{"id":3158,"date":"2018-02-22T16:10:45","date_gmt":"2018-02-22T14:10:45","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3158"},"modified":"2018-02-22T16:10:45","modified_gmt":"2018-02-22T14:10:45","slug":"oesterreich-ein-neokonservativer-versuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3158","title":{"rendered":"\u00d6sterreich: Ein neokonservativer Versuch"},"content":{"rendered":"<p><em>Christian Zeller.<\/em> Die Nationalratswahl in \u00d6sterreich am 15. Oktober 2017 offenbarte auf der Grundlage einer langanhaltenden Hegemonie konservativer Kr\u00e4fte einen weiteren Rechtrutsch. Die wesentlichen<!--more--> Fraktionen der herrschenden Klasse des Landes beschlossen, die sogenannte Sozialpartnerschaft und deren politische Verdichtung in Form der langj\u00e4hrigen SP\u00d6-\u00d6VP-Allianz aufzuk\u00fcndigen. Die auf eine Mitverwaltung des Staates und der kapitalistischen Gesellschaft ausgerichtete SP\u00d6 und die Gr\u00fcnen erweisen sich als unf\u00e4hig, auf diese neokonservative<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftn1\">[1]<\/a> Offensive mit eigenen Konzepten zu reagieren. Sie sind weitgehend orientierungslos und handlungsunf\u00e4hig. Die Gewerkschaftsf\u00fchrungen setzen wie gewohnt auf Dialog, auch mit der neuen Regierung. Dennoch gibt es Proteste. Die Beteiligung von Mitgliedern deutschnationaler Burschenschaften an der Regierung emp\u00f6rt viele Menschen in \u00d6sterreich. Die geplante \u201eReform\u201c des Arbeitsregimes und der Ausbau des Niedriglohnbereichs sind unpopul\u00e4r. Allerdings haben sich die Gewerkschaften haben bislang nicht an den Demonstrationen gegen die Regierung beteiligt. Ob sich eine wirksame Protestbewegung entwickeln kann, h\u00e4ngt auch davon ab, ob es gelingt gesellschaftliche Organisierungsprozesse voranzutreiben. Eine antikapitalistische Kraft existiert nicht in \u00d6sterreich. Eine solche kann erst im Zuge eines langwierigen Neuformierungsprozesses entstehen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong>Umfassender Rechtsrutsch als Ergebnis einer langer Entwicklung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Nationalratswahl hat mit dem klaren Wahlsieg der \u201eneuen \u00d6VP\u201c [konservative \u00d6sterreichische Volkspartei] und den deutlichen Zuw\u00e4chsen f\u00fcr die FP\u00d6 [rechtspopulistische Freiheitliche Partei \u00d6sterreichs] auf institutioneller Ebene eine Verschiebung nach rechts sichtbar gemacht (Tabelle 1). Doch diese Verschiebung der institutionell-politischen Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse ist Ergebnis einer l\u00e4ngeren Entwicklung in den Zentrumsl\u00e4ndern Europas. Gesellschaftlicher Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind keine Erfindung der rechtspopulistischen Politik von Haider, Strache und nun Kurz, sondern tief verankert in der \u00f6sterreichischen Geschichte. Das Spiel mit rassistischen Ressentiments, nationalsozialistischen Zeichen und antisemitischen Codes hat eine lange Tradition. Auch W\u00e4hlerInnen von SP\u00d6 [Sozialdemokratische Partei \u00d6sterreichs] und \u00d6VP zeigen ausgepr\u00e4gte xenophobe, rassistische und antisemitische Einstellungen.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftn2\">[2]<\/a> In \u00d6sterreich gibt es strukturell eine konservative bis reaktion\u00e4re Mehrheit, die auch durch die SP\u00d6 in den 1970er Jahren nicht gebrochen wurde. Diese Mehrheit brachte sich manchmal mehr oder weniger deutlich und weitgehend zum Ausdruck.<\/p>\n<p>Tabelle 1: Resultat der Nationalratswahl vom 15. Oktober 2017<\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"77\">&nbsp;<\/td>\n<td width=\"101\">Prozentanteil<\/td>\n<td width=\"199\">Ver\u00e4nderung gegen\u00fcber 2013<\/td>\n<td width=\"174\">Anzahl Sitze im Nationalrat<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"77\">\u00d6VP<\/td>\n<td width=\"99\">31,47%<\/td>\n<td width=\"198\">7,48%<\/td>\n<td width=\"164\">62<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"77\">SP\u00d6<\/td>\n<td width=\"99\">26,86%<\/td>\n<td width=\"198\">0,04%<\/td>\n<td width=\"164\">52<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"77\">FP\u00d6<\/td>\n<td