffen an Israel sind seit Oktober 2023 sprunghaft angestiegen. Laut einer Analyse des Wall Street Journal auf Grundlage von Ver\u00f6ffentlichungen des US-Au\u00dfenministeriums hat Washington in diesem Zeitraum Waffen, Munition und weiteres Milit\u00e4rger\u00e4t im Wert von \u00fcber 32 Milliarden Dollar f\u00fcr Israel genehmigt.<\/em><\/p>\n<p>Moralische Emp\u00f6rung bietet keine wirksame Orientierung f\u00fcr politisches Handeln. Vielmehr f\u00fchrt das Scheitern moralischer Appelle an die herrschende Klasse meist zu Entt\u00e4uschung, Pessimismus und Demoralisierung. Dar\u00fcber hinaus \u2013 und das ist nicht weniger fatal f\u00fcr eine wirklich revolution\u00e4re Perspektive \u2013 f\u00fchrt es zu einer enormen \u00dcbersch\u00e4tzung der Macht der herrschenden Eliten. Die Widerspr\u00fcche innerhalb des kapitalistischen Systems, die die Bedingungen f\u00fcr eine revolution\u00e4re Explosion schaffen, werden nicht erkannt. Und der gr\u00f6\u00dfte Fehler von allen: Die zentrale Rolle der Arbeiterklasse im Kampf gegen den Kapitalismus wird ignoriert oder sogar abgelehnt.<\/p>\n<p>Die Verbrechen und Grausamkeiten der herrschenden Klasse sind nicht einfach Ausdruck eines schlechten Charakters. Sie spiegeln die verzweifelten Versuche eines Systems wider, seine inneren Widerspr\u00fcche zu \u00fcberwinden. Die Gewalt der Oligarchie, die Unverfrorenheit ihres Machtstrebens, der Abstieg in den Autoritarismus \u2013 all das ist Ausdruck der endg\u00fcltigen Krise der kapitalistischen Produktionsweise selbst.<\/p>\n<p>In den letzten Jahren hat sich das Wort \u201eFinanzialisierung\u201c etabliert, um den grundlegenden Wandel in der Struktur der US-amerikanischen und weltweiten kapitalistischen Wirtschaft zu beschreiben. Gemeint ist die immer st\u00e4rkere Abkopplung der Gewinn- und Verm\u00f6genssch\u00f6pfung vom Produktionsprozess. Unternehmen erzielen einen gro\u00dfen Teil ihrer Profite aus Finanztransaktionen wie Wertpapierhandel, Kreditvergabe und alle Arten von spekulativen Investitionen. Zu den Hauptmerkmalen der Finanzialisierung geh\u00f6ren das Wachstum von Banken und institutionellen Anlegern im Verh\u00e4ltnis zur Realwirtschaft, die Verbreitung komplexer Finanzinstrumente (Derivate, verbriefte Kredite usw.) und die enorme Ausweitung von Krediten und Schulden.<\/p>\n<p>Untrennbar mit dem Prozess der Finanzialisierung verbunden ist die massive Zunahme von fiktivem Kapital, d.h. von Anspr\u00fcchen auf k\u00fcnftigen Reichtum, die in keinem Verh\u00e4ltnis zur gegenw\u00e4rtigen Realwirtschaft stehen oder von dieser unabh\u00e4ngig sind. Eine Aktie ist ein Anspruch auf k\u00fcnftige Gewinne, die noch nicht \u2013 und m\u00f6glicherweise nie \u2013 in der Produktion erwirtschaftet werden. Zwischen 2000 und 2020 entstanden f\u00fcr jeden Dollar an neuen Nettoinvestitionen in der Realwirtschaft etwa vier Dollar an finanziellen Verbindlichkeiten. Auf diese Weise entwickelt sich durch die Finanzialisierung und die Zunahme des fiktiven Kapitals mit der Zeit eine Wirtschaft, die immer mehr einem Ponzi-System \u00e4hnelt, bei dem sich die Anleger auf st\u00e4ndig steigende Verm\u00f6genswerte verlassen. Wenig Aufmerksamkeit wird der Frage gewidmet, ob die B\u00f6rsenbewertung der Verm\u00f6genswerte eines Unternehmens \u00fcberhaupt noch etwas mit den realen Einnahmen aus der Produktion und dem Verkauf von Waren und Dienstleistungen zu tun hat.<\/p>\n<p>So wurde systematisch eine Welt des Scheinwohlstands geschaffen. Das gesamte Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten wird auf 30 Billionen bis 30,5 Billionen Dollar gesch\u00e4tzt. Aber die gesamte Marktkapitalisierung der in den USA b\u00f6rsennotierten Unternehmen erreichte im Oktober dieses Jahres etwa 69 Billionen bis 71 Billionen Dollar. Der Gesamtwert aller b\u00f6rsennotierten US-Aktien ist daher mehr als doppelt so hoch \u2013 220 Prozent \u2013 wie die j\u00e4hrliche US-Wirtschaftsleistung.<\/p>\n<p>Dies ist eine historische Umkehrung der Beziehung zwischen dem Aktienmarkt und der US-Wirtschaft. Im Jahr 1971 entsprach die gesamte Marktkapitalisierung etwa 80 Prozent des BIP, also etwa ein Viertel des heutigen Wertes. Das bedeutet, dass der Wert der Finanzanlagen in den letzten 50 Jahren viel schneller gestiegen ist als die zugrunde liegende Produktion von Waren und Dienstleistungen. Finanzverm\u00f6gen und spekulatives Kapital haben sich von der Realwirtschaft abgekoppelt.<\/p>\n<p>Dieses unhaltbare Verh\u00e4ltnis zum nominalen Marktwert ist nicht nur \u00f6konomisch nicht tragf\u00e4hig oder \u2013 um die ber\u00fchmte Formulierung von Alan Greenspan zu verwenden \u2013 ein Zeichen von \u201eirrationaler \u00dcbertreibung\u201c. Es ist ein Ausdruck des historischen Niedergangs des US-Kapitalismus.