{"id":2762,"date":"2017-11-24T11:14:16","date_gmt":"2017-11-24T09:14:16","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2762"},"modified":"2017-11-24T11:14:47","modified_gmt":"2017-11-24T09:14:47","slug":"nein-zur-versklavung-vergewaltigung-und-ermordung-von-afrikanerinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2762","title":{"rendered":"Nein zur Versklavung, Vergewaltigung und Ermordung von Afrikaner*innen!"},"content":{"rendered":"<p><em>Kofi Shakur. <\/em><strong>Der Zerfall des libyschen Staates seit nun mehr als sechs Jahren f\u00fchrte nicht nur zum Ergebnis, dass Gefl\u00fcchtete in Internierungslager festgehalten, sondern auch als Sklav*innen verkauft werden.<!--more--> Mehr denn je ist es wichtig, gegen diese unmenschlichen Zust\u00e4nde auf die Stra\u00dfe zu gehen.<\/strong><\/p>\n<p>Ein Sturm der Emp\u00f6rung hat weltweit die Communities von Schwarzen Menschen erfasst, nachdem es zuerst Berichte und sp\u00e4ter auch ein Video von CNN gab, das best\u00e4tigte und zeigte, dass Schwarze Afrikaner*innen in Libyen als Sklav*innen verkauft werden.<\/p>\n<p>Verschiedene Organisationen rufen daher f\u00fcr Samstag, den 25. November, zu einer Demonstration vor der libyschen Botschaft mit dem Titel \u201eStopp mit der Versklavung, Vergewaltigung und Ermordung von Afrikaner*innen!\u201c auf.<\/p>\n<p>Die moderne Sklaverei ist eine der brutalsten Formen von Ausbeutung im Kapitalismus und betrifft h\u00e4ufig (ehemalige) koloniale und halbkoloniale Staaten.<\/p>\n<p>Der momentanen desastr\u00f6sen Situation in Libyen geht die milit\u00e4rische Intervention der westlichen Staaten voraus. Ab dem Fr\u00fchjahr 2011 fand die vom UN-Sicherheitsrat unterst\u00fctzte Bombardierung des libyschen Staatsgebietes statt, unter dem altbekannten Vorwand von humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>Damals schrieb die Trotzkistische Fraktion in einer\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nein-zum-imperialistischen-militarangriff-gegen-libyen\/\"><strong>Stellungnahme:<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Das wirkliche Ziel der milit\u00e4rischen Intervention durch die imperialistischen M\u00e4chte, unterst\u00fctzt von ihren reaktion\u00e4ren Verb\u00fcndeten wie die Diktaturen und Monarchien der Arabischen Liga, ist es, die Entwicklung eines bewaffneten Massenaufstands abzubrechen und zu verhindern, dass der Fall Gaddafis in einem Regime m\u00fcndet, welches die Interessen und Gesch\u00e4fte der gro\u00dfen \u00d6lfirmen wie der italienischen ENI und der franz\u00f6sischen TOTAL in Frage stellt. Sie intervenieren, um sicherzustellen, dass die Regierung, die Gaddafi ersetzt, genauso proimperialistisch ist wie die jetzige Regierung. Mehr noch, auf regionaler Ebene w\u00e4re eine imperialistische Intervention in Libyen ein weiterer Angriff gegen die revolution\u00e4ren Prozesse, die sich in mehreren arabischen und muslimischen L\u00e4ndern entwickeln, um einen \u201akontrollierten Ausweg\u2018 durchzusetzen und die Unterwerfung dieser L\u00e4nder unter die verschiedenen Imperialismen aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Die revolution\u00e4re Welle, die die arabische Welt ersch\u00fcttert, hat die wahren Interessen der gro\u00dfen M\u00e4chte enth\u00fcllt. Nicht nur waren sie bis vor wenigen Wochen die wichtigsten Partner der autokratischen Regime, gegen die sich die Massen jetzt auflehnen, sondern sie verteidigen weiterhin reaktion\u00e4re Regime, wie es die USA im Falle der Monarchien von Bahrain und Saudi-Arabien macht, um ihre wichtigsten Agenten zu sch\u00fctzen, die ihre Interessen in der Region garantieren.