{"id":3519,"date":"2018-05-12T08:38:34","date_gmt":"2018-05-12T06:38:34","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3519"},"modified":"2018-05-12T08:38:34","modified_gmt":"2018-05-12T06:38:34","slug":"usa-erfolge-und-neue-aufgaben-fuer-gewerkschaftsaktivistinnen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3519","title":{"rendered":"USA: Erfolge und neue Aufgaben f\u00fcr GewerkschaftsaktivistInnen"},"content":{"rendered":"<p><em>Dewar (Red Flag), M. Otono (Workers Power US). <\/em>Dreitausend GewerkschafterInnen versammelten sich vom 8. bis zum 11. April in Chicago zur zweij\u00e4hrlichen Konferenz von Labor Notes. Viele dort behaupteten,<!--more--> es sei die gr\u00f6\u00dfte Labor-Notes-Konferenz aller Zeiten gewesen. Aber Zahlen allein k\u00f6nnen die Energie, die Vielfalt, die Militanz nicht wirklich wiedergeben.<\/p>\n<p><strong>ArbeiterInnenk\u00e4mpfe<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Er\u00f6ffnungskundgebung am Freitag h\u00f6rten wir unter anderem von den Verizon-KommunikationsarbeiterInnen, deren 40-t\u00e4giger Streik im Jahr 2016 ebenso wie die k\u00fcrzlich siegreichen LehrerInnen in West Virginia ein Muster f\u00fcr innovative Militanz abgaben.<\/p>\n<p>Ein Streikender von Verizon erinnerte sich, dass er bei eBay die \u201eMutter aller Megaphone\u201c kaufte, als er Wind davon bekam, wo die angekarrten StreikbrecherInnen residierten, und die BewohnerInnen der Hotels um 4.00 Uhr morgens mit Pfeifen, Trommeln und Stimmen aus den Betten jagte \u2013 bis schlie\u00dflich alle Hotels ihre Streikbrecherkundschaft ausgeloggt hatten.<\/p>\n<p>Eine Lehrerin aus West Virginia erhielt zu Recht enormen Zuspruch. Und als sie sagte: \u201eUnsere Arbeitskraft wird ausgebeutet, unsere Arbeitskraft wird weggenommen\u201c, schloss sich der ganze Saal an. In einem sp\u00e4teren Workshop erfuhren wir mehr \u00fcber den Streik sowie \u00fcber die Streiks in Kentucky und in Arizona. LehrerInnen aus Oklahoma waren auch da.<\/p>\n<p>Alle sagten, sie h\u00e4tten auf Facebook und Twitter mobilisiert, trotz der damit verbundenen Gefahren, einschlie\u00dflich der Tatsache, dass die meisten Streiks illegal waren. Aber die Vorteile \u00fcberwogen bei weitem die Risiken. Diese wuchsen schnell zu Massenkampagnen mit 30-40.000 TeilnehmerInnen an. Entscheidend war, dass die Anf\u00fchrerInnen der AktivistInnen nicht versuchten, nicht beleidigende Kommentare und Threads (Diskussionsf\u00e4den) abzuschalten, wobei die Leute mit gro\u00dfartigen Ideen aufwarteten und das Gef\u00fchl verbreiteten, dass \u201edies unsere Gewerkschaft ist\u201c. Sie ver\u00f6ffentlichen Live-Videos, die zeigen, wie man Aktionen durchf\u00fchrt, und rekrutierten Delegierte von Arbeitsstellen.<\/p>\n<p>Die erste Aktion in Kentucky war einfach: am Freitag rote Kleidung tragen. Aber es hat funktioniert. Bei der Vorbereitung auf die Arbeitsniederlegungen gaben MitarbeiterInnen Zusagen und veranstalteten \u201eBesuche\u201c, bei denen LehrerInnen, Eltern, Gemeinde und Sch\u00fclerInnen vor der Schule protestieren, bis die Glocke ert\u00f6nt, dann gehen sie alle gemeinsam hinein.<\/p>\n<p>Sobald sie, sagen wir, 30.000 Zusagen erreichen, verk\u00fcnden sie einen Ausstand: in West Virginia vier Bezirke, um anzufangen, dann im ganzen Staat f\u00fcr den neunt\u00e4gigen Streik. Im ganzen Land Kentucky gab es 30 Tage nach der ersten Aktion Arbeitsniederlegungen \u2013 so k\u00f6nnen die Dinge schnell gehen.