{"id":2162,"date":"2017-05-24T11:17:28","date_gmt":"2017-05-24T09:17:28","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2162"},"modified":"2017-05-24T11:17:28","modified_gmt":"2017-05-24T09:17:28","slug":"die-revolution-in-rojava-gegen-die-kraefte-des-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2162","title":{"rendered":"Die Revolution in Rojava gegen die  Kr\u00e4fte des Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wie entstand im Mittleren Osten die Selbstverwaltung in Rojava? Was unterscheidet die kurdischen Revolution\u00e4r*innen in Syrien von anderen Milizen? Und welche Gefahren birgt die Zusammenarbeit mit den USA oder Russland? <\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Interview mit <em>\u015eahin Cudi <\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>#Sahin Cudi arbeitet in der Leitung der Yekitina Ciwanen Rojava (YCR), der Vereinigung der Jugend Rojavas.<\/em><\/p>\n<p><strong>Kannst du kurz eine Einordnung der Revolution in Rojava in die politischen Verh\u00e4ltnisse im Mittleren Osten versuchen? <\/strong><\/p>\n<p>Der Mittleren Osten befindet sich in einer Krise. Und diese Krise zeigte den Menschen hier die Notwendigkeit von Ver\u00e4nderung. Die Notwendigkeit f\u00fcr Ver\u00e4nderung gab es hier seit langem. Schon vor Dekaden h\u00e4tte es hier Revolutionen wie etwa in Kuba geben sollen. Aber wir sehen, dass diese Energie f\u00fcr eine Revolution sich jetzt, im 21. Jahrhundert, entladen hat \u2013 etwa im arabischen Fr\u00fchling.<\/p>\n<p>Worin liegt diese Krise begr\u00fcndet? Das System der Nationalstaaten, das dem Mittleren Osten mit Gewalt aufgezwungen wurde, ist nicht mehr in der Lage, sich zu halten. Das System konnte die Menschen lange zur\u00fcckhalten, indem es sie in Angst versetzte. Aber zur gleichen Zeit wuchs der Wille zur Ver\u00e4nderung. Man kann auch bis zur 68er-Generation zur\u00fcckgehen: Seit damals gab es zahlreiche Aufst\u00e4nde im Mittleren Osten, in Pal\u00e4stina, in der T\u00fcrkei.<\/p>\n<p>In Kurdistan entstand unter der F\u00fchrung Abdullah \u00d6calans unsere Bewegung. Sie begann einen Kampf, der bis heute andauert. Dieser richtete sich von Anfang an gegen jene drei Momente der herrschenden Mentalit\u00e4t, gegen die wir auch heute k\u00e4mpfen: Patriarchat, Nationalismus und religi\u00f6ser Fundamentalismus. Alle herrschenden Fraktionen der Region basieren auf diesen drei Elementen. Gegen diese beginnen die Menschen, sich aufzulehnen.<\/p>\n<p>Diese Unterdr\u00fcckungsmechanismen passen auch nicht zu unserer Region. Denn sie gr\u00fcnden sich immer auf die Unterdr\u00fcckung vieler Gruppen und wir leben in einer Region, die durch ihre Unterschiedlichkeit gepr\u00e4gt ist. Kulturell, religi\u00f6s, ethnisch ist der Mittlere Osten eine sehr farbenfrohe Gegend.<\/p>\n<p>Viele Bewegungen haben sich gegen diese Unterdr\u00fcckungsformen gewandt. Aber sie waren leider allesamt nicht in der Lage, L\u00f6sungen zu entwickeln. Heute existiert mit unserer Bewegung, die sich aus der PKK entwickelt hat, eine Bewegung, die eine andere Herangehensweise verfolgt als alle anderen zuvor. Wir k\u00e4mpfen gegen alle diese Mentalit\u00e4ten der Unterdr\u00fcckung, sind aber zur gleichen Zeit auch in der Lage eine Alternative zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>Die Kr\u00e4fte des Kapitalismus nutzen das Chaos in der Region, um ihre eigene L\u00f6sung