{"id":16325,"date":"2026-06-09T10:40:14","date_gmt":"2026-06-09T08:40:14","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16325"},"modified":"2026-06-09T10:40:15","modified_gmt":"2026-06-09T08:40:15","slug":"bolivien-aufstand-der-arbeiter-gegen-die-austeritaetspolitik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16325","title":{"rendered":"Bolivien: Aufstand der Arbeiter gegen die Austerit\u00e4tspolitik"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Georg T. <\/em><strong>Die aktuelle Krise ist der explosive H\u00f6hepunkt eines sechs Monate alten Konflikts zwischen der neuen, reaktion\u00e4ren Regierung unter Rodrigo Paz und der bolivianischen Arbeiter*innen- und Indigenenbewegung.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Schwere \u00f6konomische Krise, wachsende Verelendung<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Um die Wut zu verstehen, muss man die brutale Realit\u00e4t im Alltag der Menschen sehen. Rodrigo Paz \u2013 ver\u00e4chtlich \u201ePollo Paz\u201c (\u201eH\u00e4hnchen\u201c) genannt \u2013 trat mit populistischen Versprechungen von Sozialleistungen und Subventionen an, nur um nach seinem Amtsantritt eine liberale Schocktherapie einzuleiten, die selbst die dunkelsten Tage der 1980er Jahre in den Schatten stellt. Als \u201ebolivianischer Milei\u201c agiert er als direkter Statthalter der \u201eK\u2019ara-Burgues\u00eda\u201c \u2013 jener wei\u00df-dominierten Elite, die das Land seit Jahrhunderten auspresst. Statt der versprochenen Besserung der Situation versch\u00e4rfte seine Politik die Not der Bev\u00f6lkerung massiv:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Kaufkraftverlust<\/strong>: Die j\u00e4hrliche Inflationsrate erreichte im April nach offiziellen Angaben 20%. In Wirklichkeit haben siech die Preise f\u00fcr den \u201eWarenkorb der Familien\u201c, also der arbeitenden Menschen, verdoppelt. Die Menschen berichten, sie m\u00fcssten sich entscheiden, ob sie Fleisch oder Milch kaufen. Ein 43-j\u00e4hrige Bewohnerin von La Paz sagte der Nachrichtenagentur AFP: \u201eUns bleibt fast nichts mehr, es ist unm\u00f6glich, auch nur ein Ei zu finden\u201c. Rindfleisch verteuerte sich pro Kilo von ca. 45 Bolivianos (Bs) auf aktuell bis zu 95 Bs, Speise\u00f6l pro Liter von ca. 13 Bs auf aktuell bis zu 26 Bs.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Private Pl\u00fcnderung der Rohstoffe:<\/strong> Die Regierung treibt ein Gesetzespaket voran, das strategische Sektoren wie Erdgas, Bergbau und vor allem Lithium f\u00fcr privates, auch ausl\u00e4ndisches Kapital \u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die erste Eruption: Der Kampf um die Subventionen im Dezember 2025<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kaum im Amt, tat Pr\u00e4sident Rodrigo Paz Pereira das, wof\u00fcr sein b\u00fcrgerlicher Unterst\u00fctzerkreis ihn bezahlte: Er dekretierte die sofortige Streichung der staatlichen Treibstoffsubventionen. \u00dcber Nacht verdoppelten sich die Benzinpreise. F\u00fcr die verarmten Massen Boliviens, die ohnehin unter einer galoppierenden Inflation und chronischem Dollar-Mangel litten, war dies ein direkter Schlag ins Gesicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Folge war ein sofortiger, explosionsartiger Massenprotest. Unter der F\u00fchrung der Transportarbeiter*innen, denen die Existenzgrundlage entzogen wurde, weitete sich der Widerstand rasant aus. Ihnen schlossen sich die Bergarbeiter*innen, die Lehrer*innen, die Fabrikarbeiter*innen anderer industrieller Sektoren und die indigenen Organisationen an. Der Gewerkschaftsdachverband Central Obrera