{"id":2732,"date":"2017-11-17T15:50:52","date_gmt":"2017-11-17T13:50:52","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2732"},"modified":"2017-11-17T15:50:52","modified_gmt":"2017-11-17T13:50:52","slug":"kampf-bei-amazon-prime-life-now","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2732","title":{"rendered":"Kampf bei Amazon: PRIME LIFE NOW!"},"content":{"rendered":"<p><em>Mark Fisher. <\/em><strong>Ein Pl\u00e4doyer von \u2026ums Ganze! daf\u00fcr, den Kampf gegen den Rechtsruck mit den Auseinandersetzungen im Logistiksektor zu verbinden. \u00dcber den antifaschistischen Kampf der Arbeiterinnen und Arbeiter bei Amazon.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p><strong>Emanzipatorische Politik muss immerzu den Schein einer \u201anat\u00fcrlichen Ordnung\u2018 zerst\u00f6ren, sie muss das, was sich als notwendig und unausweichlich darstellt, als eine blo\u00dfe M\u00f6glichkeit unter anderen zeigen, genauso wie sie das, was zuvor als unm\u00f6glich bestimmt wurde, als erreichbar zeigen muss.<\/strong><em> \u2013 <\/em><\/p>\n<p>Preisfrage: Was hat ein Streik bei Amazon mit Antifaschismus zu tun? Antwort: Eine Menge. Krise, Konkurrenz, Prekarisierung \u2013 das ist die Signatur der Gegenwart, auf die sowohl die Erz\u00e4hlungen reaktion\u00e4rer Akteur_innen wie der Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD) als auch die Gesellschaftsvisionen der Zukunftsarchitekt_innen des Silicon Valley reagieren. Aber weder der R\u00fcckzug in die Nation, noch eine digitale Technokratie k\u00f6nnen das gutes Leben verwirklichen \u2013 schon gar nicht dann, wenn es ein gutes Leben f\u00fcr alle sein soll. Um gegen die Kulturalisierung gesellschaftlicher Konflikte wie gegen deren technokratische Verwaltung in die Offensive zu kommen, gilt es, die Verh\u00e4ltnisse als von Menschen gemachte und also auch von ihnen ver\u00e4nderbare zu zeigen. Daf\u00fcr bieten die grenz\u00fcberschreitenden Arbeitsk\u00e4mpfe im Logistiksektor einen guten Ankn\u00fcpfungspunkt. Der als Versandh\u00e4ndler getarnte Logistikgigant Amazon ist daher am 24.11. (\u201eBlack Friday\u201c) die richtige Adresse, um f\u00fcr eine solidarische\u00a0Zukunft zu streiten.<\/p>\n<p><strong>Angriff ist die beste Verteidigung<\/strong><\/p>\n<p>Der Rechtsruck bei den Bundestagswahlen hat gezeigt: Die jahrzehntelange Herrschaft neoliberaler Alternativlosigkeit hat reaktion\u00e4re Ungeheuer ausgebr\u00fctet. Die Weltwirtschaftskrise, deren katastrophalen Auswirkungen durch die deutsche Politik versch\u00e4rft, aber vor allem auf die Schultern der Schw\u00e4chsten hier und anderswo ausgelagert wurden, ist auch den von den Krisenauswirkungen selbst (noch) nicht derma\u00dfen Betroffenen nicht verborgen geblieben. Angesichts\u00a0des fortgesetzten Managements der Stagnation, entl\u00e4dt sich die Erkenntnis, das offensichtlich nicht alles gut ist, nun allerdings autorit\u00e4r. Anstatt gemeinsam f\u00fcr etwas Besseres als die Nation zu k\u00e4mpfen, erhofft man sich von der nationalen Option die Verteidigung der eigenen Privilegien.