{"id":3687,"date":"2018-06-10T09:03:44","date_gmt":"2018-06-10T07:03:44","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3687"},"modified":"2018-06-10T09:03:44","modified_gmt":"2018-06-10T07:03:44","slug":"trotzki-ueber-organisatorische-probleme","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3687","title":{"rendered":"Trotzki \u00fcber organisatorische Probleme"},"content":{"rendered":"<p><em>Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir einen \u00fcbersetzten Auszug aus Fred Zellers Buch \u201eTrois points c\u2019est tout\u201c, in dem er seine Begegnung mit Leo Trotzki beschreibt. Zeller (1912-2003) war zu dieser Zeit<!--more--> Sekret\u00e4r der Seine Jeunesse Socialiste (Pariser JungsozialistInnen) und Sympathisant der trotzkistischen Bewegung der Mitt-30er Jahre. Im Oktober 1935 besuchte er Trotzki in seinem Exil in Norwegen. Zu dieser Zeit f\u00fchrten die F\u00fchrer der franz\u00f6sischen Sozialistischen Partei (damals SFIO) eine Kampagne von Ausschl\u00fcssen gegen Linke in der Partei und l\u00f6sten die bolschewistisch-leninistische Str\u00f6mung auf, die der SFIO 1934 beigetreten war.<\/em><\/p>\n<p><em>Durch die Diskussionen mit Trotzki konnte Zeller vom zentristischen Fl\u00fcgel Marceau Piverts zu den Bolschewiki-Leninisten (sp\u00e4er IV. Internationale) gewonnen werden. Dort spielte er anfangs eine wichtige Rolle, verliess die Bewegung jedoch sp\u00e4ter. Dieser Text bietet einen wichtigen Einblick in Trotzkis Herangehensweise und Gedanken zu einer Vielzahl von Themen, darunter die organisatorischen Probleme, mit denen die TrotzkistInnen konfrontiert waren.<\/em><\/p>\n<p>Im Oktober 1935 schickte mir David Rousset eine Einladung, Genosse Trotzki in Norwegen zu besuchen.<\/p>\n<p>Ich war noch nicht den Reihen der IV. Internationale beigetreten. In dieser Zeit wurde der Name des \u201eAlten Mannes\u201c t\u00e4glich durch den Schlamm gezogen. Sie warfen ihm vor, er lebe wie ein \u201ePascha\u201c in einem \u201eSchloss\u201c, umgeben von \u201eDienern\u201c und einer Vielzahl von Sekret\u00e4rinnen. Ich hatte nichts gegen eine Einladung, um mir die Wahrheit selbst anzusehen. In der Tat war ich \u2013 durch die Erfahrung mit den F\u00fchrern der SFIO und der Sozialistischen Internationale \u2013 sehr erfreut \u00fcber die Aussicht, endlich einen echten grossen revolution\u00e4ren F\u00fchrer zu treffen\u2026<\/p>\n<p>Genosse Van organisierte meine Reise bis zur Perfektion und Ende Oktober verliess ich Paris. Ich machte Halt im deutschen K\u00f6ln und Hamburg, wo Hitler vor kurzem die Macht \u00fcbernommen hatte. Zwischen meiner Ankunft und der Abfahrt meines n\u00e4chsten Zuges war ich Zeuge davon wie die SA, die SS und die Hitlerjugend in einer Parade an einer Menschenmenge vorbeimarschierten, die fassungslos und vor allem absolut ver\u00e4ngstigt schien, mit ihren Stiefeln auf den B\u00fcrgersteig schlugen und gutturale Refrains von sich gaben. Ich betrachtete diese faschistischen Gesichter mit Helmen, die mit einem Kinnriemen abgerundet waren. Sie atmeten weder Intelligenz noch G\u00fcte und schienen weder an sich selbst noch an ihren F\u00fchrern zu zweifeln.<\/p>\n<p>Ich verliess die F\u00e4hre im schwedischen Trelleborg. Nach vier Tagen und drei N\u00e4chten in Z\u00fcgen und Bahnh\u00f6fen traf mich ein norwegischer Genosse in Oslo, um mich f\u00fcr den Rest der Reise zu begleiten. Am n\u00e4chsten Morgen trug mich ein langsamer Zug durch die verschneiten H\u00e4nge, vor Frost zitternden Tannenb\u00e4ume und leuchtenden Fjorde, bis ich in Hoenefoss ankam, einer Stadt mit mehreren tausend Einwohnern. Am Bahnhof warteten andere norwegische Genossen auf mich. Ein wackeliges altes Auto brachte uns den Berg hinauf, nach Weksal, einem kleinen Dorf aus Holzchalets im Schnee.