{"id":2313,"date":"2017-07-06T09:39:21","date_gmt":"2017-07-06T07:39:21","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2313"},"modified":"2018-01-19T17:58:02","modified_gmt":"2018-01-19T15:58:02","slug":"it-und-die-einstuerzenden-versprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2313","title":{"rendered":"IT und die einst\u00fcrzenden Versprechen"},"content":{"rendered":"<p><strong>&#8222;Das Elend der Philosophie&#8220; &#8211; unter diesem Titel seines demn\u00e4chst erscheinenden Buches \u00fcber Louis Althusser setzte sich der marxistische Sozialwissenschaftler und Philosoph Werner Seppmann auf der Linken<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong> Literaturmesse mit dem franz\u00f6sischen &#8222;Marxismus-Erneuerer&#8220; auseinander. Die kritische Besch\u00e4ftigung mit postmarxistischen Schulen im Allgemeinen und der sogenannten Neuen Marx-Lekt\u00fcre im Besonderen hat Seppmann in diversen B\u00fccher vorangetrieben, so 2011 in System und Subjekt -Der lange Schatten des Objektivismus. Anl\u00e4\u00dflich der tiefgreifenden Auswirkungen der mikroelektronischen Produktionsweise auf die Entwicklung der Lohnarbeit wie die Vergesellschaftung des Menschen, denen Seppmann in dem f\u00fcr 2017 angek\u00fcndigten Buch Kritik des Computers &#8211; Der Kapitalismus und die Digitalisierung des Sozialen Rechnung tr\u00e4gt, nutzte der Schattenblick die Gelegenheit, ihm einige Fragen zu diesem Themenkomplex zu stellen.<\/strong><\/p>\n<p>Schattenblick (SB): Ob als Digitalisierung der Gesellschaft oder mikroelektronische Revolution bezeichnet, auf jeden Fall hat die Verbreitung informationstechnischer Systeme zur Herausbildung eines globalen Oligopols aus US-amerikanischen IT-Unternehmen wie Google, Amazon, Facebook, Microsoft etc. gef\u00fchrt. Wie konnte es deiner Ansicht nach zu dieser praktisch uneinholbaren F\u00fchrungsposition in Bezug auf technologische Innovation und der damit verbundenen Verf\u00fcgungsgewalt kommen?<\/p>\n<p>Werner Seppmann (WS): Das h\u00e4ngt mit der Besonderheit der Technik zusammen. Kapitalistisches Wirtschaften bedeutet immer auch das Streben nach dem Monopol. In den normalen Bereichen ist das Monopol nur mit gro\u00dfem Aufwand zu erreichen, und sein Erhalt ist keineswegs sicher. Wenn man einen Drop wie zum Beispiel Fisherman&#8217;s Friends auf den Markt bringt, braucht man einige hundert Millionen Euro, um seine Vermarktung durchzusetzen. Das ist alles machbar. Inzwischen lassen sich damit Milliarden verdienen, aber es ist nicht ausgeschlossen, da\u00df jemand mit einem \u00e4hnlichen Produkt als Konkurrent auftritt. Wenn man dagegen in der Computertechnologie durch technische Innovationen einmal das Monopol hat wie etwa Google, dann ist es kaum noch m\u00f6glich, da\u00df andere in diese Branche eindringen k\u00f6nnen. Dieses Gesch\u00e4ft funktioniert ohnehin nur, wenn man Monopolstatus hat. Deshalb gibt es einen existentiellen Zwang zum Monopol, der st\u00e4rker ist als in der normalen Wirtschaft.<\/p>\n<p>Heute haben vier, f\u00fcnf gro\u00dfe Konzerne wie Google, Microsoft, Facebook usw. jeweils diese Monopolposition erreicht. Diese braucht nicht f\u00fcr alle Zeit festgeschrieben zu sein, aber Monopolpositionen wirken sich nicht nur auf die eigentliche Branche aus. So hat Google nicht nur das Monopol bei der Suchmaschine, um Werbung zu machen, sondern versucht auch, Portale aufzubauen, um bestimmte M\u00e4rkte manipulieren und beherrschen zu k\u00f6nnen. Ich gebrauche f\u00fcr die Digitalwirtschaft in den Bereichen, wo sie wirklich lukrativ ist, gerne das Bild vom alten Raubrittertum. Es gibt \u00fcbrigens \u00d6konomen, die der Meinung sind, da\u00df die B\u00f6rsenbewertung dieser Firmen irreal sei. Das galt ja f\u00fcr viele Firmen der Neuen \u00d6konomie, aber im Falle von Google und den anderen Monopolisten ist es nicht irreal, sondern wahrscheinlich eher so, da\u00df sie sogar unterbewertet sind.