width=\"99\">25,97%<\/td>\n<td width=\"198\">5,46%<\/td>\n<td width=\"164\">51<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"77\">Gr\u00fcne<\/td>\n<td width=\"99\">3,80%<\/td>\n<td width=\"198\">-8,62%<\/td>\n<td width=\"164\">0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"77\">NEOS<\/td>\n<td width=\"99\">5,30%<\/td>\n<td width=\"198\">0,34%<\/td>\n<td width=\"164\">10<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"77\">PILZ<\/td>\n<td width=\"99\">4,41%<\/td>\n<td width=\"198\">keine Teilnahme in 2013<\/td>\n<td width=\"164\">8<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"79\">KP\u00d6 PLUS<\/td>\n<td width=\"99\">0,8%<\/td>\n<td width=\"198\">-0,2%<\/td>\n<td width=\"152\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"79\">Sonstige<\/td>\n<td width=\"99\">1,4%<\/td>\n<td width=\"198\">-8,9%<\/td>\n<td width=\"152\">&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/wahl17.bmi.gv.at\/\">https:\/\/wahl17.bmi.gv.at\/<\/a><\/p>\n<p>Der Rechtsrutsch in \u00d6sterreich auf gesellschaftspolitischem Terrain ist bedeutend. Doch es geht um mehr. Das F\u00fchrungspersonal der herrschenden Klasse hat auf der institutionellen Ebene eine bedeutende wirtschaftspolitische Verschiebung nach rechts durchgesetzt. Die neue \u00d6VP-F\u00fchrungsriege um Sebastian Kurz und die ihn st\u00fctzenden Kr\u00e4fte sind in die Offensive gegangen. Als sie im Fr\u00fchjahr 2017 die F\u00fchrung der \u00d6VP \u00fcbernahmen, wetteten sie auf Sieg. Dieser erste Teil ihrer Operation ist aufgegangen. Nun wollen sie m\u00f6glichst alle institutionellen H\u00fcrden aus dem Wege r\u00e4umen, die der St\u00e4rkung der Wettbewerbsf\u00e4higkeit der exportorientierten Schl\u00fcsselunternehmen noch im Wege stehen. Die Flexibilisierung der Arbeit, die Abschaffung der Notstandshilfe, die Infragestellung der Kollektivvertr\u00e4ge, die Schw\u00e4chung der Arbeiterkammer sowie der Um- und Abbau der Sozialversicherungen sind Bestandteile eines koh\u00e4renten Programms.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 hat sich mit ihrem Wirtschaftsprogramm dieser neoliberalen und neokonservativen Offensive angeschlossen. Sie hat ihre soziale Rhetorik weitgehend aufgegeben. Die FP\u00d6 hat sich mit der EU, namentlich ihrem liberalen Wirtschaftsregime und ihren autorit\u00e4ren Tendenzen, vers\u00f6hnt. Im ihrem Wahlkampf waren kaum Anti-EU-T\u00f6ne zu vernehmen. Zugleich \u00fcben weder die EU-Spitze noch die Regierungen in Europa Kritik an der Beteiligung der populistischen und reaktion\u00e4ren Rechten an der \u00f6sterreichischen Regierung. Die FP\u00d6 ist nun integrierter Bestandteil des herrschenden Blocks. Mit dem Innenministerium und dem Milit\u00e4rministerium erlangt sie nun die Kontrolle \u00fcber den Sicherheits- und Repressionsapparat einschlie\u00dflich der Geheimdienste.<\/p>\n<p>Die \u201eneue \u00d6VP\u201c trennt programmatisch nur noch wenig von der rechtspopulistischen FP\u00d6. Der fremdenfeindliche und rassistische Diskurs von \u00d6VP und FP\u00d6 passt zu dieser Ausrichtung. Die Rhetorik von Kurz und Strache ist voll von Spaltungslinien: in Einheimische und Zugewanderte, in Junge und Alte, in gut Qualifizierte und LeistungsverweigerInnen, Arbeitssuchende und \u201eDurchschummler\u201c, die Arbeitslosengeld und Notstandshilfe erschleichen, in WienerInnen und Nicht-WienerInnen, in Familien und Alleinstehende. \u201eAusl\u00e4nder\u201c k\u00e4men um sich soziale Leistungen zu erschleichen. Die ExponentInnen von \u00d6VP und FP\u00d6 sch\u00fcren systematisch die Mechanismen der Ausgrenzung und den Geist des Egoismus, um jede Vorstellung gemeinschaftlicher und gesellschaftlicher Infrastruktur und Vorsorge zu unterminieren.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 hat offene Rechtsextreme und Nazis in ihren Reihen. Einige ihrer Minister, Staatssekret\u00e4re und zahlreiche Parlamentsabgeordnete sind Mitglieder rechts- und deutschnationaler Burschenschaften. Diese StudentInnenverbindungen sind wichtig f\u00fcr die Karriereplanung der Angeh\u00f6rigen der rechten Eliten. Periodisch kommt ans Tageslicht, wie umfassend Burschenschaften deutschnationales Gedankengut pflegen und weiterverbreiten.