<\/p>\n<p>Betrachtet man das Jahr 1971 in seinem historischen Zusammenhang, so markiert es einen grundlegenden Wendepunkt in der wirtschaftlichen Entwicklung des amerikanischen Kapitalismus.<\/p>\n<p>Im August 1971 beendete Pr\u00e4sident Richard Nixon die Konvertierbarkeit des Dollars in Gold zum Kurs von 35 Dollar pro Feinunze. Diese Goldbindung war auf der Wirtschaftskonferenz von Bretton Woods im Jahr 1944 festgelegt worden und bildete seitdem die Grundlage f\u00fcr die Stabilisierung und das Wachstum der kapitalistischen Weltwirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Dollar-Gold-Konvertibilit\u00e4t beruhte auf der \u00fcberragenden Produktivkraft und der dominierenden Stellung des amerikanischen Kapitalismus. Die enormen Handelsbilanz- und Zahlungsbilanz\u00fcbersch\u00fcsse der USA bildeten die Grundlage f\u00fcr das Versprechen, gegen\u00fcber anderen L\u00e4ndern gehaltene Dollars jederzeit in Gold einzutauschen.<\/p>\n<p>Doch im Laufe der 1950er und 1960er Jahre, als Europa und Japan ihre vom Krieg zerst\u00f6rten Volkswirtschaften wieder aufbauten, nahm die Vormachtstellung der Vereinigten Staaten nach und nach ab. Da die Handels\u00fcbersch\u00fcsse stetig schrumpften, wurde das Versprechen der Dollar-Gold-Konvertibilit\u00e4t immer weniger haltbar. Aus Angst vor einem Ansturm auf den Dollar und der Ersch\u00f6pfung der Goldreserven k\u00fcndigte Nixon die 1944 in Bretton Woods getroffenen Vereinbarungen auf.<\/p>\n<p>Diese Entscheidung l\u00f6ste weltweit wirtschaftliche Schockwellen aus. Der \u00d6lpreis, gemessen in Dollar, vervierfachte sich. Der Dollar erfuhr eine massive Abwertung, ein Prozess, der seit einem halben Jahrhundert anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Der Anstieg des Goldpreises von 35 Dollar pro Feinunze im Jahr 1971 auf \u00fcber 4.000 Dollar stellt ein objektives Ma\u00df f\u00fcr den langfristigen Verfall des realen Werts des US-Dollars dar. Der Anstieg um mehr als das Hundertfache ist also nicht Ausdruck daf\u00fcr, dass Gold an sich \u201ewertvoller\u201c wird, sondern dass der Dollar an Kaufkraft und Glaubw\u00fcrdigkeit verliert.<\/p>\n<p>Nimmt man Gold als Indikator f\u00fcr das allgemeine Preisniveau \u00fcber Jahrzehnte hinweg, so bedeutet ein hundertfacher Anstieg eine vergleichbare Erosion \u2013 etwa 99 Prozent \u2013 des realen Werts des Dollars. Kaum eine andere Kennzahl macht so deutlich, wie stark sich die Inflation, die Ausweitung der Geldmenge und die Finanzierung staatlicher Schulden durch die Notenbank seit dem Ende des Bretton-Woods-Systems ausgewirkt haben.<\/p>\n<p>Das Ende der Goldbindung an den Dollar zeigte die Krise der globalen Rolle der US-Wirtschaft. Zugleich hatte diese Entscheidung jedoch zur Folge, dass s\u00e4mtliche \u00f6konomisch sinnvollen Grenzen f\u00fcr die Anh\u00e4ufung von Schulden und Defiziten wegfielen. Die Vereinigten Staaten konnten ihre Schulden und Defizite nun einfach durch das Drucken neuer Dollar begleichen.<\/p>\n<p>Seit 1971 haben die USA ihre Defizite durch eine Ausweitung der Kreditvergabe und in den letzten Jahrzehnten durch eine noch nie dagewesene \u201equantitative Lockerung\u201c finanziert. Der explosionsartige Anstieg der Staatsverschuldung (von 400 Milliarden Dollar im Jahr 1971 auf heute 38 Billionen Dollar) unterstreicht, dass die Stabilit\u00e4t des Dollars l\u00e4ngst nicht mehr auf Golddeckung beruht, sondern allein auf der globalen Nachfrage nach Dollaranlagen \u2013 und diese ger\u00e4t inzwischen sichtbar ins Wanken.<\/p>\n<p>Der Goldpreis wirkt wie ein internationales Referendum \u00fcber die Glaubw\u00fcrdigkeit der US-Geldpolitik. Ein Anstieg von 35 auf 4.000 Dollar bedeutet, dass sich viele langfristig gegen eine Dollarentwertung absichern. Der R\u00fcckgang des Dollar-Anteils an den weltweiten W\u00e4hrungsreserven, die zunehmenden Goldk\u00e4ufe der Zentralbanken und die Zunahme von Handelsabkommen au\u00dferhalb des Dollars entsprechen diesem Trend.<\/p>\n<p>Eine derart drastische Neubewertung bedeutet nicht nur Inflation, sondern einen historischen Zerfall der Wertbasis des Dollars. Sie bringt dieselben grundlegenden Widerspr\u00fcche zum Ausdruck \u2013 dauerhafte Handelsdefizite, Deindustrialisierung, Schuldenabh\u00e4ngigkeit und Finanzialisierung \u2013, die heute den allgemeinen Niedergang der US-Hegemonie vorantreiben.