<\/p>\n<p>Das nicht, weil sie in der Lage w\u00e4ren, ihre Werbeeinnahmen unendlich zu steigern, aber sie werden eben wie die Raubritter Engp\u00e4sse besetzen. Das hei\u00dft, sie mischen sich in bestehende Gesch\u00e4fte ein. Wenn jemand Haust\u00fcren auf dem Markt verkauft, bieten sie Portale an, auf denen der g\u00fcnstigste Anbieter empfohlen wird. Ein anderes Gesch\u00e4ftsmodell, das heute in Amerika noch viel st\u00e4rker verbreitet ist, sind die Unterbietungsportale f\u00fcr Arbeitsleistungen, Clickworker etc. Das bedeutet einen ganz neuen Monopolisierungsschub, weil diese Ermittlungsportale dann wirklich den Wegzoll kassieren k\u00f6nnen. Manchmal ist es schon erstaunlich, was unsere linken \u00d6konomen anzubieten haben, zeigt es doch, wie wenig sie von der Realit\u00e4t verstehen. Ich denke, man k\u00f6nnte Google und die anderen Monopolisten heute mit Billionenbetr\u00e4gen bewerten, weil sie Schl\u00fcsselpositionen innehaben, die in der Zukunft wirklich zu Gelddruckmaschinen werden, wenn sie es nicht heute schon sind.<\/p>\n<p>SB: Wie bewertest du die Innovationsf\u00e4higkeit bzw. -dynamik der IT-Monopolisten, wenn zum Beispiel Google in den Bereich der e-Mobilit\u00e4t expandiert?<\/p>\n<p>WS: Unterhalten wir uns erst einmal \u00fcber Innovationen. Wir lassen uns sehr leicht von dem Schein t\u00e4uschen, aber man kommt um die Tatsache nicht herum, da\u00df die Zeit der Innovationen vorbei ist. Die gro\u00dfen Firmen modifizieren eigentlich nur noch, zumindest gilt dies im technischen Bereich. Ohne Frage ist es genial gewesen, da\u00df die Dells und Gates und wie sie alle hei\u00dfen eine neue Computergeneration, sprich den Personal Computer, auf den Markt gebracht haben. Inzwischen ist das Ende der Fahnenstange jedoch erreicht und neue Innovationen sind nur noch sehr schwer zu konzeptionieren, allerdings nicht bei der Vermarktung und auch nicht bei der Umsetzung, da f\u00e4llt ihnen schon aus existentiellem Zwang heraus jeden Tag etwas ein. Man darf dabei aber nicht vergessen, und das ist ein wichtiger Aspekt bei der ganzen IT-Industrie, da\u00df in der Presse der Investor vorgef\u00fchrt wird, der eine Million investiert und eine Milliarde zur\u00fcckbekommen hat. Aber wenn ich den Lottogewinner portraitiere, wird meistens au\u00dfer acht gelassen, da\u00df 40 Millionen andere nicht gewonnen haben.<\/p>\n<p>Ganz so schlimm sind die Relationen nicht, aber in der IT-\u00d6konomie herrschen in dieser Hinsicht fast die gleichen Kriterien wie in der normalen Wirtschaft. Wenn ich n\u00e4mlich die Gesamtheit der Investitionen betrachte, dann sind diese Ertr\u00e4ge gar nicht so \u00fcberdurchschnittlich. Die gesamte IT-Industrie ist im Grunde ein Friedhof der gestorbenen Illusionen. Von den Tausenden und Zehntausenden Firmen, die alle ihr Gl\u00fcck versucht haben, sind nur ganz wenige durch die rauhen St\u00fcrme der Konsolidierungsphase gekommen. Das gilt sowohl f\u00fcr die Startup-Unternehmen, also auch f\u00fcr Leute, die Geld angelegt haben, und nat\u00fcrlich in viel st\u00e4rkerem Ma\u00dfe f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten. In keiner vergleichbaren Branche wird im Durchschnitt so wenig bezahlt wie in der IT-Branche. Man braucht blo\u00df zusammenzurechnen, was all diese Leute verloren haben, die 2002 Aktienoptionen bekamen, als die Firma dann pleitegegangen ist. Bei Google ist es heute so, da\u00df der Angestellte im Durchschnitt etwa 150.000 Dollar verdient. Zun\u00e4chst einmal sind diese 150.000 Dollar gar nichts wert, weil die Lebenshaltungskosten im Silicon Valley so hoch sind. Die Wohnung kostet 60.000 Dollar und 30.000 Dollar mu\u00df er an Steuern zahlen, hinzu kommt die R\u00fcckzahlung von 10.000 Dollar f\u00fcr seinen Studienkredit. Man kann sich ausrechnen, was von den 150.000 Dollar am Ende \u00fcbrigbleibt. Wenn sich jemand die M\u00fche machen und einmal zusammenrechnen w\u00fcrde, was seit dem Boom Mitte der 90er Jahre an die Besch\u00e4ftigten mit Aktienoptionen gezahlt worden ist, k\u00e4me man wahrscheinlich auf einen Durchschnittsverdienst, der weit unter der Mindestlohngrenze liegt.<\/p>\n<p>SB: Nun schafft zum Beispiel Apple Strukturen, bei denen die Nutzer ihre Gesundheitsdaten von ihren mobilen Ger\u00e4ten direkt in Apple Health einspeisen, um sie dort evaluieren zu lassen. Dient Innovation in diesem Sinne nicht der Sicherung der Position als Monopolist?