{"id":2627,"date":"2017-10-21T08:52:32","date_gmt":"2017-10-21T06:52:32","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2627"},"modified":"2017-11-10T16:02:05","modified_gmt":"2017-11-10T14:02:05","slug":"ernest-mandel-der-kurs-der-bolschewik-eine-kritische-analyse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2627","title":{"rendered":"Ernest Mandel: Der Kurs der Bolschewiki \u2013 eine kritische Analyse"},"content":{"rendered":"<p><strong><em>In seinem Buch \u00fcber die Russische Revolution setzt sich Ernest Mandel mit den g\u00e4ngigen Legenden, aber auch mit der ernstzunehmenden Kritik an der Politik der Bolschewiki auseinander. <\/em><\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong><em>Der folgende Text wurde dem Buch Oktober 1917: Staatsstreich oder soziale Revolution von Ernest Mandel \u2013 1. Aufl. \u2013 K\u00f6ln: ISP, 1992 entnommen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Oktoberrevolution war im Wesentlichen das Produkt der objektiven gesellschaftlichen Widerspr\u00fcche, die eine nicht mehr zu unterdr\u00fcckende explosive Dynamik angenommen hatten, sowie der Entwicklung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse zwischen Klassen und sozialen Schichten, die in diesem Umfeld agierten. Sie war auch Ergebnis der T\u00e4tigkeit der bolschewistischen Partei, die darauf gerichtet war, diese Knoten von Widerspr\u00fcchen im Interesse der werkt\u00e4tigen Massen und des internationalen Proletariats aufzul\u00f6sen. Doch ist im Lichte der sp\u00e4teren Entwicklung Sowjetrusslands und der UdSSR die Frage zu stellen, ob nicht bestimmte politische Ma\u00dfnahmen, die die bolschewistische Partei nach der \u00dcbernahme der Macht ergriffen hat, den Prozess der b\u00fcrokratischen Entartung des ersten Arbeiterstaates beg\u00fcnstigt haben.<\/p>\n<p>Diese b\u00fcrokratische Entartung in den Jahren 1920\/1930 ist durch den Kurs der Partei sicherlich nicht eingeleitet oder grunds\u00e4tzlich verursacht worden. Auch diese Partei hat ihre Wurzeln in den objektiven Widerspr\u00fcchen der sowjetischen Gesellschaft und in der damaligen internationalen Lage. Doch haben auch die Beschl\u00fcsse und die konkreten Verhaltensweisen der bolschewistischen Partei \u2013 oder der verschiedenen Bestandteile ihrer F\u00fchrung \u2013 zu bestimmten Zeitpunkten und bezogen auf bestimmte Probleme ihre Auswirkung auf den Prozess der B\u00fcrokratisierung des Regimes gehabt. Wir m\u00fcssen also versuchen zu verstehen, welche Fehler begangen worden sind.<\/p>\n<p><strong>Das Verbot der Sowjetparteien <\/strong><\/p>\n<p>Der schlimmste dieser Fehler war das Verbot der Sowjetparteien zum selben Zeitpunkt, als die revolution\u00e4re Macht den B\u00fcrgerkrieg von 1918-1920 endg\u00fcltig gewonnen hatte. Obwohl Trotzki wenig zu Selbstkritik in Bezug auf Entscheidungen der F\u00fchrung und der Regierung neigte, deren einflussreichstes Mitglied er nach Lenin war, hat er hierzu zwei explizite Wertungen formuliert. 1936 schrieb er:<\/p>\n<p><em>\u00abDas Verbot der Oppositionsparteien zog das Verbot der Fraktionen [in der bolschewistischen Partei \u2013 E. M.] nach sich; das Fraktionsverbot m\u00fcndete in das Verbot, anders zu denken als der unfehlbare F\u00fchrer. Der polizeiliche Monolithismus der Partei brachte die b\u00fcrokratische Straflosigkeit mit sich, die zur Quelle aller Spielarten von Z\u00fcgellosigkeit und Zersetzung wurde.\u00bb<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\"><strong>[i]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Zwei Jahre sp\u00e4ter sprach er sich im <em>\u00dcbergangsprogramm<\/em>, das er 1938 f\u00fcr die Gr\u00fcndungskonferenz der IV. Internationale verfasste, ausdr\u00fccklich f\u00fcr ein Mehrparteiensystem aus:<\/p>\n<p>\u00ab<em>Die Demokratisierung der Sowjets ist undurchf\u00fchrbar ohne die Zulassung von sowjetischen Parteien. Die Arbeiter und Bauern selbst werden durch ihre freie Stimmabgabe zeigen, welche Parteien sowjetisch sind.\u00bb<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\"><strong>[ii]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Es ist nicht zu bestreiten, dass die Arbeiter und Arbeiterinnen die Menschewiki 1920 als eine Sowjetpartei betrachteten, denn diese erhielten nicht wenige Abgeordnete, vor allem in Charkow und Moskau. Dieselbe Feststellung gilt f\u00fcr die Anarchisten. Das Verbot der Sowjetparteien ebenso wie das Verbot der Fraktionen innerhalb der Regierungspartei, das ihm logischerweise folgte (denn jede Fraktion ist nat\u00fcrlich potentiell eine andere politische Partei) waren zweifelsohne als provisorische Ma\u00dfnahmen gedacht, die an besondere Umst\u00e4nde gebunden waren und demzufolge beseitigt werden sollten, wenn die objektive Situation sich verbessert h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Man muss sich nat\u00fcrlich fragen, welche bestimmten Folgen diese bestimmten Beschl\u00fcsse hatten, die zu einer bestimmten Zeit verwirklicht wurden. Aber man muss auch eine andere Frage aufwerfen, die sich hiervon unterscheidet und die eine allgemeinere Tragweite hat: Welche Konsequenzen hatten die Theorien, die aufgestellt wurden, um solche Verbote, selbst wenn sie zeitbedingt sein sollten, zu rechtfertigen? Wir sind der Auffassung, dass diese theoretischen Rechtfertigungen auf l\u00e4ngere Sicht viel mehr Schaden angerichtet haben als die Ma\u00dfnahmen selbst \u2013 und dass sie auch heute weiterhin Schaden anstiften.