{"id":3881,"date":"2018-08-07T16:08:27","date_gmt":"2018-08-07T14:08:27","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3881"},"modified":"2018-08-07T17:34:36","modified_gmt":"2018-08-07T15:34:36","slug":"texte-zur-oktoberrevolution-lenins-revolutionsprogramm","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3881","title":{"rendered":"Texte zur Oktoberrevolution: Lenins\u00a0Revolutionsprogramm"},"content":{"rendered":"<p><em>Oskar Anweiler. <\/em>Lenins Thesen wurden nur in seinem eigenen Namen ver\u00f6ffentlicht und von der Redaktion der\u00a0<em>Pravda\u00a0<\/em>als \u201edie pers\u00f6nliche Meinung des Genossen Lenin&#8220;<!--more--> bezeichnet<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Die Mehrheit der Partei stand keineswegs auf Lenins Seite. Sogar das B\u00fcro des Zentralkomitees, das in den Wochen vorher einen \u201elinken&#8220; Kurs verfochten hatte, teilte nicht den Radikalismus Lenins. Im Petersburger Ortskomitee wurden seine Thesen mit 13 gegen 2 Stimmen (bei einer Enthaltung) abgelehnt<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>. Den heftigsten Widerspruch erhob Kamenev, der zusammen mit Stalin f\u00fcr die Taktik der Bolschewiki vor Lenins R\u00fcckkehr verantwortlich war. Er warf den Leninschen Thesen vor, da\u00df sie zwar f\u00fcr die ersten Schritte des Sozialismus in England, Deutschland oder Frankreich, nicht aber f\u00fcr Ru\u00dfland geeignet seien. In ihnen sei keine einzige praktische Antwort auf die Tagesfragen der russischen Politik enthalten. Kamenev stellte Lenins Thesen die Resolution einer Konferenz von Arbeitervertretern aus den Fabriken entgegen, in der die Einf\u00fchrung einer inneren \u201eFabrikver\u00adfassung&#8220; durch ein Kontroll- und Mitbestimmungsrecht der Be\u00adtriebsr\u00e4te begr\u00fc\u00dft, weitere Schritte zum Sozialismus aber abge\u00adlehnt wurden. \u201eDiese Arbeiter haben ausgezeichnet begriffen&#8220;, f\u00fcgte Kamenev hinzu, \u201eda\u00df der Weg zum Sozialismus nicht \u00fcber die Besitzergreifung einzelner Fabriken, nicht \u00fcber einzelne vonein\u00adander unabh\u00e4ngige Kommunen f\u00fchrt, sondern \u00fcber die Eroberung des zentralen Apparats des staatlichen und wirtschaftlichen Lebens, durch den \u00dcbergang der Verwaltung der Banken, Eisenbahnen, der Versorgung in die H\u00e4nde des Proletariats als Klasse im gesamt\u00adstaatlichen Rahmen&#8220;<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Kamenev hat damit genau den Punkt erkannt, in dem Lenin von seinen fr\u00fcheren Ansichten abwich. Bis zum April 1917 haben sich die Bolschewiki \u2014 genau wie die Men\u00adschewiki \u2014 getreu der Marxschen Revolutionsauffassung den \u00dcber\u00adgang zum Sozialismus nie anders als in einer Reihe zentraler ge\u00adsamtstaatlicher Ma\u00dfnahmen, durch \u201edespotische Eingriffe in das Eigentumsrecht und in die b\u00fcrgerlichen Produktionsverh\u00e4ltnisse&#8220;<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> seitens der proletarischen Regierung, vorgestellt. Demgegen\u00fcber haben die anarchistischen und maximalistischen Gruppen schon 1905 die unmittelbare lokale \u201eSozialisierung&#8220; der Fabriken propagiert<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Lenins Thesen von der Machtergreifung durch die Ar\u00adbeiter- und Bauernr\u00e4te, die einen entschiedenen Schritt zum Sturz des Kapitals und zum Sozialismus darstellten, klangen in den Ohren Kamenevs und der meisten Bolschewiki wie ein Widerhall jener Losungen, und man beschuldigte Lenin, da\u00df er den Thron Bakunins eingenommen habe<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Kritik Kamenevs zielte dar\u00fcber hinaus auf die grunds\u00e4tz\u00adliche Frage nach dem Charakter der sich abspielenden russischen Revolution. \u201eWas das allgemeine Schema des Genossen Lenin an\u00adbelangt&#8220;, schrieb Kamenev in der\u00a0<em>Pravda\u00a0<\/em>vom 8. April 1917, \u201eso halten wir es f\u00fcr unannehmbar, insoweit es davon ausgeht, da\u00df die b\u00fcrgerlich-demokratische