{"id":1992,"date":"2017-03-23T11:00:11","date_gmt":"2017-03-23T09:00:11","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=1992"},"modified":"2017-03-23T11:00:11","modified_gmt":"2017-03-23T09:00:11","slug":"boersen-machen-milliardaere-immer-reicher","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=1992","title":{"rendered":"B\u00f6rsen machen Milliard\u00e4re immer reicher"},"content":{"rendered":"<p><em>Shannon Jones. <\/em>Die Zahl der Milliard\u00e4re ist 2016 weltweit stark gewachsen. Laut der j\u00e4hrlichen \u00dcbersicht des <em>Forbes<\/em> Magazins ist ihre Zahl um 233 auf 2.043 angestiegen und liegt damit h\u00f6her als je zuvor.<!--more--><\/p>\n<p>Der addierte Reichtum der Forbes Milliard\u00e4re stieg um achtzehn Prozent auf die schwindelerregende Summe von 7,67 Billionen Dollar. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt der meisten L\u00e4nder, mit Ausnahme der reichsten. Triebfedern f\u00fcr diesen Anstieg sind die steigenden Aktienm\u00e4rkte, die seit der Wahl von US-Pr\u00e4sident Donald Trump auf Rekordh\u00f6hen gesprungen sind, und die in den letzten zw\u00f6lf Monaten steigenden \u00d6lpreise.<\/p>\n<p>Grundlegender betrachtet bedeutet diese zunehmende Konzentration des Reichtums auf die Reichsten der Welt einen gesellschaftlichen R\u00fcckschritt. Der Reichtum der Gesellschaft wird in einer obsz\u00f6nen Jagd nach privatem Profit gepl\u00fcndert.<\/p>\n<p>Microsoftgr\u00fcnder Bill Gates ist nach wie vor der reichste Mensch. Sein Verm\u00f6gen stieg um elf Milliarden Dollar auf 86 Mrd. Dollar. Der zweitreichste ist der Investor Warren Buffet (75,6 Mrd. Dollar) und knapp dahinter an dritter Stelle liegt der Amazon-Gr\u00fcnder Jeff Bezos (72.8 Mrd. Dollar). Bezos schaffte im vergangenen Jahr mit 27,6 Mrd. Dollar den gr\u00f6\u00dften Sprung nach oben.<\/p>\n<p>Nummer sechs der <em>Forbes<\/em> Liste war mit einem Nettoverm\u00f6gen von 54,5 Mrd. Dollar der Mexikaner Carlos Slim Helu. Trotz einer Nettozunahme seines Verm\u00f6gens um 4,5 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr rutschte Slim von Platz vier auf Platz sechs ab. Insgesamt stieg das Verm\u00f6gen der mexikanischen Milliard\u00e4re 2016 um siebzehn Prozent auf 116,7 Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>Zusammengenommen kassierten die zehn reichsten Milliard\u00e4re auf der <em>Forbes<\/em>-Liste 558 Mrd. Dollar. Das ist mehr als das Bruttoinlandsprodukt Venezuelas. Allein die reichsten acht Milliard\u00e4re verf\u00fcgen laut Oxfam \u00fcber genauso viel Reichtum, wie die gesamte untere H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung von 3,6 Milliarden Menschen.<\/p>\n<p>Die meisten Milliard\u00e4re (565) leben nach wie vor in den Vereinigten Staaten. Die Rekordzahl stieg im vergangenen Jahr noch einmal um 25. Dann kommen China mit 319 und Deutschland mit 114 Milliard\u00e4ren. China hatte die h\u00f6chste Zahl neu gelisteter Milliard\u00e4re, n\u00e4mlich 76.<\/p>\n<p>Im armen Indien, wo gerade erst dreizehn Arbeiter von Maruti-Suzuki aufgrund gef\u00e4lschter Anklagen zu lebenslanger Haft verurteilt wurden, gibt es 101 Milliard\u00e4re. Damit nimmt das Land, was die Zahl der Superreichen angeht, den vierten Platz ein. Mit einem Verm\u00f6gen von 23,3 Mrd. Dollar ist der Telekom Tykoon Mukesh Ambani Indiens reichster Mann. Das Durchschnittseinkommen in Indien betr\u00e4gt gerade einmal 295 Dollar im Monat.<\/p>\n<p>Im s\u00fcdlich der Sahara gelegenen Afrika gibt es vierzehn Milliard\u00e4re. Diese Region ist ebenfalls bekannt f\u00fcr ihren hohen Anteil an Menschen, die in extremer Armut leben. Der reichste Mann ist der Nigerianer Aliko Dangote (12,1 Mrd. Dollar), CEO von Dangote Zement, Afrikas gr\u00f6\u00dfter Zementproduzent.<\/p>\n<p>US-Pr\u00e4sident Donald Trump steht in der Liste auf Platz 544. Sein Verm\u00f6gen wird auf 3,4 Mrd. Dollar gesch\u00e4tzt und konzentriert sich auf Immobilienbesitz in New York.<\/p>\n<p>In den Vereinigten Staaten hat sich 2016 auch der Verdienst von Spitzenmanagern weiter erh\u00f6ht. Die durchschnittliche Verg\u00fctung von Vorstandsmitgliedern stieg bei den gr\u00f6\u00dften 104 US-Konzernen nach Zahlen des <em>Wall Street Journals<\/em> 2016 um 6,8 Prozent auf 11,5 Millionen Dollar. Die meisten CEOs erhielten eine Erh\u00f6hung ihrer Bez\u00fcge, nur halb so viele mussten K\u00fcrzungen hinnehmen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil ihrer Entlohnung wurde in Form von Aktien gew\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Der h\u00f6chstbezahlte amerikanische CEO, Thomas Rutledge von Charter Communications, sackte 98,5 Millionen Dollar ein, ein Anstieg um 42 Prozent. CEO Fabrizio Freda von Estee Lauder, raffte 48,4 Millionen zusammen, w\u00e4hrend sich Nike CEO Mark Parker mit 47,6 Millionen zufrieden geben musste. Caterpillar CEO Jim Umpleby erhielt achtzehn Millionen Dollar, obwohl die Bundesregierung seine Firma des Steuerbetrugs verd\u00e4chtigt.