{"id":16486,"date":"2026-08-19T15:31:37","date_gmt":"2026-08-19T13:31:37","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16486"},"modified":"2026-08-19T15:31:39","modified_gmt":"2026-08-19T13:31:39","slug":"die-situation-an-der-suedflanke-der-nato-krise-oder-strategie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16486","title":{"rendered":"Die Situation an der S\u00fcdflanke der NATO \u2013 Krise oder Strategie?"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Andr\u00e9s Piqueras. <\/em><strong>Die Meerenge von Gibraltar ist wohl eine der strategisch wichtigsten Stellen auf unserem Planeten, als Nord-S\u00fcd-Verbindung zweier Kontinente einerseits und gut zu \u00fcberwachende Stelle an der Ost-West-Wasser\u00adstrasse anderseits.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Marokko ist der wichtigste US-amerikanische St\u00fctzpunkt in Afrika, ein territoriales Element zur Kontrolle des Nordens dieses Kontinents und somit ein Schl\u00fcsselgebiet an der S\u00fcdflanke der NATO und des zionistischen Regimes. Die Ereignisse in Ceuta m\u00fcssen in einer schon l\u00e4nger angebahnten Entwicklung gesehen werden, in deren Zuge Marokko bestrebt ist, den von Frankreich im Sahel verlorenen Einfluss stellvertretend f\u00fcr den Imperialismus zur\u00fcckzugewinnen. Spanien stiehlt sich unterdessen aus der Verantwortung, die es f\u00fcr seine ehemalige Kolonie Westsahara wahrnehmen m\u00fcsste.<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der \u00abgrenz\u00fcberschreitende Exodus\u00bb aus der spanischen Kolonialenklave Ceuta ist heutzutage kein spontanes Ph\u00e4nomen (und auch keine Migration an sich), sondern das Ergebnis einer langen Kette diplomatischer Entscheidungen, rechtlicher Ver\u00e4nderungen und sozialer Spannungen, die sich \u00fcber Jahrzehnte aufgebaut, aber seit 2020 versch\u00e4rft haben. Im Hintergrund spielen die internationale Neuausrichtung des Westsahara-Konflikts, das anhaltende Fehlen einer [koh\u00e4renten] spanischen Aussenpolitik, die tiefgreifende soziale Krise, die die marokkanische Jugend unter einem von struktureller Korruption gepr\u00e4gten Regime erlebt, und die wachsende Rolle Marokkos als pro-imperialer Akteur in der Sahelzone eine Rolle.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Wendepunkt kam im Dezember 2020, als die US-Regierung die marokkanische Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber die Westsahara anerkannte und im Gegenzug die diplomatischen Beziehungen zwischen Rabat und dem zionistischen Regime in Pal\u00e4stina normalisierte. Dieser Schritt brach den seit 1975 bestehenden internationalen Konsens und l\u00f6ste eine Kettenreaktion aus: Algerien verst\u00e4rkte seine Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Polisario-Front, der Gerichtshof der Europ\u00e4ischen Union annullierte sukzessive Handels- und Fischereiabkommen, die sahrauische Ressourcen umfassten, und Marokko erh\u00f6hte den Druck auf die europ\u00e4ischen Staaten, seinen \u00abAutonomieplan\u00bb f\u00fcr die Westsahara zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ab 2021 beugten sich mehrere europ\u00e4ische Regierungen \u2013 Deutschland, die Niederlande, Italien und sogar Frankreich \u2013 den Vorgaben Washingtons und schlossen sich Marokkos Position zur Sahara an. Ihre Argumentation betonte fortan immer wieder, Marokko sei ein wichtiger Partner f\u00fcr Migrationskontrolle, regionale Sicherheit und die Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus. Die EU als Ganzes glitt faktisch auf eine stillschweigende Akzeptanz der marokkanischen Souver\u00e4nit\u00e4t \u00fcber die Sahara zu, obwohl sie deren Selbstbestimmungsrecht weiterhin rechtlich