durchzusetzen. Sie wollen uns eine kapitalistische Lebensweise aufzwingen. Sie wollen alle von Geld abh\u00e4ngig machen, die Ethik und den sozialen Zusammenhang der Gesellschaft zerst\u00f6ren. In den vergangenen Jahrzehnten versucht das kapitalistische System sich permanent im Mittleren Osten zu verankern, aber so richtig will das nicht gelingen. Weder milit\u00e4risch, noch politisch oder gesellschaftlich haben seine Vertreter wirkliche Erfolge. Die kulturelle und historische Wirklichkeit im Mittleren Osten unterscheidet sich sehr stark von der westlicher Gesellschaften. Das kapitalistische System soll dem Mittleren Osten quasi von au\u00dfen aufgezwungen werden. Deshalb gibt es immer Widerstand seitens der Menschen hier.<\/p>\n<p><strong>In dem \u201eChaos\u201c, wie du es nennst, k\u00e4mpfen unz\u00e4hlige Akteure gegeneinander. Was unterscheidet die kurdische Bewegung von den anderen Kr\u00e4ften? <\/strong><\/p>\n<p>Sicher, hier gibt es viele verschiedenen Kr\u00e4fte und alle wollen irgendetwas anderes. Einige versuchen, das europ\u00e4ische System des Kapitalismus zu kopieren. Andere wollen ein auf religi\u00f6sem Fundamentalismus basierendes System errichten. Wieder andere nennen sich zwar Sozialisten, Kommunisten, Demokraten, haben aber eigentlich mit Sozialismus, Demokratie oder einer Revolution nichts zu tun.<\/p>\n<p>Die Gesellschaft des Mittleren Ostens ist pluralistisch und vielschichtig. Man kann hier nicht irgendein monistisches System errichten, das diese Vielschichtigkeit nicht akzeptiert. In Syrien zum Beispiel haben wir den Assad-Klan, der vor langer Zeit durch einen Milit\u00e4rputsch an die Macht kam. Sie unterdr\u00fcckten andere, um ihre Macht zu erhalten. Die Baath-Partei nennt sich auch irgendwie sozialistisch, aber wenn wir uns die Praxis ihrer Herrschaft ansehen, sehen wir, dass das nichts mit Sozialismus zu tun hat.<\/p>\n<p>Wegen der Art und Weise, wie die Baath-Partei durch Gewalt und Angst regiert hat, kam es zu einer Situation, in der es das Potential f\u00fcr eine gro\u00dfe Explosion in der Gesellschaft gab. Denn die Gesellschaft musste aus dieser Situation ausbrechen. Als der arabische Fr\u00fchling begann, entlud sich dieses Potential. Das Problem war aber, dass jene Revolution\u00e4re, die es gab, entweder schon vor der Revolution im Knast sa\u00dfen oder w\u00e4hrend der Revolution inhaftiert wurden. Es gab keine revolution\u00e4re Erfahrung in Syrien. Auch die, die sich Revolution\u00e4re nannten, hatten keinerlei Erfahrung, wie man so einen Kampf f\u00fchrt. Diejenigen, die dann st\u00e4rker wurden, waren die, die von der selben Mentalit\u00e4t getragen, wie der Staat selbst: patriarchales Bewusstsein, Nationalismus und religi\u00f6ser Fundamentalismus.<\/p>\n<p>In Rojava war die Lage anders. Hier gab es Revolution\u00e4re mit Erfahrung. Sie konnten auf einen Jahrzehnte langen Kampf zur\u00fcckblicken, der mit der PKK begonnen hatte. Hier war in der Theorie wie in der Praxis eine immense Erfahrung vorhanden, wie man gegen das kapitalistische System zu k\u00e4mpfen hat, die Gesellschaft ver\u00e4ndern kann und sich verteidigen kann. Deshalb begannen die Menschen in Rojava sehr schnell, sich zu bilden, ihre Gesellschaft aufzubauen und sich zu verteidigen. Die Revolution hier hat nicht bei null begonnen. Sie trat ein langes Erbe an. Dieses Erbe war das von 40 Jahren PKK. Diese Revolution beruht auf einer ganz anderen Mentalit\u00e4t als die der anderen Kr\u00e4fte, n\u00e4mlich der der demokratischen Autonomie.