Revolution\u00a0<em>abgeschlossen\u00a0<\/em>sei, und inso\u00adweit es auf die sofortige Umwandlung dieser Revolution in eine sozialistische berechnet ist&#8220;<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Die \u201ealten Bolschewiki&#8220;, denen Lenin vorwarf, sie klammerten sich an \u201ealte Formeln&#8220;, waren nach wie vor der Ansicht, da\u00df die Revolution noch in ihrer ersten Phase stehe, auf die dann die von den Bolschewiki 1905 propagierte \u201ere\u00advolution\u00e4r-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauern\u00adschaft&#8220; folgen m\u00fcsse. Demgegen\u00fcber betonte Lenin: \u201eDie revolu\u00adtion\u00e4r-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauern\u00adschaft ist in der russischen Revolution schon Wirklichkeit gewor\u00adden . . . Der Rat der Arbeiter- und Soldatendeputierten \u2014 da habt ihr die vom Leben bereits verwirklichte revolution\u00e4r-demokratische Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft. . . Diese Formel ist bereits \u00fcberholt. . . Auf der Tagesordnung steht bereits eine andere, eine neue Aufgabe: die Trennung der proletarischen (kommunisti\u00adschen) Elemente innerhalb dieser Diktatur von den Kleineigent\u00fcmern oder kleinb\u00fcrgerlichen Elementen&#8220; (als solche bezeichnete Lenin die Menschewiki und Sozialrevolution\u00e4re)<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>.<\/p>\n<p>Hinter der heftigen Diskussion \u00fcber die richtige \u201eFormel&#8220; des bolschewistischen Revolutionsprogramms verbarg sich die grund\u00ads\u00e4tzliche Entscheidung \u00fcber den k\u00fcnftigen Weg der Partei. F\u00fcr Lenin flossen sozialistische Revolution, Machtergreifung durch die R\u00e4te und bolschewistische Diktatur zusammen. Der r\u00fccksichtslose Kampf gegen die anderen sozialistischen Parteien f\u00fchrte zwangs\u00adl\u00e4ufig zur Alleinherrschaft der Bolschewiki. Gerade darin sahen aber Kamenev und seine Anh\u00e4nger die Gefahr der Leninschen Taktik. Sie wollten eine \u201ePartei der revolution\u00e4ren proletarischen Massen&#8220; und nicht eine \u201eGruppe kommunistischer Propagandisten&#8220; sein<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>, die sich im Falle der Machtergreifung nur mit Hilfe des Terrors w\u00fcrde behaupten k\u00f6nnen. Trotz aller Gegens\u00e4tze zu den Menschewiki und Sozialrevolution\u00e4ren z\u00e4hlten sie diese doch zu dem gemeinsamen sozialistischen Lager, w\u00e4hrend Lenin die gem\u00e4\u00dfigte Sowjetmehrheit mit der b\u00fcrgerlichen Provisorischen Regierung auf eine Stufe stellte und die Revolution gegen die Sozialisten und nicht mit ihnen gemeinsam vorw\u00e4rtstreiben wollte.<\/p>\n<p>Es ist unschwer zu erkennen, da\u00df Lenins neue Revolutionstheorie in wesentlichen Punkten mit den von\u00a0<em>Trotzki\u00a0<\/em>seit 1905 vertretenen Anschauungen \u00fcber die \u201epermanente Revolution&#8220; \u00fcbereinstimmte. Trotzki hatte bereits damals die bolschewistische Losung der \u201ere\u00advolution\u00e4r-demokratischen Diktatur des Proletariats und der Bauernschaft&#8220; als unrealistisch bezeichnet und erkl\u00e4rt, da\u00df das russische Proletariat gezwungen sein w\u00fcrde, die Grenzen des demo\u00adkratischen Programms in Richtung auf den Sozialismus zu \u00fcber\u00adschreiten<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>. Lenin hatte sich 1905 und sp\u00e4ter oft gegen Trotzkis popularisierte Formel \u201eFort mit dem Zaren, her mit der Arbeiter\u00adregierung&#8220; gewandt. Auch jetzt, im April 1917, war er bem\u00fcht, seine neue Perspektive von Trotzkis Theorie abzugrenzen, indem er auf die R\u00e4te als die bereits verwirklichte \u201eDiktatur des Proletariats und der Bauernschaft&#8220; hinwies, von der es nunmehr zur Diktatur des Proletariats weiterzuschreiten gelte<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>. Aber in der Sache hatte er sich Trotzkis Standpunkt entschieden gen\u00e4hert. Dieser hatte sofort nach Erhalt der ersten Nachrichten \u00fcber die Revolution in Petersburg am 6. M\u00e4rz 1917 