{"id":3388,"date":"2018-04-07T10:39:09","date_gmt":"2018-04-07T08:39:09","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3388"},"modified":"2018-04-07T10:39:09","modified_gmt":"2018-04-07T08:39:09","slug":"warum-randalieren-die-oberschichten-venezuelas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3388","title":{"rendered":"Warum randalieren die Oberschichten Venezuelas?"},"content":{"rendered":"<p><em>Harri Gr\u00fcnberg.<\/em> <strong>Am 3 Dezember 1998 siegte der Comandante der Fallschirmj\u00e4ger und linke Aktivist Hugo Ch\u00e1vez bei den Pr\u00e4sidentenwahlen in Venezuela. Getragen wird er von einem breiten B\u00fcndnis<!--more--> linker, linksnationalistischer und antiimperialistischer Organisationen, gro\u00dfer Teile des Milit\u00e4rs und fortschrittlicher Sektoren der nationalen Bourgeoise, die den Binnenmarkt vor den allm\u00e4chtigen transnationalen Unternehmen sch\u00fctzen wollen, um eine Industrialisierung im Interesse des Landes in Gang zu setzen.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Bis zu diesem Zeitpunkt kam die begrenzte Industrialisierung Venezuelas nur den Multinationalen Unternehmen zugute. Die parasit\u00e4re venezolanische Bourgeoise verschmelze ihr Kapital, das sie durch den Raub der \u00d6leinnahme des Landes zusammenscheffelte, mit dem multinationalen Kapital.<\/p>\n<p>Anders als etwa in Brasilien oder Argentinien war die nationale Bourgeoise in Venezuela eher schwach; ihr gr\u00f6\u00dferer Teil war eher parasit\u00e4r. Dies f\u00fchrte zu einer nur beschr\u00e4nkten und deformierten Industrialisierung, so dass das Land nicht von industriellen Aktivit\u00e4ten, sondern von der \u00d6lrente ( man lebte von den Einnahmen der sprudelnden \u00d6lquellen) Das venezolanische Industrialisierungsmodell der IV Republik ging nie in die Tiefe. Vergleichbar mit den \u201dmaquiladoras\u201c (Montagebetrieben) im heutigen Mexiko wurden in Venezuela lediglich aus den Ausland gelieferte Teile endmontiert, und die Wertsch\u00f6pfungsketten blieben gering.<\/p>\n<p>Ch\u00e1vez fand eine \u201eVierte Republik\u201c in Agonie vor, einen nicht mehr funktionierenden Staat. \u00d6ffentliche Krankenh\u00e4user und \u00f6ffentliche Schulen waren im wahrsten Sinne des Wortes zusammengebrochen. Der Internationale Wahrungsfonds forderte von der Regierung Venezuelas den R\u00fcckzug des Staates aus der Daseinsf\u00fcrsorge. Das Analphabetentum einschlie\u00dflich des funktionalen Analphabetismus (Menschen die zwar ihren Namen lesen und schreiben k\u00f6nnen, aber dar\u00fcber hinaus nicht lese- oder schreibkundig sind) lag bei 70 Prozent.<\/p>\n<p>Die Vierte Republik zeichnete sich durch brutale Repression gegen Aktivistinnen und Aktivisten linker Parteien, der gewerkschaftlichen Opposition und Akteure sozialer Bewegungen aus. Das Schicksal Tausender Verschwundener, abgeschleppt und ermordet von der damaligen Geheimpolizei DIGEPOL, ist von der Vierten Republik zu verantworten. Allein 1989 beim sogenannten Caracazo als sich die Armen in Caracas gegen die vom IWF verordnete neoliberale Politik erhoben, wurden mehrere tausend Menschen durch Polizei und Armee ermordet. Dies haben die gleichen Parteien zu verantworten, die heutzutage den Sturz des legal gew\u00e4hlten Staatspr\u00e4sidenten Maduro und seiner legitimen Regierung fordern.