{"id":3705,"date":"2018-06-28T08:45:41","date_gmt":"2018-06-28T06:45:41","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3705"},"modified":"2018-06-28T08:45:41","modified_gmt":"2018-06-28T06:45:41","slug":"schweiz-wehren-wir-uns-gemeinsam-gegen-die-angriffe-der-baumeister","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3705","title":{"rendered":"Schweiz: Wehren wir uns gemeinsam gegen die Angriffe der Baumeister!"},"content":{"rendered":"<p><em>BFS\/MPS.<\/em> <strong>Am Samstag, 23. Juni 2018 demonstrieren in Z\u00fcrich BauarbeiterInnen aus der ganzen Schweiz gegen die aktuellen Angriffe der Baumeister auf die Arbeitsbedingungen. Im Fokus<!--more--> der Angriffe stehen die Fr\u00fchpensionierung und der Gesamtarbeitsvertrag (GAV) auf dem Bau.<\/strong><\/p>\n<p>Die Zur\u00fcckhaltung, Unf\u00e4higkeit und Verwirrung der Gewerkschaftsf\u00fchrungen der letzten Jahre haben die Bauarbeiter in die schwierige Situation gef\u00fchrt, in der wir uns heute befinden. Auf der einen Seite fordern die Baumeister gro\u00dfe Ver\u00e4nderungen auf GAV-Ebene, vor allem im Hinblick auf eine gr\u00f6\u00dfere Flexibilit\u00e4t der Arbeitszeiten sowie auf die M\u00f6glichkeit, die L\u00f6hne \u00e4lterer BauarbeiterInnen (die als \u201enicht mehr produktiv\u201c gelten) zu senken. Auf der anderen Seite schlagen die Baumeister vor, das Fr\u00fchpensionierungsalter auf 62 Jahre zu erh\u00f6hen oder eine Rentensenkung um 30% durchzusetzen, um die \u2013 durchaus realen \u2013 Probleme bei der Finanzierung des Flexiblen Altersr\u00fccktritt (FAR) zu l\u00f6sen. Dies nachdem schon Ende 2015 Anpassungsma\u00dfnahmen n\u00f6tig waren. Kurz: Die Baumeister wollen die finanziellen Probleme des FAR buchst\u00e4blich auf dem R\u00fccken der BauarbeiterInnen l\u00f6sen.<\/p>\n<p><strong>Gewerkschaftliche St\u00e4rke wiederherstellen!<\/strong><\/p>\n<p>Gewerkschaften und ArbeiterInnen befinden sich dadurch in einem doppelten W\u00fcrgegriff. Gleichzeitig haben sie in den letzten Jahren keine Strategien ausgearbeitet, damit dieser Doppelangriff abgewehrt werden kann. Das Kr\u00e4fteverh\u00e4ltnis ist heute dazu sehr ung\u00fcnstig. Der brutale Anstieg des Arbeitstempos auf den Baustellen und die psychische und physische Abnutzung der BauarbeiterInnen, die daraus entsteht, f\u00fchren dazu, dass der Eintritt in den Ruhestand mit 60 Jahren mit einer angemessenen Rente zu einem unverzichtbaren Recht geworden ist.<\/p>\n<p>Des Weiteren erleidet jede\/r f\u00fcnfte BauarbeiterIn w\u00e4hrend seines Lebens einen schwerwiegenden Arbeitsunfall. Ein Drittel aller t\u00f6dlichen Arbeitsunf\u00e4lle und solche, die zu schwerer Invalidit\u00e4t f\u00fchren, ereignen sich jedes Jahr auf den Baustellen. Die Zunahme schwerer Unf\u00e4lle h\u00e4ngt direkt mit dem st\u00e4ndig erh\u00f6hten Arbeitstempo, dem sich ausbreitenden Subunternehmertum und der zunehmenden Tempor\u00e4rarbeit zusammen. Die fehlende Sicherheit wird nicht einfach mit \u00abListen von zu vermeidenden Gefahren\u00bb und \u00abVerboten \u00e4hnlich einer Stra\u00dfenverkehrsordnung\u00bb erh\u00f6ht, wie es die Baumeister vorzugeben versuchen. Ein priorit\u00e4res Ziel f\u00fcr die Gewerkschaften und solidarischen Aktivist*innen sollte es sein, die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zu kontrollieren und gegebenenfalls eine Sicherheitscharta aufzustellen, die sich auf die Erfahrungen der BauarbeiterInnen und gegebenenfalls auf die Unterst\u00fctzung von unabh\u00e4ngigen ExpertInnen st\u00fctzt. Das Leben am Arbeitsplatz und nach der Arbeit muss gemeinsam verteidigt werden.