{"id":3817,"date":"2018-07-24T15:10:48","date_gmt":"2018-07-24T13:10:48","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3817"},"modified":"2018-07-24T15:10:48","modified_gmt":"2018-07-24T13:10:48","slug":"blick-in-chinas-autofabriken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3817","title":{"rendered":"Blick in Chinas Autofabriken"},"content":{"rendered":"<p><em>Wildcat\u00a0#99<\/em>. <strong>Besprechung der englischen Ausgabe:\u00a0\u00a0Zhang Lu (2015).\u00a0<em>Inside China\u2018s Automobile Factories. The Politics of Labor and Worker Resistance,<\/em>\u00a0New York. Seit M\u00e4rz 2018<!--more--> ist das Buch auf Deutsch verf\u00fcgbar, siehe\u00a0<a href=\"http:\/\/www.gongchao.org\/de\/auto-buch\/\">Arbeitsk\u00e4mpfe in Chinas Autofabriken<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p>Die Streiks in der chinesischen Autoindustrie im Sommer 2010 haben alle aufhorchen lassen: Sie brachten internationale Konzerne zum Stillstand und haben eine Streikwelle in China ausgel\u00f6st. Sie signalisierten eine neue Phase im Klassenkampf, in der eine neue Generation von ArbeiterInnen alte Grenzen \u00fcberwindet: Die jungen ArbeiterInnen lassen sich nicht zur\u00fcck aufs Land schicken, bescheiden sich nicht mit dem, was sie kriegen, und k\u00f6nnen \u00fcber Spaltungen hinweg k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>Wie die meisten wichtigen K\u00e4mpfe haben sie eine Vorgeschichte, auf die Lu Zhangs am Institut von Beverly Silver<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0geschriebene Doktorarbeit uns aufmerksam macht: In der Zeit ihrer Untersuchung zwischen 2004 und Mai 2010 gab es zahlreiche Streiks in der Autoindustrie, \u00fcber die kaum berichtet wurde. Die in China aufgewachsene Zhang liefert au\u00dferdem Hintergrundwissen \u00fcber die Autoindustrie, die Arbeitsbedingungen und den Produktionsprozess.<\/p>\n<p>Zhang hat in sieben Autofabriken recherchiert. Sie wurde jeweils \u00fcber Beziehungen zum Management eingeschleust, etwa um den Newsletter des Parteikomitees zu editieren. Diese Verbindung zur Chefetage ist sicher nicht die beste Voraussetzung, aber zumindest nach eigener Darstellung ist es ihr trotzdem gelungen, das Vertrauen der ArbeiterInnen zu gewinnen, mit denen sie zahlreiche Gespr\u00e4che gef\u00fchrt hat. Sie konnte mit ihnen gemeinsam einige K\u00e4mpfe im Nachhinein diskutieren und die Bedingungen in den unterschiedlichen Fabriken vergleichen. Da es wenige solche Berichte aus chinesischen Fabriken gibt, noch dazu auf Englisch, ist das f\u00fcr uns sehr n\u00fctzlich. Das Buch geht an vielen Stellen einer Frage nach, die f\u00fcr fast alle K\u00e4mpfe weltweit entscheidend ist: Wie werden die ArbeiterInnen durch den unterschiedlichen Status etwa als WanderarbeiterInnen oder LeiharbeiterInnen voneinander getrennt, und inwieweit k\u00f6nnen sie in ihren K\u00e4mpfen diese Trennung \u00fcberwinden? Die Autorin beschreibt die Einf\u00fchrung eines \u201cdualen Arbeitsregimes\u201d als wichtige Ver\u00e4nderung, die Unterscheidung zwischen LeiharbeiterInnen und direkt beim Betrieb besch\u00e4ftigten ArbeiterInnen hat mittlerweile die \u00e4ltere zwischen WanderarbeiterInnen und Einheimischen weitgehend abgel\u00f6st; die chinesische Autoindustrie wird der in vielen anderen L\u00e4ndern \u00e4hnlicher.<\/p>\n<p>Es ist gar nicht so einfach, den \u00dcberblick \u00fcber die unterschiedlichen\u00a0<em>Joint-Venture<\/em>-Unternehmen und staatlichen Autokonzerne zu behalten; hier liefert Zhang Hintergrundwissen \u00fcber Struktur und Entwicklung der Autoindustrie.