{"id":2883,"date":"2017-12-16T17:19:21","date_gmt":"2017-12-16T15:19:21","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2883"},"modified":"2017-12-16T17:19:21","modified_gmt":"2017-12-16T15:19:21","slug":"das-schwarzbuch-des-kommunismus-ein-ideologisches-machwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=2883","title":{"rendered":"Das &#8222;Schwarzbuch des Kommunismus&#8220;: ein ideologisches Machwerk"},"content":{"rendered":"<p><strong>Im Jahr 1995, sechs Jahre nach dem Fall der Mauer, verfasste der\u00a0franz\u00f6sische Historiker Fran\u00e7ois Furet einen dicken Schinken, den er als Grabstein f\u00fcr den verstorbenen Kommunismus verstanden wissen wollte: &#8222;Die Vergangenheit einer Illusion.<!--more--> Essay \u00fcber die kommunistische Idee im 20.Jahrhundert&#8220;. 1997 ver\u00f6ffentlichte eine Gruppe von Historikern unter der Leitung von Stephane Courtois ein noch monumentaleres Werk, das &#8222;Schwarzbuch des Kommunismus. Verbrechen, Terror, Repression&#8220;. 800 Seiten, um die weltweiten Verbrechen des &#8222;Kommunismus&#8220; aufzulisten und die Leichen zu z\u00e4hlen, mit denen seine Geschichte gepflastert ist. Diesmal musste der\u00a0Kommunismus wieder ausgegraben werden, um ihn noch einmal zu richten. Aus Angst, er k\u00f6nne immer noch als Gespenst umgehen&#8230; Der Nationalsozialismus hat sein N\u00fcrnberg gehabt. &#8222;Wann kommt endlich das N\u00fcrnberger Tribunal des Kommunismus?&#8220;, fragen die Historiker und Autoren des Buchs, die sich zu Richtern der Geschichte aufgeschwungen haben und deren Urteil schon feststeht: Der Kommunismus, untrennbar mit dem Stalinismus verbunden, war mindestens so kriminell wie der\u00a0Nationalsozialismus. Dabei werden Orientierungspunkte verwischt, \u00dcberzeugungen aus der Fassung gebracht und ein Geschichtsbild entworfen, wonach das 20.Jahrhundert nicht mehr als eine Ansammlung von Leichen, die Oktoberrevolution ein f\u00fcrchterlicher Irrweg und das kommunistische Ideal ein verh\u00e4ngnisvolles Ungeheuer gewesen sei.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Damit Geschichte sich nicht allein auf Repression reduziert, die Vernunft nicht unter der Raserei begraben wird und Opfer und T\u00e4ter nicht verwechselt werden, muss vor allem die Oktoberrevolution studiert werden, damit daraus Lehren f\u00fcr die Zukunft gezogen werden k\u00f6nnen. Ein Ereignis, das viel zu bedeutend war, als dass es von ein paar Historikern, selbsternannten Inquisitoren, eingestampft werden k\u00f6nnte. Aus einer Brosch\u00fcre mit dem Titel &#8222;Kommunismus und Stalinismus&#8220;, die in Frankreich als Beilage zu &#8222;Rouge&#8220;, der Wochenzeitung der franz\u00f6sischen Sektion der IV.Internationale erschienen ist, ver\u00f6ffentlichen wir hier den ersten Teil. [Redaktion SoZ*<\/strong><\/p>\n<p><em>Daniel Bensaid. <\/em>Im Jahre 1798, inmitten einer Periode der Reaktion, schrieb Immanuel Kant \u00fcber die Franz\u00f6sische Revolution, ein solches Ereignis werde, trotz Niederlagen und R\u00fcckschl\u00e4gen, nicht in Vergessenheit geraten. Denn die zerrissene Zeit habe auch fl\u00fcchtig den Blick auf das Versprechen einer Befreiung der Menschheit freigegeben. Kant hatte recht. Unser Problem heute ist herauszufinden, ob das grosse\u00a0 Versprechen, das mit dem Namen der Oktoberrevolution verbunden ist, dieses Ereignis, das die Welt ersch\u00fctterte und als Licht aus der Finsternis emporstieg zum Zeitpunkt des ersten weltweiten