{"id":15986,"date":"2025-12-12T11:45:26","date_gmt":"2025-12-12T09:45:26","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15986"},"modified":"2025-12-12T11:45:27","modified_gmt":"2025-12-12T09:45:27","slug":"will-deutschland-rache-fuer-1945","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=15986","title":{"rendered":"Will Deutschland Rache f\u00fcr 1945?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Moskau zieht einen epochalen Schlussstrich: Nach 300 Jahren des Versuchs, Teil der europ\u00e4ischen Zivilisation zu werden, erkl\u00e4rt Russland das \u201eWestliche Projekt\u201c f\u00fcr endg\u00fcltig beendet. Die neue Formel lautet: \u201eDer Westen ist separat \u2013 Russland ist separat\u201c<\/strong>.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p><strong>Um die Ursachen und Konsequenzen dieses strategischen und zivilisatorischen Wandels zu ergr\u00fcnden, traf \u00c9va P\u00e9li Ende Oktober in Moskau den renommierten russischen Geopolitiker Dmitri Trenin \u2013 eine Schl\u00fcsselstimme der heutigen strategischen Elite. Als Forschungsprofessor an der Nationalen Forschungsuniversit\u00e4t \u201eHochschule f\u00fcr Wirtschaft\u201c und leitender Wissenschaftler am Primakow-Institut (IMEMO) liefert Trenin eine schonungslose Analyse: Er entlarvt die Russland-Feindlichkeit der europ\u00e4ischen Eliten als politisches Einigungsinstrument, beleuchtet revanchistische Untert\u00f6ne in der deutschen Au\u00dfenpolitik und skizziert f\u00fcr die Zukunft Europas nur einen \u201eKalten Gegensatz\u201c \u2013 gekennzeichnet durch Mauern und die Gefahr einer neuen Kuba-Krise durch Raketenstationierung. Erfahren Sie im Gespr\u00e4ch, warum Russland weder der Hegemonie des Westens noch der Chinas folgen kann und welche langfristigen Folgen dieser Abscahied vom Westen f\u00fcr die globale Ordnung hat.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong>&nbsp;Ihre zentrale Aussage lautet, dass Russland das \u201evom Zaren Peter I. er\u00f6ffnete westliche Projekt beendet\u201c. Was bedeutet dieser strategische und zivilisatorische Wandel f\u00fcr die russische Identit\u00e4t und ihre langfristige Au\u00dfenpolitik? Ist dies eine endg\u00fcltige Abkehr vom Westen?<\/p>\n<p><strong>Dmitri Trenin<\/strong> Es ist keine Abkehr vom Westen, sondern eine Abkehr vom Versuch, der Westen zu werden. Dieser Versuch, der sich \u00fcber drei Jahrhunderte in verschiedenen Varianten erstreckte, ist abgeschlossen: Der Westen ist separat, Russland ist separat.<\/p>\n<p>Der Sinn des urspr\u00fcnglichen Konzepts von Peter I. war es, dass Russland eine gro\u00dfe europ\u00e4ische Macht wird \u2013 was bis zur Zeit Katharinas II. gelang. Dann, unter Lenin, basierend auf Marxismus-Leninismus, gab es den Versuch, Russland in ein weltweites kommunistisches System zu integrieren, m\u00f6glicherweise mit dem Zentrum in Europa, da Lenin davon ausging, dass Deutschland die f\u00fchrende sozialistische Nation werden und Russland \u201enachziehen\u201c w\u00fcrde. Und schlie\u00dflich versuchte Russland unter Michail Gorbatschow, Boris Jelzin und dem fr\u00fchen Wladimir Putin, sich in das moderne westliche System zu integrieren, institutionell Mitglied von NATO und EU zu werden \u2013 die Idee eines \u201eGro\u00dfen Europas von Lissabon bis Wladiwostok\u201c zu verwirklichen. Europa war in dieser Zeit Modell, Mentor sowie der Hauptmarkt f\u00fcr Rohstoffexporte und den Erhalt moderner Technologien.