<\/p>\n<p><strong>Geschichte der chinesischen Autoindustrie<\/strong><\/p>\n<p>Ab den 1950er Jahren entstanden in fast jeder Provinz Chinas kleine Fabriken, in denen komplette Autos gebaut wurden. Die Technologie war veraltet, die Produkte von schlechter Qualit\u00e4t. Aber Zhang zufolge entstand hier eine erfahrene Arbeitskraft mit einem starken Bewusstsein von \u201cDemokratie am Arbeitsplatz\u201d. Zu Beginn der Reform\u00e4ra gab es 56 Automontagefabriken. Die Produktivit\u00e4t der Arbeit war relativ gering, im Jahr 1981 produzierten ca. 90 000 ArbeiterInnen 176 000 Fahrzeuge mit vier R\u00e4dern (nur bei einem kleinen Teil der Fahrzeuge handelte es sich um Limousinen) \u2013 in Japan wurden 1980 von 683 000 ArbeiterInnen \u00fcber elf Millionen solcher Fahrzeuge produziert. In der Reform\u00e4ra ab 1980 sollte die Autoproduktion effizienter werden, die Regierung f\u00f6rderte die Bildung von\u00a0<em>Joint Ventures(JV) <\/em>mit ausl\u00e4ndischen Konzernen, was ein Wachstum der Industrie mittels Auslandsinvestitionen erm\u00f6glichte. Bis Mitte der 90er Jahre gab es eine begrenzte Anzahl von JV, die auch angesichts des kaum vorhandenen chinesischen Automarkts wenig profitabel waren. Aber schon Anfang der 2000er Jahre hatten fast alle Autokonzerne ein JV mit chinesischen Konzernen. Im Vergleich zu rein chinesischen Firmen konnten JVs den ArbeiterInnenn hohe L\u00f6hne, Sozialleistungen und stabile Besch\u00e4ftigung garantieren. Die L\u00f6hne in den Montagewerken der JV waren zwei- bis dreimal h\u00f6her als vor Ort \u00fcblich. Es gab in dieser Zeit kaum Entlassungen, die Furcht davor lernten die ArbeiterInnen erst um 2004 mit der ersten Auto-Absatz-Krise kennen.<\/p>\n<p>Im Unterschied zu den meisten anderen L\u00e4ndern wuchs in China die Zahl der Besch\u00e4ftigten mit der Expansion der Autoindustrie kaum, weil parallel dazu stark rationalisiert und automatisiert wurde. Gleichzeitig werden in einem Mix aus Automatisierung und \u201chuman-wave\u201d-Methoden immer wieder sehr viele junge ArbeiterInnen in die Fabriken geholt. So profitieren die Konzerne st\u00e4rker von den relativ billigen und gut ausgebildeten ArbeiterInnen. Durch die Umstellung auf eine modulare Produktionsweise (statt lange B\u00e4nder f\u00fcr Karosse und Chassis gibt es Module f\u00fcr Powertrain, T\u00fcren und Front) wurden viele Arbeitsschritte zu Zulieferern ausgelagert, dort sind die L\u00f6hne deutlich niedriger, die Bedingungen schlechter. In den Montagewerken selbst arbeiten sehr wenige Frauen, in den Zulieferbetrieben sind es mehr. Die Arbeiterkonzentration ist an manchen Orten sehr hoch: einige Fabriken sind sehr gro\u00df, zum Teil leben die Arbeiter mit ihren Familien in riesigen Auto-St\u00e4dten.<\/p>\n<p><strong>Spaltungen<\/strong><\/p>\n<p>Zhang gibt einige Beispiele f\u00fcr die unterschiedlichen Hintergr\u00fcnde und Erfahrungen der Auto\u00adarbeiterInnen. Der 25-j\u00e4hrige Wei hat zur Zeit ihres Gespr\u00e4chs 2006 seit zwei Jahren im neuen Montagewerk eines\u00a0<em>US-Joint-Ventures<\/em>\u00a0in seiner Heimatstadt gearbeitet und vorher eine technische Schule als IT-Bachelor abgeschlossen: \u201c<em>Sie sagten, mehr als 3000 Leute aus der Gegend h\u00e4tten sich f\u00fcr die 300 Jobs beworben, ich w\u00e4re einer von 300 Gl\u00fccklichen. Ich habe drei Untersuchungen, schriftliche Tests, Einzel- und Gruppengespr\u00e4che \u00fcberstanden. Ich bin sehr stolz, dass ich diesen Job gekriegt habe. Jeder will hier arbeiten. Es ist ein gutes Gef\u00fchl, wenn du Leuten erz\u00e4hlst, dass du hier arbeitest.