<\/p>\n<p>Mit der Alternative f\u00fcr Deutschland (AfD) sind erstmals seit 1953 offen v\u00f6lkisch-nationale und faschistische Positionen im deutschen Bundestag vertreten. Derweil geht die Verwaltung der \u201emarktkonformen Demokratie\u201c (Merkel) weiter \u2013 nun eben in der Jamaika-Variante einer l\u00e4ngst selbst verrohten B\u00fcrgerlichkeit. Ein Teil der \u2018Linken\u2019 st\u00fctzt den nationalistischen Diskurs in der Hoffnung auf ein paar mehr W\u00e4hler_innenstimmen. Diese Fraktion verspricht ein Zur\u00fcck in die Enge des nationalen Sozialstaats und redet damit der Abschottung das Wort. Aber die Nationalstaaten sind die entscheidende St\u00fctze der globalen Standortkonkurrenz und geben den Konkurrenzdruck direkt nach unten weiter: Hartz IV f\u00fcr die Vielen, Steuergeschenke f\u00fcr die Wenigen. Sozial geht nicht national. In einem weltumspannenden Kapitalismus kann die soziale Frage nur grenz\u00fcbergreifend und universell beantwortet werden.<\/p>\n<p><strong>Die politische \u00d6konomie des Rechtsrucks<\/strong><\/p>\n<p>In dieser Situation kann die antifaschistische Linke nicht einfach weitermachen wie bisher. Sie muss im Gegensatz zum neoliberalen \u201aWeiter-So\u2018 wie zur reaktion\u00e4ren Verkl\u00e4rung der Vergangenheit eine gestaltbare Zukunft aufbauen. Die Aktionen gegen die Festung Europa und ihre Fans in den letzten Jahren waren wichtig. Sie haben immer wieder auf den \u201ekalten\u201c Rassismus des b\u00fcrgerlichen Staats und seiner Polizei- und Abschiebemaschienerie\u00a0 hingewiesen. Und sie haben die Etablierung der AfD behindert sowie deren v\u00f6lkischen und faschistischen Charakter aufgezeigt. Verhindern konnten sie ihren Einzug in den Bundestag nicht. Das hat strukturelle Gr\u00fcnde: Der rechte Kulturkampf als \u201akonservative Revolution\u2018 bedient die unterschiedlichen Krisenerfahrungen des postfordistischen Kapitalismus \u2013 das Gef\u00fchl wachsender Unsicherheit, das Wissen um die eigene Ersetzbarkeit, die Ohnmacht gegen\u00fcber sozialen Entwicklungen, die als Schicksal (oder Verschw\u00f6rung) erfahren werden. Sie werden zu Momenten der reaktion\u00e4ren Erz\u00e4hlung, nur die nationale Wagenburg samt Kleinfamilie k\u00f6nne Schutz und \u201eOrdnung\u201c vor den Zumutungen der \u201eGlobalisierung\u201c bieten. Was richtig ist: Die Versprechen weltweiter Vernetzung, Automatisierung und Digitalisierung \u2013 n\u00e4mlich (k\u00f6rperliche) Not zu vermindern und Bed\u00fcrfnisse schneller, besser und genauer befriedigen zu k\u00f6nnen, f\u00fcr die nicht zuletzt auch Amazon steht \u2013 erweist sich unter den bestehenden Verh\u00e4ltnissen als M\u00e4rchen. Vielmehr droht die fortschreitende Automatisierung vieler T\u00e4tigkeitsbereiche und die globale Konkurrenz um Arbeitspl\u00e4tze diejenigen auf dem Arbeitsmarkt \u00fcberfl\u00fcssig zu machen, die ohnehin nicht besonders gut dastehen. Solange die Existenz der Allermeisten vom Verkauf ihrer Arbeitskraft abh\u00e4ngt, handelt es sich dabei um eine existenzielle Bedrohung. Nationalismus ist dann vor allem das Angebot, dass andere \u00fcberfl\u00fcssig werden, bevor man selbst dran ist. Ob man arm oder von Armut bedroht ist, ist aber eine Frage kapitalistischer Reproduktion, die notwendig Gewinner_innen und Verlierer_innen produziert. Es sind dann auch nicht so sehr die bereits Abgeh\u00e4ngten, die jetzt die AfD in den Bundestag gew\u00e4hlt haben, sondern vor allem diejenigen, die sich um ihre Position im Konkurrenzkampf sorgen und deshalb mit allen Mitteln wenigstens den Status Quo erhalten wollen. Bei ihnen zieht die Souver\u00e4nit\u00e4tsfiktion des Nationalismus besonders gut. Sie artikuliert den Anspruch darauf, wenigstens nicht auch noch teilen zu m\u00fcssen, was man selber