Boliviana (COB) rief zu einem nationalen Streik auf. Einen Monat lang waren Gro\u00dfst\u00e4dte wie Cochabamba und Santa Cruz teilweise lahmgelegt, die Versorgungsketten zerrissen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber die COB-F\u00fchrung, tief verstrickt in den b\u00fcrgerlichen Staat, war nicht bereit, die Dynamik der Massen f\u00fcr einen politischen Umsturz zu nutzen. Statt den Kampf um die Losung des Sturzes der Regierung zu erweitern, verhandelte sie. Das Ergebnis war ein fauler Kompromiss: Das Subventionsdekret wurde formal zur\u00fcckgenommen, aber durch ein neues System fester Marktpreise faktisch best\u00e4tigt. Im Gegenzug gab es eine einmalige, magere Lohnerh\u00f6hung um 20 Prozent und eine minimale Aufstockung der Renten. Der Zorn der Massen wurde kanalisiert, die F\u00fchrung rief zur R\u00fcckkehr an die Arbeit auf \u2013 die erste gro\u00dfe Niederlage war besiegelt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Kompromiss hielt nicht. Die Teuerung fra\u00df die mickrigen Lohnerh\u00f6hungen binnen weniger Wochen auf. Die Regierung Paz, ermutigt durch die Nachgiebigkeit der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie, setzte ihre Angriffe fort. Pl\u00e4ne zur Abschaffung von Arbeitsschutzgesetzen, zur Privatisierung der strategischen Bergbau- und Energiebetriebe und zur weiteren Aush\u00f6hlung des Bildungs- und Gesundheitssektors wurden vorangetrieben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Fass zum \u00dcberlaufen brachte das ber\u00fcchtigte Landgesetz 1720. Dieses Gesetz, ma\u00dfgeschneidert f\u00fcr die Agraroligarchie, erlaubte die Aufl\u00f6sung von gemeinschaftlichem Indigenen-Land und dessen \u00dcbernahme durch Agrobusiness-Interessen. F\u00fcr die b\u00e4uerliche Bev\u00f6lkerung war dies die R\u00fcckkehr zu den Zust\u00e4nden von vor der Revolution von 2005.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 8. April setzten sich Dutzende indigene Organisationen aus der Amazonasregion Pando Richtung La Paz in Bewegung. Diese Sternmarsch, ein Echo der historischen \u201eM\u00e4rsche f\u00fcr Territorium und W\u00fcrde\u201c, wurde zum Katalysator. Unterwegs schlossen sich Student*innen, Kommunalbedienstete, Lehrer*innen und Rentner*innen an. Gleichzeitig f\u00fchrten die Besch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen des Landes einen 24-st\u00fcndigen Warnstreik durch, der gegen Entlassungen und den Zusammenbruch der Kliniken protestierte. Am 31. M\u00e4rz umstellten Tausende Arbeiter*innen den Regierungspalast \u2013 die Stimmung kippte von Zorn zu revolution\u00e4rer Ungeduld.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Der \u201eGeneralstreikaufruf\u201c der COB<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die COB rief am 1. Mai zum unbefristeten Generalstreik auf. Er wird von einem breiten B\u00fcndnis unterst\u00fctzt:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Bergarbeiter*innen (das traditionelle Herz der bolivianischen Arbeiter**innenbewegung)<\/li>\n<li>Bauern und indigene Gemeinschaften<\/li>\n<li>Lehrer und Transportgewerkschaften<\/li>\n<li>Nachbarschaftsorganisationen<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Am 1. Mai, dem historischen Kampftag der Arbeit*erinnen \u2013 fand in der Arbeiter*innenstadt El Alto eine \u201eOffene Versammlung\u201c (Cabildo Abierto) statt, das von der COB einberufen wurde. Der Druck von unten war so immens, dass die F\u00fchrung nicht mehr ausweichen konnte. Vor Zehntausenden verk\u00fcndete die COB f\u00fcr den folgenden Tag, den 2. Mai, den unbefristeten Generalstreik. Die Forderungen waren ein Aktionsprogramm f\u00fcr den Kampf: 20 Prozent Mindestlohnerh\u00f6hung, K\u00fcrzung der Di\u00e4ten der Regierungsbonzen um die H\u00e4lfte, Steuersenkungen f\u00fcr Kleinunternehmer, Stopp aller Privatisierungen \u2013 und in der Luft lag die eigentliche, alles \u00fcberschattende Forderung: Paz muss weg!