<\/p>\n<p><strong>Die Gefahr des Substitutionalismus <\/strong><\/p>\n<p>Das Verbot der Sowjetparteien beruht auf einer substitutionalistischen Konzeption des Aufbaus des Sozialismus \u2013 und der sozialistischen\/ kommunistischen Politik im Allgemeinen. Einer Konzeption also, die Trotzki (mit Ausnahme seiner \u201eschwarzen Jahre\u201c 1920\/1921)<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> immer verurteilt und auch Lenin w\u00e4hrend eines gro\u00dfen Teils seines Lebens bek\u00e4mpft hat. Nach dieser Konzeption sei das Proletariat in seiner Mehrheit zu wenig bewusst, um ein Land regieren zu k\u00f6nnen (die Sozialdemokraten sind der gleichen Ansicht und f\u00fcgen sogar hinzu: um eine Gewerkschaft f\u00fchren zu k\u00f6nnen). Sp\u00e4ter wurde ein neues Argument vorgebracht: die Deklassierung und die Korruption (unter anderem mittels kolonialer Extraprofite) der Arbeiterklasse.<\/p>\n<p>Dieser Ausgangspunkt f\u00fchrt sehr schnell zu der Schlussfolgerung, die Partei habe anstelle der wirklich existierenden Arbeiterklasse zu regieren. Dann sind der Apparat der Partei bzw. ihre F\u00fchrung bzw. ihr \u201eunfehlbarer F\u00fchrer\u201c die entscheidenden Instrumente, um die Gesellschaft zu ver\u00e4ndern. Stalin hat den wirklichen Gehalt des Substitutionalismus in einer Formel gefasst, die nicht eindeutiger sein k\u00f6nnte: \u201eDie Kader entscheiden alles.\u201c Die substitutionalistische Lehre der Partei n\u00e4hrt \u2013 selbst dann, wenn es nicht zu den schlimmsten Exzessen und Verbrechen des Stalinismus kommt, \u2013 eine vertikalistische, etatistische, paternalistische und autorit\u00e4re Konzeption der Macht. Gewiss kann man sie mit einer Vielzahl von einschr\u00e4nkenden Klauseln versehen: Die Partei (die Parteif\u00fchrung) regiert anstelle der Arbeiterklasse, st\u00fctzt sich jedoch auf sie, mobilisiert sie, ist empf\u00e4nglich f\u00fcr ihre Reaktionen, korrigiert ihre eigenen Fehler im Lichte der Praxis usw. Aber all dies ver\u00e4ndert die grundlegende Haltung um keinen Deut.<\/p>\n<p>Nicht die Arbeiterklasse regiert, nicht sie fasst demokratisch die Beschl\u00fcsse. An ihrer Stelle leitet eine kleine Minderheit. Unter solchen Bedingungen sind die Sowjets mindestens eines lebenswichtigen Bestandteils dessen beraubt, was ihren Inhalt ausmacht. Zur Not k\u00f6nnen sie als wirksames Kampfinstrument gegen den Klassenfeind dienen. Aber sie sichern nicht mehr die direkte Aus\u00fcbung der Macht durch das Proletariat und (oder) die werkt\u00e4tigen Massen in ihrer Gesamtheit. Ohne ein wirkliches, praktisch vorhandenes Mehrparteiensystem k\u00f6nnen die Sowjets nicht wirklich demokratisch sein. Sie k\u00f6nnen n\u00e4mlich nicht wirklich zwischen verschiedenen Alternativen in Wirtschafts-, Sozial-, Kulturpolitik usw. entscheiden. In dem Ma\u00dfe wie die Beseitigung der Sowjetdemokratie repressive Aspekte annimmt, zielt diese Repression nicht mehr allein auf die kleine, mittlere und Gro\u00dfbourgeoisie; sie trifft auch die Arbeiterklasse. Man kann sogar sagen: Je zahlreicher das Proletariat ist und je mehr es sozial die Hegemonie innehat, desto mehr zielt die Repression praktisch auf sie ab.<\/p>\n<p>Eine derartige Konzeption, ein derartiger politischer Kurs stehen im Gegensatz zu dem, was den Hauptbeitrag von Marx zur sozialistischen Theorie (sowie zur Theorie der revolution\u00e4ren Organisation) darstellt: die Idee der Selbstbefreiung und der zunehmenden Selbstorganisation des Proletariats. Die Emanzipation der Arbeiterinnen und Arbeiter wird das Werk der Arbeiterinnen und Arbeiter selbst sein \u2013 und nicht von Gewerkschaften, Parteien, Regierungen oder Staaten. Diese sind unentbehrliche Instrumente im historischen Prozess. Aber nie k\u00f6nnen sie an die Stelle der eigenst\u00e4ndigen T\u00e4tigkeit der Lohnarbeiter und Lohnarbeiterinnen und der anderen ausgebeuteten oder unterdr\u00fcckten Schichten treten. Die grundlegende emanzipatorische Rolle dieser Selbstt\u00e4tigkeit darf nicht \u00fcbergangen werden.<\/p>\n<p>Es hie\u00dfe die Rolle der materiellen und sozialen Interessen als Triebkraft in der Geschichte verkennen, wollte man annehmen, die substitutionalistische Ideologie habe die Hydra der B\u00fcrokratisierung geschaffen. Vielmehr hat die Existenz der Arbeiterb\u00fcrokratie die Ideologie des Substitutionalismus hervorgebracht. Nachdem sie einmal entstanden war, hat diese Ideologie jedoch ihrerseits den objektiven Prozess der B\u00fcrokratisierung gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p><strong>Rosa Luxemburgs Standpunkt <\/strong><\/p>\n<p>Das hatte Rosa Luxemburg verstanden, als sie die bolschewistischen F\u00fchrer in ihren ersten Kommentaren zur russischen Revolution vor dieser Gefahr warnte: \u00ab<em>Aber mit dem Erdr\u00fccken des politischen Lebens im ganzen Lande mu\u00df auch das Leben in den Sowjets immer mehr erlahmen. Ohne allgemeine Wahlen, ungehemmte Presse- und Versammlungsfreiheit, freien Meinungskampf erstirbt das Leben in jeder \u00f6ffentlichen Institution, wird zum Scheinleben, in der die B\u00fcrokratie allein das t\u00e4tige Element bleibt.\u00bb<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\"><strong>[iv]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>In dieser Aussage von Luxemburg wird der Zustand des \u00f6ffentlichen Lebens im Russland von 1918 nicht zutreffend beschrieben. Es gab damals eine Vielfalt und eine sehr lebendige Debatte um politische Ideen, einschlie\u00dflich legaler oder quasi-legaler T\u00e4tigkeit zahlreicher Organisationen. Rosa hat ihre Brosch\u00fcre im Gef\u00e4ngnis verfasst und verf\u00fcgte nicht \u00fcber hinreichende Informationen. Aber sie stellt hier eine prophetische und bemerkenswerte kritische Diagnose der l\u00e4ngerfristigen Entwicklungstendenzen, vor allem ab 1920\/1921. Diese schon im Sommer 1918 formuliert zu haben \u2013 \u00ab<em>die B\u00fcrokratie allein bleibt das aktive Element<\/em>\u00bb \u2013 zeugt von au\u00dfergew\u00f6hnlichem Scharfsinn