<\/p>\n<p>Diese Periode ist meiner Meinung nach aus zwei Gr\u00fcnden vorbei:<\/p>\n<p>1. Die Hauptursache liegt darin, dass Russland in den letzten 30 Jahren maximaler Ann\u00e4herung und dem Streben, \u201ewie sie\u201c zu werden, verstanden hat, dass es der Westen nicht werden kann. Der Grund liegt in der Hierarchie des westlichen Systems, in dem es immer einen hegemonialen Staat gibt. Integration beginnt nicht mit Wirtschaftsreformen, sondern mit der Unterordnung unter diesen Hegemon. Russland kann jedoch organisch keine hegemoniale Macht anerkennen \u2013 weder die Elite noch das Volk insgesamt.<\/p>\n<p>2. Die zweite Ursache liegt in der Erkenntnis des Westens, insbesondere Europas: Russland hat nicht nur Interessen au\u00dferhalb Europas, sondern ist auch zu gro\u00df, um leicht integriert werden zu k\u00f6nnen. Die Integration Deutschlands erforderte zwei Kriege, und ein Russland, das keinen Krieg verloren hatte, w\u00e4re ein zu gro\u00dfer Stimmenblock im Europ\u00e4ischen Parlament geworden.<\/p>\n<p>Der Ausl\u00f6ser f\u00fcr die endg\u00fcltige Trennung war der Ukraine-Krieg. Russland war \u00fcberrascht, wie hart, ungerecht und hysterisch Europa auf die russischen Handlungen reagierte, und es ahnte das Ausma\u00df des Hasses seitens der europ\u00e4ischen Eliten und Medien nicht \u2013 was hier als Russophobie bezeichnet wird. In Russland hingegen gibt es keinen Hass gegen die Ukrainer als Volk. Dies war eine unangenehme, aber wichtige Erkenntnis, und f\u00fcr Russland schlie\u00dft sich der westliche Kurs auf nat\u00fcrliche Weise: Es kann nicht, und es wird dort nicht gewollt.<\/p>\n<p>Aus demselben Grund kann Russland auch keinem anderen B\u00fcndnis beitreten. Obwohl China eine andere au\u00dfenpolitische Vorgehensweise hat, w\u00e4re die Akzeptanz der chinesischen Hegemonie, sollte diese real werden, f\u00fcr Russland ebenso schwierig wie die Akzeptanz der europ\u00e4ischen oder US-Hegemonie. Der \u00f6stliche Weg ist somit \u201egeschlossen\u201c.<\/p>\n<p>Was bleibt? Russland bleibt als eine gro\u00dfe Macht. Es ist nicht die gr\u00f6\u00dfte der Welt, aber gro\u00df genug, um als eigenst\u00e4ndiges Subjekt aufzutreten. Es besitzt eigene zivilisatorische Unterschiede \u2013 sowohl zu Europa als auch erst recht zu Asien. Diese Unterschiede erlauben es, von Russland als eigener Zivilisation zu sprechen. Wir haben sehr viel von den Interaktionen mit dem Westen gelernt, und das Scheitern auf der europ\u00e4ischen Achse hat uns viel \u00fcber uns selbst gelehrt. Ich denke, wir beginnen nun, unsere Einsamkeit als separater Teil der Menschheit zu erkennen, aber gleichzeitig unsere untrennbare Verbindung zum Rest der Menschheit. Heute ist diese Verbindung zu Europa geringer und zum S\u00fcden und Osten gr\u00f6\u00dfer. Wir haben Asien und die nicht-westliche Welt lange ignoriert, und nun haben wir die Zeit, uns mit Asien, Afrika und Lateinamerika zu besch\u00e4ftigen und so unseren R\u00fcckstand auszugleichen.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong> Sie erw\u00e4hnten, dass der Westen \u201efeindseliger gegen\u00fcber Russland eingestellt ist als je zuvor\u201c. Was sind Ihrer Meinung nach die fundamentalen, tief verwurzelten Ursachen dieser historischen Feindseligkeit, die unabh\u00e4ngig von den aktuellen geopolitischen Konflikten bestehen bleiben?