<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pr\u00e4sident Paz antwortete am selben Tag auf seiner eigenen Kundgebung in Cochabamba mit arroganter, offener Verachtung f\u00fcr die Arbeiter*innenklasse: <em>\u201eWenn ihr h\u00f6here L\u00f6hne wollt, m\u00fcsst ihr zuerst mehr arbeiten\u201c<\/em> .<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Streik breitete sich aus wie ein Fl\u00e4chenbrand. Blockaden legten die Zufahrtswege nach La Paz lahm \u2013 die Hauptstadt wurde von der Au\u00dfenwelt abgeschnitten. Die st\u00e4dtischen Transportarbeiter*innen legten die Buslinien still. Die COB rief einen \u201ePakt des Nicht-Verrats\u201c mit den protestierenden Massen aus. Doch bereits hier zeigte sich die tiefe Spaltung zwischen der streikenden Basis und der B\u00fcrokratie. Aus gutem Grund verlangten die Arbeiter*innen und B\u00e4uer*innen, dass sich die F\u00fchrungen ihrer Organisationen darauf festlegen mussten, keine Separatverhandlungen mit der Regierung zu f\u00fchren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus der Perspektive selbst der reformistischen Arbeiter*innenorganisationen ist die Forderung klar \u2013 nicht nur Lohnerh\u00f6hungen, sondern ein kompletter Regierungswechsel. \u201eUnsere einzige Forderung ist der R\u00fccktritt des Pr\u00e4sidenten, wegen dessen Unf\u00e4higkeit, die strukturellen Probleme des Landes zu l\u00f6sen\u201c, so COB-Generalsekret\u00e4r Mario Argollo.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Die COB \u2013 Organ der Doppelmacht?<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In einem Interview mit einem Leitungsmitglied der bolivianischen MST <em>(Sektion der Internationalen Sozialistischen Liga\/ISL, in \u00d6sterreich vertreten durch den Arbeiter*innenstandpunkt)<\/em>, Juan Jos\u00e9 Villa, zeigen sich deutlich die Schw\u00e4chen jener Organisationen, die von ihrem Anspruch her den vorrevolution\u00e4ren Massenprotest weitertreiben sollten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So erkl\u00e4rt Villa :<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Im Dezember 2025 beschloss die COB-Versammlung unter dem Druck der Basis und an der Spitze des Bergarbeiterproletariats einstimmig einen unbefristeten Generalstreik zur Aufhebung des Dekrets Nr. 5503. Der Kampf gipfelte im Januar 2026 in einem \u00fcberw\u00e4ltigenden Sieg. Das B\u00fcndnis aus Arbeitern, Bauern und dem Volk wurde gebildet. Das Dekret der proimperialistischen Regierung wurde zunichte gemacht. Die COB war nicht mehr nur eine einfache Gewerkschaft, sondern wurde zu einem Organ der Doppelherrschaft. Die Massen waren der Ansicht, dass es m\u00f6glich sei, noch weiter zu gehen; dass die Kr\u00e4fte nicht nur ausreichten, um ein Dekret aufzuheben, sondern dass es m\u00f6glich sei, die gesamte Regierung mit revolution\u00e4ren Mitteln zu st\u00fcrzen.<\/em> (<a href=\"https:\/\/lis-isl.org\/pt\/2026\/05\/bolivia-todo-o-poder-a-cob-e-organizacoes-camponesas-e-populares-em-luta\/\">https:\/\/lis-isl.org\/pt\/2026\/05\/bolivia-todo-o-poder-a-cob-e-organizacoes-camponesas-e-populares-em-luta\/<\/a>)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gleich im n\u00e4chsten Absatz hei\u00dft es dann:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die neue COB-F\u00fchrung ordnete jedoch die Aufhebung der Blockaden an. Dies sorgte f\u00fcr Unbehagen, insbesondere in der b\u00e4uerlichen Basis. Die COB-F\u00fchrung versorgte die Regierung mit reinem Sauerstoff. Das hei\u00dft, Rodrigo Paz wurde nicht mehr von seinen eigenen Kr\u00e4ften gest\u00fctzt, sondern durch die Unterst\u00fctzung einer antagonistischen Klassenorganisation, der COB.