und au\u00dfergew\u00f6hnlicher F\u00e4higkeit zu theoretischer Analyse. Wir meinen, dass Rosa ebenso recht hatte, als sie schrieb:<\/p>\n<p>\u00ab<em>Der Grundfehler der Lenin-Trotzkischen Theorie ist eben der, dass sie die Diktatur, genau wie Kautsky, der Demokratie entgegenstellen. (&#8230;) Dieser entscheidet sich nat\u00fcrlich f\u00fcr die Demokratie, und zwar f\u00fcr die b\u00fcrgerliche Demokratie (&#8230;). Lenin-Trotzki entscheiden sich umgekehrt f\u00fcr die Diktatur [des Proletariats, E. M.] im Gegensatz zur Demokratie (&#8230;). Es ist die historische Aufgabe des Proletariats, wenn es zur Macht gelangt, anstelle der b\u00fcrgerlichen Demokratie sozialistische Demokratie zu schaffen, nicht jegliche Demokratie abzuschaffen. Sozialistische Demokratie beginnt nicht erst im gelobten Lande, wenn der Unterbau der sozialistischen Wirtschaft geschaffen ist, als fertiges Weihnachtsgeschenk f\u00fcr das brave Volk, das inzwischen treu die Handvoll sozialistischer Diktatoren unterst\u00fctzt hat. Sozialistische Demokratie beginnt zugleich mit dem Abbau der [b\u00fcrgerlichen, E. M.] Klassenherrschaft und dem Aufbau des Sozialismus. Sie beginnt mit dem Moment der Machteroberung durch die sozialistische Partei. Sie ist nichts anderes als Diktatur des Proletariats. Jawohl: Diktatur! Aber diese Diktatur besteht in der Art der Verwendung der Demokratie, nicht in ihrer Abschaffung, in energischen, entschlossenen Eingriffen in die wohlerworbenen Rechte und wirtschaftlichen Verh\u00e4ltnisse der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, ohne welche sich die sozialistische Umw\u00e4lzung nicht vollziehen l\u00e4sst. Aber diese Diktatur muss das Werk der Klasse und nicht einer kleinen, f\u00fchrenden Minderheit im Namen der Klasse sein, d.h., sie muss auf Schritt und Tritt aus der aktiven Teilnahme der Massen hervorgehen, unter ihrer unmittelbaren Beeinflussung stehen, der Kontrolle der gesamten \u00d6ffentlichkeit unterstehen, aus der wachsenden politischen Schulung der Volksmassen hervorgehen.<\/em>\u00bb<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a><\/p>\n<p>Rosa Luxemburg zeigt in derselben Brosch\u00fcre bei ihrer Kritik an den Orientierungen der bolschewistischen Partei und der Sowjetmacht in Hinsicht auf die Nationalit\u00e4ten- und die Bauernfrage weitaus weniger Scharfsinn. Hierzu bezieht sie dogmatische Standpunkte, die weder den politischen noch den \u00f6konomischen Notwendigkeiten, sowohl aktueller als auch historischer Art (f\u00fcr die \u00dcbergangsperiode) Rechnung tragen. Sie kritisiert die zentralen Losungen des Selbstbestimmungsrechts und der Verteilung des Bodens \u2013 in der Agrarreform \u2013 an diejenigen, die ihn bearbeiten, als \u201ekleinb\u00fcrgerlich\u201c und opportunistisch.<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> H\u00e4tten die Bolschewiki sich dem Wunsch nach Selbstbestimmung der gewaltsam ins Zarenreich integrierten V\u00f6lker entgegengestellt, h\u00e4tten sie sich dem Landhunger der gro\u00dfen Mehrheit der Bauern und B\u00e4uerinnen entgegengestellt, h\u00e4tten sie zwangsl\u00e4ufig die Macht verloren. Was sich nach 1928 in der UdSSR ereignet hat und was sich gegenw\u00e4rtig dort ereignet, best\u00e4tigt diese Aussage auf tragische Weise. Wenn die bolschewistische F\u00fchrung und die bolschewistischen Kader auf diesem Gebiet \u201eges\u00fcndigt\u201c haben \u2212 Lenin und Trotzki merklich weniger als andere \u2212, dann vielmehr aus linkem Sektierertum heraus und nicht durch ein \u00dcberma\u00df an Opportunismus. Das Argument der \u00abParallelen\u00bb zu Kautskys Gedankeng\u00e4ngen l\u00e4sst sich im \u00dcbrigen gegen Rosa kehren. Denn auch Kautsky klagt Lenin und Trotzki des Opportunismus gegen\u00fcber den Bauern an.<\/p>\n<p><strong>Das Arbeiter- und Bauern-B\u00fcndnis und der Kriegskommunismus <\/strong><\/p>\n<p>Es ist schwierig zu beurteilen, inwieweit die Politik der Beschlagnahme des Getreides durch die belagerte Sowjetmacht in den Jahren 1918 bis 1920 \u2013 des sogenannten \u00ab<em>Kriegskommunismus<\/em>\u00bb \u2013 zumindest in einem gewissen Ma\u00dfe unvermeidlich war. Aber es steht fest, dass sie das Arbeiter- und Bauern-B\u00fcndnis, also eben die Grundlage der Sowjetmacht, immer mehr zu sprengen drohte. Es ist ebenso gewiss, dass sie zu einem immer deutlicheren R\u00fcckgang der Produktivkr\u00e4fte, vor allem der Nahrungsmittelproduktion, f\u00fchrte, durch den die gesamte russische Wirtschaft zusammenzubrechen drohte. Die landwirtschaftliche Produktion, haupts\u00e4chlich von Getreide, war um fast 30 % gesunken, der Pferdebestand um 25 %, der Rinderbestand um 20 %, der Schweinebestand um 28 %, die Industrieproduktion um fast 60 %. Im Austausch f\u00fcr die gleiche Menge Getreide erhielt der Bauer nur noch 5 % der Industrieprodukte, die er 1917\/1918 daf\u00fcr erhalten hatte. Daher seine Weigerung, Getreide gegen praktisch wertloses Geld zu verkaufen. Daher die Notwendigkeit, das Getreide zu beschlagnahmen. Daraus folgte aber auch ein absoluter R\u00fcckgang des Anbaus von Getreide und nicht nur einfach ein Zur\u00fcckziehen der Bauern auf die Subsistenzproduktion. Und wenn die Getreideproduktion sank, gab es auf die Dauer immer weniger zu beschlagnahmen. Daraus folgte eine allgemeine Tendenz zur Spekulation und zum Schwarzmarkt, wodurch vor allem die \u00e4rmsten Schichten benachteiligt waren.