{"id":16222,"date":"2026-04-18T11:04:14","date_gmt":"2026-04-18T09:04:14","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16222"},"modified":"2026-04-18T11:04:15","modified_gmt":"2026-04-18T09:04:15","slug":"iran-sozialismus-oder-barbarei","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16222","title":{"rendered":"Iran \u2013 Sozialismus oder Barbarei"},"content":{"rendered":"<p><em>Dorna Darabi,. <\/em><strong>Seit dem 28.02.2026 greifen die USA und Israel den Iran an. Parallel dazu hat Israel mit einer Bodenoffensive auch den Libanon angegriffen und verwirklicht damit zunehmend seinen Plan von \u201eGro\u00dfisrael\u201c in der Region. Dieser imperialistische Angriff auf Iran und Libanon muss im Kontext des anhaltenden Genozids an den Pal\u00e4stinenser:innen und der Neusortierung Westasiens \u2013 einer der \u00f6l- und gasreichsten Regionen der Welt \u2013 unter vollst\u00e4ndiger amerikanisch-israelischer Kontrolle betrachtet werden.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Der Zeitpunkt des Angriffs auf den Iran, der seit Jahren von westlichen Imperialist:innen sanktioniert wird, ist aber kein Zufall: Seit dem 07.10.2023 haben die westlichen Imperialist:innen und Israel die sogenannte \u201eAchse des Widerstands\u201c, die engen Verb\u00fcndeten Irans, einer nach dem anderen dezimiert. Die Achse sollte dem Regime als Schutz vor solchen Angriffen dienen bzw. ihre Hegemonie als Regionalmacht sichern. Dieser imperialistische Angriff auf den Iran ist aber auch deshalb m\u00f6glich, weil der \u201earabische Fr\u00fchling\u201c gescheitert ist \u2013 das Produkt dessen sehen wir heute in \u00c4gypten, wo die Revolution scheiterte und durch einen Milit\u00e4rputsch erneut ein US-freundliches Regime an die Macht gehievt wurde. Wir sehen dies aber auch in Syrien, wo der B\u00fcrgerkrieg zwar letztlich zum Sturz Assads f\u00fchrte, nur um durch einen pro-amerikanischen Diktator ersetzt zu werden. Es verwundert daher nicht, dass sich besonders in arabischen L\u00e4ndern, die unter dem Knebel pro-imperialistischer Herrscher stehen, Solidarit\u00e4tsbewegung gegen den Genozid in Gaza entstanden \u2013 besonders in \u00c4gypten, in Jordanien, in Algerien, in Marokko, in Tunesien und weiteren L\u00e4ndern. Von einer Niederlage Israels und der USA im Iran k\u00f6nnten die Arbeiter:innenklassen der Region profitieren \u2013 vorausgesetzt es gibt einen subjektiven Faktor, der diese Klassenk\u00e4mpfe entsprechend vorantreibt.\u00a0 Das Regime in Iran bleibt dabei eines der gr\u00f6\u00dften Hindernisse f\u00fcr die Selbstorganisation der Arbeiter:innenklasse, indem es nicht nur im Iran sondern auch in anderen L\u00e4ndern kleinb\u00fcrgerlich reaktion\u00e4re Bewegungen aufbaut, die die Organisationen der Arbeiter:innenklasse zerschlagen. In arabischen L\u00e4ndern, die unter der F\u00fchrung einer pro-imperialistischen herrschenden Klasse stehen, d\u00fcrfte die Niederlage der USA und Israels aber das Selbstbewusstsein der Arbeiter:innen gegen ihre eigene pro-imperialistische F\u00fchrung st\u00e4rken. In einigen L\u00e4ndern (Pakistan, Bahrain, aber auch im Irak) kam es nach der Ermordung von Khamenei zu Demonstrationen \u2013 bei nicht wenigen kommt vermittelt \u00fcber religi\u00f6se Ideologien die Wut auf die eigene miserable Situation zum Ausdruck. Religion oder religi\u00f6se Bewegungen und Gef\u00fchle spiegeln die \u201everkehrte Welt\u201c wieder, liefern jedoch keine Analysen \u00fcber die Ursachen und geben keine ausreichenden Antworten auf die Beseitigung des Leids im Diesseits. Genauso freuten sich viele Menschen im Iran \u00fcber den Tod Khameneis, den sie instinktiv als nichts anderes als einen blutigen Klassenfeind sehen. Doch auch hier darf die Freude \u00fcber die Beseitigung ihres Unterdr\u00fcckers nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass auch die Herrschenden in den USA und Israel ihre Klassenfeinde sind und ihnen keine Befreiung bringen.<\/p>\n<p>Doch es reicht nicht, nur die Niederlage der USA und Israels zu fordern, denn ein Sieg des Regimes wird zweifelsohne die Repressionen gegen die Arbeiter:innenklasse im Iran verst\u00e4rken \u2013 und der Krieg hat diese schon massiv verst\u00e4rkt \u2013 bereits w\u00e4hrend des 12-Tage-Kriegs wurden oppositionelle Arbeiter:innen unter dem Spionage Vorwurf verfolgt, eingesperrt und ermordet. Dass es Spione gibt, sogar in hohen \u00c4mtern innerhalb des Regimes selbst, ist kein Geheimnis, jedoch wird dies als Vorwand genutzt, um sich jeglicher (linker) Dissidenz zu entledigen. Auch jetzt wird die eigene Bev\u00f6lkerung nicht nur von den USA und von Israel bombardiert, sondern auch von der eigenen Regierung angegriffen und get\u00f6tet \u2013 das sehen wir besonders in Kurdistan (Rojhelat).<\/p>\n<p><strong>Klassenkampf und der Staat im Iran<\/strong><\/p>\n<p>Bevor wir zur Positionierung von Sozialist:innen in imperialistischen Zentren im Westen und von Sozialist:innen in Iran kommen, m\u00fcssen wir jedoch erstmal ausholen und den Klassencharakter des iranischen Staats sowie einen \u00dcberblick \u00fcber die Klassenk\u00e4mpfe im Iran geben:<\/p>\n<p>In der Revolution 1979 haben die \u00d6larbeiter durch monatelange Streiks den letzten Shah von Iran zu Fall gebracht. Diese Streiks wurden aus der Kasse der Bazaaris, des Kleinb\u00fcrgertums, gezahlt, welches ideologisch unter dem Einfluss der Mullahs stand. Unter dem Shah wurden sie teilweise verfolgt und eingesperrt \u2013 weswegen sich Khomeini im Pariser Exil befand. Diese revolution\u00e4re Periode erm\u00f6glichte es aber auch linken Kr\u00e4ften, welche u.a. im ber\u00fcchtigten Evin Gef\u00e4ngnis sa\u00dfen, aufzuatmen und sich neu zu organisieren. Es war ein Festival der Unterdr\u00fcckten \u2013 so entstanden Arbeiter:innenr\u00e4te (\u201eShorah\u201c), sogenannte Streikkomitees die aus der Revolution hervorgingen, und die die Kontrolle \u00fcber die Betriebe \u00fcbernahmen, nachdem das alte Regime zusammenbrach und die Manager und Eigent\u00fcmer flohen. Sie entstanden spontan aus der Notwendigkeit heraus, die Produktion selbst zu organisieren. Sie sind vergleichbar mit den \u201eSowjets\u201c in Russland 1917.