in einer New Yorker Zeitung geschrie\u00adben: \u201eDas revolution\u00e4re Proletariat mu\u00df schon jetzt, sofort, seine revolution\u00e4ren Organe, die Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten, den Exekutivorganen der Provisorischen Re\u00adgierung entgegenstellen. In diesem Kampfe mu\u00df sich das Prole\u00adtariat, indem es die aufst\u00e4ndischen Volksmassen um sich sammelt, die Machteroberung als sein direktes Ziel stellen&#8220;<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a>. Trotzki hatte schon 1906, auf Grund der Erfahrungen der ersten russischen Revo\u00adlution, den R\u00e4ten eine gro\u00dfe Zukunft vorausgesagt; die Bildung des Petersburger Arbeiter- und Soldatenrates best\u00e4tigte die Richtigkeit seiner damaligen Prognose<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>. M\u00fchelos schlo\u00df er sich daher nach seiner Ankunft in Ru\u00dfland Anfang Mai 1917 dem R\u00e4teprogramm Lenins an und wurde einer der konsequentesten Vork\u00e4mpfer der Sowjetmacht innerhalb der bolschewistischen Partei<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Entscheidung \u00fcber den k\u00fcnftigen Kurs der Partei und ihr Verh\u00e4ltnis zu den Sowjets fiel auf einer Reihe von Konferenzen im Laufe des Monats April 1917, auf denen es Lenin gelang, die Partei f\u00fcr seine neue revolution\u00e4re Theorie und Taktik zu gewinnen. Er verdankte diesen Erfolg in erster Linie seiner \u00fcberragen\u00adden pers\u00f6nlichen Autorit\u00e4t, zum andern aber auch der Tatsache, da\u00df die Bolschewiki seit 1903 einen unvers\u00f6hnlichen Kampf gegen die \u201eBourgeoisie&#8220; und gegen die \u201eHalbheiten&#8220; der Menschewiki ge\u00adf\u00fchrt und somit innerlich schon lange die Richtung auf die alleinige Hegemonie in der Revolution eingeschlagen hatten<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a>. Die Dis\u00adkussionen auf den Parteikonferenzen zeigten aber auch deutlich, da\u00df Lenins neue Thesen \u00fcber die Sowjets als revolution\u00e4re Staats\u00adorgane und als \u00dcbergangsformen zur sozialistischen Revolution von den Parteimitgliedern nur schwer mit den praktischen Aufgaben der Partei in Verbindung gebracht werden konnten.<\/p>\n<p>Auch \u00fcber die Frage, was denn die R\u00e4te eigentlich seien, gingen die Meinungen auseinander. Auf der Petersburger Stadtkonferenz der Bolschewiki meinte Kalinin, es sei nicht wahr, da\u00df die Arbeiter\u00addeputiertenr\u00e4te die einzige revolution\u00e4re Regierungsform darstell\u00adten, wie Lenin behauptete<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>. In Moskau, dessen Parteikomitee im Allgemeinen weiter rechts stand als die Petersburger Bolschewiki, erkl\u00e4rte auf der Gebietskonferenz vom 19. bis 21. April Smidovic, da\u00df die Sowjets ihrer ganzen Struktur nach bisher weder geeignet noch imstande seien, Regierungs- und Verwaltungsgesch\u00e4fte zu \u00fcbernehmen. Man m\u00fcsse diese Organe erst st\u00e4rken, auf das Dorf ausdehnen und zusammenfassen, ehe sie die Macht \u00fcbernehmen k\u00f6nnten<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>. Nogin, ein anderer f\u00fchrender Moskauer Bolschewik, vertrat auf der Allrussischen Parteikonferenz vom 24. bis 29. April die Ansicht, da\u00df die Sowjets im Laufe der weiteren Entwicklung ihre wichtigsten Funktionen an die Gewerkschaften, politischen Parteien und Selbstverwaltungsorgane abtreten w\u00fcrden. An der Spitze des Staates w\u00fcrde die Konstituierende Versammlung und dann ein Parlament stehen<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>.