<\/p>\n<p>Die FP\u00d6 erf\u00fcllt f\u00fcr die herrschenden Fraktionen des Kapitals die n\u00fctzliche Funktion, das gesamte politische und gesellschaftliche Koordinatensystem nach rechts hin zu rechtskonservativen und wirtschaftsliberalen Vorstellungen zu verschieben. Gerade die Skandale um antisemitische und menschenverachtende Lieder von Burschenschaften, zu deren Mitgliedern auch das Spitzenpersonal der FP\u00d6 geh\u00f6rt, hat die Regierung jeweils genutzt, um im Schatten der durch die Medien transportierten Emp\u00f6rung wirklich wichtige Anliegen vorzubringen.<\/p>\n<p>Die Regierungsparteien verfolgen eine wirtschaftsliberale Agenda. Es geht darum, im Schatten der deutschen Exportmaschinerie die Wettbewerbsf\u00e4higkeit der \u00f6sterreichischen Industrie substantiell zu verbessern. Das B\u00fcrgertum will ein wesentlich kapitalfreundlicheres Arbeitsregime durchsetzen. Das ist die Voraussetzung um im Wettstreit mit den Konkurrenten den uners\u00e4ttlichen Hunger nach Mehrwert zu stillen. Offensichtlich sind gewichtige Teile der Eliten dieses Landes zum Schluss gekommen, dass hierzu nun anderes Projekt, als jenes wof\u00fcr die Regierungskoalition von 2006 bis 2017 stand, durchzusetzen ist. Grundlegende soziale und demokratische Errungenschaften, welche die ArbeiterInnenbewegung nach dem 2. Weltkrieg erreichen konnte, sind zu zerst\u00f6ren oder, eleganter, zur Unkenntlichkeit umzuformen. Die Sozialdemokratie soll ihre Integrationsleistung derzeit besser in der Opposition aus\u00fcben. Die Mechanismen der Sozialpartnerschaft scheinen nicht mehr als zweckm\u00e4\u00dfig erachtet zu werden.<\/p>\n<p>Allerdings ist es fraglich, inwiefern breite Teile der Bev\u00f6lkerung und sogar der FP\u00d6-W\u00e4hlerInnen wirtschaftsliberale Vorstellungen angenommen haben.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftn3\">[3]<\/a> Breite W\u00e4hlerInnenschichten haben gegen ihre eigenen Interessen gestimmt, weil diese Agenda im Windschatten des lautstarken Anti-Ausl\u00e4nder-Diskurses Einzug hielt.<\/p>\n<p>M\u00f6glicherweise kann sich die beabsichtigte Abschaffung der Notstandhilfe zu einer zentralen Auseinandersetzung entwickeln. Die Notstandshilfe ist jene Versicherungsleistung, auf die Arbeitslose zur\u00fcckgreifen k\u00f6nnen, nachdem sie Arbeitslosengeld erhalten haben und dessen Bezug ausgesch\u00f6pft haben. Die Regierung hat angek\u00fcndigt diese Notstandshilfe abzuschaffen und die Menschen in die Mindestsicherung, die als staatliche Transferzahlung durch die Bundesl\u00e4nder konzipiert ist, abzudr\u00e4ngen. Dieses Vorhaben \u00e4hnelt stark den Arbeitsmarktreformen, die die deutsche Bundesregierung 2003 durchgesetzt hatte. Diese haben zu einer tiefgreifenden Ver\u00e4nderung der Arbeitsregimes gef\u00fchrt und zu einer langanhaltenden Stagnation der L\u00f6hne f\u00fcr gro\u00dfe Teile Lohnabh\u00e4ngigen gef\u00fchrt.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong>SP\u00d6 \u2013 Von der reformistischen \u00dcberwindung des Kapitalismus zu dessen Modernisierung<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die SP\u00d6 erzielte zwar ein respektables Wahlresultat, welches jedoch den langfristigen Niedergang best\u00e4tigt. Die SP\u00d6 verlor massiv Stimmen von entt\u00e4uschten ArbeiterInnen und Angestellten an die FP\u00d6. Zugleich gewann sie Stimmen relativ privilegierter Lohnabh\u00e4ngiger, vorwiegend AkademikerInnen, dazu, die vormals die Gr\u00fcnen gew\u00e4hlt haben.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftn4\">[4]<\/a> Sie gewann diese Stimmen nicht aufgrund ihres Programms, sondern weil viele Angeh\u00f6rige \u201egebildete Schichten\u201c nun pl\u00f6tzlich Angst vor einem ungeschminkten Rechtskurs bekamen.<\/p>\n<p>Die Bewegung vieler ehemaliger W\u00e4hlerInnen der Gr\u00fcnen zur SP\u00d6 ist jedoch kaum Ausdruck einer weiteren Rechtsverschiebung. Die Gr\u00fcnen stellten sich der neoliberalen und neokonservativen Offensive keineswegs konsequenter gegen\u00fcber als die SP\u00d6. Gem\u00e4\u00df Analysen des Unternehmens Sora sollen neben ehemaligen 161.000 W\u00e4hlerInnen der Gr\u00fcnen, die nun die SP\u00d6 vorgezogen haben, sogar 165.000 ins Lager von Kurz gewechselt haben. Das zeigt, wie flie\u00dfend die \u00dcberg\u00e4nge der Gr\u00fcnen ins konservative Lager sind.