hat. Die Artikulation der Fiktion erlaubt es au\u00dferdem offene Befriedigung daraus zu ziehen, dass es diesen \u201eAnderen\u201c dabei noch schlechter geht, als einem selbst. Wer diese Position w\u00e4hlt, entziehen sich damit auch der eigenen Verantwortung als Krisen- und Kapitalismusgewinner_innen, egal wie mager dieser Gewinn auch ausfallen mag. Eine Linke, die weder bei diesem R\u00fcckfall in einen chauvinistischen Autoritarismus mitmachen, noch sich in einer langfristig hoffnungslosen Verteidigung der leidlich diskreter abgewickelten Gewalt der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft einrichten will, muss antikapitalistische Handlungsf\u00e4higkeit entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Alle Pakete bleiben liegen, wenn\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Die l\u00e4nder\u00fcbergreifende Mobilisierung gegen den Logistikdienstleister Amazon kann daf\u00fcr ein Schritt sein. Die rasanten Neuerungen im Transport und der Lagerung von Rohstoffen, Waren und schlie\u00dflich auch Produktionsmitteln versch\u00e4rften gemeinsam mit Freihandelsabkommen die Konkurrenz auf dem Weltmarkt. Die globalisierungskritische Bewegung griff die dadurch er\u00f6ffneten M\u00f6glichkeiten an, umwelt- und arbeitsrechtliche Bestimmungen zu unterlaufen. Doch sie konnte kein Druckmittel entwickeln, um selbst zu intervenieren. Denn die mit der Logistifizierung einhergehende Vervielf\u00e4ltigung und Zerteilung der Arbeitsprozesse hat nicht zuletzt die Bedingungen (betrieblicher) Organisation enorm verkompliziert.<\/p>\n<p>Amazon ist Vorreiter einer \u00bbdigitalen Taylorisierung\u00ab, das hei\u00dft von l\u00fcckenloser Kontrolle und maschineller Menschensteuerung. Das gilt in den gigantischen Lagerhallen, in denen jede T\u00e4tigkeit durch einen Handscanner registriert wird, oder bei den Crowdworkern zuhause, deren Tastenanschl\u00e4ge gemessen und ausgewertet werden. Die Digitalisierung und die dieser folgenden Automatisierungssch\u00fcbe im Logistikbereich gingen mit der Qualifizierung Weniger und einer massenhafter Proletarisierung Vieler einher. Durch die aggressive Ausweitung seiner Marktmacht \u00fcbt Amazon Druck auf Produzent_innen aus und beeinflusst auch die dortigen Arbeitsverh\u00e4ltnisse. Die Unternehmensstrategie Amazons zielt darauf, Konkurrent_innen zu \u00fcbertrumpfen und oder aufzukaufen, um so eine Monopolstellung zu erlangen. Daf\u00fcr werden die Kund_innen in zunehmend geschlossenen Systemen wie dem digitalen Assistenten \u201eAmazon Echo\u201c an das Unternehmen gebunden. Das gibt dem Unternehmen weitgehende Zugriff auf die weitere Entwicklung. Amazon experimentiert in Kalifornien bereits mit Zustelldrohnen und dem ersten vollautomatischen \u2018Fulfillment Center\u2019, wie die Warenlager im Amazon-Sprech hei\u00dfen. Flexiblere Distributionswege kommen dabei nicht allein den Kund_innen zu Gute. Sie erm\u00f6glichen dem Unternehmen vor allem lokale Streiks deutlich leichter zu umgehen. Das hei\u00dft: Wenn Amazon in Leipzig bestreikt wird, bearbeiten Angestellte in Poznan die Bestellungen, so dass sie schlie\u00dflich von dort aus nach Berlin geliefert werden k\u00f6nnen. Die Besch\u00e4ftigten m\u00fcssen sich folglich nach neuen Formen des Arbeitskampfs umsehen, wenn sie sich mit ihrer realen Subsumtion unter die Logistik nicht abfinden wollen. Da trifft sich gut, dass sich trotz und wegen der geschilderten Widrigkeiten gerade unter ihnen seit Jahren erheblicher Widerstand regt. Hierbei entstehen neue Arten der Bezugnahme aufeinander, die den Logistik- und Wertsch\u00f6pfungsketten folgend genuin betriebs- und l\u00e4nder\u00fcbergreifend sind. Das zeigen die nicht zum Erliegen kommenden Auseinandersetzungen bei Amazon in Leipzig, Bad Hersfeld, Graben, Rheinberg, Werne, Koblenz \u2013 und die gegenseitigen Solidarisierung mit K\u00e4mpfen in Polen, Frankreich, Italien und England.