<\/p>\n<p>Der zentrale Unterschied zur russischen Revolution war aber die Abwesenheit einer revolution\u00e4ren Partei, des subjektiven Faktors, der die Doppelherrschaft zwischen Staat bzw. Kapitalisten und Arbeiter:innen h\u00e4tte weiter treiben und die alten sowie neuen Kapitalisten h\u00e4tte verjagen k\u00f6nnen und der Diktatur des Kapitals die Diktatur des Proletariats h\u00e4tte entgegenstellen k\u00f6nnen \u2013 was eine faktische Demokratisierung der Gesellschaft, eine echte Partizipation der Arbeiter sowie der Bauern und anderer Kleinb\u00fcrger am sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Leben der Gesellschaft bedeutet h\u00e4tte (unter F\u00fchrung der Arbeiterklasse). Die iranische Linke hatte jedoch kaum eine Verankerung in den Shorahs, womit das Klassenbewusstsein und der reale Klassenkampf nicht zur Notwendigkeit der Diktatur des Proletariats gedeihen konnte. Assef Bayat zeigt in seinem Werk \u201e<a href=\"https:\/\/www.academia.edu\/108140796\/Workers_and_Revolution_in_Iran\">Workers and Revolution in Iran<\/a>\u201c sehr detailliert, welche Forderungen und Probleme in den Shorahs herrschten \u2013 politische und \u00f6konomische Forderungen wurden nicht miteinander verbunden und es fehlte ein gemeinsames politisches Ziel.<\/p>\n<p>Somit war es leicht f\u00fcr Khomeini und die islamische Konterrevolution ihre eigenen Manager in den Unternehmen einzusetzen \u2013 die nationale Ideologie wurde mittels der Religion vermittelt: Wir sind alle Muslime und k\u00e4mpfen gegen die USA, wohinter jegliche Klassenunterschiede verschwinden. Das hei\u00dft umgekehrt nat\u00fcrlich nicht, dass Sozialisten antireligi\u00f6s sind und keine muslimischen Arbeiter:innen und Kleinb\u00fcrger:innen organisieren und gemeinsam k\u00e4mpfen \u2013 die Frage ist wof\u00fcr man k\u00e4mpft und unter welchem politischen Programm (Vgl. <a href=\"https:\/\/isj.org.uk\/the-bolsheviks-and-islam\/\">International Socialism Ausgabe 110).<\/a> Chris Harmann zeigt in \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.de\/religion\/harman\/\">The Prophet and the Proletariat<\/a>\u201c wie die Besetzung der amerikanischen Botschaft vor allem unter jungen Menschen und Studierenden, die die Zielgruppe vieler linker Parteien und Organisationen waren, einen wichtigen Wendepunkt darstellte, weil es Khomeini gelang viele Linke hinter sich zu ziehen. Doch die Politik dieser Linken war vor allem vom Stalinismus und Maoismus gepr\u00e4gt: Die stalinistische Tudeh hatte bereits unter Mossadegh (dem ersten \u201edemokratischen\u201c Pr\u00e4sidenten des Iran) mit Teilen der nationalen Bourgeoisie eine Politik der Volksfront gemacht und diese unterst\u00fctzt. Somit war es nicht verwunderlich, dass ihre traurigen Reste 1979 auch Khomeini unterst\u00fctzten. Die Fedayin-e-Khalqh (Mehrheitsfraktion), die eine in den 60er Jahren entstandene Guerilla Bewegung war, unterst\u00fctzte ebenfalls im Sinne des Maoismus die neue nationale Bourgeoisie um Khomeini, weil sie wie die Tudeh davon ausging, dass eine Revolution in Etappen stattfinden w\u00fcrde: Zun\u00e4chst w\u00fcrde es eine b\u00fcrgerlich-demokratische Revolution und danach eine sozialistische Revolution unter der F\u00fchrung der Arbeiterklasse geben.<\/p>\n<p>Dabei sahen sie \u00fcber die zentralen Erfahrungen der russischen Arbeiterklasse 1917 sowie z.B. \u00fcber die Erfahrungen des chinesischen Proletariats in den 20er Jahren hinweg: Der russische Marxist Leo Trotzki fasste diese in seiner Schrift \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/trotsky\/1931\/tpr\/pr-index.htm\">Theorie der permanenten Revolution<\/a>\u201c zusammen: In L\u00e4ndern mit versp\u00e4teter kapitalistischer Entwicklung kann nur das Proletariat selbst die demokratischen Aufgaben durchsetzen \u2013 indem es durch Enteignung der Bourgeoisie zum Sozialismus \u00fcbergeht. In halbkolonialen L\u00e4ndern hat die nationale Bourgeoisie eine vergleichsweise schwache Position gegen\u00fcber der imperialistischen Bourgeoisie: Sie ist deshalb gezwungen, zwischen dem Proletariat und den Imperialisten zu navigieren. Mal setzt sie auf nationale Einheit und versucht das Proletariat hinter sich zu ziehen und macht Kompromisse, mal geht sie Kompromisse mit den Imperialisten ein, um weiterhin konkurrenzf\u00e4hig zu bleiben. Die Best\u00e4tigung dieser Tatsache sieht man an den IMF-angelehnten neoliberalen Reformen in den 2000er Jahren im Iran, die teilweise aufgrund des Widerstands der Arbeiterklasse und auch im Interesse der Autonomie der eigenen Bourgeoisie wieder r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden mussten. An anderer Stelle schreibt Trotzki im \u00dcbergangsprogramm 1938: <em>\u201e[Die] Politik des Proletariats der r\u00fcckst\u00e4ndigen L\u00e4nder [\u2026] ist gezwungen, den Kampf um die elementarsten Aufgaben der nationalen Unabh\u00e4ngigkeit und der b\u00fcrgerlichen Demokratie mit dem sozialistischen Kampf gegen den Weltimperialismus zu kombinieren.