Abschlachtens der Menschheit, ebenfalls &#8222;dem Ged\u00e4chtnis der V\u00f6lker anheimgegeben&#8220; werden kann. Es geht darum, Erinnerungsarbeit zu leisten und um dieses Ged\u00e4chtnis zu k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Der 80.Jahrestag der Oktoberrevolution w\u00e4re fast unbemerkt\u00a0vor\u00fcbergegangen. Dem Schwarzbuch des Kommunismus kommt zumindest das\u00a0Verdienst zu, die &#8222;Frage des Oktober&#8220;, eine jener grossen Streitfragen, \u00fcber die man sich nie einigen wird, erneut aufs Tapet gebracht zu haben. Das Ziel der Operation, vom Projektleiter Stephane Courtois klar verk\u00fcndet, ist dabei, eine strikte Kontinuit\u00e4t, vollendete Koh\u00e4renz zwischen Kommunismus und Stalinismus, zwischen Lenin und Stalin, dem Leuchtfeuer der beginnenden Revolution und der eisigen D\u00e4mmerung des Gulag herzustellen: &#8222;Stalinist und Kommunist, das ist dasselbe&#8220;, schreibt er am 9.11. im &#8222;Journal de Dimanche&#8220;. Es ist unerl\u00e4sslich, die Frage zu beantworten, die der grosse sowjetische Historiker Michail G\u00fcfter aufgeworfen hat: &#8222;Diesen Knoten gilt es zu l\u00f6sen: Ist der Gang der Ereignisse tats\u00e4chlich ein Kontinuum, oder handelt es sich um zwei Ereignisstr\u00e4nge, die eng miteinander verschlungen sind, aber trotz allem auf verschiedene Ursachen verweisen, auf zwei verschiedene politische und moralische Welten?&#8220; (&#8222;Stalin ist gestern gestorben&#8220;, &#8222;L&#8217;Homme et la societe&#8220;, Nr.2\/3, 1988.) Eine zentrale Frage, von der sowohl die F\u00e4higkeit abh\u00e4ngt, das zu Ende gehende Jahrhundert zu verstehen, wie auch unsere Handlungslinien in dem aufgew\u00fchlten Zeitalter, das vor uns liegt. Wenn der Stalinismus &#8212; wie viele behaupten &#8212; nicht mehr gewesen ist als eine einfache &#8222;Abweichung&#8220; von oder &#8222;eine tragische Fortsetzung&#8220; der kommunistischen Idee, dann m\u00fcssten daraus andere, radikalere Schlussfolgerung hinsichtlich dieser Idee selbst gezogen werden.<\/p>\n<p><strong>Das Gespenst geht wieder um<\/strong><\/p>\n<p>Das ist es auch, worauf die Autoren des Schwarzbuchs hinaus wollen.\u00a0 Zun\u00e4chst verwundert an ihnen der anachronistische Ton des Kalten\u00a0Kriegers, den Stephane Courtois und einige in der Presse erschienene\u00a0Artikel anschlagen. W\u00e4hrend der Kapitalismus, der schamhaft in\u00a0&#8222;marktwirtschaftliche Demokratie&#8220; umgetauft wird, sich nach dem Zerfall der Sowjetunion gern als Gesellschaftsordnung ohne Alternative und absoluter Sieger am Ende dieses Jahrhunderts darstellt, enth\u00fcllt die Verbissenheit der Autoren in Wirklichkeit eine grosse verdr\u00e4ngte Angst: die Angst, es k\u00f6nnten die Verderbtheiten und Plagen des \u00fcbriggebliebenen Systems umso greller hervortreten, als es mit seinem b\u00fcrokratischen Double auch sein bestes Alibi verloren hat. Es kommt also darauf an, vorsorglich alles zu verteufeln, was auf eine m\u00f6gliche andere Zukunft verweist. Denn jetzt, wo die stalinistische F\u00e4lschung untergegangen ist, wo die\u00a0kommunistische Idee nicht l\u00e4nger b\u00fcrokratisch usurpiert werden kann, kann letztere erneut als Richtschnur dienen, als Gespenst umgehen&#8230;<\/p>\n<p>Wieviele gl\u00fchende alte Stalinisten haben aufgeh\u00f6rt, Kommunisten zu sein, weil sie zwischen Stalinismus und Kommunismus nicht zu unterscheiden vermochten, und haben sich mit dem Feuereifer von Konvertiten