{"id":3888,"date":"2018-08-08T16:56:22","date_gmt":"2018-08-08T14:56:22","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3888"},"modified":"2018-08-08T16:57:38","modified_gmt":"2018-08-08T14:57:38","slug":"texte-zur-oktoberrevolution-die-sowjets-in-der-oktoberrevolution","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3888","title":{"rendered":"Texte zur Oktoberrevolution: Die Sowjets in der Oktoberrevolution"},"content":{"rendered":"<p><em>Oskar Anweiler. <\/em>Als am Abend des 25. Oktober (7. November) 1917 die Dele\u00adgierten des 2. Allrussischen Kongresses der Arbeiter- und Soldaten\u00addeputiertenr\u00e4te zu ihrer ersten Sitzung zusammenkamen, waren<\/p>\n<p><!--more--> die W\u00fcrfel bereits gefallen: die in der vorangegangenen Nacht begon\u00adnene Aktion des Kriegsrevolutionskomitees verlief planm\u00e4\u00dfig, die Hauptstadt Ru\u00dflands war in der Hand der Bolschewiki. Die Partei Lenins hatte die Macht im Handstreich erobert, bevor der Kongre\u00df selbst entscheiden konnte. Einige Stunden zuvor hatte Trotzki auf einer Sitzung des Petersburger Sowjets, dem er die Absetzung der Provisorischen Regierung bekanntgab, offen erkl\u00e4rt: \u201eDer Wille des 2. Sowjetkongresses wurde bereits\u00a0<em>vorherbestimmt\u00a0<\/em>durch die bedeutsame Tatsache der Erhebung der Petersburger Arbeiter und Soldaten. Unsere unmittelbare Aufgabe besteht in der Ausdehnung und Entwicklung des Sieges&#8220;<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>. Und am 26. Oktober sagte er vor dem Sowjetkongre\u00df: \u201eOffen, angesichts des ganzen Volkes haben wir das Banner des Aufstandes entfaltet. Die politische Formel dieses Aufstandes ist: alle Macht den Sowjets durch den Sowjet\u00adkongre\u00df. Man sagt uns: ihr habt nicht den Sowjetkongre\u00df abge\u00adwartet . . . Wir als Partei sahen unsere Aufgabe darin, eine reale M\u00f6glichkeit f\u00fcr den Sowjetkongre\u00df zu schaffen, damit er die Macht in seine H\u00e4nde nehmen kann. Wenn der Kongre\u00df von Junkern um\u00adringt gewesen w\u00e4re, auf welche Weise h\u00e4tte er die Gewalt in seine H\u00e4nde nehmen k\u00f6nnen? Um diese Aufgabe zu verwirklichen, war eine Partei n\u00f6tig, welche die Macht aus den H\u00e4nden der Konterrevolution\u00e4re rei\u00dfen und euch sagen konnte: Hier ist sie \u2014 und ihr seid verpflichtet, sie zu \u00fcbernehmen&#8220;<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a>.<\/p>\n<p>In diesen Worten liegt die ganze Problematik des bolschewisti\u00adschen Sowjetsystems im Kern beschlossen: die Partei hat im Ok\u00adtober 1917 die Macht in Ru\u00dfland erobert und sie formell den Sowjets \u00fcbergeben. Der Primat der Partei wurde so durch die Macht der Tatsachen in der Geburtsstunde der Sowjetmacht ein f\u00fcr allemal begr\u00fcndet. Die Sowjets selbst haben nicht von sich aus \u2014 wie etwa die franz\u00f6sische Nationalversammlung 1789 \u2014 nach der Macht ge\u00adgriffen, sondern sie wurde ihnen von den Bolschewiki aus taktischen Gr\u00fcnden \u00fcbertragen. Der bolschewistische Aufstand, unter dem Mantel der Sowjetlegalit\u00e4t und im Namen der Sowjetmacht unter\u00adnommen, wurde hinter dem R\u00fccken der Mehrheit der Sowjets durch\u00adgef\u00fchrt. Die Usurpation der Gewalt am Vorabend des Zusammen\u00adtritts des h\u00f6chsten Sowjetorgans bedeutete zugleich den Bruch der Bolschewiki mit den Prinzipien der Sowjetdemokratie. Die Ver\u00adquickung der neuen Sowjetmacht mit dem bolschewistischen Aufstand war f\u00fcr die Sowjets selbst verh\u00e4ngnisvoll: von da an dienten sie als Deckmantel der bolschewistischen Parteidiktatur und galten in zunehmendem Ma\u00dfe als Handlanger der Partei, eine Rolle, die ihnen urspr\u00fcnglich ganz fern lag und ihrem Wesen widersprach. Der formelle Sieg der Sowjetmacht in Ru\u00dfland war gleichzeitig das Zeichen ihrer Unterordnung unter die Parteidiktatur, am Tage ihre, h\u00f6chsten Triumphes begann schon die Entmachtung der R\u00e4te, und das Banner des roten Oktober \u201eAlle Macht den R\u00e4ten&#8220; erwies sich bald als bittere Illusion.<\/p>\n<p>Der 2. Allrussische R\u00e4tekongre\u00df sollte nach den Pl\u00e4nen Lenins und Trotzkis den bolschewistischen Aufstand und die Machterobe\u00adrung der Partei legalisieren und dem lokalen Petersburger Ereignis die breite Basis im Lande verschaffen. Da eine Reihe von Sowjets sich gegen einen R\u00e4tekongre\u00df ausgesprochen und demzufolge auch keine Delegierten nach Petersburg geschickt hatte, war er weniger repr\u00e4sentativ als sein Vorl\u00e4ufer, der 1. Allrussische Kongre\u00df im Juni 1917<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>. Insgesamt waren 402 Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te und Soldatenkomitees verschiedener Stufen vertreten. Unter den rund 650 Delegierten verf\u00fcgten die Bolschewiki gegen Ende des Kongresses \u00fcber eine knappe Mehrheit. Die zweitst\u00e4rkste Gruppe stellten die linken Sozialrevolution\u00e4re. Der Zerfall der bisherigen Sowjetmajorit\u00e4t wurde an der zahlenm\u00e4\u00dfigen Schw\u00e4che der rechten Sozialrevolution\u00e4re und rechten Menschewiki deutlich; zusammen erreichten sie nicht einmal 100 Delegierte, w\u00e4hrend gleichzeitig\u00a0linke Gruppen der Menschewiki (um Martov und die\u00a0<em>Novaja lizn&#8216;)\u00a0<\/em>als selbst\u00e4ndige