<\/p>\n<p>Die verbreitete Wahl des \u201ekleineren \u00dcbels\u201c ist nicht zuletzt Ausdruck des mangelnden Selbstvertrauens vieler Lohnabh\u00e4ngiger und der Feststellung, dass es seit Jahrzehnten keine Kraft gibt, die wirksam eine solidarische Politik vorschl\u00e4gt. Gerade der Zerfall der gr\u00fcnen W\u00e4hlerInnenschaft offenbart, dass es die Gr\u00fcnen in ihrer 30-j\u00e4hrigen Existenz nicht geschafft oder nicht einmal versucht haben, sich gesellschaftlich zu verankern. Mangelndes Selbstvertrauen bedeutet auch mangelndes Vertrauen gegen\u00fcber politischer Organisierung und kollektiven Antworten.<\/p>\n<p>Die SP\u00d6 hat sich mit ihrem im Januar 2017 vorgestellten Plan A, den sie selber \u201e<em>das Programm f\u00fcr Wohlstand, Sicherheit &amp; gute Laune<\/em>\u201c nennt, weitgehend neoliberalen Vorstellungen angepasst. Sie akzeptiert den kapitalistischen Standortwettbewerb und die mit ihm eingehenden sozialen Spaltungen. Sie erinnert in ihren Versuchen wieder Boden unter die F\u00fc\u00dfe zu kriegen, bisweilen rhetorisch an die Reformpolitik Kreiskys. Doch f\u00fcr eine Korrektur zu einer sozialen Reformperspektive fehlen die aktiven Kr\u00e4fte in der Partei.<\/p>\n<p>Lange ist es her, als die Sozialdemokratie noch f\u00fcr eine reformistische \u00dcberwindung der kapitalistischen Produktions- und Herrschaftsweise einstand. Sp\u00e4testens nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die internationale Sozialdemokratie und damit auch die SP\u00d6 mit dem Kapitalismus arrangiert. Die SP\u00d6 profilierte sich als Partei sozialer Reformen, nicht um den Kapitalismus zu \u00fcberwinden, sondern um breiten Teilen der \u00f6sterreichischen Lohnabh\u00e4ngigen die Lebensbedingungen zu verbessern und diese mit dem kapitalistischen System zu vers\u00f6hnen. Die sozialpolitische Reformagenda der Kanzlerschaft von Bruno Kreisky 1970-83 stand f\u00fcr diese Vorstellungen des Wohlfahrtsstaats. Die neoliberale Wende seit den sp\u00e4ten 1970er Jahren hinterlie\u00df zeitverz\u00f6gert auch in \u00d6sterreich ihre Spuren. Seit Mitte der 1980er Jahre, ausgepr\u00e4gt seit der \u00dcbernahme der Kanzlerschaft und des SP\u00d6-Vorsitzes durch Franz Vranitzky 1986, verfolgte die SP\u00d6 zunehmend eine Politik der sozialen Abfederung neoliberaler Konzepte. Sie betrieb zusammen mit der \u00d6VP die Durchsetzung einer sozialgef\u00e4rbten Variante des Neoliberalismus, also einer Modernisierung der Kapitalherrschaft. Gleichzeitig trug die SP\u00d6 aber Sorge, dass ihre Verbindungen zu den Gewerkschaften und die Strukturen der sogenannten Sozialpartnerschaft keinen Schaden erlitten.<\/p>\n<p>Die Sozialdemokratie und die Gewerkschaften haben eine gro\u00dfe Mitverantwortung f\u00fcr die Verschiebung des Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisses zugunsten der Neoliberalen und Neokonservativen. Wir f\u00fchren hier f\u00fcnf wichtige Punkte an, \u00fcber deren Konsequenzen wir verst\u00e4rkt nachdenken sollten:<\/p>\n<ul>\n<li>Die SP\u00d6, wie die ganze Sozialdemokratie in Europa, hat sich bereits seit Jahrzehnten weitgehend dem Dogma der Wettbewerbsf\u00e4higkeit unterordnet und trug tendenziell nationalistische Standortdiskurse mit.<\/li>\n<li>Die SP\u00d6 und ihre Schwesterparteien in Europa hielten lange Zeit an der Verteidigung des Sozialstaates, ein Erbe vergangener K\u00e4mpfe und der glorreichen Phase des Kapitalismus nach dem 2. Weltkrieg, fest. Nachdem die Verteilungsk\u00e4mpfe aufgrund sinkender Produktivit\u00e4tszuw\u00e4chse h\u00e4rter wurden, verschrieben sie sich einem Modernisierungskurs im Dienste des exportorientierten Kapitals. Der britische Premierminister Blair und der deutsche Bundeskanzler Schr\u00f6der trugen diese Orientierung Ende der 1990er Jahre auf die Spitze. Obgleich nicht so konsequent, ging die SP\u00d6 einen \u00e4hnlichen Weg. Der im Januar 2017 mit gro\u00dfem Pomp vorgestellte Plan A, den die SP\u00d6 selber \u201e<em>das Programm f\u00fcr Wohlstand, Sicherheit &amp; gute Laune<\/em>\u201c nennt, war kein sozialdemokratisches Reformprogramm, sondern ein Modernisierungsprogramm, das die Interessen der exportorientierten Industrie sozial gestalten und einbetten wollte.