\u201c<\/em> Konkreter gesagt: In L\u00e4ndern mit versp\u00e4teter kapitalistischer Entwicklung k\u00f6nnen b\u00fcrgerlich-demokratische Rechte nicht umgesetzt werden ohne einen Kampf gegen den Imperialismus. Die Unterdr\u00fcckung der Frau ist im Iran deswegen so akut, weil der Imperialismus die materielle Basis f\u00fcr die ungleichm\u00e4\u00dfige Entwicklung des Kapitalismus global schafft. Er f\u00fchrt durch die Unterwerfung ganzer L\u00e4nder und die \u00dcberausbeutung der Arbeiterklassen dort dazu, dass vorkapitalistische Verh\u00e4ltnisse, wie z.B. die Dominanz von Religion im allt\u00e4glichen Leben, parallel neben Firmen existieren, in denen die Arbeiter bspw. Apple Telefone herstellen. So ist der Kampf um Selbstemanzipation in (halb)kolonialen L\u00e4ndern aufs Engste mit der nationalen Frage verkn\u00fcpft. Es braucht eine Reihe von \u00dcbergangsforderungen wie zentral die nach einer konstituierenden Versammlung (einer b\u00fcrgerlich demokratischen Versammlung), die es erlauben w\u00fcrde, dass neben dem Regime die Arbeiter:innenklasse um politische Hegemonie k\u00e4mpfen kann. Das Parlament im Iran ist dazu ungeeignet, da die Arbeiter:innenklasse dort nicht mit ihren eigenen Organisation(en) auftreten kann. Das Regime kontrolliert das Parlament und es spielt faktisch nur eine geringe politische Rolle neben dem Obersten F\u00fchrer, dem W\u00e4chterrat und den Revolutionsgarden. Es m\u00fcssen Komitees gegr\u00fcndet werden, die die staatlichen Aufgaben des Regimes selbst in die Hand nehmen \u2013 die medizinische Versorgung, die Verteilung von Essen, das Teilen von Informationen. Die Arbeiter:innenklasse muss sich um ein \u00dcbergangsprogramm herum organisieren, in dem dem Regime zun\u00e4chst demokratische Forderungen wie das Recht auf Organisierung, das Recht auf Versammlung, freie Meinungs\u00e4u\u00dferung usw. abverlangt werden, um dann an Selbstbewusstsein zu gewinnen, um diese demokratischen Forderungen mit proletarischer Macht durch die \u00dcbernahme der Macht im Staat zu verbinden. Auf diesem Weg sollte es auf jeden Fall Hilfe von au\u00dfen geben \u2013 von Arbeitern anderer L\u00e4nder. Alleine wird das iranische Proletariat in der aktuellen Situation nicht in der Lage sein, gegen das Regime und gegen den US Imperialismus und seine Verb\u00fcndeten zu stehen.<\/p>\n<p>Auch die Mojahedin-e-Khalq, eine \u201eislamo-marxistische\u201c Gruppe (ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nach kombinierten sie Marxismus und Islam), hatten keinerlei Verbindung zur Arbeiter:innenklasse, sondern vielmehr zum st\u00e4dtischen Kleinb\u00fcrgertum \u2013 vor allem Studierende und Intellektuelle. All diese Parteien und Organisationen \u2013 mit Ausnahme der kurdischen Organisationen \u2013 bef\u00fcrworteten mehr oder weniger das Volksreferendum im M\u00e4rz 1979, in dem \u00fcber die Zukunft des Landes entschieden wurde. Dabei gab es nur eine Option zur Wahl: Ja oder Nein zur \u201eIslamischen Republik\u201c. Anstatt dieses Referendum zu boykottieren, unterst\u00fctzte diese Linken direkt oder indirekt den Aufstieg der Mullahs. Diese z\u00f6gerten nicht und vertrieben erst die Mojahedin ins Exil und ermordeten nach und nach alle Linken \u2013 was seinen H\u00f6hepunkt 1988 erreichte, wo zehntausende Linke hingerichtet wurden.<\/p>\n<p>Die Konterrevolution war somit vollendet, die Shorahs abgeschafft und ein neues kapitalistisches Regime hatte sich unter dem Deckmantel des \u201eAntiimperialismus\u201c und des \u201eIslams\u201c an die Spitze der Gesellschaft gestellt. Dabei h\u00e4tten die Arbeiter:innen, die Imperialisten und ihre Marionette vertrieben hatten, den anti-imperialistischen Kampf anf\u00fchren m\u00fcssen \u2013 wof\u00fcr es eine sozialistische Massenpartei mit der richtigen Strategie gebraucht h\u00e4tte. Die Monarchisten wurden aus ihren \u00c4mtern gejagt und nahezu vollst\u00e4ndig durch das neue Regime ersetzt. Dieses Regime verstaatlichte sofort zentrale Industrien wie die \u00d6lindustrie, aber nicht im Interesse der Besch\u00e4ftigten sondern im Interesse des inl\u00e4ndischen Kapitals. Sie errichtete sogenannte \u201eBonyads\u201c, religi\u00f6se halb-staatliche Stiftungen, die vorgeblich den Zweck der \u201eWohlfahrt\u201c erf\u00fcllen sollen, aber m\u00e4chtige Konzerne bilden und weite Teile der Produktion kontrollieren. Sie sind nicht demokratisch kontrolliert und unterstehen dem \u201eObersten F\u00fchrer\u201c. Einer der gr\u00f6\u00dften Bonyads ist der \u201eBonyad-e Mostazafan\u201c, der Bonyad der \u201eUnterdr\u00fcckten\u201c, der unmittelbar nach der Macht\u00fcbernahme Khomeinis gegr\u00fcndet wurde. Das zentrale Versprechen Khomeinis war die Verbesserung des Lebens des \u201ekleinen Mannes\u201c, der wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Teilhabe der einfachen Leute. Nachdem er anf\u00e4nglich seine Kooperation mit den USA und anderen imperialistischen M\u00e4chten versprach (s. <a href=\"https:\/\/www.bbc.com\/news\/world-us-canada-36431160\">Briefe an Jimmy Carter<\/a>), setzte das neue Regime unter Khomeini mit der Besetzung der Botschaft ein klares Signal an die USA: Der Antiamerikanismus und Anti-Zionismus sowie die Bek\u00e4mpfung der Islamophobie (ein Begriff, den Khomeini popul\u00e4r gemacht hat) und die Bek\u00e4mpfung des Rassismus waren weitere zentrale ideologische Eckpfeiler des Regimes \u2013 all das sind nat\u00fcrlich auch linke Ziele, aber das Regime nutzte dies vielmehr ideologisch zu seinen eigenen Zwecken.<a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/#_ftn1\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Die Kontrolle \u00fcber das \u00d6l, der historische Streitpunkt im Iran, die zum CIA\/MI6 Coup gegen Mossadegh 1953 gef\u00fchrt hatte, lag nun endlich in der Hand des Iran selbst \u2013 besser gesagt der neuen iranischen Bourgeoisie. Es fand eine Konterrevolution statt, in der das ehemalige Kleinb\u00fcrgertum und der Klerus sich an die Macht hievten und die Arbeiter:innenklasse an der politischen Macht\u00fcbernahme hinderten, die durch ihre K\u00e4mpfe ma\u00dfgeblich den Sturz des Shahs erwirkt hatte.