{"id":2774,"date":"2017-11-25T11:00:45","date_gmt":"2017-11-25T09:00:45","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2774"},"modified":"2018-01-19T17:41:19","modified_gmt":"2018-01-19T15:41:19","slug":"widerspruechliche-wiederkehr-der-proletaritaet-eine-spurensuche-im-medialen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2774","title":{"rendered":"Widerspr\u00fcchliche Wiederkehr der Proletarit\u00e4t. Eine Spurensuche im Medialen"},"content":{"rendered":"<p><em>Gerhard Hanloser<\/em>. Auf der 67. Berlinale waren 2017 zwei Filme beziehungsweise Serien zu sehen, die meines Erachtens St\u00e4rke und Schw\u00e4chen der Linken zeigen und sich insofern bestens zur Illustration der hier an anderer Stelle vorgestellten<!--more--> und kritisierten Theorien mit ihrer Kritik an der Linken eignen.<a href=\"#_edn1\" name=\"_ednref1\">[i]<\/a> Im Berlinale-Special wurde die restaurierte Fassung von Rainer Werner Fassbinder Serie <em>Acht Stunden sind kein Tag<\/em> von 1972 gezeigt. Fassbinders Kino \u2013 Ausdruck der Moderne \u2013 geht in die Stammkneipe und sucht das Arbeiter\/innendorf auf. Im Zentrum seines Mehrteilers steht nicht der vereinzelte Einzelne, sondern das in der Familie sozialisierte, auf sie verwiesene und ihr gleichsam entkommen wollende Individuum auf der Suche nach freier Soziet\u00e4t.<\/p>\n<p>Die explizit auf das proletarische Milieu abstellende Serie durchst\u00f6\u00dft den sch\u00f6nen Schein der damaligen, vorrangig aus den USA stammenden Familienserien der Reichen, Gl\u00fccklichen und Sch\u00f6nen. Vielleicht eignet sich eine solche Repr\u00e4sentation des Proletarischen und Plebejischen im Film viel besser als die reformerische Repr\u00e4sentation im Parteiensystem. Es geht um Betriebsauseinandersetzung, Streik, Sabotage, Ringen um Mitbestimmung am Arbeitsplatz, aber auch um private Belange wie Wohnen, Kindererziehung, Alkoholkonsum, gelungene Beziehungen, frustrierende Ehen. Wenn die Existenz einer proletarischen Common Decency eine filmische Umsetzung erfahren hat, dann hier. Im Bewusstsein der proletarischen, aber auch famili\u00e4r-sozialen Unentbehrlichkeit beziehen sich die gezeigten drei Generationen solidarisch aufeinander, wenn auch nie konfliktfrei. Nat\u00fcrlich sollte dadurch die Heile-Welt-Stimmung deutscher Nachkriegsproduktionen konterkariert werden.<a href=\"#_edn2\" name=\"_ednref2\">[ii]<\/a><\/p>\n<p><em>Acht Stunden sind kein Tag<\/em> ist eine didaktisch ausgerichtete Familienserie, in deren Zentrum ein Werkzeugmacher steht; so der junge, klassenbewusste Jochen, gespielt von Gottfried John. Starke Frauenfiguren stehen ebenso im Fokus des Filmes: Hanna Schygulla verk\u00f6rpert seine Freundin Marion, eine Angestellte in einer Zeitungsannoncenabteilung, immer im Kampf mit der proletarierverachtenden Kollegin Irmgard, die etwas Besseres sein will, aber nicht zuletzt \u00fcber die Begegnung mit einem Werkzeugmacher aus dem Betrieb von Jochen eines Besseren belehrt wird. Im Film sind Sozial- und K\u00fcnstlerkritik vereint und lassen sich insofern nicht unterscheiden. Gut sichtbar wird dies in einem von der Oma Luise Ullrich (dargestellt von einem Kinostar der 1950er-Jahre) angef\u00fchrten Kampf um Wohnraum und schlie\u00dflich auch einen selbst\u00e4ndigen Kinderladen, f\u00fcr den sie sich mit subversiven, der Spontibewegung entlehnten Aktionsformen einsetzt. Die Belegschaft k\u00e4mpft nat\u00fcrlich gegen Ausbeutung und Ungleichheit, aber auch f\u00fcr ein Mehr an Mitbestimmung, Autonomie und Authentizit\u00e4t. Wo ihre Vorschl\u00e4ge selbst aufgegriffen werden, um die Arbeitsabl\u00e4ufe im Betrieb zu Gunsten des Unternehmens zu optimieren, erfolgt eine kleine durch die junge Hanna Schygulla vorgenommene Lehrstunde in marxistischer Mehrwerttheorie, der zufolge sich der Kampf der Arbeiter\/innen nicht in blo\u00dfer Mitbestimmung ersch\u00f6pfen kann.