<\/p>\n<p>Die regionalen und internationalen Kr\u00e4fte wollen diese Revolution zerst\u00f6ren. Zu diesem Zweck bauten sie verschiedene Banden auf, Al-Nusra, Daesh und andere. Diese wurden vor allem von der T\u00fcrkei und Amerika unterst\u00fctzt. Mit ihnen wollten die imperialistischen Kr\u00e4fte ihre Interessen durchsetzen und die Revolution niederschlagen. Die sogenannte syrische Opposition ist nichts anderes als das.<\/p>\n<p>Aber der Erfolg der Revolution in Nordsyrien, in Rojava, auf milit\u00e4rischen, politischem und gesellschaftlichem Gebiet zwang eine Reihe von internationalen und regionalen Kr\u00e4ften zu Allianzen. Weil sie uns nicht zerst\u00f6ren konnten, waren sie gen\u00f6tigt, Allianzen mit uns einzugehen. W\u00e4hrend sie das tun, verfolgen sie aber weiter ihren Plan, die Revolution zu zerst\u00f6ren. Wir umgekehrt versuchen, diese Allianzen f\u00fcr uns selbst und unser Volk auszunutzen.<\/p>\n<p><strong>Diese \u201eAllianzen\u201c mit internationalen Kr\u00e4ften sind doch nicht unproblematisch. Amerikanische Soldaten sind auf dem Territorium Rojavas stationiert. Verhilft das nicht eher dem Kapitalismus zur Durchsetzung seiner Hegemonie? <\/strong><\/p>\n<p>Der Kampf gegen Kapitalismus ist keiner, der allein milit\u00e4risch ausgefochten wird. Nat\u00fcrlich hat der Kapitalismus einen Einfluss auf die Gesellschaft hier in Syrien, in Kurdistan, im gesamten Mittleren Osten. Der Kapitalismus versucht mit seiner Lebensweise, seiner Kultur den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu zerst\u00f6ren, um eine Mentalit\u00e4t des Individualismus zu schaffen, in der jeder nur auf sich selbst und sein materielles Vorankommen achtet.<\/p>\n<p>Das ist ein ideologischer Krieg, den das kapitalistische System gegen die Gesellschaft k\u00e4mpft. Nat\u00fcrlich, wir befinden uns in einem Krieg gegen den Kapitalismus. Nicht allein milit\u00e4risch, sondern vor allem auch ideologisch. Wir sind auch erfolgreich dabei, die Gesellschaft gegen den Kapitalismus zu organisieren.<\/p>\n<p>Klar ist aber auch: Die Wirklichkeit ist nicht schwarz oder wei\u00df. Wir als Jugendbewegung haben tausende von Mitgliedern. Sie machen ihre Arbeit in der Bewegung, sie investieren viel Kraft. Aber sie leben nach einem kapitalistischen Lifestyle. Ihre Mentalit\u00e4t bleibt auf viele Weise kapitalistisch. Der Kampf gegen den Kapitalismus ist keiner, bei dem man einfach sagen kann: Es soll jetzt anders sein. Und dann wird es anders. Es reicht auch nicht, sich Antikapitalist zu nennen. Es ist ein lange w\u00e4hrender Kampf. Es ist ein Kampf, den man jeden Tag, Schritt f\u00fcr Schritt zu f\u00fchren hat. Ein Kampf der Selbstkritik und der Bildung.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich geht es darum, das System abzuschaffen und ein neues System aufzubauen. Aber das System reproduziert sich immer in einer bestimmten Mentalit\u00e4t. Da besteht eine dialektische Beziehung zwischen dem Aufbau eines neuen Systems und der Denkweise der Menschen.<\/p>\n<p>Der Einfluss des Kapitalismus, das sind nicht nur die amerikanischen Soldaten, die wir hier in Rojava sehen k\u00f6nnen. Nicht nur die physische Pr\u00e4senz des Feindes ist das Problem. Es geht um eine hundert Jahre andauernde Erziehung zu kapitalistischer Mentalit\u00e4t, die \u00fcberwunden werden muss. Gegen diesen Einfluss versuchen wir, uns zu verteidigen.