{"id":16052,"date":"2025-12-31T11:03:22","date_gmt":"2025-12-31T09:03:22","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16052"},"modified":"2025-12-31T11:03:23","modified_gmt":"2025-12-31T09:03:23","slug":"us-tomahawks-gegen-terroristen-in-nigeria-warum-und-warum-jetzt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16052","title":{"rendered":"US-Tomahawks gegen Terroristen in Nigeria \u2013 warum und warum jetzt?"},"content":{"rendered":"<p><em>J\u00fcrgen H\u00fcbschen. <\/em>Am Weihnachtsfest 2025 feuerte ein US-Kriegsschiff im Golf von Guinea 16 Tomahawk Raketen auf zwei Einrichtungen von Terroristen \u2013 vermutlich der Gruppe \u201eIslamischer Staat\u201c (IS) \u2013 im \u201eSokoto State\u201c im Nordwesten Nigerias. Sokoto grenzt im Norden an den Niger und gilt als einer der wichtigsten Einfallspunkte f\u00fcr dschihadistische Gruppen in den Nordwesten Nigerias.<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Den Angriff hatte US-Pr\u00e4sident Trump angeordnet und dazu auf seinem Kanal \u201eTruth Social\u201cgepostet:<\/p>\n<p><em>\u201eThe United States launched a powerful and deadly strike against ISIS Terrorist Scum in Northwest Nigeria, who have been targeting and viciously killing, primarily, innocent Christians at levels not seen for many years, and even Centuries!\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>(\u201eDie Vereinigten Staaten haben einen m\u00e4chtigen und t\u00f6dlichen gegen ISIS Terroristen Abschaum im Nordwesten Nigerias gef\u00fchrt, die gezielt und b\u00f6sartig vor allem unschuldige Christen angreifen in einem Ma\u00df, das man f\u00fcr viele Jahre und sogar Jahrhunderte nicht gesehen hat.\u201c)<\/em><\/p>\n<p>US-Verteidigungsminister (offizielle Bezeichnung \u201eKriegsminister\u201c) Pete Hegseth erg\u00e4nzte in den sozialen Medien:<\/p>\n<p><em>\u201eThe President was clear last month: The killing of innocent Christians in Nigeria (and elsewere) must end.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>(\u201eDer Pr\u00e4sident war letzten Monat klar: Das T\u00f6ten von unschuldigen Christen in Nigeria (und anderswo) muss aufh\u00f6ren.\u201c)<\/em><\/p>\n<p>Der Einsatz in Nigeria erfolgte unter F\u00fchrung des U.S. Africa Command, das in Stuttgart stationiert ist. Der F\u00fchrer des Kommandos, General Dagvin Anderson, erkl\u00e4rte in einem Statement:<\/p>\n<p><em>Our goal is to protect Americans and disrupt violent extremist organizations wherever they are.\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>(\u201eUnser Ziel ist es, Amerikaner zu sch\u00fctzen und gewaltt\u00e4tige extremistische Organisationen zu zerst\u00f6ren, wo immer sie sind.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Aus dem Kommando hie\u00df es in einer ersten Beurteilung, dass mehrere ISIS-Terroristen get\u00f6tet worden seien. Weiter erkl\u00e4rte das Kommando:<\/p>\n<p><em>\u201cU.S. Africa Command is working with our Nigerian and regional partners to increase counter terrorism cooperation efforts related to ongoing violence and threats against innocent lives.\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>(\u201cDas amerikanische Afrika Kommando\u201d arbeitet mit unseren nigerianischen und regionalen Partnern zusammen, um gemeinsame Ma\u00dfnahmen gegen Terrorismus zu verbessern im Zusammenhang mit Gewalttaten und Drohungen gegen unschuldige Menschen.\u201c)<\/em><\/p>\n<p>Zur Zahl der Toten oder den genauen Zielen gab es weder Angaben aus den USA noch aus Nigeria. Das Pentagon ver\u00f6ffentlichte ein Video, auf dem offensichtlich der Abschuss einer Rakete von einem US-Kriegsschiff zu sehen ist. Pr\u00e4sident Trump dazu: <em>\u201eFrohe Weihnachten an alle, auch die get\u00f6teten Terroristen\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Gewalt von Terroristen gegen Christen oder generell gegen unschuldige Zivilisten?