<\/p>\n<p>Die Bolivarianische Revolution unter der Regierung Ch\u00e1vez fegte wie ein Hurrikan \u00fcber die Vierte Republik hinweg und ersetzte sie durch die F\u00fcnfte Republik, ein bolivarianisches (d.h., in der Tradition des \u201eBefreiers\u201c von der spanischen Kolonialherrschaft Sim\u00f3n Bol\u00edvar stehendes) basisdemokratisches und sozial orientiertes Staatswesen. Die tiefgehenden sozialen Ver\u00e4nderungen, die Ch\u00e1vez ausl\u00f6ste, wurden weder von der rechten Bourgeoise in Venezuela noch von den imperialistischen Zentren jemals akzeptiert. Erst unter Ch\u00e1vez konnte der arme Sektor der Bev\u00f6lkerung Venezuelas (70 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung, die an der Armutsgrenze und unterhalb dieser mit 2 Dollar pro Tag leben mussten) einen Anteil an der Nutzung des \u00d6lreichtums bekommen. Bis dahin landeten die \u00d6leinnahmen in den Taschen der Bourgeoise und der Mittelschichten, die an diesem Raubzug und den Pl\u00fcnderungen der Staatskasse partizipierten. 2 Millionen Wohnungen wurden f\u00fcr die \u00e4rmsten Schichten gebaut. Das Land wurde vom Analphabetismus befreit und die kostenlose Gesundheitsf\u00fcrsorge eingef\u00fchrt. Kostenlose Universit\u00e4ten wurden errichtet. Zum ersten Mal in der Geschichte Venezuelas k\u00f6nnen die Kinder der Unterschichten die Universit\u00e4t besuchen.<\/p>\n<p>Ch\u00e1vez erlie\u00df eine Pr\u00e4sidialorder dar\u00fcber, dass gro\u00dfe Teile der \u00d6leinahmen der PdVSA (des seit 1975 mehr oder weniger staatlichen venezolanischen \u00d6lkonsortiums \u201eErd\u00f6lbetrieb von Venezuela AG\u201c) f\u00fcr Sozialprogramme verwendet werden sollten. Dagegen liefen die Eliten Sturm und putschten im Jahre 2002 unter aktiver Beteiligung der heutigen Oppositionsparteien gegen den gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten und seine Regierung. Am Abend des Putsches verk\u00fcndete der Interimspr\u00e4sident der Putschisten, dass alle Sozialprogramme und die von einer gro\u00dfen Mehrheit der Bev\u00f6lkerung per Referendum verabschiedete fortschrittliche bolivarianische Verfassung nichtig seien. Das Volk, das auf die Stra\u00dfen str\u00f6mte, sowie die loyalen linksnationalistischen Milit\u00e4rs bezwangen die Putschisten und befreiten Ch\u00e1vez aus der Gefangenschaft. F\u00fcr die meisten linken Aktivisten und Aktivistinnen sahen die Putschisten, unter ihnen auch viele der heutigen Oppositionspolitiker, ein Blutbad wie in Chile 1973 vor. Die Stadien waren schon f\u00fcr die Aufnahme von Gefangenen vorbereitet, und die Listen der zu Verhaftenden kursierten schon in den H\u00e4nden der Putschisten Kr\u00e4fte.<\/p>\n<p>18 Jahre hindurch versuchte die Opposition, die fortschrittliche Regierung zu st\u00fcrzen, und warf bei jeder Wahl der Regierung Wahlbetrug vor, ausgenommen bei jenen Wahlen unter dem gleichen Wahlsystem, die sie gewonnen hatte, wie dies auch 2015 geschah, als sie die Mehrheit im Parlament errang. Obwohl Maduro bis 2019 gew\u00e4hlt worden ist, wollte sie unter Ausnutzung ihrer parlamentarischen Mehrheit die Regierung Maduro st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>2015 nach Chavez Tod fanden die turnusm\u00e4\u00dfigen Parlamentswahlen statt. Der Chavismus verlor zum ersten Mal die Wahlen. Die Parlamentswahlen 2015 waren jedoch nicht ganz rechtm\u00e4\u00dfig verlaufen; in drei Wahlbezirken wurden Korruption und Wahlf\u00e4lschung aufgedeckt. Daraufhin forderte das venezolanische Verfassungsgericht, in diesen drei Bezirken Nachwahlen durchzuf\u00fchren. Die Parlamentsmehrheit lehnte dies ab, woraufhin das Oberste Verfassungsgericht Venezuelas das Parlament wegen Missachtung der Verfassung f\u00fcr au\u00dfer Funktion befindlich erkl\u00e4rte.