<\/p>\n<p>Die heutige Wirtschaftsstruktur im Iran ist sehr komplex \u2013&nbsp; heruntergebrochen kann man folgendes sagen: Die Revolutionsgarden, die neben dem Milit\u00e4r als bewaffneter und ideologischer Arm des Regimes existieren, besitzen die Kontrolle \u00fcber 50% der \u00d6lexporte und kontrollieren ca. 40-70% der Wirtschaft. Die Arbeiter:innenklasse wird wie auch in anderen L\u00e4ndern ausgebeutet \u2013 man kann sogar von \u00dcberausbeutung sprechen, da Industriearbeiter in wichtigen Industrien (\u00d6lindustrie, Bergbau, Agrarindustrie) teilweise monatelang auf die Auszahlung ihrer L\u00f6hne warten m\u00fcssen und diese teilweise unterschlagen werden. Dies betrifft vor allem Zeit- und Leiharbeiter, die das Regime bevorzugt in den Schl\u00fcsselindustrien wie der \u00d6lindustrie einsetzt, um die Einheit und Kampfkraft der Arbeiter:innenklasse zu schw\u00e4chen. Die Arbeiter:innenklasse hat nicht das Recht auf eigene Gewerkschaften, es existieren aber halb-legale k\u00e4mpferische Gewerkschaften neben jenen des Staates. In den letzten 9 Jahren gab es immer wieder massive Streikwellen, die \u00f6konomische Forderungen mit politischen verbanden: Im Jahr 2017\/2018 gingen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter von \u201eHaft Tapeh\u201c und anderen Gewerkschaften monatelang in den Streik, da ihre L\u00f6hne monatelang (teilweise ein halbes Jahr) nicht ausgezahlt wurden. Sie forderten die Verstaatlichung des Unternehmens und die Kontrolle der Arbeiterinnen \u00fcber diesen Staat und \u00fcber die Produktion in R\u00e4ten \u2013 eine klare Anlehnung an die R\u00e4teerfahrung der Arbeiter:innenklasse 1979\/80. Sie verbanden ihre wirtschaftlichen Forderungen nach der Auszahlung und Erh\u00f6hung ihrer L\u00f6hne und ihrer Arbeitsbedingungen mit der politischen Forderung nach dem Sturz der islamischen Republik. Das l\u00f6ste eine Protestwelle aus, bei der sich auch weitere Teile der Gesellschaft anschlossen (Studierende, Renter:innen usw.). Die Ablehnung des staatlich verordneten Kopftuchzwangs war zudem auch eine der zentralen Forderungen. Es wurden Symbole der Staatsmacht wie Moscheen, Banken und Polizeistationen angegriffen. 2019 folgte die n\u00e4chste Streikwelle: Arbeiterinnen gingen teilweise bewaffnet gegen zu hohe Benzinpreise auf die Stra\u00dfe \u2013 binnen einer Woche bekannt als \u201eBlutiger Aban\u201c wurden offiziell 1500 Menschen vom Regime erschossen. 2020 streikten erneut tausende Arbeiter:innen der \u00d6lindustrie infolge des Hitzetods eines Kollegen \u2013 den Anfang machten die Arbeiter im South Pars Feld, es folgten aber noch Arbeiter in Mashad und Isfahan. Anfang 2022 streikten erneut Arbeiter:innen gegen die miserable Lebenssituation. Ihre Wut explodierte als die Regierung Subventionen auf Lebensmittelimporte strich und breitete sich infolge des Mords an der Kurdin Jina Amini wegen ihres \u201efalsch\u201c sitzenden Kopftuchs auf weitere Teile der Gesellschaft aus. Erstmals kamen alle Teile der Gesellschaft gemeinsam monatelang auf die Stra\u00dfe, streikten und demonstrierten und forderten wie auch bei vorherigen Streik- und Protestwellen das Ende der islamischen Republik. Im Zuge der \u201eJin Jiyan Azadi\u201c Bewegung forderte die Bev\u00f6lkerung die Abschaffung der Sittenpolizei, die Aufhebung des staatlichen Kopftuchzwangs, das Ende von Exekutionen und die Freilassung der politischen Gefangenen. Au\u00dferdem forderten sie allgemeine demokratische Rechte und politische Teilhabe sowie die Beseitigung der wirtschaftlichen Misere \u2013 massenweise wird die Enteignung des Regierungseigentums und die R\u00fcckf\u00fchrung in die H\u00e4nde der Allgemeinheit gefordert. Infolge der imperialistischen Sanktionspolitik und der Versch\u00e4rfung dessen nach dem einseitigen Ausstieg Trumps aus dem JCPOA hat sich die Situation der Arbeiterklasse erheblich verschlechtert. Doch nicht nur das, auch das Kleinb\u00fcrgertum ist mehr und mehr proletarisiert. So ist es auch kein Zufall, dass sich der Klassenkampf seitdem im Iran versch\u00e4rft hat. Doch es sind nicht alle gleicherma\u00dfen betroffen von dieser Sanktionspolitik, da sich die Revolutionsgarde bzw. die \u201eHardliner\u201c Fraktion aufgrund der Schaffung eines Schwarzmarktes an den Sanktionen bereichern konnte.<\/p>\n<p><strong>Aufgaben im Krieg<\/strong><\/p>\n<p>Der Krieg entzieht genau diesen Klassenk\u00e4mpfen der vergangenen Jahre den Boden: Zum einen indem die Produktionsst\u00e4tten angegriffen und sowohl Arbeiter als auch andere Produktionsmittel vernichtet werden und zum anderen indem die Rechte w\u00e4chst: Im Massenaufstand Anfang des Jahres waren die Stimmen der Monarchisten deutlich st\u00e4rker als zuvor im Iran selbst vertreten. Zwar wurde ihre Hegemonie im Ausland durch die ausl\u00e4ndischen Sender wie BBC Persia, Manotoo und Iran International bewusst gef\u00e4lscht und gr\u00f6\u00dfer dargestellt als sie real ist (eine unabh\u00e4ngige Auswertung der Slogans im Januar ergab, dass \u201enur\u201c 17% der Slogans pro Monarchie waren), doch auch bei den Studierendenprotesten im Februar, die sich klar gegen das Regime und gegen die Monarchie stellten, wurden Studierende von Monarchisten bedroht und erpresst<a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/#_ftn2\"><sup>[2]<\/sup><\/a>. Die gezielte israelische Unterst\u00fctzung der Monarchisten \u00fcber die letzten Jahre hat ihre Fr\u00fcchte getragen, aber wie auch beim 12-Tage-Krieg erleben viele Menschen im Iran aufgrund der grausamen und blutigen Realit\u00e4t eines solchen versuchten Regime Changes von oben den reaktion\u00e4ren und brutalen Charakter dieser Art von Politik.