{"id":16196,"date":"2026-04-03T15:27:23","date_gmt":"2026-04-03T13:27:23","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16196"},"modified":"2026-04-03T15:45:38","modified_gmt":"2026-04-03T13:45:38","slug":"2001-2026-fuenfundzwanzig-jahre-globaler-krieg-gegen-den-terror","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16196","title":{"rendered":"2001\u20132026, f\u00fcnfundzwanzig Jahre \u00abglobaler Krieg gegen den Terror\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><em>Luc Vervaet.<\/em><strong>Von Afghanistan bis Iran, von Guantanamo bis Maduro \u2013 kein Ende der kolonialistischen Kriege in Sicht?<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Was 2001 geschah, ist f\u00fcr junge Menschen heute, in ihren Zwanzigern oder Dreissigern, l\u00e4ngst Geschichte. Man kann es ihnen nicht verdenken: Sie haben schon genug damit zu tun, die aktuelle Lage und die Informationsflut, die sie \u00fcberrollt, zu bew\u00e4ltigen. Unsere Eliten haben ihnen zudem beigebracht, dass Kriege im Ausland \u2013 die sie gemeinhin als \u00abKonflikte\u00bb bezeichnen \u2013, in die der imperialistische Westen direkt oder indirekt verwickelt ist, auf keinen Fall in unser Land importiert werden d\u00fcrfen; die Benzinpreise an den Zapfs\u00e4ulen und die Sicherheit unserer Touristen, die aus Kriegsgebieten zur\u00fcckkehren, sollten die Themen sein, auf die sich unsere Medien konzentrieren. Was den Rest angeht: da k\u00f6nnen wir ohnehin nichts daran \u00e4ndern.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Wer spricht heute noch \u00fcber den Krieg gegen Afghanistan, der vor 25 Jahren begann, oder \u00fcber den darauffolgenden Krieg gegen den Irak, die jeweils Hunderttausende Tote forderten? Oder \u00fcber die Er\u00f6ffnung von Guantanamo Bay, seit 2002 der Name des ber\u00fcchtigtsten Gefangenenlagers der Welt?&nbsp;<\/p>\n<p>All das ist in Vergessenheit geraten und unter einer Betonschicht begraben.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nachrichten aus der Vergangenheit<\/strong><\/p>\n<p>Wie <em>Angela Davis<\/em> in ihrem Buch \u00abFreiheit ist ein st\u00e4ndiger Kampf\u00bb schrieb, m\u00fcssen wir, um die heutige Situation zu verstehen, die Vergangenheit unter dieser Betonschicht freilegen. Und dabei nicht etwa mit dem vulg\u00e4ren Trump anfangen, den jeder vern\u00fcnftige Mensch verabscheut, sondern zur\u00fcck zur kolonialen Vergangenheit des Westens und ihrer neuen Form seit 2001 unter dem Namen \u00abGlobaler Krieg gegen den Terror\u00bb. Ein Krieg, der sp\u00e4ter in Geschichtsb\u00fcchern als \u00abDreissigj\u00e4hriger Krieg gegen den S\u00fcden\u00bb, vielleicht auch als \u00abF\u00fcnfzigj\u00e4hriger Krieg\u00bb oder gar \u00abHundertj\u00e4hriger Krieg\u00bb, bezeichnet werden k\u00f6nnte.&nbsp;<\/p>\n<p>Diese R\u00fcckbesinnung auf die Vergangenheit bewahrt uns vor Depression angesichts der gegenw\u00e4rtigen Lage und schenkt uns die Perspektive und die Gewissheit, dass die L\u00e4nder und V\u00f6lker des Globalen S\u00fcdens, deren Leid in den aktuellen Kriegen unbeschreiblich ist, letztendlich siegen werden. So wie im letzten Jahrhundert viele in den Kolonialkriegen gegen den imperialistischen Westen triumphierten. Denken wir an all die L\u00e4nder, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg von kolonialer Besatzung und Unterdr\u00fcckung befreiten. F\u00fcr das besetzte