<\/p>\n<p>Viele Bolschewiki, die zwar die gro\u00dfe revolution\u00e4re Bedeutung der R\u00e4te anerkannten, von Lenins Ausschlie\u00dflichkeit aber \u00fcberrascht waren, wollten die Entwicklung noch offenhalten und sich nicht unbedingt auf eine Sowjetrepublik festlegen. In der Tat findet sich in den Beschl\u00fcssen der Allrussischen Konferenz nirgends diese eindeutige Formulierung von der k\u00fcnftigen Sowjetmacht als einer der parlamentarischen v\u00f6llig entgegengesetzten Staatsform wie in den Leninschen Aprilthesen. In der Entschlie\u00dfung der Konferenz \u00fcber die R\u00e4te der Arbeiter- und Soldatendeputierten hei\u00dft es, da\u00df auf der zweiten Etappe der Revolution \u201edie ganze Staatsgewalt in die H\u00e4nde der R\u00e4te\u00a0<em>oder\u00a0<\/em>anderer Organe, die den Willen der Volksmehrheit unmittelbar zum Ausdruck bringen (Organe der \u00f6rtlichen \u00bbSelbstverwaltung, Konstituante usw)&#8220; \u00fcbergehen m\u00fcsse<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>. \u00c4hnlich wie in der Frage der sozialistischen Revolution in Ru\u00dfland, der weiterhin zahlreiche f\u00fchrende Bolschewiki skeptisch gegen\u00fcberstanden<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a>, folgte die Partei auch Lenins Programm der Sowjetrepublik nur z\u00f6gernd und ohne sich dabei \u00fcber die weitgehenden Konsequenzen dieser Losung klar zu sein. Denn, wie Suchanov richtig bemerkte, die meisten Bolschewiki stellten sich unter der Parole der Sowjetmacht nicht die \u201evollkommenste Staatsverfassung&#8220;<strong><em>\u00a0<\/em><\/strong>vor<strong><em>,\u00a0<\/em><\/strong>sondern einfach eine politische Tagesforderung, d.h. die Bildung einer Regierung aus den Sowjets verantwortlichen Elementen<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>.<\/p>\n<p>Indessen baute Lenin in den Wochen und Monaten nach seiner \u00bbAnkunft in Ru\u00dfland die in der Schweiz konzipierten und in den Aprilthesen zum ersten Mal niedergelegten Gedanken \u00fcber das Wesen und die Aufgaben der Sowjets zu einem geschlossenen System aus. In zahlreichen Artikeln und Reden verk\u00fcndete er, da\u00df \u201eeinen h\u00f6heren, besseren Regierungstypus als die R\u00e4te &#8230; die Menschheit bis jetzt nicht hervorgebracht&#8220; habe<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>. In direkter Ankn\u00fcpfung an die Marxsche Analyse der Pariser Kommune von 1871 nannte er als Grundmerkmale der Sowjetmacht:<\/p>\n<p>\u201e1. Ursprung der Macht ist nicht das vom Parlament beratene und beschlossene Gesetz, sondern die direkte, von unten kommende Initiative der Volksmassen im Lande, die direkte Usurpation&#8216; . . .;<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Ersetzung von Polizei und Armee, als vom Volke getrennter und dem Volke gegen\u00fcbergestellter Institutionen, durch die direkte Bewaffnung des gesamten Volkes; die Staatsordnung wird bei einer solchen Macht gesch\u00fctzt von den bewaffneten Arbeitern und Bauern selbst. . .;<\/li>\n<li>Entweder Ersetzung der Beamten, der B\u00fcrokratie, wiederum durch die unmittelbare Herrschaft des Volkes selbst, oder zu\u00admindest ihre Stellung unter eine besondere Kontrolle, ihre Ver\u00adwandlung in nicht nur w\u00e4hlbare, sondern auf die erste Forderung des Volkes hin absetzbare einfache Beauftragte; ihre Verwand\u00adlung aus einer privilegierten Schicht&#8230; in Arbeiter . . ., deren Entlohnung nicht h\u00f6her ist als der \u00fcbliche Lohn eines quali\u00adfizierten Arbeiters&#8220;<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a>.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Das ist das Programm einer radikalen Demokratisierung des Staates mit dem Ziel einer wirklichen \u201eSelbstherrschaft des Volkes&#8220;, und Lenin wurde nicht m\u00fcde, diesen demokratischen Charak\u00adter des R\u00e4testaates hervorzuheben. \u201eNotwendig ist nicht nur eine Vertretung nach dem Typus der Demokratie, sondern auch der Aufbau der gesamten Staatsverwaltung von unten auf durch die Massen selber, ihre t\u00e4tige Anteilnahme an jedem Schritt des Lebens, ihre aktive Rolle in der Verwaltung. Die alten Unterdr\u00fcckungs\u00adorgane, die Polizei, das Beamtentum, das stehende Heer, ersetzen durch die allgemeine Volksbewaffnung, durch eine wirklich all\u00adgemeine Miliz \u2014 das ist der einzige Weg . . . Die Arbeiterdeputiertenr\u00e4te sind ihrer Bedeutung, dem von ihnen geschaffenen Typus der Staatsgewalt nach, eben Einrichtungen dieser Demokratie&#8220;<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>.