anerkannte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im M\u00e4rz 2022 vollzog das K\u00f6nigreich Spanien einen beispiellosen diplomatischen Kurswechsel, indem es sich mit Rabat verb\u00fcndete und Marokkos sogenannter Autonomieplan f\u00fcr die Westsahara unterst\u00fctzte. Damit gab es seine historische Position auf, das von den Vereinten Nationen anerkannte Selbstbestimmungsrecht der Sahrauis zu unterst\u00fctzen. Dieser Kurswechsel bedeutete einen Bruch mit der internationalen Rechtslehre, die den spanischen Staat&nbsp;seit 1975 als de jure Verwaltungsmacht des Gebiets betrachtet, da er weder einen Dekolonisierungsprozess gem\u00e4ss Resolution 1514 (XV) der Generalversammlung abgeschlossen noch die Souver\u00e4nit\u00e4t rechtm\u00e4ssig an eine andere Autorit\u00e4t \u00fcbertragen hat.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Indem die spanische Regierung Marokkos Position akzeptierte, entzog sie sich ihren Verpflichtungen als ehemalige Kolonialmacht \u2013 dazu geh\u00f6rt der Schutz der sahrauischen Bev\u00f6lkerung, die Gew\u00e4hrleistung eines Referendums und die Verhinderung der Annexion eines Gebiets, das sich noch im Dekolonisierungsprozess befand \u2013 und liess ein Volk ohne politische Unterst\u00fctzung zur\u00fcck, das bis 1976 Gebieten lebte, die spanische Provinzen waren und dessen rechtliche Bindung an Spanien in zahlreichen spanischen Gesetzen weiterhin anerkannt ist. Dieser Kurswechsel stellt daher einen verwerflichen Akt und einen historischen Verrat dar: Spanien leugnet seine koloniale Verantwortung, legitimiert die marokkanische Besetzung und ger\u00e4t in Widerspruch zum Rechtsrahmen der Vereinten Nationen, der mit zunehmender Zaghaftigkeit weiterhin einen freien und \u00fcberpr\u00fcfbaren Prozess der Selbstbestimmung fordert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Diese Entscheidung f\u00fchrt jedoch auch zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen zu Algerien und zu einer Reduzierung der Gaslieferungen \u2013 ein entscheidender Faktor angesichts Spaniens struktureller Abh\u00e4ngigkeit von algerischem Gas, das historisch gesehen 30 bis 45 Prozent der gesamten Importe ausmachte. Spaniens Energieabh\u00e4ngigkeit wird deutlich: Algerien ist der stabilste und n\u00e4chstgelegene Lieferant, w\u00e4hrend Marokko keine gleichwertigen Energiealternativen bieten kann. Diese Abh\u00e4ngigkeit offenbart zudem Spaniens nachgiebige Aussenpolitik gegen\u00fcber den USA und erkl\u00e4rt die sp\u00e4teren, eher kl\u00e4glichen Versuche einer Kurskorrektur.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So leitete der spanische Aussenminister <em>Jos\u00e9 Manuel Albares<\/em> ab 2023 eine diskrete Ann\u00e4herung an Algerien ein, um die Kommunikationskan\u00e4le wiederherzustellen und die Spannungen abzubauen. 2025 stattete Pr\u00e4sident <em>Pedro S\u00e1nchez<\/em> Algier einen offiziellen Besuch ab, der als Versuch interpretiert wurde, die verloren gegangene strategische Partnerschaft wiederzubeleben (die sich nach dem j\u00fcngsten Pr\u00e4sidentenbesuch zumindest im Hinblick auf die Gaslieferungen zu erholen scheint \u2013 und auch das bedrohte und bedr\u00e4ngte Algerien zeigt Anzeichen von Selbstdisziplin). Diese Schritte \u00e4nderten jedoch nichts an der algerischen Position, dass Spanien dem marokkanischen Druck nachgegeben und seine historische Verantwortung f\u00fcr die Westsahara aufgegeben habe.