<\/p>\n<p>Der Alte Mann und die Alte Frau lebten dort. Der norwegische sozialistische Abgeordnete Konrad Knudsen vermietete ihnen zwei Zimmer: ein Schlafzimmer und ein Arbeitszimmer mit Couch. Das Esszimmer war gemeinschaftlich. Die Knudsens nahmen dort ihre Mahlzeiten eine Stunde vor Trotzki und Nathalia ein, die im ersten Stock ein Schlafzimmer und ein kleines Badezimmer mit Badewanne hatten.<\/p>\n<p>Die grossen Erker des Hauses boten einen herrlichen Blick auf die Seen, in der absoluten und beruhigenden Ruhe der Natur. Ich kam dort in den letzten Tagen des Oktober 1935 an. Mein Besuch beim milit\u00e4rischen Organisator der Russischen Revolution einige Tage sp\u00e4ter, am 7. November, sollte mit dem achtzehnten Jahrestag des gr\u00f6ssten gesellschaftlichen Umbruchs zusammenfallen, den die Welt je erlebt hatte. Es ist nicht ohne Emotionen, dass ich mich vierzig Jahre sp\u00e4ter an diese Zeiten erinnere\u2026 Sie werden unvergesslich bleiben, solange ich lebe.<\/p>\n<p>Walter Held, der einst Trotzkis Sekret\u00e4r war, \u00f6ffnete die T\u00fcr zwischen dem Esszimmer und dem Arbeitszimmer. Ich h\u00f6rte ihn auf Deutsch sagen: \u201eGenosse Fred Zeller ist da.\u201c<\/p>\n<p>Der \u201eAlte Mann\u201c, der arbeitete, stand auf und umarmte mich warm wie Russen es tun. Er war gr\u00f6\u00dfer als ich es mir vorgestellt hatte, stark, mit breiten Schultern, sehr lebhaft, sehr beh\u00e4nde, l\u00e4chelnd, gl\u00fccklich, br\u00fcderlich. Er trug ein grosses Wollhemd mit einer Krawatte um den Kragen, einen Pullover, eine blaue Leinenjacke und graue Hosen.<\/p>\n<p>Er liess mich neben ihm auf der Couch sitzen und fragte nach meiner Reise. Er wollte sofort von den franz\u00f6sischen Genossen h\u00f6ren. \u201eWie geht es ihnen? Was ist los? Und nein, antworten Sie mir noch nicht: Ich will, dass meine Nathalia auch da ist, um Sie zu h\u00f6ren.\u201d<\/p>\n<p>Er stand auf und trat auf die Treppe, um Nathalia auf Russisch mitzuteilen, dass ich gerade angekommen sei.<\/p>\n<p>Ich sah den \u201eAlten Mann\u201c an. Er wirkte sehr jung (er war damals f\u00fcnfundf\u00fcnfzig) und sehr fr\u00f6hlich. Ich betrachtete detailliert sein bewundernswertes Gesicht mit seiner breiten, kr\u00e4ftigen Stirn, bedeckt mit silbergrauen Haaren. Was mich an ihm am meisten beeindruckte, waren seine stahlgrauen, dominierenden und wechselnden Augen, in denen sich der hartn\u00e4ckige Wille, das Selbstvertrauen, die Frage, das Erstaunen, die Entt\u00e4uschung und die Hoffnung sofort widerspiegelten. Der extrem bewegliche Mund, umrahmt vom legend\u00e4ren Schnurr- und Spitzbart, war perfekt getrimmt. Ich habe in ihm nicht bemerkt, was bei denen, die k\u00e4mpfen und unter anderen M\u00e4nnern leiden mussten, fast immer sichtbar ist: diese vertikale Bitterkeitsfalte, die ab einem gewissen Alter den Lippenwinkel markiert. Alles an ihm atmete Gelassenheit. Er gab mir das Gef\u00fchl, mit seinem Gewissen im Reinen zu sein.<\/p>\n<p>Vielleicht k\u00f6nnten wir noch hinzuf\u00fcgen, dass, wie Andr\u00e9 Breton betont hatte, in den Tiefen seiner Natur ein Gef\u00fchl der Kindheit, das in ihm trotz seiner Pr\u00fcfungen bewahrt wurde, begraben blieb.<\/p>\n<p>Nathalia war mit ged\u00e4mpften Schritten eingetreten. Klein, gebrechlich, mit einem feinen Gesicht in aschblondem Haar, hatte sie einen weichen, traurigen Blick. \u201eNun\u201c, sagt der Alte Mann, \u201egeben Sie uns einige kurze Nachrichten \u00fcber unsere Freunde und ihre Gesundheit. Danach trinken Sie eine Tasse Tee und wir lassen Sie bis zum Mittagessen auf der Couch liegen. Heute Nachmittag werden wir die Dinge ernster anschauen.