<\/p>\n<p>WS: Vielleicht, aber zuvor noch eine Zwischenbemerkung: Die \u00dcberlegung dr\u00e4ngt sich gerade bei den Gesundheits-Apps auf, denn was die IT-Multis anzubieten haben, hat nat\u00fcrlich einen individuellen Nutzen. Das ist auch der Nebel, der es ihnen erm\u00f6glicht, ihre Erfolge zu garantieren und durchzusetzen, aber &#8211; und das ist heute allgemein bekannt &#8211; hinsichtlich der Abh\u00f6r-, Ausforsch- und Beeinflu\u00dfungspraktiken sind die Nachteile in der Regel mindestens so gro\u00df wie die Vorteile. Bei den Gesundheits-Apps kann man nat\u00fcrlich sehr viele Vorteile erkennen, aber die Frage ist, ob die Gefahren hinsichtlich von Aussp\u00e4hung und Kontrolle nicht viel gr\u00f6\u00dfer sind als der Nutzen f\u00fcr den Endverbraucher.<\/p>\n<p>Sobald dieses System etabliert ist, kommt man mit irgendwelchen Datenschutzpostulaten nicht mehr sehr weit, weil sie unterlaufen werden. Nicht erst seit heute, schon seit Jahrzehnten ist es so, da\u00df ich eine Blutprobe abgeben mu\u00df, wenn ich bei Daimler, und zwar mit Zustimmung des Betriebsrates, eingestellt werden will. Wenn diese Gesundheitsdaten erst einmal objektiviert sind, ist es nur noch ein kleiner Schritt, bis sie zur Selbstverst\u00e4ndlichkeit werden. Ein Ingenieur, der zwei Jahre arbeitslos ist, wird nicht lange \u00fcberlegen, ehe er seine Chip-Karte dem Unternehmen aush\u00e4ndigt, bei dem er sich um eine Stelle bewirbt. Sicherlich darf auch heute kein Chef eine 30j\u00e4hrige Frau fragen, ob sie sich hat sterilisieren lassen, aber eine 30j\u00e4hrige Frau in Ostdeutschland wird die Sterilisierungsbescheinung auch unaufgefordert in die Akte legen. Nat\u00fcrlich wird der Personalchef dann versch\u00e4mt darauf gucken und sie zur\u00fcckgeben mit der Bemerkung, das interessiert uns gar nicht, gn\u00e4dige Frau. So \u00e4hnlich wird es sich auch mit diesem Gesundheitssystem und den Gesundheits-Apps verhalten.<\/p>\n<p>Das ist zurzeit \u00fcbrigens ein ganz hei\u00dfes Eisen, und die IT-Ideologen stehen Gewehr bei Fu\u00df mit der Behauptung, da\u00df die Daten gesichert sind. Es gibt Betriebe, die das ganz offiziell einf\u00fchren und auch die \u00dcbersicht \u00fcber die Daten haben, aber dort, wo sie das nicht machen, bilden sie einzelne Mannschaften, die sozusagen als Wettbewerbsgruppen agieren. Wenn dann eine 20j\u00e4hrige Sachbearbeiterin einem 60j\u00e4hrigen \u00fcbergewichtigen Buchhalter gegen\u00fcbersitzt, ist relativ klar, wem die einzelnen Gesundheitsdaten, unabh\u00e4ngig von den anderen M\u00f6glichkeiten, zugeordnet werden. Bei dieser \u00dcberwachungsproblematik interessieren sich die Schn\u00fcffler ohnehin nicht so sehr f\u00fcr die einzelnen Inhalte, als vielmehr f\u00fcr den strukturellen Aspekt, also f\u00fcr die Meta-Daten. Wenn die \u00dcberwacher mitbekommen, da\u00df wir beide gemailt haben, dann wissen sie, da\u00df es dabei nicht um den Stand unserer Kaninchenzucht ging. Selbst wenn sie uns noch nicht kennen und kategorisiert haben, pr\u00fcfen sie nach, mit wem du korrespondierst und mit wem ich korrespondiere und mit wem die Leute korrespondieren, mit denen wir korrespondiert haben, und aus diesem ganzen Netz machen sie sich dann ein Bild, das nat\u00fcrlich fehlerhaft ist, aber das spielt keine Rolle in der Bewertung. Wenn du irgendwo eine Stelle haben willst, dann interessiert sich der Personalchef nicht daf\u00fcr, wer du wirklich bist, sondern er bewertet dich aufgrund deiner verd\u00e4chtigen Verstrickungen und personellen Beziehungen. Das ist das Gef\u00e4hrliche an der Digitalisierung in diesen Bereichen, da\u00df hier Prozesse stattfinden, die sich verselbst\u00e4ndigen, und zwar in einem ganz extremen Sinne.<\/p>\n<p>SB: In Deutschland wurde mit der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) <a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> eine der gr\u00f6\u00dften fl\u00e4chendeckenden informationstechnischen Systeme eingef\u00fchrt. Wie bewertest du die Entwicklung dieser umfassenden Struktur administrativer Verf\u00fcgungsgewalt?