\u201d<\/em>\u00a0Obwohl er seine Bezahlung mittelm\u00e4\u00dfig und die Arbeit monoton findet, hofft Wei, mit seinem Abschluss bald Techniker oder Angestellter zu werden. Wie die meisten hat er am \u00adAnfang nur Jahresvertr\u00e4ge, macht sich aber keine Sorgen um seinen Job, die Produktion wuchs zu der Zeit best\u00e4ndig, und die meisten wurden verl\u00e4ngert.<\/p>\n<p>Tao (26) ist Schwei\u00dfer bei einem deutschen JV und stammt aus einer armen Familie vom Land. Er hat mit 17 die Schule abgebrochen und seine Heimat verlassen, um seine Familie unterst\u00fctzen zu k\u00f6nnen. Wie viele Migranten vom Land ohne\u00a0<em>Hukou <\/em>[Aufenthaltserlaubnis] f\u00fcr die Stadt bleiben ihm befristete und schlecht bezahlte Jobs, die Leute aus der Stadt nicht machen wollen. Er hatte verschiedene Stellen, bis er in die Autofabrik kam, wo er zur Zeit des Gespr\u00e4chs 2006 seit f\u00fcnf Jahren arbeitet. Obwohl er nach dieser Zeit gut schwei\u00dfen kann, verdient er als Leiharbeiter blo\u00df die H\u00e4lfte des Lohns und hat weniger Zusatzleistungen. Er sagt: \u201c<em>Ich habe in einem privaten Kohlebergwerk gearbeitet und f\u00fcr ein Subunternehmen auf dem Bau. Da habe ich die j\u00e4mmerliche Erfahrung gemacht, ein halbes Jahr lang keinen Lohn zu kriegen. Manchmal f\u00fchle ich mich ungerecht behandelt, weil ich die H\u00e4lfte des Lohns f\u00fcr dieselbe Arbeit kriege. Aber wenn ich dr\u00fcber nachdenke\u2026 ich habe keine st\u00e4dtische Hukou, keine gute Ausbildung, nicht viele andere M\u00f6glichkeiten. Ich denke nicht, dass ich einen besseren Job finden kann.\u201d<\/em><\/p>\n<p><strong>Die \u201cFesten\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt in den meisten Betrieben eine Kerngruppe von Managern, Ingenieuren und sehr wenigen Technikern mit festen Arbeitsvertr\u00e4gen und hohen Geh\u00e4ltern. Weitere 15 bis zwanzig Prozent der Besch\u00e4ftigten, meist hochspezialisierte Angestellte, haben gute Aufstiegschancen und je nach Betriebszugeh\u00f6rigkeit befristete oder unbefristete Vertr\u00e4ge. Von den ArbeiterInnen haben nur noch sehr wenige unbefristete oder langfristige Vertr\u00e4ge. In den 90er Jahren wurde der Gro\u00dfteil der alten Auto\u00adarbeiterInnen mit Jobs auf Lebenszeit abger\u00e4umt. Weil sie Abfindungen und Regelungen f\u00fcr die Fr\u00fchrente bekamen, lief das ohne gr\u00f6\u00dfere Proteste ab. Ein weiterer Grund war der Einsatz der Parteikomitees, die es in vielen Fabriken gibt. Ihre VertreterInnen redeten mit den entlassenen Arbeitern, appellierten an ihr Gewissen, ihre Treue zu Betrieb und Partei. Die Komitees haben generell eine Vermittlerrolle zu den Festen, die wie in diesem Beispiel auch teilweise zu funktionieren scheint. Wie die Gewerkschaften auch, bewerben sie Flei\u00df und harte Arbeit, zugleich haben sie eine soziale Funktion, organisieren Freizeitveranstaltungen und leisten soziale Unterst\u00fctzung. Die ausl\u00e4ndischen Partnerkonzerne der JV wollten zum Teil anfangs keine Parteikomitees in ihrer Fabrik \u2013 bis sie deren N\u00fctzlichkeit erkannten.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sehen die ArbeiterInnen, mit denen Zhang sprach, zumindest die Gewerkschaft klar auf der Seite des Managements, und viele der Gewerkschafter sprechen auch von genau diesem Standpunkt aus. Zhang selbst h\u00e4lt Gewerkschaften nicht f\u00fcr n\u00f6tig, damit Arbeiter sich organisieren und k\u00e4mpfen, und h\u00e4lt sich anders als viele andere Kommentatoren mit Vorschl\u00e4gen zur Reformierung der Gewerkschaften zur\u00fcck. Die M\u00f6glichkeit f\u00fcr K\u00e4mpfe kn\u00f6pft sie \u2013 typisch f\u00fcr die\u00a0<em>Silver<\/em>-Schule \u2013 an die\u00a0<em>Marktmacht\u00a0<\/em>der ArbeiterInnen: Mit der Automatisierung sei ein neuer Bedarf f\u00fcr Fachkr\u00e4fte etwa in der Instandhaltung entstanden; zudem mache die\u00a0<em>Just-in-Time<\/em>-Produktion den Produktionsprozess anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6rungen.