<\/p>\n<p>Gleichzeitig mit dem \u00fcberschw\u00e4nglichen Lob des R\u00e4tesystems kritisierte Lenin heftig den Parlamentarismus, dessen leuchtendes Gegenbild die Sowjets seien. Auch hier kn\u00fcpfte Lenin beinahe w\u00f6rtlich an Marxens Gei\u00dfelung der Ausw\u00fcchse des Parlamentarismus in der Kommune-Schrift an. Die Sowjets seien, genau wie die Kom\u00admune, zugleich gesetzgebende und vollziehende K\u00f6rperschaften; eine besondere Vorzugsstellung f\u00fcr Abgeordnete bestehe hier nicht, die Deputierten seien unmittelbar ihren W\u00e4hlern verantwortlich<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>. Lenins Geringsch\u00e4tzung der parlamentarischen Demokratie stamm\u00adte nicht erst aus der Lekt\u00fcre von Marx&#8216; B\u00fcrgerkrieg oder aus den Erfahrungen mit den russischen R\u00e4ten. Schon vor 1905 waren Kon\u00adstituierende Versammlung und parlamentarisches Regime in Ru\u00df\u00adland f\u00fcr ihn \u2014 wie auch f\u00fcr die meisten anderen Sozialisten, z.B. Plechanov<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a> \u2014 eine Frage der Zweckm\u00e4\u00dfigkeit. Wenn Lenin auch vermied, offen gegen die bevorstehende Konstituante zu polemi\u00adsieren und die Bolschewiki im Gegenteil in ihrer Agitation und Propaganda einen raschen Zusammentritt verlangten, so verfolgte seine Kritik des Parlamentarismus in seiner R\u00e4tetheorie doch den aktuellen Zweck, den Gedanken der Konstituante zu entwerten zu Gunsten des \u201eh\u00f6herstehenden&#8220; R\u00e4tesystems<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>. Sind die Sowjets somit auf der einen Seite demokratische Ver\u00adtretungsk\u00f6rperschaften der Arbeiter, Bauern und Soldaten, so sind sie nach Lenin gleichzeitig \u2014 da sie alle besitzenden Elemente aus\u00adscheiden \u2014 Organe der \u201eDiktatur des Proletariats&#8220;, oder richtiger, sie\u00a0<em>k\u00f6nnen\u00a0<\/em>zu Organen der proletarischen Diktatur\u00a0<em>werden.\u00a0<\/em>Denn im Augenblick \u2014 im Fr\u00fchjahr und Sommer 1917 \u2014 waren die Sowjets noch von den \u201ekleinb\u00fcrgerlichen Elementen&#8220; beherrscht, die ihre Entwicklung zur proletarischen Diktatur hemmten. Unter der F\u00fchrung der Bolschewiki w\u00fcrden sich jedoch die Sowjets im Zuge der sozialistischen Revolution in Organe der Diktatur des Proletariats verwandeln. Lenin hat am Vorabend der bolsche\u00adwistischen Machtergreifung in\u00a0<em>Staat und Revolution\u00a0<\/em>Wesen und Funktionen des Staates der proletarischen Diktatur erl\u00e4utert und die Marx\/Engelssche Lehre in seinem Sinne zu deuten versucht<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a>. Er betonte dabei stets den gewaltsamen Charakter dieser Diktatur<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>, bezeichnete sie aber andererseits als blo\u00dfes \u00dcbergangsstadium zur gewaltlosen kommunistischen Gesellschaft. Die Diktatur des Prole\u00adtariats richtet sich zwar gegen die Minderheit der Ausbeuter, die sie gewaltsam niederh\u00e4lt, aber im Namen der Mehrheit der Ausge\u00adbeuteten. \u201eDemokratie f\u00fcr die riesige Mehrheit des Volkes und gewaltsame Niederhaltung der Ausbeuter, der Unterdr\u00fccker des Volkes, d.h. ihre Ausscheidung von der Demokratie \u2014 das ist die Modifizierung der Demokratie beim \u00dcbergang vom Kapitalismus zum Kommunismus&#8220;<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a>. Ein solcher Staat der \u00dcbergangsperiode ist nach den Worten Lenins \u201ekein Staat mehr im eigentlichen Sinne des Wortes&#8220;<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a>. \u201eEin besonderer Apparat, eine besondere Unter\u00addr\u00fcckungsmaschine, ein .Staat&#8216;, ist noch notwendig, aber es ist bereits ein \u00dcbergangsstaat . . .; das Volk . . . vermag die Ausbeuter mit einer sehr einfachen &#8218;Maschine&#8216;, ohne einen besonderen Apparat niederzuhalten, durch die einfache Organisation der bewaffneten Massen (etwa der Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te)&#8220;<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a>. Das \u201eAbsterben des Staates&#8220;, d.h. die Beseitigung aller Klassen und jeder Form des Zwanges, geschieht in der zweiten Phase der revolution\u00e4ren Um\u00adgestaltung der Gesellschaft, die den Kommunismus verwirklicht. Lenin bekennt sich ausdr\u00fccklich zum \u201eEndziel der Vernichtung des Staates, d.h. jeder organisierten und systematischen Gewalt, jeder Vergewaltigung von Menschen \u00fcberhaupt&#8220;<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a>, sagt aber an anderer Stelle von\u00a0<em>Staat und Revolution\u00a0<\/em>deutlich: \u201eEs ist klar, da\u00df von einer Bestimmung des Zeitpunktes des k\u00fcnftigen ,Absterbens&#8216; keine Rede sein kann, umsomehr als es sich selbstverst\u00e4ndlich um einen langen Proze\u00df handelt&#8220;<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Bedingungen f\u00fcr das Absterben des Staates werden aber schon in der Phase der Diktatur des Proletariats geschaffen. In dem Abschnitt von\u00a0<em>Staat und Revolution,\u00a0<\/em>in dem Lenin die Zust\u00e4nde unter dem Sozialismus schildert, scheint er fast besessen von der Vision einer Gesellschaft, die \u201eein B\u00fcro und eine Fabrik mit gleicher Arbeit und gleichem Lohn ist&#8220;. \u201eWenn tats\u00e4chlich\u00a0<em>alle\u00a0<\/em>an der Lei\u00adtung des Staates teilnehmen, kann sich der Kapitalismus nicht mehr halten . . . Registrierung und Kontrolle \u2014 das ist das Wichtigste, was zum Ingangsetzen, zum richtigen Funktionieren der ersten Phase der kommunistischen Gesellschaft erforderlich ist.\u00a0<em>Alle\u00a0<\/em>B\u00fcrger verwandeln sich hier in entlohnte Angestellte des Staates, den die bewaffneten Arbeiter bilden.\u00a0<em>Alle\u00a0<\/em>B\u00fcrger werden Angestellte und Arbeiter eines das gesamte Volk umfassenden Staats-Syndi\u00adkats . . . Von dem Augenblick an, wo alle Mitglieder der Gesell\u00adschaft oder wenigstens ihre \u00fcbergro\u00dfe Mehrzahl selbst gelernt ha\u00adben, den Staat zu regieren, selbst diese Angelegenheiten in ihre H\u00e4nde genommen haben, . . . von diesem Augenblick an beginnt die Notwendigkeit irgendeines Regierens \u00fcberhaupt zu schwinden dann wird das Tor zum \u00dcbergang von der ersten Phase der kommu\u00adnistischen Gesellschaft zu der h\u00f6heren Phase und damit auch zum v\u00f6lligen Absterben des Staates sperrangelweit ge\u00f6ffnet stehen&#8220;<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a>.<\/p>\n<p>Das Bild des sozialistischen Sowjetstaates, das Lenin in\u00a0<em>Staat und Revolution\u00a0<\/em>entwarf, war von der Wirklichkeit der russischen Verh\u00e4ltnisse im Jahre 1917 und der vorhandenen Sowjets himmel\u00adweit entfernt. Nirgends kommt der utopische Charakter der Leninschen Lehre von der k\u00fcnftigen sozialistischen und kommunistischen Gesellschaft deutlicher zum Ausdruck als in dieser Vision eines \u00abStaates, in dem\u00a0<em>\u201ealle\u00a0<\/em>eine Zeitlang &#8218;B\u00fcrokraten&#8216; werden, so da\u00df gerade dadurch\u00a0<em>niemand\u00a0<\/em>zum &#8218;B\u00fcrokraten&#8216; werden kann&#8220;<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a>. Die Sowjets werden in Lenins Staatstheorie zum Ideal eines die B\u00fcrokratie beseitigenden Staates, der aber gleichzeitig zahllose b\u00fcrokratische Funktionen aus\u00fcben soll (alles, was unter Lenins Bezeichnung \u201eRechnungsf\u00fchrung und Kontrolle&#8220; fiel). Das Wirtschaftsprogramm des Bolschewismus am Vorabend der Machtergreifung sah die Nationalisierung der Banken und Industriesyndikate sowie die Zwangseinung der Bev\u00f6lkerung in Produzenten- und Konsumentenverb\u00e4nde vor<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a>. Zwischen dieser staatlichen Monopol- und Zwangswirtschaft und dem auf Selbstverwaltung beruhenden R\u00e4teprinzip bestand ein unaufhebbarer Widerspruch. Dieser Widerspruch war nur die Folge von Lenins Gesamteinstellung zu den R\u00e4ten: Wie Martin Buber<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a> \u00fcberzeugend