<\/p>\n<p>Trotzki, w\u00e4hrend des B\u00fcrgerkriegs Oberkommandierender der Roten Armee, befand sich an der Spitze einer Armee, die haupts\u00e4chlich aus Millionen von Bauern bestand. Er reiste st\u00e4ndig durch das ganze riesige Land. Deshalb erkannte er besser als Lenin und die anderen Parteif\u00fchrer die Tagessorgen der Bauernschaft. Er hatte folglich ein Jahr vor Lenin die Aufgabe des \u00ab<em>Kriegskommunismus<\/em>\u00bb zugunsten der fr\u00fchzeitigen Aufnahme einer geschmeidigeren Politik, einer \u00ab<em>Neuen \u00d6konomischen Politik<\/em>\u00bb (NEP) vorgeschlagen. Zu diesem Zeitpunkt stie\u00df er auf den Widerstand von Lenin und der Mehrheit der F\u00fchrung.<a href=\"#_edn7\" name=\"_ednref7\">[vii]<\/a><\/p>\n<p>Wir stimmen in dieser Frage der Einsch\u00e4tzung des sowjetischen Historikers Roy Medwedjew zu, f\u00fcr den der Versuch, nach dem Ende des B\u00fcrgerkrieges die Politik der Beschlagnahme von Getreide fortzusetzen, die soziale Krise von 1921 ausl\u00f6ste \u2013 den Aufstand von Kronstadt eingeschlossen.<a href=\"#_edn8\" name=\"_ednref8\">[viii]<\/a> Dies war ein schwerer Fehler, der teuer zu stehen kam. Unter dem \u00ab<em>Kriegskommunismus<\/em>\u00bb ist das Proletariat nicht nur numerisch, sondern auch physisch und moralisch geschw\u00e4cht worden. 1921 erhielten die Produzenten und Produzentinnen in der Industrie nur 30 % der Kalorien, die sie 1913\/1914 verbraucht hatten, und weniger als die H\u00e4lfte des Verbrauchs von 1916\/1917. Dies brachte einen tiefen R\u00fcckgang der Arbeitsproduktivit\u00e4t mit sich, die W. H. Chamberlin f\u00fcr das Jahr 1920 auf 26 % des Niveaus von 1913 sch\u00e4tzt.<a href=\"#_edn9\" name=\"_ednref9\">[ix]<\/a><\/p>\n<p>Manche haben die Politik des \u201eKriegskommunismus\u201c idealisiert, wobei sie den \u00dcbergang zu \u00ab<em>unmittelbar kommunistischen<\/em>\u00bb Produktions- und Verteilungsformen hervorhoben. Leo Krizman, dessen Buch wir die soeben zitierten statistischen Angaben entnommen haben, spricht in diesem Zusammenhang von der \u00ab<em>heroischen Periode der Gro\u00dfen Russischen Revolution<\/em>\u00bb.<a href=\"#_edn10\" name=\"_ednref10\">[x]<\/a> Viele der bolschewistischen F\u00fchrer haben sich das teilweise zu eigen gemacht. Sie haben aus der Not eine Tugend gemacht und die Zw\u00e4nge, die dem Mangel und der Rationierung geschuldet waren, theoretisiert. Sie idealisierten die R\u00fcckkehr zur \u00ab<em>Naturalwirtschaft\u00bb<\/em> (genauer zu einer Wirtschaft mit den drei Sektoren Subsistenz-, Tausch und Geldwirtschaft). Die gesamte marxistische Tradition und der gesamte Verstand des Proletariats sprechen jedoch gegen diesen \u00ab<em>Kommunismus des Elends<\/em>\u00bb, m\u00f6gen auch die sehr egalit\u00e4ren \u00ab<em>Modelle<\/em>\u00bb, die zu dieser Zeit ausgearbeitet und angewandt wurden, (f\u00fcr die Zukunft!) sympathisch und anregend gewesen sein.<a href=\"#_edn11\" name=\"_ednref11\">[xi]<\/a> Dieses \u201eModell\u201c hat keinerlei Dynamik ausgel\u00f6st, die in der Lage gewesen w\u00e4re, das Land aus der wachsenden Hungersnot zu f\u00fchren. Und es hat in den K\u00f6pfen eine Verwirrung gestiftet, an die Stalin in den Jahren 1928 bis 1934 in zynischer Weise ankn\u00fcpfen konnte.<\/p>\n<p><strong>Die Frage der Friedensverhandlungen <\/strong><\/p>\n<p>Der B\u00fcrgerkrieg und der Interventionskrieg der imperialistischen M\u00e4chte, vor allem des deutschen Imperialismus, gegen das Russland der Sowjets erkl\u00e4ren den Ursprung und die Abweichungen des \u00ab<em>Kriegskommunismus<\/em>\u00bb zum Teil. Aber wir ber\u00fchren hier einen anderen gro\u00dfen Fehler, den die Mehrheit der bolschewistischen F\u00fchrer und Kader w\u00e4hrend der Verhandlungen von Brest-Litowsk begangen hat \u2013 mit der bemerkenswerten Ausnahme von Lenin, der zu diesem Zeitpunkt den H\u00f6hepunkt seines politischen Scharfsinns erreichte: Wir meinen den versp\u00e4teten Abschluss des Separatfriedens mit den Mittelm\u00e4chten.<\/p>\n<p>Es gab einen entscheidenden Unterschied zwischen den Friedensbedingungen, die diese M\u00e4chte w\u00e4hrend der ersten Phase der Verhandlungen von Brest-Litowsk, die im Dezember 1917 begannen, vorschlugen, und den Bedingungen, die sie nach der Unterbrechung der Verhandlungen durch die Sowjets und der Wiederaufnahme des Vormarsches der deutschen Armee durchsetzten. Die ersteren waren f\u00fcr einen guten Teil der \u00f6ffentlichen Meinung der Arbeiterklasse und des st\u00e4dtischen Kleinb\u00fcrgertums noch annehmbar. Die zweiten wurden weithin als nationale Dem\u00fctigung und Verrat an den Interessen des Proletariats Sowjetrusslands und des internationalen Proletariats empfunden. Au\u00dferdem schlossen sie die Kontrolle der Ukraine durch das kaiserliche Deutschland und die Unterdr\u00fcckung der ukrainischen Bauernbewegung ein. Daher waren die Reaktionen sehr heftig. Die Annahme dieser Bedingungen f\u00fchrte zum Zerbrechen der Koalition von Bolschewiki und linken Sozial-Revolution\u00e4ren. Sie sch\u00fcrte den B\u00fcrgerkrieg kr\u00e4ftig. Die Mehrheit des bolschewistischen Zentralkomitees und der Kader lehnte die rasche Unterzeichnung der Friedensbedingungen ab, die das Ergebnis der ersten Phase der Verhandlungen von Brest-Litowsk waren. Sie k\u00f6nnen \u2212 wie Trotzki f\u00fcr seine \u00abMittel\u00bb-Haltung: \u00ab<em>weder Krieg noch Frieden<\/em>\u00bb \u2013 zu ihren Gunsten die Tatsache anf\u00fchren, dass ihre Haltung dem Empfinden der Mehrheit der st\u00e4dtischen Bev\u00f6lkerung entsprach. Aber sie entsprach nicht dem Empfinden der Mehrheit der Landbev\u00f6lkerung, ganz zu schweigen von der Stimmung der Soldaten einer in voller Aufl\u00f6sung befindlichen Armee. Und vor allem er\u00f6ffnete sie keinerlei konkrete Alternative. Sofortiger Sturz der Herrschaft der Hohenzollern und der Habsburger? Wer konnte das garantieren? Sofortige Organisierung eines \u00abrevolution\u00e4ren Krieges\u00bb? Mit einer nicht vorhandenen Armee? Die Weigerung, sofort Frieden zu schlie\u00dfen, hatte als einziges Ergebnis zur Folge, dass die deutsche Armee neue recht wichtige Gebiete besetzen konnte, vor allem, dass die Ukraine mit ihren riesigen Reicht\u00fcmern der Sowjetrepublik entrissen wurde. Lenin hatte es Tag f\u00fcr Tag vorhergesagt. Wiederum ist festzustellen, dass der Preis, den die Revolution f\u00fcr diesen Fehler zahlen musste, sehr hoch war.