der liberalen Sache angeschlossen? Stalinismus und Kommunismus sind nicht nur zwei verschiedene, sondern auch zwei gegens\u00e4tzliche Dinge. Dies in Erinnerung zu rufen, ist nicht die geringste Aufgabe, die wir den zahlreichen kommunistischen Opfern des Stalinismus schulden. Der Stalinismus ist nicht eine Variante des Kommunismus, sondern die Bezeichnung f\u00fcr die b\u00fcrokratische Konterrevolution. Dass aufrichtige K\u00e4mpfer gegen den Nationalsozialismus oder gegen die Folgen der weltweiten Krise zwischen den beiden grossen Kriegen davon nicht immer ein Bewusstsein hatten und ihre manchmal zweifelnden, zerrissenen Existenzen weiter in den Dienst der Sache stellten, \u00e4ndert daran nichts. Es handelte\u00a0sich trotzdem um &#8222;zwei verschiedene und unvers\u00f6hnliche politische und moralische Welten&#8220;. Diese Antwort ist der von Stephane Courtois\u00a0entgegengesetzt.<\/p>\n<p><strong>Geschichte auf Zahlen reduziert<\/strong><\/p>\n<p>Courtois wehrt sich manchmal dagegen, er habe ein N\u00fcrnberg des\u00a0Kommunismus gefordert, wahrscheinlich weil diese Forderung gern von Jean- Marie Le Pen vorgetragen wird und ihn dies st\u00f6rt. Aber das Schwarzbuch macht nicht nur keinen Unterschied zwischen Nationalsozialismus und Kommunismus, es banalisiert den Nationalsozialismus, indem es einen angeblich strikt &#8222;objektiven&#8220; Vergleichsmassstab einf\u00fchrt, die Zahl der Opfer, und diese angeblich zugunsten des ersteren spricht: 25 Millionen Tote gegen 100 Millionen, 20 Jahre Terror gegen 60 Jahre. Der erste Buchumschlag k\u00fcndigte noch reisserisch 100 Millionen Tote an. In seiner Aufz\u00e4hlung kommt Stephane Courtois auf 85 Millionen. Auf 15\u00a0Millionen mehr oder weniger soll es nicht ankommen. Die Z\u00e4hlmethode ist \u00e4usserst fragw\u00fcrdig. Diese makabre Grossistenrechnung, die L\u00e4nder, Epochen, Ursachen und Lager ohne Unterschied durcheinanderwirft, hat etwas Zynisches und zutiefst Verachtungsvolles gegen\u00fcber den tats\u00e4chlichen Opfern. F\u00fcr die Sowjetunion kommt die Rechnung auf 20 Millionen Opfer, ohne dass\u00a0gesagt wird, wer genau dazu gez\u00e4hlt wird. In dem Artikel, den Nicolas Werth zum Schwarzbuch dazugesteuert hat (mit 300 Seiten ein Buch im\u00a0Buch!), werden die ann\u00e4hernden Sch\u00e4tzwerte eher nach unten korrigiert. Er schreibt, dass Historiker heute, auf der Grundlage von genauem Archivmaterial, die Zahl der Opfer der grossen S\u00e4uberungen der Jahre 1936 bis 1938 mit 690.000 angeben. Das ist schon enorm und muss nicht zus\u00e4tzlich aufgebl\u00e4ht werden. Er sch\u00e4tzt ausserdem die Zahl der H\u00e4ftlinge im Gulag auf durchschnittlich 2 Millionen pro Jahr &#8212; davon konnte ein gr\u00f6sserer Teil befreit werden, als bisher angenommen wurde. Um auf 20 Millionen zu kommen, muss er also zu den Opfern der S\u00e4uberungen und des Gulags auch die der beiden grossen Hungersn\u00f6te (5 Millionen 1921\/ 22 und 6 Millionen 1932\/33) und die des B\u00fcrgerkriegs dazuz\u00e4hlen, kann aber nicht beweisen, dass es sich hierbei um &#8222;Opfer des Kommunismus&#8220; handelte, also um eine kaltbl\u00fctige Vernichtung. Bei dieser Methode ist es nicht schwer, ein &#8222;Rotbuch der Verbrechen des Kapitalismus&#8220; zu verfassen, das die Opfer der Pl\u00fcnderungen und V\u00f6lkermorde in den Kolonien, der Weltkriege, die Opfer von Arbeitsunf\u00e4llen, Epidemien und Hungersn\u00f6ten zusammenz\u00e4hlt &#8212; und nicht nur