Fraktionen auftraten<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>. Von 366 Sowjetorganisationen, \u00fcber die Angaben vorliegen, sprachen sich 255 (= 69,6%) f\u00fcr die Losung \u201eAlle Macht den R\u00e4ten&#8220; aus, 81 (= 22,1%) waren f\u00fcr \u201eAlle Macht der Demokratie&#8220; oder \u201eKoalition ohne Kadeten&#8220;, 30 (= 8,3%) waren unentschieden<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>. Auch das \u00e4u\u00dfere Bild des Kongresses hatte sich gewandelt: die alten Sowjetf\u00fchrer nahmen nicht an ihm teil (nur Dan er\u00f6ffnete die Sitzung namens des All\u00adrussischen Zentralexekutivkomitees), stattdessen beherrschten un\u00adbekannte Delegierte aus der Fabrik, aus den Kasernen und von der Flotte zusammen mit der bolschewistischen Intelligenz die Szene.<\/p>\n<p>Die Er\u00f6ffnung des Kongresses stand ganz unter dem Eindruck der noch im Gange befindlichen K\u00e4mpfe in der Stadt. Martov, der F\u00fchrer der Menschewiki-Internationalisten, verlangte, um weiteres Blutvergie\u00dfen zu vermeiden, die sofortige Bildung einer Kommission zwecks Verhandlungen \u00fcber eine gemeinsame sozialistische Re\u00adgierung. Die Bolschewiki gingen, um Zeit zu gewinnen, zum Schein auf den Vorschlag ein. Da begingen ihre Gegner, die rechten Sozial\u00adrevolution\u00e4re und Menschewiki, einen taktischen Fehler: sie ver\u00adlasen eine Protesterkl\u00e4rung gegen den bolschewistischen Aufstand und verlie\u00dfen den Saal<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>. Zusammen mit einer Reihe weiterer Organisationen, darunter dem alten Allrussischen Zentralexekutiv\u00adkomitee und dem Exekutivkomitee der Bauernr\u00e4te, gr\u00fcndeten sie in der Nacht zum 26. ein \u201eAllrussisches Komitee zur Rettung des Vaterlandes und der Revolution&#8220;, das sich an die Stelle der Provi\u00adsorischen Regierung setzte und in einem Aufruf die bolschewistische Machtergreifung als illegitimen Staatsstreich verurteilte<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Der Auszug der Rechtssozialisten versch\u00e4rfte die Atmosph\u00e4re auf dem Kongre\u00df und gab den Bolschewiki den willkommenen Vorwand, alle Br\u00fccken zu den \u201eVers\u00f6hnlern&#8220; abzubrechen. In einer bewu\u00dft provo\u00adzierenden Rede wandte sich nunmehr Trotzki gegen Martovs Kom\u00adpromi\u00dfvorschlag: die \u201earmseligen Einzelg\u00e4nger und Bankrotteure&#8220; sollten sich \u201eauf den Kehrichthaufen der Geschichte&#8220; scheren, eine Verst\u00e4ndigung mit ihnen sei nicht m\u00f6glich<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>. Martovs Fraktion und andere kleine Gruppen verlie\u00dfen daraufhin ebenfalls den Kon\u00adgre\u00df. Als am Abend des 26. Oktober die zweite Sitzung er\u00f6ffnet wurde, waren nur noch die Bolschewiki, die linken Sozialrevolutio\u00adn\u00e4re und einzelne linke Delegierte anwesend. Lenin, der zum ersten Mal aus der Illegalit\u00e4t hervortrat, verk\u00fcndete die Deklaration \u00fcber den Frieden und das Dekret \u00fcber den Boden<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>. Vor seiner Beendi\u00adgung best\u00e4tigte der Kongre\u00df die neue, rein bolschewistische Regie\u00adrung, den Rat der Volkskommissare, mit Lenin an der Spitze<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>. In das neue Zentralexekutivkomitee wurden 62 Bolschewiki, 29 linke Sozialrevolution\u00e4re und 10 andere Sozialisten (darunter 6 Sozialdemokraten-Internationalisten, Anh\u00e4nger der\u00a0<em>Novaja Zizn&#8216;)\u00a0<\/em>gew\u00e4hlt<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a>.<\/p>\n<p>Am Tage nach dem Sowjetkongre\u00df schrieb das Blatt Maxim Gorkijs: \u201eDer R\u00e4tekongre\u00df wurde der M\u00f6glichkeit beraubt, frei \u00fcber die wichtigste Frage der Gegenwart zu entscheiden, da die milit\u00e4rische Verschw\u00f6rung, geschickt im Augenblick der Er\u00f6ffnung des Kongresses gespielt, letzteren vor die vollendete Tatsache der Machteroberung stellte. Die Schaffung der neuen Macht (der Sowjet\u00adrepublik) und ihr politisches Programm wurden ebenfalls durch den Aufruf des Kriegsrevolutionskomitees<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> am Vorabend des Kon\u00adgresses vorausbestimmt. Der Form halber wurde dem Kongre\u00df vorgeschlagen, dieselben Thesen ohne Diskussion in Gestalt eines feierlichen Appells an das Volk anzunehmen. Auf diese Weise wurde das Parlament der revolution\u00e4ren Demokratie in einen Apparat verwandelt, der mechanisch mit seinem Stempel den Direktiven des bolschewistischen Zentralkomitees die allgemeine Billigung ver\u00adlieh&#8220;<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a>.