\u201c<\/p>\n<p>Dann stellte er \u2013 sich selbst am\u00fcsierend \u2013 Fragen \u00fcber alles und jeden zu stellen, von Jean Rous\u2018 \u00dcbergewicht bis zu Moliniers \u201eDynamik\u201c, von Navilles Launen bis zu Yvan Craipeaus Leberkrisen, \u00fcber die materielle Situation Vans, den er sehr liebte, und den Gesundheitszustand seines Sohnes Leon Sedov.<\/p>\n<p>Seine Augen schauten, wurden weit und wieder schmaler, dann distanziert. Aufmerksam und freundlich versuchte er, dich in die Zeit zu versetzen und dich genauer unter die M\u00e4nner zu stellen, die an den grossen Konflikten der Zeit beteiligt waren: \u201eWird er durchhalten? Wird er versagen? Wird er gross werden? Was wird seine eigentliche Rolle sein?\u201c \u2026so viele stille Fragen, aber die hat sich gut angef\u00fchlt.<\/p>\n<p>In den ersten Tagen konzentrierten sich unsere Gespr\u00e4che nat\u00fcrlich auf die franz\u00f6sische Situation, die Parteien, ihre Politik, die Reaktionen der Massen. Der Alte Mann bat mich um einen ausf\u00fchrlichen Bericht \u00fcber die Entwicklung der Krise und die Spaltung innerhalb der Sozialistischen Jugend. Er h\u00f6rte mit grosser Aufmerksamkeit zu. Er stellte in Frage, verlangte Aufkl\u00e4rung \u00fcber Aktivisten und bestimmte Trends. Er legte grossen Wert darauf, dass sich eine Str\u00f6mung der sozialistischen Jugend daran war, den Stalinismus zu \u00fcberspringen und sich der IV. Internationale ann\u00e4herte.<\/p>\n<p><em>Sie sind in Frankreich in die Vorbereitungsphase der Revolution eingetreten\u201c, sagte er. \u201eDIE ACHSE ERREICHT AUCH EUCH. Wir m\u00fcssen die Situation sehr genau beobachten. Sie werden bald grandiose Ereignisse erleben. Sie werden eine wichtige Rolle spielen, wenn Sie sich die Zeit nehmen und fest in Ihren Positionen bleiben. Die Arbeiter werden in ihrem Kampf feststellen, dass sie von jenen, denen sie heute vertrauen, verraten werden. Sie werden sich morgen an euch wenden.<\/em><\/p>\n<p>Er dachte, wir h\u00e4tten zu viel Zeit mit der SFIO-B\u00fcrokratie vergeudet, deren Interesse darin bestand, die Gespr\u00e4che \u00fcber die \u201eWiedereingliederung\u201c hinauszuz\u00f6gern. Diese Illusion spaltete die Rebellen am besten und erlaubte der B\u00fcrokratie, sich auf den Clan der Kapitulanten zu st\u00fctzen, die immer bereit sind, sich zu unterwerfen, wenn man ihnen einige ehrenhafte und lukrative Posten verspricht.<\/p>\n<p><em>Auf die gleiche Weise\u201c, dachte der Alte Mann, \u201ewar es falsch, sich so lange an den Rockzipfel der Zentristen um Pivert zu klammern und ihnen vor allem zu helfen, die \u201erevolution\u00e4re Linke\u201c zu bilden. Diese Genossen werden sich gegen euch wenden. Sie werden einen Teil eurer eigenen K\u00e4mpfer abgraben, die, indem sie eure Losungen in Mund der Zentristen finden, es f\u00fcr vern\u00fcnftiger und vor allem weniger riskant halten werden, im Schoss der SFIO zu bleiben, als euch in die Unabh\u00e4ngigkeit zu folgen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ihm zufolge war die M\u00f6glichkeit zur Wiederaufnahme der \u201eAusgeschlossenen\u201c von Lille eine Illusion.\u201eIhre Ausschl\u00fcsse sind politisch. Die F\u00fchrungskr\u00e4fte der SFIO bereiten hinter den Kulissen eine Volksfrontregierung mit den F\u00fchrern der Radikalen [sprich liberalen, Anm. d. \u00dc.] vor. Sie k\u00f6nnen ehrliche und unabh\u00e4ngige Revolution\u00e4re in ihren Reihen nicht tolerieren. Sie werden von Cachin und Thorez ermutigt, die \u2013 perinde ac cadaver \u2013 Stalin gehorchen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ihre einzige Chance auf Erfolg\u201c, f\u00fcgte er hinzu, \u201eund die einzige M\u00f6glichkeit, das Knabbern und die Demoralisierung eurer besten Aktivisten zu vermeiden, ist die Aktivierung des \u00dcbergangs zu einer unabh\u00e4ngigen Organisation. Sie m\u00fcssen sich f\u00fcr das marxistische Programm aussprechen. Sie m\u00fcssen Ihre Genossen politisch bewaffnen. Andernfalls werden sie unter dem entsetzlichen Druck der reformistischen und stalinistischen B\u00fcrokratien schnell zerfallen.