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Spaniens Glaubw\u00fcrdigkeit wird durch den Widerspruch zwischen seinem Diskurs \u00fcber die Verteidigung der Menschenrechte und seiner diplomatischen Praxis weiter geschw\u00e4cht: Die Regierung weigert sich systematisch, angesichts von Foltervorw\u00fcrfen gegen die sahrauische Bev\u00f6lkerung einzugreifen. So verweigert sie beispielsweise einigen der am schwersten gefolterten sahrauischen Frauen, die w\u00e4hrend ihrer Haft in Marokko inhaftiert waren und deren F\u00e4lle von internationalen Organisationen dokumentiert wurden, die Einreise nach Spanien. [Zu diesen Frauen geh\u00f6ren <em>El Ghalia Djimi<\/em>, <em>Mina Baali<\/em>, <em>Salha Boutanguiza<\/em>, <em>Salka Leili<\/em> und <em>Nassra Dah<\/em>, deren Aussagen im Bericht \u00abLet It All Come to Light\u00bb (Hegoa, 2022) ver\u00f6ffentlicht sind. Dieser umfassende Bericht untersucht sexuelle Gewalt, Folter, Verschwindenlassen und systematische Repression gegen sahrauische Frauen in den besetzten Gebieten. (Der Bericht ist unter folgendem Link zu finden: Hegoa \u2013 \u00abLet It All Come to Light. Violence against Sahrawi women in the taken areas\u00bb \u2013 2022). Auch Albares und seiner gesamten Regierung \u2013 einschliesslich der j\u00e4mmerlichen institutionellen Linken (IU, PCE und dem B\u00fcndnis von Kr\u00e4ften, das sich \u00abSumar\u00bb nennt) \u2013 scheinen die extremen Hungerstreiks sahrauischer Aktivisten keine Rolle zu spielen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der schwerwiegendste Fall ist der von <em>Na\u00e2ma Asfari<\/em>, einem Mitglied der Gdeim-Izik-Gruppe. Sie f\u00fchrte mehrere Langzeit-Hungerstreiks durch, darunter einen 46-t\u00e4gigen, \u00fcber den internationale Medien wie Le Monde berichteten. Asfari beendete den Streik am Rande des k\u00f6rperlichen Zusammenbruchs, unter dem Druck der Gef\u00e4ngnisbeh\u00f6rden und nach Intervention internationaler Organisationen. Die genauen Gr\u00fcnde daf\u00fcr sind jedoch weiterhin unklar. Die UN stellte fest, dass ihr Gest\u00e4ndnis unter Folter erpresst wurde.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das stets unterw\u00fcrfige K\u00f6nigreich Spanien vermeidet jede Geste, die Rabat ver\u00e4rgern k\u00f6nnte, selbst wenn es um schwerwiegende Menschenrechtsverletzungen geht, von denen es in einer brutalen Diktatur wie der marokkanischen unz\u00e4hlige gibt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Unterdessen nutzt die Diktatur Migration weiterhin als Mittel politischen Drucks \u2013 eine Strategie, die sich bereits in der Ceuta-Krise im Mai 2021 zeigte. Im Juni 2026 erliess der spanische Oberste Gerichtshof das Urteil STS 814\/2026, wonach summarische R\u00fcckf\u00fchrungen bei Einreisen \u00fcber das Meer nicht zul\u00e4ssig sind. Das Urteil schreibt die individuelle Identifizierung jeder Person, die Gew\u00e4hrung von Rechtsbeistand und die M\u00f6glichkeit zur Asylantragstellung vor. Migrantennetzwerke erkennen diese Ver\u00e4nderung schnell: Schwimmen garantiert ein vollst\u00e4ndiges Verfahren und verhindert die sofortige Abschiebung. Jemand ruft \u00fcber soziale Medien in Nordmarokko, insbesondere in Tetouan und Castillejos, zum Handeln auf, und ein massiver Zustrom junger Menschen erreicht Ceuta (bis zu 50&nbsp;000 an einem einzigen Tag!).<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Abgesehen von der Ausbeutung dieser Jugendlichen ist die Masseneinwanderung nat\u00fcrlich auch eine Reaktion auf Marokkos innenpolitische Lage. Aufgrund seiner Position in der internationalen Arbeitsteilung, der daraus resultierenden systemischen Ungleichheit und der Versch\u00e4rfung der globalen kapitalistischen Krise befindet sich dieser Staat in einer tiefgreifenden sozialen Krise, die durch Jugendarbeitslosigkeit \u2013 in vielen Regionen \u00fcber 30 Prozent \u2013, mangelnde Arbeits- und Bildungschancen, strukturelle Prekarit\u00e4t und fehlende Mechanismen f\u00fcr sozialen Aufstieg gekennzeichnet ist.