<\/p>\n<p>Obwohl der Sowjetkongre\u00df die rein bolschewistische Regierung best\u00e4tigt hatte, erhob sich sogleich von verschiedenen Seiten hef\u00adtiger Widerspruch gegen die Einparteienregierung Lenins. Zahl\u00adreiche lokale Sowjets, Gewerkschaften und andere Organisationen der \u201erevolution\u00e4ren Demokratie&#8220;, die mit dem Sturz der Regierung Kerenskij durchaus einverstanden waren, forderten eine breite sozia\u00adlistische Koalitionsregierung \u201evon den Bolschewiki bis zu den Volks\u00adsozialisten&#8220;. Die Wochen nach dem Oktoberaufstand waren erf\u00fcllt von Verhandlungen zwischen den einzelnen Gruppen, in deren Verlauf es Lenin und Trotzki allm\u00e4hlich gelang, den st\u00e4rksten Gegner, den Allrussischen Eisenbahnerverband (Vikzel), und eine breite inner\u00adparteiliche Opposition auszuman\u00f6vrieren<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a>. Nur die linken Sozialrevolution\u00e4re, auf deren Unterst\u00fctzung die Bolschewiki an\u00adgewiesen waren, wurden am 9. Dezember<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> in den Rat der Volks\u00adkommissare aufgenommen, die anderen sozialistischen Parteien (auch die rechten Sozialrevolution\u00e4re und die Menschewiki) er\u00adhielten formell Sitze im Zentralexekutivkomitee zugeteilt, standen aber praktisch in immer sch\u00e4rfer werdender Opposition gegen die Sowjetregierung.<\/p>\n<p>Der Sieg des bolschewistischen Aufstandes in Petersburg und die Proklamierung der Sowjetmacht auf dem R\u00e4tekongre\u00df waren noch nicht gleichbedeutend mit der bolschewistischen Macht\u00fcbernahme in ganz Ru\u00dfland. Anders als die Februarrevolution, in der innerhalb weniger Tage das zaristische System zusammenbrach, ging die bolschewistische Oktoberrevolution, die sich nicht nur gegen \u201eJunker und Kapitalisten&#8220; richtete, sondern auch auf den Wider\u00adstand der \u201eVers\u00f6hnler-Sozialisten&#8220; traf, im Lande sehr uneinheitlich vor sich. Der \u201erote Oktober&#8220; in der Provinz erstreckte sich \u00fcber Wo\u00adchen und ging stellenweise direkt in den B\u00fcrgerkrieg \u00fcber. Dement\u00adsprechend war auch die Haltung der Arbeiter-, Soldaten und Bauern\u00adr\u00e4te sehr verschieden: sie reichte von einem sofortigen Anschlu\u00df an den Petersburger Aufstand \u00fcber eine abwartende Neutralit\u00e4t bis zum offenen antibolschewistischen Widerstand. Der Parteihistoriker Jaroslavskij ging sogar so weit zu behaupten, da\u00df die Revolution in der Provinz (im Unterschied zu Petersburg) sich \u201enicht im Rahmen der Sowjetlegalit\u00e4t, sondern gegen sie&#8220; vollzogen habe<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a>. In dieser Zuspitzung zweifellos unzutreffend, beleuchten diese Worte doch die Problematik der bolschewistischen Version der Oktoberrevolution als einer Sowjetrevolution, in der eben die Sowjets ihre Macht in Ru\u00dfland aufgerichtet h\u00e4tten. Um nun andererseits die Tatsache einer weitverbreiteten Gegnerschaft der Sowjets im Oktober 1917 zu verdecken, wird behauptet, da\u00df die wirkliche Stimmung der Volksmassen weit radikaler gewesen sei als ihre politische Repr\u00e4\u00adsentation in den Sowjets<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>. In den F\u00e4llen, in welchen die Wahlen in die R\u00e4te weit zur\u00fccklagen, traf das gelegentlich zu; im allgemei\u00adnen jedoch kann davon nicht die Rede sein. Die ganze Zweideutig\u00adkeit der bolschewistischen Taktik in der Oktoberrevolution kommt vielmehr gerade darin zum Ausdruck, da\u00df die Bolschewiki einer\u00adseits die R\u00e4te als alleinige Quelle der Macht proklamierten, anderer\u00adseits aber \u00fcberall dort, wo die Sowjets nicht auf ihrer Seite standen,\u00a0sich gegen die \u201eformale&#8220; Repr\u00e4sentation auf die \u201erevolution\u00e4ren Stimmungen&#8220; der Massen beriefen.<\/p>\n<p>Der 2. Allrussische Sowjetkongre\u00df unterrichtete in mehreren Aufrufen die Bev\u00f6lkerung \u00fcber den Sturz der Provisorischen Re\u00adgierung und forderte die \u00f6rtlichen R\u00e4te auf, die Regierungskommis\u00adsare abzusetzen und die lokale Macht zu \u00fcbernehmen<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>. Das Kriegsrevolutionskomitee des Petersburger Sowjets hatte sogar schon am Vormittag des 25. Oktober alle Truppenkomitees aufge\u00adrufen, die neue Revolution zu unterst\u00fctzen und die volle Gewalt zu \u00fcbernehmen<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>. In den folgenden Tagen informierte das Kriegs\u00adrevolutionskomitee planm\u00e4\u00dfig auf telegrafischem Wege alle Frontorganisationen und St\u00e4dte \u00fcber die Beschl\u00fcsse des R\u00e4tekongresses und den Verlauf der Ereignisse. Jedoch kam der gr\u00f6\u00dfte Teil der zwischen dem 26. und 30. Oktober (8. und 12. November) abge\u00adsandten Telegramme wegen des Streiks der Postangestellten nicht an ihr Ziel. Ein Teil der wichtigsten Aufrufe gelangte auf dem Funk\u00adwege in die Provinz. Die beste und zuverl\u00e4ssigste Verbindung zwi\u00adschen dem Revolutionszentrum und den Provinzorten stellten die heimkehrenden Delegierten des R\u00e4tekongresses her. In zahlreichen St\u00e4dten schlo\u00df sich der Sowjet nach dem Bericht der Delegierten dem Umsturz an. Auch die vom Petersburger Revolutionskomitee und sp\u00e4ter vom Allrussischen Zentralexekutivkomitee entsandten weit \u00fcber 1000 Agitatoren (haupts\u00e4chlich Matrosen, Fabrikarbeiter und Garnisonsoldaten) und von der Front heimkehrende Soldaten wirkten als Sendboten der Sowjetmacht<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a>.