<\/p>\n<p>Nur durch gemeinsame, entschlossene Mobilisierungen der BauarbeiterInnen in der ganzen Schweiz \u2013 wie in den Streik- und Blockadeaktionen 2001 und 2002, mit denen das Rentenalter 60 erk\u00e4mpft wurde \u2013 wird es m\u00f6glich sein, die Arbeitsbedingungen auf den Baustellen zu verbessern und die Errungenschaft der Fr\u00fchpensionierung zu verteidigen.<\/p>\n<p><strong>Die BauarbeiterInnen k\u00e4mpfen f\u00fcr alle Lohnabh\u00e4ngigen!<\/strong><\/p>\n<p>In diesem Zusammenhang ist es wichtig, die Mobilisierung der BauarbeiterInnen in jeder Hinsicht zu unterst\u00fctzen. Dies vor allem aus zwei Gr\u00fcnden:<\/p>\n<p>Erstens um die grundlegende Solidarit\u00e4t zwischen den Lohnabh\u00e4ngigen aus verschiedenen Bereichen zu st\u00e4rken. Die Schw\u00e4chung des Landesmantelvertrags (Bau-GAV), der f\u00fcr die Schweiz immer noch einen Fortschritt darstellt, ist nie hilfreich f\u00fcr die allgemeine Sache der Lohnabh\u00e4ngigen. Fortschrittliche Gesamtarbeitsvertr\u00e4ge sind vor allem f\u00fcr diejenigen Sektoren ein wichtiges Signal, in denen die Arbeitsbedingungen praktisch nur vom Schweizer Arbeitsrecht definiert sind (beispielsweise die Rente mit 63 oder 65 Jahren, kein Mindestlohn und so weiter) und in denen damit praktisch kein ArbeiterInnenschutz existiert. Der Landesmantelvertrag zeigt, dass es auch anders sein k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Zweitens ist die Verteidigung der Fr\u00fchpensionierung f\u00fcr BauarbeiterInnen ein wichtiger politischer Bezugspunkt f\u00fcr alle Lohnabh\u00e4ngigen in diesem Land. In einem schweizerischen und internationalen Kontext, in dem die Unternehmer um jeden Preis versuchen das allgemeine Rentenalter anzuheben sowie die Renten, allen voran in der zweiten S\u00e4ule, und somit unsere indirekten L\u00f6hne anzugreifen, ist die Verteidigung der erk\u00e4mpften Errungenschaften auf dem Bau umso wichtiger.<\/p>\n<p><strong>Gegen die L\u00fcgen der Unternehmen!<\/strong><\/p>\n<p>Die Fr\u00fchpensionierung auf dem Bau ist ein Beweis daf\u00fcr, dass es eine materielle M\u00f6glichkeit gibt, die Arbeit unter menschenw\u00fcrdigen Bedingungen viel fr\u00fcher einzustellen, als es die Bosse und ihre politischen VertreterInnen gerne h\u00e4tten. Die Regelung widerspricht dem allgemeinen Dogma der Unternehmer, dass es unm\u00f6glich sei, angesichts der alternden Bev\u00f6lkerung und der Digitalisierung der Wirtschaft, das Rentenalter nicht anzuheben, und dass die Pensionierung mit 67 Jahren schon bald f\u00fcr alle gelten wird.<\/p>\n<p>Trotz allen Schwierigkeiten zeigt der FAR auf dem Bau, dass es m\u00f6glich ist das derzeitige Renteneintrittsalter deutlich zu senken \u2013 sofern denn daf\u00fcr gek\u00e4mpft wird. Das Rentenalter 60 ist deshalb ein Beispiel, das es zu verteidigen und vor allem zu wiederholen gilt.<\/p>\n<p><em>Dieser Text wurde an der <\/em><a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/event\/zuerich-demo-der-bauarbeiterinnen\/\"><em>Demonstration der BauarbeiterInnen in Z\u00fcrich<\/em><\/a><em> als Flugblatt in vier Sprachen verteilt.<\/em><\/p>\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/sozialismus.ch\/artikel\/2018\/schweiz-wehren-wir-uns-gemeinsam-gegen-die-angriffe-der-baumeister\/\">sozialismus.ch&#8230;<\/a> vom 28. Juni 2018<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>BFS\/MPS. Am Samstag, 23. Juni 2018 demonstrieren in Z\u00fcrich BauarbeiterInnen aus der ganzen Schweiz gegen die aktuellen Angriffe der Baumeister auf die Arbeitsbedingungen. 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