<\/p>\n<p>Ehe und Familie werden hier als beengt und einengend gezeigt, stellen aber dialektisch doch einen Ort und R\u00fcckzugspunkt nichtkonkurrenzvermittelter Begegnung dar, wenn \u201eKummer\u201c besprochen werden kann und Solidarit\u00e4t zwischen den Generationen waltet. Ist Gewalt und Lieblosigkeit im Spiel, gilt das Prinzip der freien Liebe (im Sinne der alten Anarchisten und Sozialisten) als ein begr\u00fcndetes L\u00f6sen einer ehelichen Verbindung, wie gezeigt in der Staffel \u00fcber ,Harald und Monika\u2018.<\/p>\n<p>Es gibt in der Serie keine Linken als personale Statthalter einer Idee. Das Linke hat hier keinen aparten Auftritt, ist nicht ein abgegrenztes Milieu, sondern stellt sich als Aufkl\u00e4rung, Erkenntnis der eigenen Lage und Mut zum Kampf gegen Zumutungen erst in Gespr\u00e4chen und gemeinsamen Aktionen her, auch als pl\u00f6tzliches Erkennen. Die Gespr\u00e4che k\u00f6nnen unter der Dusche im Betrieb erfolgen, aber auch als Liebespaar im Bett. <em>Acht Stunden sind kein Tag<\/em> zeigt auch Prozesse von Radikalisierung: Wenn der Betriebsrat nicht aktiv wird, m\u00fcsse man sich selbst zur Wehr setzen, nur resignieren, das d\u00fcrfe man nie; so endet die erste Staffel mit den weisen Worten der jungen Marion. Und tats\u00e4chlich produzieren die Arbeiter daraufhin \u201eSchrott\u201c, betreiben mithin Sabotage, um wieder eine ihnen zugesprochene und dann vorenthaltene Pr\u00e4mie von der Unternehmensleitung zu erhalten.<\/p>\n<p>Antirassismus spielt als ostentative Geste des guten Willens oder als Konsumentenideologie keine Rolle, aber nat\u00fcrlich gibt es ausl\u00e4ndische Kollegen und auch Rassismus im Betrieb. Im Kampf gegen einen unliebsamen Meister spielt der gebrochen Deutsch sprechende italienische Kollege eine Schl\u00fcsselrolle, weil er eine dem Meister schadende Bestellung aufgibt. Daraufhin von Entlassung bedroht, setzen sich alle Kollegen f\u00fcr ihn ein. Nur \u201eR\u00fcdiger\u201c, ein unangenehm wirkender blonder Protagonist, der rassistisch, unkollegial und mit dem Lauf der ausbeuterischen Dinge meist einverstanden ist, will ihn bei der Betriebsleitung diffamieren. Dies fliegt auf, so dass er in der Belegschaft isoliert ist.<\/p>\n<p>Die Serie pr\u00e4sentiert indessen keinen Proletkult. Wir sehen saufende und schwitzende, lallende Arbeiter in ihrer ganzen H\u00e4sslichkeit, Armseligkeit und Verzweiflung, aber niemals gelangt der\/die Zuschauer\/in in eine \u00fcberlegene Position \u2013 oder in eine, in der er\/sie sich selbst geneigt sieht, sich von den Protagonisten abzuwenden. Stattdessen bringt der\/die Zuschauer\/in im Betrachten der elenden Arbeiter mit ihren Sorgen und N\u00f6ten (dem in der Serie wiederholt artikulierten \u201eKummer\u201c) diesen vielmehr etwas entgegen, was man wohl heutzutage als Empathie bezeichnet, was man aber auch \u2013 in der Sprache der alten Linken \u2013 schlicht \u201eSolidarit\u00e4t\u201c nennen kann. Ein anderer Film, der im Rahmen von Generation 14plus auf der 67. Berlinale lief, der dreist\u00fcndige Film <em>Ceux qui font les r\u00e9volutions \u00e0 moiti\u00e9 n\u2018ont fait que se creuser un tombeau<\/em> (<em>Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves<\/em>), ist dahingegen ein Beispiel f\u00fcr die lebensfeindliche antiaufkl\u00e4rerische Haltung der aktuellen Linken, und er kann als Darstellung narzisstisch-verdorbener Desperados als \u201eradikaler Linker\u201c Mich\u00e9as Kritik an dieser nur untermalen.