<\/p>\n<p><strong>Trenin <\/strong>Diese Feindseligkeit nimmt zu verschiedenen Zeitpunkten unterschiedliche Formen an und hat spezifische Ursachen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Europ\u00e4ische Union ist Russland heute extrem wichtig als Vereinigungsfaktor der L\u00e4nder. Die EU wurde urspr\u00fcnglich als Projekt konzipiert, das Kriege zwischen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern ausschlie\u00dft. Dann wurde sie mehr auf Wirtschaft und soziale Fragen ausgerichtet. Danach folgte das Projekt eines geeinten und freien Europas mit der Eingliederung der mittelosteurop\u00e4ischen L\u00e4nder, aber dieser Impuls ist bereits beendet. In den 2010er Jahren erlebte die EU eine Reihe von Krisen: Schuldenkrise, Brexit, Migration. Dann kam noch Trump hinzu.<\/p>\n<p>Heute existiert die Bedrohung durch Russland, wie sie in Europa wahrgenommen wird, faktisch nicht, aber es ist politisch notwendig, diese Bedrohung zu propagieren. Russland wird als Barbar vor den Toren Europas dargestellt, der gleichzeitig als sehr schwach, sehr abscheulich und schlecht gilt, aber aus irgendeinem Grund stark genug ist. Hier gibt es eine logische Inkonsistenz, aber das ist unwichtig. Die Vorstellung, Russland sei bereit, Europa anzugreifen, zu erobern und zu unterwerfen, wird jedoch als Tatsache verkauft.<\/p>\n<p>Da Russland aus Sicht der europ\u00e4ischen F\u00fchrungsetage die Bedrohung ist, treten alle anderen Probleme in den Hintergrund. Die Eliten, die offensichtlich mit den aktuellen Herausforderungen nicht fertig werden, erhalten so einen vereinigenden Anker. Nehmen wir Frankreich: Was vereint das franz\u00f6sische Volk? Nicht die Politik von Macron. Das Feindbild Russland vereint tats\u00e4chlich die Mehrheit der Franzosen, unabh\u00e4ngig davon, ob sie \u201ef\u00fcr\u201c oder \u201egegen\u201c Macron sind. Ich denke, etwas \u00c4hnliches existiert in den meisten anderen L\u00e4ndern.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem erm\u00f6glicht diese Situation bestimmten Kreisen, \u201eetwas zu verdienen\u201c \u2013 wie Rheinmetall und andere, die mit dem milit\u00e4risch-industriellen Komplex verbunden sind. F\u00fcr Europa k\u00f6nnte die Militarisierung als Impuls gesehen werden, der die Rezession beendet und das Wachstum ankurbelt, so wie es in Russland vor ein paar Jahren geschah, als die Erh\u00f6hung der Milit\u00e4rausgaben der Gesamtwirtschaft einen Impuls gab.<\/p>\n<p>Einzelne europ\u00e4ische Staaten haben ihre ganz eigenen Rechnungen offen. Eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung war f\u00fcr mich pers\u00f6nlich Finnland. Ich h\u00e4tte nicht erwartet, dass deren Ressentiments so tief sitzen. Ich dachte, wir h\u00e4tten fast 70 Jahre lang sehr gute, ja, sogar herzliche Beziehungen gepflegt. Offenbar trugen sie die ganze Zeit \u2013 wie wir in Russland sagen \u2013 einen \u201eStein im Gewand\u201c [steht f\u00fcr \u201ehegten einen tiefen Groll\u201c \u2013 Anm. der Red.]).<\/p>\n<p>Ich vermute, dass es in Deutschland Kreise gibt, f\u00fcr die der heutige Konflikt mit Russland in gewisser Weise eine Vergeltung f\u00fcr das Jahr 1945 darstellt. So erscheint es mir zumindest. Die Politik Gro\u00dfbritanniens wiederum basierte seit dem 19. Jahrhundert weitgehend auf dem Kampf gegen Russland \u2013 dem \u201eGro\u00dfen Spiel\u201c. Die Wurzeln der britischen Russophobie sind sehr tief.<\/p>\n<p>\u00c4hnliches findet man praktisch \u00fcberall. Kleinere Staaten haben ihre eigenen Forderungen: die Balten ihre, die Polen zweifellos historische, und so weiter. Diese L\u00e4nder haben aber auch untereinander Konflikte. Es ist jedoch ratsamer, diesen Nationalismus in eine ungef\u00e4hrliche Richtung zu lenken.