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die marokkanische Jugend lebt in einem Klima st\u00e4ndiger Frustration: niedrige L\u00f6hne, galoppierende Inflation, marode \u00f6ffentliche Dienstleistungen und ein Arbeitsmarkt, der die Tausenden von Hochschulabsolventen, die jedes Jahr die Universit\u00e4ten verlassen, nicht aufnehmen kann. Hinzu kommt die systemische Korruption, die mit der alawitischen Diktatur und den grossen, von der Palastelite kontrollierten Wirtschaftskonglomeraten sowie beispielsweise mit franz\u00f6sischen und spanischen Konzernen, die in diese Machenschaften verwickelt sind, verbunden ist. Die K\u00f6nigsfamilie pflegt einen verschwenderischen Lebensstil, der in krassem Gegensatz zur Armut grosser Teile der Bev\u00f6lkerung steht: Pal\u00e4ste und Luxusresidenzen, millionenschwere Anschaffungen, pomp\u00f6se Projekte ohne sozialen Nutzen und die undurchsichtige Kontrolle strategischer Sektoren wie Energie, Bankwesen und Telekommunikation sowie grosser Teile der Landwirtschaft.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die politische Repression ist ebenso strukturell: Die Rif-Bewegung wird seit 2017 hart bestraft, soziale Aktivisten erhalten lange Haftstrafen; die sahrauische Bev\u00f6lkerung lebt unter st\u00e4ndiger \u00dcberwachung, willk\u00fcrlichen Verhaftungen und Folter ausgesetzt, die von internationalen Organisationen dokumentiert wurden; und interner Widerstand wird systematisch durch Anti-Terror-Gesetze und Sondertribunale unterdr\u00fcckt. Jeder Protest f\u00fchrt zur Inhaftierung, und die formelle Anklageerhebung dauert extrem lange, und in vielen F\u00e4llen d\u00fcrfen Familien ihre Angeh\u00f6rigen nicht sehen. Verteidiger gibt es praktisch nicht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dies ist das verkommene Regime, das von den franz\u00f6sischen Bourbonen, die seit dreieinviertel Jahrhunderten den spanischen Thron besetzen, und von den nachfolgenden spanischen Regierungen \u2013 ob rechts oder links \u2013 bevorzugt wurde, die die marokkanische Diktatur stets unterst\u00fctzt haben. Und nun wollen sie mit dieser degenerierten alawitischen Monarchie sogar eine Weltmeisterschaft ausrichten.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Marokkos Rolle in der Sahelzone<\/strong><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Doch all dies bliebe, trotz seiner an sich schon ungeheuerlichen Natur, teilweise unerkl\u00e4rt, wenn wir nicht ber\u00fccksichtigten, dass Marokko der wichtigste US-amerikanische St\u00fctzpunkt in Afrika ist, ein territoriales Element zur Kontrolle des n\u00f6rdlichen Kontinents \u2013 und damit ein Schl\u00fcsselgebiet an der S\u00fcdflanke der NATO \u2013 sowie ein Kanal f\u00fcr das Eindringen des globalen Zionismus in die Region, einer Ideologie, die im marokkanischen Leben, im Milit\u00e4r und in der Wirtschaft zunehmend pr\u00e4sent ist. Dies deckt sich mit Marokkos abstossender Haltung zur Verteidigung der zionistischen Besetzung Pal\u00e4stinas.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Seit 2020 verfolgt Rabat eine Einflussstrategie, die religi\u00f6se Diplomatie, milit\u00e4rische Kooperation und B\u00fcndnisse mit externen M\u00e4chten verbindet und so in L\u00e4ndern, in denen Frankreich an politischem Einfluss verloren hat, an Boden gewinnt. Marokko bietet Regierungen und Sicherheitskr\u00e4ften in der Region, die mit ehemaligen Kolonialm\u00e4chten \u2013 vor allem Frankreich \u2013 oder der US-Hegemonialmacht verb\u00fcndet sind, Polizeiausbildung, Geheimdienstinformationen und logistische Unterst\u00fctzung an.