<a href=\"#_edn3\" name=\"_ednref3\">[iii]<\/a> Der Film stammt von den beiden Kanadiern Mathieu Denis und Simon Lavoie und ist aus dem Jahre 2016.<\/p>\n<p>Er zeigt einen Prozess der zerst\u00f6rerischen Selbstisolation einer nur noch auf sich selbst verwiesenen Gruppe von vier Verzweifelten nach dem Verebben der studentischen Protestbewegung des \u201eAhorn-Fr\u00fchlings\u201c in Quebec. Ohnmacht und Sprachlosigkeit f\u00fchren zu Zerst\u00f6rungssehns\u00fcchten, und die neue Kommune der Protagonisten von Klas Batalo, Ordine Nuovo, Tumulto und Giutizia hat wenig von avantgardistischer Aufl\u00f6sung der Kleinfamilie in einer neuen freien Vereinigung, sondern mehr von einem Zwangskollektiv <em>en miniature<\/em>. Einige anf\u00e4ngliche Aktionen m\u00f6gen noch im Geiste der situationistischen Spa\u00dfguerilla gehalten sein, doch die \u00dcberg\u00e4nge zum ziellosen Terrorismus sind flie\u00dfend.<\/p>\n<p>Das eigene Anliegen kann hierbei nicht mehr kommuniziert werden. So fragt eine aus den Philippinen stammende Kosmetikerin ein in der Sexarbeit sich verdingendes Mitglied der Kommune beim Wachsen des Intimbereichs, was es denn gegen die Gesellschaft einzuwenden habe? Man habe doch in Kanada ein funktionierendes Sozialsystem und keine Diktatur. Darauf keine Antwort \u2013 blo\u00df Schweigen. Das Geheimwissen \u00fcber die Unzumutbarkeit der Verh\u00e4ltnisse kann nicht kommuniziert werden, weil das Leiden ein apartes, nicht verallgemeinerbares ist. Gleichzeitig verbleibt die philippinische Beautyarbeiterin in der Rolle der blo\u00dfen Dienstleisterin und wird bei aller Intimit\u00e4t des Vorgangs beim Wachsen doch auf Distanz gehalten. Als potenziell zu \u00fcberzeugende arbeitende Genossin erscheint sie nicht im Bewusstsein des Kommunemitglieds. Ihr subjektiver Hass auf die Verh\u00e4ltnisse erw\u00e4chst aus psychischen Dispositionen, nicht aus einer allgemeinen Lage der Ausbeutung, Unterdr\u00fcckung, Vereinzelung, Beleidigung. Die vier Mitglieder der Kommune-Gang werden so auch niemals in der Lage sein \u201eden urspr\u00fcnglichen Egoismus der Jugend zu \u00fcberwinden und sich, wie Lasch weiter ausf\u00fchrt, \u201aallm\u00e4hlich mit dem Gl\u00fcck und dem Erfolg der Mitmenschen zu identifizieren\u2018\u201c.<a href=\"#_edn4\" name=\"_ednref4\">[iv]<\/a> Eine solche Revolte bezieht \u201eihre Motivation nur noch aus Wut, Hass, Neid und Ressentiment (also letztlich aus den kindischsten Formen des Machtstrebens)\u201c.<a href=\"#_edn5\" name=\"_ednref5\">[v]<\/a><\/p>\n<p>Am Ende des Filmes verbrennt sich eine Kommuneprotagonistin vor den Augen der eigenen Mutter, als letzter verzweifelter Akt einer autoaggressiven narzisstischen St\u00f6rung. Solche von allen Mitgliedern der Kommune geteilten St\u00f6rungen waren bereits erkennbar in den Selbstkritikorgien der Gruppenmitglieder, in denen sie sich selbst unter anderem wegen \u201eNostalgie\u201c anklagten und verletzten. \u201eDie Linke hat nur zu h\u00e4ufig als Zufluchtsort vor den Schrecken der Innenwelt gedient\u201c, so Mich\u00e9a in einem Zitat des Kulturkritikers Christopher Lasch, der f\u00fcr die Linke der USA protokollierte: \u201eEin anderer ehemaliger Linker, Paul Zweig, hat sich