<\/p>\n<p>Aktuell lassen linke Oppositionelle im Ausland keine Gelegenheit aus, um die Monarchisten zu entlarven und ihnen den Boden zu entziehen. Die iranische Gesellschaft, die zu einem gro\u00dfen Teil aus jungen Menschen besteht, verfolgt sehr genau, wie sich Iraner:innen im Ausland positionieren. Neben dieser Gefahr des Pro-Imperialismus und der Hoffnungen in einen von den USA und Israel herbeigef\u00fchrten Regime Change besteht aktuell im Inland vor allem auch die Gefahr des Nationalismus und des Chauvinismus. Der \u201eM\u00e4rtyrertod\u201c von Ali Khamenei d\u00fcrfte die eigene Basis befeuert haben; zumal es von Bedeutung ist, dass der Erzfeind Israel den Iran mit angegriffen hat \u2013 der gro\u00dfe (USA) und der kleine (Israel) \u201eSheytan\u201c (Teufel), mit denen seit der Gr\u00fcndung der islamischen Republik Krieg (ideologisch sowie auch materiell gesehen) herrscht. Doch vor allem die Angriffe der USA und Israels auf die Infrastruktur des Landes, auf die Existenzgrundlage von Millionen von Menschen, sowie die Internetsperre bzw. der selektive Zugang zu Informationen (Regime Sender einerseits und z.T. Monarchisten Sender andererseits- beides Nationalismen) d\u00fcrfte dies verst\u00e4rken. Dass dies bereits jetzt schon fatale Konsequenzen f\u00fcr die Arbeiter:innen hat, sieht man daran, dass wieder einmal L\u00f6hne nicht ausbezahlt werden, dass Checkpoints errichtet und politische Gefangene hingerichtet sowie kurdische Dissidenten (Parteizentralen kurdischer Organisationen wie z.B. der Komala) angegriffen werden.<\/p>\n<p>All die Forderungen wie die Enteignung bzw. der Sturz des Regimes, die Rechte von Frauen, das Selbstbestimmungsrecht ethnischer Minderheiten, das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit, die der staatlichen Repressionen bzw. dem Massaker im Januar zum Trotz bei den Trauerfeiern am 40. Todestag der Ermordeten, die zu Widerstandsprotesten gegen das Regime wurden, durchgesetzt wurde \u2013 all diese Dinge geraten in den Hintergrund.<\/p>\n<p>Die Aufgabe im internationalen Kampf der Arbeiter:innenklassen ist es, sich \u00fcberall gegen diesen imperialistischen Krieg auf Iran einzusetzen: In Deutschland, den USA, Frankreich, Gro\u00dfbritannien und Co., die Teil des NATO Blocks unter der Herrschaft der USA sind, m\u00fcssen die Arbeiterinnen im eigenen Interesse gegen diesen Krieg auf die Stra\u00dfe gehen. In Deutschland hat der sogenannte \u201eHerbst der Reformen\u201c K\u00fcrzungen im Bereich Gesundheit, Bildung, Soziales usw. bzw. Angriffe auf die Lage der Arbeiter:innenklasse bedeutet. Dies geht einher mit der Militarisierung und Faschisierung der Gesellschaft insgesamt.<\/p>\n<p>Als Sozialist:innen verorten wir diese Ursache im Gesetz des tendenziellen Falls der Profitrate, die seit Jahrzehnten in westlichen Industrienationen f\u00e4llt \u2013 durch die Zerst\u00f6rung und Neukomposition des Kapitals soll der Akkumulationsprozess wieder von neuem beginnen. Wie im 2. Weltkrieg, in dem massenhaft Produktionsmittel (Maschinen und Arbeitskraft) zerst\u00f6rt wurden, soll nun mittels eines gr\u00f6\u00dfer angelegten Kriegs (der droht zum 3. Weltkrieg zu werden, sollte China auch direkt milit\u00e4risch einsteigen), Wert vernichtet werden (Bomben sind im Unterschied zu anderen Waren nicht wieder im Produktionsprozess einsetzbar sondern sind zur Vernichtung von Wert geschaffen). Die b\u00fcrgerliche Ideologie ist die von \u201eGro\u00dfisrael\u201c und von neuen M\u00e4rkten wie dem Iran, die erschlossen werden. Dahinter verbirgt sich aber objektiv die Logik des Kapitalismus bzw. des Imperialismus, in dem das Kapital stetig expandieren muss. Die \u00dcberakkumulationskrise zeigt sich auch an der KI Blase, die jederzeit zu platzen droht. Der Widerspruch bleibt der zwischen Kapital und Arbeit, zwischen lebendiger und toter Arbeit. Die Aneignung von Mehrwert (Profit \u2013 nicht identisch), muss erh\u00f6ht werden, was jedoch im Widerspruch zu kurzfristigen Extraprofiten durch Automatisierung, d.h. Ersetzen von Arbeitskraft durch billigere Maschinerie infolge von technologischen Innovationen steht. Die Angriffe der Kapitalist:innen auf die Arbeiter:innenklasse in imperialistischen Zentren dreht sich aktuell noch vermehrt um die Erh\u00f6hung des relativen Mehrwerts, d.h. bei gleichbleibender L\u00e4nge des Arbeitstages wird der Mehrwert erh\u00f6ht, indem die Kosten f\u00fcr die Reproduktion der Arbeitskraft (das Geld, das der Arbeiter braucht, um zu leben) gesenkt werden. Das kann man direkt machen, indem die L\u00f6hne real gesenkt werden, was infolge der Inflation bspw. passiert oder indem die Kosten f\u00fcr Gesundheit, Bildung usw. privatisiert werden und auf den Arbeiter abgew\u00e4lzt werden. Doch auch Angriffe, die eine Erh\u00f6hung des absoluten Mehrwerts nach sich ziehen, durch die Erh\u00f6hung der L\u00e4nge des Arbeitstages bzw. der Lebensarbeitszeit (Erh\u00f6hung des Renteneintrittsalters z.B.) stehen nicht aus.<\/p>\n<p>Der Rassismus und der Nationalismus sind ein wichtiges ideologisches Instrument zur Durchsetzung dieser Kapitalinteressen, da sie die Einheit und Kampfkraft der Arbeiter:innenklasse schw\u00e4chen. Der antimuslimische Rassismus, der durch 9\/11 noch viel sch\u00e4rfer gesetzlich sowie ideologisch verbreitet wurde, sind ein wichtiger Hebel zur Spaltung der Arbeiter:innenklasse und Isolierung der Pal\u00e4stina Solidarit\u00e4tsbewegung, die \u00fcberwiegend migrantisch gepr\u00e4gt ist. Unsere Aufgabe hier im imperialistischen Zentrum aber auch in arabischen L\u00e4ndern wie z.B. \u00c4gypten, die unter amerikanischer Hegemonie stehen, ist es eine breite Anti-imperialistische Bewegung gegen den Krieg und diese Angriffe auf unsere Klasse aufzubauen. Wir m\u00fcssen uns durch Streiks an Milit\u00e4rst\u00fctzpunkten, H\u00e4fen, Flugh\u00e4fen, Waffenfabriken usw. f\u00fcr die Niederlage der USA und Israels sowie unserer eigenen herrschenden Klassen, die ihre Komplizen sind, einsetzen. Wir m\u00fcssen gegen sozialchauvinistische<a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/#_ftn3\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Positionen wie wir sie auch bei Pal\u00e4stina gesehen haben in den reformistischen Parteien wie der deutschen Linkspartei einsetzen: Wir lehnen nicht nur Bomben ab, sondern auch imperialistische Sanktionen und \u201ediplomatischen Druck\u201c auf den Iran.