Pal\u00e4stina gilt das leider nicht, und das allein wegen der Unterst\u00fctzung der gesamten westlichen Welt f\u00fcr den Apartheidstaat Israel. Die Solidarit\u00e4tsbewegungen engagierter junger Menschen aus unserer Hemisph\u00e4re mit diesen V\u00f6lkern und L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens Ende des letzten Jahrhunderts, wie beispielsweise jene f\u00fcr Vietnam oder Kuba, verdienen es, heute wiederentdeckt zu werden. Sie k\u00f6nnen die junge Generation von Aktivistinnen und Aktivisten inspirieren, die sich heute f\u00fcr Gaza einsetzen.<\/p>\n<p>Die einzige verbleibende Frage ist, ob die heutige junge Generation und die nachfolgenden Generationen es besser machen werden als wir und dort Erfolg haben werden, wo wir gescheitert sind. N\u00e4mlich, ob wir uns gemeinsam mit den L\u00e4ndern des Globalen S\u00fcdens endg\u00fcltig von unserem verbrecherischen und barbarischen imperialistischen System befreien werden.<\/p>\n<p><strong>20. September 2001 \u2013 28. Februar 2026<\/strong><\/p>\n<p>Am 20. September 2001, neun Tage nach den Anschl\u00e4gen auf das World Trade Center in New York, verk\u00fcndete der damalige Pr\u00e4sident <em>George W.&nbsp;Bush<\/em> in einer Fernsehansprache vor dem US-Kongress den Beginn des globalen Krieges gegen den Terror. Die New Yorker Anschl\u00e4ge von 2001 wurden der in Afghanistan ans\u00e4ssigen Terrorgruppe al-Qaida zugeschrieben, und der 7.&nbsp;Oktober 2001 markierte den Beginn eines blutigen Krieges gegen dieses Land. In seiner Rede f\u00fcgte Bush hinzu: \u00abWir beginnen mit al-Qaida, aber es wird nicht dabei bleiben.\u00bb Und tats\u00e4chlich tobt dieser Krieg 25 Jahre sp\u00e4ter noch immer mit beispielloser Intensit\u00e4t.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Genau wie die iranische Regierung heute versuchten die Taliban vor 25 Jahren alles, um einen Krieg zu vermeiden und ein Verhandlungsabkommen mit den Vereinigten Staaten zu erzielen. Weitere Informationen finden Sie in meinem Artikel \u00abDie monstr\u00f6sen Taliban und wir\u00bb.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-1\"><sup>1<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Doch es war nichts zu machen, und genau wie der Iran heute wurde Afghanistan Opfer eines Pr\u00e4ventivschlags. Das Ziel, so hiess es damals, war die Zerst\u00f6rung des Regimes der radikalen religi\u00f6sen Extremisten, der Taliban, die Al-Qaida Unterschlupf gew\u00e4hrten. Im Falle des Irans geht es um die Zerst\u00f6rung des Regimes der religi\u00f6sen Extremisten, der Mullahs, die \u00abTerrororganisationen wie Hamas und Hisbollah\u00bb unterst\u00fctzen. Damals ging es in Afghanistan schon um Frauenrechte; heute geht es im Iran um Frauenrechte. Im Krieg gegen den Irak, der dem Krieg in Afghanistan folgte, musste erneut ein Regime gest\u00fcrzt werden, weil es Terrororganisationen unterst\u00fctzte und gleichzeitig Massenvernichtungswaffen produzierte; heute geht es im Iran um Atomwaffen und Raketen. Nichts als L\u00fcgen, allesamt basierend \u00abauf falschen Informationen der CIA\u00bb, wie die Kriegsverbrecher <em>Tony Blair<\/em>, damals britischer Premierminister, und <em>Colin Powell<\/em>, der damalige US-Aussenminister, im Nachhinein ihre Haltung im Irakkrieg erkl\u00e4rten.