dahingehend ge\u00e4u\u00dfert, er sei in den fr\u00fchen f\u00fcnfziger Jahren Kommunist geworden, weil der Kommunismus [\u2026] ihn von den ramponierten R\u00e4umen und zerbrochenen Vasen eines blo\u00df privaten Lebens befreite. Solange politische Bewegungen eine fatale Anziehungskraft auf Menschen aus\u00fcbten, die das Gef\u00fchl pers\u00f6nlichen Versagens in kollektivem Handeln zu ertr\u00e4nken suchen \u2013 als ob kollektives Handeln eine intensive Beachtung des pers\u00f6nlichen Befindens eines Menschen ausschl\u00f6sse \u2012, werden politische Bewegungen \u00fcber die pers\u00f6nliche Dimension sozialer Krisen wenig aussagen k\u00f6nnen.\u201c<a href=\"#_edn6\" name=\"_ednref6\">[vi]<\/a> Der eigene Schmerz und das eigene Leiden werden unmittelbar politisiert und damit als der Bearbeitung harrende Probleme negiert. Gleichzeitig wird politische Agitation und Praxis lebensfeindlich und regressiv.<\/p>\n<p>,1968\u2018 erscheint in dem Film als \u00e4hnlich verwerflich und des Attackierens w\u00fcrdig wie bei Mich\u00e9a und Boltanski \/ Chiapello, wenn auch nicht als den Narzissmus bef\u00f6rdernde Bewegung oder als Kritikform, welche die Managementambitionen der Modernisierung des Kapitalismus unterlegt. Der 68er tritt direkt in zwei patriarchalen Figuren auf: zum einen in Gestalt des Vaters von Klas, zum anderen in Form eines sich an die Vergangenheit erinnernden aufdringlichen Freiers, der bei der transsexuellen Sexarbeiterin Ordine Nuovo eine Rosa-Luxemburg-Schrift entdeckt. Dies l\u00f6st bei ihm eine Reflexion \u00fcber seine angeblich radikale Jugend aus. Der Freier wird, hilflos-weinend, geschlagen und rausgeschmissen. Dass er schlicht als Freier \u00fcbergriffig geworden ist, wird allerdings nicht kommuniziert; er ist vom Vertragspartner schlicht zum Feind geworden \u2013 das Medium dieses radikalen \u00dcbergangs ist ausgerechnet ein marxistisches Buch, das ja auch Gemeinsamkeit jenseits des Vertragssex implizieren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Auch der Vater-Sohn-Konflikt wird nicht gel\u00f6st, sondern nur extrem ausagiert. Klas rammt seinem Vater ein Steakmesser in die Schulter und st\u00fcrmt aus dem Haus; der alt gewordene v\u00e4terliche Ex-68er hatte seine rebellische Vergangenheit l\u00e4ngst verdr\u00e4ngt und wollte den Sohnemann nur noch aufs Funktionieren verpflichten: er solle erst mal ein n\u00fctzlicher Teil der Gesellschaft werden. Die vier Revolteprotagonisten sind kaum in der Lage, ihre Erfahrungen zu verbalisieren. Diskutiert wird nicht, und von der Lust am besseren Argument, der Lust an der Kritik, die 68 pr\u00e4gte, ist in dem Film nichts zu versp\u00fcren. W\u00e4hrend <em>Acht Stunden sind kein Tag<\/em> eine Orgie an Mitteilsamkeit, Diskussion und Verst\u00e4ndigung ist, ersch\u00f6pft sich <em>Ceux qui font les r\u00e9volutions \u00e0 moiti\u00e9 n\u2018ont fait que se creuser un tombeau<\/em> (<em>Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves<\/em>) in blo\u00dfem Verstummen oder im autistischen Monolog. Liegen die vier Protagonisten nackt zusammen, so werden hier nicht etwa, k\u00f6rpertherapeutisch oder sexualpolitisch motiviert, Blockaden aufgel\u00f6st, sondern eine kuschelnde Regression, gepaart mit narzisstischer Selbstausstellung sch\u00f6ner K\u00f6rper, entwickelt sich.