<\/p>\n<p>Die oben erw\u00e4hnten Entlassenen wurden durch junge Leute ersetzt, die zum gro\u00dfen Teil befristete Vertr\u00e4ge haben, die aber normalerweise verl\u00e4ngert werden.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>\u00a02005 beispielsweise waren 32 Prozent der ProduktionsarbeiterInnen unter 25 Jahren, 51 Prozent zwischen 25 und 35; sie waren durchschnittlich seit zwei bis f\u00fcnf Jahren im Betrieb, und mehr als zwei Drittel hatten Ein- oder Zweijahresvertr\u00e4ge (die sich automatisch verl\u00e4ngern, wenn sie nicht gek\u00fcndigt werden). Die meisten dieser jungen Leute haben zw\u00f6lf Schuljahre hinter sich und manche noch eine technische Schule. Dennoch machen sie einfache Arbeiten, sie m\u00fcssen nicht unbedingt technisch, aber vom Verhalten her \u201cgebildet\u201d sein.<\/p>\n<p>Die Festen haben ca. 30 Prozent h\u00f6here L\u00f6hne als andere st\u00e4dtische IndustriearbeiterInnen. Dennoch sind sie Zhang zufolge nicht die geh\u00e4tschelten und zufriedenen Arbeiter, wie es oft unterstellt werde. W\u00e4hrend die Autoindustrie zweistellige Wachstumsraten hatte, stiegen ihre L\u00f6hne nur im einstelligen Bereich. Die meisten von ihnen denken, dass ihre Arbeitgeber ihnen mehr zahlen k\u00f6nnten. Im Gespr\u00e4ch klagen sie \u00fcber lange Arbeitszeiten (Zehn- bis Zw\u00f6lf-Stunden-Schichten plus \u00dcberstunden) und harte, monotone Arbeit: die sehr gro\u00dfe Mehrheit geht davon aus, den Job mit 40 nicht mehr machen zu k\u00f6nnen. Sie erz\u00e4hlen, dass man \u00fcblicherweise f\u00fcnf Kilo abnimmt, wenn man anf\u00e4ngt, am Band zu arbeiten. Ein 23-j\u00e4hriger Arbeiter sagt: \u201c<em>Wenn ich jemandem erz\u00e4hle, dass ich im\u00a0<\/em>US<em>-Joint-Venture arbeite, sagen alle: Du Gl\u00fccklicher! Aber sie wissen nicht, was es kostet, die hohen L\u00f6hne und Zulagen zu kriegen. Wenn du zehn Stunden am Tag ununterbrochen arbeitest, manchmal sogar zw\u00f6lf, mit nur einer halben Stunde Mittagspause und zwei Zehn-Minuten-Pausen, und wenn du mit zwei Tonnen schweren Blechen hantierst, 3000 Schrauben und 600 Bolzen verschraubst, 600 Kabelb\u00e4ume anschlie\u00dft, dich 60 mal umdrehst und 300 mal runterbeugst, jeden Tag, denkst du dann immer noch, dass du Gl\u00fcck hast? Dieselbe anstrengende Arbeit wiederholt sich st\u00e4ndig. Ich will nur noch raus!\u201d<\/em><\/p>\n<p>Aufgrund st\u00e4ndiger \u201cOptimierung\u201d der Produktion m\u00fcssen sie sich dauernd an neue Bandgeschwindigkeiten anpassen. Und auch wenn ihre Vertr\u00e4ge bisher meistens verl\u00e4ngert wurden, sind die Jobs der AutoarbeiterInnen nicht unantastbar. Seit der ersten Autokrise in China 2004\/5 schwebt die Drohung der Entlassung \u00fcber ihnen, auch wenn es damals meist nur LeiharbeiterInnen traf \u2013 die Festen machten daf\u00fcr Zugest\u00e4ndnisse beim Lohn und den Arbeitsbedingungen.<\/p>\n<p>Wer schon l\u00e4nger als f\u00fcnf Jahre in der Fabrik ist, hat laut Zhang eher eine resignierte bis zynische Haltung. Diese Arbeiter sind meist ein wenig aufgestiegen, halten ihre Arbeit f\u00fcr wichtig, ohne dass sie ausreichend gew\u00fcrdigt wird. Lohn und Aufstiegsm\u00f6glichkeiten werden mindestens genauso stark nach \u201cLeistung\u201d berechnet wie nach Betriebszugeh\u00f6rigkeit, so dass sie von ihrer Erfahrung immer weniger profitieren (viele gehen davon aus, dass es in Wirklichkeit um Beziehungen zum Management geht). Sie k\u00f6nnen es sich aufgrund ihrer Erfahrung erlauben, ihren Unmut zu \u00e4u\u00dfern, ohne um ihren Job zu f\u00fcrchten, und sie tun das auch, allerdings meist ohne Taten folgen zu lassen.