<\/p>\n<p><strong>Perspektiven im Iran<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage, ob Iran eine Diktatur oder eine Demokratie ist, ist f\u00fcr Sozialist:innen in der Positionierung zu ihrer imperialistischen herrschenden Klasse gleichg\u00fcltig (Vgl. Trotzkis Ausf\u00fchrungen \u00fcber \u00c4thiopien, z.B. in \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/trotsky\/1936\/04\/oslo.htm\">On Dictators and the Heights of Oslo<\/a>\u201c). In (halb-)kolonialen L\u00e4ndern nimmt die politische Form der herrschenden Klasse meist die eines Polizeistaats ein (Vgl. \u201e<a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/trotsky\/1938\/xx\/mexico03.htm\">The Nationalized Industry and Workers\u2018 Management<\/a>\u201c von Trotzki), weil es sich um schw\u00e4chere Kapitalisten handelt, die in der kapitalistischen Nahrungskette weiter unten stehen und die mit der weitaus m\u00e4chtigeren Klasse von Kapitalisten (Imperialisten) konkurrieren, weshalb es zur \u00dcberausbeutung der Arbeiter:innenklasse kommt, die sich nur durch die Beschr\u00e4nkung der Rechte der Arbeiter:innen auf Streik, freie Meinungs\u00e4u\u00dferung usw. umsetzen l\u00e4sst. Somit steht die Frage von \u201eDemokratie\u201c vs. \u201eDiktatur\u201c nicht au\u00dferhalb der globalen politischen \u00d6konomie. Im Iran hat die nationale Bourgeoisie nach 1979 eine relative Autonomie gegen\u00fcber dem westlichen Imperialismus erlangt, was allerdings durch die Abh\u00e4ngigkeit vom chinesischen Kapital teilweise unterminiert wird. Da die USA aber weiterhin die st\u00e4rkste imperialistische Macht (im Niedergang) sind, und nun wie in Venezuela, in Kuba, in Pal\u00e4stina, im Libanon, in Syrien usw. sich versuchen ihren Teil an der imperialistischen Beute zu sichern, sind Sozialisten nicht neutral in der Frage eines imperialistischen Angriffs auf einen halbkolonialen Staat wie dem Iran. Der Sieg des US-Imperialismus im Iran bedeutet keinen Vorteil f\u00fcr die iranische Arbeiterklasse und auch keinen Vorteil f\u00fcr die Arbeiterklasse weltweit. Wir sehen gerade wie rechte, pro-imperialistische Herrschende in Chile oder Argentinien Angriffe auf das Streikrecht fahren und die Verl\u00e4ngerung des Arbeitstages umsetzen.<\/p>\n<p>Welche Perspektive hat nun die Arbeiter:innenklasse im Iran? Sie muss unbedingt ihre unabh\u00e4ngige Klassenposition bewahren und nicht die Fehler der stalinistischen Volksfront von 1979 wiederholen. In der aktuellen Situation bedeutet das, sich nicht hinter das Regime zu versammeln \u2013 keinerlei politische Unterst\u00fctzung des Regimes, bei gleichzeitiger Anerkennung, dass die Landesverteidigung notwendig ist und aktuell in den H\u00e4nden dieses Regimes liegt. Jedoch muss wo m\u00f6glich von dieser verlangt werden, f\u00fcr ausreichend Schutz zu sorgen, Bunker f\u00fcr die Bev\u00f6lkerung bereitzustellen, f\u00fcr kostenlose medizinische Versorgung, Essen und Schlafpl\u00e4tze zu sorgen. Weitergehend muss sie f\u00fcr den Schutz von Arbeitern sorgen, die weiterarbeiten m\u00fcssen, damit nicht die gesamte Gesellschaft zusammenbricht. Wenn die Arbeiter in den Fabriken k\u00f6nnen, sollten sie auch streiken, um die Kontrolle \u00fcber die Produktion zu bekommen. Das wird zwar kurzfristig den Widerstand gegen den Imperialismus schw\u00e4chen, aber genau darin liegt der Unterschied zwischen einer \u201ecampistischen\u201c&nbsp; oder stalinistischen und einer marxistischen Position: Als Sozialisten k\u00e4mpfen wir f\u00fcr das Recht auf nationale Unabh\u00e4ngigkeit gegen den Imperialismus, um dieses Hindernis (Nationalismus durch nationale Unterdr\u00fcckung) im internationalen Klassenkampf aus dem Weg zu r\u00e4umen, jedoch d\u00fcrfen wir diesen Bewegungen keinen \u201eroten Anstrich\u201c geben wie Lenin zu dieser Frage schreibt (s. <a href=\"https:\/\/www.marxists.org\/archive\/lenin\/works\/1913\/crnq\/index.htm\">Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage<\/a>). Eine relative nationale Unabh\u00e4ngigkeit erlangte der Iran 1979 unter der Herrschaft einer neuen iranischen Bourgeoisie. Seitdem versucht der US Imperialismus dies durch Sanktionen und Bomben zu revidieren. Die iranische Arbeiter:innenklasse muss in diesem Kontext versuchen, selbst die Kontrolle \u00fcber die Produktion zu erlangen und sie vergesellschaften, um weder unter dem Stiefel des Imperialismus noch unter dem des Regimes zu stecken. Durch R\u00e4te (Fabrik-\/Streikkomitees) muss sie versuchen die Kontrolle im Betrieb zu erlangen, vor allem in Schl\u00fcsselindustrien wie der Waffenproduktion und der \u00d6lproduktion. Dies gilt auch im Krieg, wenn m\u00f6glich. Sie muss ebenfalls versuchen sich zu bewaffnen \u2013 dies ist vielfach bereits vereinzelt im jetzigen Krieg geschehen, als die Basen der IRGC oder Basiji angegriffen wurden. Die Frage ist aber unter welcher F\u00fchrung \u2013 das bleibt derzeit noch unklar. Die Arbeiterbewegung muss sich f\u00fcr die Aufhebung der Internetsperre einsetzen, denn sie braucht das Internet als Kommunikations- und Vernetzungsm\u00f6glichkeit. Au\u00dferdem m\u00fcssen demokratische Rechte erk\u00e4mpft werden, wie bspw. das Recht auf Versammlungsfreiheit. Vielfach haben sich Menschen im Krieg versammelt, um die Produktionsst\u00e4tten oder Br\u00fccken zu sch\u00fctzen. Die meisten Versammlungen wurden aber klar vom Regime und seinen Anh\u00e4ngern dominiert, die im Krieg mit noch gr\u00f6\u00dferer Brutalit\u00e4t gegen jegliche Opposition vorgingen. Im Unterschied zur Situation in Pal\u00e4stina gibt es im Iran eine m\u00e4chtige eigenst\u00e4ndige Arbeiterbewegung \u2013 die Bildung jener wird durch die Besatzung verhindert. Der fundamentale Widerspruch im Iran als einem nicht-imperialistischen Land bleibt zwar auch der mit dem weitaus m\u00e4chtigeren US-Imperialismus, aber das Regime und dessen zum Selbsterhalt der herrschenden Klasse im Iran erkorenen Taktik der \u201eAchse des Widerstands\u201c sind entgegen der Tatsache, dass die USA den Krieg verloren haben, dennoch gescheitert. Das Regime hat zwar die USA besiegt, aber die Wirtschaft war bereits vor dem Krieg schon komplett am Boden und nun sind s\u00e4mtliche Produktionsst\u00e4tten zerst\u00f6rt. Noch nie was das Regime so unbeliebt wie jetzt \u2013 besonders nach dem blutigen Massaker im Januar. Man darf nicht \u00fcber diese Tatsachen hinwegsehen: Ohne einen Rettungsring durch die eine oder andere imperialistische Macht, die erneute Abh\u00e4ngigkeiten und Ausbeutungsverh\u00e4ltnisse schafft, w\u00e4re das Regime erledigt. Daher ist die b\u00fcrgerlich kapitalistische Klasse nicht der beste Landesverteidiger sondern die Arbeiter:innenklasse, die die Diktatur des Proletariats gemeinsam durch die Mobilisierung der Arbeiter:innenklassen in der Region und dar\u00fcber hinaus, international erk\u00e4mpft.