<\/p>\n<p>Anders als in Petersburg vollzog sich die bolschewistische Macht\u00ad\u00fcbernahme in Moskau nicht reibungslos<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>. Zwar wurde Mitte Oktober ein bolschewistisches Kampfzentrum f\u00fcr die Vorbereitung des Aufstandes gebildet, aber es unternahm keine weiteren Schritte. Das Moskauer Parteikomitee unter Nogin neigte dazu, einen fried\u00adlichen \u00dcbergang der Macht auf eine sozialistische Koalitionsregie\u00adrung einer gewaltsamen bolschewistischen Einzelaktion vorzu\u00adziehen. Im Moskauer Arbeiterrat waren die Gegens\u00e4tze der Parteien nicht von derselben feindseligen Sch\u00e4rfe wie in Petersburg. Am Abend des 25. Oktober wurde auf einer gemeinsamen Sitzung des Arbeiter- und des Soldatenrates die Bildung eines Kriegsrevolutions\u00adkomitees beschlossen, in welches auch die Menschewiki, nicht jedoch die Sozialrevolution\u00e4re eintraten<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>. Letztere \u00fcbernahmen die F\u00fchrung des von der Stadtduma als Gegenst\u00fcck zum Sowjetkomitee ins Leben gerufenen \u201eKomitees der \u00f6ffentlichen Sicherheit&#8220;. Beide Seiten waren zun\u00e4chst bestrebt, Blutvergie\u00dfen zu vermeiden. Die Garnison verhielt sich passiv. Gegen den immer noch von den Sozialrevolution\u00e4ren beherrschten Soldatenrat organisierten die Bolschewiki einen Zehnerrat der Soldatenkomitees, der zu Neu\u00adwahlen des Soldatenrates aufrief<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a>. Da das antibolschewistische Komitee sich zu keinen durchgreifenden Aktionen entschlie\u00dfen konnte, nutzten die Bolschewiki die hin- und hergehenden Verhand\u00adlungen zur Sammlung ihrer Kr\u00e4fte. Mit Hilfe von Verst\u00e4rkungen aus Petersburg gelang es ihnen nach heftigen K\u00e4mpfen, bis zum 14. November (n. Zt.) die Stadt zu besetzen. In den folgenden Tagen wurde der Soldatenrat neu gew\u00e4hlt; die Bolschewiki erhielten in ihm eine \u00fcberw\u00e4ltigende Majorit\u00e4t, da sich die Sozialrevolution\u00e4re nicht an den Wahlen beteiligten. Am 27. November beschlossen der Arbeiter\u00ad und der Soldatenrat ihre Verschmelzung, zum Sowjet Vorsitzenden wurde Michail Pokrovskij gew\u00e4hlt<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a>.<\/p>\n<p>Die Rolle der Sowjets bei der bolschewistischen Macht\u00fcbernahme au\u00dferhalb der beiden Hauptst\u00e4dte wechselte von Fall zu Fall. Sie hing ab von der sozialen Struktur des betreffenden Gebietes oder der Stadt, von der St\u00e4rke der \u00f6rtlichen bolschewistischen Partei\u00adorganisation und von der politischen Zusammensetzung des Sowjets. In den Industriest\u00e4dten mit starker Arbeiterschaft hatten die Bol\u00adschewiki h\u00e4ufig schon Vorbereitungen f\u00fcr den Umsturz getroffen und konnten schnell und entschlossen handeln. Dort, wo sie die Mehrheit im Sowjet besa\u00dfen, geschah die Macht\u00fcbernahme in seinem Namen; woanders bildeten sie besondere Revolutionskomi\u00adtees, die sich der Beh\u00f6rden bem\u00e4chtigten, den Sowjet zum Anschlu\u00df zwangen oder einfach \u00fcber ihn hinweggingen. Die rechten Sozial\u00adrevolution\u00e4re und die Menschewiki verlie\u00dfen meistens aus Protest gegen die bolschewistische Aktion den Sowjet und gr\u00fcndeten zu\u00adsammen mit der \u00f6rtlichen Duma und anderen Organisationen \u201eKo\u00admitees zur Rettung der Revolution&#8220;. Die linken Sozialrevolutio\u00adn\u00e4re hingegen schlossen sich dem bolschewistischen Vorgehen an. Meist wurden in den Wochen nach dem Oktoberaufstand Neuwahlen in die R\u00e4te vorgenommen, die gew\u00f6hnlich den Bolschewiki und linken Sozialrevolution\u00e4ren die Mehrheit brachten. Im Ganzen herrschte ein Neben- und Durcheinander verschiedener Komitees\u00a0und Organisationen, die alle um die Macht in ihrem Bereich stritten w\u00e4hrend sich gleichzeitig an der Front, in den St\u00e4dten und auf den D\u00f6rfern die Reste der alten Ordnung aufl\u00f6sten und die Anarchie um sich griff<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>.<\/p>\n<p>In den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten Finnlands und Estlands, die schon vor dem Oktober unter bolschewistischem Einflu\u00df standen, fanden die Nachrichten aus Petersburg ihr Echo in der Proklamie\u00adrung der Sowjetmacht gleich am 25. und 26. Oktober (7. und 8.11.)<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>. Im frontnahen Gebiet der Nordfront bildete sich eben\u00adfalls schon am 25.10. (7.11.) in Pskov ein \u201eNordwest-Kriegsrevolu\u00adtionskomitee&#8220; aus allen sozialistischen Parteien<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>. Der Arbeiter \u00adund -Soldatenrat von Luga lehnte hingegen den bolschewistischen Aufstand ab und erkl\u00e4rte sich neutral. Mitte November siegten bei den Sowjetneuwahlen die Bolschewiki<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a>. Unter den wenigen Sow\u00adjets der n\u00f6rdlichen Bezirke sprachen sich die Arbeiter- und Soldaten\u00adr\u00e4te von Vologda und Vjatka gegen den bolschewistischen Umsturz aus, w\u00e4hrend der Sowjet von Archangelsk, in dem die Menschewiki zun\u00e4chst noch vorherrschten, sich neutral erkl\u00e4rte<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>. Die Schw\u00e4\u00adche der Bolschewiki in den Nordgebieten half sp\u00e4ter der Entente bei der Errichtung ihrer Interventionsmacht. Im Juni 1918 brach bei\u00adspielsweise der Sowjet von Murmansk mit Moskau. In dem zentralen Industriegebiet, wo die Bolschewiki schon vor dem Oktober den st\u00e4rksten Einflu\u00df in der Arbeiterschaft besa\u00dfen, vollzog sich der Oktoberumsturz in den meisten