<\/p>\n<p>Oder ein anderes Beispiel: Es gibt Menschen, die gegen den syrischen Staat sind. Aber gleichzeitig sind sie seine Angestellten, weil sie Beamte sind. Sie sind dadurch abh\u00e4ngig, sie kriegen Geld vom Regime. Das Problem liegt hier: Wir sind gegen das kapitalistische System, aber wir haben uns noch nicht in die Lage versetzt, uns hundertprozentig vom Kapitalismus abzukapseln. Das ist ein permanenter Kampf. Und es ist einer, der nicht nur in einer Region gewonnen werden kann, sondern es ist ein Kampf, den die fortschrittlichen Kr\u00e4fte global gemeinsam f\u00fchren m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Denkst du, wenn hier kein amerikanisches Milit\u00e4r w\u00e4re, h\u00e4tten wir den Kapitalismus schon abgeschafft? Wohl kaum. Denn Kapitalismus existiert auf zahlreichen Ebenen, nicht nur in Form amerikanischer Milit\u00e4rpr\u00e4senz. Aber klar, die amerikanischen Soldaten hier sind der materielle Ausdruck des Kapitalismus selbst, denn die USA sind zweifellos die Hegemonialmacht des Kapitalismus.<\/p>\n<p>Heute ist unser Kampf gegen die USA ein ideologischer. Dieser muss in der Gesellschaft ausgetragen werden. Wer wei\u00df, vielleicht m\u00fcssen wir in der Zukunft auch physisch gegen die USA k\u00e4mpfen. Aber derzeit ist es eine ideologische Auseinandersetzung. Und man sieht: Sie haben einen Einfluss auf unsere Gesellschaft hier. Aber umgekehrt: Auch wir haben Einfluss auf ihre Gesellschaft und auf die Welt\u00f6ffentlichkeit. Schon alleine, weil sie st\u00e4ndig gezwungen sind von der PKK, unserer Ideologie, unserem Kampf zu reden.<\/p>\n<p>Dass sie uns Waffen geben m\u00fcssen, obwohl wir der Ideologie Abdullah \u00d6calans folgen, ist auch ein Einfluss, den wir auf sie haben. Nat\u00fcrlich ist da eine Gefahr. Wenn wir diese Gefahr nicht sehen w\u00fcrden, w\u00e4ren wir keine Revolution\u00e4re. Der Angriff auf Karacok wurde von der T\u00fcrkei ausgef\u00fchrt, aber er wurde von den USA zugelassen. Sie wollen uns disziplinieren und uns zeigen: Wenn ihr nicht spurt, k\u00f6nnen wir euch zerst\u00f6ren. Jeder sollte wissen: Die USA selbst sind die schlimmsten Feinde aller Revolution\u00e4re und aller Unterdr\u00fcckten auf der Welt.<\/p>\n<p>Aber wir haben keine Angst vor ihnen. Und wir sind nicht ohne Erfahrung. Wir wissen, wie wir unsere Politik durchsetzen, wir wissen, wie wir unsere diplomatischen Beziehungen gestalten. Sie denken vielleicht, sie sind wirklich clever. Aber es ist nicht so, dass wir nicht auch clever w\u00e4ren. Wir benutzen sie ebenso, wie sie uns benutzen. Jeder wei\u00df, dass es ein taktisches B\u00fcndnis ist, das nichts mit den strategischen Zielen unserer Revolution zu tun hat.<\/p>\n<p>Heute ist es auch so, dass wir hier in Rojava Internationalisten aus aller Welt haben, die hier Erfahrungen f\u00fcr den antiimperialistischen Kampf sammeln k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen in ihren L\u00e4ndern oder hier an der Revolution mitarbeiten. Der revolution\u00e4re und antiimperialistische Kampf kann nicht in schwarz-wei\u00df-Schablonen verstanden werden. Die Art und Weise, wie man gegen den Feind k\u00e4mpft, muss vielschichtig sein. Man muss viele Methoden anwenden und braucht eine gute Taktik.