<\/li>\n<li>Das F\u00fchrungspersonal der SP\u00d6 hat sich in den Staatsapparat und im Management staatnaher Unternehmen integriert. Wer seine politische Praxis mit einer erfolgreichen Karriere im Staatsapparat, in der Arbeiterkammer oder als Manager eines \u201enahestehenden\u201c Unternehmens verbindet, wird kaum mehr bedingungslos f\u00fcr die Interessen der weniger privilegierten Lohnabh\u00e4ngigen einstehen. Die SP\u00d6 hat die sozialen Bindungen in die Stadtteile, in den Gemeindewohnbau, in die Betriebe und zur ehemaligen gewerkschaftlichen Basis verloren. Die Parteiexponenten sind ein Teil der politischen Kaste. Sie unterscheiden sich darin kaum von den Spitzen der \u00d6VP und FP\u00d6. Es gilt zu \u00fcberpr\u00fcfen, inwiefern Teile der Sozialdemokratie sich mittlerweile zu einem Teil der herrschenden Klassen beziehungsweise ihrer Hilfstruppen assimiliert haben, nicht nur objektiv, sondern sich dieser auch selber zugeh\u00f6rig f\u00fchlen.<\/li>\n<li>Die sozialdemokratisch orientierten Gewerkschaften tragen eine umfassende Mitverantwortung f\u00fcr eine seit Jahrzehnten fremdenfeindliche und fragmentierende Arbeitsmarktpolitik. Die Gewerkschaften machen es sich zur Aufgabe, die \u00f6sterreichischen ArbeiterInnen und Angestellten in Konkurrenz zu eingewanderten Lohnabh\u00e4ngigen und zu jenen in anderen L\u00e4ndern zu verteidigen. Nicht die Einheit und das gemeinsame Interesse aller Lohnabh\u00e4ngigen und Ausgebeuteten stehen im Vordergrund, sondern die kurzfristigen Anliegen derjenigen mit dem richtigen Pass.<\/li>\n<li>Die sozialdemokratisch orientierten Gewerkschaften entwickeln kaum ein Verst\u00e4ndnis daf\u00fcr, die ganze Klasse der Lohnabh\u00e4ngigen, also wirklich aller, die ihre Arbeitskraft mehr oder weniger prek\u00e4r verkaufen m\u00fcssen beziehungsweise vom Lohn ihrer PartnerInnen abh\u00e4ngig sind, zu verteidigen. Teilzeitarbeitende Frauen, Prek\u00e4re, Kleinstunternehmen bleiben vergessen.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Rechtsrutsch der SP\u00d6 ist nicht einer ung\u00fcnstigen Konstellation in deren F\u00fchrung oder dem rein taktischen Kalk\u00fcl dieser F\u00fchrung geschuldet (obwohl das noch hinzukommen mag), sondern ist Ausdruck der kompletten Integration der SP\u00d6 in das b\u00fcrgerlich-kapitalistische Herrschaftssystem und der Aufgabe jeder Orientierung der SP\u00d6 als soziale Reformpartei, geschweige denn als klassisch reformistische Partei, die den Kapitalismus noch \u00fcberwinden wollte.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong>Eine unabh\u00e4ngige Kraft aufbauen, die sich an den Interessen der Lohnabh\u00e4ngigen orientiert<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Nationalratswahl vom 15. Oktober 2017 hat in aller Deutlichkeit gezeigt, dass es in \u00d6sterreich keine relevante linke Kraft gibt, weder eine, die konsequent f\u00fcr soziale Reformen einsteht noch eine, die eine antikapitalistische Perspektive formuliert. Das Wahlresultat der KP\u00d6 PLUS [Kommunistische Partei \u00d6sterreichs und Junge Gr\u00fcne] mit 0,8% bundesweit ist ern\u00fcchternd. Ohne Unterst\u00fctzung durch die Jungen Gr\u00fcnen (mit dem nichtssagenden Namen Plattform unabh\u00e4ngig &amp; solidarisch PLUS) w\u00e4re die KP\u00d6 in den westlichen Bundesl\u00e4ndern gar nicht mehr in der Lage gewesen, einen Wahlkampf zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>Aus der Perspektive der Emanzipation der arbeitenden Klassen besteht ein fundamentales Problem, dass sich in \u00d6sterreich ganz besonders zeigt. Die Integration der Sozialdemokratie in die Verwaltung des kapitalistischen Herrschaftssystems ist in einem Ma\u00dfe vorangeschritten, dass es kaum mehr Ans\u00e4tze einer eigenst\u00e4ndigen politischen Organisierung von Lohnabh\u00e4ngigen gibt, um als unabh\u00e4ngige Akteure f\u00fcr ihre Interessen als soziale Klasse einzustehen. Die langj\u00e4hrige Sozialpartnerschaft bef\u00f6rderte nicht die eigenst\u00e4ndige Handlungsf\u00e4higkeit von Gewerkschaften, sondern ihre