<\/strong><\/p>\n<p>Nigeria ist in einen mehrheitlich muslimischen Norden und einen weitgehend christlichen S\u00fcden geteilt. Das bev\u00f6lkerungsreichste Land Afrikas ist von <a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2025-11\/nigeria-trump-bola-tinubu-hegseth-usa-militaereinsatz-drohung-christen-muslime\">zahlreichen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien und Bev\u00f6lkerungsgruppen<\/a> gepr\u00e4gt. Christen sowie Muslime sind gleicherma\u00dfen von den Konflikten betroffen. Seit Jahren terrorisiert unter anderem die&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/thema\/boko-haram\">Islamistenmiliz Boko Haram&nbsp;<\/a>die nigerianische Bev\u00f6lkerung. Die Gruppe&nbsp;k\u00e4mpft f\u00fcr die Errichtung eines islamischen Staates.<\/p>\n<p>Boko Haram ver\u00fcbt auch Angriffe in den benachbarten zentralafrikanischen L\u00e4ndern Tschad und Kamerun. Zehntausende Menschen&nbsp;<a href=\"https:\/\/www.zeit.de\/gesellschaft\/zeitgeschehen\/2024-09\/nigeria-boko-haram-angriff-terror\">wurden dabei get\u00f6tet<\/a>.<\/p>\n<p>Trotz dieser Fakten unterscheiden sich die Stellungnahmen der US-Regierung zur Begr\u00fcndung des Raketenangriffs von der Einsch\u00e4tzung der nigerianischen Verantwortlichen. W\u00e4hrend der amerikanische Pr\u00e4sident ausschlie\u00dflich von Gewalttaten gegen Christen spricht, erkl\u00e4rt die Regierung von Nigeria, dass alle Bev\u00f6lkerungsgruppen von terroristischer Gewalt betroffen sind.<\/p>\n<p>Bereits im November 2025 hatte Pr\u00e4sident Trump auf seiner Online Plattform gedroht, falls die nigerianische Regierung nicht gegen das <em>\u201eT\u00f6ten von Christen durch islamistische Terroristen\u201c <\/em>vorgehe, k\u00f6nnte das US-Milit\u00e4r <em>\u201emit feuernden Gewehren\u201c<\/em> einmarschieren. Au\u00dferdem w\u00fcrden die USA sofort alle Hilfen f\u00fcr das afrikanische Land stoppen.<\/p>\n<p>Nigerias muslimischer Pr\u00e4sident&nbsp;Bola Ahmed Tinubu hatte Trumps Vorw\u00fcrfe damals zur\u00fcckgewiesen. Er erkl\u00e4rte auf \u201eX\u201c, Nigeria als religi\u00f6s intolerant zu charakterisieren, spiegele nicht die Realit\u00e4t in dem Land wider und ber\u00fccksichtige auch nicht die Bem\u00fchungen der Regierung, die Religions- und Glaubensfreiheit aller Nigerianer zu sch\u00fctzen. Tinubu w\u00f6rtlich: <em>\u201eNigeria lehnt religi\u00f6se Verfolgung ab und f\u00f6rdert sie nicht. Christen und Muslime sind von Konflikten betroffen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Pr\u00e4sident Trump nach dem Angriff erkl\u00e4rte: <em>\u201c Ich habe diese Terroristen zuvor gewarnt, dass sie teuer daf\u00fcr bezahlen w\u00fcrden, wenn sie nicht aufh\u00f6ren, Christen zu t\u00f6ten, und heute Nacht haben sie daf\u00fcr bezahlt\u201c. <\/em>Das \u201eKriegsministerium\u201c habe <em>\u201ezahlreiche perfekte Angriffe durchgef\u00fchrt\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Der Angriff ist nach US-Angaben auf Bitten Nigerias durchgef\u00fchrt worden.<\/p>\n<p>Der nigerianische Au\u00dfenminister Yusuf Maitama Tuggar sagte der BBC, die Anti-Terror-Operation habe <em>\u201enichts mit einer bestimmten Religion zu tun\u201c.<\/em> Tuggar schloss weitere Angriffe nicht aus. Der Sprecher des nigerianischen Au\u00dfenministeriums Kimiebi Ebienfa, postete dazu:<\/p>\n<p><em>\u201eThe precision strikes on terrorist targets in Nigeria were carried out in coordination with the Nigerian government. Terrorist violence in any form \u2014 whether directed at Christians, Muslims, or other communities \u2014 remains an affront to Nigeria\u2019s values and to international peace and security\u201d<\/em><\/p>\n<p><em>(\u201cDie Pr\u00e4zisionsangriffe auf terroristische Ziele in Nigeria erfolgten in Koordination mit der Regierung Nigerias. Terroristische Gewalttaten in jeder Form- ob gegen Christen oder Muslime oder andere Gemeinschaften- sind ein Affront gegen die Werte Nigerias und gegen internationalen Frieden und Sicherheit.