<\/p>\n<p><strong>Der rote Terror <\/strong><\/p>\n<p>Die Frage des Terrors \u2013 und der Schaffung der Tscheka (der geheimen politischen Polizei) \u2013 ist eng mit den Konsequenzen aus dem Frieden von Brest-Litowsk verbunden. Beide sind nur im Lichte dieser Ereignisse zu verstehen. Die Frage des Terrors ist \u2013 unabh\u00e4ngig von unzul\u00e4ssigen Exzessen \u2013 weniger klar, als manche behaupten. Um das festzustellen, gen\u00fcgt es, sich die Erfahrung des spanischen B\u00fcrgerkrieges zu vergegenw\u00e4rtigen. Damals haben nicht nur die Stalinisten, sondern auch die Anarchisten und die Sozialdemokraten (die rechten, die \u00ab<em>in der Mitte stehenden<\/em>\u00bb, die linken alle miteinander) sowie viele autonome und nichtorganisierte Arbeitergruppen in betr\u00e4chtlichem Umfang Ma\u00dfnahmen des roten Terrors angewandt. Sie hatten keine andere Wahl. Wenn man es mit einem unbarmherzigen, m\u00f6rderischen, folternden Feind zu tun hat, der vor nichts zur\u00fcckschreckt, der Frauen und Kinder von politisch Aktiven als Geiseln nimmt, der massenhaft Kriegsgefangene und politische Gegner erschie\u00dft, dann muss man gewisse Vergeltungsma\u00dfnahmen treffen, um die Verluste einzuschr\u00e4nken. Das sagt einem der gesunde Menschenverstand. M\u00f6gen die Herren M\u00f6rder als erste aufh\u00f6ren, wenn sie es vermeiden m\u00f6chten, selbst einen hohen Preis f\u00fcr ihre Verbrechen zu zahlen. Es ist festzuhalten, dass Lenin sich nach der Oktoberrevolution darum bem\u00fcht hatte, dass nicht zum Terror gegriffen w\u00fcrde. Er erkl\u00e4rte insbesondere:<\/p>\n<p>\u00ab<em>Man wirft uns vor, da\u00df wir Verhaftungen vornehmen. Jawohl, wir nehmen Verhaftungen vor, und heute haben wir den Direktor der Staatsbank verhaftet. Man wirft uns vor, da\u00df wir Terror anwenden, aber einen Terror, wie ihn die franz\u00f6sischen Revolution\u00e4re anwandten, die waffenlose Menschen guillotinierten, wenden wir nicht an und werden wir, wie ich hoffe, nicht anwenden. Ich hoffe, wir werden ihn nicht anwenden, denn wir sind eine Macht. Als wir Verhaftungen vornahmen, sagten wir: wir lassen euch frei, wenn ihr unterschreibt, da\u00df ihr keine Sabotage treiben werdet. Und solche Unterschriften wurden gegeben.<\/em>\u00bb<a href=\"#_edn12\" name=\"_ednref12\">[xii]<\/a><\/p>\n<p>Nur verhielten sich die Konterrevolution\u00e4re trotz des urspr\u00fcnglichen Gro\u00dfmuts der Bolschewiki v\u00f6llig zynisch und skrupellos. Die Gener\u00e4le Krasnow, Kaledin und andere, die Offizierssch\u00fcler, die w\u00e4hrend des Oktoberaufstandes verhaftet worden waren, wurden unter dem Versprechen freigelassen, sie w\u00fcrden sich jeder Aktion gegen die Regierung enthalten. Sie haben ihr Wort sofort gebrochen, zu den Waffen gegriffen und den Tod von Tausenden von Arbeitern verursacht. Das Volk beging diesen Fehler einmal, zweimal, dann schlug es hart zur\u00fcck. Ist das erstaunlich? A. R. Williams berichtet von einer der besonders zynischen Handlungen der k\u00fcnftigen \u00ab<em>Opfer des Terrors<\/em>\u00bb, n\u00e4mlich die Verwendung von Abzeichen des Roten Kreuzes auf Automobilen durch die Wei\u00dfen in Petrograd im November 1917, um die Umzingelung durch Rotgardisten zu durchbrechen und Waffen heranzuschaffen.<a href=\"#_edn13\" name=\"_ednref13\">[xiii]<\/a> Williams berichtet auch von einem bewegenden Beweis f\u00fcr die Gro\u00dfz\u00fcgigkeit der Revolution: Die Offizierssch\u00fcler, die nach der Gefangennahme im Winterpalais freigelassen worden waren, schlossen sich den Wei\u00dfgardisten an und besetzten das Telefonamt von Petrograd. Antonow-Owsejenko, Sekret\u00e4r des Revolution\u00e4ren Milit\u00e4rkomitees und einer der Kommissare des Petrograder Sowjets, der den Sturm auf das Winterpalais geleitet hatte, fiel in die H\u00e4nde der Konterrevolution\u00e4re. Die Aktion der wei\u00dfen Offiziere und Offizierssch\u00fcler brach rasch zusammen. Antonow, eben noch gefangen, wurde nun um sein \u00ab<em>Wort als Bolschewik, als wahrer Bolschewik<\/em>\u00bb angefleht, \u00ab<em>da\u00df wir sicher sind.<\/em>\u00bb Die Menge der Roten forderte den Tod der Wei\u00dfgardisten. Antonow zog seinen Revolver und sprach feierlich zu den revolution\u00e4ren Soldaten, Bauern und Arbeitern: \u00ab<em>Den ersten, der einen Offizierssch\u00fcler zu t\u00f6ten versucht, werde ich t\u00f6ten.<\/em>\u00bb<a href=\"#_edn14\" name=\"_ednref14\">[xiv]<\/a> Schlie\u00dflich konnte er die Menge \u00fcberzeugen:<\/p>\n<p><em>\u00abErkennt ihr, wohin dieser Wahnsinn f\u00fchrt? Wenn ihr einen gefangenen Wei\u00dfgardisten t\u00f6tet, so t\u00f6tet ihr nicht die Gegenrevolution, sondern die Revolution. F\u00fcr diese Revolution habe ich in der Verbannung und im Kerker zwanzig Jahre meines Lebens gegeben. (&#8230;) Und die Revolution bedeutet etwas Besseres. Bedeutet Leben und Freiheit f\u00fcr alle. Deshalb gebt ihr f\u00fcr sie Leben und Blut, aber ihr m\u00fc\u00dft ihr noch mehr geben. M\u00fc\u00dft ihr auch euren Verstand geben. M\u00fc\u00dft den Dienst der Revolution \u00fcber die Befriedigung eurer Leidenschaften stellen. Ihr seid tapfer gewesen, um der Revolution zum Triumph zu verhelfen. Nun seid um ihrer Ehre willen barmherzig. Ihr liebt die Revolution. Ich bitte euch nur darum, nicht das zu t\u00f6ten, was ihr liebt.