<\/p>\n<p>Seitdem durchlebt Venezuela eine gravierende institutionelle Krise. Ein offiziell nicht zu Handlungen legitimiertes Parlament nutzt jede Gelegenheit zum Versuch, den Pr\u00e4sidenten der Republik und seine Regierung zu st\u00fcrzen und ist nicht bereit zu einer konstruktiven parlamentarischen Zusammenarbeit, etwa vergleichbar mit einer Kohabitation, wie sie z.B. in Frankreich oft praktiziert worden ist. Die chavistischen sowie alle linken und antiimperialistischen patriotischen Kr\u00e4fte suchten demgegen\u00fcber einen Ausweg aus der institutionellen Krise durch allgemeine Wahlen zu einer konstituierenden Versammlung, deren Einberufung in einer solchen Situation gem\u00e4\u00df Artikel 347 der geltenden Verfassung der Bolivarischen Republik v\u00f6llig legal ist.<\/p>\n<p>In der versch\u00e4rften Wirtschaftskrise, unter der das Land leidet, sieht die Opposition gemeinsam mit den USA und Teile der EU ihre Chance, einen Regimewechsel in Venezuela zu vollziehen, und sie wird dabei aus den Hauptst\u00e4dten der \u201ewestlichen Welt\u201c angefeuert und unterst\u00fctzt.<\/p>\n<p>Ab April 2017 hat sich die Lage in Venezuela zugespitzt. Die Opposition wollte mit einem Szenario, das wie aus dem Drehbuch f\u00fcr den ukrainischen Maidan abgeschrieben wirkt, endlich den Chavismus und die Ergebnisse der Bolivarischen Revolution entsorgen. Sie glaubte sich nahe am Ziel. Massen werden auf die Stra\u00dfe mobilisiert, und von der Opposition bezahlte Gruppen beginnen bewaffnete Auseinandersetzungen mit den Ordnungskr\u00e4ften der Regierung. Es kommt im Verlaufe von \u00fcber 100 Tagen bei diesen Auseinandersetzungen zu etwa 120 Todesopfern. F\u00fcr 40 dieser Toten sind die Ordnungsorgane des Staates verantwortlich, und 80 von ihnen gehen auf das Konto der Opposition. Dabei sind Kader der chavistischen Bewegung durch oppositionelle Kr\u00e4fte gezielt ermordet worden. Darunter zwei farbige Jugendliche die gar keine chavistischen Aktivisten waren wurden bei lebendigen Leib von Oppositionellen verbrannt nur weil sie farbig waren. Dies zeugt vom Klassenhass und vom Rassismus der Opposition in Venezuela.<\/p>\n<p><strong>Zur aktuellen Lage<\/strong><\/p>\n<p>Nach den 100 Tagen Aufruhr hat sich die Lage in Venezuela die in den vergangenen Monaten nach der Wahl der Konstituierenden Versammlung sp\u00fcrbar stabilisiert. Regierung und Opposition werden in der Dominikanischen Republik miteinander reden. Seit der Wahl der konstituierenden Versammlung Juli 2017 sind die Stra\u00dfenproteste der Opposition gegen die Regierung von Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro zusammengebrochen. Der Aufstandskurs der venezolanischen Opposition hat sein Ziel verfehlt. Diese Sicht teilt auch die New York Times vom 2. August 2017. Der nach dem Muster des Maidan inspirierte Aufstand der venezolanischen Opposition hat nie die Breite erreicht, die zu einem Machtwechsel n\u00f6tig gewesen w\u00e4re und blieb immer auf die Eliten und die gehobenen Mittelschichten beschr\u00e4nkt, ohne dass der Funke auf die Masse der Armen \u00fcbergesprungen w\u00e4re, die 70 Prozent der Bev\u00f6lkerung ausmachen. W\u00e4hrend in den Vierteln der Eliten und gehobenen Mittelschichten demonstriert wurde, blieb es in den Armenvierteln ruhig. Dies obwohl die \u00e4rmeren Schichten Venezuelas aufgrund der tiefen Wirtschaftskrise gen\u00fcgend Gr\u00fcnde zum Protest h\u00e4tten.