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Pete Hegseth<\/strong>&nbsp;<\/p>\n<p>US-Kriegsminister Pete Hegseth, Zionist und religi\u00f6ser Fanatiker, der sich als Kreuzritter sieht, schw\u00f6rt die US-Soldaten auf einen apokalyptischen Endkampf gegen das B\u00f6se ein.<\/p>\n<p>Anders ausgedr\u00fcckt: Es gibt eine einzige, ununterbrochene Linie der Gewalt des amerikanischen und westlichen Imperialismus, unabh\u00e4ngig davon, wer Pr\u00e4sident ist. Eine kontinuierliche Gewaltlinie, die sich auch in Figuren wie <em>Pete Hegseth<\/em>, dem US-Kriegsminister (ja, so heisst es tats\u00e4chlich, das Kriegsministerium<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-2\"><sup>2<\/sup><\/a>), manifestiert. Er ist der Mann, der unter Trump Krieg f\u00fchrt, um den Iran zu zerst\u00f6ren. Vor 25 Jahren diente er unter Bush in den Kriegen gegen Afghanistan und den Irak, und mit seiner Einheit war er von 2004 bis 2005 im Folterlager Guantanamo aktiv. Der Mann, der sich nun mit Frauenrechten im Iran befassen will, wurde selbst wiederholt des sexuellen Missbrauchs beschuldigt \u2013 aber das ist eine andere Geschichte.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-3\"><sup>3<\/sup><\/a><\/p>\n<p><strong>Der \u00abglobale Krieg gegen den Terror\u00bb, ein neuer Name f\u00fcr Kolonialismus und innerstaatlichen Faschismus<\/strong><\/p>\n<p>Zu Beginn des 21. Jahrhunderts wurde der \u00abglobale Krieg gegen den Terror\u00bb zum neuen Namen f\u00fcr den westlichen Kolonialismus des letzten Jahrhunderts. Im Laufe des letzten Jahrhunderts f\u00fchrten fast alle westlichen L\u00e4nder Kolonialkriege gegen Widerstandsbewegungen in den Kolonien. Dieser Widerstand wurde als \u00abterroristisch\u00bb gebrandmarkt; man denke beispielsweise an die Mau-Mau in Kenia oder <em>Nelson Mandelas<\/em> ANC. Dar\u00fcber hinaus f\u00fchrten viele westliche L\u00e4nder Ende des letzten Jahrhunderts auch eigene Listen inl\u00e4ndischer Terroristen, die haupts\u00e4chlich linke bewaffnete Organisationen umfassten, welche systematisch verfolgt und eliminiert wurden.<\/p>\n<p>Westliche Eliten greifen immer mehr zu faschistischen Methoden der Machtaus\u00fcbung und Einsch\u00fcchterung. Einer von mehreren \u00e4hnlichen F\u00e4llen stellt die <a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2782\">Verh\u00e4ngung von Sanktionen durch die EU<\/a> \u00fcber den deutschen Journalisten H\u00fcseyin Do\u011fru dar. Ohne ein gerichtliches Verfahren wird den Sanktionierten buchst\u00e4blich die Existenz unter den F\u00fcssen weggezogen.<\/p>\n<p>Doch mit der Ausrufung des globalen Krieges gegen den Terror nahm alles eine beispiellose Dimension an. Der Krieg gegen den Terror bedeutet nun buchst\u00e4blich Krieg, in dem L\u00e4nder des globalen S\u00fcdens ohne jegliche Legitimation durch Bombenangriffe dem Erdboden gleichgemacht und in die Steinzeit zur\u00fcckversetzt werden k\u00f6nnen. Der Krieg gegen den Terror bedeutet, dass alle westlichen L\u00e4nder nun eine einheitliche US-amerikanische und israelische Liste terroristischer Einzelpersonen und Organisationen \u00fcbernehmen \u2013 ein Todesurteil ohne Gerichtsverfahren f\u00fcr jeden, der darauf steht. So setzte Europa den gesamten pal\u00e4stinensischen Widerstand auf seine Terrorliste und gab damit faktisch einen Blankocheck f\u00fcr den V\u00f6lkermord aus, der sich heute im Gazastreifen abspielt. Der Krieg gegen den Terror f\u00fchrte auch zur Er\u00f6ffnung von Folterlagern f\u00fcr Gefangene, von denen Guantanamo das ber\u00fcchtigtste ist. Zu allem \u00dcberfluss hat der Krieg gegen den Terror Massenmigrationen und einen gigantischen Repressions- und Sicherheitsapparat hervorgebracht und zum ph\u00e4nomenalen Aufstieg rassistischer und faschistischer Mechanismen in unseren L\u00e4ndern beigetragen.