{"id":2707,"date":"2017-11-15T17:34:16","date_gmt":"2017-11-15T15:34:16","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2707"},"modified":"2017-11-15T17:34:16","modified_gmt":"2017-11-15T15:34:16","slug":"die-reichsten-1-prozent-besitzen-mehr-als-50-prozent-des-globalen-vermoegens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2707","title":{"rendered":"Die reichsten 1 Prozent besitzen mehr als 50 Prozent des globalen Verm\u00f6gens"},"content":{"rendered":"<p><em>Florian R\u00f6tzer. <\/em><strong>Besonders nach der Finanzkrise 2007 haben es die Reichen und Superreichen geschafft, ihr Verm\u00f6gen kr\u00e4ftig zu vergr\u00f6\u00dfern, berichtet Credit Suisse.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Es ist eint\u00f6nig, weil sich am Trend nichts \u00e4ndert. Die Reichen, vor allem die Superreichen, werden immer reicher und lassen den Rest der Weltbev\u00f6lkerung immer weiter hinter sich. Das reichste 1 Prozent, so der Global Wealth Report 2017 von Credit Suisse, besitzt jetzt zusammen so viel wie die \u00e4rmere H\u00e4lfte der Menschen.<\/p>\n<p>Nachdem die Finanzkrise 2008 die Ungleichheit einmal geschm\u00e4lert und der Anteil des reichsten 1 Prozents bei &#8222;nur&#8220; 42.5 Prozent des globalen Verm\u00f6gens lag, haben Regierungen und Reiche offenbar erfolgreich daf\u00fcr gesorgt, dass sich das etwa durch die St\u00fctzung der gro\u00dfen Banken und das Ausbleiben der versprochenen Reformen wieder schnell \u00e4ndert. Und das geschah auch. Kurz nach der Krise stieg der Anteil der Superreichen am globalen Reichtum kontinuierlich und \u00fcber den Anteil hinaus, den sie vor der Krise hatten.<\/p>\n<p>Jetzt haben sie nach Credit Suisse die symbolische Schwelle von 50,1 Prozent am Gesamtverm\u00f6gen von 280 Billionen US-Dollar \u00fcberschritten. Ob man der Zahl der Bank im Einzelnen vertraut oder nicht, ist bei solchen Sch\u00e4tzungen wenig erheblich, denn es wird der Trend deutlich &#8211; und die Ohnmacht der abgeh\u00e4ngten Bev\u00f6lkerung sowie die Gier der Reichen, die wom\u00f6glich auf dem Vulkan tanzen, wenn dieser Trend nicht gestoppt oder gar umgekehrt wird.<\/p>\n<p>Dass Verteilung des Reichtums schon l\u00e4ngst jedes vertr\u00e4gliche Ma\u00df hinter sich gelassen hat, l\u00e4sst sich auch aus einer anderen Sch\u00e4tzung erkennen. So besitzt die reichsten zehn Prozent 88 Prozent des Weltverm\u00f6gens, die \u00e4rmere H\u00e4lfte der Erwachsenen gerade einmal 1 Prozent. Zwar wird die Zahl der Million\u00e4re steigen &#8211; ebenso wie die Weltbev\u00f6lkerung weiter w\u00e4chst &#8211; und ist letztes Jahr um erstaunliche 2,3 Millionen Menschen auf jetzt 36 Millionen gewachsen, aber gegen\u00fcber den mehr als 7,5 Milliarden Menschen ist das nichts. Die Weltbev\u00f6lkerung w\u00e4chst jeden Tag um 230.000 Menschen, das sind etwa 80 Millionen im Jahr.<\/p>\n<p>Weltweit stieg das Verm\u00f6gen im vergangenen Jahr um 6,4 Prozent. Rechnet man die 280 Billionen um, so h\u00e4tte theoretisch jeder Erwachsene einen Anteil von illusorischen 56.540 US-Dollar. Aber viele haben eben praktisch nichts, andere schwimmen in Milliarden. Die meisten Superreichen leben in dem Land, das auch von einem Milliard\u00e4r regiert wird, der wieder daran ist, durch eine Steuerreform seinesgleichen zu &#8222;entlasten&#8220;.<\/p>\n<p>In den USA stieg der Reichtum auch am meisten von 92 auf 101 Billionen US-Dollar an. &#8222;Die Pr\u00e4sidentschaft Trumps&#8220;, so Credit Suisse, &#8222;verzeichnet florierende Unternehmen und wachsende Besch\u00e4ftigungszahlen, doch auch die weiterhin st\u00fctzende Rolle des Federal Reserve hat hier zweifellos eine Rolle gespielt. Die zweitreichste Region ist mit fast 80 Billionen Europa. Obgleich sich unter kommunistischer Herrschaft die Zahl der Superreichen in China vermehrt hat, liegt deren Verm\u00f6gen bei einer mehr als doppelten Bev\u00f6lkerung gegen\u00fcber den USA und Europa gerade einmal bei 29 Billionen. Das private Gesamtverm\u00f6gen in Indien soll 5 Billionen erreichen. Die Erdteile S\u00fcdamerika und vor allem Afrika stehen am Schluss.<\/p>\n<p>Weltweit am reichsten ist die Schweiz, bzw. sind es die verm\u00f6genden Schweizer: &#8222;Seit der Jahrtausendwende hat sich das Verm\u00f6gen pro Erwachsenem in der Schweiz um 130 Prozent auf 537.600 US-Dollar erh\u00f6ht.&#8220; Das ist zehnmal mehr als der globale Durchschnitt.<\/p>\n<p>Unter schwarz-rotem Schutz &#8211; die FDP braucht es da gar nicht &#8211; schaffte es Deutschland neben Frankreich, Italien und Spanien unter die zehn Staaten mit den gr\u00f6\u00dften Verm\u00f6genzuw\u00e4chsen zu gelangen. Das wird bei der kommenden Jamaika-Koalition nicht anders werden, wo es keine Verm\u00f6gens- und Reichensteuer geben wird und die Steuern f\u00fcr die Reichen nicht erh\u00f6ht werden d\u00fcrften, was die Kluft zur \u00e4rmeren H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung f\u00f6rdert. Nach den USA und China kommt Deutschland bereits mit den gr\u00f6\u00dften Verm\u00f6genszuw\u00e4chsen, immerhin um eine Billion mehr. Nach den USA stieg die Zahl der Million\u00e4re in Deutschland 2016 mit 237 weltweit am st\u00e4rksten.<\/p>\n<p>Als Ausblick zeichnet die Credit Suisse, die nat\u00fcrlich m\u00f6glichst alles erfreulich einbetten will, dennoch ein d\u00fcsteres Bild, wenn dies auch gef\u00e4llig formuliert wird: &#8222;F\u00fcr das Million\u00e4rssegment sind die Aussichten optimistischer als f\u00fcr den unteren Teil der Verm\u00f6genspyramide (unter 10.000 Dollar pro Erwachsenem). W\u00e4hrend die Zahl der Million\u00e4re bis 2022 um 22 Prozent von heute 36 Millionen auf 44 Millionen steigen d\u00fcrfte, wird die Zahl der Menschen im untersten Segment der Pyramide wohl nur um 4 Prozent schrumpfen.&#8220;<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/tp\/features\/Die-reichsten-1-Prozent-besitzen-mehr-als-50-Prozent-des-globalen-Vermoegens-3890296.html\">Telepolis&#8230;<\/a> vom 15. Noveember 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Florian R\u00f6tzer. 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