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die COB, also \u201enun ein Organ der Doppelherrschaft\u201c, bet\u00e4tigt sich also in der Bewegung im Dezember 2025 pl\u00f6tzlich als Streikbrecher\u2026 Dass das zu \u201eUnbehagen\u201c an der Basis f\u00fchrt, ist wohl verst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die F\u00fchrung der COB ist aus einem Prozess hervorgegangen, in dem man sich von den F\u00fchrungen der Masisten, Arcisten und Evisten losgesagt hat, die die Arbeiterbewegung jahrelang demobilisiert hatten. Dieser Prozess ging von der Basis des Bergarbeiterproletariats aus. Es ist nicht dieselbe F\u00fchrung wie zuvor. Daher fordern die Massen sie auf, die F\u00fchrung in den K\u00e4mpfen zu \u00fcbernehmen. Ein \u00e4hnlicher Prozess entstand in der Bauernbewegung innerhalb der Central Sindical \u00danica de Trabajadores Campesinos de Bolivia (CSUTCB) und der Federaci\u00f3n T\u00fapaj Katari, die nach neuen F\u00fchrern suchten und eine neue Etappe der K\u00e4mpfe einl\u00e4uteten, indem sie das Hindernis der MAS \u00fcberwanden.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Der Einfluss der Kaderschulen der MAS, der Partei, die 20 Jahre lang regierte, ist mit der Unterst\u00fctzung der Kommunistischen Partei und dem kleinb\u00fcrgerlichen Indigenismus von Garc\u00eda Linera nach wie vor pr\u00e4sent, was die vers\u00f6hnlichen Praktiken gegen\u00fcber Paz erkl\u00e4rt, die im Januar zur Aufhebung des unbefristeten Streiks f\u00fchrten.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die bolivianische Revolution sah jedoch objektiv vor, mit diesen Praktiken zu brechen, und die Basis dr\u00e4ngte die F\u00fchrer dazu, den Nicht-Verratspakt zu unterzeichnen.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Es ist die Pflicht der derzeitigen F\u00fchrung, die Doppelherrschaft zum Sieg zu f\u00fchren. Dies bedeutet die Regierung der COB und der k\u00e4mpfenden Bauern- und Volksorganisationen. Das konkrete B\u00fcndnis, das an der Spitze der COB entstanden ist, muss regieren. Es gibt keinen Platz f\u00fcr die Nachfolge von Vizepr\u00e4sident Lara oder das oligarchische Parlament und den Gerichtshof, wenn es um eine Revolution geht.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Argollo (COB), Paye (FSTMB), Salazar (T\u00fapaj Katari), Severo (CSUTCB) und F\u00fchrungskr\u00e4fte von Fejuves und Volkssektoren sind alle entschlossen, die Arbeiterklasse mit revolution\u00e4ren Mitteln zur Eroberung der Macht zu f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u201eSind die Gewerkschaftssektoren vertreten?\u201c, fragt der Interviewer seinen bolivianischen Genossen. Der antwortet:<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Die CSUTCB und all ihre Bauernverb\u00e4nde, T\u00fapaj Katari und alle Ponchos Rojos der 20 Provinzen von La Paz, die militante FEJUVES von El Alto, die freien, interprovinziellen und st\u00e4dtischen Transportverb\u00e4nde (sie treten gestaffelt bei), die Verb\u00e4nde der Gewerkschafter und Handwerker; Fabrikarbeiter an der Spitze der CGTFB, unter anderem \u2013 ich werde mit der Antwort nicht auskommen. All diese Sektoren sind der Central Obrera Boliviana angeschlossen, einer Organisation der Doppelherrschaft, die von den Lohnarbeitern im Bergbau angef\u00fchrt wird und die gemeinsam mit den Bauern den unbefristeten Streik anf\u00fchrt.