\u00bb<a href=\"#_edn15\" name=\"_ednref15\"><strong>[xv]<\/strong><\/a> <\/em><\/p>\n<p>Aber nach dem Erleiden der barbarischen Gewaltt\u00e4tigkeiten der Konterrevolution\u00e4re \u00e4nderte sich die Stimmung. Es sei wiederholt: Ist das erstaunlich? Der Umfang des Terrors ist im \u00dcbrigen gut einzugrenzen. Die Gesamtzahl der Opfer des roten Terrors bis M\u00e4rz 1920 wird offiziell auf 8 620 Personen gesch\u00e4tzt. Morizet sch\u00e4tzt sie auf etwas mehr als 10 000. Nach der Niederlage der wei\u00dfen Armeen von Denikin und Koltschak hob die Sowjetregierung die Todesstrafe f\u00fcr mehrere Monate auf (sie wurde erst nach der polnischen Offensive gegen die Ukraine im Mai 1920 wiedereingef\u00fchrt). Die Atmosph\u00e4re in Sowjetrussland war weit entfernt von jener allgemeinen Angst, wie so viele Historiker sie schildern. Einen Eindruck vermittelt der Bericht, den Morizet als Augenzeuge des Prozesses gibt, der am 14. Juli 1921 in Moskau gegen Galkin, einem h\u00f6heren Offizier der Wei\u00dfen, vor dem Revolutionsgericht stattfand:<\/p>\n<p><em>\u00abIch glaube, ich habe nie ein Publikum oder Richter gesehen, die dem Angeklagten gewogener waren, als an diesem Tag. Die 400 Arbeiter oder Soldaten, die sich in diesem Saal dr\u00e4ngten, die drei Richter und der Ankl\u00e4ger, alle vier jung, alle schauten mit einer Art Freundschaft auf diesen kleinen Mann von 35 Jahren in abgetragener Kleidung, den ein gem\u00fctlicher Unteroffizier mit dem Revolver in der Hand bewachte, um der Vorschrift zu gen\u00fcgen. Keinerlei Schranke zwischen ihnen und ihm. Vier bewaffnete Soldaten, die vor allem an der Verhandlung interessiert waren, begrenzten mehr oder weniger den freien Raum, den die dem Angeklagten vorbehaltene Gartenbank, der Tisch des Verteidigers und unser Tisch einnahmen. Man h\u00e4tte sich eher bei einer leidenschaftlichen Auseinandersetzung unter M\u00e4nnern geglaubt, die sich \u00fcber die L\u00f6sung eines Gewissenskonflikts uneins sind, als bei einer Sitzung des schrecklichen Revolutionstribunals.\u00bb<a href=\"#_edn16\" name=\"_ednref16\"><strong>[xvi]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Galkin ist zu einer leichten Strafe verurteilt und dann bald begnadigt worden, obwohl er die Waffe gegen die Sowjetmacht erhoben hatte. Aber er sagte, er verabscheue \u2013 nach den Erfahrungen, die er mit ihnen gemacht hatte \u2013 die konterrevolution\u00e4ren Diktatoren noch mehr. Das Gericht glaubte es ihm aufs Wort.<\/p>\n<p><strong>Die Tscheka <\/strong><\/p>\n<p>Die Frage der Tscheka unterscheidet sich sehr wohl von dem, wovon soeben die Rede war: punktuellen Terrorma\u00dfnahmen w\u00e4hrend eines grausamen B\u00fcrgerkrieges. Sie schlie\u00dft die Schaffung einer Institution, eines Apparates mit der unvermeidlichen Tendenz jeder Institution und jedes Apparates ein, zum Dauerzustand zu werden und sich jeglicher Kontrolle zu entziehen. Man kann einen faschistischen Folterer nach einem \u00f6ffentlichen Prozess, selbst nach einem verk\u00fcrzten, erschie\u00dfen. Man kann aber eine geheime politische Polizei keiner \u00f6ffentlichen Kontrolle unterziehen. Die Archive der Tscheka, deren \u00d6ffnung dank der Glasnost (der Politik der \u00abTransparenz\u00bb unter Gorbatschow) begonnen hat, zeigen deutlich, da\u00df der Wurm von Anfang an in der Frucht war \u2013 trotz der pers\u00f6nlichen Redlichkeit von Felix Dserschinski, dem ersten F\u00fchrer der Tscheka, dem niemand unlautere Absichten unterstellt.<\/p>\n<p>Es gen\u00fcgt, eine Tatsache zu nennen: Mitglieder und Informanten der Tscheka sicherten sich eine Pr\u00e4mie (einen Teil der \u00abBeute\u00bb) f\u00fcr alles Wertvolle, das bei einem \u00abSpekulanten\u00bb oder einem Verantwortlichen f\u00fcr \u00abWirtschaftsverbrechen\u00bb beschlagnahmt wurde. Die korrumpierende Dynamik steht au\u00dfer Zweifel.<a href=\"#_edn17\" name=\"_ednref17\">[xvii]<\/a> Dies gilt ebenso f\u00fcr die Tendenz der Tscheka, sich jeder Kontrolle zu entziehen. Diese gef\u00e4hrliche Dynamik ist sehr fr\u00fchzeitig sichtbar geworden. Eine Anekdote verdeutlicht das. Lenin brachte dem links-menschewistischen F\u00fchrer Martow gr\u00f6\u00dfte Wertsch\u00e4tzung und gr\u00f6\u00dfte Freundschaft entgegen. Eines Tages bestellte ihn Lenin in den Kreml, \u00fcbergab ihm einen falschen Pass und sagte zu ihm: \u00ab<em>Verlass sofort das Land. Sonst wird die Tscheka dich in ein paar Tagen verhaften, und ich werde sie nicht daran hindern k\u00f6nnen.<\/em>\u00bb G. Leggett, ein dem bolschewistischen Regime extrem feindlich gesonnener Reaktion\u00e4r, r\u00e4umt jedoch ein, dass diese Autonomie anfangs nur den Umst\u00e4nden geschuldet war: \u00abBei dem unvermeidlichen Zusammenprall zwischen der willk\u00fcrlichen Gewalt der Tscheka und dem System des Sowjetgesetzes, das vom Volkskommissariat f\u00fcr Justiz [NKJu] ausgearbeitet wurde, setzte die Tscheka sich immer dann durch, wenn das Regime bedroht wurde; wenn die Krisen wieder abklangen, gewann das NKJu das \u00dcbergewicht.\u00bb<a href=\"#_edn18\" name=\"_ednref18\">[xviii]<\/a><\/p>\n<p>Lenin selbst war entschieden f\u00fcr die Bildung eines Rechtsstaates und f\u00fcr bedeutende Schritte in diese Richtung. In einem Konflikt \u00fcber die Reform der politischen Polizei nach dem Ende des B\u00fcrgerkrieges, bei dem sich Ende 1921 Dserschinski und Kamenjew gegen\u00fcberstanden, unterst\u00fctzte Lenin den letzteren. Kamenjew hatte vorgeschlagen, die Zust\u00e4ndigkeit der Tscheka solle auf Spionageprobleme, politische Anschl\u00e4ge, den Schutz der Eisenbahn und der Lebensmittellager begrenzt werden; jede andere repressive T\u00e4tigkeit sollte Aufgabe des Volkskommissariats f\u00fcr Justiz sein.