F\u00e4llen reibungslos. In Jaroslavl&#8216; appellierten die Bolschewiki gegen den Sozialrevolution\u00e4ren Sol\u00addatenrat an eine allgemeine Soldatenversammlung, die ein provi\u00adsorisches Exekutivkomitee w\u00e4hlte und die neue Sowjetmacht pro\u00adklamierte<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a>. In Tula standen sich ein von allen sozialistischen Parteien, dem Sowjet und anderen gesellschaftlichen Organisatio\u00adnen gebildetes Komitee und ein bolschewistisches Revolutions\u00adkomitee gegen\u00fcber. Im Arbeiter- und Soldatenrat waren die Bolschewiki mit 104 Deputierten gegen 120 Menschewiki und Sozial\u00adrevolution\u00e4re bis Anfang Dezember in der Minderheit. Der Sowjet sprach sich gegen den bolschewistischen Aufstand und f\u00fcr eine ge\u00admeinsame revolution\u00e4re Front der sozialistischen Parteien aus<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a>. Auch in Niznyj Novgorod war der Sowjet im Augenblick des Okto\u00adberaufstandes noch \u00fcberwiegend gem\u00e4\u00dfigt-sozialistisch, er beschlo\u00df aber am 26.10. (7.11.) Neuwahlen innerhalb von drei Tagen. In\u00adzwischen bildeten die Bolschewiki ein Revolutionskomitee, das am 10.11. die Macht\u00fcbernahme proklamierte. Es kam zu bewaffneten Zusammenst\u00f6\u00dfen mit den von der st\u00e4dtischen Duma organisierten Gegenkr\u00e4ften. Der neugew\u00e4hlte Sowjet best\u00e4tigte mit 136 gegen 83 Stimmen den Beschlu\u00df des bolschewistischen Komitees, forderte aber zugleich die Bildung einer sozialistischen Koalitionsregierung in Petersburg. Noch wochenlang bestand in der Stadt eine Art \u201eDoppelherrschaft&#8220; von Sowjet und Duma<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a>.<\/p>\n<p>In der Schwarzerdzone und im mittleren Wolgagebiet ging vor allem der Kampf um den Einflu\u00df in der Bauernschaft vor sich. W\u00e4hrend das flache Land eine Dom\u00e4ne der Sozialrevolution\u00e4re war, hatten die Bolschewiki unter den Arbeitern und Soldaten der St\u00e4dte gr\u00f6\u00dferen Einflu\u00df. In Voronez hatte sich der Arbeiter- und Soldatenrat mit knapper Mehrheit gegen den Petersburger Auf\u00adstand ausgesprochen und die Macht\u00fcbernahme abgelehnt. Die Bol\u00adschewiki gr\u00fcndeten daraufhin zusammen mit den linken Sozial\u00adrevolution\u00e4ren ein Aktionskomitee, das sich Mitte November (n.Zt.) der Stadt bem\u00e4chtigte. Bei den Sowjetneuwahlen Anfang Dezember erhielten die Bolschewiki von 95 Sitzen 52, die linken Sozialrevolution\u00e4re 23<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a>. Auch die R\u00e4te von Penza und Simbirsk verurteilten die Oktoberereignisse und blieben bis Dezember unter menschewistisch-sozialrevolution\u00e4rer F\u00fchrung<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a>. Dagegen war es den Bolschewiki in Kazan&#8216; schon Mitte Oktober gelungen, in dem gemeinsamen Arbeiter-, Soldaten- und Bauernrat die Mehrheit zu gewinnen. Ein Revolutionsstab leitete den Umsturz, der zur Er\u00adrichtung der Kazan&#8217;er Arbeiter- und Bauernrepublik mit einem eigenen Rat der Volkskommissare f\u00fchrte<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a>. In Samara prokla\u00admierte ein vom Arbeiter- und Soldatenrat gebildetes Revolutions\u00adkomitee in der Nacht vom 26. zum 27.10. (7\/8.11.) die Macht\u00fcber\u00adnahme. Der Bauernrat war dagegen. Ende November z\u00e4hlte der neugew\u00e4hlte Arbeiter- und Soldatenrat 350 Bolschewiki, 160 Men\u00adschewiki, 60 Sozialrevolution\u00e4re, 32 Maximalisten, 30 Sozialdemokraten-Internationalisten, 30 Deputierte des j\u00fcdischen \u201eBund&#8220; und 20 Parteilose<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a>. In Saratov und Caricyn waren die st\u00e4dtischen Sowjets ebenfalls schon vor dem Oktober bolschewistisch. W\u00e4hrend sich in Caricyn der Umschwung ruhig und friedlich vollzog, kam es in Saratov zu Auseinandersetzungen zwischen Sowjet und Duma, aus denen die Bolschewiki siegreich hervorgingen<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a>.<\/p>\n<p>Der mittlere Ural, das alte Bergwerkszentrum, sah auf eine tradi\u00adtionsreiche revolution\u00e4re Arbeiterbewegung zur\u00fcck und war schon vor dem Oktober 1917 einer der wichtigsten St\u00fctzpunkte des Bolsche\u00adwismus. Die meisten Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te der St\u00e4dte und Fabriksiedlungen besa\u00dfen im Augenblick des Oktoberumsturzes eine bolschewistische Mehrheit. In mehreren gro\u00dfen Fabriken hatten die Arbeiter durch ihre Betriebskomitees und die Arbeiterdepu\u00adtiertenr\u00e4te schon die Produktion unter \u201eArbeiterkontrolle&#8220; ge\u00adbracht. Dementsprechend vollzog sich der Macht\u00fcbergang im Rahmen der \u201eSowjetlegalit\u00e4t&#8220; im Allgemeinen leicht und schmerz\u00adlos<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>. Bezeichnend f\u00fcr die auch hier weitverbreitete Neigung der Anh\u00e4nger der Sowjetmacht, eine sozialistische Koalitionsregierung einer bolschewistischen Einparteienherrschaft vorzuziehen, war der Beschlu\u00df des Sowjets von Ekaterinburg, an Stelle des rein bolschewistischen Revolutionskomitees ein \u201evereinigtes Revolu\u00adtionskomitee der Volksmacht&#8220; aus allen sozialistischen Parteien zu bilden. Selbst ein Teil der \u00f6rtlichen bolschewistischen Parteiorga\u00adnisation trat f\u00fcr diesen Kompromi\u00df ein. In Perm, Niznyj Tag\u00fc&#8217;sk und Votkinskij blieben die R\u00e4te bis in den Dezember hinein menschewistisch-sozialrevolution\u00e4r<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a>. Auch im s\u00fcdlichen Ural war die Stellung der nichtbolschewistischen Parteien in den Sowjets stark. In Zlatoust beispielsweise behaupteten die Sozialrevolution\u00e4re ihr geringes \u00dcbergewicht auch bei den Neuwahlen Anfang Dezember. Orenburg wurde zum Ausgangspunkt der antibolschewistischen Kosakenbewegung des Generals Dutov, die auch gegen die benach\u00adbarten Sowjets vorging und erst im Januar 1918 niedergerungen werden konnte<a href=\"#_ftn40\" name=\"_ftnref40\">[40]<\/a>.