{"id":2723,"date":"2017-11-17T11:21:46","date_gmt":"2017-11-17T09:21:46","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2723"},"modified":"2017-11-17T11:21:46","modified_gmt":"2017-11-17T09:21:46","slug":"das-edelweiss-der-fpoe-adolf-hitlers-lieblingsblume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2723","title":{"rendered":"Das Edelwei\u00df der FP\u00d6: \u201eAdolf Hitlers Lieblingsblume\u201c"},"content":{"rendered":"<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Die FP\u00d6-Abgeordneten trugen am 9. November zur Angelobung des neuen Nationalrates nicht mehr das Nazi-Symbol der blauen Kornblume, sondern ein wei\u00dfes Edelwei\u00df. Die Bedeutung der Blume ist in Neonazikreisen und unter Burschenschaftern bekannt.<\/span><\/b><!--more--><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Das Edelwei\u00df stehe f\u00fcr \u201eMut, Tapferkeit und Liebe\u201c, sagte FP\u00d6-Chef Heinz-Christian Strache vor der Angelobung im neuen Parlament. Das klingt relativ harmlos. Verwendet wurde das Edelwei\u00df allerdings schon immer von antisemitischen Burschenschaftern, konterrevolution\u00e4ren Freikorpsverb\u00e4nden und den Nazis selbst \u2013 genauso wie die blaue Kornblume, dem Erkennungszeichen der NSDAP in \u00d6sterreich, als das Tragen des Hakenkreuzes verboten war.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Der\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wien.gv.at\/wiki\/index.php\/Alpinismus\">paramilit\u00e4rische<\/a>\u00a0Wehrturnverein \u201eEdelwei\u00df\u201c wurde 1924 vom F\u00fchrer der Burschenschaft \u201eGothia Wien\u201c, Eduard Pichl, gegr\u00fcndet. Pichl war radikaler Antisemit und wird noch heute in seiner Burschenschaft geehrt. \u201ePichl war zeit seines Lebens politisch aktiv\u201c, hei\u00dft es auf der Homepage der Gothia. Lange vor der Machtergreifung der Nazis setzte er Anfang der 1920er-Jahre den \u201eArierparagraphen\u201c im\u00a0<i>Deutschen und \u00d6sterreichischen Alpenverein<\/i>\u00a0als dessen Vorsitzender durch. Zur Gothia geh\u00f6ren heute der Professor f\u00fcr Rechts- und Verfassungsgeschichte, Christian Neschwara, und der FP\u00d6-Bundesratsabgeordnete Bernhard R\u00f6sch, der bis heute im Vorstand der\u00a0<i>Arbeiterkammer Wien<\/i>\u00a0toleriert wird.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Nazi-Symbol<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Der Komponist Otto Rathke schrieb nach der Machtergreifung der Nazis 1933 zu Ehren des \u201eF\u00fchrers\u201c das Lied \u201eAdolf Hitlers Lieblingsblume ist das schlichte Edelwei\u00df\u201c, mit dem Text von Emil Gustav Adolf Stadthagen, gesungen vom Operns\u00e4nger Harry Steier. Hitler soll zwar\u00a0<a href=\"http:\/\/linkswende.org\/das-edelweiss-der-fpoe-adolf-hitlers-lieblingsblume\/Georg%20Ruiss\">keine Lieblingsblume<\/a>\u00a0gehabt haben und das Lied selbst wurde im Juni 1939 von der\u00a0<i>Reichsmusikpr\u00fcfkammer<\/i>\u00a0wegen \u201enationalem Kitsches\u201c verboten, aber noch heute wird das braune Musikst\u00fcck in Neonazi-Foren wie \u201eNationalsozialistische Umerziehung \u2013 F\u00fcr F\u00fchrer, Volk und Vaterland\u201c oder \u201eWehrmacht-Awards\u201c glorifiziert.