<\/p>\n<p><strong>Ein sich st\u00e4ndig erweiternder Kreis<\/strong><\/p>\n<p>Ein Vierteljahrhundert nach seinem Beginn im Jahr 2001 hat sich der Krieg gegen den Terror weiter versch\u00e4rft, und der Kreis der Angriffsziele hat sich nicht nur geografisch, sondern auch politisch erweitert.&nbsp;<\/p>\n<p>Vor 25 Jahren ging es um die Eliminierung sogenannter \u00abterroristischer Einzelpersonen, Gruppen und Regierungen\u00bb, und zivile Opfer waren bedauerlicher \u00abKollateralschaden\u00bb, f\u00fcr den mitunter heuchlerische Entschuldigungen ausgesprochen wurden; heute wird eine ganze Bev\u00f6lkerung, die vernichtet werden muss, ins Visier genommen. Denn, so heisst es, aus dieser Bev\u00f6lkerung sei der \u00abterroristische Widerstand\u00bb entstanden. Wir sahen es im Libanon (\u00abDahiya-Doktrin\u00bb, ein Begriff, der gepr\u00e4gt wurde, als die israelische Armee 2006 die Bev\u00f6lkerung des Beiruter Stadtteils Dahiya \u2013 einer Hisbollah-Hochburg \u2013 nahezu ausl\u00f6schte und die gesamte Infrastruktur zerst\u00f6rte); im Gazastreifen wird es 2023 \u00abGaza-Doktrin\u00bb genannt, nach der die gesamte Bev\u00f6lkerung, einschliesslich Neugeborener, als potenzielle Terroristen liquidiert werden kann. Es geschieht im Gazastreifen, es geschieht im Libanon, es geschieht im Iran.&nbsp;<\/p>\n<p>Vom Krieg gegen \u00abreligi\u00f6sen Terrorismus\u00bb sind wir zum Krieg gegen \u00abkriminellen Terrorismus\u00bb, \u00ab\u00d6ko-Terror\u00bb, \u00abNarko-Terror\u00bb, \u00abCyber-Terror\u00bb, \u00abantisemitischen Terrorismus\u00bb und so weiter \u00fcbergegangen. Man k\u00f6nnte sie alle aufz\u00e4hlen: Praktisch alles und jeder wird heute als Terrorist betrachtet und muss mit derselben Behandlung rechnen wie zu Beginn des Krieges gegen den Terror. Damals, bei der Einweihung des Gefangenenlagers Guantanamo im Jahr 2002, erkl\u00e4rte US-Pr\u00e4sident Bush, die Vereinigten Staaten h\u00e4tten das Recht, jeden, den sie des Terrorismus f\u00fcr schuldig hielten, \u00fcberall auf der Welt zu eliminieren oder zu verhaften, ohne R\u00fccksicht auf Rechtm\u00e4ssigkeit oder ein faires Gerichtsverfahren.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-4\"><sup>4<\/sup><\/a> Wir alle haben das zugelassen. Alles im Namen des Kampfes gegen den Terrorismus.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von Bin Laden \u00fcber al-Baghdadi bis Maduro: gleiches Szenario, gleiches Attentatskommando&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>2011 sahen wir Obama und sein Kabinettsteam angespannt im Lagezentrum des Weissen Hauses vor dem Fernseher sitzen und die Live-\u00dcbertragung der Hinrichtung von Osama bin Laden, seinem \u00e4ltesten Sohn und zwei weiteren Personen verfolgen. Keine Verhaftung, keine Anklage, kein Prozess \u2013 einfach nur get\u00f6tet: \u00abErwischt!\u00bb, titelten die Medien triumphierend. Niemand protestierte; schliesslich galt er laut ebendiesen Medien als der meistgesuchte Terrorist der Welt.