<\/p>\n<p>In Sibirien waren die Auseinandersetzungen um die Errichtung der Sowjetmacht verkn\u00fcpft mit den Autonomiebestrebungen der sibirischen demokratischen Organisationen. Nach dem Oktober\u00adumsturz in Petersburg spalteten sich die Sowjetorganisationen Sibiriens: dem \u201eAu\u00dferordentlichen Allsibirischen Kongre\u00df&#8220; in Tomsk, der von den rechten Sozialrevolution\u00e4ren beherrscht wurde, stand der von den Bolschewiki gef\u00fchrte Allsibirische Sowjetkongre\u00df in Irkutsk gegen\u00fcber. W\u00e4hrend ersterer eine sibirische Gebietsduma aus Vertretern aller demokratischen Organisationen als vorl\u00e4ufiges h\u00f6chstes Organ schuf, anerkannte der Allsibirische Sowjetkongre\u00df den Rat der Volkskommissare in Petersburg<a href=\"#_ftn41\" name=\"_ftnref41\">[41]<\/a>. Hauptst\u00fctzpunkt der Bolschewiki war Krasnojarsk, wo der Arbeiter- und Soldatenrat gleich nach dem Petersburger Aufstand die Macht\u00fcbernahme pro\u00adklamierte<a href=\"#_ftn42\" name=\"_ftnref42\">[42]<\/a>. In Irkutsk hingegen kam es nach den Sowjetneu\u00adwahlen im November, die den Bolschewiki und linken Sozialrevo\u00adlution\u00e4ren die Mehrheit brachten, im Dezember zu mehrt\u00e4gigen blutigen K\u00e4mpfen mit den Fahnenjunkern der \u00f6rtlichen Kriegs\u00adschulen. Erst im Januar 1918 konsolidierte sich die neue Sowjetmacht<a href=\"#_ftn43\" name=\"_ftnref43\">[43]<\/a>. Unter den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten des Fernen Ostens war der Sowjet von Vladivostok schon seit Juni 1917 im Besitz der faktischen Macht in der Stadt, die er im Oktober auch formell \u00fcbernahm. Auch hier verlangte der Sowjet die Bildung einer sozialistischen Koalitionsregierung und die Einberufung der Kon\u00adstituierenden Versammlung<a href=\"#_ftn44\" name=\"_ftnref44\">[44]<\/a>. Der Arbeiter- und Soldatenrat von Chabarovsk sprach sich am 12. November gegen die Macht\u00ad\u00fcbernahme durch die R\u00e4te angesichts der bevorstehenden Konsti\u00adtuante aus; im Dezember erhielten die Bolschewiki die Mehrheit, Menschewiki und Sozialrevolution\u00e4re traten aus dem Sowjet aus<a href=\"#_ftn45\" name=\"_ftnref45\">[45]<\/a>. Auf dem III. Fern\u00f6stlichen R\u00e4tekongre\u00df am 25. Dezember waren 39 Bolschewiki, 22 linke Sozialrevolution\u00e4re und 11 Menschewiki vertreten. Der Kongre\u00df bildete einen Fern\u00f6stlichen Rat der Volks\u00adkommissare als h\u00f6chste regionale Instanz<a href=\"#_ftn46\" name=\"_ftnref46\">[46]<\/a>.<\/p>\n<p>In der Ukraine hatten sich die Sowjets im Allgemeinen nicht sehr stark durchgesetzt. Ihren st\u00e4rksten R\u00fcckhalt besa\u00dfen sie in den In\u00addustriest\u00e4dten mit russischem Proletariat. Arbeiterr\u00e4te und Soldatenr\u00e4te bestanden meistens getrennt. Das politische Schwergewicht lag in der Ukrainischen Zentralrada in Kiev, in der die ukrainischen Sozial\u00adrevolution\u00e4re und ukrainischen Sozialdemokraten f\u00fchrend wa\u00adren<a href=\"#_ftn47\" name=\"_ftnref47\">[47]<\/a>. Erst im September wurde ein Gebietsexekutivkomitee der\u00a0ukrainischen Sowjets gegr\u00fcndet, das aber neben der Rada nur eine geringe Rolle spielte und auch gegen\u00fcber den lokalen R\u00e4ten kaum Autorit\u00e4t besa\u00df. In den Wochen vor und nach dem bolschewisti\u00adschen Oktoberaufstand kam es zu einem vor\u00fcbergehenden Zusam\u00admenspiel der ukrainischen Bolschewiki mit den nationalen sozia\u00adlistischen Parteien der Rada gegen die Provisorische Regierung. Im Kiever Arbeiterrat gelang den Bolschewiki unter Pjatakov am 26.10. (8.11.) die Bildung eines Revolutionskomitees, das den Anschlu\u00df an die neue Sowjetmacht proklamierte. In den sich anschlie\u00ad\u00dfenden K\u00e4mpfen mit regierungstreuen Truppen stellte sich die Rada auf die Seite der Bolschewiki. Mitte November wurden die beiden Kiever R\u00e4te zu einem gemeinsamen Arbeiter- und Soldatenrat ver\u00adeinigt, in dessen Exekutivkomitee die Bolschewiki 14 von 30 Sitzen erhielten<a href=\"#_ftn48\" name=\"_ftnref48\">[48]<\/a>. In den Sowjets von Char&#8217;kov, Lugansk und Ekaterinoslav schufen die Bolschewiki mit Unterst\u00fctzung anderer links\u00adsozialistischer Parteien Revolutionskomitees, welche die \u00f6rtliche Macht \u00fcbernahmen<a href=\"#_ftn49\" name=\"_ftnref49\">[49]<\/a>. In Nikolaev \u00fcbernahm ein parit\u00e4tisches Revolutionskomitee aus Vertretern des Sowjets und der Stadtduma die Gewalt, der Sowjet selbst lehnte mit 116 gegen 96 Stimmen einen bolschewistischen Antrag auf die alleinige Macht\u00fcbernahme ab<a href=\"#_ftn50\" name=\"_ftnref50\">[50]<\/a>. Der