<\/p>\n<p>Mit zunehmender Siegesgewissheit der Opposition erkl\u00e4rten die Politiker des \u201eTisches der Demokratischen Einheit\u201c (Mesa de la Unidad Democr\u00e1tica \u2013 MUD) im Klartext, dass die Ergebnisse von 20 Jahren Politik der sozialen Inklusion, der Bek\u00e4mpfung der Armut durch den Chavismus restlos beseitigt werden sollten. Die Opposition war nie bereit, Garantien daf\u00fcr abzugeben, dass die Sozialprogramme bei einem eventuellen Regierungswechsel beibehalten w\u00fcrden. Das hat wichtige Segmente der venezolanischen W\u00e4hlerinnen und W\u00e4hler aus den \u00e4rmeren Schichten, die noch vor zwei Jahren f\u00fcr die Opposition stimmten, zur\u00fcck auf die Seite der Regierung getrieben. Das ist der Grund f\u00fcr die Niederlage der Opposition obwohl die \u00f6konomische Lage alles andere als gut ist und auch die armen Bev\u00f6lkerungsschichten auf die Stra\u00dfe treiben m\u00fcsste.<\/p>\n<p>An der Wahl zur konstituierenden Nationalversammlung, die verfassungsm\u00e4\u00dfig legal gewesen ist und von der Opposition boykottiert wurde, haben sich nach Angaben des Nationalen Wahlrats (Consejo Nacional Electoral \u2013 CNE) mehr als acht Millionen B\u00fcrger beteiligt. Diese Aussagen des CNE sind realistisch und nachpr\u00fcfbar. Das haben auch internationale Wahlbeobachter best\u00e4tigt, die von einer hohen Wahlbeteiligung sprachen. Die Opposition hat hinsichtlich der von ihr geforderten internationalen Einmischung bis hin zu einem Boykott Venezuelas oder einer Milit\u00e4rintervention, die ihr ultrarechter Fl\u00fcgel verlangt hat, keines ihrer Ziele erreicht. Mit der Forderung nach einem milit\u00e4rischen Eingreifen aus dem Ausland isolierten sich vielmehr jene Teile der Opposition von der Mehrheit der Bev\u00f6lkerung. Die Opposition hat Br\u00fcche von gr\u00f6\u00dferem Ausma\u00df weder in der Armee noch im politischen Lager des Chavismus hervorrufen k\u00f6nnen. Nach 20 Jahren bolivarischer Revolution ist die Armee v\u00f6llig umstrukturiert worden; sie steht heute als politische Armee fest auf der Seite der bolivarisch-chavistischen Revolution. Der Chavismus hat die innere Einheit st\u00e4rken k\u00f6nnen, indem neue Akteure neben Pr\u00e4sident Maduro das Sagen haben. Der Einfluss von Diosdado Cabello, Vize-Chef der Vereinigten Sozialistischen Partei, und Delcy Rodr\u00edguez, Pr\u00e4sidentin der konstituierenden Nationalversammlung, ist gewachsen. Somit hat sich auch die Pr\u00e4sidentschaft von Maduro stabilisiert. Die Risse im Lager der Opposition st\u00e4rken die Verhandlungsposition der Chavisten bei k\u00fcnftigen Verhandlungen mit ihr.