<\/em><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der entscheidende Fehler der ISL bzw. ihrer bolivianischen Sektion besteht darin, dass sie den Begriff der Doppelherrschaft v\u00f6llig entleeren und auf eine Situation anwenden, in der objektiv keine Organe proletarischer Macht existieren. Die COB ist heute keine revolution\u00e4re R\u00e4teorganisation, sondern ein b\u00fcrokratisierter Gewerkschaftsapparat mit reformistischer F\u00fchrung, der historisch eng mit verschiedenen b\u00fcrgerlich-nationalistischen Projekten verbunden war und weiterhin von diesen gepr\u00e4gt ist. Doppelherrschaft bedeutet im marxistischen Sinn aber nicht blo\u00df eine zugespitzte soziale Krise, gro\u00dfe Mobilisierungen oder die Existenz m\u00e4chtiger Gewerkschaften. Sie existiert nur dort, wo sich eigenst\u00e4ndige Organe der Klassenmacht der Arbeiter*innen herausbilden \u2013 also R\u00e4te, Sowjets, Streikkomitees oder territoriale Selbstorganisationen, die Produktion, Versorgung, Sicherheit und politische Entscheidungen tats\u00e4chlich in die H\u00e4nde der Massen legen und damit dem b\u00fcrgerlichen Staat eine alternative Macht entgegensetzen. Von einer solchen Situation ist Bolivien derzeit weit entfernt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indem die ISL dennoch die COB-F\u00fchrung faktisch zur Verk\u00f6rperung einer embryonalen Gegenmacht erkl\u00e4rt, ersetzt sie die notwendige Kritik an der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie durch politische Anpassung an diese B\u00fcrokratien. Die Folge ist eine klassische zentristische Verschiebung: Anstatt f\u00fcr unabh\u00e4ngige Organe proletarischer Demokratie und gegen die Kontrolle der Apparate zu k\u00e4mpfen, wird die bestehende b\u00fcrokratische F\u00fchrung zum vermeintlichen Tr\u00e4ger revolution\u00e4rer Perspektiven erkl\u00e4rt. Damit wird die strategische Kernfrage \u2013 der Kampf um die politische Unabh\u00e4ngigkeit der Arbeiter<em>*<\/em>innenklasse gegen\u00fcber allen reformistischen und national-populistischen F\u00fchrungen \u2013 verwischt. Gerade weil es keine R\u00e4te gibt, w\u00e4re die zentrale Aufgabe heute der Kampf f\u00fcr deren Aufbau und nicht die theoretische Aufwertung eines b\u00fcrokratischen Apparats zur \u201eDoppelherrschaft\u201c.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Noch alarmierender ist allerdings die Behauptung, die F\u00fchrer der Gewerkschaften und Bauernverb\u00e4nde seien entschlossen<em>, \u201edie Arbeiterklasse mit revolution\u00e4ren Mitteln zur Eroberung der Macht zu f\u00fchren\u201c. <\/em>Der Aufbau einer proletarischen revolution\u00e4ren Partei wird damit \u00fcberfl\u00fcssig \u2013 es gen\u00fcgt offenbar, sich hinter den \u201erevolution\u00e4ren\u201c Gewerkschaftsf\u00fchrungen einzureihen. Diese Abk\u00fcrzungen zur Revolution haben nicht zuletzt zum Scheitern all jener Kr\u00e4fte gef\u00fchrt, die sich nach 1945 auf die IV. Internationale berufen haben und neben dem Eintritt in reformistische und stalinistische Massenparteien auch das alte Klassenollaborationsprojekt der \u201eAnti-imperialistischen Einheitsfront\u201c wiederbelbt haben. Es war letzten Ende die Kapitulation vor einer \u201erevolution\u00e4ren\u201c nationalen Bourgeoisie, die 1952 die stark in der Arbeiter*innenklassen verankerte Partido Obrero Revolucionario (POR \u2013 Revolution\u00e4re Arbeiterpartei) zum Helfer der b\u00fcrgerlichen MNR-Regierung von \u00dcaz Estenssoro machte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Evo