B\u00fcrokratisierung, Verkrustung und Integration in die Verwaltung kapitalistischer Herrschaftsstrukturen. Die Verankerung der Gewerkschaften in den Betrieben ist br\u00fcchig geworden. In den neuen Wirtschaftssektoren sind sie kaum pr\u00e4sent. Darum sind sie kaum mehr streikf\u00e4hig und beschr\u00e4nken sich auf die Interessenvertretung in den Institutionen. Als eigenst\u00e4ndige politische Akteure im Dienste der Lohnabh\u00e4ngigen treten sie nur noch punktuell auf. Eine gewerkschaftliche Erneuerungsbewegung im Sinne eines \u201e<em>social movement unionism<\/em>\u201c fehlt. Gewerkschaften, die sich als soziale Bewegungen verst\u00fcnden, die alle lebensweltlichen Belange der Besch\u00e4ftigten aufgriffen, also von den Problemen am Arbeitsplatz \u00fcber die Wohnung und das Wohnumfeld, den t\u00e4glichen Verkehr bis hin zur freien Zeit, w\u00fcrden die Situation bereits stark ver\u00e4ndern. Sie k\u00f6nnten ein attraktiver Bezugspunkt f\u00fcr eigene Aktivit\u00e4ten und ein Labor f\u00fcr neue Ideen sein. Leider sind die Gewerkschaften gegenw\u00e4rtig weit von einer derartigen Orientierung als umfassende soziale Bewegungen entfernt.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong>K\u00e4mpfe nur von oben oder auch von unten?<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Wir befinden uns mitten in einem Klassenkampf von oben gegen unten, der an H\u00e4rte und Brutalit\u00e4t zunehmen wird. Das bedeutet leider nicht, dass sich automatisch breiter gesellschaftlicher Widerstand entwickeln wird. Zweifellos werden sich die Menschen gegen den soziale Angriffe zu wehren beginnen. Doch ob es einen verallgemeinerten Widerstand geben wird, ist komplett offen. Die Reaktionen der SP\u00d6 auf die Vorhaben der neuen Regierung haben bislang keine Anzeichen daf\u00fcr ergeben, dass sie sich der neokonservativen Offensive entgegenstellen m\u00f6chte. Ganz in gewohnten Bahnen wird sie sich wahrscheinlich damit begn\u00fcgen, die Politik der rechten Regierung sozial etwas abzufedern und ertr\u00e4glicher zu machen. Der SP\u00d6-Vorsitzende Christian Kern pl\u00e4dierte in einem Diskussionsbeitrag in der Tageszeitung <em>Der Standard<\/em><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftn5\">[5]<\/a> f\u00fcr eine intensive Zusammenarbeit von Unternehmen und Staat zur St\u00e4rkung der \u00f6sterreichischen Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Um seine technologielastige Argumentation f\u00fcr eine gr\u00fcne Wirtschaft zu untermauern, zog er sogar Microsoft-Gr\u00fcnder und Milliard\u00e4r Bill Gates als Referenz heran. Auf lokaler Ebene sieht es nicht besser aus. Vielfach treibt die SP\u00d6 selber Ausgrenzungsprozesse voran und spaltet damit die arbeitende Bev\u00f6lkerung. So will die F\u00fchrung der Linzer SP\u00d6 anerkannten Fl\u00fcchtlingen die Mindestsicherung wegnehmen.<a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftn6\">[6]<\/a> Seit der Nationalratswahl kritisiert die SP\u00d6 in einer nationalistischen Rhetorik die Regierung f\u00fcr den Import billiger Arbeitskr\u00e4fte aus Osteuropa. Anstatt die Lohnabh\u00e4ngigen in ihrer Gesamtheit anzusprechen und f\u00fcr gemeinsame Standards einzustehen, schlie\u00dft sie sich damit dem \u00fcblen Spiel der Spaltung an. Die Vorbereitung einer auch nur ansatzweise konsequenten Oppositionspolitik s\u00e4he anders aus.<\/p>\n<p>Die Gewerkschaften bleiben zentral f\u00fcr die Verteidigung der Interessen der Lohnabh\u00e4ngigen und f\u00fcr die Organisierung von Widerstand. Hier k\u00f6nnen durchaus Situationen entstehen, in denen die Gewerkschaftsf\u00fchrungen so unter Druck geraten, dass sie handeln und ihre eigenen Basis mobilisieren m\u00fcssen, um weiterhin als VerhandlungspartnerInnen anerkannt zu bleiben. Das kann auch f\u00fcr die Gewerkschaftsb\u00fcrokratie eine Frage des \u00dcberlebens sein, da diese ohne eine gewisse Mitgliedsbasis selber ihre gesellschaftliche Stellung verlieren w\u00fcrde. Entscheidend ist, inwiefern es gelingt, lebendige gewerkschaftliche Vernetzungsstrukturen in den Betrieben aufzubauen, sei es im Rahmen der bestehenden Gewerkschaften oder in eigenst\u00e4ndigen Organisationen.