<\/p>\n<p>Die \u201eLastwagenfahrerInnen f\u00fcr eine Demokratische Gewerkschaften\u201c (TDU) waren anwesend und ihr Kandidat f\u00fcr den Gewerkschaftsvorsitz, dem nur 44 Stimmen zum Sturz des Amtsinhabers fehlten, sprach bei der Abschlusskundgebung. Aber er enth\u00fcllte sein Programm nicht, das hei\u00dft, was eine von der TDU-gef\u00fchrte Gewerkschaft tun w\u00fcrde, um die Macht der B\u00fcrokratie zu brechen.<\/p>\n<p>Einer der Lehrer erkl\u00e4rte den optimistischen Ansatz von Labor Notes gut: \u201eDie Gewerkschaft ist unser Unterst\u00fctzungsnetzwerk, aber wir fahren diesen Bus.\u201c Das Problem ist, Busse sind sehr gut f\u00fcr lokale Streitigkeiten und Fahrten, aber wer f\u00e4hrt die Hochgeschwindigkeitslokomotive des Intercitys, damit er endlich das landesweite oder bundesstaatliche Tarifabkommen erreicht? Es ist zutreffend, dass militante Kr\u00e4fte Abschl\u00fcsse zur\u00fcckgewiesen haben, die von den Funktion\u00e4rInnen vorgeschlagen wurden, aber sie kontrollieren nicht die Verhandlungen. Eine weitaus grundlegendere demokratische Neuorganisation der Gewerkschaften ist erforderlich, einschlie\u00dflich einer nationalen F\u00fchrung unter der Kontrolle der Mitgliederbasis.<\/p>\n<p>Diese Schw\u00e4che in ihrer Analyse ist nicht \u00fcberraschend, wenn man bedenkt, dass Kim Moody und seine MitdenkerInnen aus der britischen SWP \u201eBasis\u201c-Tradition der 1970er und fr\u00fchen 1980er Jahre stammen, als Tony Cliff eine Theorie der Spontaneit\u00e4t vertrat, die die B\u00fcrokratie als eine d\u00fcnne Kruste auf einer brodelnden Lava der Militanz betrachtete.<\/p>\n<p>Es ist klar, dass es neben der lokalen Organisation und Militanz w\u00e4hrend des H\u00f6hepunkts der Streiks unerl\u00e4sslich ist, eine nationale, gewerkschafts\u00fcbergreifende Basisbewegung aufzubauen, die alle brennenden Unzufriedenheiten entfacht und vereint. Wir brauchen einen Klassenkampf \u2013 und da braucht man Politik.<\/p>\n<p><strong>Treffen f\u00fcr schwarze Arbeitskr\u00e4fte<\/strong><\/p>\n<p>Ein weiterer denkw\u00fcrdiger Moment am Freitagabend war eine Videolinkansprache von Pfarrer William J. Barber II, der am f\u00fcnfzigsten Jahrestag der Ermordung von Dr. Martin Luther King Jr., drei Tage zuvor, eine zweite Kampagne der Armen mit 40 Tagen gewaltfreier direkter Aktion (NVDA) und W\u00e4hlerregistrierung startete. Eine Zusammenfassung verschiedener Bewegungen wie Labor Notes, Black Lives Matter und #MeToo w\u00e4re \u2013 explosiv und schwer zu \u00fcberwachen.<\/p>\n<p>Wir waren von der offenkundigen Armut in Chicago, auf der Westseite und sogar in der Innenstadt beeindruckt. Barber kann viele Tausende dieser Menschen mobilisieren. Aber der wichtigste Teil seiner Rede war seine Forderung nach einer von unten nach oben gerichteten F\u00fchrung, nicht nach einer \u201eHubschrauberf\u00fchrung\u201c und nach einer \u201eFusionsbewegung, nicht nach einer Koalition\u201c.<\/p>\n<p>Die letzte Sitzung, \u201eSchwarze ArbeiterInnen k\u00e4mpfen um Arbeit\u201c, setzte sich tiefer mit den Bedingungen f\u00fcr schwarze ArbeiterInnen auseinander. Die Gentrifizierung verdr\u00e4ngt schwarze Familien aus Chicago, 200.000 Menschen in den letzten 15 \u2013 20 Jahren. H\u00e4user in diesen, ehemals von diesen Familien bewohnten Gebieten (Chicago ist die am meisten segregierte Stadt in den USA) verkaufen sich f\u00fcr 400.000 \u2013 500.000 US-Dollar. Wenn also schwarze Menschen durch die hohen Lebenshaltungskosten verdr\u00e4ngt werden, ziehen nicht-schwarze Familien ein. Die durchschnittliche wei\u00dfe Familie in Chicago ist zehnmal reicher (170.000 USD) als die durchschnittliche schwarze Familie (17.000 USD), wobei Wohneigentum eine entscheidende Rolle spielt.