\u201c)<\/em><\/p>\n<p><strong>US-Tomahawks gegen Terroristen in Nigeria- warum und warum jetzt?<\/strong><\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, dass US Pr\u00e4sident Trump die Lage anders beurteilt als die Regierung Nigerias und auch keine Beweise daf\u00fcr anf\u00fchrt, dass sich die terroristische Gewalt in der Hauptsache gegen die Christen in Nigeria richtet, Mit knapp 240 Millionen ist Nigeria das bev\u00f6lkerungsst\u00e4rkste Land Afrikas, liegt damit auf Platz 6 der Gesamtbev\u00f6lkerung der Erde, was einem Anteil von knapp 3% entspricht. Vereinfacht kann man sagen, dass etwa 50% der Bev\u00f6lkerung Nigerias Christen und die andere H\u00e4lfte Muslime sind.<\/p>\n<p>Wenn sich, wie der Pr\u00e4sident Nigerias feststellt, die terroristische Gewalt gleicherma\u00dfen gegen Christen und Muslime richtet, stellt sich die Frage, warum Pr\u00e4sident Trump so vehement darauf pocht, dass nur die christliche Bev\u00f6lkerung terrorisiert wird, er sich deren Schutz verpflichtet f\u00fchlt und deswegen den Raketenangriff gegen den IS befohlen hat.<\/p>\n<p>Aus meiner Sicht gibt es daf\u00fcr in der Hauptsache, wahrscheinlich sogar ausschlie\u00dflich innenpolitische Gr\u00fcnde. Die Zustimmungsraten f\u00fcr Pr\u00e4sident Trump sind seit seinem Amtsantritt kontinuierlich gesunken und zwar auch bei seinen eigenen W\u00e4hlern. In den USA gibt es rund 70 bis 77 Millionen Katholiken, was etwa 20 bis 24 Prozent der Bev\u00f6lkerung entspricht. Ein gro\u00dfer Teil von ihnen sind Latinos, Nach vorliegenden Informationen hat haben 55% dieser Bev\u00f6lkerungsgruppe bei den letzten Wahlen Pr\u00e4sident Trump ihre Stimme gegeben und geh\u00f6ren jetzt zu denen, die zunehmend auf Distanz zu ihm gehen und zwar vor allem wegen seiner Migrationspolitik. Wesentlichen Anteil an diesem Meinungsumschwung haben der Papst LeoIV. und die katholischen Bisch\u00f6fe der USA. Papst LeoIV. ist in Chicago geboren und besitzt neben der amerikanischen Staatsb\u00fcrgerschaft auf die von Peru, wo er lange gearbeitet hat.<\/p>\n<p>Der Papst hat den Umgang der US-Regierung mit Einwanderern scharf kritisiert. Er \u00e4u\u00dferte Zweifel, ob dieser mit der Position der Katholischen Kirche zum Schutz des Lebens im Einklang stehe.<\/p>\n<p><em>\u201eWenn jemand sagt, er sei gegen Schwangerschaftsabbr\u00fcche, aber mit der unmenschlichen Behandlung von Einwanderern in den Vereinigten Staaten einverstanden, dann wei\u00df ich nicht, ob das Pro-Life ist\u201c.<\/em> Auch jemand, der gegen Abtreibung ist, gleichzeitig jedoch die in vielen US-Bundesstaaten erlaubte<em> und <\/em>zuletzt wieder <a href=\"https:\/\/www.tagesspiegel.de\/gesellschaft\/panorama\/bereits-33-urteile-in-2025-vollstreckt-zwei-weitere-menschen-in-den-usa-hingerichtet-14393333.html?icid=in-text-link_14449280\">h\u00e4ufiger vollstreckte Todesstrafe<\/a> unterst\u00fctzt, sei<em> \u201enicht wirklich f\u00fcr das Leben\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Diese kritische Position des Papstes teilten die rund 270 katholischen Bisch\u00f6fe und Weihbisch\u00f6fe der USA auf einer Bischofskonferenz Mitte November 2025 mit einer gemeinsamen \u201eSonder-Mitteilung\u201c zu der Papst Leo IV. sie nicht nur ermutigt, sondern sogar aufgefordert hatte. Bischof Mark Seitz aus der texanischen Grenzdi\u00f6zese El Paso hatte am Rande eines Treffens mit Papst Leo XIV. im Oktober berichtet, dass ihm der Papst gesagt habe<em>, \u201eer w\u00fcrde gerne eine Stellungnahme der Bischofskonferenz sehen\u201c.