<\/p>\n<p>Der politische Erfolg des Regierungslagers hat bei der Opposition die Alarmglocken schrillen lassen, denn an der Wahl d\u00fcrften sich auch Menschen beteiligt haben, die bei der Parlamentswahl 2015 die Opposition gew\u00e4hlt hatten oder zu Hause geblieben waren. Es war in weiten Teilen weniger ein Vertrauensvotum f\u00fcr den Pr\u00e4sidenten als vielmehr eine Protestwahl gegen die nicht endenden Krawalle und Ausdruck der Angst der \u00e4rmeren Bev\u00f6lkerungsschichten davor, dass ihnen durch die Rechte aller Fortschritt wieder weggenommen w\u00fcrde. Als Reaktion auf diesen Schock k\u00fcndigten wenige Tage sp\u00e4ter praktisch alle Oppositionsparteien ihre Teilnahme an den im Oktober stattfindenden Regionalwahlen an. Dadurch wurde eine Krise im Oppositionsb\u00fcndnis ausgel\u00f6st. Als erste hatte sich die sozialdemokratische sogenannte Acci\u00f3n Democr\u00e1tica f\u00fcr die Wahlbeteiligung ausgesprochen und verlie\u00df damit die urspr\u00fcnglich in der MUD beschlossene Linie, sich an keiner Wahl zu beteiligen. Mit dem Beschluss der Wahlbeteiligung der MUD ist ihre Glaubw\u00fcrdigkeit in den oppositionellen Mittelschichten gesunken. Zuvor hatte die Opposition immer wieder behauptet, das Wahlsystem in Venezuela sei betr\u00fcgerisch und es gebe keine demokratischen Wahlen; jetzt beteiligt sich die Opposition unter Anerkennung desselben Wahlsystems, das sie bis vor wenigen Wochen noch als betr\u00fcgerisch bezeichnete. Die Demoralisierung des Lagers der Opposition ist offensichtlich.<\/p>\n<p>Mit der Arbeit der Konstituierenden Versammlung strebt die Regierung eine deutliche Verschiebung der Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnisse und die Beendigung der seit 18 Jahren bestehenden Doppelherrschaft im politischen \u00dcberbau an. Unklar bleibt die Dimension der Ver\u00e4nderungen an der \u00f6konomischen Basis des Landes, welche die Konstituierende Versammlung anstrebt.<\/p>\n<p>Die Interventionsdrohungen der USA gegen Venezuela f\u00fchren in Venezuela und in zahlreichen L\u00e4ndern Lateinamerikas zur \u00dcberpr\u00fcfung der bisherigen internationalen Partnerschaften und zur Suche nach neuen B\u00fcndnispartnern. Dabei steht die strategische Partnerschaft mit Russland und China im Zentrum. Aber auch die S\u00fcd-S\u00fcd Kooperation soll intensiviert sowie eine engere Zusammenarbeit mit Indien und anderen zentralasiatischen Staaten angestrebt werden. Ziel ist es, die Mittlerweile intensivieren sich die Beziehungen zwischen Beijing und Caracas enorm. Zwischen Venezuela und der sozialistischen Volksrepublik China bestehen bereits auf verschiedenen Gebieten mehr als 700 Wirtschafts- und Handelsprojekte. Venezuela wickelt jetzt ein Teil seiner Erd\u00f6lgesch\u00e4fte in chinesischen Yuan ab. Russland und China haben in Venezuela zu viel investiert als dass sie das Land erneut den USA \u00fcberlassen k\u00f6nnten. Rosneft und damit Russland kann den USA nicht erlauben, die Kontrolle \u00fcber das venezolanische Erd\u00f6l zu erlangen.<\/p>\n<p>Mit den Gouverneurswahlen, die in einem Debakel der Opposition endeten, ist die Opposition v\u00f6llig untereinander zerstritten. Die Gouverneurswahlen ergaben den Sieg des \u201eChavismus\u201c in 18 der 23 Bundestaaten. In vier Bundesstaaten siegte die Sozialdemokraten der Accion Demokratica die gew\u00e4hlten Gouverneure der AD schworen vor der konstituierenden Nationalversamlung, was die Voraussetzung f\u00fcr ihre Amtseinf\u00fchrung ist und nicht vor demoffizielle Parlament (Asamblea Nacional) das wegen eines Beschlusses des Obersten Gerichtshofes au\u00dfer Funktioon gesetzt wurde, Der abgelegte Schwur der AD Gouverneure wurde von den anderen Oppositionsparteien als Verrat bezeichnet.