<\/p>\n<p>Der Verfall des Dollars ist nicht nur ein monet\u00e4res Ph\u00e4nomen. Der wirtschaftliche und geopolitische Machtverlust der USA ist in den letzten f\u00fcnfzig Jahren zu einem langfristigen, systemischen Prozess geworden. Am sichtbarsten wird das an dem massiven Einbruch der au\u00dfenwirtschaftlichen Finanzlage. Seit Anfang der 1990er Jahre verzeichnen die Vereinigten Staaten ununterbrochene und immer gr\u00f6\u00dfere Handelsdefizite. Das j\u00e4hrliche Warendefizit, das 1990 bei etwa 100 Milliarden Dollar lag, \u00fcbersteigt inzwischen 1 Billion Dollar. Dieses chronische Ungleichgewicht spiegelt die Aush\u00f6hlung der industriellen Basis des Landes und seine Abh\u00e4ngigkeit von globalen Kapitalzufl\u00fcssen wider, die den Konsum und Verm\u00f6gensblasen st\u00fctzen. Die Netto-Auslandsverm\u00f6gensposition der USA, die noch Anfang der 1980er Jahre positiv war, ist auf mehr als 18 Billionen Dollar gesunken \u2013 die gr\u00f6\u00dfte Schuldnerposition in der Weltgeschichte.<\/p>\n<p>Die USA ertrinken in Schulden. Vor f\u00fcnfzig Jahren, 1975 \u2013 kurz nach dem Zusammenbruch des Bretton-Woods-Systems und zu Beginn der Finanzialisierung \u2013 belief sich die Staatsverschuldung auf 533 Milliarden Dollar. Bis 1985 hatte sie sich auf 1,8 Billionen Dollar verdreifacht. Im Jahr 2005 betrug sie 7,9 Billionen Dollar. Nach der Rettung der Wall Street durch die Federal Reserve im Zuge der Finanzkrise von 2008 explodierte die Staatsverschuldung. 2015 lag sie bereits bei 18,1 Billionen Dollar. 2020, nach einer weiteren Rettung der Wall Street, erreichte der Schuldenstand 27 Billionen Dollar. Im Jahr 2025 wird sich die Staatsverschuldung auf 38 Billionen Dollar belaufen.<\/p>\n<p>Innerhalb eines halben Jahrhunderts ist die Staatsverschuldung um rund 6.000 Prozent gestiegen. Im gleichen Zeitraum wuchs das BIP nur um 1.321 Prozent. Das bedeutet, dass die Staatsverschuldung f\u00fcnfmal so stark gewachsen ist wie der gesamte Marktwert aller in den USA produzierten G\u00fcter und Dienstleistungen.<\/p>\n<p>Um einen k\u00fcrzeren Zeitraum zu betrachten: Zwischen 2000 bis 2025 wuchs das BIP um etwa 187 Prozent, w\u00e4hrend die Staatsverschuldung um 566 Prozent zunahm.<\/p>\n<p>Betrachten wir nun den Anstieg der Privatverschuldung: 1975 lag sie bei 500 Milliarden Dollar. Im dritten Quartal 2025 bel\u00e4uft sich das Gesamtvolumen aller Formen der privaten Verschuldung, darunter Hypotheken, Kreditkartenschulden, Autokredite, Studentendarlehen und Eigenheimkredite, auf 18,59 Billionen Dollar! Das entspricht einem 36-fachen Anstieg.<\/p>\n<p>Im gleichen Zeitraum stagnierte das Jahreseinkommen der unteren 90 Prozent der Amerikaner. Die Schulden der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit der Amerikaner belaufen sich auf etwa ein Drittel des gesamten Haushaltsverm\u00f6gens. F\u00fcr die untere H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung sind die Schulden im Verh\u00e4ltnis zu ihrem Verm\u00f6gen deutlich h\u00f6her. Zwischen 2020 und 2024 meldeten insgesamt 2,45 Millionen Amerikaner Insolvenz an. Bis September dieses Jahres waren es bereits 374.000 Menschen. Bis zum Jahresende wird die Gesamtzahl der Insolvenzen im Jahr 2025 die Zahl von 2024 \u00fcberschreiten.<\/p>\n<p>J\u00fcngsten Zahlen zufolge leben etwa 75 Prozent der Amerikaner von \u201eGehaltsscheck zu Gehaltsscheck\u201c. Das bedeutet, dass sie nur wenig oder gar kein Geld f\u00fcr etwaige Notf\u00e4lle haben. Millionen Amerikaner leben am Rande des Existenzminimums.<\/p>\n<p>\u201eEs war die beste aller Zeiten, es war die schlimmste aller Zeiten\u201c \u2013 Charles Dickens\u2019 ber\u00fchmte Beschreibung der Periode am Vorabend der Franz\u00f6sischen Revolution trifft auch auf das heutige Amerika zu, und eigentlich auf die ganze Welt. W\u00e4hrend die meisten Amerikaner in verschiedenen Formen wirtschaftlicher Not leben, verf\u00fcgt ein winziger Teil \u00fcber einen so hohen Reichtum, f\u00fcr den es in der Neuzeit, vielleicht sogar in der Weltgeschichte, keinen Pr\u00e4zedenzfall gibt. \u00dcber das Gesamtverm\u00f6gen der superreichen Milliard\u00e4re ist bereits so viel berichtet worden, dass es nicht wiederholt werden muss. Es gen\u00fcgt zu sagen, dass man nach der Bekanntgabe von Elon Musks Gehaltspaket in H\u00f6he von 1 Billion Dollar nicht \u00fcberrascht ist, wenn man liest, dass das pers\u00f6nliche Verm\u00f6gen von Larry Ellison, dem Chef des US-Softwarekonzerns Oracle, an nur einem Tag um 100 Milliarden Dollar gestiegen ist!