<\/p>\n<p>Viele der jungen Festen tr\u00e4umen vom\u00a0<em>Ausstieg<\/em>, entweder Aufstieg in der Fabrik und weg vom Band oder ganz aus der Fabrik raus. Sie arbeiten hart, besuchen zudem in ihrer Freizeit Kurse \u2013 aber die wenigsten schaffen es. Sie versuchen meist, individuell klarzukommen, aber gerade aufgrund der wachsenden Unsicherheit geht von den Festen allt\u00e4glicher Widerstand von Klauen bis Sabotage aus. In einem neuen japanischen JV beispielsweise gingen regelm\u00e4\u00dfig Teile auf dem Weg vom Lager in die Produktion \u201cverloren\u201d, weil die ArbeiterInnen so ihren Unmut \u00fcber die toyotistische Produktionsweise, Entlassungen und niedrige L\u00f6hne \u00e4u\u00dferten. Schlie\u00dflich musste das Management von der\u00a0<em>Just in Time<\/em>-Produktion zur\u00fcckgehen zum alten System mit mehr Puffern. Zhang sah in einem US-<em>Joint-Venture\u00a0<\/em>die Werkstatt der Fabrik voll mit neuen Autos, die auf alle m\u00f6glichen Arten von den ArbeiterInnen kaputtgemacht worden waren: Kratzer, lauter Motor, kaputte Kontroll-Leuchten. Die Arbeiter sagten selbst, dass sie sauer waren \u00fcber schnellere Takte, willk\u00fcrliche Management-Entscheidungen und die Tatsache, dass ihre L\u00f6hne viel niedriger waren als in zwei anderen Werken desselben Konzerns. Verbreitet ist es auch, sich die Arbeit durch Umgehen von Vorschriften zu vereinfachen und kleine Pausen rauszuholen.<\/p>\n<p>Es gibt auch kollektiven Widerstand, wenn etwa die Teilnahme an Fabrikritualen gemeinsam verweigert wird. Oft verhandeln die ArbeiterInnen mit dem Management, indem sie dessen eigene Rhetorik von der \u201cSorge um die Arbeiter\u201d und \u00e4hnlichem gegen dieses verwenden \u2013 Zhang nennt das den \u201cLegitimit\u00e4tshebel\u201d.<\/p>\n<p>Zhang konnte einen Streik von Festen erleben, der die Produktion zehn Stunden lang lahmlegte. \u00dcber 400 ArbeiterInnen in der\u00a0<em>Chevrolet<\/em>-Montage waren in der Fr\u00fchschicht zwar an ihren Arbeitspl\u00e4tzen erschienen, standen aber ohne zu arbeiten am Band. Leute aus anderen Abteilungen schlossen sich an, bis die ganze Fabrik stillstand. Gleichzeitig wurden Flugbl\u00e4tter mit der Forderung nach 25 Prozent mehr Lohn verteilt. Der Zeitpunkt war auf dem H\u00f6hepunkt der j\u00e4hrlichen Produktion gut gew\u00e4hlt, die Firmenleitung bot schnell eine Lohnerh\u00f6hung von 15 Prozent an, die die ArbeiterInnen unter der Drohung entlassen zu werden auch akzeptierten. Die ArbeiterInnen verdienten doppelt so viel wie vor Ort \u00fcblich, waren aber dennoch emp\u00f6rt \u00fcber die regionalen Lohnunterschiede und dar\u00fcber, \u201cvon Managern aus Shanghai geg\u00e4ngelt zu werden\u201d.<\/p>\n<p>Ein Montagearbeiter sagte dazu: \u201c<em>Warum sollten wir nur ein Drittel oder weniger von dem verdienen, was die Arbeiter in Shanghai kriegen, obwohl wir die h\u00e4rtere Arbeit machen? Die Manager in Shanghai sagen, das liegt an den h\u00f6heren Lebenshaltungskosten dort. Aber die Kosten im anderen Werk [in einer noch kleineren Stadt] sind genauso hoch wie hier, warum sind die L\u00f6hne dort dann auch h\u00f6her als unsere? Die\u00a0Manager sagen, weil es dort mehr Autofabriken gibt und sie bessere L\u00f6hne bieten m\u00fcssen, damit die Arbeiter\u00a0nicht weggehen. Aber das ist Schwachsinn. Sie denken einfach, dass die Arbeiter hier brav und leicht einzusch\u00fcchtern sind. Das hat uns richtig w\u00fctend gemacht!