{"id":3822,"date":"2018-07-24T17:43:16","date_gmt":"2018-07-24T15:43:16","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3822"},"modified":"2018-07-24T17:43:16","modified_gmt":"2018-07-24T15:43:16","slug":"die-despotie-der-fabrik-und-der-vor-schein-der-freiheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3822","title":{"rendered":"Die Despotie der Fabrik und der Vor-Schein der Freiheit"},"content":{"rendered":"<p><em>Andrea Gabler. <\/em>Der Marxismus hat ein eigent\u00fcmliches Verh\u00e4ltnis zur Sph\u00e4re der Arbeit. Einerseits steht sie im Mittelpunkt seiner theoretischen und praktischen Perspektive. \u201eDas Kapital\u201c bildet, nach<!--more--> der Formulierung von Karl Korsch, nur nominell den Gegenstand der Kritik der politischen \u00d6konomie. Deren <em>\u201ewirklicher Gegenstand ist \u2018Die Arbeit\u2019 in ihrer gegenw\u00e4rtigen \u00f6konomischen Form der Unterjochung durch das Kapital und in ihrer Entwicklung zu einer neuen, durch den revolution\u00e4ren Kampf des Proletariats freigesetzten, direkt gesellschaftlichen und sozialistischen Form.\u201c<\/em> Andererseits konnte Harry Braverman \u00fcber hundert Jahre nach Erscheinen des ersten Bandes des \u201eKapital\u201c nicht ganz zu Unrecht feststellen, da\u00df nach dem Marxschen Hauptwerk die Entwicklung des kapitalistischen Produktionsprozesses keiner <em>\u201eumfassenden marxistischen Analyse (mehr) unterzogen worden\u201c <\/em>sei. Die Arbeit steht im Zentrum, doch sie ist kein Thema systematischer Untersuchungen.<\/p>\n<p>Dieses eigent\u00fcmliche Verh\u00e4ltnis war zun\u00e4chst die Konsequenz einer in der marxistischen Orthodoxie lange Zeit vorherrschenden theoretischen Optik, die Arbeit und Arbeitskraft eben nur in ihrer \u00f6konomischen Form wahrzunehmen vermochte und deren Kategorien allein eine vermeintlich objektive, gesetzm\u00e4\u00dfige historische Entwicklung dieser Form reflektieren sollten. Zur Charakterisierung ihres sozialen Inhalts gen\u00fcgte es, auf die Marxschen Analysen der kapitalistischen Kooperation, der Arbeitsteilung und der Maschinerie zu verweisen und die dort erhobenen Anklagen gegen die Verkr\u00fcppelung des Detailarbeiters oder die &#8211; der Anarchie des Marktes kontrastierende &#8211; Despotie der Fabrik zu wiederholen. Ansonsten war es f\u00fcr eine solche Optik &#8211; um eine Formulierung aus der \u201eHeiligen Familie\u201c zu variieren &#8211; v\u00f6llig gleichg\u00fcltig, wie dieser oder jener Proletarier einstweilen arbeiten und was er sich dabei auch vorstellen mochte, da ja theoretisch bereits verb\u00fcrgt schien, was er geschichtlich zu tun gezwungen sein w\u00fcrde. Ohnehin galt die Organisation der industriellen Arbeit keineswegs als ein Ort gesellschaftlicher Emanzipation.<\/p>\n<p>Die lange Krise des Marxismus lie\u00df auch solche \u00f6konomistischen und objektivistischen Vorstellungen vom gesellschaftlich-geschichtlichen Verlauf obsolet werden. Die Versuche, Auswege aus dieser Krise zu finden und die Erfahrungen mit dem Niedergang der revolution\u00e4ren Arbeiterbewegung und der revolution\u00e4ren Theorie zu verarbeiten, sind vielgestaltig und kaum \u00fcberschaubar. Ein gemeinsamer Zug dieser Versuche d\u00fcrfte jedoch darin bestehen, die Bedeutung des Bewu\u00dftseins, der menschlichen Praxis und Subjektivit\u00e4t als Konstituenzien des historischen Prozesses st\u00e4rker zu gewichten, gerade auch, um den subjektiven Bestimmungsgr\u00fcnden f\u00fcr die Blockaden und Niederlagen der revolution\u00e4ren Bewegungen des 20. Jahrhunderts auf die Spur zu kommen. Ein besonderer Ansatz zur Erforschung der Arbeit und zur Analyse der Erfahrungen der Arbeitenden mit dem sich weiterentwickelnden Produktionsproze\u00df wurde indes in kaum einem Fall als notwendig empfunden, geschweige denn formuliert.<\/p>\n<p><strong>Den ganzen Aufsatz lesen:\u00a0<a href=\"http:\/\/maulwuerfe.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/Die-Despotie-der-Fabrik....pdf\">Die Despotie der Fabrik&#8230;<\/a><\/strong><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><em><a href=\"http:\/\/www.wildcat-www.de\/material\/ar16gabl.pdf\">wildcat.de&#8230;<\/a><\/em><em> vom 24. Juli 2018 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andrea Gabler. Der Marxismus hat ein eigent\u00fcmliches Verh\u00e4ltnis zur Sph\u00e4re der Arbeit. 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