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong>Herausforderungen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Herausforderungen in \u00d6sterreich sind gro\u00df. Es geht um einen wirklichen Neuaufbau antikapitalistischer Kr\u00e4fte. Die Herausforderung besteht darin, Forderungen und Perspektiven zu formulieren, die einerseits an konkreten Bed\u00fcrfnissen und Auseinandersetzungen ankn\u00fcpfen, diese in einem alternativen Programm zusammenzuf\u00fchren und schlie\u00dflich Vorschl\u00e4ge einzubringen, die den Rahmen der bestehenden Konkurrenz- und Profitlogik hinter sich lassen. Ein Beispiel f\u00fcr eine solche Vorgehensweise sind die Initiativen von Besch\u00e4ftigten im Gesundheitswesen wie \u201ePflege ist mehr Wert\u201c und \u201eCaRevolution\u201c. Letztlich werfen diese Initiativen die Frage auf, wie das Gesundheitswesen \u00fcberhaupt jenseits der Warenlogik organisiert werden soll. Konsequent gedacht f\u00fchrt das mitunter zu einer Infragestellung der kapitalistischen Organisation von Pflegediensten, Krankenh\u00e4usern, Krankenversicherungen und Medikamentenherstellung. Gerade im \u00f6ffentlichen Dienst geht es immer auch darum, die Besch\u00e4ftigten und die NutzerInnen in einen fruchtbaren Dialog \u00fcber gemeinsame Perspektiven f\u00fcr gute Arbeitsbedingungen und Qualit\u00e4t der Dienstleistungen zu bringen.<\/p>\n<p>Erforderlich ist eine Orientierung auf die Klasse der Lohnabh\u00e4ngigen in ihrer ganzen Vielfalt und Unterschiedlichkeit sowie eine l\u00e4ngerfristig ausgerichtete Organisierungsarbeit. Die Lohnabh\u00e4ngigen, Deklassierten, Prek\u00e4ren, KleinstunternehmerInnen, MigrantInnen und die gro\u00dfe Mehrheit der Frauen brauchen eine Organisation, die ihnen mit Rat und Tat beisteht, die sie unterst\u00fctzt und die versucht, ihr Sprachrohr in der ihnen fremden Welt tendenziell autorit\u00e4rer Institutionen zu sein. Eine solche Organisation fehlt seit vielen Jahrzehnten. Das ist bereits so lange her, dass das Bewusstsein \u00fcber die N\u00fctzlichkeit einer solchen Organisation erloschen ist.<\/p>\n<p>Antikapitalistische Projekte stehen vor einer dreifachen Herausforderung. <em>Erstens <\/em>ist eine politische Kraft zu entwickeln, die sich grunds\u00e4tzlich der kapitalistischen Profit- und Konkurrenzlogik entgegenstellt. Die Organisation <a href=\"http:\/\/www.aufbruch-salzburg.org\/antikapitalistische-perspektiven\/\">Aufbruch<\/a> kann hierzu einen Beitrag leisten. Die Herausforderung reicht aber weit \u00fcber die Kapazit\u00e4ten von Aufbruch hinaus. Eine relevante Kraft kann sich letztlich nur im Zuge gesellschaftlicher Bewegungen und Auseinandersetzungen entwickeln. Diese antikapitalistische Organisation soll zugleich eine offene B\u00fcndnispolitik auf konkreten Sachfragen mit allen Gruppierungen und Individuen betreiben, die sich der neoliberalen und neokonservativen Offensive entgegenstellen wollen. Je nach Auseinandersetzung und Thema k\u00f6nnen sich durchaus unterschiedliche B\u00fcndniskonstellationen ergeben.<\/p>\n<p><em>Zweitens<\/em> sind Aktivit\u00e4ten zu entwickeln, die dazu beitragen, Lernprozesse, eine widerst\u00e4ndige Praxis am Arbeitsplatz, am Wohnort, an der Uni und der Schule sowie \u00fcberhaupt in der Gesellschaft zu bef\u00f6rdern. Durch Selbstaktivit\u00e4t und Organisierung k\u00f6nnen sich die Menschen einbringen und als politische ProtagonistInnen verstehen lernen. Gewerkschaften, die alle lebensweltlichen Belange der Besch\u00e4ftigten ber\u00fccksichtigen, MieterInnenverb\u00e4nde, Umweltorganisationen, feministische und antirassistische Organisationen k\u00f6nnen derartige Selbsterm\u00e4chtigungen zum Ausdruck bringen. Entscheidend ist das wieder zu entwickelnde Verst\u00e4ndnis einer unabh\u00e4ngigen und eigenst\u00e4ndigen Organisierung.<\/p>\n<p><em>Drittens <\/em>stehen wir der Herausforderung, Programme zu formulieren, die einerseits an den real wahrgenommenen Problemen gro\u00dfer Teil der arbeitenden Bev\u00f6lkerung ansetzen, von diesen verstanden werden und zugleich in eine Richtung jenseits der Profit- und Konkurrenzlogik hinausweist. Es geht also um eine Programmatik, die ansatzweise Perspektiven eines \u00dcbergangs zu nicht-kapitalistischen Formen der Gesellschaft weist. Diese programmatische Arbeit ist europ\u00e4isch, transnational und global auszurichten. Das geht letztlich selbstverst\u00e4ndlich nur im internationalen Dialog mit \u00e4hnlichen Organisationen und Bewegungen anderswo.