<\/p>\n<p>Welche Theorie hat die Gruppe? Keine! Zitatfetzen aus Manifesten und Pamphleten werden pr\u00e4sentiert, die f\u00fcr die Gruppe Wichtigkeit signalisieren, vielleicht auch den Film diskursiv unterf\u00fcttern sollen. L\u00e4ngst ist Theorie nur noch ein beliebig zusammensetzbarer, dekonstruierbarer Zitatenschatz, allein auf Schlagworte der Radikalit\u00e4t verk\u00fcrzt. In Fassbinders Satire der Dritten Generation der RAF (<em>Die dritte Generation<\/em>, 1979) werfen sich die kleinb\u00fcrgerlich-radikalisierten Protagonisten die Klassiker der revolution\u00e4ren Literatur als Zeichen ihrer theoretischen Unernsthaftigkeit zu. Eben diese Symbolik trifft auch auf den kanadischen Dreistunden-Streifen zu. Die radikale Linke wird bei <em>Ceux qui font les r\u00e9volutions \u00e0 moiti\u00e9 n&#8217;ont fait que se creuser un tombeau<\/em> (<em>Those Who Make Revolution Halfway Only Dig Their Own Graves<\/em>) mit einem Negativbild konfrontiert; eine filmische Darbietung, die als Kritik und Warnung gleicherma\u00dfen gesehen werden kann, w\u00e4hrend sie in der 70er-Jahre-Serie von Fassbinder <em>Acht Stunden sind kein Tag<\/em> eine Herausforderung findet, dem Sozialen und Proletarischen wieder gewahr zu werden und es einer wirklich subversiven und fundamentaloppositionellen Praxis zuzuf\u00fchren, die an der Erkenntnis festzuhalten versteht, dass das Ganze im Kapitalismus das Falsche ist.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/duepublico.uni-duisburg-essen.de\/servlets\/DerivateServlet\/Derivate-44165\/07_Hanloser_Proletaritaet.pdf%20vom%2025\">Sozial.Geschichte Online&#8230;<\/a> vom 25. November 2017<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ednref1\" name=\"_edn1\">[i]<\/a> Vgl. den vorangegangenen Artikel des Autors in diesem Heft: Franz\u00f6sische Erkl\u00e4rungsversuche f\u00fcr die Schw\u00e4che der Linken. Eine Auseinandersetzung mit Luc Boltanski \/ \u00c8ve Chiapello, Didier Eribon und Jean-Claude Mich\u00e9a.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref2\" name=\"_edn2\">[ii]<\/a> Wobei den Figuren der patent-anpackenden Oma und ihres dementen alten liebevollen Freundes Gregor durchaus nachgesp\u00fcrt werden k\u00f6nnte. Schlie\u00dflich entstammen beide der Generation der Nazit\u00e4ter\/innen. Faschismus ist in dem Film allerdings abwesend; die Oma poltert nur einmal verd\u00e4chtig w\u00fctend gegen die Spekulanten bei der Wohnungssuche. Die altersbedingte Amnesie des so liebevoll gezeigten Gregors, gespielt von Werner Finck, k\u00f6nnte auch als Allegorie auf ein Vergessenwollen der Nazivergangenheit der \u00e4lteren Generation interpretiert werden. Damit w\u00e4re nat\u00fcrlich ein Schatten auf den emanzipatorischen Gehalt dieser Serie geworfen.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref3\" name=\"_edn3\">[iii]<\/a> Zu Jean-Claude Mich\u00e9as Kritik an der \u201eradikalen Linken\u201c vgl. den vorangegangen Artikel des Autors in diesem Heft: Franz\u00f6sische Erkl\u00e4rungsversuche f\u00fcr die Schw\u00e4che der Linken. Eine Auseinandersetzung mit Luc Boltanski \/ \u00c8ve Chiapello, Didier Eribon und Jean-Claude Mich\u00e9a.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref4\" name=\"_edn4\">[iv]<\/a> Jean-Claude Mich\u00e9a, Das Reich des kleineren \u00dcbels. \u00dcber die liberale Gesellschaft, Berlin 2014, S. 170.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref5\" name=\"_edn5\">[v]<\/a> Ebenda, S. 171.<\/p>\n<p><a href=\"#_ednref6\" name=\"_edn6\">[vi]<\/a> Christopher Lasch, Das Zeitalter des Narzissmus, M\u00fcnchen 1980, S. 33 f.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerhard Hanloser. Auf der 67. 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