<\/p>\n<p>WS: Grunds\u00e4tzlich ist es eine tragische Situation, da\u00df die an sich sinnvolle Sache mit der Gesundheitskarte eben mit diesen Gefahren verbunden ist. Es ist eine geradezu typische Konstellation, die Marx sinngem\u00e4\u00df so beschrieben hat: Wenn die technologische Entwicklung \u00fcber einen bestimmten Punkt hinausgekommen ist und die Produktionsmittel nicht vergesellschaftet werden, dann schl\u00e4gt der technische Fortschritt in R\u00fcckschritt um. An diesem Punkt sind wir jetzt. Das zeigt sich auch bei der Gesundheitskarte, einer eigentlich ganz alten Technologie. Das Problem w\u00e4re dasselbe, wenn jeder Patient nur seine fotokopierte Akte zur Verf\u00fcgung stellen w\u00fcrde, sobald er sich um eine Stelle bewirbt, aber heute haben wir eben diese M\u00f6glichkeit der universalen Vernetzung. Es sind reine Propagandal\u00fcgen, wenn auf dem Gebiet der Gesundheitsdaten behauptet wird, da\u00df die Daten sicher seien. Es gibt keine sicheren Daten.<\/p>\n<p>In den Vereinigten Staaten haben Datenh\u00e4ndler \u00fcber uns alle riesige Dossiers mit im Schnitt 2000 Daten angelegt, mit denen sie dann ma\u00dfgeschneiderte Werbekampagnen errechnen &#8211; so nennt man das. Tatsache ist, da\u00df diese Daten alle im Umlauf sind. Sie werden zwar von den \u00c4rzten, Krankenh\u00e4usern und Krankenkassen anonymisiert verkauft, aber wir \u00c4lteren wissen noch aus der Volksz\u00e4hlungskampagne, da\u00df Statistiker nur vier oder f\u00fcnf Informationen von einer Person brauchen, um sagen zu k\u00f6nnen, in welchen Film sie als n\u00e4chstes gehen wird. Heute hat man ganz andere M\u00f6glichkeiten, und zudem gibt es keine Anonymisierung der Daten. Mit den Gesundheitsdaten haben wir das besondere Problem, da\u00df wir hier tats\u00e4chlich zu neuen Verh\u00e4ltnissen in der Sozial- und Krankenversicherung kommen werden, bei denen die Entsolidarisierung in forcierter Weise zunehmen wird. Die Leute, die ges\u00fcnder sind, werden weniger Pr\u00e4mien bezahlen. Bisher ist noch von Freiwilligkeit die Rede, aber freiwillig ist nat\u00fcrlich ein relativer Begriff.<\/p>\n<p>Wer heute 70 Jahre und in der falschen privaten Krankenkasse ist, wird ab kommendem Januar 900 Euro im Monat f\u00fcr sich und f\u00fcr seine Frau nochmals die gleiche Summe bezahlen. In zwei Jahren wird der Beitrag auf 1200 Euro steigen. Wenn ich ihm sage, du mu\u00dft nur noch 800 Euro bezahlen, wenn du uns deine Daten permanent zur Verf\u00fcgung stellst, dann wird er es schon aus existentiellen Gr\u00fcnden machen, so wie man sp\u00e4testens in zwei oder drei Jahren nicht mehr umhinkommen wird, die Daten auf den Gesundheits-Apps seinem Betrieb zur Verf\u00fcgung zu stellen. Das wird ein ganz selbstverst\u00e4ndliches Mittel im individuellen Konkurrenzkampf, im Kampf um den Arbeitsplatz sein.<\/p>\n<p>SB: Google beherrscht den Suchmaschinenmarkt in Deutschland mit \u00fcber 90\u00a0Prozent&#8230;<\/p>\n<p>WS: Bei Journalisten sind es 100 Prozent.<\/p>\n<p>SB: Wer seine Informationen \u00fcber Google einholt, bekommt immer eine gewisse Auswahl pr\u00e4sentiert, die sich nach Kriterien richtet, auf die man keinen Zugriff hat und \u00fcber die man in der Regel auch kaum etwas wei\u00df. Hinzu kommt die Individualisierung der Suchanfrage, die pers\u00f6nliche Interessen evaluiert. Damit wird im Grunde genommen ein immer enger werdender Zirkel geschaffen, innerhalb dessen der Mensch zusehends auf das st\u00f6\u00dft, was er schon kennt oder eben bevorzugt. Wie w\u00fcrdest du die Auswirkungen dieser Art von Wissensmanagement und Verwaltung des kollektiven Wissens mit Blick auf die gesellschaftliche Entwicklung beschreiben?<\/p>\n<p>WS: Manipulation des Wissens hat es immer gegeben, nur war sie bisher nicht so effektiv, weil eben nicht 100prozentig kanalisierbar war, zu welchen Informationsm\u00f6glichkeiten die Leute greifen. Da heute dieses faktische Monopol besteht, ist der Formatierungseffekt des Wissens um vieles st\u00e4rker, als es je der Fall gewesen ist, weil Google oder auch Wikipedia keine neutralen Informationsvermittler sind. Wir wissen ja, da\u00df der Vatikan, da\u00df die Deutsche Bank, da\u00df JPMorgan Chase, Ford und Microsoft alles Freunde der Demokratie und progressiver Politik sind. Aus solchen Quellen wird auch Wikipedia finanziert, und das nicht ohne Grund. Wikipedia ist mittlerweile ein geradezu b\u00fcrokratischer Moloch, wo praktisch nichts mehr durchrutscht.