<\/p>\n<p><strong>Du hast jetzt viel \u00fcber die USA gesprochen. Wie seht ihr den zweiten gro\u00dfen internationalen Player in Syrien, Russland? <\/strong><\/p>\n<p>Die Rolle Russlands in Syrien und seine Methoden sind anders als die der USA. Russland macht diplomatische Beziehungen, bei denen du nie wei\u00dft, woran du bist. Sie sagen dir die sch\u00f6nsten Dinge und machen dann etwas ganz anderes. So wollen sie Abh\u00e4ngigkeiten schaffen.<\/p>\n<p>Was ist die langfristige Strategie der USA? Sie wollen die sunnitischen Gruppierungen organisieren, und so Einfluss auf die Region erlangen. Das Langzeitziel Amerikas ist, den Iran zu schw\u00e4chen oder ihn sogar zu zerst\u00f6ren. An einem bestimmten Punkt hofften sie, dass Daesh den Iran angreifen w\u00fcrde. Aber der t\u00fcrkische Staat hat aus Sicht der USA diesen Plan ein wenig durcheinandergebracht. Denn Ankara ist zwar auf der einen Seite einer der wichtigsten Verb\u00fcndeten Washingtons in diesem Spiel. Auf der anderen Seite aber hat die T\u00fcrkei ein anderes vorrangiges strategisches Ziel: Die kurdische Befreiungsbewegung und die PKK zu zerst\u00f6ren. Wenn zum Beispiel ISIS nicht die kurdischen Gegenden Syriens angegriffen h\u00e4tte, w\u00e4ren sie wahrscheinlich auch nicht so z\u00fcgig besiegt worden. Daesh ist durch den Krieg in Syrien und dem Irak immer weiter gewachsen.<\/p>\n<p>Russland auf der anderen Seite, versucht seine Allianzen zur schiitischen Bev\u00f6lkerung zu st\u00e4rken. Dazu geh\u00f6rt der Iran bis zu einem gewissen Grad, aber auch das syrische Regime. Das Problem Russlands ist auch, dass sie und der Iran nicht ganz an einem Strang ziehen. Auch zwischen ihnen gibt es durchaus Widerspr\u00fcche.<\/p>\n<p>In Syrien versucht Russland deshalb auf der einen Seite auch den Einfluss des Iran auf das syrische Regime zu begrenzen. Auf der anderen Seite will es sich das Regime ganz unterordnen. Und sie versuchen, auch uns, soweit das m\u00f6glich ist, auf ihre Seite zu ziehen. Sie tun das, um eine zweites As im \u00c4rmel zu haben. Was sie also tun, ist, dass sie das Regime und uns zusammenzubringen versuchen, aber gleichzeitig auch uns mit dem Regime und dem Regime mit uns drohen. Zum Beispiel schlagen sie zum einen vor, dass auch wir nach Idlib vorr\u00fccken k\u00f6nnten. Dann sagen sie dem Regime: Schaut, da gibt es auch eine andere Kraft, die nach Idlib gehen k\u00f6nnte. Deshalb wirft sich Damaskus dauernd in die Arme von Moskau.<\/p>\n<p>Was wollen wir von Russland? Wir wollen die Beziehungen erhalten, vor allem aus einem Grund: gegen die T\u00fcrkei. Am Ende aber ist unsere Linie ganz klar: Wir sehen uns als \u201edritten Weg\u201c. In diesem Chaos ordnen wir uns weder dem Weg Russlands oder der USA, noch dem der regionalen Machthaber unter. Wir glauben an uns selbst und an unsere eigene St\u00e4rke, milit\u00e4risch wie ideologisch. Wer immer sich offen gegen uns stellt, gegen den werden wir k\u00e4mpfen. Aber wer immer uns unterst\u00fctzt, sei es auch nur f\u00fcr einen Zeitabschnitt, dessen Hilfe werden wir nicht ablehnen.<\/p>\n<p># Interview: Peter Schaber<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/lowerclassmag.com\/2017\/05\/4767\/\">lowerclassmag&#8230;<\/a> \u00a0vom 24. Mai 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie entstand im Mittleren Osten die Selbstverwaltung in Rojava? Was unterscheidet die kurdischen Revolution\u00e4r*innen in Syrien von anderen Milizen? 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