formulierte, nahm Lenin \u201edie R\u00e4te in ein Aktionsprogramm, nicht in eine Strukturidee auf&#8220;<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a>. Bei aller Idealisierung der R\u00e4te und ihrer Herausstellung als neuen, h\u00f6heren und demokratischeren Staatstypus war Lenins leitender Gesichtspunkt ein revolutionsstrategischer, nicht ein gesellschaftlich-struktureller. \u201eDa\u00df nicht blo\u00df die R\u00e4te um der Re\u00advolution willen, sondern auch \u2014 und in einem tieferen, elementa\u00adreren Sinne \u2014 die Revolution um der R\u00e4te willen dasein k\u00f6nnte, ist ihm nicht in den Sinn gekommen&#8220;<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a>.<\/p>\n<p>Wie in Marxens Einstellung zur Pariser Kommune dominierte in Lenins Haltung zu den R\u00e4ten das revolutionspolitische Motiv; sein Entwurf des sozialistischen R\u00e4testaates in\u00a0<em>Staat und Revolution\u00a0<\/em>war die theoretische Rechtfertigung der bevorstehenden Macht\u00adergreifung. Denn Lenins Staatsphilosophie hatte den realen Hinter\u00adgrund des Kampfes um die Macht. Die Sowjetlosung, deren theore\u00adtischer Fundierung Lenin eine ganze Schrift widmete, war prim\u00e4r taktischer Natur; die R\u00e4te, in der Theorie Organe der Massen\u00addemokratie, waren in der Praxis Mittel zum Zweck der Machteroberung durch die bolschewistische Partei. Lenin hat 1917 seine Utopie der sozialistischen Gesellschaft und des Staates der \u00dcbergangsperiode entworfen, ohne den Faktor zu nennen, der in seinem\u00a0 Denken und Handeln die entscheidende Rolle spielte: die Partei. Um den wirklichen Platz der R\u00e4te im Bolschewismus zu verstehen, darf man sich daher nicht mit der idealisierten Darstellung der Sowjets in Lenins Staatstheorie begn\u00fcgen. Erst der Blick auf die tats\u00e4chlichen Beziehungen zwischen Bolschewiki und Sowjets im Laufe der Revolution erm\u00f6glicht das richtige Verst\u00e4ndnis f\u00fcr das Verh\u00e4ltnis von Bolschewismus und R\u00e4ten.<\/p>\n<p><em>Aus: Oskar Anweiler, Die R\u00e4tebewegung in Russland 1905-1291, Reinbeck 1<\/em><em>9<\/em><em>58, S. 193-202<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/100JAHRE\/100jahre-07.html\">trend&#8230;<\/a> vom 7. August 2018<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Lenin, S\u00e4mtliche Werke XX, I<strong>,\u00a0<\/strong>S. 114-118. &#8222;) Pravda Nr. 27 v. 8.4.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Pervyj legal&#8217;nyj peterburgskij komitet, S. 83-90.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Pravda Nr. 30 v. 12.4.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Marx im Kommunistischen Manifest, Ausgabe Laski, S. 94.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Siehe oben S. 115t.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vgl. Suchanov III, S. 40.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Pravda Nr. 27 v. 8.4.1917. Auch bei Lenin S\u00e4mtliche Werke XX, 2, S. 26of.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Lenin, S\u00e4mtliche Werke XX, I, S. 132.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Pravda Nr. 27 v. 8.4.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Siehe oben S. 106f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Lenin S\u00e4mtliche Werke XX, 1, S. 136.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Trotzki I, S. 447.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Siehe oben S. 110.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> Die Reden und Aufs\u00e4tze Trotzkis aus dieser Zeit sind enthalten in seinen Socinenija Bd. III, T. I u. 2. Vgl. ferner Deutscher, The Prophet Armed, S. 249-269.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Vgl. Trotzki I, S. 311.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Sed&#8217;maja (\u201eaprel&#8217;skaja&#8220;) vserossijskaja i petrogradskaja konferencii RSDRP (&#8218;b) Aprel 1917. Moskau 1934. S. 14.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Protokoly pervoj Moskovskoj oblastnoj konferencii RSDRP (b) 19.