<\/p>\n<p>Werner R\u00fcgemer hat mir einmal erz\u00e4hlt, da\u00df er in einem Wikipedia-Artikel zu einem bestimmten Thema, das er bearbeitet hatte, zitiert wurde. Dieses Zitat ist vom Administrator gestrichen worden mit der Bemerkung, da\u00df R\u00fcgemer im linksradikalen PapyRossa Verlag ver\u00f6ffentlicht. Das ist die demokratische Kultur von Wikipedia! Nat\u00fcrlich wird der Eindruck erweckt, da\u00df es ein kollektives, fast schon kommunistisches Projekt w\u00e4re, jeder nach seinen Bed\u00fcrfnissen und jeder nach seinen F\u00e4higkeiten usw., und man darf auch korrigierend eingreifen, wenn zum Beispiel das falsche Geburtsdatum von Napoleon eingegeben wurde. Wie in vielen Bereichen der Anwendung der Computertechnologie mu\u00df man sich der Technik unterwerfen und hat trotzdem das Gef\u00fchl, eigenverantwortlich t\u00e4tig zu sein.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben wir es mit einem ungeheuren System der Manipulation zu tun. Ich habe mir im Rahmen meiner Studien zum Thema der Digitalen Bildung die Arbeit gemacht, bei bestimmten Begriffen einfach mal zu pr\u00fcfen, welche Informationen ich bekomme. Digitale Bildung ist \u00fcbrigens das Trojanische Pferd des Neoliberalismus, um letztendlich die Kommerzialisierung des Bildungswesens voranzutreiben. Das w\u00e4re an sich schon ein hochinteressantes Thema. Jedenfalls erscheint bei Google auf der ersten Seite keine kritische Stellungnahme zum Digitalisierungsprojekt. Alle sind f\u00fcr die digitalisierte Bildung, jedenfalls die, die unmittelbar unter dem Einflu\u00df der Software-Industrie stehen. Die Leute aus der Ministerialb\u00fcrokratie sind allesamt gl\u00fchende Verfechter, nur die P\u00e4dagogen sind resistent dagegen, weil sie die fatalen Auswirkungen auf die Konzentrationsf\u00e4higkeit ihrer Sch\u00fcler vor Augen haben. Dazu gibt es also unendlich viele kritische Arbeiten wie zum Beispiel die von Manfred Spitzer.<\/p>\n<p>Aber auf der Ergebnisseite von Google \u00fcber &#8222;Digitale Bildung&#8220; ist keine einzige kritische Quelle benannt, es gibt nur einen Denunziationsartikel \u00fcber Manfred Spitzer. Selbst wenn an Position Nr. 8 irgendetwas Kritisches vermerkt w\u00e4re, spielt das keine Rolle, weil Google wei\u00df, da\u00df die Nutzer im besten Falle noch den zweiten oder dritten Vorschlag anclicken. Da bei den relevanten Themen ohnehin die ersten Eintr\u00e4ge kommerzielle Anzeigen sind, wird heute der gr\u00f6\u00dfte Teil der Informationsverbreitung dar\u00fcber vollzogen.<\/p>\n<p>Ich will noch ein zweites Beispiel f\u00fcr die Objektivit\u00e4t von Google geben: Ich habe nicht nur die ersten beiden Seiten, sondern die ersten 30 Seiten daraufhin \u00fcberpr\u00fcft, ob das Buch von Thomas Metscher, Heike Friauf, Thomas J. Richter und mir \u00fcber moderne Kunst und die letzte Documenta, die nur der Anla\u00df dazu war, verzeichnet wird <a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a>. Ich habe also die Stichworte &#8222;Kritik der modernen Kunst&#8220;, &#8222;Kritik der Documenta&#8220;, &#8222;Kritik des \u00e4sthetischen Modernismus&#8220; in allen m\u00f6glichen Variationen eingegeben. Nun, auf den ersten 30 Seiten ist unser Buch nicht erw\u00e4hnt. Computerfreunde sagen, das h\u00e4nge mit der H\u00e4ufigkeit der Anfragen zusammen. Mag schon sein, aber zu diesem Thema gibt es nicht soviele Alternativen. Selbst bei einer kleinen Frequenz von sagen mir mal tausend Anfragen h\u00e4tte nach der obligatorischen Reklame f\u00fcr Malmittelh\u00e4ndler irgendwann auf der zweiten oder dritten Seite ein zielf\u00fchrender Hinweis kommen m\u00fcssen. Es ist aber nicht nur unser Buch nicht erw\u00e4hnt worden, auch die Namen von Konrad Farner, Georg Luk\u00e1cs und Leo Kofler sind nicht aufgetaucht, und das kann kein Zufall mehr sein, weil sich weltweit nur zehn, vielleicht f\u00fcnfzehn Autoren wirklich im Sinne einer kritischen Theorie mit den Formierungstendenzen im modernen Kunstbetrieb besch\u00e4ftigt haben. Nicht auf einen dieser Kritiker wird hingewiesen.