<\/p>\n<p>Eine besondere Rolle kommt kurdischen Gruppen und Organisationen zu: Kund:innen sind nicht nur in Syrien, im Irak und in der T\u00fcrkei sondern auch im Iran ein unterdr\u00fccktes Volk. Das iranische Regime sowie auch vorherige Regime unterdr\u00fccken und verfolgen kurdische Menschen brutal. In diesem Krieg sind es auch die Kurd:innen und ihre Parteizentralen, die von der eigenen Regierung und von den USA und Israel bombardiert werden. Kund:innen machen auch den gr\u00f6\u00dften Teil der politischen Gefangenen aus. Daher kann nicht die Rede davon sein, dass sie aus Opportunismus die Schw\u00e4che des Regimes f\u00fcr sich ausnutzen wollen \u2013 ihr Recht auf nationale Unabh\u00e4ngigkeit gilt im Krieg wie auch danach uneingeschr\u00e4nkt! In der Geschichte der Kurd:innen im Iran gibt es auch schon unter dem Shah und auch weitaus fr\u00fcher immer wieder Bestrebungen, sich selbst zu regieren. Kurdische Kr\u00e4fte waren die einzigen politischen Kr\u00e4fte, die zum Boykott des Referendums \u00fcber die Islamische Republik 1979 aufgerufen haben. Aufgrund ihrer langj\u00e4hrigen Unterdr\u00fcckung und ihres Widerstands dagegen, sind sie anders als der Rest der V\u00f6lker im Iran gut organisiert und bewaffnet. So waren sie imstande am 08. Januar 2026 zum Beispiel zu einem Generalstreik in Rojhelat aufzurufen. Sollten sie nun bspw. von einer imperialistischen Macht wie der USA (und von Israel) bewaffnet werden, stellt sich f\u00fcr Marxisten nicht die Frage, ob sie diese annehmen d\u00fcrfen oder nicht, sondern unter welchen politischen Bedingungen sie diese Waffen annehmen. W\u00e4re die Arbeiterklasse im Iran oder in anderen L\u00e4ndern dazu imstande, m\u00fcsste diese Waffen an die Kurdinnen liefern \u2013 so wie auch in Rojava geschehen. Die politische Frage, die aber mit Waffenlieferungen durch imperialistische Kr\u00e4fte einhergeht, ist die Frage der Abh\u00e4ngigkeit und die Unterwerfung der eigenen Strategie unter die des Imperialismus. In der heutigen Welt hat der Imperialismus die Erde bereits unter sich aufgeteilt, daher st\u00f6\u00dft jeder Kampf um nationale Selbstbestimmung zwangsl\u00e4ufig auch in Konflikt mit dem Imperialismus. Dies konnte man auch in Rojava beobachten, das gezwungen wurde US Milit\u00e4r Basen zu stationieren und dem US Imperialismus als tempor\u00e4rer Verb\u00fcndeter im eigenen Kampf um Syrien bzw. um die Unterwerfung der Region diente. Damals hatten kurdische Kr\u00e4fte in einer revolution\u00e4ren Situation in Syrien darauf verzichtet, die Revolution auszudehnen und mit Assad ein Abkommen geschlossen, in dem sie ihr Land im Gegenzug f\u00fcr Frieden mit Assads Truppen, der im B\u00fcrgerkrieg ansonsten an mehreren Fronten gek\u00e4mpft h\u00e4tte, bekamen. Nach Assads Sturz und der Macht\u00fcbernahme der HTS hatten sie aus Sicht der Imperialisten unter F\u00fchrung der USA ihren \u201eZweck\u201c erf\u00fcllt und wurden fallengelassen. Das nationale Selbstbestimmungsrecht der Kurd:innen geht daher notwendigerweise mit dem Kampf gegen den Imperialismus und den Kampf f\u00fcr Sozialismus einher. Solange aber keine Partei wie die Bolschewiki existiert, die in ihrem Programm die Frage der nationalen Unterdr\u00fcckung aufgenommen hat und das Recht auf Abspaltung garantiert, werden Volksfronten wie bspw. die neu gegr\u00fcndete kurdische Koalition (aus PJAK, Komala, PDKI, Khabat usw.) reformistische Illusionen in einen eigenen b\u00fcrgerlich kapitalistischen Staat hegen. Die Arbeiter:innenbewegung in anderen Teilen des Iran muss sich daher unbedingt mit den Kurd:innen solidarisieren. Das Regime schw\u00e4cht den gemeinsamen Widerstand gegen den Imperialismus, in dem es die eigene Bev\u00f6lkerung unterdr\u00fcckt und der imperialistischen \u201eTeile und Herrsche\u201c nichts entgegenzusetzen hat. Die Arbeiterinnen sollten sich dieser imperialistischen und ebenso vom Regime forcierten Spaltung im Vielv\u00f6lkerstaat Iran widersetzen, indem sie ein sofortiges Ende der Bombardierung und anderer Repressionen gegen die Kurd:innen aber auch anderer unterdr\u00fcckter Ethnien fordern. Es ist in ihrem eigenen Interesse der ethnisch nicht unterdr\u00fcckten Arbeiterinnen sich mit ihren kurdischen, belutschischen usw. Geschwistern zu solidarisieren, damit weder das Regime noch der US Imperialismus von einer Spaltung innerhalb der Arbeiterklasse profitieren kann.&nbsp; Die Rolle der iranischen Arbeiterklasse ist es daher, sich f\u00fcr das Recht der Kurd:innen bis hin zum Recht der Abspaltung und nationalen Selbstbefreiung einzusetzen \u2013 denn erst dann kann der Teil der Arbeiterklasse, der vom persischen Rassismus profitiert, mit dem Teil der Arbeiterklasse, der darunter leidet und unterdr\u00fcckt wird, zusammen arbeiten. Hierf\u00fcr braucht es den Aufbau einer sozialistischen Partei, die die gesamte Arbeiterklasse organisiert mit einem Programm, das das Recht auf nationale Souver\u00e4nit\u00e4t f\u00fcr die unterdr\u00fcckten V\u00f6lker beinhaltet und das gleichzeitig den Imperialismus als Hauptfeind aller Arbeiterinnen, egal welcher Ethnie, sieht. Die Arbeiter:innen m\u00fcssen versuchen mit aller Macht die Landesverteidigung in die eigenen H\u00e4nde zu nehmen \u2013 f\u00fcr die Spaltung des Milit\u00e4rs und die Bewaffnung des Volkes m\u00fcsste es eine politische Strategie geben, die aufgrund des Fehlens des subjektiven Faktors bzw. einer politischen Vision des Irans jenseits des Regimes oder von pro-imperialistischen Kr\u00e4ften bislang ausbleibt. Schuld hieran ist nicht zuletzt das Regime selbst, welches konterrevolution\u00e4r jegliche linken, wirklich anti-imperialistischen Alternativen zunichte macht.