<a href=\"#_edn19\" name=\"_ednref19\">[xix]<\/a> Es muss auch festgehalten werden, dass die Tscheka keineswegs ein Gesch\u00f6pf der bolschewistischen Partei oder Lenins war. Bei ihrer Gr\u00fcndung spielten vor allem die Linken Sozial-Revolution\u00e4re eine Schl\u00fcsselrolle. Aber es bleibt wahr, dass von Anfang an eine Tendenz der Tscheka zur Verselbst\u00e4ndigung, zu immer gr\u00f6\u00dferer Unkontrollierbarkeit bestanden hat. Christian Rakowski hat in diesem Zusammenhang den Begriff \u00ab\u201aprofessionelle Risiken\u2018 der Macht\u00bb benutzt.<a href=\"#_edn20\" name=\"_ednref20\">[xx]<\/a> Wir ziehen deshalb die Schlussfolgerung, dass die Bildung der Tscheka zweifellos ein Fehler war.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.inprekorr.de\/internat550.pdf\">inprekorr.de&#8230;<\/a> <\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Verratene Revolution. Was ist die U.S.S.R. und wohin treibt sie? Antwerpen 1937, S. 104; in: Sowjetgesellschaft und stalinistische Diktatur, Bd. 1.2, Hamburg 1988, S. 804 (\u00dcbersetzung nach Vergleich mit dem russischen Text ver\u00e4ndert).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Der Todeskampf des Kapitalismus und die Aufgaben der 4. Internationale [\u201e\u00dcbergangsprogramm\u201c], Essen o. J., S. 37 (\u00dcbersetzung mit dem russischen Text verglichen).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Vgl. hierzu jetzt Abschnitt 4 (Die \u201eschwarzen Jahre\u201c 1920-1921: Trotzkis Hin\u00fcbergleiten zum Substitutionismus\u2018) von Kapitel V in Ernest Mandels Buch Trotzki als Alternative, Berlin 1992, S. 118-122; Abschnitt 4 (1920-1921: Die dunklen Jahre Lenins und Trotskis) von Kapitel 3 (Substitutionism und Realpolitik: Die Politik der Arbeiterb\u00fcrokratien) in seinem Buch Macht und Geld, S. 126-135.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Vgl. \u201eZur russischen Revolution\u201c, in: Gesammelte Werke, Bd. 4, S. 342\/352; \u201eDie russische Revolution\u201c, in: Politische Schriften, Bd. III, S. 136<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Vgl. \u201eZur russischen Revolution\u201c, in: Gesammelte Werke, Bd. 4, S. 342\/352; \u201eDie russische Revolution\u201c, in: Politische Schriften, Bd. III, S. 138\/139.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Vgl. \u201eZur russischen Revolution\u201c, in: Gesammelte Werke, Bd. 4, S. 342\/352; \u201eDie russische Revolution\u201c, in: Politische Schriften, Bd. III, S. 116-126.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref7\" name=\"_edn7\">[vii]<\/a> Nachdem sein Vorschlag vom Februar 1920, fr\u00fchzeitig eine andere Wirtschaftspolitik einzuf\u00fchren, abgelehnt worden war, vertrat Trotzki eine Zeit lang alternativ die \u201eMilitarisierung\u201c der Arbeit. Dieser Konzeption hatte der IX. Parteitag im M\u00e4rz\/April 1920 einstimmig zugestimmt. (Vgl. hierzu: E. H. Carr, The Bolschewik Revolution, Bd. 2, S. 211-214; Taschenbuchausg. S. 213-216; vgl. auch die Dokumente in dem Abschnitt The Ninth Party Congress Approves Compulsory Labor\u2019 in: James Bunyan, The Origin of Forced Labor in the Soviet State, 1917-1921. Documents and Materials, Baltimore 1967, S. 117-131.) Die NEP ist dann von M\u00e4rz\/Mai 1921 an eingef\u00fchrt worden. Sie stellte einen tiefen Bruch mit der Kommandowirtschaft des Kriegskommunismus dar, dadurch dass der Markt und die b\u00e4uerliche Wirtschaft liberalisiert wurden, eine gewisse Entwicklung privater Kleinindustrie gef\u00f6rdert wurde, ausl\u00e4ndische Investitionen ins Land geholt werden sollten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref8\" name=\"_edn8\">[viii]<\/a> Roy A. Medwedjew, Oktober 1917, Hamburg 1979, S. 227. Im M\u00e4rz 1921 rebellierte die Garnison von Kronstadt, einem Hafen am baltischen Meer in der N\u00e4he von Petrograd. Nachdem die Verhandlungen mit der Regierung gescheitert waren, wurde der Aufstand von der Roten Armee niedergeschlagen. Wir versuchen in diesem Essay nicht, das Problem der Kronst\u00e4dter Revolte von Kronstadt und deren Unterdr\u00fcckung durch die Sowjetmacht genauer zu analysieren. Unserer Auffassung nach geht es in Anbetracht dessen, dass der B\u00fcrgerkrieg noch nicht vollst\u00e4ndig beendet war, um eine Frage einer taktischen politischen Bewertung, keine Prinzipienfrage. Die Schwierigkeit der Debatte \u00fcber dieses Thema liegt darin, dass die meisten Kritiker und Kritikerinnen der Entscheidung der Bolschewiki ihre Wertung mit spezifisch politischen Einsch\u00e4tzungen begr\u00fcnden: dem Charakter der Forderungen der Aufst\u00e4ndischen, dem Charakter der vorhandenen politischen Kr\u00e4fte usw. Unserer Auffassung nach ist jedoch in einer B\u00fcrgerkriegssituation der Charakter der vorhandenen sozialen Kr\u00e4fte (und deren \u201eLogik\u201c) ausschlaggebend. Die Informationen, \u00fcber die wir in dieser Hinsicht verf\u00fcgen, erlauben aber keine definitiven Schlussfolgerungen. Die einen, vor allem die Anarchistinnen und Anarchisten sagen, die Kronst\u00e4dter Matrosen seien &#8211; wie 1917\/18 &#8211; im wesentlichen Industriearbeiter gewesen; ihre Revolte stand im Zusammenhang mit den Arbeiterprotesten vom Februar 1921 in Petrograd und anderswo; es ging also um das Problem der R\u00e4tedemokratie, der proletarischen Demokratie. Andere &#8211; vor allem Trotzki &#8211; sagen, die proletarischen Matrosen von 1917\/18 seien weitgehend nicht mehr auf den Schiffen und an den Hafenanlagen von Kronstadt gewesen; sie waren an der Front gefallen, von der Roten Armee und dem Staatsapparat aufgesaugt worden usw.; die Matrosen des Winters 1920\/21 waren S\u00f6hne von Mittleren und wohlgen\u00e4hrten Bauern; ihre Revolte stand im Zusammenhang mit der Ablehnung des \u201eKriegskommunismus\u201c und der Getreidebeschlagnahme; man musste mit ihnen verhandeln, durfte aber nicht auf eine soziale Dynamik einlassen, die wom\u00f6glich die konterrevolution\u00e4re Bedrohung Petrograds verst\u00e4rkt h\u00e4tte &#8211; eine nationale und internationale Gefahr, denn das Schmelzen des Eises um die Festung Kronstadt konnte den Hafen f\u00fcr Kriegsschiffe zug\u00e4nglich machen, die auf Seite der Wei\u00dfen eingegriffen h\u00e4tten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref9\" name=\"_edn9\">[ix]<\/a> Die russische Revolution, 2.Bd., S. 101.