<\/p>\n<p>Nehmen wir Polen: Der Hass auf Deutschland ist dort im Grunde wohl nicht geringer als der auf Russland. Doch Hass auf Deutschland verursacht Unannehmlichkeiten und bricht gelegentlich aus. Der Hass auf Russland hingegen ist unproblematisch. Das Gleiche gilt f\u00fcr etliche andere L\u00e4nder. Die Finnen haben mich in dieser Hinsicht sehr entt\u00e4uscht, w\u00e4hrend mich Ungarn positiv \u00fcberrascht hat. Trotz der Ereignisse von 1849 und 1956 sehe ich in Ungarn nicht jene tief verwurzelte Russophobie, die ich erwarten w\u00fcrde. Das ist die einzige positive Ausnahme.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong>&nbsp;Deutschland galt lange Zeit als Br\u00fccke zwischen Russland und dem Westen. Wie beurteilen Sie die aktuelle Berliner Politik gegen\u00fcber Russland? Wird Berlin in Moskau einfach als \u201eFortsetzung\u201c der US-Politik wahrgenommen, oder sehen Sie Potenzial f\u00fcr eigenst\u00e4ndige politische Man\u00f6ver Berlins?<\/p>\n<p><strong>Trenin <\/strong>Deutschland hat ein gewisses Potenzial f\u00fcr eigenst\u00e4ndige Aktionen. Bei uns herrschte lange Zeit eine zu vereinfachte und verzerrte Vorstellung, dass die deutsche Regierung lediglich ein gef\u00fcgiger Vasall Washingtons sei und Berlin das tue, was Washington sagt. Heute, so scheint es mir, insbesondere unter dem derzeitigen Kanzler, unternimmt Deutschland Anstrengungen, seine deutsche Identit\u00e4t zu st\u00e4rken. Allerdings geschieht dies aus Sicht vieler in Moskau auf dem Weg der Russophobie und Militarisierung. Das ist also das genaue Gegenteil dessen, was wir uns w\u00fcnschen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Was deutsche Politiker heute sagen, und zwar von beiden f\u00fchrenden Parteien, ist nicht zwangsl\u00e4ufig eine \u00dcbersetzung aus dem Englischen. Es ist eine eigenst\u00e4ndige und im Allgemeinen feindselige Linie gegen\u00fcber Russland.<\/p>\n<p>Hier liegt aus meiner Sicht der Gedanke einer gewissen Rache zugrunde. Nat\u00fcrlich wird sich niemand eingestehen, dass es Rache f\u00fcr 1945 ist, aber das Streben nach Vergeltung ist eine nat\u00fcrliche Sache f\u00fcr Menschen. Die Deutschen erlitten 1945 eine historische Niederlage, und sehr lange Zeit wurden sie wegen der Hitler-Vergangenheit unter Druck gesetzt. Sie haben das aufgearbeitet, aber es ist nicht genug. Sie m\u00fcssen demonstrieren, dass \u201ewir jetzt wirklich auf der Seite der Guten, auf der richtigen Seite der Geschichte stehen\u201c. Der Konflikt mit Russland bietet genau diese M\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>Dabei unterscheiden die Deutschen, wie auch die Japaner, zwischen den Siegern von 1945: Amerika ist der \u201egute\u201c Sieger. Ich kann mich irren, aber unterbewusst stehen in der deutschen und der japanischen Kultur die USA \u00fcber ihren Gesellschaften. Eine Niederlage gegen einen H\u00f6hergestellten ist kein Problem. Russland steht jedoch darunter. Und eine Niederlage gegen jemanden, der zivilisatorisch niedriger steht, ist ein Problem.<\/p>\n<p>All diese Phobien, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit sind eigentlich nie verschwunden. Sie sitzen nur irgendwo und kommen manchmal an die Oberfl\u00e4che. Dieser Moment \u2013 ein bisschen rassistisch, aber stark revanchistisch, diese menschliche Rache \u2013 ist f\u00fcr diese Generation von Politikern meiner Meinung nach durchaus erkl\u00e4rbar.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong> Wie m\u00fcsste eine lebensf\u00e4hige europ\u00e4ische Sicherheitsarchitektur aussehen, die nicht nur die Sicherheitsinteressen Russlands anerkennt, sondern diese auch strukturell verankert?