&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcnfzehn Jahre sp\u00e4ter sahen sich Trump und sein Kabinett, in exakt derselben Pose wie Obama, Aufnahmen an, diesmal von Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida aus. Diesmal ging es nicht um die Hinrichtung eines Terroristen, sondern um die Entf\u00fchrung des venezolanischen Pr\u00e4sidenten. Bei dieser amerikanischen Operation gegen Venezuela wurden laut dem venezolanischen Innenminister fast 200 Venezolaner und Kubaner get\u00f6tet oder verletzt. Na und? \u00abEs war Live-Fernsehen!\u00bb, verk\u00fcndete Trump anschliessend mit seiner \u00fcblichen kindischen und triumphierenden Attit\u00fcde. Ein Massaker und eine Entf\u00fchrung wie aus einem Videospiel.&nbsp;<\/p>\n<p>Auch in Belgien h\u00e4lt man diese Art von Live-Video\u00fcbertragung f\u00fcr sinnvoll. Die Minister <em>Francken<\/em>, <em>Verlinden<\/em> und <em>Crucke<\/em> richteten k\u00fcrzlich eine Kommandozentrale ein, um die Piraterie-Eins\u00e4tze der Spezialeinheiten unter dem Codenamen \u00abBlue Intruder\u00bb live zu \u00fcberwachen. Ein russischer \u00d6ltanker unter guineischer Flagge wurde in der Nordsee abgefangen. Dies war eine Weltpremiere f\u00fcr Belgien und eine exakte Kopie der US-amerikanischen Beschlagnahmung von Schiffen, die \u00d6l von und nach Venezuela transportierten.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Delta Force, ein Attentatskommando&nbsp;<\/strong><\/p>\n<p>Maduros Entf\u00fchrung wurde von der Delta Force, einer Eliteeinheit des US-Milit\u00e4rs, durchgef\u00fchrt. Die \u00abbeispiellose Pr\u00e4zision und Effizienz\u00bb dieses Kommandos wurde gelobt. Die Delta Force erlangte erstmals 2003 Bekanntheit, als sie Saddam Hussein in der Operation \u00abRoter Morgen\u00bb gefangen nahm.<\/p>\n<p>Im Jahr 2019 f\u00fchrte die Terrororganisation die Operation gegen <em>Abu Bakr al-Baghdadi<\/em>, den Anf\u00fchrer des Islamischen Staates, an. Berichten zufolge versuchte er zu fliehen, bevor er in einem Tunnel, der in einer Sackgasse endete, Selbstmord beging. Von Bin Laden und al-Baghdadi bis hin zu Maduro \u2013 oder wie sich der Kreis des Krieges gegen den Terror ein Vierteljahrhundert nach seinem Beginn im Jahr 2001 nicht nur geografisch, sondern auch politisch erweitert hat.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tot oder lebendig<\/strong><\/p>\n<p>Es besteht kein Zweifel, dass auch Maduro zu den 200 venezolanischen und kubanischen Opfern geh\u00f6rt h\u00e4tte, wenn er sich seiner Entf\u00fchrung durch die Delta Force, eine Spezialeinheit des Milit\u00e4rs, mit Waffengewalt widersetzt h\u00e4tte. Wer dies f\u00fcr unwahrscheinlich h\u00e4lt, braucht nur die Liste der im Globalen S\u00fcden ermordeten Pr\u00e4sidenten einzusehen.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-5\"><sup>5<\/sup><\/a> Erinnern wir uns auch an den Plan von <em>Mike Pompeo<\/em>, damals CIA-Direktor, den Journalisten und WikiLeaks-Gr\u00fcnder <em>Julian Assange<\/em>, der als \u00abCyberterrorist\u00bb beschuldigt wurde, aus der ecuadorianischen Botschaft in London zu holen und ihn, falls dies scheitern sollte, zu vergiften.