<\/p>\n<p>SB: Denkbar w\u00e4re, da\u00df ganz generell in dem Algorithmus ein dem Begriff der Kritik nachrangiger Stellenwert gegeben wird und so Anfragen, die Kritik implizieren, nicht vorne auftauchen.<\/p>\n<p>WS: Ich k\u00f6nnte mir auch vorstellen, da\u00df der Sachzusammenhang sofort abgekl\u00e4rt wird. Bei Konrad Farner kommt irgendwann der Hinweis &#8222;Kommunist&#8220;, und dann rutscht er eben noch tiefer. Ich will noch ein anderes Beispiel anf\u00fcgen, wie sich Informationen verselbst\u00e4ndigen. Ich hatte einmal bei einer Zeitung, die mir sehr wohlgewogen ist und deren Redakteure eigentlich sehr verl\u00e4\u00dflich sind, einen Artikel ver\u00f6ffentlicht. Darin tauchte der Name des bedeutenden polnischen Marxisten Adam Schaff auf. Der verantwortliche Redakteur hatte in der Regel, wenn Namen auftauchten, immer versucht, sie mit einem anderen Begriff n\u00e4her zu charakterisieren. Und so erschien als Attribut f\u00fcr Adam Schaff die Bezeichnung &#8222;demokratischer Sozialist&#8220;. Wahrscheinlich steht dies so in einem Wikipedia-Artikel, den er zu Rate gezogen hat, aber das ist nat\u00fcrlich eine ganz elementare Falschmeldung. Adam Schaff ist jemand gewesen, der bis an sein Lebensende stolz darauf war und in dem tragischen Bewu\u00dftsein gelebt hat, da\u00df er zu den 99 Kommunisten geh\u00f6rte, die sowohl Stalin als auch Hitler \u00fcberlebt hatten. Einen solchen Mann als &#8222;demokratischen Sozialisten&#8220; zu bezeichnen, grenzt fast schon an eine Denunziation, weil wir wissen, wie dieser Begriff heute verwandt wird. Aber das ist typisch und ein Indiz f\u00fcr unsere wissensgesellschaftlichen Zust\u00e4nde, wo, ohne da\u00df es jemand merkt, solche Manipulationen m\u00f6glich sind.<\/p>\n<p>SB: Die Gewerkschaften nehmen beim Thema Industrie 4.0 gerne die Haltung ein, zum einen nicht auf die damit einhergehenden Chancen verzichten und zum anderen daf\u00fcr zu sorgen zu wollen, da\u00df die Entwicklung der Arbeit nicht zum Nachteil der Lohnabh\u00e4ngigen verl\u00e4uft. Wie erkl\u00e4rt sich diese ambivalente Position?<\/p>\n<p>WS: Sie sagen gerne, wir wollen objektiv sein. Die Kollegen, und hier rede ich von den F\u00fchrungsetagen der Gewerkschaften, weisen durchaus auf die Gefahren der Digitalisierung hin, aber im gleichen Atemzug hei\u00dft es, es bietet auch neue Chancen. Wir k\u00f6nnten uns jetzt f\u00fcnf Stunden \u00fcber die Gefahren unterhalten, gro\u00dfe Chancen habe ich bisher trotz intensiver Besch\u00e4ftigung nicht entdeckt. Im zweiten oder dritten Satz sagen dann die Gewerkschaftskollegen, da\u00df sie die Gefahren genau im Blick haben, und sollte sich eine Gefahr n\u00e4hern, werden sie wie Jung-Siegfried gleich das Schwert ziehen. Ja, doch dann wundere ich mich, warum sie bisher in ihrem Beritt nichts gegen die Digitalisierung gemacht haben, wenn sie sich zum Nachteil der Besch\u00e4ftigten auswirkt.<\/p>\n<p>Bekannterma\u00dfen ist der Kollege Bsirske von ver.\u200bdi f\u00fcr die Superm\u00e4rkte zust\u00e4ndig, wo die Digitalisierung an den Kassen schon lange Realit\u00e4t ist. Jeder Handschlag der Kassiererin, jede ihrer Mimiken wird kontrolliert. Schon heute werden in den Logistikzentren, nicht nur bei Amazon, die Mitarbeiter zu Maschinenmenschen degradiert, sie tragen den Computer am K\u00f6rper, der ihnen sagt, gehe in den Gang D, aber nimm die Abk\u00fcrzung durch dieses Schlupfloch zwischen den Regalen E und F. Der Computer registriert den k\u00fcrzesten Weg und jeden Handgriff darauf, ob er in der optimalen und vorgeschriebenen Form abl\u00e4uft. Und genau genommen ist jede Bewegung vorgeschrieben. Das hei\u00dft, die Digitalisierung ist in ihrer gr\u00e4\u00dflichsten Form schon Realit\u00e4t, aber dennoch ist der Gipfel noch lange nicht erreicht.