&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die sozialistische Position au\u00dferhalb des Irans lautet daher:<\/strong><\/p>\n<p>USA und Israel raus aus Westasien! Nieder mit dem imperialistischen Angriff auf Iran und Libanon! Stoppt den Genozid in Pal\u00e4stina! F\u00fcr das Recht der Unterdr\u00fcckten auf bewaffneten Widerstand! Keine politische Unterst\u00fctzung f\u00fcr das Regime!<\/p>\n<p><strong>Die sozialistische Position im Iran lautet daher:<\/strong><\/p>\n<p>Nein zum imperialistischen Krieg! USA und Israel raus aus Westasien! Volksbewaffnung jetzt! Weder Shah noch Mullah! Waffenstillstand jetzt! Internetsperre aufheben! Kostenlose medizinische Versorgung, Bunker, Essen und Schlafpl\u00e4tze f\u00fcr alle! Nein zu den Angriffen auf Kurdistan und Freiheit f\u00fcr Kurdistan! F\u00fcr das Selbstbestimmungsrecht der V\u00f6lker! F\u00fcr eine sozialistische F\u00f6deration in Westasien!<\/p>\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n<p><strong>Endnoten<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/#_ftnref\"><sup>[1]<\/sup><\/a> Dass das Regime und seine \u201eAchse des Widerstands\u201c keinen prinzipiellen Widerstand gegen Imperialismus leisten, sieht man nicht nur an der Aufrechterhaltung kapitalistischer Ausbeutung im Inneren sondern auch ihrer politischen Strategie nach au\u00dfen hin: So h\u00e4tte das Regime eine 2. Front gegen Israel, das einen Genozid an Pal\u00e4stinensern begeht, \u00f6ffnen k\u00f6nnen als ihr Verb\u00fcndeter, die Hezbollah, nach dem 07.10. gegen Israel gek\u00e4mpft hat. Au\u00dferdem k\u00fcrzte das Regime seine finanzielle Unterst\u00fctzung f\u00fcr Hamas zeitweise aufgrund der Ablehnung der Hamas, Baschar al-Assads Regime im syrischen B\u00fcrgerkrieg zu unterst\u00fctzen. Zudem&nbsp; l\u00e4sst sich fragen, wie effektiv ein \u201eAnti-Imperialismus\u201c ist, der nicht auf die Mobilisierung der Massen der Werkt\u00e4tigen gegen die kapitalistische Ordnung setzt, sondern darauf, mit Gewalt und Bestechung seine Unterst\u00fctzerinnen (auch unter den Arbeitern) auf seine politische Linie zu bringen \u2013 eine, die unter dem Deckmantel des Anti-Imperialismus eine Bereicherung von Wenigen an dem Produkt der Arbeit der Mehrheit der Gesellschaft bedeutet. Auch bleibt der Iran zutiefst ethnisch gespalten \u2013 das Regime selbst ist es, das diesen Rassismus gegen ethnische Minderheiten sch\u00fcrt, um so eine gespaltene und schwache Bev\u00f6lkerung zu haben, die sich nicht gegen sie weheren kann. Dass es eine geschlossene sozialistische Achse des Widerstands braucht und nicht was das Regime zu bieten hat, sieht man auch daran, dass sie eine Waffenruhe eingegangen sind, obwohl am Tag der Waffenruhe Libanon in Grund und Boden bombardiert wurde.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/#_ftnref\"><sup>[2]<\/sup><\/a> Die Monarchisten erpressten andere Studierende damit, ihre Identit\u00e4ten dem Regime preiszugeben, wenn diese sich nicht ihren Forderungen f\u00fcgen w\u00fcrden.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/#_ftnref\"><sup>[3]<\/sup><\/a> Bsp. Jan van Aken, der Vorsitzende der Linkspartei, der statt Krieg eine \u201ediplomatische Offensive\u201c fordert, was er bzw. die Partei auch gegen\u00fcber Russland im Ukraine Krieg fordern (s. <a href=\"https:\/\/www.die-linke.de\/start\/presse\/detail\/news\/iran-kein-krieg-als-ersatz-fuer-diplomatie\/\">Iran: Kein Krieg als Ersatz f\u00fcr Diplomatie: Die Linke<\/a>) \u2013 Damit stellen sie sich nicht auf den Klassenstandpunkt der internationalen Arbeiterbewegung sondern auf einen \u201edeutschen\u201c (nationalen) Standpunkt. Mit anderen Worten: Sie wollen einen \u201esoften\u201c Imperialismus und erkennen nicht, dass Militarismus zwangsl\u00e4ufig mit Imperialismus einhergeht. Einen \u00e4hnlichen Standpunkt vertritt auch John Mearsheimer bspw.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2026\/04\/16\/iran-sozialismus-oder-barbarei\/\">arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/a> vom 18. April 2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dorna Darabi,. Seit dem 28.02.2026 greifen die USA und Israel den Iran an. Parallel dazu hat Israel mit einer Bodenoffensive auch den Libanon angegriffen und verwirklicht damit zunehmend seinen Plan von \u201eGro\u00dfisrael\u201c in der Region. &#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":16223,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[25,87,18,86,22,4,46,17],"class_list":["post-16222","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitswelt","tag-imperialismus","tag-iran","tag-politische-oekonomie","tag-strategie","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16222","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16222"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16222\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16224,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16222\/revisions\/16224"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/16223"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16222"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16222"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16222"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}