<\/p>\n<p>Eine antikapitalistische Organisation, die zugleich radikal, also den Dingen auf den Grund geht, und flexibel breite B\u00fcndnisse gegen die neoliberale Offensive eingeht, sollte in der Lage sein, diese drei Ebenen miteinander zu verbinden. Es geht um nicht weniger als den Neuaufbau sozialer und politischer Zusammenh\u00e4nge, die auch ihren politischen Ausdruck in einer antikapitalistischen Kraft finden sollen.<\/p>\n<p><cite style=\"margin-top: 0pt; margin-bottom: 6pt; font-family: Calibri; font-size: 11.0pt;\"><span style=\"font-style: italic;\">Quelle: <\/span><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/\"><span style=\"font-style: italic;\">sozialismus.ch&#8230;<\/span><\/a><span style=\"font-style: italic;\"> vom 22. Februar 2018<\/span><\/cite><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftnref1\">[1]<\/a> Der Begriff neokonservativ soll auszudr\u00fccken, dass die Programmatik dieser Regierung wirtschaftsliberale Vorstellungen mit einer gesellschaftlich konservativen, autorit\u00e4ren und reaktion\u00e4ren Programmatik verbindet. Der Begriff neoliberal w\u00e4re nicht treffend und charakterisiert beispielsweise eher die Programmatik der Partei Neos.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftnref2\">[2]<\/a> OTS, 9. November 2001: Ursachen der Fremdenfeindlichkeit in \u00d6sterreich: Autoritarismus und Antisemitismus <a href=\"https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20011109_OTS0006\/ursachen-der-fremdenfeindlichkeit-in-oesterreich-autoritarismus-und-antisemitismus\">https:\/\/www.ots.at\/presseaussendung\/OTS_20011109_OTS0006\/ursachen-der-fremdenfeindlichkeit-in-oesterreich-autoritarismus-und-antisemitismus<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftnref3\">[3]<\/a> Tanja Traxler: FP\u00d6-W\u00e4hler stehen \u00f6konomisch weiter links als die Partei. Der Standard, 21. Dezember 2017 \u00a0<a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000070788364-2000020665585\/FPOe-Waehler-stehen-oekonomisch-weiter-links-als-die-Partei\">http:\/\/derstandard.at\/2000070788364-2000020665585\/FPOe-Waehler-stehen-oekonomisch-weiter-links-als-die-Partei<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftnref4\">[4]<\/a> SORA: Wahlanalyse Nationalratswahl 2017, SORA\/ISA im Auftrag des ORF<\/p>\n<p>Gerald Gartner Arbeiter zur FP\u00d6, Akademiker zur SP\u00d6: Welche W\u00e4hlergruppen wohin gewechselt sind. <em>Der Standard <\/em>17. Oktober 2017<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.sora.at\/fileadmin\/downloads\/wahlen\/2017_NRW_Wahlanalyse.pdf\">http:\/\/www.sora.at\/fileadmin\/downloads\/wahlen\/2017_NRW_Wahlanalyse.pdf<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000066198328\/Welche-Waehlergruppen-wohin-gewechselt-sind\">http:\/\/derstandard.at\/2000066198328\/Welche-Waehlergruppen-wohin-gewechselt-sind<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftnref5\">[5]<\/a> Christian Kern: Die Sozialdemokratie hat eine gro\u00dfe Zukunft. Der Standard, 8. Dezember 2017. <a href=\"http:\/\/derstandard.at\/2000069877857\/Die-Sozialdemokratie-hat-eine-grosse-Zukunft\">http:\/\/derstandard.at\/2000069877857\/Die-Sozialdemokratie-hat-eine-grosse-Zukunft<\/a><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/oesterreich-ein-neokonservativer-versuch\/#_ftnref6\">[6]<\/a> O\u00d6 Nachrichten, 21. November 2017. <a href=\"http:\/\/www.nachrichten.at\/oberoesterreich\/Linzer-SPOE-will-Fluechtlinge-aus-der-Mindestsicherung-nehmen;art4,2741018\">http:\/\/www.nachrichten.at\/oberoesterreich\/Linzer-SPOE-will-Fluechtlinge-aus-der-Mindestsicherung-nehmen;art4,2741018<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christian Zeller. Die Nationalratswahl in \u00d6sterreich am 15. Oktober 2017 offenbarte auf der Grundlage einer langanhaltenden Hegemonie konservativer Kr\u00e4fte einen weiteren Rechtrutsch. 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