\u201d<\/em>\u00a0Die ArbeiterInnen beklagten sich auch dar\u00fcber, dass es keinen Weg gebe, auf dem sie ihre Anliegen vorbringen k\u00f6nnen, Petitionen und die Gewerkschaft h\u00e4tten sich als nutzlos erwiesen. Wie der Streik genau organisiert wurde, ist unklar. Ein Teilnehmer sagte Zhang, auf ein Online-Posting \u00fcber die Ungerechtigkeiten hin habe sich eine kleine Gruppe zusammengefunden, die bereit war, alles zu riskieren, sie habe mit dem Streik begonnen.<\/p>\n<p>F\u00fcr Zhang zeigt dieser Streik, dass die Spaltungen zwischen AutoarbeiterInnen nicht zu Passivit\u00e4t, sondern zu Irritationen und Aktivismus f\u00fchrt. Die Strategie des Kapitals, Fabriken ins Landesinnere zu verlagern, um den k\u00e4mpferischen Arbeiter\u00adInnen in den \u00e4lteren Industriegebieten zu entkommen, f\u00fchre zu einer Ausweitung der Konflikte.<\/p>\n<p><strong>Leiharbeiter \/ Praktikanten<\/strong><\/p>\n<p>Andere Spaltungen laufen durch die Belegschaften selbst. Bis auf einen Konzern haben mittlerweile alle \u201cduale Arbeitsregime\u201d mit einer gro\u00dfen Zahl von Leiharbeitern und Praktikanten eingef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Ab den 90er Jahren wurden BauernarbeiterInnen in die Fabriken geholt, um zu einem schlechteren Lohn an der Seite der Festangestellten zu arbeiten, die Trennung zu den Festen verlief klar entlang der\u00a0<em>Hukou.\u00a0<\/em>Bis ca. Mitte der 00er Jahre wurden die alten BauernarbeiterInnen durch LeiharbeiterInnen ersetzt (deren Zahl zudem h\u00f6her ist).<\/p>\n<p>Zwei Drittel der LeiharbeiterInnen kommen vom Land in der N\u00e4he der Autofabriken, das restliche Drittel aus der (Vor-)Stadt. Die Leiharbeiter\u00adInnen und die Festen werden sich nun immer \u00e4hnlicher, was Ausbildung, Alter und Herkunft angeht, zum Teil wohnen sie sogar in denselben Wohnheimen. Es kommt zwar noch vor, dass die unterschiedliche Stellung durch die jeweilige\u00a0<em>Hukou<\/em>\u00a0bestimmt wird, das verliert aber an Bedeutung. F\u00fcr die Betriebe wird es damit schwerer, die Unterschiede im Status zu legitimieren.<\/p>\n<p>LeiharbeiterInnen verdienen ca. ein Drittel weniger als die Befristeten, ihre Anstellung ist prek\u00e4rer, sie kriegen keine oder schlechtere Infrastruktur zur Verf\u00fcgung gestellt. Noch billiger f\u00fcr die Betriebe sind die \u201cPraktikantInnen\u201d: StudentInnen bzw. Sch\u00fclerInnen technischer Schulen, die oft von ihren Schulen gezwungen werden, Vollzeit in der Fabrik arbeiten zu gehen, um ihren Abschluss zu machen. Das Verh\u00e4ltnis von LeiharbeiterInnen zu Praktikanten ist grob 70\/30.<\/p>\n<p>LeiharbeiterInnen und PraktikantInnen wehren sich zunehmend gegen die Ungleichbehandlung. Zhangs These ist, dass eben diese Spaltung zum Grund f\u00fcr die K\u00e4mpfe der LeiharbeiterInnen f\u00fcr Gleichheit geworden ist. Viele der LeiharbeiterInnen wollen in der Stadt bleiben, sind stolz, bei einem gro\u00dfen Unternehmen zu arbeiten \u2013 und emp\u00f6rt \u00fcber ihre Ungleichbehandlung. Sie kriegen die h\u00e4rtesten Arbeiten zugewiesen und die \u00dcberstunden, die sonst niemand will. Vor allem \u00e4rgern sie sich dar\u00fcber, dass st\u00e4ndig welche von ihnen entlassen werden und dass sie keine M\u00f6glichkeit haben, was dazu zu lernen und aufzusteigen.<\/p>\n<p>LeiharbeiterInnen und PraktikantInnen wohnen eher als die Festen in Wohnheimen zusammen, was es vereinfacht, K\u00e4mpfe zu koordinieren. Wie die anderen j\u00fcngeren ArbeiterInnen nutzen sie die sozialen Medien, um sich auszutauschen, und zwar auch \u00fcber ihre Arbeit. Und sie sind viele: \u201c<em>Unser Team besteht aus 21 Arbeitern, und zw\u00f6lf von uns sind Leiharbeiter. In der Montage arbeiten insgesamt 500 Leute, davon sind fast die H\u00e4lfte Leiharbeiter. Wenn wir aufh\u00f6ren zu arbeiten, steht die ganze Halle<\/em>.