<\/p>\n<p>Es sollte jedoch betont werden, dass das astronomische Ausma\u00df des Verm\u00f6gens der Oligarchen untrennbar mit der Finanzialisierung der US- und der Weltwirtschaft verbunden ist. Ihr pers\u00f6nlicher Reichtum ist auf einem Berg von fiktivem Kapital aufgebaut. Sie verk\u00f6rpern das Finanzparasitentum. Sie beziehen ihr Verm\u00f6gen nicht aus der Produktion realer Werte, sondern aus der Aufbl\u00e4hung von Anspr\u00fcchen auf Wert. Reich geworden sind sie vor allem durch steigende Verm\u00f6genspreise, durch den Einsatz von Fremdkapital, Aktienr\u00fcckk\u00e4ufe, Fusionen und Firmen\u00fcbernahmen, die B\u00fcndelung und den Weiterverkauf von Schulden sowie durch Gesch\u00e4fte mit Derivaten und Arbitrage. Die Legalisierung und der reibungslose Ablauf all dieser Operationen wird durch die Zusammenarbeit mit Pr\u00e4sidenten, Kongressabgeordneten, Richtern und Regierungsbeamten sichergestellt, die von den Oligarchen gekauft und bestochen werden.<\/p>\n<p>Ihr Reichtum hat einen b\u00f6sartigen und gesellschaftlich kriminellen Charakter, da die Prozesse und die Politik, die ihn aufrechterhalten, nicht nur die Verarmung von Milliarden von Menschen, sondern auch endlose Kriege um die Kontrolle von M\u00e4rkten und wichtigen Ressourcen sowie \u00f6kologische Katastrophen erfordern.<\/p>\n<p>Die von mir angef\u00fchrten Statistiken \u2013 die Liste lie\u00dfe sich noch viel l\u00e4nger fortsetzen \u2013 liefern eine unwiderlegbare faktische Darstellung des sozial regressiven, reaktion\u00e4ren und kriminellen Charakters des modernen Kapitalismus. Doch es bleibt die Frage: Belegen diese Fakten den historischen Zusammenbruch des kapitalistischen Systems? Oder anders gefragt: Ist die wachsende Massenopposition gegen den Kapitalismus nur eine emp\u00f6rte Reaktion auf die soziale Ungleichheit, oder ist sie \u2013 in einem tieferen historischen Sinn \u2013 auf politischer Ebene der objektive Ausdruck einer revolution\u00e4ren L\u00f6sung der wirtschaftlichen Widerspr\u00fcche innerhalb des kapitalistischen Systems?<\/p>\n<p>Die Antwort auf diese Frage setzt voraus, dass man die Implikationen von Marx\u2019 Werttheorie und seiner Entdeckung und Erkl\u00e4rung des Falls der Profitrate im Zusammenhang mit der heutigen Finanzialisierung der US- und Weltwirtschaft \u00fcberpr\u00fcft und durcharbeitet. Der Wert ist, wie Marx im ersten Band des <em>Kapital <\/em>erkl\u00e4rt, keine Sache. Vielmehr handelt es sich um ein gesellschaftliches Verh\u00e4ltnis, das sich im Produktionsprozess ausdr\u00fcckt. Im kapitalistischen System wird der Wert durch die von den Arbeitern eingesetzte Arbeitskraft geschaffen. Der Profit entsteht dadurch, dass die Kapitalistenklasse Arbeitskraft kauft, die im Produktionsprozess einen gr\u00f6\u00dferen Wert schafft, als der Lohn, den die Arbeiter f\u00fcr den Verkauf ihrer Arbeitskraft erhalten.<\/p>\n<p>In seiner Analyse des Arbeitsprozesses unterscheidet Marx zwei Bestandteile des Kapitals: das variable Kapital, also jenen Teil des Kapitals, den der Kapitalist f\u00fcr L\u00f6hne zur Bezahlung der Arbeitskraft aufwendet, und das konstante Kapital, das alle nicht-menschlichen Produktionsmittel umfasst \u2013 darunter Rohstoffe, Maschinen, Werkzeuge und Geb\u00e4ude, die zur Herstellung einer Ware notwendig sind. W\u00e4hrend das konstante Kapital seinen bereits vorhandenen Wert auf das Produkt \u00fcbertr\u00e4gt, schafft das variable Kapital \u2013 also die von den Arbeitern eingesetzte Arbeitskraft \u2013 neuen Mehrwert (den Wert, den die Arbeiter im Produktionsprozess schaffen, der \u00fcber den gezahlten Lohn hinausgeht). Aus diesem Mehrwert stammt letztlich der Profit. Marx definiert die Profitrate als das Verh\u00e4ltnis des durch variables Kapital erzeugten Mehrwerts zum gesamten im Arbeitsprozess eingesetzten Kapital \u2013 variablem wie konstantem Kapital.<\/p>\n<p>Mit dem Wachstum der Produktivkr\u00e4fte steigt das Verh\u00e4ltnis von konstantem zu variablem Kapital. Die Folge ist ein R\u00fcckgang der Profitrate. Dieser gesetzm\u00e4\u00dfig verlaufende Prozess ist die Quelle der Instabilit\u00e4t und der Krisenhaftigkeit, die dem kapitalistischen System innewohnen. Der notwendige Versuch der Kapitalistenklasse, diesen Fall der Profitrate aufzuhalten, ist zugleich die treibende Kraft technologischer Innovationen, die darauf abzielen, die Effizienz der Arbeitskraft bei der Erzeugung von Mehrwert zu steigern.<\/p>\n<p>Zu den gegenl\u00e4ufigen Faktoren geh\u00f6ren au\u00dferdem die Ausweitung des Handels, die Erschlie\u00dfung neuer Quellen \u201ebilliger Arbeitskraft\u201c und \u2013 wie wir gesehen haben \u2013 die zunehmende Abh\u00e4ngigkeit von Kredit und Verschuldung, um Profite k\u00fcnstlich in die H\u00f6he zu treiben, selbst wenn das zugrunde liegende Verh\u00e4ltnis zwischen konstantem und variablem Kapital immer ung\u00fcnstiger wird.<\/p>\n<p>Im letzten Jahr befand sich die Wall Street in einem Spekulationsrausch mit riesigen Investitionen in K\u00fcnstliche Intelligenz und damit verbundene Technologien zur Automatisierung. Der Traum eines jeden Vorstandschefs schien sich zu erf\u00fcllen: Es wurde ein Weg gefunden, die Arbeitskosten drastisch zu senken. Und tats\u00e4chlich setzen Unternehmen \u2013 in den USA wie auch weltweit \u2013 auf massiven Stellenabbau.