{"id":2783,"date":"2017-11-28T09:28:40","date_gmt":"2017-11-28T07:28:40","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2783"},"modified":"2017-11-28T09:30:37","modified_gmt":"2017-11-28T07:30:37","slug":"vw-betriebsraete-im-korruptionssumpf-die-freunde-von-peter-hartz-4","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2783","title":{"rendered":"VW Betriebsr\u00e4te im Korruptionssumpf &#8211;\u00a0Die Freunde von Peter Hartz 4"},"content":{"rendered":"<p><em>Siegfried Buttenm\u00fcller<\/em><strong>. Der Chef des Betriebsrates des VW Konzernes Bernd Osterloh hat zugegeben, dass er im letzten Jahr 750 Tausend Euro \u201eGehalt&#8220; vom VW Konzern bekommen hat. Gibt es eine Chance gegen die Machenschaften der B\u00fcrokratie<!--more--> der Gewerkschaften und der Sozaldemokratie?<\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund einer Anzeige gegen VW Manager wegen Veruntreuung des Geldes f\u00fcr die \u00fcberh\u00f6hten Bez\u00fcge von Osterloh ist nun nach mehreren Monaten eine \u201eDurchsuchung&#8220; von B\u00fcros einiger Manager von VW erfolgt. Zuvor hatte der Konzern genug Zeit gehabt um ein \u201eGutachten&#8220; erstellen zu lassen, wonach diese Bez\u00fcge angeblich rechtens gewesen sind.<\/p>\n<p>Bernd Osterloh ist jedoch Industriekaufmann und als solcher f\u00fcr Betriebsratsarbeit lediglich auf Zeit freigestellt. Nach Wikipedia Informationen \u00fcber seinen beruflichen Werdegang hat er keine Weiterbildung zum Betriebswirt oder \u00e4hnliches gemacht und h\u00e4tte somit ein normales Einkommen als Industriekaufmann zu beanspruchen. Also wohl etwa 75 Tausend Euro im Weltkonzern VW, nur ein Zehntel was er letztlich nach eigenen Angaben bekommen hat.<\/p>\n<p>Der Betriebsrat selbst hat s\u00e4mtliche Eingruppierungen in Lohngruppen und Bez\u00fcge der Mitarbeiter auf Rechtm\u00e4\u00dfigkeit zu pr\u00fcfen und zu genehmigen, also auch die seiner Mitglieder. Gegen den Betriebsrat wird jedoch nicht wegen offensichtlicher Pflichtverletzungen und Gesetzesverst\u00f6sse ermittelt.<\/p>\n<p>Also hat Herr Osterloh bei VW mindestens das Zehnfache Gehalt bekommen was ihm zugestanden h\u00e4tte, nach dem was er selbst angibt. So Gro\u00dfz\u00fcgig war Herr Osterloh allerdings nicht bei den normalen Mitarbeitern, denn er hat beruflich eng mit VW Manager Peter Hartz zusammengearbeitet. Selbst die IG Metall hatte das von Osterloh und Hartz ausgehandelte \u201eVW Modell&#8220; als Tarifdumping&#8220; verurteilt. Hartz wurde bereits zu sehr milden 2 Jahre Gef\u00e4ngnisstrafe mit Bew\u00e4hrung verurteilt, weil er den Betriebsr\u00e4ten \u201eLustreisen&#8220; zu Prostituierten in Brasilien und andere \u201eVerg\u00fcnstigungen&#8220; gew\u00e4hrt hatte. Die \u201eVerantwortung&#8220; f\u00fcr solch bodenlose Korruption, menschliche Abgr\u00fcnde, Verkommenheit und Kriminalit\u00e4t \u00fcbernahm der damalige Betriebsratsvorsitzende Volkert der wie Hartz zu einer Gef\u00e4ngnisstrafe von 2 Jahren und 9 Monaten verurteilt wurde. Eben dieser Peter Hartz wurde f\u00fcr solche \u201eVerdienste&#8220; von der Schr\u00f6der \/ Fischer Regierung als \u201eExperte&#8220; und Vorbereiter der Hartz Gesetze beauftragt.<\/p>\n<p>Obwohl ganz sicher auch der Stellvertreter von Volkert \u00fcber diese Machenschaften sehr gut Bescheid gewusst hat, durfte Osterloh Nachfolger des verurteilten Betriebsratsvorsitzenden Volkert werden.<\/p>\n<p>Es gibt nat\u00fcrlich aber auch den Abgasskandal und zahlreiche weitere kriminelle Machenschaften bei VW bis hin zur Zusammenarbeit mit Diktaturen und Despoten in Lateinamerika, die Gewerkschafter und Arbeitnehmervertreter blutig verfolgt haben.