Morales \u2013 ein Hochstapler dr\u00e4ngt sich vor<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/klassenkampf.net\/pro-imperialistischer-putsch-in-bolivien-im-namen-der-bibel\/\">Evo Morales<\/a>, der im Dschungel von Chapare vor einem Haftbefehl wegen des Vorwurfs des Menschenhandels mit einer Minderj\u00e4hrigen untertaucht, versucht, sich als Anf\u00fchrer des Aufstands zu inszenieren. Er hat noch immer eine treue Anh\u00e4ngerschaft. Aber die MAS ist zerstritten. Viele in der Basis unterst\u00fctzen Morales\u2018 Kampf gegen die Parteirechte, aber seine autorit\u00e4ren Methoden und der Justizskandal spalten die Linke.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung nutzt dies aus: Paz\u2018 Team bezeichnet die Proteste pauschal als von \u201eVerbrechern und Drogenh\u00e4ndlern\u201c gesteuert, um sie zu delegitimieren.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber auch im regierenden b\u00fcrgerlichen Lager gibt es Risse. Vizepr\u00e4sident Edman Lara forderte \u00f6ffentlich den Stopp der Haftbefehle gegen Demonstrant*innen und einen \u201eechten Dialog\u201c \u2013 ein Zeichen f\u00fcr die Spaltung im herrschenden Lager, ausgel\u00f6st durch die Angst vor einer v\u00f6llig unkontrollierbaren Revolte der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Pr\u00e4sident Paz steht mit dem R\u00fccken zur Wand. Seine Rezepte aus Sparkurs, IWF-Krediten und Polizeigewalt sind gescheitert. Er versucht nun, das Kabinett umzubauen und einen \u201eDialog\u201c anzubieten, weigert sich aber, \u00fcber seinen R\u00fccktritt zu verhandeln.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die internationale Gemeinschaft ist gespalten. W\u00e4hrend die US-Imperialisten und ihnen h\u00f6rige Regierungen wie jene Argentiniens unter Javier Milei Paz den R\u00fccken st\u00e4rken, spricht Kolumbiens Pr\u00e4sident Gustavo Petro von einem legitimen \u201eVolksaufstand\u201c.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Boliviens Pr\u00e4sident \u2013 ein MAGAist an der Macht<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Beziehung zwischen La Paz und Washington hat sich innerhalb weniger Monate von Eiszeit auf Tauwetter gedreht. Pr\u00e4sident Paz vollzieht eine auff\u00e4llige Ann\u00e4herung an die Regierung von Donald Trump \u2013 eine ideologische Symbiose, die tief in der Wirtschaftspolitik verwurzelt ist. Um die Dimension dieses Wandels zu begreifen, muss man zur\u00fcckblicken: Evo Morales (von 2006-2019 and der Regierung) definierte Bolivien \u00fcber die Konfrontation mit den USA. Er nannte die USA \u201edas Imperium\u201c, verwies den Botschafter (2008) und die DEA des Landes und kn\u00fcpfte enge Bande mit Venezuela, Iran und Russland .<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Rodrigo Paz hat mit diesem Erbe komplett gebrochen. Sein Wahlsieg im November 2025 l\u00e4utete das Ende der \u201elinksstaatlichen\u201c \u00c4ra ein. Noch vor seiner offiziellen Angelobung als Pr\u00e4sident k\u00fcndigte er an: \u201eWir werden eine gute Beziehung und Verpflichtungen zur Zusammenarbeit zwischen beiden Nationen haben\u201c .(20.10.2026)<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die neue Achse La Paz-Washington wurde auf dem Gipfeltreffen Shield of the Americas\u201c in Miami (M\u00e4rz 2026) besiegelt, bei dem Paz mit Trump und anderen pro-imperialistischen Pr\u00e4sidenten wie Javier Milei (Argentinien) und Nayib Bukele (El Salvador) zusammentraf . Bei diesem Treffen ging es um harte Fakten, nicht nur um blo\u00dfe rhetorische Symbolik:<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Investitionen: Paz wirbt aggressiv um US-Techgiganten wie Amazon, Tesla und Oracle,, um in Boliviens Lithiumvorkommen zu investieren.