<\/p>\n<p>Die deutsche Industrie hatte unterdessen ihre\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nato-einsatz-in-libyen\/\"><strong>ganz eigenen Interessen<\/strong><\/a>\u00a0am Wirtschaftsstandort Libyen:<\/p>\n<p>2009 exportierte Deutschland Waren f\u00fcr 1,13 Milliarden Euro nach Libyen, darunter Baumaschinen, Fahrzeuge und Lebensmittel. Der gr\u00f6\u00dfte in Libyen t\u00e4tige Konzern aus Deutschland ist BASF\/Wintershall, der dort acht \u00d6lfelder betreibt. Ebenfalls in Libyen pr\u00e4sent sind Gro\u00dfkonzerne, wie RWE, Eon, Siemens Ferrostahl, Thyssen-Krupp und der Baukonzern Bilfinger Berger. Insgesamt sind nach Angaben des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) knapp 40 deutsche Firmen in Libyen t\u00e4tig. Sie kommen vor allem aus der Energiebranche, aber auch aus dem Bau-, Nahrungsmittel- oder Medizinbereich.\u201c<\/p>\n<p>F\u00fcr den Fall des Wiederaufbaus war klar, dass deutsche Unternehmen in\u00a0<a href=\"https:\/\/www.welt.de\/wirtschaft\/article13559828\/Deutsche-Wirtschaft-will-in-Libyen-investieren.html\"><strong>hohem Ma\u00dfe zu Investitionen<\/strong><\/a>\u00a0bereit waren, um selbst noch die miserable Lage des libyschen Volkes zu verwerten.<\/p>\n<p>Doch wie es bei den Interventionen der imperialistischen M\u00e4chte zur Regel wurde, sind die Lebensbedingungen in Libyen nun sogar noch unter denen des Gaddafi-Regimes. Damals formulierten die Revolution\u00e4r*innen, dass nur die libyschen Massen das Recht h\u00e4tten, Gaddafi zu st\u00fcrzen. Jede andere Variante musste zwangsl\u00e4ufig ein reaktion\u00e4res Ergebnis der einen oder anderen Auspr\u00e4gung nach sich ziehen.<\/p>\n<p><strong>Ergebnis der imperialistischen Bomben<\/strong><\/p>\n<p>In dieser blutigen Episode waren es auch Schwarze Menschen, die besonderes Leid zu tragen hatten. Teils aus ideologischer \u00dcberzeugung, teils aus der schieren Ausweglosigkeit ergriffen sie die Waffen, die ihnen das Gaddafi-Regime reichte, um es als S\u00f6ldner*innen gegen seine eigene Bev\u00f6lkerung zu verteidigen. Infolgedessen wurden sie kollektiv der Kooperation mit dem Regime verd\u00e4chtigt und waren brutaler Verfolgung ausgesetzt, woraufhin viele Libyen verlassen mussten.<\/p>\n<p>Die\u00a0<a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/eu-libyen-deal-festung-europa-baut-ihre-eigene-mauer-weiter-aus\/\"><strong>Bem\u00fchungen, die Flucht aus Libyen einzuschr\u00e4nken<\/strong><\/a>, sowie die gewaltt\u00e4tigen \u00dcbergriffe auf Fl\u00fcchtende und die unmenschlichen Bedingungen in den Lagern sind seit langer Zeit bekannt. In dieser Situation setzte die deutsche Regierung auf\u00a0<em>\u201edie Ausbildung und Ausr\u00fcstung der K\u00fcstenwache, der Bau von Gefl\u00fcchtetenlagern, die St\u00e4rkung des libyschen Grenzschutzes zu anderen afrikanischen L\u00e4ndern, Kampagnen gegen \u201aillegale Migration\u2018, die \u00dcberwachung von Alternativrouten und sogar die verst\u00e4rkte Zusammenarbeit, um die R\u00fcckf\u00fchrung \u201anicht schutzbed\u00fcrftiger\u2018 Menschen zu erm\u00f6glichen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ein\u00a0<a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=lTUsNIQYHn4\"><strong>Bericht der ARD<\/strong><\/a>\u00a0offenbarte k\u00fcrzlich, mit welcher Aggressivit\u00e4t bewaffnete Banden, die von der Bundeswehr ausgebildet wurden, Jagd auf die Boote von Fl\u00fcchtenden machen und die Freiwilligenorganisationen der Seenotrettung durch den Einsatz von Schusswaffen davon abhalten wollen, ihnen zu Hilfe zu kommen. Das Ziel dieser Eins\u00e4tze ist, das Erreichen von internationalen Gew\u00e4ssern zu verunm\u00f6glichen und die Fl\u00fcchtenden mit Waffengewalt zur R\u00fcckkehr zu zwingen.