<\/p>\n<p>Dem Leser d\u00fcrfte jedoch klar sein das dieses ganze kapitalistische System nicht ohne solche kriminelle B\u00fcrokratie auskommen kann, und dass diese im Kapitalismus nicht abgeschafft werden wird, auch wenn es bei VW besonders kra\u00df zugeht. Daher m\u00f6chte der Autor den Blick auf m\u00f6gliche Ursachen und auf Gegenstrategien lenken und auch auf kapitale Fehler die bisweilen leider gemacht werden.<\/p>\n<p>VW ist eigentlich ein Staatsbetrieb denn es gibt das sogenannte \u201eVW Gesetz&#8220; das dem Land Niedersachsen eine Art Vetorecht trotz Minderheitenanteil zusichert. Das war der Grund, dass sich Porsche im \u00dcbernahmekampf gegen VW die Z\u00e4hne ausgebissen hat und am Ende selbst von VW \u00fcbernommen wurde. Staatsbetrieb bedeutet, dass der Staat eben eine direkte Kontrollfunktion bei VW hat. Daher sind s\u00e4mtliche Skandale von VW eigentlich und vor allem auch Skandale der Politiker und Parteien, die diese Skandale und Entwicklungen zugelassen haben. Dies ist von b\u00fcrgerlichen Politikern kaum anders zu erwarten aber auch Vertreter von Die Linke haben das \u201eVW Modell&#8220; schon als gut funktionierend und Beispiel f\u00fcr \u201eWirtschaftsdemokratie gelobt. Auch Sahra Wagenknecht hatte im letzten Jahr vor VW Managern \u00fcber angebliche Gemeinsamkeiten von \u201eGoethe und Marx&#8220; referiert, wobei die 400 Euro Eintritt f\u00fcr die Manager bei ihrem Gehalt \u00fcblich gewesen sind.<\/p>\n<p>Aber auch die Gewerkschaften haben wegen dem VW Gesetz erweiterte Mitspracherechte, zum Beispiel im Aufsichtsrat. Das schl\u00e4gt sich jedoch vor allem beim \u00fcberh\u00f6hten Gehalt der \u201eArbeitnehmervertreter&#8220; wie Osterloh nieder, wie man sieht.<\/p>\n<p>Die Frage, warum solche Leute wie Osterloh und Volkert an die Spitze des VW Betriebsrates gew\u00e4hlt werden, l\u00e4sst sich leicht aufkl\u00e4ren. VW hat in seinem Stammsitz in Wolfsburg viele Tausende Manager, Abteilungsleiter, Spezialisten und sonstige Gro\u00dfverdiener. Diese sind zwar bei weitem nicht die Mehrheit, bilden aber einen entscheidenden Block bei Betriebsratswahlen. Tausende die also \u00fcber 10 Tausend Euro im Monat verdienen und derzeit in der Regel wollen das alles so bleibt. Dieser Block ist dann entscheidend f\u00fcr die Zusammensetzung des Betriebsrates. Die anderen Stimmen sind oft auf sonstige Bewerber sowie auf Abteilungen, Nationalit\u00e4ten, Sympathien usw. aufgeteilt.<\/p>\n<p>Dies wird jedoch nicht immer so bleiben. Wenn der Kapitalismus in eine schwere Krise ger\u00e4t, dann k\u00f6nnen Belegschaften international agierender Konzerne wie VW als schwerste Bataillone der Arbeiterklasse eine sehr wichtige Rolle beim Aufbau einer internationalen und antikapitalistischen Wirtschaftsordnung und einer neuen Gesellschaft spielen. Korrupte und hoch privilegierte B\u00fcrokratie hat in solch einer Gesellschaft allerdings keinen Platz. Antikapitalistische Forderungen m\u00fcssen deshalb auch in Konzerne wie VW hineingetragen werden. Der Kampf f\u00fcr soziale Gleichheit, Demokratie und gegen den Kapitalismus \u00a0geh\u00f6rt in die Betriebe.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/trd1117\/t451117.html\">trend&#8230;<\/a> vom 28. November 2017<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Siegfried Buttenm\u00fcller. Der Chef des Betriebsrates des VW Konzernes Bernd Osterloh hat zugegeben, dass er im letzten Jahr 750 Tausend Euro \u201eGehalt&#8220; vom VW Konzern bekommen hat. 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