{"id":3062,"date":"2018-01-26T09:17:59","date_gmt":"2018-01-26T07:17:59","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3062"},"modified":"2018-01-26T09:17:59","modified_gmt":"2018-01-26T07:17:59","slug":"usa-verschaerfen-krieg-zur-annexion-syriens","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3062","title":{"rendered":"USA versch\u00e4rfen Krieg zur Annexion Syriens"},"content":{"rendered":"<p><em>Bill Van Auken.<\/em> Das Pentagon hat diesen Monat erstmals seit \u00fcber einem Jahrzehnt eine Nationale Verteidigungsstrategie ver\u00f6ffentlicht. In dem Dokument wird offen erkl\u00e4rt, dass der strategische<!--more--> Schwerpunkt nach zwei Jahrzehnten nicht l\u00e4nger auf dem sogenannten \u201eKrieg gegen den Terror\u201c liege. K\u00fcnftig soll die Vorbereitung auf Konfrontationen mit \u201eGro\u00dfm\u00e4chten\u201c, d.h. Krieg gegen die Atomm\u00e4chte Russland und China, im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n<p>In Syrien hat sich dieser Kurswechsel schon jetzt in blutigen Tatsachen manifestiert. Die USA planen, Teile Syriens dauerhaft zu besetzen, ein Marionettenregime an die Macht zu bringen, das ihren W\u00fcnschen entspricht, und den Einfluss ihrer Rivalen zu zerst\u00f6ren. Diese Schritte haben die aktuelle t\u00fcrkische Offensive in der syrisch-kurdischen Enklave Afrin im Nordwesten des Landes hervorgerufen, die zu einem noch gr\u00f6\u00dferen und blutigeren Konflikt f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>US-Au\u00dfenminister Rex Tillerson gab den neuen Krieg zur Annexion Syriens am 18. Januar in einer Rede an der Hoover Institution der Stanford University \u00f6ffentlich bekannt. Er erkl\u00e4rte, mindestens 2.000 US-Soldaten w\u00fcrden dauerhaft in Syrien stationiert bleiben. Tillerson verzichtete darauf, noch einmal den verlogenen Vorwand zu bem\u00fchen, dass Washington in Syrien eingefallen sei, um im Rahmen des \u201eKriegs gegen den Terror\u201c den sogenannten \u201eIslamischen Staat\u201c (IS) zu bek\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Tillerson machte deutlich, dass das Ziel des US-Imperialismus darin bestehe, seine eigenen geostrategischen Interessen gegen die seiner Hauptrivalen in der Region durchzusetzen. Vor allem sind die USA entschlossen, ein Abkommen zur Beendigung des Krieges zu verhindern, das unter dem Einfluss Russlands, des Iran und der T\u00fcrkei zustande kommt und das dem urspr\u00fcnglichen Ziel der USA \u2013 ein Regimewechsel in Damaskus \u2013 widerspricht.<\/p>\n<p>Diese Politik entspricht den Forderungen der Demokratischen Partei und jenen Teilen der herrschenden Klasse, welche der Trump-Regierung vorgeworfen haben, sie trete in Syrien und gegen Russland nicht aggressiv genug auf. Die\u00a0<em>Washington Post<\/em>, die die Linie der Demokraten vertritt und von Amazon-Chef Jeff Bezos aufgekauft wurde, begr\u00fc\u00dfte die Entscheidung am Montag in einem Leitartikel unter dem Titel \u201eTillerson sagt die Wahrheit \u00fcber Syrien\u201c.