<\/p>\n<p>In allen Branchen, von der Logistik \u00fcber die Autoproduktion, die Luft- und Raumfahrt, die Telekommunikation bis hin zum Bankenwesen, f\u00fchren Konzerne umfangreiche KI-Systeme ein, um B\u00fcro- und Schreibarbeit, Kundenservice, Codierung, Finanzmodellierung und Tausende andere T\u00e4tigkeiten zu ersetzen, die fr\u00fcher Arbeitspl\u00e4tze boten.<\/p>\n<p>In Gro\u00dfbritannien haben gro\u00dfe Unternehmen erhebliche KI-bedingte Entlassungen angek\u00fcndigt. Das Telekommunikationsunternehmen BT plant, bis 2030 bis zu 55.000 Stellen abzubauen, wobei etwa 10.000 Stellen durch KI und Automatisierung im Kundenservice und im Netzwerkmanagement ersetzt werden sollen. Die Versicherungsgesellschaft Aviva streicht nach der \u00dcbernahme von Direct Line 2.300 Stellen im Versicherungsbereich. Der Energiekonzern BP baut 6.200 Stellen bis Ende 2025 ab \u2013 15 Prozent der B\u00fcroarbeitspl\u00e4tze. CEO Murray Auchincloss begr\u00fcndete dies mit Effizienzsteigerung durch KI, die Teil der konzernweiten Kostensenkungsprogramme sei.<\/p>\n<p>Der gleiche Prozess ist in ganz Westeuropa im Gange. Siemens will 5.600 Stellen im Automatisierungsgesch\u00e4ft k\u00fcrzen; Lufthansa 4.000 Stellen in der Verwaltung; ZF Friedrichshafen steht vor einem Abbau von 7.600 bis 14.000 Arbeitspl\u00e4tzen aufgrund von Automatisierung; Telef\u00f3nica streicht 6.000 bis 7.000 Stellen im Zuge der Umstrukturierung durch KI.<\/p>\n<p>In den USA will Amazon 14.000 Stellen k\u00fcrzen, UPS hat 48.000 Arbeitspl\u00e4tze durch automatisierte Hubs abgebaut und Salesforce ersetzt 4.000 Mitarbeiter im Kundendienst durch KI-Agenten.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der kurzfristigen Steigerung der Rendite, die einzelne Unternehmen erzielen, f\u00fchrt die weitgehende Verdr\u00e4ngung menschlicher Arbeit, der Quelle des Mehrwerts, zu einem beschleunigten Anstieg des Verh\u00e4ltnisses von konstantem zu variablem Kapital und damit zu einem systembedingten R\u00fcckgang der Profitrate.<\/p>\n<p>Dieser Prozess versch\u00e4rft den von Marx identifizierten Grundwiderspruch des Kapitalismus in einem noch nie dagewesenen Ausma\u00df. Der Mehrwert kann nicht in dem Tempo wachsen, das n\u00f6tig w\u00e4re, um das st\u00e4ndig anwachsende konstante Kapital zu tragen. Das gesamte System wird zunehmend destabilisiert. Die Entwertung von Kapital \u2013 durch Insolvenzen, Liquidationen, Abschreibungen und die Zerst\u00f6rung von fixem Kapital \u2013 ist eine verzweifelte Reaktion auf die Profitabilit\u00e4tskrise.<\/p>\n<p>Selbst inmitten des Spekulationsrummels, den die KI ausgel\u00f6st hat, werden Bedenken \u00fcber die verheerenden sozialen Folgen der Einf\u00fchrung dieser neuen Technologie laut. In einem Artikel in der j\u00fcngsten Ausgabe von <em>Foreign Affairs (<\/em>November\/Dezember 2025) mit dem Titel \u201eThe Stagnant Order\u201c (Die stagnierende Ordnung), schreibt Professor Michael Beckley:<\/p>\n<p><em>In einigen Prognosen wird behauptet, dass die k\u00fcnstliche Intelligenz die weltweite Produktion um 30 Prozent pro Jahr steigern wird, aber die meisten Wirtschaftswissenschaftler gehen davon aus, dass sie nur einen Prozentpunkt zum j\u00e4hrlichen Wachstum beitragen wird. KI eignet sich hervorragend f\u00fcr digitale Aufgaben, doch den gr\u00f6\u00dften Mangel an Arbeitskr\u00e4ften gibt es im physischen und sozialen Bereich. Krankenh\u00e4user brauchen Pflegepersonal dringender als schnellere Scans; Restaurants brauchen K\u00f6che mehr als Bestell-Tablets; Anw\u00e4lte m\u00fcssen Richter \u00fcberzeugen, nicht nur Schrifts\u00e4tze analysieren. Roboter sind in der realen Welt immer noch unbeholfen, und da maschinelles Lernen auf statistischen Wahrscheinlichkeiten beruht, sind Fehler unvermeidlich \u2013 Menschen m\u00fcssen daher oft weiterhin eingebunden bleiben. Diese Grenzen spiegelten sich in einer McKinsey-Umfrage wider, in der etwa 80 Prozent der Unternehmen angaben, dass KI keine wesentlichen Auswirkungen auf ihre Gewinne hatte.<\/em><\/p>\n<p><em>Selbst wenn die KI weiter voranschreitet, kann es Jahrzehnte dauern, bis gr\u00f6\u00dfere Produktivit\u00e4tsgewinne erzielt werden, weil sich die Volkswirtschaften auf die neuen Werkzeuge einstellen m\u00fcssen. F\u00fcr die heutigen Volkswirtschaften bietet das wenig Entlastung. Das globale Wachstum ist von vier Prozent in den ersten Jahrzehnten des 21. Jahrhunderts auf etwa drei Prozent heute gefallen \u2013 und in fortgeschrittenen Volkswirtschaften auf kaum ein Prozent. Das Produktivit\u00e4tswachstum, das in den 1950er und 1960er Jahren bei drei bis vier Prozent j\u00e4hrlich lag, ist nahezu auf null gesunken. Gleichzeitig ist die weltweite Verschuldung von 200 Prozent des globalen BIP vor 15 Jahren auf heute 250 Prozent gestiegen; in einigen entwickelten Volkswirtschaften liegt sie inzwischen bei \u00fcber 300 Prozent.