Arbeiter- und Soldatenrat von Juzovka im Donbass nahm eine menschewistische Entschlie\u00dfung mit 70 gegen 46 Stimmen an, die den bolschewistischen Umsturz in Petersburg verurteilte<a href=\"#_ftn51\" name=\"_ftnref51\">[51]<\/a>. In Cherson bildete sich ein Rat der Volkskommissare aus Vertretern des \u00f6rtlichen Sowjets, des Gouvernements-Bauernrates, des Kreis-Bauernrates und der st\u00e4dtischen Selbstverwaltung<a href=\"#_ftn52\" name=\"_ftnref52\">[52]<\/a>. Im Ganzen gesehen waren die Machtverh\u00e4ltnisse noch v\u00f6llig ungekl\u00e4rt; lokale Sowjets, die Rada, st\u00e4dtische Dumen und verschiedene Komitees bestanden nebeneinander oder schlossen vor\u00fcbergehende Koalitio\u00adnen. Erst der am 18. Dezember in Kiev er\u00f6ffnete Allukrainische R\u00e4tekongre\u00df, an dem etwa 2.500 oft unregelm\u00e4\u00dfig und zuf\u00e4llig gew\u00e4hlte Delegierte teilnahmen, steckte die k\u00fcnftigen Fronten ab. Unter dem Eindruck des Ultimatums des Rates der Volkskommissare in Petersburg an die Rada gewannen die Anh\u00e4nger der Rada auf dem R\u00e4tekongre\u00df die \u00dcbermacht, w\u00e4hrend die Bolschewiki und einige linke Sozialrevolution\u00e4re, zusammen 150-200 Delegierte, den Kongre\u00df verlie\u00dfen. Sie versammelten sich in Char&#8217;kov und schufen zusammen mit dem dort tagenden Gebietskongre\u00df des Donez- und Krivojrogbeckens einen neuen Allukrainischen R\u00e4tekongre\u00df, dessen Zentralexekutivkomitee sich zur vorl\u00e4ufigen Arbeiter- und Bauern\u00adregierung der Ukraine erkl\u00e4rte. In den folgenden Wochen und Monaten wurde die Ukraine zum Schauplatz des B\u00fcrgerkrieges zwischen der ins Land eindringenden Roten Armee und den Trup\u00adpen der Zentralrada sowie der anschlie\u00dfenden deutschen Besatzung.<\/p>\n<p>Von ausschlaggebender Bedeutung f\u00fcr die Durchsetzung und den Fortbestand der bolschewistischen Revolution war die Haltung der Fronttruppen<a href=\"#_ftn53\" name=\"_ftnref53\">[53]<\/a>. Zur Zeit des Oktoberaufstandes waren die weitaus meisten Soldatenkomitees, vor allem diejenigen der h\u00f6heren Trup\u00adpenteile, noch nicht bolschewistisch. Andererseits hatte die Provi\u00adsorische Regierung fast v\u00f6llig das Vertrauen der Soldatenmassen verloren; das zeigte sich, als es Kerenskij nicht gelang, Truppen von der Front gegen die Bolschewiki in Petersburg zu f\u00fchren. Die Grundhaltung der Frontsoldaten in den ersten Wochen nach dem Oktoberaufstand war die einer abwartenden Neutralit\u00e4t<a href=\"#_ftn54\" name=\"_ftnref54\">[54]<\/a>. \u201eKei\u00adnen einzigen Soldaten f\u00fcr Kerenskij und keinen einzigen f\u00fcr die Bolschewiki&#8220;, hei\u00dft es in einer Resolution des Armeekomitees der 6. Armee<a href=\"#_ftn55\" name=\"_ftnref55\">[55]<\/a>. Allm\u00e4hlich jedoch gelang es den Bolschewiki, vor allem mit Hilfe der propagandistischen Dekrete \u00fcber den Frieden und den Boden, wenn auch manchmal nur mit knapper Mehrheit und mit Unterst\u00fctzung der linken Sozialrevolution\u00e4re, die verschie\u00addenen Truppenkomitees zu erobern. Die Soldaten der Nordfront (1., 5. und 12. Armee) und der Westfront (2., 3. und 10. Armee) schlossen sich als erste dem Umsturz an. Auf dem am 9. November er\u00f6ffneten 5. Armeekongre\u00df der 12. Armee in Wenden erhielt bei der entscheidenden Abstimmung der Linksblock, der die neue Sowjet\u00adregierung unterst\u00fctzte, 248 Stimmen gegen 243 des \u201esozialistischen&#8220; Blocks. Drei Wochen sp\u00e4ter gewann der Linksblock auf einem au\u00dfer\u00adordentlichen Kongre\u00df der 12. Armee schon zwei Drittel der Stim\u00admen<a href=\"#_ftn56\" name=\"_ftnref56\">[56]<\/a>. Mitte Dezember hatten die Bolschewiki auf dem 1. Kon\u00adgre\u00df der gesamten Nordfront schon eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehr\u00adheit<a href=\"#_ftn57\" name=\"_ftnref57\">[57]<\/a>. In Minsk konzentrierte sich der Kampf um die Beherr\u00adschung der Westfront. Hier stand dem bolschewistischen Stadt\u00adsowjet das Sozialrevolution\u00e4re Frontkomitee gegen\u00fcber. Schon am 25.10. (7.11.) \u00fcbernahm der Arbeiter- und Soldatenrat die Macht in\u00a0der Stadt. Zusammen mit den aus dem Frontkomitee ausgetretenen Bolschewiki bildete er ein Kriegsrevolutionskomitee der Westfront. In hinhaltenden Verhandlungen mit dem gegnerischen \u201eKomitee zur Rettung der Revolution&#8220; gelang es den Bolschewiki, Truppenbewegungen auf Petersburg aufzuhalten. Auf den Kongressen der 2., 3. und 10. Armee Mitte November wurden neue Armeekomitees mit bolschewistischer und linkssozialrevolution\u00e4rer Mehrheit ge\u00adw\u00e4hlt. Auf dem Frontkongre\u00df der Westfront Anfang Dezember und dem gleichzeitig tagenden Gebietskongre\u00df der Arbeiter- und Sol\u00addatenr\u00e4te des Westgebietes standen zwei Drittel der Delegierten auf Seiten der Bolschewiki. Als oberstes Sowjetorgan wurde ein Rat der Volkskommissare des Westgebietes gew\u00e4hlt, der sich gegen die wei\u00dfrussische autonome Bewegung und ihr Organ, die Hromada, durchsetzte<a href=\"#_ftn58\" name=\"_ftnref58\">[58]<\/a>.