<\/p>\n<p>Die\u00a0<em>Post<\/em>\u00a0lobte Tillerson f\u00fcr seinen \u201eimpliziten Bruch mit der US-Strategie der letzten Jahre, die eine Befriedung Syriens haupts\u00e4chlich durch diplomatische Deals mit Russland erreichen wollte\u201c. Statt mit Russland zu verhandeln, m\u00fcssten die USA ein \u201eernsthaftes und nachhaltiges\u201c milit\u00e4risches Engagement in Syrien aufrechterhalten, das sich unweigerlich nicht nur gegen Assad richten wird, sondern auch gegen Moskau und Teheran.<\/p>\n<p>Kaum eine Woche vor Tillersons \u00c4u\u00dferungen hatte das US-Milit\u00e4rkommando f\u00fcr den Irak und Syrien angek\u00fcndigt, es organisiere eine 30.000-k\u00f6pfige Grenzschutztruppe. Diese soll haupts\u00e4chlich aus Mitgliedern der syrisch-kurdischen Miliz YPG bestehen, die seit Beginn der US-Intervention in Syrien vor dreieinhalb Jahren Washingtons wichtigste Stellvertretertruppen bilden.<\/p>\n<p>Die von Tillerson und dem Pentagon enth\u00fcllte Strategie provozierte die T\u00fcrkei, die sich weigert, die Stationierung einer kurdischen Miliz an ihrer Grenze oder die Errichtung einer autonomen Kurdenregion in Syrien zu akzeptieren. Ankara bef\u00fcrchtet, dass derartige Schritte dem Kampf der unterdr\u00fcckten Kurden gegen das autokratische Regime in der T\u00fcrkei Auftrieb geben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>Die T\u00fcrkei begann ihre Offensive in Afrin, nachdem US-Regierungsvertreter auf unglaubw\u00fcrdige Weise versucht hatten, die Ank\u00fcndigung der geplanten Grenzschutztruppe zur\u00fcckzunehmen. Am Mittwoch drohte der t\u00fcrkische Pr\u00e4sident Recep Tayyip Erdogan, das t\u00fcrkische Milit\u00e4r werde von Afrin nach Mandschib \u00f6stlich des Euphrat vorr\u00fccken. Mandschib wurde im August 2016 von der YPG-Miliz mit Unterst\u00fctzung durch US-Truppen erobert. US-Spezialeinheiten sind weiterhin in der Stadt stationiert und benutzen sie als Ausgangspunkt f\u00fcr ihre Operationen sowie als Ausbildungsort f\u00fcr ihre syrischen Stellvertreterkr\u00e4fte.<\/p>\n<p>Ein Vorsto\u00df Ankaras w\u00fcrde einem bewaffneten Zusammensto\u00df zwischen den USA und ihrem vorgeblichen Nato-Partner T\u00fcrkei den Weg bereiten. Ein solcher Konflikt w\u00fcrde die Region noch weiter destabilisieren und birgt die Gefahr eines dritten Weltkriegs.<\/p>\n<p>Laut der\u00a0<em>New York Times<\/em>\u00a0telefonierte US-Pr\u00e4sident Donald Trump am Mittwoch mit Erdogan und warnte ihn vor der \u201ewachsenden Gefahr eines Konflikts zwischen den beiden Staaten\u201c. Die\u00a0<em>Times<\/em>\u00a0f\u00fcgte hinzu, der Anruf markiere einen abrupten Kurswechsel nach einer Besprechung im Wei\u00dfen Hauses am Vortag, bei der \u201ehochrangige Regierungsvertreter\u201c vorgeschlagen hatten, sich in Auseinandersetzungen mit kurdischen Kr\u00e4ften an die Seite des Nato-Verb\u00fcndeten T\u00fcrkei zu stellen.<\/p>\n<p>Vertreter des Pentagon hatten in den letzten Tagen angedeutet, das US-Milit\u00e4r sei bereit, auf die Dienste der kurdischen YPG-Miliz zu verzichten. Diese hatte bisher unter dem Deckmantel der \u201eDemokratischen Kr\u00e4fte Syriens\u201c (SDF) das Kanonenfutter f\u00fcr die amerikanischen Operationen geliefert.<\/p>\n<p>Ein Vertreter des Pentagon erkl\u00e4rte gegen\u00fcber der Voice of America, dem offiziellen Propagandaorgan Washingtons: \u201eWir sehen die YPG momentan nicht als das dominierende Element der SDF.