\u201d Immer mehr von ihnen haben schon l\u00e4ngere Erfahrung im Werk.<\/p>\n<p>Auch unter den LeiharbeiterInnen und Praktikant\u00adInnen sind verdeckte Widerstandsformen im Alltag am verbreitetsten. Aber Zhang wei\u00df auch von Streiks: Als sie im Juni 2004 in einem Staatsbetrieb mit ihrer Recherche begann, h\u00f6rte sie von den ArbeiterInnen als erstes von einem wilden Streik, der gerade passiert war \u2013 der erste seit 1993. \u00dcber 300 PraktikantInnen waren nicht zur Arbeit gegangen, weil ihr Lohn nicht ausgezahlt worden war. Die Festen waren ebenfalls w\u00fctend, weil sie trotz Mehrarbeit keine Boni bekommen hatten, und mit ihrer Unterst\u00fctzung konnten die PraktikantInnen das Montageband 15 Stunden lang anhalten und die Auszahlung erzwingen.<\/p>\n<p>Der Streik brachte die ArbeiterInnen enger zusammen. Ein Streikender berichtet:\u00a0\u201c<em>Es war immer so, du gingst zur Arbeit, hast hart gearbeitet, gingst zur\u00fcck ins Wohnheim zum Schlafen und dann wieder zur\u00fcck zur Arbeit. Wenn du deinen Lohn nicht p\u00fcnktlich gekriegt hast, oder nur die H\u00e4lfte von dem verdient hast, was die Festen kriegen, hast du halt gedacht, du kannst nichts dagegen tun. Aber pl\u00f6tzlich hast du gemerkt, dass du was erreichen kannst, wenn du was zusammen machst!\u201d<\/em><\/p>\n<p>Einige Monate sp\u00e4ter folgte ein Kampf, mit dem die PraktikantInnen forderten, dass ihr Lohn so wie der der Festen erh\u00f6ht werden sollte; diesmal unterst\u00fctzten die Festen den Streik nicht. Er dauerte nur einen Tag, 18 der Streikenden wurden entlassen. Einen Monat sp\u00e4ter gab es trotzdem eine Lohnerh\u00f6hung f\u00fcr die PraktikantInnen: 200 RMB f\u00fcr die, die nicht gestreikt hatten, 100 f\u00fcr die, die teilgenommen hatten. Ein gemischtes Ergebnis, und gemischte Gef\u00fchle bei den ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>Ob die K\u00e4mpfe der LeiharbeiterInnen und PraktikantInnen erfolgreich sind, h\u00e4ngt Zhang zufolge wesentlich davon ab, ob die Festen mit ihnen k\u00e4mpfen oder sich auf die andere Seite schlagen. Eine nachvollziehbare These, deren weitere Ausf\u00fchrung aber wenig \u00fcberzeugt. Zhang geht vor allem vom obigem Beispiel aus und leitet das Verhalten der Festen davon ab, wie Management und Staat reagieren. Dass sie allein \u00fcber den Gegner auf das Kampfverhalten der ArbeiterInnen schlie\u00dft, kann nicht \u00fcberzeugen. Das Problem liegt vor allem darin, dass es zu wenig (bekannte) Beispiele f\u00fcr gemeinsame K\u00e4mpfe von Befristeten und LeiharbeiterInnen gibt, um \u00fcberhaupt Thesen aufzustellen.<\/p>\n<p>Die sozialen Unterschiede zwischen Leiharbeiter\u00adInnen und Festen verschwimmen laut Zhang tendenziell, aber aktuell funktioniert die Trennung noch, vor allem aus Sicht der \u00e4lteren ArbeiterInnen. Und es herrscht noch keineswegs Gleichheit: In manchen Fabriken gibt es Wohnheime f\u00fcr beide Gruppen, die sich in Komfort und Ausstattung stark unterscheiden. Ein \u201cWir\u201d gibt es meist nicht, die ArbeiterInnen leben in unterschiedlichen sozia\u00adlen Zusammenh\u00e4ngen. Die Festen sagen zwar einerseits, dass sie keinen Unterschied zwischen sich und den LeiharbeiterInnen sehen, viele erw\u00e4hnen dennoch absch\u00e4tzig deren Benehmen und Bildung. W\u00e4hrend im einem deutschen JV die Festen mit Sympathie von entlassenen LeiharbeiterInnen sprechen, herrscht im anderen Zur\u00fcckhaltung und Gleichg\u00fcltigkeit bei diesem Thema. Hier gibt es verschiedenfarbige Uniformen f\u00fcr die unterschiedlichen Gruppen von ArbeiterInnen. Trotz der Distanz gibt es generell wenig direkte Auseinandersetzungen, im t\u00e4glichen Umgang in den Fabriken herrscht Kollegialit\u00e4t. Das liegt auch an der Teamarbeit, die eine direkte Zusammenarbeit erfordert.