<\/p>\n<p>Jetzt f\u00fchren sie diese sogenannten Google-Brillen ein, auf deren Innenfl\u00e4chen die Informationen projiziert werden. So werden die Direktiven und Imperative den Pickern, so hei\u00dfen die Leute, die in den Lagern arbeiten, vermittelt. Interessanterweise droht dort, wo die menschliche Arbeitskraft noch billig ist, keine Automatisierung, denn Lager zu automatisieren ist wie bei Amazon, wo es sehr unterschiedliche Packungsgr\u00f6\u00dfen gibt, sehr schwierig. Es sieht so aus, da\u00df hier noch f\u00fcr eine lange Zeit menschliche Arbeitskraft ben\u00f6tigt wird. F\u00fcr diese Arbeitspl\u00e4tze, und das ist ganz wichtig in diesem Zusammenhang, hat sich auch die Schr\u00f6dersche Agendapolitik g\u00fcnstig ausgewirkt, bei der es weniger um die Einsparungen durch die K\u00fcrzung der Sozialleistungen geht, als vielmehr um die Gefahr, da\u00df jemand, der eine l\u00e4ngere Zeit arbeitslos war, ins komplette soziale Abseits f\u00e4llt und dann bereit ist, solche prek\u00e4ren Arbeitspl\u00e4tze anzunehmen. HighTech-Kapitalismus definiert sich dadurch, da\u00df tats\u00e4chlich ein kleiner Teil von hochqualifizierten Arbeitspl\u00e4tzen neu entsteht, wir es aber mit einer Vielzahl dieser prek\u00e4ren Arbeitsverh\u00e4ltnisse zu tun haben, deren Preis durch die Konterreformen der Schr\u00f6ders und Fischers abgesenkt worden ist. Das Verh\u00e4ltnis von hochqualifizierter und dequalifizierter Arbeit l\u00e4\u00dft sich sehr gut bei Amazon veranschaulichen, die weltweit 100.000 Lagerarbeiter und vielleicht 5-, 8- oder 10.000 qualifiziertes Personal haben. Hinzu kommen noch mindestens 150.000 Auslieferungsfahrer, so da\u00df eine viertel Million Menschen im extrem prek\u00e4ren Bereich einigen tausend Leuten mit anspruchsvollen Berufsprofilen gegen\u00fcberstehen.<\/p>\n<p>SB: Wenn der Preis der Arbeit durch die Verbilligung der Maschinen und dadurch, da\u00df die Robotisierung sich mehr und mehr durchsetzt, immer weiter in den Keller geht, an welcher Stelle wird dann das Problem der schwindenden Mehrwertabsch\u00f6pfung relevant?<\/p>\n<p>WS: Das ist eine sehr komplizierte Frage. Nun wird die Arbeit schon seit 200 Jahren rationalisiert. Bei Marx hei\u00dft es, in dem Ma\u00dfe, wie die gesellschaftlich notwendige Arbeit durch Rationalisierung abnimmt, schafft der Kapitalismus \u00fcberfl\u00fcssige Arbeit. Wenn man ein Auto nach dem Standard von vor 20 Jahren bauen w\u00fcrde, k\u00f6nnte man tats\u00e4chlich zwei Drittel aller heutigen Arbeitspl\u00e4tze streichen, denn die Autos werden immer komplizierter. Heute werden bis zu 4000 Komponenten in ein Auto eingebaut, so da\u00df gerade in der Automobilindustrie, die einen sehr hohen Innovations- und Rationalisierungsgrad hat, in den letzten Jahren keine Arbeitspl\u00e4tze abgebaut worden sind. Hinsichtlich der allgemeinen Arbeitsplatzbilanz sieht es so aus, da\u00df sicherlich ganz schmerzhafte Ver\u00e4nderungen in der Arbeitswelt stattfinden werden, aber im Gegenzug neue, und zwar in der Regel prek\u00e4re Arbeitspl\u00e4tze entstehen, denn auch die hochtechnisierte Produktion braucht die menschliche Zuarbeit.<\/p>\n<p>In welchem Ma\u00dfe neue Arbeitspl\u00e4tze geschaffen werden, wird bei Amazon und \u00fcberhaupt im ganzen Versandhandel \u00fcberdeutlich. Wir haben eine bestehende Infrastruktur \u00fcber Gro\u00df- und Einzelhandel, die alle gesellschaftlichen Bed\u00fcrfnisse befriedigt, aber jetzt entsteht ein vollkommen neues Vertriebssystem. Das alte minimiert sich zwar, aber nicht in dem Ma\u00dfe, wie sich das neue entwickelt. Das ist ein typischer Mechanismus. Man m\u00fc\u00dfte sich f\u00fcr jede Branche genau anschauen, welche neuen Bet\u00e4tigungsfelder durch die technologische Entwicklung entstehen. Die Kollegen bei Amazon, die im Lager noch ohne Computer vor dem Bauch gearbeitet haben, litten unter R\u00fcckenproblemen und mu\u00dften zum Orthop\u00e4den. Die Leute, die jetzt die Brille kriegen, werden in sp\u00e4testens f\u00fcnf Jahren zum Psychiater gehen m\u00fcssen, aber es werden nicht soviele Arbeitspsychiater in Lohn und Brot gesetzt, wie durch die Rationalisierung in diesem konkreten Fall an Arbeitskr\u00e4ften eingespart wird, aber der Reparaturbetrieb wird insgesamt ausgeweitet.