{"id":2716,"date":"2017-11-16T16:33:40","date_gmt":"2017-11-16T14:33:40","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2716"},"modified":"2017-11-16T16:33:40","modified_gmt":"2017-11-16T14:33:40","slug":"untergehende-sonne-des-us-imperialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2716","title":{"rendered":"Untergehende Sonne des US-Imperialismus?"},"content":{"rendered":"<p><em>Matin Baraki.<\/em>\u00a0<strong>Die USA sind die globale Milit\u00e4rmacht Nummer 1 und gleichzeitig das am meisten verschuldete Land der Welt. Ihre Kriege verschlingen Abermilliarden. Droht dem US-Imperialismus der Kollaps? K\u00f6nnte letzerer durch eine milit\u00e4rische L\u00f6sung,<!--more--> mit einem dritten Weltkrieg, aufgehalten werden?<\/strong><\/p>\n<p>Ist da eher der Wunsch der Vater des Gedankens oder soll man dem Schweizer Publizisten Beat Kappeler glauben, dass \u00fcber kurz oder lang ein Kollaps drohen k\u00f6nnte, da die Kosten der US-Kriege im Nahen und Mittleren Osten zunehmend unbezahlbar werden? Es gibt einen nachvollziehbaren Zusammenhang zwischen der erneuten Aufstockung der Zahl der US-SoldatInnen in Afghanistan und der Erh\u00f6hung der Schuldengrenze sowie des Budgetdefizits der Administration.<\/p>\n<p>Kappeler bezieht sich auf den britischen Historiker Peter Heather, der in seiner Studie \u00abThe Fall of the Roman Empire\u00bb auf die fallenden Staatseinnahmen und steigenden Defizite Roms hinwies, was dazu gef\u00fchrt hat, dass das Reich immer weniger in der Lage war, die Kosten der Armee zu generieren. Das Geld wurde immer knapper, als Rom immer mehr an Territorium verlor. Damit begann eine Todesspirale, die nicht mehr aufzuhalten war.<\/p>\n<p><strong>Hohe Schulden<\/strong><\/p>\n<p>Historische Vergleiche sind immer problematisch. Das \u00abRoman Empire\u00bb war \u00fcberdehnt und kein homogenes Reich. Die USA hingegen sind von einer inneren Homogenit\u00e4t gepr\u00e4gt und eine Identifikation der Bev\u00f6lkerungsmehrheit mit dem System ist nicht zu leugnen. Dar\u00fcber hinaus sind die USA immer noch die Milit\u00e4rmacht Nummer 1, was auch auf \u00f6konomischem Gebiet zutrifft. Dennoch geh\u00f6rt zur Realit\u00e4t, dass die Vereinigten Staaten das am meisten verschuldete Land sind. Die US-Schulden sind schon jetzt h\u00f6her als das j\u00e4hrliche Bruttoinlandsprodukt. W\u00fcrde die Volksrepublik China ihre Gelder aus den USA abziehen, die sie in US-Staatsanleihen investiert hat, w\u00e4re das Land faktisch pleite. Das Hauptproblem ist die Finanzierung der Schulden mit Krediten. Das Budgetdefizit betr\u00e4gt heute 680 Milliarden Dollar. Die Milit\u00e4rausgaben sind ausserdem weit h\u00f6her als das Wachstum der Wirtschaft.<\/p>\n<p>Neta Crawford vom Watson Institute sch\u00e4tzt die Ausgaben f\u00fcr die imperialen Kriege gegen Irak, Syrien, Pakistan und Afghanistan seit 2001 auf 5000 Milliarden Dollar. Der Krieg gegen Afghanistan hat nach offiziellen Angaben in den Hochphasen (2001 bis 2014) w\u00f6chentlich 1,5 Milliarden US-Dollar gekostet. Der Abzug der US-Kampftruppen aus Afghanistan, den der damalige US-Pr\u00e4sident Barack Obama eingeleitet hatte, war der Tatsache geschuldet, dass die Kriegskosten auf Dauer nicht mehr zu bew\u00e4ltigen waren. Trotzdem intensivierte die Obama-Administration den Krieg gegen Afghanistan vor allem aus der Luft, eine Art Vorbild f\u00fcr die laufenden US-Kriege in der \u00abDritten Welt\u00bb, was die US-amerikanischen SteuerzahlerInnen j\u00e4hrlich 100 Milliarden Dollar kostet.<\/p>\n<p><strong>Folgen des Krieges<\/strong><\/p>\n<p>Es ist reine Augenauswischerei, wenn Donald Trump verk\u00fcndet, Mittel f\u00fcr die marode Infrastruktur der USA in gleichem Umfang ausgeben zu wollen. Das daf\u00fcr ben\u00f6tigte Geld ist l\u00e4ngst f\u00fcr anderes verpulvert worden. Eigentlich m\u00fcssten die USA drastisch an den Milit\u00e4rausgaben einsparen. Trump k\u00fcndigte jedoch eine weitere Modernisierung der Armee an, was vom US-Senat bereits abgesegnet wurde. Er hat einer Erh\u00f6hung des Milit\u00e4rhaushaltes auf 700 Milliarden Dollar mit grosser Mehrheit zugestimmt.