{"id":16611,"date":"2026-11-05T12:43:29","date_gmt":"2026-11-05T10:43:29","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16611"},"modified":"2026-11-05T12:44:28","modified_gmt":"2026-11-05T10:44:28","slug":"ukrainische-geheimgefaengnisse-die-verzweiflung-der-valentina-molodaja","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=16611","title":{"rendered":"Ukrainische Geheimgef\u00e4ngnisse: Die Verzweiflung der Valentina Molodaja"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Gert-Ewen Ungar. <\/em><strong>Es war eine Inszenierung, die der Welt vorgef\u00fchrt wurde. Eine Rettungssanit\u00e4terin befreit M\u00e4nner aus einem Geheimgef\u00e4ngnis in der N\u00e4he der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Rettungssanit\u00e4terin ist Fake, die Geheimgef\u00e4ngnisse sind es nicht. Was die Inszenierung \u00f6ffentlich machte, sind systematische extralegale Inhaftierungen in Verbindung mit Gewalt und Folter durch ukrainische Mobilisierungskr\u00e4fte. Die Brutalit\u00e4t des Systems Selenskyj gegen die eigene Bev\u00f6lkerung nimmt zu, denn die Ukraine verliert den Krieg.<\/strong><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es waren bedr\u00fcckende Bilder, die am 3. November um die Welt gingen. Sie zeigten die n\u00e4chtliche Befreiung von M\u00e4nnern aus einem Geheimgef\u00e4ngnis in Petropawliwska Borschtschahiwka, einem Dorf in der N\u00e4he von Kiew. Unter ihnen war ein 14 Jahre alter Junge. Sie zeigten eine w\u00fctende Menge, die gegen die Praxis der Zwangsmobilisierung protestierte und dabei in rasender Wut einen Bus in Brand steckte. Zudem zeigten sie eine Rettungssanit\u00e4terin, die kniend um Zugang zu Verletzten fleht.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rettungssanit\u00e4terin hei\u00dft Valentina Molodaja. Sie wurde inzwischen inhaftiert und ihr Name zudem auf der ber\u00fcchtigten Liste der Feinde der Ukraine, Mirotworetz, gesetzt. Es war insgesamt eine Inszenierung, die man zu sehen bekommen hat \u2013 eine Inszenierung aus Verzweiflung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Rekonstruktion der Ereignisse l\u00e4sst sich zu folgender Geschichte zusammenf\u00fcgen: Valentina Molodaja wurde die Existenz eines Geheimgef\u00e4ngnisses bekannt \u2013 vermutlich, weil ihr Mann dort interniert wurde. Sie sucht den Ort mehrfach auf, denn sie sucht nach M\u00f6glichkeiten, nach innen zu gelangen. Die z\u00fcndende Idee ist ein gefakter Rettungseinsatz.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Sie zieht einen Jungen hinzu, der \u00fcber den Zaun klettert, vom Inneren des Gel\u00e4ndes einen Notruf absetzt und Valentina als Rettungskraft ruft. Im Anschluss entstehen die bekannten Bilder von der Befreiung von M\u00e4nnern, die in einem Geheimgef\u00e4ngnis eingesperrt waren, um an die Front verbracht zu werden. So ungef\u00e4hr d\u00fcrfte der Ablauf gewesen sein.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, das Ganze war eine Inszenierung. Aber Valentina Molodaja gelang mit dieser Inszenierung, etwas Wichtiges ans Licht der \u00d6ffentlichkeit zu zerren: Es gibt in der Ukraine Geheimgef\u00e4ngnisse und extralegale Inhaftierungen. Die Nationalgarde, zu der auch das Regiment Asow geh\u00f6rt und die dem Innenministerium untersteht, unterh\u00e4lt diese Geheimgef\u00e4ngnisse und bringt dort Zwangsmobilisierte und gefasste Deserteure unter. Eine gesetzliche Grundlage f\u00fcr die Inhaftierungen gibt es keine, ein rechtsstaatliches Verfahren gibt es ebenfalls nicht. Gewaltanwendung ist dabei wohl an der Tagesordnung.