<\/p>\n<p>Mit dem italienischen Ministerpr\u00e4sidenten Gentiloni besprach Merkel ihr weiteres Vorgehen zum Erreichen des gemeinsamen Zieles:\u00a0<a href=\"https:\/\/www.bundesregierung.de\/Content\/DE\/Artikel\/2017\/07\/2017-07-26-lage-in-libyen-und-mittelmeer.html\"><strong>\u201eLibyen st\u00e4rken, Migration begrenzen\u201c.<\/strong><\/a>\u00a0Der franz\u00f6sische Pr\u00e4sident Macron verfolgt das gleiche Ziel. Die Fl\u00fcchtenden sollen in sogenannten\u00a0<a href=\"http:\/\/video.tagesspiegel.de\/5523259216001?lightbox=1\"><strong>\u201eHotspots\u201c direkt vor Ort<\/strong><\/a>\u00a0ihre Asylantr\u00e4ge stellen, um zu verhindern, \u201edass sie unbedachte Risiken eingehen\u201c.<\/p>\n<p>Vor diesem Hintergrund muss besonders die Mitwirkung der Bundeswehr an diesen Verbrechen skandalisiert werden. Die Bundeswehr und die NATO haben in Libyen keine Existenzberechtigung. Ihre Anwesenheit dort dient nur den Interessen der imperialistischen BRD bei der Begrenzung der Migration und der Konsolidierung eines abh\u00e4ngigen Marionettenregimes, dass die deutschen Interessen in Libyen zur Geltung bringen soll. Die alte Phrase der Humanit\u00e4t ist ein weiteres Mal als m\u00f6rderische L\u00fcge entlarvt worden.<\/p>\n<p>Ebenso ist die gespielte\u00a0<a href=\"http:\/\/www.zeit.de\/politik\/ausland\/2017-11\/fluechtlinge-libyen-cnn-sklavenhandel-eu-frederica-mogherini-afrikanische-union-un-sicherheitsrat\"><strong>Emp\u00f6rung der UN\u00a0<\/strong><\/a>nichts als Heuchelei. W\u00e4hrend sie jetzt versucht, die Verantwortung f\u00fcr die aktuelle Situation auf die EU abzuw\u00e4lzen, ging die Bombardierung einst vom UN-Sicherheitsrat aus.<\/p>\n<p>Die unw\u00fcrdige Situation in Libyen ist das Ergebnis der imperialistischen Attacken und Interventionen, die das Land nicht zur Ruhe kommen lassen. Nur in diesem Lichte konnte ein Vorgang wie die Versklavung von Menschen vonstatten gehen \u2014 umso mehr m\u00fcssen wir auch in den imperialistischen Zentren dagegen protestieren. Daher gab es schon vergangene Woche eine Kundgebung mit 7000 Menschen in Paris, die von der Polizei mit Tr\u00e4nengas angegriffen wurde. Doch nicht nur in Paris, auch in anderen St\u00e4dten wie Berlin regt sich der Widerstand und deshalb ist es von eminenter Bedeutung, dass weitere Proteste in mehreren St\u00e4dten angek\u00fcndigt sind.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/events\/206304216578050\/\"><strong>DEMONSTRATION F\u00dcR EIN ENDE DER VERSKLAVUNG, FOLTER, VERGEWALTIGUNGEN UND ERMORDUNGEN VON SCHWARZEN MENSCHEN IN LIBYEN<\/strong><\/a><\/p>\n<p>Wo: Podbielskiallee 42, 14195 Berlin<\/p>\n<p>Wann: Samstag, den 25. September um 13 Uhr<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.klassegegenklasse.org\/nein-zur-versklavung-vergewaltigung-und-ermordung-von-afrikanerinnen\/\">klassegegenklasse.org&#8230;<\/a> vom 24. November 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kofi Shakur. 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