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Hitlers Lieblingsdivision der Wehrmacht war die \u201eEdelwei\u00df-Division\u201c (er bezeichnete sie als \u201eseine Garde-Division\u201c). Dieser Truppenverband, der das Edelwei\u00df als Abzeichen f\u00fchrte, war an Kriegsverbrechen beteiligte, so ver\u00fcbte die Division im September 1943 ein blutiges Massaker auf der griechischen Insel Kefalonia. In nur zwei Tagen wurden 5.200 italienische Soldaten niedergemetzelt, die sich zuvor der Edelwei\u00df-Division ergeben hatten.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Totenkopf und Edelwei\u00df<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Schon Soldaten der konterrevolution\u00e4ren Freikorps trugen das Edelwei\u00df im Abzeichen. So wie sich die Angeh\u00f6rigen der\u00a0<i>Marine-Brigade Ehrhardt<\/i>\u00a0das Hakenkreuz beim Kapp-Putsch im M\u00e4rz 1920 auf ihren Stahlhelmen malten, steckten sich die Soldaten des\u00a0<i>Freikorps Oberland<\/i>\u00a0Totenkopf und Edelwei\u00df auf ihre M\u00fctzen.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Das Freikorps Oberland, gegr\u00fcndet 1919 vom Vorsitzenden der rechtsextremen\u00a0<i>Thule-Gesellschaft<\/i>, Rudolf von Sebottendorf, wurde im selben Jahr gegen die sozialistische M\u00fcnchner R\u00e4terepublik eingesetzt und k\u00e4mpfte 1920 w\u00e4hrend des Kapp-Putsches gegen die \u201eRote Ruhrarmee\u201c, die sich aus bewaffneten Arbeiter_innen von KPD und Unabh\u00e4ngiger SPD zusammensetzte.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><b><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">T\u00e4uschungsman\u00f6ver<\/span><\/b><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Das Edelwei\u00df hat zwar im Gegensatz zur blauen Kornblume auf den ersten Blick \u201ekeine eindeutige politische F\u00e4rbung\u201c, wie Andreas Peham vom\u00a0<i>Dokumentationsarchiv des \u00f6sterreichischen Widerstands<\/i>\u00a0(D\u00d6W) gegen\u00fcber dem\u00a0<a href=\"https:\/\/kurier.at\/politik\/inland\/warum-die-fpoe-bei-der-angelobung-im-parlament-ein-edelweiss-trug\/297.162.976\">Kurier<\/a>\u00a0erkl\u00e4rte. Es wurde von vielen Gruppen als Symbol verwendet, darunter vom \u00d6sterreichischen Alpenverein oder sogar von einigen wenigen Widerstandsgruppen im Dritten Reich (\u201eEdelwei\u00dfpiraten\u201c).<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm 0cm 6.0pt 0cm;\"><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Genau deshalb eignet sich die Blume so gut, einerseits um die politischen Gegner zu verwirren (eine scheinbar harmlose Blume zu tragen), aber gleichzeitig um der strammen deutschnationalen Basis in der FP\u00d6 zu signalisieren \u2013 die die Bedeutung des Edelwei\u00dfes kennen \u2013 wir haben euch nicht verraten. 20 von 51 FP\u00d6-Abgeordneten geh\u00f6ren rechtsextremen und deutschnationalen Verbindungen an. Der Wolf bleibt der Wolf, und wird nicht zur Gro\u00dfmutter, auch wenn er sich ein Edelwei\u00df ansteckt.<\/span><\/p>\n<p style=\"margin: 0cm; margin-bottom: .0001pt;\"><cite><span style=\"font-size: 11.0pt; font-family: 'Calibri',sans-serif;\">Quelle: <a href=\"http:\/\/linkswende.org\/das-edelweiss-der-fpoe-adolf-hitlers-lieblingsblume\/\">linkswende.org&#8230;<\/a> vom 17. November 2017<\/span><\/cite><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die FP\u00d6-Abgeordneten trugen am 9. November zur Angelobung des neuen Nationalrates nicht mehr das Nazi-Symbol der blauen Kornblume, sondern ein wei\u00dfes Edelwei\u00df. 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