<\/em><\/p>\n<p><em>Sie sollten meiner Meinung nach die Diskussion in Ihrer Bewegung bem\u00fchen, um \u00fcber das Programm und den Beitritt zur IV. Internationale zu entscheiden. Diese Diskussion soll gef\u00fchrt werden mittels der eigenen Presse, internen Bulletins, Informationsveranstaltungen und die Organisation eines ausserordentlichen Kongresses. Dann k\u00f6nnen wir die Fusion zwischen Ihren Genossen und den Bolschewiki-Leninisten in Betracht ziehen.<\/em><\/p>\n<p>Und er f\u00fcgte mit einem L\u00e4cheln hinzu: \u201eDer Tag, an dem ich in Revolution (der Zeitung der Linken JungsozialistInnen) lesen kann, dass Sie sich \u00f6ffentlich f\u00fcr die IV. ausgesprochen haben, wird ein entscheidender Schritt sein. Ich hisse eine rote Flagge genau hier auf dem Dach der H\u00fctte!\u201c<\/p>\n<p>Eines Tages beim Mittagessen fragte er mich: \u201eWelches entscheidende Element hat Sie \u00fcberzeugt, der bolschewistisch-leninistischen Organisation n\u00e4her zu kommen?\u201c<\/p>\n<p>Ich erz\u00e4hlte ihm, wie ich auf Einladung von Pierre Dreyfus an der letzten Konferenz der Gruppe der Bolschewiki-Leninisten im ber\u00fchmten Caf\u00e9 Aug\u00e9 an der Rue des Archives teilgenommen hatte. Ich war von der Art und Weise verf\u00fchrt worden, wie die gesamte politische Diskussion nach den bemerkenswerten und ausf\u00fchrlichen Berichten von Pierre Naville, Jean Rous, David Rousset und Bardin im Namen des Zentralkomitees gef\u00fchrt wurde. Es war etwas anderes als der Jahrmarktsrummel und das Blabla auf den Versammlungen der SFIO, wo jede Redemeldung auf Wahlunterst\u00fctzung abzielte.<\/p>\n<p>Ich war auch erstaunt, bei der Abstimmung und der \u00dcberpr\u00fcfung der Mandate zu erfahren, dass die Bolschewiki-Leninisten nur 400 AktivistInnen im ganzen Land waren. Bei all dem L\u00e4rm, den sie damals machten, und den t\u00e4glichen Angriffen, denen sie ausgesetzt waren, hatte ich mir vorgestellt, dass sie tausende waren\u2026 Trotzki hatte eine Menge Spass.<\/p>\n<p>Ich dachte, dass diese junge revolution\u00e4re politische Organisation, die so wenige Mitglieder z\u00e4hlte, aber so viel Einfluss aus\u00fcbte und ihre Gegner mit so viel Schrecken erf\u00fcllte, eine der Kr\u00e4fte der Zukunft war. Und dass diese Organisation um jeden Preis unterst\u00fctzt werden musste, was auch immer passieren sollte.<\/p>\n<p>Trotzki betonte oft organisatorische Probleme. Er legte zu Recht grossen Wert darauf.<\/p>\n<p><em>Wenn Sie nicht gute und seri\u00f6se Sekret\u00e4re auf allen Ebenen der Bewegung ausbilden, auch wenn Sie tausendmal Recht haben, werden Sie nicht gewinnen. Was den Bolschewiki-Leninisten \u2013 und insbesondere den Franzosen \u2013 immer gefehlt hat, sind Organisatoren, gute Finanzsekret\u00e4re, ordentliche gef\u00fchrte und gut lesbare und korrigierte Ver\u00f6ffentlichungen\u2026<\/em><\/p>\n<p>Der schlimmste Konflikt, wenn ich so sagen darf, den ich mit ihm hatte, war der \u00fcber den demokratischen Zentralismus, dessen unerbittliche autorit\u00e4re Konzeption mir so gef\u00e4hrlich erschien wie die sozialdemokratische Methode, die es den einfachen K\u00e4mpfern der Sektionen nie erlaubt, die Parteif\u00fchrung entscheidend zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Anwendung des Zentralismus durch Lenins politisches B\u00fcro erm\u00f6glichte die Machtergreifung. Unter Stalin brachte sie revolution\u00e4re Niederlagen und die Degeneration der sogenannten \u201ekommunistischen\u201c Parteien.