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Best\u00e4tigt hat die Existenz der Geheimgef\u00e4ngnisse Kyrylo Budanow, Leiter des Pr\u00e4sidialamts der Ukraine. Der Tumult, den Valentina Molodaja ausgel\u00f6st hat, war so laut, dass der Leiter des B\u00fcros von Selenskyj pers\u00f6nlich vor Ort erschien, um die Situation zu kl\u00e4ren. In diesem Zusammenhang gab er die Existenz einer gro\u00dfen Zahl \u00e4hnlicher Einrichtungen in der Ukraine zu. Die Rede ist von \u00fcber eintausend. Er versprach zudem Aufkl\u00e4rung und die Bestrafung derjenigen, die Gewalt und Folter anwenden. Es gibt regelm\u00e4\u00dfig Berichte, dass Zwangsmobilisierte misshandelt und geschlagen werden, muss hinzugef\u00fcgt werden. Dabei kommt es auch zu Todesf\u00e4llen. Der deutsche Medienkonsument erf\u00e4hrt davon allerdings in der Regel nichts. Sp\u00e4ter \u00e4ndert sich jedoch der Ton. Budanow will nun gegen Provokateure vorgehen. Valentina Molodaja wird inhaftiert.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Vorgang wirft ein Schlaglicht auf den Zustand der ukrainischen Gesellschaft und der ukrainischen Streitkr\u00e4fte.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Verluste der Ukraine an der Front sind hoch. Das russische Verteidigungsministerium meldet jeden Tag deutlich \u00fcber eintausend tote und verwundete ukrainische Soldaten. Nun kann man diese Zahlen als Propaganda abtun, aber auch der Austausch von Gefallenen st\u00fctzt die Deutung, dass die Verluste der Ukraine deutlich h\u00f6her sind als die Russlands. In Russland gab es zudem nur eine Mobilisierungswelle im Herbst 2022. Seitdem gibt es in Russland nur viel Werbung f\u00fcr einen Einsatz im Donbass. Gelockt wird mit vergleichsweise hohem Sold und guten Sozialleistungen. An dieser Stelle sei angemerkt, dass sich die Prophezeiung, nach den russischen Parlamentswahlen, die im September stattfanden, werde es zu einer weiteren Mobilisierungswelle kommen, nicht erf\u00fcllt haben.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Gegensatz dazu wird in der Ukraine permanent mobilisiert. Der Zwang und die Gewalt, die dabei angewandt werden, nehmen zu. Dass es Zwangsmobilisierung gibt, leugnen inzwischen auch die gro\u00dfen deutschen Medien nicht mehr. Sie haben es lange getan, mussten sich jetzt aber dem Zwang der Fakten beugen. Sie spielen nun das Ausma\u00df herunter. Auch im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall wird beschwichtigt. Die Tatsache, dass es in der Ukraine massenhafte illegale Inhaftierungen ohne rechtsstaatliche Verfahren gibt, f\u00e4llt einfach unter den Tisch. Die Ukraine verteidigt westliche Werte und ist eine Demokratie, Punkt. Die Existenz von Geheimgef\u00e4ngnissen und extralegalen Inhaftierungen passen nicht in diese Erz\u00e4hlung und werden daher unterschlagen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Grund f\u00fcr die Zwangsmobilisierungen l\u00e4sst sich einfach erkl\u00e4ren. Die Ukraine kann laut russischen Quellen die Verluste an der Front nicht mehr durch Rekrutierung auffangen. Die Ukraine verliert den Krieg, ihr gehen nach und nach die Soldaten aus. Der Druck, Nachschub in Form von Soldaten an die Front zu liefern, ist daher enorm.