<\/em><\/p>\n<p>Die Schlussfolgerungen von Professor Beckley sind d\u00fcster. \u201eDie Vereinigten Staaten werden zu einer abtr\u00fcnnigen Supermacht &#8230; der Ausdruck \u201aAnf\u00fchrer der freien Welt\u2018 klingt selbst in amerikanischen Ohren hohl.\u201c<\/p>\n<p><em>Was sich abzeichnet, ist kein multipolares Konzert von Gro\u00dfm\u00e4chten, die sich die Welt teilen, sondern eine Wiederkehr einiger der schlimmsten Entwicklungen des 20. Jahrhunderts: krisengeplagte Staaten, die aufr\u00fcsten; fragile Staaten, die kollabieren; Demokratien, die von innen heraus verfaulen; und der angebliche Garant der Weltordnung, der sich in provinzielle Eigeninteressen zur\u00fcckzieht.<\/em><\/p>\n<p>Die KI kommt nicht als Retter des Kapitalismus. Vielmehr werden dadurch die bereits bestehenden Widerspr\u00fcche in au\u00dferordentlichem Ma\u00dfe verst\u00e4rkt. Die gewaltige Masse an konstantem Kapital, die f\u00fcr die KI-Infrastruktur ben\u00f6tigt wird, steht einem stark reduzierten Angebot an lebendiger Arbeit gegen\u00fcber, um Mehrwert zu erzeugen. Dies ist kein Widerspruch, der im Kapitalismus \u00fcberwunden werden kann.<\/p>\n<p>Angesichts dieser Zwangslage versucht die herrschende Klasse, der Krise mit immer mehr Gewalt entgegenzuwirken: Angriffe auf die Arbeitsbedingungen, Abbau von Sozialprogrammen, Massendeportationen, Kriege, V\u00f6lkermord. Die Oligarchie, die durch ihre eigenen inneren Widerspr\u00fcche in die Enge getrieben wird, schl\u00e4gt mit zunehmender Verzweiflung um sich. Die Militarisierung der amerikanischen St\u00e4dte, die Unterst\u00fctzung des Faschismus, die F\u00f6rderung des Kriegs gegen Russland und China \u2013 das sind keine rationalen politischen Entscheidungen, sondern die Zuckungen eines sterbenden Systems.<\/p>\n<p>Wenn man das Handeln dieses Pr\u00e4sidenten, seiner Regierung und Kreise von milliardenschweren Sponsoren und Verb\u00fcndeten aus der Wirtschaft beobachtet, hat man den Eindruck, einen Scorsese-Film vor sich zu haben. Am vergangenen Montag war Trump Gastgeber eines Staatsdinners f\u00fcr den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Bei dem Ehrendinner f\u00fcr den saudischen Herrscher war eine erweiterte Runde der Superreichen anwesend, die bereits im September an der Veranstaltung im Wei\u00dfen Haus teilnahmen.<\/p>\n<p>Gerade einmal sieben Jahre sind vergangen, seit bin Salman den Mord an dem amerikanischen Staatsb\u00fcrger und Journalisten Jamal Khashoggi anordnete, der f\u00fcr die <em>Washington Post <\/em>arbeitete<em>. <\/em>Khashoggis Artikel \u00fcber den brutalen und repressiven Charakter des Regimes hatten den Kronprinzen ver\u00e4rgert \u2013 und er fand ein grausames Ende.<\/p>\n<p>Am 2. Oktober 2018 betrat Khashoggi das saudische Konsulat in Istanbul, um Dokumente zu erhalten, die er f\u00fcr seine bevorstehende Hochzeit ben\u00f6tigte. Bin Salman hatte ein 15-k\u00f6pfiges saudisches Mordkommando nach Istanbul geschickt, um Khashoggi zu t\u00f6ten, sobald er sich im Konsulat befand. Nachdem sich die T\u00fcren hinter ihm geschlossen hatten, packten die Attent\u00e4ter Khashoggi, erw\u00fcrgten ihn und zerst\u00fcckelten anschlie\u00dfend seine Leiche. Die t\u00fcrkischen Ermittler gehen davon aus, dass Khashoggis K\u00f6rperteile mit Flusss\u00e4ure aufgel\u00f6st und entsorgt wurden. Von Khashoggi fehlt bis heute jede Spur.<\/p>\n<p>Auf die Frage nach der Rolle des Kronprinzen bei der Ermordung Khashoggis antwortete Trump in der Manier eines Mafiabosses: \u201eKann passieren.\u201c<\/p>\n<p>KANN PASSIEREN!<\/p>\n<p>Die Wahl eines ordin\u00e4ren Gangsters zum Pr\u00e4sidenten, dem politischen Pendant zum Mafiaboss Tony Soprano, zeugt von der F\u00e4ulnis der amerikanischen herrschenden Klasse.<\/p>\n<p>In diesem Vortrag habe ich mich auf die objektiven Bedingungen und Prozesse konzentriert, die zu einer Krise gef\u00fchrt haben, die nur durch eine sozialistische Revolution in eine fortschrittliche Richtung gel\u00f6st werden kann. Die sich rapide verschlechternden Lebensbedingungen f\u00fcr die gro\u00dfe Mehrheit der Amerikaner f\u00fchren bereits zu einem wachsenden Gef\u00fchl, dass eine Alternative zum Kapitalismus notwendig ist. Dieses Gef\u00fchl hat seinen ersten, politisch noch naiven Ausdruck in der Wahl von Zohran Mamdani zum B\u00fcrgermeister von New York, der Finanzmetropole des Weltkapitalismus, gefunden.