<\/em><\/p>\n<p>Die Bisch\u00f6fe stellten sich nahezu einstimmig gegen Trumps Migrationspolitik. Sie f\u00fchlten sich verpflichtet, ihre Stimme <em>\u201ezur Verteidigung der von Gott gegebenen Menschenw\u00fcrde zu erheben\u201c, <\/em>erkl\u00e4rten die Bisch\u00f6fe auf ihrer Vollversammlung in Baltimore. 216 stimmten f\u00fcr den Text, f\u00fcnf dagegen, drei enthielten sich.<\/p>\n<p>Die Bisch\u00f6fe erkl\u00e4rten den Migranten als \u201eBr\u00fcdern und Schwestern\u201c ihren R\u00fcckhalt und w\u00fcrdigten deren Beitrag f\u00fcr das Gemeinwesen. Die Bisch\u00f6fe w\u00f6rtlich: <em>\u201eWir lehnen die wahllose Massenabschiebung von Menschen ab. Wir beten f\u00fcr ein Ende der entmenschlichenden Rhetorik und Gewalt, ob sie sich nun gegen Einwanderer oder gegen die Strafverfolgungsbeh\u00f6rden richtet.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Bisch\u00f6fe zeigten sich beunruhigt \u00fcber ein \u201eKlima der Angst\u201c, das durch die Art und Weise der Durchsetzung von Einwanderungsgesetzen entstanden sei. Sie wandten sich gegen eine Verunglimpfung von Migranten in der aktuellen Debatte. Weiter \u00e4u\u00dferten sie sich besorgt \u00fcber die Bedingungen in Haftanstalten, einen willk\u00fcrlichen Entzug des rechtlichen Status f\u00fcr manche Einwanderer, aber auch \u00fcber eine Bedrohung des Status von Kirchen, Krankenh\u00e4usern und Schulen als Orten besonderen Schutzes.<\/p>\n<p>Der neu gew\u00e4hlte Vorsitzende der Bischofskonferenz, Erzbischof Paul Coakley aus Oklahoma City, sprach sich vor der Abstimmung nachdr\u00fccklich f\u00fcr die Annahme des Textes aus.<\/p>\n<p>Zum ersten Mal seit zw\u00f6lf Jahren nahmen die Bisch\u00f6fe so konkret Stellung zu einer aktuellen politischen Frage. Ungew\u00f6hnlich war auch, wie sehr die Bischofskonferenz das Anliegen durch eine&nbsp;Social-Media-Kampagne pushte, bei der sich viele Bisch\u00f6fe pers\u00f6nlich&nbsp;sehr kritisch zu Wort meldeten.<\/p>\n<p>Und noch ein Ereignis darf in diesem Kontext nicht vergessen werden: Am 18. Dezember 2025 teilte der Vatikan mit, dass Papst Leo XIV. den Trump-Vertrauten Kardinal Timothy Dolan (75) als Erzbischof von New York abgel\u00f6st hat. Nachfolger wird Ronald Hicks (58), bislang Bischof von Joliet unweit von Chicago im Bundesstaat Illinois. Der am 4. August 1967 geborene Hicks stammt wie der Papst selbst aus Chicago; von 2018 bis 2020 war er dort Weihbischof. Mit mehr als 2,5 Millionen Katholiken ist das Erzbistum New York das zweitgr\u00f6\u00dfte des Landes nach Los Angeles. Doch wegen der besonderen Stellung New Yorks als Trendsetter und globale Medien- und Wirtschaftsmetropole nannte Johannes Paul II. den New Yorker Amtsinhaber einmal den \u201eBischof der Hauptstadt der Welt\u201c.<\/p>\n<p>Die amerikanischen Katholiken sind eher \u201etraditionell\u201c in ihrem Glauben. Sie glauben an alles, was in der Bibel steht bis hin zur Erschaffung des Menschen durch Gott. Sie glauben im eigentlichen Sinne an \u201edie Heilige Katholische Kirche\u201c und an alles, was ihre Priester und Bisch\u00f6fe sagen. Der Papst ist f\u00fcr sie nach wie vor \u201eunfehlbar\u201c. Diese konservative Grundhaltung bringt die amerikanischen Katholiken zunehmen in einen existenziellen Konflikt, weil sie nicht mehr wissen, ob sie ihrem Pr\u00e4sidenten oder den Bisch\u00f6fen und dem Papst vertrauen sollen\/k\u00f6nnen. Die Migrationspolitik der Republikaner unter Pr\u00e4sident Trump steht daf\u00fcr lediglich beispielhaft.<\/p>\n<p>Die Gefahr, die aus diesem Konflikt der katholischen W\u00e4hler f\u00fcr die Zustimmungswerte des Pr\u00e4sidenten entsteht und damit auch f\u00fcr das Abschneiden der republikanischen Partei bei den \u201eMidterm Elections\u201c in 2026 hat Pr\u00e4sident Trump mit seinem Machtinstinkt erkannt und ihn veranlasst zu handeln, um diese Entwicklung zu stoppen.