<\/p>\n<p><strong>Eine Zukunft, an die man glauben kann?<\/strong><\/p>\n<p>Die zentrale Bedeutung der Logistik in der Organisation kapitalistische Produktion im 21. Jahrhundert erzeugt zugleich Bedingungen, unter denen wir etwas von der verlorenen Handlungsmacht zur\u00fcckerobern k\u00f6nnen. Als Nadel\u00f6hr der just-in-time-Produktion findet die Logistik teilweise in aller \u00d6ffentlichkeit, also auf der Stra\u00dfe, statt, wo sie auch unterbrochen werden kann: und zwar nicht nur oder gar allein von den Besch\u00e4ftigten. Mit einer letztlich schlichten Demonstration war etwa anl\u00e4sslich des G20-Gipfels ein wesentlicher Teil der Hafenlogistik in Hamburg kurzzeitig stillgelegt, was einen R\u00fcckstau entlang der Lieferketten erzeugte. Eine Blockade kann damit zum Mittel sozialer Auseinandersetzung werden \u2013 die dabei selbst neu zu fassen sind. Denn Amazon ist nicht nur Pionier f\u00fcr desastr\u00f6se Arbeitsverh\u00e4ltnisse, die durch seine enorme Marktmacht auch \u00fcber die Logistikbranche hinaus standardisiert werden. Das Unternehmen steht mit einer Expansion der vermeintlichen \u201esmarten\u201c Welt in alle Bereiche des Alltags auch f\u00fcr eine Zukunftsvision, in der \u00fcber eine bestimmte, n\u00e4mlich kapitalistische Form von Digitalisierung und Automatisierung, das Leben bis in die intimsten Bereiche der Verwertung zugef\u00fchrt wird. Mit den arbeitenden Kund_innen, die in einer zunehmend abgez\u00e4unten virtuellen Welt in Optimierungsschleifen und Bewertungen verharren, schafft der digitale Kapitalismus ein Informationsproletariat. Apps und Algorithmen werden zu Flie\u00dfb\u00e4ndern. Produktive und individuelle Konsumtion sind nicht mehr voneinander getrennt, selbst \u201edie couch potato wird zum produktiven Fernsehrproletarier!\u201c (Timo Daum)<\/p>\n<p><em>Zen fascists will control you 100% natural \/ You will jog for the master race \/ And always wear the happy face<\/em><\/p>\n<p><em>Dead Kennedys \u2013 California \u00fcber Alles<\/em><\/p>\n<p>W\u00e4hrend Amazon und verwandte Unternehmen aus dem Silicon Valley in Kalifornien mit ihren Diensten und Produkten permanent ein \u201ebesseres\u201c oder zumindest sch\u00f6neres, aufregenderes, vor allem aber \u201esmartes\u201c Leben versprechen, verbleiben ihre durch die Digitalisierung erm\u00f6glichten Dienste und Produkte im Rahmen kapitalistischer Zw\u00e4nge: Der Pleonasmus einer \u201esmarten\u201c Vernunft ist nichts anderes als instrumentelle Vernunft 2.0, verinnerlicht und unerbittlich. Die hierbei best\u00e4ndig erzeugten und dabei niemals vollst\u00e4ndig zu befriedigenden Bed\u00fcrfnisse haben zum Zweck, weitere Gelegenheit zur Akkumulation zu schaffen. Nicht zuletzt basiert deren Befriedigung auf der gezielten Unsichtbarmachung ihrer eigenen Existenzbedingung: Der brutalen Ausbeutung entlang globaler Wertsch\u00f6pfungsketten, deren zynische Brutalit\u00e4t da letztg\u00fcltig