<\/p>\n<p>Trotzki bestand zwar nachdr\u00fccklich darauf, dass Lenins politisches B\u00fcro den \u201edemokratischen\u201c Zentralismus anwandte, w\u00e4hrend Stalin einen \u201eb\u00fcrokratischen\u201c Zentralismus anwandte, r\u00e4umte aber ein, dass er auf dem Zweiten Kongress [der Russischen Sozialdemokratischen Arbeiterpartei, 1903], der ihn jahrelang von Lenin trennte, \u00fcber dieses Problem gestolpert war.<\/p>\n<p><em>Aber:\u201c, f\u00fcgte er hinzu, \u201eLenin hatte wieder Recht. Ohne eine stark zentralisierte Partei h\u00e4tten wir nie die Macht \u00fcbernommen. Zentralismus heisst, die Organisation bis zur \u00e4ussersten Spannung auf das \u201eZiel\u201c zu fokussieren. Es ist der einzige Weg, Millionen von Menschen im Kampf gegen die Besitzenden zu f\u00fchren.<\/em><\/p>\n<p><em>Wenn wir mit Lenin zugeben, dass wir uns in der Phase des Imperialismus, der h\u00f6chsten Stufe des Kapitalismus, befinden, brauchen wir eine revolution\u00e4re Organisation, die flexibel genug ist, um den Anforderungen des Untergrundkampfes und der Machtergreifung gerecht zu werden. Daher die Notwendigkeit einer stark zentralisierten Partei, die in der Lage ist, die Massen zu f\u00fchren, und den gigantischen Kampf zu unterst\u00fctzen, aus dem sie siegreich hervorgehen m\u00fcssen. Daher ist es auch notwendig, in jeder Phase kollektiv eine loyale Selbstkritik zu \u00fcben.<\/em><\/p>\n<p>Er f\u00fcgte hinzu, dass die Anwendung des Zentralismus nicht systematisch sein sollte, sondern sich entsprechend der politischen Situation entwickeln sollte. Als Beispiel nannte er die russische KP im Jahr 1921, die vom ultra-zentralistischen und milit\u00e4rischen Typ, der ihr durch den B\u00fcrgerkrieg auferlegt wurde, zu einer Organisation, die auf Zellen an den Arbeitspl\u00e4tzen basiert und den Bed\u00fcrfnissen des wirtschaftlichen Wiederaufbaus entspricht:<\/p>\n<p><em>Zwischen zwei Kongressen leiten der Zentralausschuss und sein politisches B\u00fcro die Partei und sorgen f\u00fcr die konsequente Umsetzung der von der Mehrheit beschlossenen Politik auf allen Ebenen. Es ist nicht erlaubt, jederzeit wieder auf F\u00fchrungsfragen zur\u00fcckzukommen und damit die Anwendung der Parteipolitik zu verzerren.<\/em><\/p>\n<p>Er kam auch oft auf eine der gr\u00f6\u00dften Gefahren zur\u00fcck, mit denen die Vorhut der Arbeiter konfrontiert ist: Sektierertum, das ersch\u00f6pft, austrocknet, demoralisiert und isoliert\u2026:<\/p>\n<p><em>Das war es, was die franz\u00f6sische Sektion bedrohte. Dies war einer der Hauptgr\u00fcnde, warum unsere Genossen als \u201eStr\u00f6mung\u201c in die SFIO eingestiegen sind. Die Erfahrung war gut, weil sie es ihnen erm\u00f6glichte, die Massen intensiv zu bearbeiten, die Richtigkeit ihrer Politik zu \u00fcberpr\u00fcfen, ihren Einfluss auszuweiten und sich auf der organisatorischen Ebene zu st\u00e4rken.<\/em><\/p>\n<p><em>Sein ganzes Leben lang k\u00e4mpfte Lenin gegen die sektiererischen Abweichungen, die die Revolution\u00e4re von den Bewegungen der Massen und von der Intelligenz einer Situation abschneiden w\u00fcrden. Mehrmals musste er gegen die \u201eAlten Bolschewiki\u201c k\u00e4mpfen, die in seiner Abwesenheit kaum in der Lage waren, die \u201eheiligen Texte\u201c mit den aktuellen Ereignissen in Einklang zu bringen.<\/em><\/p>\n<p>Trotzki erinnerte daran, was 1905 geschehen war, die Bolschewiki spielten damals nur eine unbedeutende Rolle, weil sie in Abwesenheit Lenins eine sektiererische Position gegen\u00fcber dem Petrograder Sowjet einnahmen:<\/p>\n<p><em>Die theoretische Routine, dieses Fehlen von politischem und taktischem Schaffen, ersetzte nicht die Scharfsinnigkeit, den Blick, das Flair, das eine Situation \u201esp\u00fcrt\u201c, ihre Hauptf\u00e4den entwirrt und eine Gesamtstrategie offenbart. In einer revolution\u00e4ren und vor allem aufst\u00e4ndischen Zeit sind diese Eigenschaften entscheidend.