<\/p>\n<p>Die K\u00e4mpfe von LeiharbeiterInnen und Praktikant\u00adInnen haben vieles ver\u00e4ndert: Seit 2008 d\u00fcrfen sie in die Gewerkschaft eintreten, haben besseren Zugang zu Infrastruktur; h\u00e4ufig wurde die Leiharbeit im Betrieb begrenzt, laut einer Gesetzesreform von 2013 sollen LeiharbeiterInnen\u00a0<em>Equal Pay<\/em>\u00a0erhalten. Die beschleunigte Auslagerung ganzer Arbeitsschritte an Subunternehmer sieht Zhang als Reaktion der Unternehmer darauf.<\/p>\n<p><strong>Begrenzt, aber nicht machtlos<\/strong><\/p>\n<p>Zhang kann der verbreiteten Meinung, die Arbeiterk\u00e4mpfe in China seien regional und inhaltlich begrenzt, nicht generell widersprechen, die Gr\u00fcnde liegen in den beschriebenen Spaltungen, der Repression und der Furcht vor starker Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt. Die K\u00e4mpfe und die Macht der ArbeiterInnen d\u00fcrfen ihrer Meinung nach trotzdem nicht untersch\u00e4tzt werden. Die Bedingungen in China unterschieden sich von anderen L\u00e4ndern, weil alle Reformen vom Staat kontrolliert, begrenzt und vermittelt werden. Trotzdem gebe es konstanten Aktivismus, der dem Widerspruch zwischen Profitabilit\u00e4t und Legitimit\u00e4t entstamme, in dem Staat und Unternehmen stecken. Auch die Angst vor einem Lauffeuer sozialer Aufst\u00e4nde wirke zugunsten der ArbeiterInnen.<\/p>\n<p>Zhangs Buch ist als akademische Arbeit zum Teil auch Literaturarbeit, die sich im Umfeld anderer Arbeiten, Begriffe und Konzepte verorten muss. Das wird manchmal redundant und ist f\u00fcr die am Klassenkampf interessierte Leserin nicht immer interessant. Es wird zudem deutlich, dass Begriffe wie Beverly Silvers \u201cProduktionsmacht\u201d oft eher eine vermeintliche Allgemeinheit \u00fcberst\u00fclpen, als dabei zu helfen, eine Situation wirklich zu verstehen.<\/p>\n<p>Zhang war in ihrer Position nicht f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit nah am Produktionsprozess und hatte keine M\u00f6glichkeit, die t\u00e4gliche Zusammenarbeit der ArbeiterInnen, ihre Tricks und Zugest\u00e4ndnisse zu verstehen. Trotzdem hilft uns ihr Buch, uns ein besseres Bild von den AutoarbeiterInnen in China zu machen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/www.gongchao.org\/2018\/03\/30\/wildcat-blick-in-chinas-autofabriken\/\"><em>gongchao.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. Juli 2018<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Beverly Silver ist Soziologin an der Universit\u00e4t von Baltimore. In\u00a0<em>Forces of Labor\u00a0<\/em>(2003) ver\u00f6ffentlichte sie die Ergebnisse einer langj\u00e4hrigen statistischen Auswertung weltweiter Arbeiterk\u00e4mpfe. Ihrer Analyse nach folgt der Konflikt dem Kapital in jedem Schritt der Verlagerung. Sie benennt drei Arten von Arbeitermacht: die Macht am Arbeitsplatz (Produktionsmacht), die Macht auf dem Arbeitsmarkt (Marktmacht) und die Macht durch Organisierung.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Diese ArbeiterInnen werden trotz ihrer Befristung hier \u201cFeste\u201d genannt, um sie von den LeiharbeiterInnen zu unterscheiden, auch wenn die Bezeichnung etwas irref\u00fchrend ist.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wildcat\u00a0#99. Besprechung der englischen Ausgabe:\u00a0\u00a0Zhang Lu (2015).\u00a0Inside China\u2018s Automobile Factories. The Politics of Labor and Worker Resistance,\u00a0New York. 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