{"id":2111,"date":"2017-05-09T08:04:55","date_gmt":"2017-05-09T06:04:55","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2111"},"modified":"2018-01-19T18:17:53","modified_gmt":"2018-01-19T16:17:53","slug":"alle-zusammen-am-generalstreik-in-brasilien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2111","title":{"rendered":"Alle zusammen am Generalstreik in Brasilien"},"content":{"rendered":"<p><i><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">P\u00e9ricles de Lima. <\/span><\/span><\/i><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Der Generalstreik vom 28. April in Brasilien wurde von den Gewerkschaftsverb\u00e4nden, den sozialen Bewegungen und den verschiedenen Teilen der Linken als gro\u00dfer Erfolg bewertet. F\u00fcr uns beweist es dar\u00fcber hinaus, dass die ArbeiterInnenklasse die Bedeutung des Augenblicks erkannt hat<\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\"> und eine Einheitsfront von Gewerkschaften, sozialen Bewegungen, Jugend und linken Parteien erzwungen hat. Dieser Generalstreik markiert den Eintritt der ArbeiterInnenklasse in den Kampf in Form der Einheitsfront.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Nach der Online-Zeitung \u201eBrasil de Fato\u201c waren etwa 40 Millionen ArbeiterInnen an dem Generalstreik beteiligt. Ohne Zweifel war dies der gr\u00f6\u00dfte in Brasilien, sowohl was die Zahl der Streikenden betrifft, als auch die Tatsache, dass er in allen Bundesstaaten stattfand. Auf der anderen Seite versuchte die b\u00fcrgerliche Presse auf jede Weise, den Streik zu verheimlichen und nichts \u00fcber die Ereignisse zu berichten. Aber von Stunde zu Stunde wurde das unm\u00f6glicher, man war gezwungen, die Bilder zu zeigen. Dies aber vor allem, um den Gro\u00dfteil der Streikenden zu verunglimpfen, vor allem die Streikposten. Es wurde der Eindruck erweckt, das Ganze sei das Werk von \u201eVandalen\u201c und \u201ePennern\u201c und man zeigte Bilder von Streikposten, die beweisen sollten, dass es nur eine kleine Zahl GewerkschafterInnen waren, die die Mehrheit der arbeitswilligen ArbeiterInnen an der Arbeit hinderten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Dieser Kampf begann schon in der Morgend\u00e4mmerung, als sich Gewerkschaftsmilitante in Gruppen von Streikposten organisierten, um sich vor den Garagentoren, Busterminals, U-Bahnendstationen und Fabriktoren aufzustellen und die ArbeiterInnen von der Teilnahme am Streik zu \u00fcberzeugen. In Rio de Janeiro wurden auch die F\u00e4hren zum Stillstand gebracht, ebenso wurden die zentralen Einfahrtsstra\u00dfen durch Streikposten blockiert und sogar die Br\u00fccke geschlossen, die Rio de Janeiro und Niter\u00f3i verbindet. Selbst diejenigen ArbeiterInnen, die zur Arbeit gehen wollten und unzufrieden waren, bewiesen letztlich Einsicht in die Notwendigkeit des Streiktages.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Obwohl es praktisch keinen \u00f6ffentlichen Verkehr mehr gab, war die Teilnahme an den zentralen Demonstrationen gro\u00df und so zahlreich wie bei den Protesttagen zuvor, manchmal sogar gr\u00f6\u00dfer, wie in Belo Horizonte, der Hauptstadt von Minas Gerais, wo 150.000 Menschen bei der Kundgebung gez\u00e4hlt wurden, die trotz schweren Regens bis zu deren Ende durchhielten. In Juiz de Fora, einer Industriestadt in Minas Gerais, in der unsere GenossInnen die Aktionen mit organisierten, wurden 30.000 TeilnehmerInnen gez\u00e4hlt (fast 10 % der Bev\u00f6lkerung) und wie in anderen St\u00e4dten konnten die Busse die Garagen nicht verlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Wir k\u00f6nnen sicher sagen, dass dies der gr\u00f6\u00dfte Generalstreik in der Geschichte des Landes war, dass rund 40 Millionen BrasilianerInnen gegen die Reformen des Rentensystems und der Arbeitsgesetze mobilisiert wurden. Es handelte sich um eine Bewegung, die sich im gesamten gro\u00dfen brasilianischen Territorium ausgebreitet hat, sowohl in Gro\u00dfst\u00e4dten und Metropolen, aber auch in unz\u00e4hligen kleinen und mittleren Orten des Binnenlandes.