<\/p>\n<p>F\u00fcnfzig Schulen haben in West- und S\u00fcdchicago geschlossen, und der Anteil der schwarzen LehrerInnen wurde von 40 auf 20 % halbiert. Und das in einer Stadt, die ehedem zu einem Drittel von Schwarzen bewohnt war. Sowohl im \u00f6ffentlichen als auch im privaten Sektor gibt es Diskriminierungen bei Besch\u00e4ftigung, Bef\u00f6rderung und Geh\u00e4ltern. Die schwarzen Caucusse (gesonderte Treffen) in den Gewerkschaften beleben sich dadurch wieder.<\/p>\n<p>Offensichtlich sprachen sich einige TeilnehmerInnen, die sich frustriert und verraten f\u00fchlten, weil die Gewerkschaften nicht bereit waren, alles zu tun, um diesen R\u00fcckgang der Rechte der schwarzen ArbeiterInnen, ja ihre Verarmung, zu bek\u00e4mpfen, gegen jedes B\u00fcndnis mit den Wei\u00dfen aus, zumindest nicht, bis sie einen Kampf gegen Diskriminierung und Vorurteile gezeigt h\u00e4tten. Auf der anderen Seite winkte eine Frau mit dem Arm durch den Raum und sprach: \u201eWie kannst du sagen, dass wei\u00dfe Menschen keine Verb\u00fcndeten sein k\u00f6nnen? Sieh dich um, hier sind wei\u00dfe Leute\u201c.<\/p>\n<p>Diese Selbstbeschr\u00e4nkung durch SeparatistInnen ist potentiell sch\u00e4dlich f\u00fcr die Bewegung, egal wie man mit ihren Gef\u00fchlen sympathisieren kann. B\u00fcndnisse mit der wei\u00dfen ArbeiterInnenklasse, also nicht mit der Demokratischen Partei, k\u00f6nnen die Bewegung erweitern und vertiefen und gleichzeitig die RassistInnen am Arbeitsplatz und in der Wohngemeinde schw\u00e4chen. Sie verweisen auch auf einen gemeinsamen Feind, den Kapitalismus, der letztlich der Hauptbeg\u00fcnstigte des Rassismus ist, der die ArbeiterInnenklasse spaltet und unsere Ausbeutung vertieft.<\/p>\n<p>Ein weiteres zentrales Thema im Raum, trotz aller Diskussionen \u00fcber militante Taktiken zur Organisation und zum Gewinn von Streiks, war die Rolle der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie. Dies ist die kasten\u00e4hnliche Schicht von Funktion\u00e4rInnen, die die Gewerkschaften regieren und gro\u00dfz\u00fcgige ManagerInnengeh\u00e4lter als Gegenleistung f\u00fcr ausgehandelte Tarifvereinbarungen erhalten. Ihre Rolle bei der Vermeidung, der Nichtaussch\u00f6pfung von Kampfkraft oder dem Ausverkauf von Streiks, ihre Verantwortung f\u00fcr den katastrophalen R\u00fcckgang der Gewerkschaftsmitgliedschaft, insbesondere im privaten Sektor, wurde kaum und auch dann nur am Rande erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p><strong>Politik<\/strong><\/p>\n<p>Workshops, die explizit der Politik gewidmet waren, gab es nur wenige. Einer zu \u201eMedicare f\u00fcr alle\u201c war eine Geschichte des endlosen Lobbyismus mit der Demokratischen Partei und auch ausgeweitet auf die Republikanische Partei; dieser kulminierte in einem Gesetzesentwurf, der zu einer Verordnung wurde, aber ohne \u00c4nderung des Gesetzes!<\/p>\n<p>Der Workshop der \u201eDemocratic Socialists of America\u201c (DSA) war vergleichsweise klein. Ein anderer, \u201eWas ist Sozialismus?