<\/em><\/p>\n<p>Als ich ihm so zuh\u00f6rte, dachte ich daran, was Rosa Luxemburg im Sommer 1918 geschrieben hatte, kurz bevor sie ermordet wurde:<\/p>\n<p><em>Die revolution\u00e4re Bewegung muss eine sch\u00e4umende und grenzenlose Flut des Lebens sein, um die Millionen neuer Formen, Improvisationen, kreativer Kr\u00e4fte und gesunder Kritik zu finden, die sie braucht, um all ihre Fehler zu korrigieren und schliesslich zu \u00fcberwinden.<\/em><\/p>\n<p>Trotzki kam regelm\u00e4ssig auf die Notwendigkeit zur\u00fcck, die br\u00fcderlichen Bindungen zwischen Genossen im Kampf zu st\u00e4rken\u2026:<\/p>\n<p><em>Wir m\u00fcssen sie bewahren, sie ermutigen, \u00fcber sie wachen\u201c, wiederholte er. \u201cEin erfahrener Arbeiter ist ein unsch\u00e4tzbares Kapital f\u00fcr die Organisation. Es braucht Jahre, um einen guten F\u00fchrer zu entwickeln. Also m\u00fcssen wir alles tun, um einen Aktivisten zu erhalten. Brechen Sie ihn nicht, wenn er versagt, sondern helfen Sie ihm, sein Versagen zu \u00fcberwinden, aus dem Moment des Zweifels herauszukommen.<\/em><\/p>\n<p><em>Verlieren Sie nicht diejenigen aus den Augen, die unterwegs \u201eanhalten\u201c. Erleichtern Sie ihre R\u00fcckkehr in die Organisation, wenn Sie ihnen nichts vorzuwerfen haben, was die revolution\u00e4re Moral betrifft.<\/em><\/p>\n<p>Wenn wir abends in den Bergen spazieren gingen, beschwor er manchmal die k\u00f6rperliche Gesundheit des K\u00e4mpfers, die \u201eForm\u201c, w\u00fcrden wir heute sagen. Er war aufmerksam. Er dachte daran, jene zu im Auge zu halten, die sich ersch\u00f6pften und die Kr\u00e4fte der Schw\u00e4chsten zu schonen:<\/p>\n<p><em>Lenin war immer um die Gesundheit seiner Mitarbeiter besorgt: \u201eWir m\u00fcssen im Kampf so weit wie m\u00f6glich gehen und der Weg ist lang\u201c, sagte er.<\/em><\/p>\n<p>Das interne Klima der Organisation hat ihn beunruhigt. In kleinen Avantgarde-Bewegungen, die gegen den Strom k\u00e4mpfen, sind interne Streitigkeiten oft die heftigsten und gewaltt\u00e4tigsten. Nach dem Ausschluss der SFIO teilte sich die GBL (Bolschewiki-Leninisten) in mehrere feindliche Fraktionen auf:<\/p>\n<p><em>Wenn die Genossen \u00fcber den Tellerrand hinausschauen und ihre Bem\u00fchungen auf die Aussenwelt und die praktische Arbeit konzentrieren, wird die \u201eKrise\u201c gel\u00f6st sein\u201c, sagte Trotzki, \u201eaber es ist immer notwendig, sicherzustellen, dass die Atmosph\u00e4re gesund bleibt und das Raumklima f\u00fcr alle akzeptabel ist. Jeder muss mit ganzem Herzen und mit maximalem Vertrauen arbeiten.<\/em><\/p>\n<p><em>Der Aufbau der revolution\u00e4ren Partei erfordert Geduld und harte Arbeit. Um keinen Preis sollten die Besten entmutigt werden, man muss zeigen, dass man in der Lage ist, mit jedem zu arbeiten. Jeder ist ein R\u00e4dchen, das maximal genutzt werden kann, um die Partei zu st\u00e4rken. Lenin kannte die Kunst. Nach den hitzigsten Diskussionen, der bittersten Polemik, wusste er Worte und Gesten zu finden, die ungl\u00fcckliche oder verletzende Worte abschw\u00e4chten.<\/em><\/p>\n<p>F\u00fcr Trotzki bestand die wesentliche Aufgabe in der kommenden Zeit darin, einen Organisationsapparat zu bilden und zu festigen. Ohne ein Apparat gibt es keine M\u00f6glichkeit, eine Richtlinie anzuwenden: Alles beschr\u00e4nkt sich dann auf Geschw\u00e4tz ohne wirkliche Bedeutung. Die Schwierigkeit grosser menschlicher Konstruktionen liegt in der vern\u00fcnftigen Wahl der Person, die in der Lage ist, diese und jene Funktion zu erf\u00fcllen. Die Kunst der Organisatoren besteht darin, die Individualit\u00e4ten zur kollektiven Arbeit zu beugen, so dass jeder zur Erg\u00e4nzung des anderen wird. Ein \u201eApparat\u201c ist ein Orchester, in dem sich jedes Instrument allein ausdr\u00fcckt, um sich in die entstandene Harmonie einzuf\u00fcgen und zu verblassen.