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-6\"><sup>6<\/sup><\/a> Im Fall Assange sickerte der Plan jedoch durch. Zudem konnten es sich die Vereinigten Staaten nicht leisten, auf europ\u00e4ischem Boden und mit einem weissen australischen Staatsb\u00fcrger so vorzugehen wie sie das \u00fcblicherweise im Globalen S\u00fcden tun. Der Plan wurde daher verworfen, und es wurde eine Vereinbarung mit Ecuador und Grossbritannien getroffen, wonach die britische Polizei Assange in der Botschaft festnehmen und ihn in Belmarsh, dem Hochsicherheitsgef\u00e4ngnis Grossbritanniens, inhaftieren sollte. Assange ist noch immer dabei, sich von diesem traumatischen Erlebnis zu erholen, sowohl k\u00f6rperlich als auch psychisch. Dies hat ihn jedoch nicht davon abgehalten, seine Solidarit\u00e4t mit Gaza und seinen Widerstand gegen die Verleihung des Friedensnobelpreises an <em>Maria Corina Machado<\/em>, eine venezolanische Trump-Anh\u00e4ngerin, zum Ausdruck zu bringen.<\/p>\n<p><strong>Absolute Entschlossenheit<\/strong><\/p>\n<p>Im Falle von Pr\u00e4sident Maduro bestand die Option darin, unter dem Namen \u00abAbsolute Entschlossenheit\u00bb systematisch eine Entf\u00fchrung durchzuf\u00fchren, sozusagen die endg\u00fcltige L\u00f6sung.&nbsp;<\/p>\n<p>In den Monaten Februar, M\u00e4rz und April 2025 wurden mehr als 400 venezolanische Migranten zun\u00e4chst beschuldigt, Drogenkartellen anzugeh\u00f6ren, Schwerverbrecher und somit Terroristen zu sein, bevor sie in die Anti-Terror-Gef\u00e4ngnisse Guantanamo und Cecot in El Salvador deportiert und anschliessend nach Venezuela zur\u00fcckgeschickt wurden.&nbsp;<\/p>\n<p>Ab August 2025 \u00fcberwachte ein kleines Team von CIA-Agenten in Venezuela jeden Schritt Maduros: wo er schlief, was er ass, welche Kleidung er trug. Sogar das Verhalten seiner Hunde wurde beobachtet und aufgezeichnet.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-7\"><sup>7<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Anschliessend fanden in den Vereinigten Staaten Milit\u00e4r\u00fcbungen statt, bei denen die CIA eine exakte Nachbildung von Maduros Haus errichtet hatte. Maduros Haus wurde in Fort Campbell, Kentucky, l\u00fcckenlos rekonstruiert. Dort trainierten Soldaten den Zugang und die Fluchtwege zum Haus. Dieses Szenario \u00e4hnelte dem des Irakkriegs. Damals hatte das US-Milit\u00e4r Nachbildungen irakischer D\u00f6rfer errichtet, insbesondere in Fort Carson (Colorado), Fort Irwin (Kalifornien) und Fort Polk (Louisiana) sowie in zahlreichen anderen Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten, um seine Soldaten im urbanen Guerillakrieg gegen den irakischen Widerstand auszubilden.<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-8\"><sup>8<\/sup><\/a><\/p>\n<p>Im September wurden die ersten Angriffe gegen sogenannte \u00abDrogenschiffe aus Venezuela\u00bb gestartet \u2013 wiederum ohne jegliche Legitimation. Bis Ende Februar 2026 hatte die Zahl der Todesopfer dieser Operationen 150 erreicht.&nbsp;&nbsp;<\/p>\n<p>Am 24. November 2025 wurde ein neuer und entscheidender Schritt unternommen, als das US-Aussenministerium bekannt gab, das Cartel de los Soles als ausl\u00e4ndische Terrororganisation (FTO) einzustufen. Laut der Erkl\u00e4rung des Ministeriums \u00abhat dieses Drogenkartell seinen Sitz in Venezuela und wird von Nicol\u00e1s Maduro und anderen hochrangigen Funktion\u00e4ren seines illegitimen Regimes gef\u00fchrt, die das venezolanische Milit\u00e4r, die Geheimdienste, die Legislative und die Justiz korrumpiert haben.\u00bb<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808#fn113308152169cfbb7eb6ab6-9\"><sup>9<\/sup><\/a> Maduros Schicksal war damit besiegelt.