<\/li>\n<li>Sicherheit: Er lud die Drug Enforcement Administration (DEA) offiziell zur\u00fcck ins Land, um gemeinsam gegen Drogenhandel vorzugehen .<\/li>\n<li>Finanzspritzen: Seine Regierung sicherte sich milliardenschwere Kredite, unter anderem von der Washingtoner Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB), um die Wirtschaft anzukurbeln .<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Man darf diesen Schwenk nicht nur ideologisch deuten. Er ist existenziell. Bolivien steckt in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit 1991. Die Zentralbank hat kaum noch Dollar, es gibt Treibstoffengp\u00e4sse und eine Inflation von zeitweise 23 % . Paz und die bolivianische Bourgeoisie wissen, dass sie ohne ausl\u00e4ndische Kredite und Investitionen \u2013 vor allem aus den USA \u2013 das Land nicht regieren k\u00f6nnen. Der Schulterschluss mit Trump ist daher auch ein Akt der wirtschaftlichen Rettung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Arbeiter*innenklasse Boliviens geht es ums Ganze: R\u00fcckkehr zu einem rohstoffnationalistischen Modell mit sozialer Absicherung oder dem endg\u00fcltige Sieg einer Regierung, die um den Preis blutiger Repression die Rohstoffe des Landes den internationalen Konzernen und das Land den heimischen Gro\u00dfgrundbesitz*innen ausliefert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dieser Schulterschluss zeigt sich auch in der aktuellen innenpolitischen Krise. W\u00e4hrend die Arbeiter*innenklasse, arme B\u00e4uer*innen und die Organisationen der Indigenen gegen Paz mobilisieren, steht Washington fest an seiner Seite. Die US-Regierung verurteilte die aktuellen Proteste und Blockaden scharf als \u201ehumanit\u00e4re Krise\u201c und als \u201edestabilisierende Aktionen\u201c gegen die \u201edemokratisch gew\u00e4hlte Regierung\u201c. Washington unterst\u00fctzt Paz explizit dabei, \u201edie Ordnung wiederherzustellen\u201c . Das ist eine klare Positionsnahme gegen die streikenden Arbeiter*innen und ein massives au\u00dfenpolitisches Druckmittel.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sollten die Sicherheitskr\u00e4fte versuchen, die Blockaden mit aller H\u00e4rte zu r\u00e4umen, droht ein Massaker. Gibt Paz nach, k\u00f6nnte das ein Signal f\u00fcr den gesamten Kontinent sein. Die n\u00e4chsten Tage werden entscheiden, ob Bolivien den Pfad der \u201esozialen Regierungen\u201c wieder einschl\u00e4gt oder endg\u00fcltig nach rechts abbiegt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Neue Verb\u00fcndete, alte Feinde<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Regierung Paz ist ein williger Vasall der USA. Sie setzt genau das um, was die Arbeiter*innenklasse seit Jahrzehnten bek\u00e4mpft: Privatisierung von Rohstoffen (Lithium f\u00fcr Tesla), \u00d6ffnung f\u00fcr US-Konzerne und Unterordnung unter die Geopolitik Washingtons. Der \u201eKampf gegen das Imperium\u201c ist Geschichte. Unter Paz ist Bolivien kein Teil der \u201eantiimperialistischen Achse\u201c (Venezuela, Kuba, Nicaragua) mehr. Paz stellt sich aktiv gegen Maduro und schweigt zum Schicksal Kubas.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Trump-Administration nutzt Paz\u2018 Notlage (Wirtschaftskrise) aus, um ihn zu disziplinieren. Die aktuelle Unterst\u00fctzung der USA f\u00fcr Paz\u2018 Polizeigewalt gegen die Proteste zeigt: Die MAGA-Bewegung hat einen neuen Verb\u00fcndeten in S\u00fcdamerika.