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">In einigen St\u00e4dten war die Repression gewaltt\u00e4tig. In Rio de Janeiro griff die Polizei feige die ArbeiterInnen und Jugendlichen an, die an den legalen Demonstrationen teilnahmen, indem sie versuchte, diese mit Gummigeschossen und Tr\u00e4nengas aufzul\u00f6sen. Als Reaktion auf die Polizeigewalt wurden acht\u00a0 Busse in Brand gesetzt. In Goiania wurde w\u00e4hrend einer brutalen Polizeiattacke ein Jugendlicher so hart von einem Polizisten mit einem Schlagstock auf den Kopf gedroschen, dass die verursachten Kopfverletzungen zu einem Koma gef\u00fchrt haben und er zwischen Leben und Tod schwebt. An anderen Orten kam es zu willk\u00fcrlichen Verhaftungen, so etwa von 6 f\u00fchrenden Mitgliedern der MTST (der Bewegung obdachloser ArbeiterInnen). Au\u00dferdem wurde das B\u00fcro der Gewerkschaft der Bankangestellten von S\u00e3o Paulo, in der Region Osasco illegal durch die Polizei gest\u00fcrmt und die anwesenden GewerkschafterInnen wurden auf gewaltt\u00e4tige und aggressive Art und Weise durchsucht \u2013 wie einst zu Zeiten der Milit\u00e4rdiktatur.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Allein der Handel hatte an diesem Tag einen Umsatzverlust von 5 Milliarden Reais, wie FecomercioSP berechnete. W\u00e4hrend die Medien die Beteiligung am Streik kleinredeten und versuchten, die Bewegung l\u00e4cherlich zu machen, widerlegten die Verb\u00e4nde der Handelsunternehmen dies eindrucksvoll durch ihr Gejammer \u00fcber die Riesenverluste, die ihnen zugef\u00fcgt worden seien.<\/span><\/span><\/p>\n<p><b><i><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Ein Kampf geht weiter!<\/span><\/span><\/i><\/b><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Foren und Komitees, die zur Durchf\u00fchrung dieser Streikaktionen gebildet wurden, m\u00fcssen sich jetzt positionieren und von den Gewerkschaftsverb\u00e4nden die Durchf\u00fchrung eines unbefristeten Generalstreiks fordern, bis das Gesetzesprojekt Nr. 6787\/2016 \u2013 das neue Arbeitsgesetz (PL) \u2013 genauso wie die Vorlage zur \u00c4nderung der Verfassung Nr. 287\/2016 \u2013 das Rentengesetz (PEC) \u2013 zur\u00fcckgezogen worden sind. Dieser unbefristete Generalstreik muss notwendigerweise auch bis zum Sturz der Putschregierung Temer f\u00fchren.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Die Linke muss darauf vorbereitet sein. Sie muss dar\u00fcber hinaus eine prinzipienfeste Einheit bilden, die auch auf die zu erwartenden Angriffe der Regierung Temer und des Kongresses vorbereitet und f\u00fcr den Kampf zum Sturz der gegenw\u00e4rtigen Regierung bereit ist. Um diese Machtfrage zu vermeiden, versuchen die PT und der Apparat des Ex-Pr\u00e4sidenten Lula (PT) mit der Forderung \u201eNeuwahlen Jetzt!\u201c den Unmut der Bewegung in ihre Richtung zu kanalisieren und die Bewegung durch die Ausrichtung auf b\u00fcrgerlichen Parlamentarismus wieder einzufangen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Unsere Aufgabe als Revolution\u00e4rInnen ist es, die Mobilisierung der Massen zu verteidigen und auszubauen, in die Richtung, dass Gewerkschaftsverb\u00e4nde, soziale Bewegungen und Auszubildende zu einem weiteren, tats\u00e4chlichen, das hei\u00dft unbefristeten Generalstreik aufgerufen werden. Doch nicht nur dies: Wir m\u00fcssen auch dringend an der Aufgabe arbeiten, eine revolution\u00e4re Partei in Brasilien aufzubauen, ohne die es keine sozialistische Revolution geben kann!<\/span><\/span><\/p>\n<p><cite><span style=\"margin: 0px; font-family: 'Calibri',sans-serif; font-size: 11pt;\"><span style=\"color: #000000;\">Quelle: <\/span><a href=\"http:\/\/www.arbeitermacht.de\/infomail\/944\/brasilien.htm\">arbeitermacht&#8230;<\/a><span style=\"color: #000000;\"> vom 9. Mai 2017<\/span><\/span><\/cite><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000; font-family: Calibri;\">\u00a0<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>P\u00e9ricles de Lima. Der Generalstreik vom 28. April in Brasilien wurde von den Gewerkschaftsverb\u00e4nden, den sozialen Bewegungen und den verschiedenen Teilen der Linken als gro\u00dfer Erfolg bewertet. 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