\u201c, machte seine Ank\u00fcndigung wahr und die TeilnehmerInnen mit den grundlegenden sozialistischen Zielen, Konzepten und Taktiken vertraut, ohne jedoch die Notwendigkeit einer Partei zu erw\u00e4hnen, geschweige denn die Kluft zwischen Revolution und Reform vertiefend zu behandeln.<\/p>\n<p>Als n\u00e4chstes fand ein Treffen \u00fcber die Corbyn-Bewegung statt, das gut besucht war. Neben Jeremy Dewar, der von der Gewerkschaft Unison in Lambeth, einem Londoner Stadtteil, delegiert war, sprachen Charlotte Bence (eine Organisatorin von Unite) und Phil Clarke (Brighton District Labour Party) auf dem Podium. Phil, ein Mitglied der Linken, der schlie\u00dflich die Kontrolle \u00fcber Brighton gewann, erz\u00e4hlte eine lebhafte Geschichte, in der es um die Suspendierung von Einzelpersonen und einen massiven Zustrom in die Partei ging. Alle unsere Vortr\u00e4ge wurden von den rund 100 TeilnehmerInnen gut angenommen.<\/p>\n<p>Dewar sah Anzeichen daf\u00fcr, dass sich die amerikanische ArbeiterInnenklasse ihrer eigenen Unterdr\u00fcckung bewusst wird und sich f\u00fcr L\u00f6sungen \u00f6ffnet, die \u00fcber \u201eVerhandlung\u201c und \u201eSchlichtung\u201c hinausgehen und sich f\u00fcr militantere Aktionen wie Streiks \u00f6ffnen. Er sah eine ArbeiterInnenbewegung, die sich f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Gemeinschaft einsetzt und dar\u00fcber nachdenkt, wie man die Opfer der sozialen Unterdr\u00fcckung unterst\u00fctzen k\u00f6nnte, von denen viele Gewerkschaftsmitglieder und ihre Familien sind. Er habe gesehen, wie die Bewegungen f\u00fcr soziale Gerechtigkeit erkannt haben, dass gewerkschaftliches Handeln ein Weg ist, um ihre Unterdr\u00fcckungsbedingungen zu verbessern. Unsere Aufgabe als SozialistInnen ist es, weiterhin auf diese militanteren Aktionen zu dr\u00e4ngen, um diese K\u00e4mpfe zu einem \u00fcbergreifenden Klassenkampf gegen das System zu verbinden, das jede dieser Unterdr\u00fcckungen kontrolliert und aus ihnen Vorteile zieht, entweder direkt oder indirekt.<\/p>\n<p>Die GesinnungsgenossInnen von Red Flag in den USA, Workers Power, glauben, dass die Voraussetzungen f\u00fcr eine historische Wiederbelebung des militanten Massengewerkschaftswesens gegeben sind. Sie mag wohl selbst schon im Gange sein. Dies muss in breite Bewegungen aller Kr\u00e4fte eingebettet sein, die Trump wirklich bek\u00e4mpfen. Dazu geh\u00f6ren Frauen, die gegen die republikanischen Angriffe auf Abtreibungsrechte k\u00e4mpfen, ImmigrantInnen, die DREAMers (Kampf um Anwendung des Development, Relief and Education for Alien Minors Act der Obama-Administration) usw., gegen Verhaftung und Deportation, schwarze Jugendliche, die gegen Polizeimorde, Massenhaft und Entrechtung k\u00e4mpfen. Lokale Aktionsr\u00e4te, die militante GewerkschafterInnen vor Ort und Gemeindekampagnen vertreten, k\u00f6nnen sich gegenseitig massiv unterst\u00fctzen, indem sie ihre K\u00e4mpfe koordinieren. Aber letztendlich ist die gro\u00dfe Frage die nach der Notwendigkeit einer neuen ArbeiterInnenpartei, einer sozialistischen Partei.<\/p>\n<p><strong>Einige Schlussfolgerungen<\/strong><\/p>\n<p>Die Labor-Notes-Konferenz 2018, vor allem die TeilnehmerInnen an der Basis, waren sicherlich ein Zeugnis f\u00fcr die reiche Ader der K\u00e4mpfe der ArbeiterInnenklasse, die derzeit durch die amerikanische Gesellschaft laufen. J\u00fcngstes Beispiel sind 50.000 rote T-Shirts tragende LehrerInnen, die Phoenix (Arizona) am 27. April zum Stillstand brachten.