<\/p>\n<p>Das ist f\u00fcr mich der entscheidende Grund f\u00fcr die Raketenangriffe gegen die IS-Einrichtungen in Nigeria zum jetzigen Zeitpunkt. Trump wei\u00df, dass dieser \u201eamerikanische Papst\u201c auch in Zukunft nicht schweigen wird, und deshalb versucht der Pr\u00e4sident durch seinen angeblichen Einsatz f\u00fcr die Christen in Nigeria, die katholischen W\u00e4hler in den USA \u201ebei der Stange zu halten\u201c. Wenn es Trump wirklich um die Christen, also um Menschen in Nigeria ginge, h\u00e4tte er im Juli 2025 nicht USAID f\u00fcr Nigeria gestoppt. Zu dieser menschenverachtenden Ma\u00dfnahme schrieb der \u00f6sterreichische \u201eStandard\u201c am 20. Juli 2025:<\/p>\n<p><em>\u201eDamit endet auch ein Programm f\u00fcr mangelern\u00e4hrte Kinder.<\/em><\/p>\n<p><em>Die kleine Klinik der Organisation Alima h\u00e4lt die Stellung in Maiduguri, einer Stadt im Nordosten Nigerias. Vor rund 20 Jahren bildete sich hier die Terrorgruppe Boko \u00adHaram. Seither bedrohen sie und jihadistische Splittergruppen die Bev\u00f6lkerung. Dazu kommen \u00dcberschwemmungen, die mit dem Klimawandel zunehmen, ein Mangel an sauberem Trinkwasser und teure Lebensmittel. Hilfsorganisationen warnen: Hunderttausende Kinder im Norden Nigerias sind akut unterern\u00e4hrt. In fr\u00fcheren Jahren erhielten viele von ihnen therapeutische Fertignahrung aus Erdn\u00fcssen, \u00d6l, Zucker, Milchpulver, Vitaminen und Mineralien \u2013 Tamuwa, wie die Menschen hier sagen. Vor allem in den kargen Sommermonaten bis September retteten die P\u00e4ckchen viele Leben. Heuer ist alles anders. Die US-Entwicklungsbeh\u00f6rde USAID investierte Jahr f\u00fcr Jahr rund 200 Millionen Euro in Projekte in Nigeria. Neben dem Kampf gegen Malaria\u00ad oder Tuberkulose finanzierte sie auch ein Notern\u00e4hrungsprogramm und verteilte Tamuwa. Doch Anfang des Jahres fror US-Pr\u00e4sident Donald Trump \u00fcber Nacht die Finanzierung f\u00fcr USAID ein und l\u00f6ste die Organisation Anfang Juli endg\u00fcltig auf. In Nordnigeria endete die Verteilung der Spezialnahrung. Wie viele Vorr\u00e4te heute noch vor Ort lagern, ist unklar.\u201c<\/em><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die amerikanischen Raketenangriffe auf IS-Stellungen in Nigeria waren angeblich mit der dortigen Regierung abgestimmt. Ob das wirklich so war, darf durchaus bezweifelt werden, wenn man sich daran erinnert \u2013 wie bereits ausgef\u00fchrt \u2013 dass Pr\u00e4sident Trump andernfalls mit der Streichung der amerikanischen Unterst\u00fctzung gedroht hat, womit in diesem Fall nicht USAID gemeint war. Die Christen in Nigeria sind dem US Pr\u00e4sidenten egal, so wie ihm grunds\u00e4tzlich die meisten Menschen, vielleicht sogar alle egal sind, von ihm selbst abgesehen. Ihm geht es um W\u00e4hler; denn ohne W\u00e4hler gibt es keine Macht und die steht, was die aktuellen, aber knappen Mehrheiten der Republikaner im Repr\u00e4sentantenhaus und im Senat bei den Midterm Elections auf dem Spiel.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/overton-magazin.de\/hintergrund\/politik\/nigeria-im-fadenkreuz-amerikanischer-innenpolitik\/\"><em>overton-magazin.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 31.Deember 2025<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>J\u00fcrgen H\u00fcbschen. Am Weihnachtsfest 2025 feuerte ein US-Kriegsschiff im Golf von Guinea 16 Tomahawk Raketen auf zwei Einrichtungen von Terroristen \u2013 vermutlich der Gruppe \u201eIslamischer Staat\u201c (IS) \u2013 im \u201eSokoto State\u201c im Nordwesten Nigerias. 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