<\/p>\n<p>Die USA haben mit weiteren dramatischen Folgen des Krieges zu k\u00e4mpfen, die auch die Wirtschaft beeintr\u00e4chtigen. Schon heute gibt es 21 Millionen KriegsveteranInnen im Land. Das ist zweimal so viel, wie in der Industrie ArbeiterInnen besch\u00e4ftigt sind. Dadurch fehlen die wirtschaftlichen Leistungen von Millionen Menschen, ausserdem schlagen zus\u00e4tzliche Kosten f\u00fcr die Renten zu Buche. Dies f\u00fchrt wiederum zu einer sinkenden Lebensqualit\u00e4t f\u00fcr grosse Teile der Bev\u00f6lkerung und infolgedessen zu sozialen Konflikten.<\/p>\n<p>Durch die jahrelangen Kriege sind Irak, Syrien, Pakistan und Afghanistan nicht \u00aba better place\u00bb geworden, wie man in den USA behauptet. Manche sehen das Motiv f\u00fcr die Kriege der USA in den dort vorhandenen bzw. vermuteten Bodensch\u00e4tzen. Der afghanische Minister f\u00fcr Bergbau und Industrie pries diese k\u00fcrzlich mit 3000 Milliarden an. Das ist nichts anderes als ein Lockangebot, um die USA an Afghanistan zu binden. Die afghanischen Bodensch\u00e4tze sind schon seit Mitte der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts bekannt. Da der Abbau aber viel zu kostspielig ist, hat man darauf verzichtet, Massnahmen zu ihrer Ausbeutung in Angriff zu nehmen. Dar\u00fcber hinaus kommt man an diese Bodensch\u00e4tze oder an das \u00d6l im Mittleren Osten wesentlich leichter und kosteng\u00fcnstiger heran. Dennoch ziehen die USA den Krieg den normalen wirtschaftlichen und Handelsbeziehungen vor. Nicht nur der US-Imperialismus, sondern die westlichen imperialistischen L\u00e4nder insgesamt, haben sich am Hindukusch v\u00f6llig verrannt.<\/p>\n<p><strong>Krieg gegen China?<\/strong><\/p>\n<p>Dies alles zusammengenommen k\u00f6nnte langfristig dazu f\u00fchren \u2013 wovor US-StrategInnen schon seit Jahren warnen \u2013, dass die Sonne der USA sich anschickt, unterzugehen. Es k\u00e4me nun darauf an, diese Entwicklung zumindest zu verlangsamen, so der Globalstratege Zbigniew Brzezinski. Dabei wird auch eine milit\u00e4rische Variante nicht ausgeschlossen. Schon vor einer Dekade wurde die VR China in einer CIA-Studie als Feind Nr. 1 der Vereinigten Staaten eingestuft. Vor etwa 15 Jahren fragte der damalige US-Aussenminister Henry Kissinger in einem Grundsatzbeitrag f\u00fcr die Springer-Zeitung \u00abDie Welt\u00bb: Wie w\u00fcrden sich unsere Verb\u00fcndeten verhalten, wenn wir mit einem Krieg gegen die VR China beginnen? Es gibt zahlreiche AnalystInnen und StrategInnen des Imperialismus, die vor allem seit dem Ende des \u00abrealexistierenden Sozialismus\u00bb offen von Krieg sprechen und sogar m\u00f6gliche Szenarien eines grossen Krieges, ja eines dritten Weltkrieges thematisieren. Die Umzingelung der Russischen F\u00f6deration durch die Nato ist ein Teil dieser Strategie. W\u00e4re Russland keine Atommacht, h\u00e4tten die Nato-Staaten es schon so zerlegt wie die Bundesrepublik Jugoslawien. Im Rahmen der aktuellen Strategie des US-Imperialismus w\u00e4re dann als n\u00e4chstes ein Krieg gegen den gr\u00f6ssten wirtschaftlichen Rivalen der USA, n\u00e4mlich China, denkbar. Dieser Krieg w\u00e4re unweigerlich ein Atomkrieg, der zur Zerst\u00f6rung von weiten Teilen der Welt und Millionen von Toten f\u00fchren w\u00fcrde.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.vorwaerts.ch\/international\/untergehende-sonne-des-us-imperialismus\/\">vorwaerts.ch&#8230;<\/a> vom 16. November 2017<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matin Baraki.\u00a0Die USA sind die globale Milit\u00e4rmacht Nummer 1 und gleichzeitig das am meisten verschuldete Land der Welt. Ihre Kriege verschlingen Abermilliarden. Droht dem US-Imperialismus der Kollaps? 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