<\/p>\n<p>Aber mit solchen gro\u00dfartigen Mobilisierungen kommen neue Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Wie k\u00f6nnen wir die Bewegung auf eine nationale Ebene bringen, wie k\u00f6nnen wir die Erfolgschancen erh\u00f6hen? Was sind die n\u00e4chsten Schritte? Wie k\u00f6nnen wir aus quantitativen Verbesserungen einen qualitativen Sprung machen? Welche Charta der Gewerkschaftsrechte muss auf die politische Tagesordnung gesetzt werden?<\/p>\n<p>Labor Notes sollte in Verbindung mit Gewerkschaftsbasis-Kampagnen, wie der TDU oder der Chicago Teachers\u2019 Alliance, und militanten lokalen Gliederungen und Verb\u00e4nden wie den LehrerInnen oder der Communications Workers of America (CWA) einen Arbeits- und Abstimmungskongress einberufen, um eine Basisbewegung zu bilden.<\/p>\n<p>Was sollte eine solche Bewegung tun? Nun, sie sollte die F\u00fchrung \u00fcbernehmen, und sich nicht nur mit der F\u00f6rderung des militanten Sozialgemeinde- und Gewerkschaftswesens, der Organisation von unten nach oben, der Missachtung gewerkschaftsfeindlicher Gesetze und der Rechenschaftspflicht von Gewerkschaftsb\u00fcrokraten befassen. Ihre globale Aufgabe w\u00e4re die Kritik und das Lernen aus 40 Jahren Gewerkschaftsverfall, aber auch dem Kampf dagegen. Sie sollte darauf abzielen, ein Aktionsprogramm f\u00fcr die Wiedergeburt der Gewerkschaften zu schaffen, insbesondere im privaten Sektor, von dem sie so gut wie ausgeschlossen sind.<\/p>\n<p>Dies sollte nicht nur die Verbrechen des Klassenfeindes, sondern auch die der Gewerkschaftsb\u00fcrokratie gei\u00dfeln und f\u00fcr Ma\u00dfnahmen zur Aufl\u00f6sung ihrer Funktionen in die Basis k\u00e4mpfen: durch die Wahl aller Funktion\u00e4rInnen, denen der Durchschnittslohn eines\/r Facharbeiter\/In\/s gezahlt werden sollte; alle Entscheidungen in Streitf\u00e4llen und Verhandlungen sollen von Massenversammlungen und direkten Vertretungen der K\u00e4mpferInnen getroffen werden; j\u00e4hrliche Wahlen und das Recht auf R\u00fcckruf aller Funktion\u00e4rInnen.<\/p>\n<p>Labor Notes und die verschiedenen Formationen der militanten Minderheit der Gewerkschaften, die aus lokalen K\u00e4mpfen hervorgehen, m\u00fcssen sich an die Spitze des Kampfes f\u00fcr eine ArbeiterInnenpartei stellen. Wenn wir eine sozialistische Partei und nicht die verschiedenen Formen des Populismus wiederholen wollen, denen schlie\u00dflich die Ideen oder die Energie ausgehen und die am Ende in die b\u00fcrgerliche Demokratische Partei zur\u00fcckkehren, dann kommt der organisierten ArbeiterInnenbewegung eine entscheidende Rolle zu.<\/p>\n<p>Die Bedingungen f\u00fcr den Aufbau einer solchen Partei und einer Basisbewegung in den Gewerkschaften sind reif, ja \u00fcberreif, das hei\u00dft, entscheidende Momente, zum Beispiel unmittelbar nach der Bewerbung von Bernie Sanders im Pr\u00e4sidentschaftswahlkampf, sind bereits verpasst worden.<\/p>\n<p>[\u2026]<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/arbeiterinnenmacht.de\/2018\/05\/10\/usa-labor-notes-konferenz-erfolge-stellen-gewerkschaftsaktivistinnen-vor-neue-aufgaben\/\"><em>arbeiterinnenmacht.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 12. Mai 2018, leicht gek\u00fcrzt durch maulwuerfe.ch<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dewar (Red Flag), M. Otono (Workers Power US). Dreitausend GewerkschafterInnen versammelten sich vom 8. bis zum 11. April in Chicago zur zweij\u00e4hrlichen Konferenz von Labor Notes. 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