die von gestern, sondern auch die von heute. Allein f\u00fcr das 20.Jahrhundert k\u00e4me man dabei ohne Schwierigkeiten auf mehrere hundert Millionen Opfer. Im zweiten Teil ihrer allzu oft in Vergessenheit geratenen Trilogie erblickte Hannah Arendt im modernen Imperialismus den Pr\u00e4gestempel des Totalitarismus und in den Konzentrationslagern der Kolonialzeit in Afrika das Vorspiel zu ganz anderen Lagern (&#8222;Der Ursprung des Totalitarismus&#8220;, Bd.2: Der Imperialismus). Wenn es nicht mehr darum geht, sich mit einem konkreten Regime, einer Periode oder konkreten Konflikten auseinanderzusetzen, sondern eine Idee abzustempeln, wieviel Tote haben dann, im Lauf der Jahrhunderte, das Christentum und seine Evangelien, oder der Liberalismus und seine Laissez- faire-Ideologie auf dem Gewissen? Selbst wenn man die fantastischen Rechnungen akzeptieren wollte, die Stephane Courtois anstellt, h\u00e4tte der\u00a0Kapitalismus w\u00e4hrend der beiden Weltkriege in diesem Jahrhundert in\u00a0Russland erheblich mehr als 20 Millionen Tote verursacht.<\/p>\n<p><strong>Spurenverwischung<\/strong><\/p>\n<p>Die Verbrechen des Stalinismus sind schrecklich genug, gross genug, als dass man noch welche dazu erfinden muss. Es sei denn, man will bewusst geschichtliche Spuren verwischen, wie man es auch schon anl\u00e4sslich des 200.Jahrestags der Franz\u00f6sischen Revolution versucht hat, als gewisse Historiker die Revolution gern nicht nur f\u00fcr den Terror oder die Vend\u00e9e, sondern auch f\u00fcr die Toten des weissen Terrors, des Krieges gegen die Interventionsm\u00e4chte oder gar f\u00fcr die Opfer der napoleonischen Kriege verantwortlich machten! Vergleiche zwischen dem Nationalsozialismus und dem Stalinismus sind legitim und manchmal n\u00fctzlich, das ist nicht neu. Aber Vergleiche sind keine Argumente, und auf die Unterschiede kommt es dabei ebenso an wie auf\u00a0die \u00c4hnlichkeiten. Das nazistische Regime hat sein Programm erf\u00fcllt und seine unheilvollen Versprechen gehalten. Das stalinistische Regime hat sich gegen das Emanzipationsprojekt des Kommunismus durchgesetzt. Es musste daf\u00fcr seine Anh\u00e4nger brechen. Wieviele Dissidenten und Oppositionelle zwischen den beiden Kriegen legen Zeugnis ab f\u00fcr diese tragische Beugung? Selbstm\u00f6rder wie Majakowski, Joffe, Tucholsky, Benjamin und viele andere? Lassen sich solche Gewissenskonflikte wegen eines verratenen und entstellten Ideals bei den Nazis finden? Hitlerdeutschland musste nicht wie Stalins Russland in ein &#8222;Land der grossen L\u00fcge&#8220; verwandelt werden;\u00a0die Nazis waren stolz auf ihr Werk, aber die stalinistischen B\u00fcrokraten konnten nicht in den Spiegel des urspr\u00fcnglichen Kommunismus schauen. Wenn die konkrete Geschichte auf diese Weise in Raum und Zeit aufgel\u00f6st und bewusst durch die Wahl einer bestimmten Methode entpolitisiert wird (Nicolas Werth fordert ganz offen, die &#8222;politische Geschichte in die zweite Reihe zu verbannen&#8220;, um dem roten Faden einer aus dem Zusammenhang gerissenen und allein auf die Repression reduzierten Geschichte besser folgen zu k\u00f6nnen), bleibt nur noch ein Schattentheater \u00fcbrig. Dann gilt der Prozess nicht mehr einem Regime, einer Epoche oder konkreten T\u00e4tern, sondern einer Idee: die Idee, die t\u00f6tet. Einige Journalisten haben diesen Faden begeistert weiter gesponnen. Jacques Amalric z.B. (langj\u00e4hriger Mitarbeiter von &#8222;Le Monde&#8220;) schreibt von der &#8222;Realit\u00e4t, die von einer totbringenden Utopie geboren wurde&#8220; (&#8222;Liberation&#8220;, 6.11.).