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich hat Mamdani keine Zeit verloren, seine \u201esozialistische\u201c Persona zu verleugnen.<\/p>\n<p>Seit seiner Wahl befindet sich Mamdani in einem erb\u00e4rmlichen \u201eFull-Corbyn\u201c-Modus, indem er den Medien und der Wall Street versichert, dass nichts, was er w\u00e4hrend des Wahlkampfs gesagt habe, ernst zu nehmen sei. Er geht so weit, dass er um eine Audienz bei Trump bittet und sich dabei selbst dem\u00fctigt. Gestern stand Mamdani bei einer Pressekonferenz im Oval Office hinter Trump wie ein braver Pfadfinder und nickte zustimmend mit dem Kopf, w\u00e4hrend Trump mit ihm spielte.<\/p>\n<p>Daran ist nichts \u00fcberraschend. Mamdani folgt nur dem ausgetretenen Pfad des bereits erw\u00e4hnten Corbyn, Iglesias von Podemos, Tsipras von Syriza, M\u00e9lanchon von La France Insoumise, Sanders und Ocasio-Cortez von der DSA und unz\u00e4hligen anderen. Das Einzige, das Mamdani von all seinen Vorg\u00e4ngern in der Politik des Verrats unterscheidet, ist die Geschwindigkeit und groteske Schamlosigkeit, mit der er seinem \u201eLinkssein\u201c abgeschworen hat. Er konnte nicht einmal bis zu seiner Amtseinf\u00fchrung als B\u00fcrgermeister warten.<\/p>\n<p>Am 4. November erkl\u00e4rte Mamdani, dass er die Wahl gewonnen habe:<\/p>\n<p><em>Denn wenn jemand einer von Donald Trump verratenen Nation zeigen kann, wie man ihn besiegen kann, dann ist es die Stadt, die ihn hervorgebracht hat. Und wenn man einen Despoten in Angst und Schrecken versetzen kann, dann dadurch, dass man genau die Bedingungen beseitigt, die es ihm erm\u00f6glicht haben, Macht zu erlangen.<\/em><\/p>\n<p>Mamdani hat nur wenige Tage gebraucht, um von seiner bombastischen Demagogie in der Wahlnacht zu seiner Pilgerreise ins Wei\u00dfe Haus \u00fcberzugehen. Mamdani ist schnell und m\u00fchelos zu einer der \u201eBedingungen\u201c geworden, die es Trump erm\u00f6glichen, an der Macht zu bleiben und seine Verschw\u00f6rung zur Errichtung einer Diktatur umzusetzen.<\/p>\n<p>Mamdani erniedrigt sich selbst nicht nur aus Feigheit. Sein Verhalten ist Ausdruck einer vulg\u00e4ren, pragmatischen Politik, wie sie f\u00fcr die kleinb\u00fcrgerlichen Pseudolinken typisch ist. Ihnen fehlt jedes Verst\u00e4ndnis, ja selbst jedes Interesse daran, die Widerspr\u00fcche des Kapitalismus zu begreifen, die ihn in Krisen, Faschismus und Krieg und die Arbeiterklasse zur Revolution treiben.<\/p>\n<p>Mamdanis Verrat zeigt erneut, dass das zentrale Problem unserer Zeit die Krise der revolution\u00e4ren F\u00fchrung ist.<\/p>\n<p>Das Vorhandensein einer extremen Krise ist keine Garantie f\u00fcr den Umsturz des Kapitalismus. Der Sozialismus ist nicht einfach das Ergebnis der Ausarbeitung objektiver Gesetze. Der Fall der Profitrate f\u00fchrt nicht automatisch zum Ende des kapitalistischen Systems. Je tiefer die Krise, desto gewaltt\u00e4tiger und r\u00fccksichtsloser werden die Anstrengungen der herrschenden Klasse sein, ihr System zu retten \u2013 selbst um den Preis der Zerst\u00f6rung der Zivilisation.<\/p>\n<p>Im Endeffekt h\u00e4ngt der Sturz des Kapitalismus vom bewussten Kampf der Arbeiterklasse f\u00fcr den Sozialismus ab. Objektive wirtschaftliche Prozesse schaffen sowohl die Notwendigkeit als auch die Bedingungen f\u00fcr den Sturz des Kapitalismus. Doch die sozialistische Revolution ist das Ergebnis des bewussten Eingreifens der Arbeiterklasse in den historischen Prozess.<\/p>\n<p>Die Geschichte des 20. Jahrhunderts war von revolution\u00e4ren K\u00e4mpfen gepr\u00e4gt. Die gro\u00dfe politische Lehre aus diesen K\u00e4mpfen war, dass eine siegreiche Revolution nur m\u00f6glich ist, wenn sie von einer marxistischen Partei gef\u00fchrt wird, die sich auf die Arbeiterklasse st\u00fctzt und von demokratischen Organen der Arbeitermacht unterst\u00fctzt wird. Das war die Grundlage f\u00fcr den Sieg der Oktoberrevolution von 1917. Das Fehlen einer marxistischen F\u00fchrung aufgrund des Verrats des Stalinismus und der Sozialdemokratie war die Hauptursache f\u00fcr die Niederlagen, die die Arbeiterklasse nach der bolschewistischen Revolution erlitt. Der H\u00f6hepunkt dieses Verrats war die Aufl\u00f6sung der Sowjetunion im Jahr 1991.<\/p>\n<p>Es folgten 30 Jahre politischer Verwirrung und Orientierungslosigkeit. Doch die ungel\u00f6sten und unl\u00f6sbaren Widerspr\u00fcche des Kapitalismus setzen eine neue Welle revolution\u00e4rer K\u00e4mpfe in Bewegung. In diesem Prozess werden die Ereignisse in den Vereinigten Staaten eine zentrale und entscheidende Rolle spielen. Nach den beiden verheerenden imperialistischen Weltkriegen des 20. Jahrhunderts war es der amerikanische Kapitalismus, der den europ\u00e4ischen und weltweiten Kapitalismus stabilisierte und rettete. Er wird nicht in der Lage sein, diese Rolle in den revolution\u00e4ren K\u00e4mpfen zu spielen, die sich jetzt entfalten.