<\/p>\n<p><em>Vermeiden Sie,\u201c, sagte Trotzki, \u201eAktivisten von gleichem Wert und Temperament in eine Arbeitskommission zu verweisen. Sie w\u00fcrden sich gegenseitig ausser Kraft setzen, ohne die gew\u00fcnschten Ergebnisse zu erzielen.<\/em><\/p>\n<p><em>Zu wissen, wie man Genossen ausw\u00e4hlt, die an eine bestimmte Aufgabe angepasst sind; ihnen geduldig zu erkl\u00e4ren, was von ihnen erwartet wird; mit Flexibilit\u00e4t und Fingerspitzengef\u00fchl zu handeln, das ist die Voraussetzung f\u00fcr echte F\u00fchrung.<\/em><\/p>\n<p><em>\u00dcberlassen Sie die maximale Initiative den jeweilig verantwortlichen Genossen. Wenn es Fehler gibt, korrigieren Sie diese, indem Sie freundlich erkl\u00e4ren, wie sie den Interessen der Partei schaden. Verh\u00e4ngen Sie nur in den schwerwiegendsten F\u00e4llen Sanktionen. Die allgemeine Regel muss sein, jedem zu erlauben, Fortschritte zu machen, sich selbst zu \u00fcbertreffen, besser zu werden.<\/em><\/p>\n<p><em>Verlieren Sie sich also nicht in den sekund\u00e4ren Details, die die ganze Situation verdecken. Tu nur, was du kannst, mit der Kraft, die du hast. Nie mehr. Ausser nat\u00fcrlich in kritischen Situationen.<\/em><\/p>\n<p>Der Alte Mann f\u00fcgte hinzu, dass die Nerven der Genossen nicht auf unbestimmte Zeit gedehnt werden sollten. Nach jeder Anstrengung m\u00fcssen wir atmen, Bilanz ziehen, uns erneuern, methodisch und pr\u00e4zise bleiben, ohne etwas dem Zufall zu \u00fcberlassen\u2026:<\/p>\n<p><em>Was auch immer Sie tun, setzen Sie sich ein Ziel, auch ein sehr bescheidenes, aber versuchen Sie, es zu erreichen. Tun Sie dies mit jedem Genossen in der Organisation. Dann entwickeln Sie einen kurz- oder langfristigen Plan und setzen ihn mit eiserner Faust um. Nur so kann die gesamte Organisation vorangebracht werden.<\/em><\/p>\n<p>Eines Morgens brachte die Post Flugbl\u00e4tter und einen internen Newsletter der franz\u00f6sischen Bolschewiki-Leninisten. Als Trotzki sie las, zeigte er Ungeduld und \u00c4rger. Mit einem roten Stift bewaffnet, piepste oder unterstrich er immer wieder, bevor er pl\u00f6tzlich in den Raum warf:<\/p>\n<p><em>Ihre mit der Vervielf\u00e4ltigungsmaschine produzierten Ver\u00f6ffentlichungen sind sehr schlecht. Es ist sehr unangenehm zu lesen. Wie Ihre Zeitungen, was das betrifft. Mit modernen Maschinen frage ich mich, wie man sich Texte ausdenken kann, die zwar politisch gut, aber nicht lesbar sind. Sprechen Sie mit Spezialisten. Ich versichere Ihnen, der Arbeiter wird sich nicht bem\u00fchen, ein schlecht gedrucktes Flugblatt zu lesen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ich erinnere mich an meine ersten Proklamationen in unserem Zirkel in Odessa. Ich habe sie kalligraphisch mit violetter Tinte in Blockschrift geschrieben. Sie wurden dann auf ein Blatt Gelatine aufgetragen und in mehreren Dutzend Exemplaren gedruckt. Wir benutzten primitive Mittel, aber unsere Flugbl\u00e4tter waren sehr gut lesbar\u2026. und sie machten ihren Weg!<\/em><\/p>\n<p>Seine h\u00e4rtesten Vorw\u00fcrfe richteten sich gegen unsere Zeitungen:<\/p>\n<p><em>Eine revolution\u00e4re Zeitung richtet sich in erster Linie an die Arbeiter. Ihre Art, \u201eLa V\u00e9rit\u00e9\u201c (damals das Organ der Bolschewiki-Leninisten) zu konzipieren und zu schreiben, macht sie eher zu einem theoretischen Organ als zu einer Zeitung. Es interessiert den Intellektuellen, aber nicht den Arbeiter. Andererseits haben Sie einige gute Ausgaben von \u201eR\u00e9volution\u201c herausgebracht.\u201c<\/em><\/p>\n<p><em>Aber was inakzeptabel und skandal\u00f6s ist, ist die Ver\u00f6ffentlichung von Zeitungen mit so vielen Tippfehlern und typographischen Fehlern, die einen Eindruck von unertr\u00e4glicher und krimineller Schlamperei hinterlassen.