<\/p>\n<p>Ein anderes Beispiel dazu, das etwas konkreter ist: Wer regelm\u00e4\u00dfig mit dem Zug f\u00e4hrt, wird im letzten halben Jahr gemerkt haben, da\u00df Versp\u00e4tungen zunehmen. Warum? Weil die Bahn die Monteure in den Z\u00fcgen eingespart hat. Bei den Intercities sind fr\u00fcher immer Monteure mitgefahren. Selbst wenn jetzt nur eine Sicherung herausgesprungen ist, darf der Lokomotivf\u00fchrer nicht an den Schaltkasten gehen und den Schalter umlegen. Das hei\u00dft, der Zug bleibt mitten auf dem Gleis stehen. Wenn sie jetzt auch noch den Lokomotivf\u00fchrer einsparen, dann kommen sie nicht umhin, damit \u00fcberhaupt noch jemand zur Fehlerregistrierung im Zug ist, den Elektromonteur wieder einzustellen. Es ist geradezu typisch, wie hier Ersparnisse durch zus\u00e4tzliche Kosten kompensiert werden.<\/p>\n<p>Generell werden bei Automatisierungsprozessen die Zusatzkosten untersch\u00e4tzt, die durch den Einsatz aufwendiger Software-Produkte entstehen, weil Software ja permanent erneuert wird. Es geh\u00f6rt \u00fcbrigens zu den Illusionen \u00fcber die Computerisierung, da\u00df selbst in kritischen Situationen noch dieser dumme Satz von der neuen \u00f6konomischen Grundlage verbreitet wird, n\u00e4mlich da\u00df durch den besonderen Charakter dieser Produkte eine unendliche Verwertung m\u00f6glich ist. Das ist der gr\u00f6\u00dfte Unsinn und hebt keineswegs die G\u00fcltigkeit des Wertgesetzes auf.<\/p>\n<p>Eine Software, die heute entwickelt wird, war gestern schon \u00fcberholt, so da\u00df man permanent Updates machen mu\u00df. Bei der gro\u00dfen Software-Schmiede SAP hatte man fr\u00fcher einen Produktionsrhythmus von zwei Jahren gehabt. Mittlerweile ist man bei einem Jahr angekommen und stellt jetzt auf einen dreimonatigen Wechsel um. Das bedeutet, da\u00df hier permanent nachgearbeitet werden mu\u00df, und das spielt nat\u00fcrlich bei der Mehrwertfrage mit hinein. Auch in der weichen Software-\u00d6konomie spielt die lebendige Arbeit eine ganz gro\u00dfe Rolle, die sogar noch zunehmen wird.<\/p>\n<p>SB: Werner, vielen Dank f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n<p><em>Interview vom 6. November 2016<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/schattenblick.de\/infopool\/d-brille\/report\/dbri0085.html\">schattenblick&#8230;<\/a> vom 6. Juli 2017<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Berichte und Interviews zur eKG (E-Card) im Schattenblick:<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/medizin\/ip_medizin_report_bericht.shtml\">http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/medizin\/ip_medizin_report_bericht.shtml<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/medizin\/ip_medizin_report_interview.shtml\">http:\/\/www.schattenblick.de\/infopool\/medizin\/ip_medizin_report_interview.shtml<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Werner Seppmann (Hrsg.): \u00c4sthetik der Unterwerfung &#8211; Das Beispiel Documenta<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Das Elend der Philosophie&#8220; &#8211; unter diesem Titel seines demn\u00e4chst erscheinenden Buches \u00fcber Louis Althusser setzte sich der marxistische Sozialwissenschaftler und Philosoph Werner Seppmann auf der Linken<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[87,18,13,45,22],"class_list":["post-2313","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-arbeitswelt","tag-imperialismus","tag-marx","tag-neoliberalismus","tag-politische-oekonomie"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2313","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2313"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2313\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2314,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2313\/revisions\/2314"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2313"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2313"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2313"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}