<\/p>\n<p><strong>Trenin <\/strong>Mich interessieren mehr die Bedingungen, unter denen man eine solche Architektur gemeinsam schaffen kann.<\/p>\n<p>Die Bedingungen sind die Anerkennung durch Europa, dass Russland Sicherheitsinteressen hat und dass Europa diese Interessen respektieren muss. Diese Interessen hat Russland seit Langem formuliert. Sie h\u00e4ngen mit der NATO-Erweiterung und der Verlagerung milit\u00e4rischer Infrastruktur n\u00e4her an die Grenzen Russlands zusammen.<\/p>\n<p>Europa hat damals nicht zugeh\u00f6rt, und ich denke, es h\u00f6rt auch jetzt nicht zu. Solange die aktuellen Eliten in Europa an der Macht sind, werden diese Bedingungen meiner Meinung nach nicht geschaffen.<\/p>\n<p>Aus diesem Grund glaube ich nicht, dass ich in der verbleibenden Zeit meines Lebens noch eine stabile europ\u00e4ische Sicherheitsarchitektur erleben werde. Das Beste, was wir uns erhoffen k\u00f6nnen, ist die Entstehung einer Art \u201eKalten Gegensatzes\u201c. Zwischen Russland und Europa wird sich eine mehr oder weniger stabile Frontlinie herausbilden, an der keine Kampfhandlungen stattfinden. Dies wird im Grunde ein \u201eKalter Krieg\u201c im Stil der fr\u00fchen 1950er Jahre sein, allerdings ohne einen hei\u00dfen Krieg. Der Krieg in der Ukraine wird eines Tages enden. Ich hege weiterhin die Hoffnung, dass es keinen Krieg zwischen der NATO und Russland geben wird, wenngleich diese Wahrscheinlichkeit existiert.<\/p>\n<p>Wenn es uns gelingt, uns \u00fcber dem Abgrund zu halten und nicht abzust\u00fcrzen, dann wird genau diese Variante wohl die Architektur sein. Das hei\u00dft, die Architektur wird die Form annehmen, die unsere westlichen Nachbarn bereits heute errichten \u2013 in Form von Mauern, Z\u00e4unen, Gr\u00e4ben und Stacheldraht. Dies ist die Architektur der europ\u00e4ischen Sicherheit, die wir \u2013 und das ist die gute, die beste Option \u2013 nach dem Ende der milit\u00e4rischen Handlungen in der Ukraine wohl vor uns sehen werden.<\/p>\n<p><strong>Hintergrund<\/strong> Zum Thema Raketen, die 2026 in Deutschland stationiert werden sollen. Wie reagiert Russland darauf?<\/p>\n<p><strong>Trenin <\/strong>Russland reagiert empfindlich auf die Stationierung von Raketen in Deutschland. Wenn die US-Amerikaner tats\u00e4chlich den Weg der Kuba-Krise Nr. 2 gehen wollen, ist dies durchaus m\u00f6glich. Russland entwickelt die milit\u00e4rischen Beziehungen zu Kuba. Die Kubaner haben allen Grund, eine Invasion und einen Regimewechsel zu bef\u00fcrchten, insbesondere wenn Trump die Monroe-Doktrin vorantreibt. F\u00fcr sie ist dies eine Frage des \u00dcberlebens. Daher schlie\u00dfe ich rein theoretisch nicht aus, dass Russland und Kuba als Reaktion eine Vereinbarung treffen k\u00f6nnten, russisches Material auf kubanisches Territorium zu bringen, falls die USA Raketen in Deutschland stationieren.<\/p>\n<p><em>#Titelbild: \u00c9va P\u00e9li und Dmitri Trenin; Foto: Tilo Gr\u00e4ser<\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/welt\/will-berlin-rache-fuer-1945\/attachment\/251022trenin_peli_04\/\"><em>Mehr Infos<\/em><\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.hintergrund.de\/politik\/welt\/will-berlin-rache-fuer-1945\/\"><em>hintergrund.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 13. Dezember 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Moskau zieht einen epochalen Schlussstrich: Nach 300 Jahren des Versuchs, Teil der europ\u00e4ischen Zivilisation zu werden, erkl\u00e4rt Russland das \u201eWestliche Projekt\u201c f\u00fcr endg\u00fcltig beendet. 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