<\/p>\n<p>Philippe Cusin erfindet ein konzeptionelles Erbgut: &#8222;In den Genen des Kommunismus ist es eingeschrieben: es ist nat\u00fcrlich zu t\u00f6ten&#8220; (&#8222;Le Figaro&#8220;, 5.11.). Wann wird die Euthanasie gegen das Gen des\u00a0Verbrechens gefordert? Wer nicht den Tatsachen, konkreten Verbrechen, sondern einer Idee den Prozess machen will, schafft unweigerlich die Kollektivschuld und das Meinungsdelikt. Laut Courtois ist das Tribunal der Geschichte nicht nur in Bezug auf die Vergangenheit wirksam. Es wirkt in gef\u00e4hrlicher Weise auch vorbeugend, wenn er feststellt, dass &#8222;die Trauerarbeit bezogen auf die Idee der Revolution noch lange nicht vollendet ist&#8220;, und sich dar\u00fcber\u00a0emp\u00f6rt, dass &#8222;offen revolution\u00e4re Gruppen aktiv sind und sich ganz legal \u00e4ussern k\u00f6nnen&#8220;! Reue ist derzeit modern. Dass die Herren Furet, Le Roy Ladurie oder Courtois oder auch Madame Kriegel mit ihrer Trauerarbeit niemals zu Ende gekommen sind, dass sie als gewendete Stalinisten ihr schlechtes Gewissen wie eine schwere Kugel hinter sich herschleppen, dass ihre Busse in der Rache kocht, ist ihre Sache. Aber diejenigen, die Kommunisten geblieben sind, ohne jemals den kleinen Vater der V\u00f6lker gefeiert oder das kleine rote Buch des grossen Steuermanns heruntergebetet zu haben, was sollen die\u00a0denn bereuen? Sicher haben sie sich manches Mal geirrt. Aber schaut man sich den Lauf der Dinge an, haben sie sich mit Sicherheit weder in der Sache noch im Gegner geirrt. Um die Trag\u00f6dien des ausgehenden Jahrhunderts zu begreifen und daraus n\u00fctzliche Lehren f\u00fcr die Zukunft zu ziehen, muss man den Boden der Ideologie und seine Schatten verlassen und in die Tiefen der Geschichte hinabsteigen, um die politischen Konflikte und die sich daraus ergebenden\u00a0verschiedenen Entscheidungsm\u00f6glichkeiten nachzuvollziehen.<\/p>\n<p><em>*Daniel Bensaid, Communisme et stalinisme. Une Reponse au Livre noir du communisme (Supplement a Rouge no. 1755, hebdomadaire de la Ligue\u00a0 Communiste Revolutionnaire).<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.infopartisan.net\/archive\/soz\/soz019806.html\">SoZ. Sozialistische Zeitung Nr. 1 \/ 1998&#8230;<\/a> vom 16. Dezember 2017<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Jahr 1995, sechs Jahre nach dem Fall der Mauer, verfasste der\u00a0franz\u00f6sische Historiker Fran\u00e7ois Furet einen dicken Schinken, den er als Grabstein f\u00fcr den verstorbenen Kommunismus verstanden wissen wollte: &#8222;Die Vergangenheit einer Illusion.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[76,14,38],"class_list":["post-2883","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-neue-rechte","tag-postmodernismus","tag-russische-revolution"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2883","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=2883"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2883\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2884,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/2883\/revisions\/2884"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=2883"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=2883"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=2883"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}