aufscheint, wo die Menschen, die an ihren Enden arbeiten, zugleich fr\u00f6hliche Mitglieder der Amazon Family und gl\u00fcckliche Kund_innen sein sollen. In Europa und den USA sind die Nutzer_innen und Ausgebeuteten der sogenannten Gig-Economy weitgehend identisch. Das Motto, das das Innere der Amazon-Lager schm\u00fcckt \u2013\u00a0 \u201eWork hard. Have fun. Make History\u201c \u2013 erinnert jedenfalls nicht von ungef\u00e4hr an das Mantra des Neoliberalismus: \u201eWork hard, play hard\u201c. Das daran geklatschte Zukunftsversprechen der Kalifornischen Ideologie ist nichts anderes als die Versch\u00e4rfung kapitalistischer Herrschaft mit einem smarten L\u00e4cheln.<\/p>\n<p><strong>Make Amazon Pay, fascists cry and capitalism history<\/strong><\/p>\n<p><em>Es ist die Art und Weise, in der wir unsere grundlegenden gesellschaftlichen Beziehungen gestalten, die immer wieder Angst erzeugt: nicht die viel thematisierte rassistische Angst vor einer eingebildeten Gefahr und nur vermittelt die wenig thematisierte reale Angst vor der rassistischen Gefahr. Was die kapitalistische \u00d6konomie unentrinnbar erzeugt, ist eine allgemeine Angst: die Angst, nicht zu gen\u00fcgen, \u00fcberfl\u00fcssig zu sein, ersetzt zu werden. \u201eDie Abschaffung der Angst\u201c, konnte Theodor W. Ador\u00adno deswegen b\u00fcndig formulieren, \u201eist die Aufgabe der Revolution.\u201c \u2013 Bini Adamczak<\/em><\/p>\n<p>Wir rufen dazu auf, die Mobilisierung gegen den Logistikdienstleister Amazon zu nutzen und sich an der Kampagne\u00a0<em>Make Amazon Pay<\/em>\u00a0im November 2017 anl\u00e4sslich der Rabattaktion am sogenannten Black Friday zu beteiligen. Am Black Friday, der insbesondere in den USA weit verbreitet ist, schlagen sich die kapitalistisch zugerichteten Individuen im Zuge einer konzertierten Schn\u00e4ppchenjagd um Produkte, die ein Jahr sp\u00e4ter veraltet sind, worauf das ganze Spiel von vorne beginnen kann. Amazon nutzt den Black Friday seit einigen Jahren zunehmend aber auch in Europa, um hier seine Marktmacht auszudehnen. Am 24.11. werden wir diesen Zirkel mit einer Blockade des Auslieferzentrums am Kuhdamm-Karree in Berlin sowie Aktionen in vielen anderen St\u00e4dten wenigstens zeitweilig unterbrechen.<\/p>\n<p>Bei Amazon kreuzen sich zentrale Tendenzen des gegenw\u00e4rtigen Kapitalismus, aber auch des Widerstands gegen sie. Die kapitalistisch organisierten technischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte erlaubt in der ganzen D\u00fcrftigkeit ihrer Resultate aber immerhin eine Ahnung davon, welche M\u00f6glichkeiten uns die herrschenden Produktions-\u00a0 und Eigentumsverh\u00e4ltnisse vorenthalten. Wo Nationalismus und Rassismus anstelle eines solidarischen Bezuges aufeinander stehen, da liegt die Aufgabe einer radikalen Linken auf der Hand: Als Antifaschist_innen rufen wir dazu auf, ihnen mit aller Entschiedenheit zu begegnen. Als Kommunist_innen bleibt das Ziel unserer Politik, diese Abwehr \u00fcberfl\u00fcssig zu machen.<\/p>\n<p>20 \u2013 26. November 2017 bundesweite Aktionswoche\u00a0<em>Make Amazon Pay<\/em><\/p>\n<p>November 2017\u00a0<em>Block Black Friday\u00a0<\/em>Kudamm-Karree, Berlin<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/umsganze.org\/prime-life-now\/\">umsganze.org&#8230;<\/a> vom 17. November 2017<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mark Fisher. 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