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref10\" name=\"_edn10\">[x]<\/a> L. Kritsman, Die heroische Periode der Gro\u00dfen Russischen Revolution. Ein Versuch der Analyse des sogenannten \u201e<em>Kriegskommunismus<\/em>\u201c, Wien Berlin 1929; statistische Daten S. 242, 243, 254, 255, 295.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref11\" name=\"_edn11\">[xi]<\/a> Marx und Engels haben vor einem derartigen \u00ab<em>Kommunismus des Elends<\/em>\u00bb gewarnt, bei dem nur der Mangel verallgemeinert und der unvermeidlich mit der Wiederherstellung der \u00ab<em>ganzen alten Schei\u00dfe<\/em>\u00bb enden werde: <em>\u00ab(&#8230;) andrerseits ist diese Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte (womit zugleich schon die in weltgeschichtlichem, statt der in lokalem Dasein der Menschen vorhandene empirische Existenz gegeben ist) auch deswegen eine absolut notwendige praktische Voraussetzung [f\u00fcr die Aufhebung der \u201eEntfremdung\u201c], weil ohne sie nur der Mangel verallgemeinert, also mit der Notdurft auch der Streit um das Notwendige wieder beginnen und die ganze alte Schei\u00dfe sich herstellen m\u00fc\u00dfte (&#8230;)\u00bb<\/em> (Die deutsche Ideologie in: MEW, Bd. 3, S. 34\/35.)<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref12\" name=\"_edn12\">[xii]<\/a> \u00abRede in der Sitzung des Petrograder Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten zusammen mit den Vertretern der Front\u00bb (4.11.1917), in: LW, Bd. 26, S. 289.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref13\" name=\"_edn13\">[xiii]<\/a> Durch die russische Revolution 1917-1918, Berlin 1922, S. 112-118; neue Ausg. in: Albert Rhys Williams, Ein Amerikaner im revolution\u00e4ren Ru\u00dfland. Reportagen, Berlin\/DDR 1982, S. 110- 114.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref14\" name=\"_edn14\">[xiv]<\/a> Vgl. A. R. Williams, Durch die russische Revolution, S. 119-131, Zitate S. 123, 125; A. R. Williams, Ein Amerikaner im revolution\u00e4ren Ru\u00dfland, S. 114-126, Zitate S. 119, 121.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref15\" name=\"_edn15\">[xv]<\/a> W. A. Antonow-Owsejenko, zit. nach: Durch die russische Revolution, S, 125, 126; Ein Amerikaner im revolution\u00e4ren Ru\u00dfland, S. 121, 122.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref16\" name=\"_edn16\">[xvi]<\/a> Andr\u00e9 Morizet, Chez L\u00e9nine et Trotski, Moskau 1921, S. 429.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref17\" name=\"_edn17\">[xvii]<\/a> Dies wird auch von W. H. Chamberlin eindeutig best\u00e4tigt (Die russische Revolution, 2. Bd., S. 67).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref18\" name=\"_edn18\">[xviii]<\/a> The Cheka: Lenin\u2019s Political Police. The All-Russian Extraordinary Commission for Combating Counter-Revolution and Sabotage (December 1917 to February 1922), Oxford 1981, S. 171.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref19\" name=\"_edn19\">[xix]<\/a> Vgl. G. Leggett, The Cheka: Lenin\u2019s Political Police, S. 341-343. Dokumente vom 15. und 29. November und vom 1. Dezember 1921 (ein Auszug aus einem Protokoll des Rats der Volkskommissare, eine Aktennotiz von Lenin, Lenins Rohentwurf f\u00fcr einen Politb\u00fcro-Beschluss und ein Auszug aus einem Protokoll des Politb\u00fcros) zur Reform der Tscheka, die kurz darauf, Ende Januar \/ Anfang Februar 1922, als GPU (Staatliche Politische Verwaltung) in das NKWD (Volkskommissariat f\u00fcr Innere Angelegenheiten) eingegliedert wurde, sind auf Deutsch abgedruckt in; W. I. Lenin und die Gesamtrussische Tscheka, S. 594\/ 595, 603, 606\/607; Lenins Aktennotiz f\u00fcr Kamenjew ist auch in der Ausgabe seiner Briefe ver\u00f6ffentlicht worden, sein Entwurf f\u00fcr einen Beschluss des Politb\u00fcros \u00fcber die Tscheka (\u00abdie Kompetenz einengen\u00bb, \u00abin Bezug auf Verhaftungen die Rechte noch mehr einengen\u00bb) in einem Erg\u00e4nzungsband zur Werkausgabe (LW, Erg\u00e4nzungsbd. Oktober 1917 \u2212 M\u00e4rz 1923, S. 382\/383).<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref20\" name=\"_edn20\">[xx]<\/a> \u00abDie Ursachen der Entartung von Partei und Staatsapparat (Brief an Walentinow)\u00bb (6.8.1928), in: L. Trotzki, Sowjetgesellschaft und stalinistische Diktatur, Bd. 1.2, S.1347.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In seinem Buch \u00fcber die Russische Revolution setzt sich Ernest Mandel mit den g\u00e4ngigen Legenden, aber auch mit der ernstzunehmenden Kritik an der Politik der Bolschewiki auseinander. <\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7],"tags":[25,65,12,13,62,38,27,20,4,21],"class_list":["post-2627","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-arbeiterbewegung","tag-ernest-mandel","tag-lenin","tag-marx","tag-rosa-luxemburg","tag-russische-revolution","tag-russland","tag-sowjetunion","tag-strategie","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2627"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2627\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2630,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2627\/revisions\/2630"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}