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dass dem so ist, ist auch im Westen klar. Deutschlands Au\u00dfenminister Wadephul erkl\u00e4rte sich zur Kooperation bereit. Er will der Ukraine Namen und Aufenthaltsort von sich in Deutschland aufhaltenden ukrainischen M\u00e4nnern im wehrpflichtigen Alter mitteilen. Die Ausreise soll dabei \u201eohne Zwang\u201c erfolgen, teilt er in dem Zusammenhang mit. Wie das m\u00f6glich sein soll, bleibt allerdings Wadephuls Geheimnis. Die ukrainischen M\u00e4nner sind in Deutschland, um sich dem Wehrdienst zu entziehen.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nahezu zeitgleich mit dem medialen Aufflammen des Skandals um die Geheimgef\u00e4ngnisse in der Ukraine empf\u00e4ngt Bundeskanzler Merz Wolodymyr Selenskyj in Berlin und sagt ihm weitere 200 Millionen Euro an Unterst\u00fctzung zu. Merz und mit ihm deutsche Politik halten am Krieg fest und setzen auf Verl\u00e4ngerung. Wie bei jedem Krieg gilt auch hier die Regel, dass vor allem diejenigen Krieg wollen, die nicht hinm\u00fcssen. Friedrich Merz zum Beispiel. Was sie damit der Ukraine antun, f\u00fchrte Valentina Molodaja vor. Sie griff in ihrer Verzweiflung zu allen ihr zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der aus dieser Verzweiflung entstandene Plan zur Befreiung von Inhaftierten in Verbindung mit der Anstiftung zum Protest von Valentina Molodaja war nicht der erste und wird auch nicht der letzte Aufstand gegen die Praxis der Zwangsmobilisierung gewesen sein. Je prek\u00e4rer die Lage f\u00fcr die Ukraine wird, desto umfassender wird die Brutalit\u00e4t, mit der Selenskyj gegen sein eigenes Volk vorgeht und seine Soldaten in den Fleischwolf wirft. So kam es beispielsweise im Juni zu einem Vorfall in der westukrainischen Stadt Lwow. Dort flammte ein Tumult auf, nachdem ein 30 Jahre alter Mann zwangsweise zum Wehrdienst eingezogen werden sollte. Der Vorfall endete mit einer \u00f6ffentlichen Dem\u00fctigung derjenigen, die versuchten, die Mobilisierung zu verhindern. Sie wurden gezwungen, in einem Video der Mobilisierungsbeh\u00f6rde \u201eRuhm und Ehre\u201c zu bescheinigen. Das Video wurde in den sozialen Netzwerken ver\u00f6ffentlicht. Einige der Demonstranten meldeten sich dann \u201efreiwillig\u201c zum Dienst an der Front. Mittelalterlicher Pranger unter Zuhilfenahme moderner Technik.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was die Vorf\u00e4lle aber auch andeuten, ist, dass der Ukraine-Krieg zu Ende geht \u2013 und zwar auf die f\u00fcr die Ukraine schlimmste denkbare Art und Weise. Die Ukraine verliert den Krieg, weil es keine Soldaten mehr gibt. Eine ganze Generation von M\u00e4nnern ist tot oder verst\u00fcmmelt. Deutschland hat dazu einen ma\u00dfgeblichen Beitrag geleistet. Valentina Molodaja hat mit einer drastischen Inszenierung auf die dramatische Lage hingewiesen, in der sich die Ukraine befindet. Daf\u00fcr geb\u00fchrt ihr Dank.<\/p>\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nachdenkseiten.de\"><em>nachdenkseiten.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 5. November 2026<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gert-Ewen Ungar. Es war eine Inszenierung, die der Welt vorgef\u00fchrt wurde. Eine Rettungssanit\u00e4terin befreit M\u00e4nner aus einem Geheimgef\u00e4ngnis in der N\u00e4he der ukrainischen Hauptstadt Kiew. Die Rettungssanit\u00e4terin ist Fake, die Geheimgef\u00e4ngnisse sind es nicht. 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