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die COB und die arbeitende Bev\u00f6lkerung ist dieser au\u00dfenpolitische Schwenk keine Fu\u00dfnote, sondern der Beweis daf\u00fcr, dass Paz die Interessen des US-Kapitals \u00fcber die des bolivianischen Volkes stellt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bolivien zeigt, was passiert, wenn eine hochgradig politisierte und organisierte Bev\u00f6lkerung realisiert, dass \u201eihre\u201c gew\u00e4hlten Vertreter nicht dem Volk, sondern als unterw\u00fcrfige Lakaien den Pl\u00e4nen von Donald Trump und seinen imperialistischen Strippenziehern, dem IWF und der Weltbank dienen? Die Antwort liegt nicht in den Wahlurnen, sondern in der direkten Aktion der Massen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet aber auch: keine Illusionen in die bestehenden Gewerkschaftsf\u00fchrungen oder Sprecher*innen der Bauernverb\u00e4nde. Klarerweise m\u00fcssen die F\u00fchrer der Bewegung \u2013 wie COB-Vorsitzender Argollo und die Spitzenvertreter*innen aller Arbeiter*innenorganisationen gegen die Repression verteidigt werden.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Notwendig ist es, im Feuer der Klassenauseinandersetzung eine wirkliche revolution\u00e4re Arbeiter*innenpartei auf einem marxistischen Programm aufzubauen. Das bedeutet: selbstst\u00e4ndige Organisierung der Massen an den Arbeitspl\u00e4tzen, den Ausbildungsst\u00e4tten, den Stadteilen und D\u00f6rfern. Unterst\u00fctzung der Aufrufe der Gewerkschaften und Massenorganisationen der Werkt\u00e4tigen, solange diese die Bewegung vorantreiben \u2013 Kritik und Kampf um eine neue F\u00fchrung der Bewegung, wenn sich die B\u00fcrokrat*innen dem Willen der Basis entgegenstellen.<\/p>\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Verbr\u00fcderung mit den Wehrpflichtigen, Bewaffnung der Arbeiter*innen zur Verteidigung ihrer Demonstrationen, Kundgebungen und Lokale!<\/li>\n<li>Besetzung der Minen und verarbeitenden Betriebe.<\/li>\n<li>Besetzung der G\u00fcter der Gro\u00dfgrundbesitzer!<\/li>\n<li>Vorw\u00e4rts zu einer Arbeiter*innen und B\u00e4uerinnen-Regierung in Bolivien!<\/li>\n<li>Vorw\u00e4rts zur F\u00f6deration der Sozialistischen Staaten S\u00fcd- und Mittelamerikas!<\/li>\n<\/ul>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/klassenkampf.net\/bolivien-aufstand-der-arbeiter-gegen-die-austeritaetspolitik\/\"><em>klassenkampf.net&#8230;<\/em><\/a><em> vom 9. Juni 2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg T. Die aktuelle Krise ist der explosive H\u00f6hepunkt eines sechs Monate alten Konflikts zwischen der neuen, reaktion\u00e4ren Regierung unter Rodrigo Paz und der bolivianischen Arbeiter*innen- und Indigenenbewegung.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":16326,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,5],"tags":[25,87,115,26,45,22,4,46,17],"class_list":["post-16325","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitswelt","tag-bolivien","tag-gewerkschaften","tag-neoliberalismus","tag-politische-oekonomie","tag-strategie","tag-usa","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16325","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=16325"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16325\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":16327,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/16325\/revisions\/16327"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/16326"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=16325"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=16325"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=16325"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}