\u201c Er f\u00fcgte hinzu: \u201eWir haben viel gr\u00f6\u00dfere und f\u00e4higere arabische Kr\u00e4fte, die wir nutzen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Diese \u201egr\u00f6\u00dferen und f\u00e4higeren\u201c Kr\u00e4fte werden sich zweifellos aus den gleichen \u201eTerroristen\u201c rekrutieren, die die USA urspr\u00fcnglich als Vorwand f\u00fcr ihre Intervention in Syrien benutzt hatten. In den letzten Tagen der m\u00f6rderischen Belagerung Rakkas durch die USA und die YPG verlie\u00dfen etwa 4.000 IS-K\u00e4mpfer unter Aufsicht der US-Milit\u00e4rs die Stadt. Sie sollten gegen syrische Regierungstruppen eingesetzt werden, die auf die wichtigsten \u00d6lfelder des Landes vorr\u00fcckten. Genau diese IS-K\u00e4mpfer sollen jetzt unter der Bezeichnung \u201eSyrische Demokratische Kr\u00e4fte\u201c gegen die Assad-Regierung sowie die iranischen und russischen Truppen im Land k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>So nimmt der Kurswechsel vom \u201eKrieg gegen den Terror\u201c zu \u201eGro\u00dfmacht\u201c-Konflikten eine besonders vulg\u00e4re und verbrecherische Form an.<\/p>\n<p>Was die syrischen Kurden betrifft, werden sie Opfer eines v\u00f6llig vorhersehbaren Verrat werden, der sich in eine lange Reihe solcher Trag\u00f6dien in der Geschichte einreiht, die die Folge nackter imperialistischer Aufteilung des Nahen Ostens waren. Damit verbunden sind die bankrotten Versuche der kurdischen, b\u00fcrgerlich-nationalistischen F\u00fchrungen, sich an die Seite dieser oder jener imperialistischen Macht zu stellen.<\/p>\n<p>Doch egal ob die derzeitigen Spannungen zwischen der T\u00fcrkei und den USA durch eine weitere Trag\u00f6die f\u00fcr die Kurden und die ganze syrische Bev\u00f6lkerung oder durch einen offenen milit\u00e4rischen Zusammensto\u00df zwischen den beiden Nato-Verb\u00fcndeten \u201egel\u00f6st\u201c werden: die gegenw\u00e4rtige Krise hat die immensen Gefahren offengelegt, mit der die internationale Arbeiterklasse konfrontiert ist.<\/p>\n<p>Die r\u00e4uberische und v\u00f6lkerrechtswidrige US-Operation in Syrien ist Teil eines umfassenden Kurswechsels nicht nur des US-Imperialismus, sondern aller imperialistischen Gro\u00dfm\u00e4chte. Dieser Kurswechsel ist ein Ergebnis der unl\u00f6sbaren Krise des kapitalistischen Systems und dient der Vorbereitung von \u201eGro\u00dfmachtkonflikten\u201c, d.h. einer Wiederholung der beiden Weltkriege des zwanzigsten Jahrhunderts in weitaus katastrophalerem Ausma\u00df.<\/p>\n<p>Die Arbeiterklasse muss ihre eigene unabh\u00e4ngige Strategie entwickeln, um zu verhindern, dass diese Pl\u00e4ne in die Tat umgesetzt werden. Die dr\u00e4ngendsten Aufgaben bestehen im Aufbau einer internationalen Antikriegsbewegung auf der Grundlage sozialistischer Prinzipien und [..] von revolution\u00e4ren Massenparteien, die diese Bewegung anf\u00fchren.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2018\/01\/26\/pers-j26.html\">wsws.org&#8230;<\/a> vom 26. Januar 2018 mit einer leichten \u00c4nderung durch Redaktion maulwuerfe.ch<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bill Van Auken. 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