<\/p>\n<p>Einen Monat sp\u00e4ter wurden Nicol\u00e1s Maduro und seine Frau Cilia entf\u00fchrt und in ein Bundesgef\u00e4ngnis in New York, das Metropolitan Detention Center (MDC) in Brooklyn, geflogen.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fussnoten<\/strong><\/p>\n<p><sup>1 <\/sup><a href=\"https:\/\/lukvervaet.blogspot.com\/2021\/08\/ces-monstrueux-talibans-et-nous.html\">lukvervaet.blogspot.com\/<\/a><\/p>\n<p><sup>2 <\/sup><a href=\"https:\/\/www.war.gov\/About\/\">www.war.gov\/About\/<\/a><\/p>\n<p><sup>3 <\/sup><a href=\"https:\/\/www.newyorker.com\/news\/news-desk\/pete-hegseths-secret-history\">www.newyorker.com\/news\/news-desk\/pete-hegseths-secret-history<\/a><\/p>\n<p><sup>4 <\/sup><a href=\"https:\/\/www.closeguantanamo.org\/Articles\/469-Guantanamo-at-24-19-Global-Vigils-135-Photos-and-Three-Videos\">www.closeguantanamo.org<\/a><\/p>\n<p><sup>5 <\/sup><a href=\"https:\/\/nadinerosarosso.blogspot.com\/2026\/03\/le-kidnapping-de-nicolas-maduro.html\">Die Entf\u00fchrung von Nicol\u00e1s Maduro, die Ermordung von Ali Khamenei, eine lange koloniale Tradition<\/a><\/p>\n<p><sup>6 <\/sup><a href=\"https:\/\/consortiumnews.com\/2020\/09\/30\/live-updates-assange-hearing-day-seventeen-us-intel-spying-on-assange-detailed-in-court-including-plan-to-kidnap-or-poison-him\/\">consortiumnews.com<\/a><\/p>\n<p><sup>7 <\/sup><a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/articles\/cdred61epg4o\">Spione, Drohnen und Schweissbrenner: Wie die Vereinigten Staaten Maduro gefangen nahmen<\/a><\/p>\n<p><sup>8<\/sup> Cities Under Control: The Militarization of Urban Space, Stephen Graham, La D\u00e9couverte, 2012<\/p>\n<p><sup>9 <\/sup><a href=\"https:\/\/www.state.gov\/releases\/office-of-the-spokesperson\/2025\/11\/terrorist-designations-of-cartel-de-los-soles\">www.state.gov<\/a><\/p>\n<p><em>#Titelbild: US-Kriegsminister Pete Hegseth, Zionist und religi\u00f6ser Fanatiker, der sich als Kreuzritter sieht, schw\u00f6rt die US-Soldaten auf einen apokalyptischen Endkampf gegen das B\u00f6se ein.<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2808\"><em>kommunisten.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 3. April 2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Luc Vervaet.Von Afghanistan bis Iran, von Guantanamo bis Maduro \u2013 kein Ende der kolonialistischen Kriege in Sicht?<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":16197,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,7],"tags":[59,18,82,86,144,53,22,152,4,15,19,46,101],"class_list":["post-16196","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-afghanistan","tag-imperialismus","tag-irak","tag-iran","tag-jemen","tag-libyen","tag-politische-oekonomie","tag-somalia","tag-strategie","tag-syrien","tag-ukraine","tag-usa","tag-venezuela"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16196","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16196"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16196\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16198,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16196\/revisions\/16198"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/16197"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16196"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16196"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16196"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}