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Netzwerk des \u00abmoderaten Islam\u00bb \u2013 basierend auf der religi\u00f6sen Autorit\u00e4t des K\u00f6nigs als Oberhaupt der Gl\u00e4ubigen \u2013 wird nach Belieben eingesetzt, um den vom westlichen Imperium in die Sahelzone eingeschleusten Dschihadismus zu entsch\u00e4rfen, wenn es opportun erscheint. Dies soll die Ausrichtung bestimmter Bev\u00f6lkerungsgruppen und politischer Kr\u00e4fte auf Rabat erm\u00f6glichen, um dessen regionale Bedeutung, insbesondere gegen\u00fcber Algerien, zu steigern. Dieses befindet sich ohnehin stets im Fadenkreuz einer m\u00f6glichen destabilisierenden Intervention des Imperiums und der darin eingebetteten zionistischen Weltmacht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Selbstverst\u00e4ndlich gewinnt all dies noch an Bedeutung, nachdem Mali, Niger und Burkina Faso (die Sahel-Allianz) einen echten Prozess der Dekolonisierung von der franz\u00f6sischen Herrschaft eingeleitet haben. Seitdem wird die Sahelzone von Dschihadisten, Paramilit\u00e4rs, S\u00f6ldnern und Milit\u00e4rkr\u00e4ften \u00fcberschwemmt. Mit dem Sturz Libyens ist Marokko nun die einzige Macht in der Sahelzone. Sein Expansionismus \u2013 in angrenzende nordafrikanische Gebiete, aber auch auf Kosten der Gew\u00e4sser der Kanarischen Inseln \u2013 wird daher von seinen amerikanisch-zionistischen F\u00f6rderern unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aus diesem Grund k\u00f6nnte der Einsatz der Migration als Waffe und das \u00dcbertreten der Grenzen (auch um die spanische Regierung auf Geheiss von Trump zu destabilisieren? \u2013 ein Thema, das die lokale und europ\u00e4ische Rechte nur allzu gern aufgreift \u2013<a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2873#fn4117550146a85ace41335b-1\"><sup>1<\/sup><\/a>) am Ende sogar Marokko selbst schaden, und zwar irgendwann in seinen formelleren Beziehungen zur j\u00e4mmerlichen EU.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wir werden sehen. Die V\u00f6lker, die heute unter dem Joch der abscheulichen alawitischen Diktatur stehen (Amazigh \u2013 Rifianer, Chleuh und Atlas-Amazigh, alle indigene V\u00f6lker des Gebiets \u2013, marokkanische Araber, die Darija sprechen \u2013 die Mehrheit in den St\u00e4dten \u2013 und besetzte Sahrauis), haben noch nicht das letzte Wort gesprochen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u2014\u2014<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><sup>1<\/sup> Offenbar haben amerikanische Berater vorgeschlagen, die marokkanische Souver\u00e4nit\u00e4t nicht nur \u00fcber die Sahara, sondern auch \u00fcber die spanischen Exklaven Ceuta und Melilla auszuweiten. Dies gilt insbesondere nach dem Abkommen zwischen Spanien und Algerien, das eine Erh\u00f6hung der K\u00e4ufe algerischen \u00d6ls zulasten des teureren US-\u00d6ls vorsieht. Der Druck w\u00e4chst also. In diesen Tagen j\u00e4hrte sich Mohammeds Thronbesteigung zum 27.&nbsp;Mal. Es gab eine Feier f\u00fcr die Botschafter. Die Fernsehbilder von 25&nbsp;000 jungen Marokkanern, die nach einer Parade durch Ceuta geschlossen nach Marokko zur\u00fcckkehrten und dabei Triumph und Freude ausstrahlten wie frischgebackene Sieger (Kommentar von <em>Antonio Arnau<\/em>).<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Text wurde dem spanischen Portal <a href=\"https:\/\/www.lahaine.org\/mundo.php\/crisis-en-el-flanco-sur-de-la\">La Haine<\/a>, das sich als \u00abProjekt zum informationellen Ungehorsam\u00bb versteht, entnommen. \u00dcbersetzt mit Hilfe maschineller Tools.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/kommunisten.ch\/index.php?article_id=2873\"><em>kommunisten.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 19. August 2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andr\u00e9s Piqueras. 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