<\/p>\n<p>Diese Zahlen liefern einen Eindruck davon, wie die Welt von der Finanzelite ausgepl\u00fcndert wird, die historisch beispiellosen Reichtum angeh\u00e4uft hat. Parallel dazu spielt sich ein Prozess der gesellschaftlichen Zerst\u00f6rung ab. Der gro\u00dfen Mehrheit der Menschen wird das Lebensnotwendige geraubt, um das Geld f\u00fcr Steuersubventionen f\u00fcr die Reichen und f\u00fcr die milit\u00e4rische Aufr\u00fcstung bereitstellen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfer Teil der Weltbev\u00f6lkerung muss mit weniger als zwei Dollar am Tag auskommen. Zwanzig Millionen Menschen sind im Jemen, dem S\u00fcdsudan, Somalia und Nordwestnigeria von einer Hungersnot bedroht, deren Ursache in r\u00e4uberischen Kriegen liegt, die von der Vereinigten Staaten vom Zaun gebrochen wurden.<\/p>\n<p>In Westeuropa wird der Sozialstaat demontiert, der nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut wurde. Gleichzeitig r\u00fcsten Deutschland und andere imperialistische M\u00e4chte wieder auf und bereiten sich auf den n\u00e4chsten Krieg vor.<\/p>\n<p>In den Vereinigten Staaten wird derweil das schon jetzt v\u00f6llig unzureichende soziale Netz weiter zusammengestrichen, um Mittel f\u00fcr Steuersenkungen f\u00fcr die Reichen und f\u00fcr eine starke Erh\u00f6hung der Milit\u00e4rausgaben freizuschaufeln. Die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten ist 2015 zum ersten Mal seit 23 Jahren gesunken. Jahrzehntelang sind die Einkommen stagniert oder gesunken, die Gesundheitsdienste und andere Sozialprogramme wurden zusammengestrichen, und es hat sich eine regelrechte Drogenepidemie entwickelt.<\/p>\n<p>Seit vier Jahrzehnten haben Demokratische und Republikanische Regierungen in den Vereinigten Staaten nahtlos und ununterbrochen die sozialen Errungenschaften der Arbeiterklasse abgebaut, um die Finanzoligarchie zu bereichern.<\/p>\n<p>Dieser Prozess versch\u00e4rfte sich mit der Wahl von Barack Obama 2008, dessen Regierung unbegrenzte Mittel f\u00fcr die Rettung der Wall Street zur Verf\u00fcgung stellte und mittels der Politik der quantitativen Lockerung den Geldhahn der Federal Reserve \u00f6ffnete und die Aktienm\u00e4rkte mit billigem Geld flutete.<\/p>\n<p>Die Politik Obamas bereitete den Weg f\u00fcr die Wahl des Milliard\u00e4rs Trump, des direkten Vertreters der kriminellen Finanzelite. Seit der Wahl eilt die B\u00f6rse in Erwartung weiterer Steuergeschenke f\u00fcr die Reichen und der Abschaffung von Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltauflagen von Rekord zu Rekord.<\/p>\n<p>Im US-Kongress existiert ein partei\u00fcbergreifender Konsens, um das Gesundheitssystem zu schleifen, weitere Zugangsbeschr\u00e4nkungen einzuf\u00fchren und die Kosten zu senken, damit mehr Geld f\u00fcr Milit\u00e4r und Steuergeschenke locker gemacht werden kann. Demokraten und Republikaner weisen ohne Unterschied die Vorstellung zur\u00fcck, dass Gesundheitsversorgung ein soziales Recht ist, das jedem kostenlos zur Verf\u00fcgung stehen m\u00fcsse. Angeblich ist daf\u00fcr \u201ekein Geld da\u201c.<\/p>\n<p>Die <em>Forbes<\/em>-Liste der Milliard\u00e4re zeigt jedoch, dass ausreichend Geld da ist, um alle dringenden sozialen Bed\u00fcrfnisse zu befriedigen. In Wirklichkeit sind die irrationale Organisation der Gesellschaft und die Unterordnung aller Aspekte des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Lebens im Kapitalismus unter die Forderungen der r\u00e4uberischen Finanzaristokratie das gr\u00f6\u00dfte Hindernis f\u00fcr eine ausreichende Versorgung der Weltbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Daher muss die Arbeiterklasse ihre Kr\u00e4fte global f\u00fcr die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft vereinen. Das erfordert die Enteignung des Reichtums der Wirtschafts- und Finanzelite und die Unterstellung der gro\u00dfen Banken, Chemie- und Pharmakonzerne und Transportgesellschaften unter die demokratische Kontrolle der Arbeiterklasse. Diese Mittel m\u00fcssen f\u00fcr die Hebung des Lebensstandards der Weltbev\u00f6lkerung und f\u00fcr anst\u00e4ndige L\u00f6hne, Gesundheitsversorgung, Ausbildung und die Bereitstellung anst\u00e4ndiger Wohnungen f\u00fcr Alle eingesetzt werden.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2017\/03\/23\/forb-m23.html\">wsws.org&#8230;<\/a> vom 23. M\u00e4rz 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Shannon Jones. Die Zahl der Milliard\u00e4re ist 2016 weltweit stark gewachsen. 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