-21. aprelja 1917 g Proletarskaja Revoljucija 1929, 10 (93), S. 127-206, hier S. 137f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Sed&#8217;maja (\u201eaprel&#8217;skaja&#8220;) vserossijskaja i petrogradskaja obscegorodskaja konferencii S. 88.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> ibid. S. 237L Auch Lenin, S\u00e4mtliche Werke XX, 2, S. 298L<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Rykov sagte z.B.: \u201eK\u00f6nnen wir auf die Unterst\u00fctzung der Massen rechnen, wenn wir die Parole der proletarischen Revolution ausgeben? Ru\u00dfland ist das kleinb\u00fcrgerlichste Land Europas. Es ist unm\u00f6glich, auf die Sympathien der Massen f\u00fcr die sozialistische Revolution zu rechnen, und deshalb wird sich die Partei in einen Propagandazirkel verwandeln, wenn sie auf dem Standpunkt der sozialistischen Revolution steht. Der Ansto\u00df zur sozialen Revolution mu\u00df aus dem Westen kommen&#8220;. Ibid. S. 93.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Suchanov III, S. 58-60.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Lenin, S\u00e4mtliche Werke XX, 1, S. 127.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> ibid. S. 126. [siehe dazu:\u00a0<a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/100JAHRE\/100jahre-05.html\">\u00dcber die Aufgaben des Proletariats in der gegenw\u00e4rtigen Revolution]<\/a><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> ibid. S. 269f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Lenin, S\u00e4mtliche Werke XXI, S. 507.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Auf dem II. Parteitag der RSDAP 1903 wurde diese Frage kurz er\u00f6rtert. Plechanov hatte erkl\u00e4rt, da\u00df es unter Umst\u00e4nden notwendig sein k\u00f6nne, der Bourgeoisie das Wahl\u00adrecht zu entziehen und ein \u201eschlechtes&#8220; Parlament aufzul\u00f6sen. Lenin hatte dem voll zugestimmt. Siehe seine Schrift &#8222;Ein Schritt vorw\u00e4rts, zwei Schritte zur\u00fcck&#8220;. Ausgew\u00e4hlte<sup>\u00a0<\/sup>Werke I, S. 338f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Siehe unten S. 263ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> Vgl. W. Mautner, Der Bolschewismus, Stuttgart 1922. S. 127-214; R. N\u00fcrnberger, Lenins Revolutionstheorie. Eine Studie \u00fcber \u201eStaat und Revolution&#8220;. In: Marxismus\u00adstudien, (Schriften der Studiengemeinschaft der Evangelischen Akademien, Bd. 3). T\u00fcbingen 1954. S. 161-172.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> \u201eSie st\u00fctzt sich nicht auf das Gesetz, nicht auf den formalen Willen der Mehrheit, sondern direkt, unmittelbar auf die Gewalt. Die Gewalt ist ein Werkzeug der Macht&#8220;. S\u00e4mtliche Werke XX, 1, S. 332.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Lenin, S\u00e4mtliche Werke XXI, S. 544.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> ibid. XX, 1, S. 179.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> ibid. XXI, S. 545.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> ibid. S. 537.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> ibid. S. 540. Dieser Satz und \u00e4hnliche \u00c4u\u00dferungen Lenins dienten sp\u00e4ter Stalin und den sowjetischen Staatstheoretikern zur Rechtfertigung dessen, da\u00df in der Sowjet\u00adunion der Staat auch Jahrzehnte nach der Revolution nicht \u201eabstarb&#8220;.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> ibid. S. 556fr.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> ibid. S. 566.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Vgl vor allem Lenins Aufsatz Die drohende Katastrophe und wie soll man sie bek\u00e4mpfen, ibid. S. 193-242.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> M. Buber, Pfade in Utopia. Heidelberg 1950.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> ibid. S. 183.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> ibid. S. 190.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oskar Anweiler. 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