<\/p>\n<p>Jetzt sieht der Chavismus gute Chancen bei den Kommunalwahlen und B\u00fcrgermeisterwahlen die am 10 Dezember 2017 stattfinden als Gewinner hervorzugehen.<\/p>\n<p><strong>Solidarit\u00e4t der Linken mit Venezuela<\/strong><\/p>\n<p>Das Thema Venezuela ist zur Kampfarena zwischen der Rechten und der Linken, sowohl in zahlreichen L\u00e4ndern Lateinamerikas als auch in Europa, geworden.<\/p>\n<p>In Europa haben zahlreiche linke Parteien sich klar in Solidarit\u00e4t mit der bolivarischen Revolution positioniert. Darunter Jean-Luc M\u00e9lenchon von France Insoumise, Podemos, Izquierda Unida, KP Portugals, SP Niederlande. DIE LINKE in Deutschland hat einen Parteitagbeschluss auf Initiative von CUBA SI, der mit einer gro\u00dfen Mehrheit bei wenigen Gegenstimmen und wenigen Enthaltungen beschlossen wurde. Das ist unsere gemeinsame Grundlage.<\/p>\n<p>Das XXIII Treffen des Forums von S\u00e3o Paulo wurde im Juni 2017 mit der Verabschiedung der Resolution \u201eUnser Amerika mitten im Kampfe\u201c abgeschlossen, die unter ihren haupts\u00e4chlichen Erkl\u00e4rungen die umfassende Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Wahlprozess zur Konstituierenden Nationalversammlung zum Ausdruck bringt, zu dem die Regierung von Pr\u00e4sident Nicol\u00e1s Maduro f\u00fcr den 30. Juli in Venezuela aufgerufen hat.<\/p>\n<p>\u201eDas Forum von S\u00e3o Paulo erkl\u00e4rt sich im Alarmzustand und in Permanenz zur Unterst\u00fctzung des Kampfes des venezolanischen Volkes zur Verteidigung der bolivarischen Revolution\u201c, wird in der Resolution dieses Treffens der politischen Parteien und sozialen Bewegungen der Linken aus mehr als 30 L\u00e4ndern der Welt hervorgehoben.<\/p>\n<p>Monica Valente, Exekutivsekret\u00e4rin des Forums von S\u00e3o Paulo, versicherte, dass mit dieser einstimmig angenommenen Resolution die Parteien und Bewegungen als ein einheitlicher Block gest\u00e4rkt auftreten, um den w\u00fctenden Angriffen des Imperialismus, der internationalen Rechten und der Kr\u00e4fte der Oligarchien zu widerstehen, welche versuchten, jene L\u00e4nder zu destabilisieren, die von fortschrittlichen Pr\u00e4sidenten regiert werden.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/diefreiheitsliebe.de\/politik\/warum-randalieren-die-oberschichten-venezuelas\/\"><em>diefreiheitsliebe.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 7. April 2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Harri Gr\u00fcnberg. Am 3 Dezember 1998 siegte der Comandante der Fallschirmj\u00e4ger und linke Aktivist Hugo Ch\u00e1vez bei den Pr\u00e4sidentenwahlen in Venezuela. Getragen wird er von einem breiten B\u00fcndnis<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7,5],"tags":[18,71,36,17],"class_list":["post-3388","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","category-kampagnen","tag-imperialismus","tag-lateinamerika","tag-venzuela","tag-widerstand"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3388","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3388"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3388\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3389,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3388\/revisions\/3389"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3388"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3388"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3388"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}