<\/p>\n<p>Der einstige Stabilisator des Weltkapitalismus ist nun zur gr\u00f6\u00dften Quelle globaler Instabilit\u00e4t geworden. Hinzu kommt, dass die politisch konservativste Arbeiterklasse, die angeblich immun gegen die Anziehungskraft des Sozialismus ist, nun politisch radikalisiert wird.<\/p>\n<p>Wohin geht Amerika? Die Antwort auf die Frage lautet: Zum Sozialismus.<\/p>\n<p>Jetzt sind die Voraussetzungen f\u00fcr einen au\u00dferordentlichen Fortschritt im politischen Bewusstsein der Arbeiterklasse gegeben. Paradoxerweise wird sich derselbe technologische Fortschritt, der eine immense Bedrohung f\u00fcr ihre Lebensbedingungen darstellt, auch als eine m\u00e4chtige Waffe f\u00fcr die Entwicklung des revolution\u00e4ren Bewusstseins erweisen.<\/p>\n<p>Das enorme p\u00e4dagogische Potenzial der KI in Verbindung mit den revolution\u00e4ren Perspektiven des wissenschaftlichen Sozialismus er\u00f6ffnet beispiellose M\u00f6glichkeiten. Das Bewusstsein der Arbeiterklasse, das Verst\u00e4ndnis der objektiven Bedingungen der kapitalistischen Krise, die Kl\u00e4rung des Weges zur Macht der Arbeiterklasse \u2013 all das kann in einem Ausma\u00df verbreitet werden, das sich fr\u00fchere Generationen kaum h\u00e4tten vorstellen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Diderots Enzyklop\u00e4die im 18. Jahrhundert wurde zu einem Instrument der Aufkl\u00e4rung, das zur Franz\u00f6sischen Revolution beitrug, indem es Wissen f\u00fcr die Massen zug\u00e4nglich machte, die zuvor in Unwissenheit gehalten worden waren. Ebenso kann auch k\u00fcnstliche Intelligenz \u2013 richtig entwickelt und demokratisch kontrolliert, von der revolution\u00e4ren marxistisch-trotzkistischen Partei genutzt und in den Dienst der Arbeiterklasse statt des kapitalistischen Profits gestellt \u2013 zu einem Instrument des sozialistischen Bewusstseins werden.<\/p>\n<p>Die<em> World Socialist Web Site<\/em> hat dieses Potenzial schon lange erkannt. Das IKVI hat verstanden, dass die technologische Revolution, die die KI darstellt, f\u00fcr die Zwecke der Arbeiterbewegung nutzbar gemacht werden muss. Und es ist mir eine gro\u00dfe Freude, ank\u00fcndigen zu k\u00f6nnen, dass wir in K\u00fcrze Socialism AI ver\u00f6ffentlichen werden, eine revolution\u00e4re Anwendung k\u00fcnstlicher Intelligenz zur Entwicklung des sozialistischen Bewusstseins und der organisatorischen F\u00e4higkeiten der internationalen Arbeiterklasse.<\/p>\n<p>Dies ist kein kleines technisches Projekt. Wir setzen die fortschrittlichsten Produktivkr\u00e4fte ein, um das Bewusstsein grundlegend zu ver\u00e4ndern. Das Ziel ist es, die theoretischen Ressourcen, die historische Analyse und die programmatische Klarheit, die die Arbeiterklasse ben\u00f6tigt, um ihre historische Mission zu verstehen und die Macht zu ergreifen, sofort und weltweit verf\u00fcgbar zu machen.<\/p>\n<p>Die Welt, in der wir leben, gleicht einem schlummernden Vulkan, an dessen H\u00e4ngen die Zivilisation ihre Monumente errichtet, ihre Institutionen gr\u00fcndet und ihr t\u00e4gliches Leben organisiert. F\u00fcr einige Zeit erscheint der Vulkan inaktiv. Doch unter der Oberfl\u00e4che baut sich ein gewaltiger Druck auf. Das Magma steigt. Die Ersch\u00fctterungen nehmen zu. Und schlie\u00dflich kommt es zur Eruption von katastrophaler Wucht, die die Landschaft vollst\u00e4ndig verwandelt.<\/p>\n<p>Die Metapher des Vulkans erfasst nicht nur die zerst\u00f6rerische, sondern auch die sch\u00f6pferische Energie dieses Prozesses. Ein Vulkanausbruch zerst\u00f6rt das alte Terrain, schafft aber zugleich neues Land.<\/p>\n<p>Der Ausbruch des Klassenkampfs in den Vereinigten Staaten wird die verrotteten Strukturen des Kapitalismus zerst\u00f6ren, aber auch die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine neue Welt er\u00f6ffnen. Aus den Tiefen gesellschaftlicher Unterdr\u00fcckung wird eine Kraft entstehen, gr\u00f6\u00dfer als jede Armee oder jedes Unternehmen: die kollektive Macht einer Klasse, die allen Reichtum produziert und doch nichts besitzt. Wenn diese Kraft bewusst handelt, geleitet vom wissenschaftlichen Sozialismus und der Analyse der objektiven Realit\u00e4t, wird sie die nationalen und ethnischen Grenzen hinwegfegen und die Menschheit in einem gemeinsamen Kampf f\u00fcr ihre Befreiung vereinen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2025\/11\/27\/pers-n27.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 28. 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