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Zeitung ist das Gesicht der Partei. Es h\u00e4ngt an der Zeitung, wie der Arbeiter die Partei weitgehend beurteilen wird. Diejenigen, an die sie gerichtet ist, sind nicht unbedingt Ihre Genossen oder Sympathisanten. Du darfst niemanden mit \u00fcberm\u00e4ssig akademischen Worten abweisen. Ihr gelegentlicher Leser sollte nicht denken: \u201eDiese Leute sind zu hoch f\u00fcr mich\u201c, denn er w\u00fcrde Sie nie wieder kaufen.<\/em><\/p>\n<p><em>Ihre Zeitung sollte gut pr\u00e4sentiert werden, einfach und klar, mit Schlagworten, die immer verst\u00e4ndlich sind. Der Arbeiter hat keine Zeit, lange theoretische Artikel zu lesen. Er braucht kurze Informationen, geschrieben in einem gestrafften Stil. Lenin sagte: \u201eMan muss mit dem Herzen schreiben, um eine gute Zeitung zu haben.\u201c Also h\u00f6r auf zu denken, dass du f\u00fcr dich selbst oder f\u00fcr deine Aktivisten schreibst. Hierf\u00fcr stehen theoretische Zeitschriften und interne Newsletter zur Verf\u00fcgung. Die Arbeiterzeitung muss lebendig und lustig sein. Der Arbeiter liebt es, wenn du die M\u00e4chtigen dieser Welt verspottest und blossstellst.<\/em><\/p>\n<p><em>Verpflichten Sie auch Arbeitergenossen Ihrer Organisation, f\u00fcr die Zeitung zu schreiben. Helfen Sie ihnen freundlich. Sie werden sehen, dass sehr oft der einfache und kurze Artikel eines Arbeiters \u00fcber einen konkreten Sachverhalt der kapitalistischen Ausbeutung dem Artikel, der sich gelehrt und doktorhaft gibt, weit \u00fcberlegen ist. Nehmen wir das Beispiel von Lenins Artikeln in der \u201ePravda\u201c. Sie sind einfach, lebendig und lesbar, sowohl f\u00fcr Putilov-Arbeiter (Petrograder Fabrik) als auch f\u00fcr den Studenten.<\/em><\/p>\n<p>Der Alte Mann bezog sich immer auf Lenin, der sein ganzes Dasein pr\u00e4gte und den er sehr bewunderte.<\/p>\n<p>Als ich ihm von unseren finanziellen Sorgen berichtete, von den Problemen, die durch die regelm\u00e4ssige Ver\u00f6ffentlichung von \u201eLa V\u00e9rit\u00e9\u201c oder \u201eR\u00e9volution\u201c aufgeworfen wurden, alles, was auch die Fabrikzeitungen, die Flugbl\u00e4tter und die Vertreibungen betraf, sagte der Alte Mann zu mir:<\/p>\n<p><em>Was gut durchdacht ist, ist klar ausgedr\u00fcckt\u2026und\u2026die Mittel es zu verbreiten, sind leicht gefunden. In dem Mass, wie Ihr eine klare Vorstellung der Dinge habt, werdet Ihr auch den politischen Willen haben, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Wenn ihr ernsthaft Erfolg haben wollt, dann werdet ihr auch f\u00e4hig sein, die Mittel dazu zu finden.<\/em><\/p>\n<p><strong>Fred Zeller<\/strong><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.derfunke.ch\/htm\/de\/deutsch\/arbeiterinnenbewegung\/trotzki-ueber-organisatorische-probleme\/#more-8288\">derfunke.ch&#8230;<\/a> vom 10. Juni 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Folgenden ver\u00f6ffentlichen wir einen \u00fcbersetzten Auszug aus Fred Zellers Buch \u201eTrois points c\u2019est tout\u201c, in dem er seine Begegnung mit Leo Trotzki beschreibt. Zeller (1912-2003) war zu dieser Zeit<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[12,38,42,21],"class_list":["post-3687","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-lenin","tag-russische-revolution","tag-sozialdemokratie","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3687","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3687"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3687\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3688,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3687\/revisions\/3688"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3687"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3687"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3687"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}