<\/p>\n<p>An den von den Brennpunkten der Revolution weiter entfernten Fronten war die Lage f\u00fcr die Bolschewiki ung\u00fcnstiger. An der S\u00fcdwestfront (11., 7. und besondere Armee) und an der Rum\u00e4ni\u00adschen Front (8., 9., 4. und 6. Armee) entfaltete die ukrainische Rada eine starke Aktivit\u00e4t. Sie rief die ukrainischen Einheiten von den Fronten ab und suchte sie unter ihr eigenes Kommando zu bringen. Auf dem Au\u00dferordentlichen Kongre\u00df der S\u00fcdwestfront Ende No\u00advember in Berdicev waren 267 Bolschewiki, 213 Sozialrevolutio\u00adn\u00e4re (davon 50 linke), 47 Vereinigte Sozialdemokraten, 73 Ukrainer und 42 Parteilose vertreten. Anl\u00e4\u00dflich der Debatten \u00fcber die Macht\u00adfrage kam es zum Auseinanderfall des Kongresses: 322 Bolschewiki und linke Sozialrevolution\u00e4re riefen zur Macht\u00fcbernahme durch die Armeekomitees an der Front auf, 232 Ukrainer, Sozialrevolutio\u00adn\u00e4re und Menschewiki stimmten dagegen. Dem neugew\u00e4hlten Frontrevolutionskomitee, in dem die Bolschewiki 18 von 35 Sit\u00adzen besa\u00dfen, gelang es nicht, sich gegen\u00fcber der Rada durchzu\u00adsetzen<a href=\"#_ftn59\" name=\"_ftnref59\">[59]<\/a>. An der Rum\u00e4nischen Front und in deren Hinterland verf\u00fcgte schon vor dem Oktoberumsturz das \u201eRumcerod&#8220; (Ispolnitel&#8217;nyj komitet Rumfronta, Cernomorskogo poberez\u00a0ja i Odesskoj oblasti) \u00fcber die h\u00f6chste Autorit\u00e4t. In ihm besa\u00dfen die nichtbolsche\u00adwistischen Parteien die Mehrheit, w\u00e4hrend in den Arbeiter-, Sol\u00addaten- und Matrosenr\u00e4ten von Odessa bei den Neuwahlen im Herbst die Bolschewiki den st\u00e4rksten Einflu\u00df gewannen. Ein am 10. No\u00advember gebildetes Revolutionskomitee als Koalition des Rumcerod, der Odessaer R\u00e4te, der sozialistischen Parteien und der ukraini\u00adschen Rada war wegen seiner heterogenen Zusammensetzung aktionsunf\u00e4hig. Am 23. Dezember trat der 2. Sowjetkongre\u00df der Ru\u00adm\u00e4nischen Front zusammen, der von 854 Delegierten der Front, 160 der st\u00e4dtischen Sowjets und 87 aus der Bauernschaft beschickt wurde. Die Bolschewiki mit 396 und die linken Sozialrevolution\u00e4re mit 220 Delegierten waren am st\u00e4rksten vertreten, es folgten 187 rechte Sozialrevolution\u00e4re, 76 Parteilose, 74 ukrainische Sozial\u00adrevolution\u00e4re, 68 Menschewiki, 37 Sozialdemokraten-Internatio\u00adnalisten und mehrere kleinere Gruppen. Schon am ersten Tag kam es zu einer Kampfabstimmung in der Frage der Haltung zur Kon\u00adstituierenden Versammlung. Mit 509 gegen 320 Stimmen wurde ein Antrag abgelehnt, der Konstituante eine Begr\u00fc\u00dfungsadresse zu schicken. Der Kongre\u00df w\u00e4hlte ein neues Rumcerod, in das einzu\u00adtreten sich die Menschewiki und rechten Sozialrevolution\u00e4re weigerten. Unter dem Einflu\u00df der prosowjetischen Kongre\u00dfentschei\u00addungen beschlo\u00df das vereinigte Pr\u00e4sidium der Odessaer R\u00e4te am 25.12., die Macht in der Stadt zu \u00fcbernehmen<a href=\"#_ftn60\" name=\"_ftnref60\">[60]<\/a>. Um dieselbe Zeit gewannen die Bolschewiki auch die Mehrheit auf dem 2. Kon\u00adgre\u00df der Kaukasischen Armee in Tiflis, der die Dekrete des 2. All\u00adrussischen R\u00e4tekongresses und die Autorit\u00e4t des Rates der Volks\u00adkommissare anerkannte. Der vom Kongre\u00df gew\u00e4hlte Armeerat stand im Gegensatz zu dem menschewistisch beherrschten Gebiets-Exekutivkomitee der Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te (kraevoj centr) des Kaukasus<a href=\"#_ftn61\" name=\"_ftnref61\">[61]<\/a>.<\/p>\n<p>Das oberste gew\u00e4hlte Soldatenorgan des russischen Heeres, das Gesamtarmeekomitee (obscearmejskij komitet) beim Hauptquar\u00adtier in Mogilev, versuchte nach dem bolschewistischen Aufstand in Petersburg, durch Verhandlungen eine neue sozialistische Koali\u00adtionsregierung unter Cernov ins Leben zu rufen. In einem Aufruf forderte es die Wiederherstellung aller politischen Freiheitsrechte, die Einberufung der Konstituante zu dem vorgesehenen Termin, die Boden\u00fcbergabe an die Landkomitees und den sofortigen Beginn von Friedensverhandlungen<a href=\"#_ftn62\" name=\"_ftnref62\">[62]<\/a>. Der Rat der Volkskommissare schickte daraufhin den neuernannten Oberbefehlshaber Krylenko nach Mogilev, der das Hauptquartier besetzte und das Armee\u00adkomitee aufl\u00f6ste. Am 24. Dezember versammelte sich ein Gesamt\u00adarmeekongre\u00df, auf dem alle Fronten mit Ausnahme der kaukasi\u00adschen vertreten waren und auf dem die Bolschewiki dominierten. Es wurde ein zentrales Kriegsrevolutionskomitee gew\u00e4hlt und Krylenko als Oberbefehlshaber best\u00e4tigt<a href=\"#_ftn63\" name=\"_ftnref63\">[63]<\/a>.<\/p>\n<p>Auch die Zentralorganisation aller Matrosenkomitees, das Cen\u00adtroflot, nahm in den Oktobertagen zuerst eine neutrale Haltung ein und verurteilte dann den bolschewistischen Aufstand. Die beiden wichtigsten Flotten, die baltische und die Schwarzmeerflotte, und ihre Zentralorgane waren jedoch \u00fcberwiegend bolschewistisch. Auf Anordnung des Allrussischen Zentralexekutivkomitees bildete sich aus bolschewistischen Matrosen ein Marinerevolutionskomitee, das die Aufl\u00f6sung des Centroflot verlangte, da es nicht mehr den Stim\u00admungen der Massen entspreche. Einige Mitglieder des Centroflot schlossen sich den Bolschewiki an, die anderen wurden gewaltsam an ihrer Arbeit gehindert. Am 1. Dezember versammelte sich der 1. Allrussische Matrosenkongre\u00df, den die Bolschewiki beherrschten. Einzelne Delegierte traten zwar f\u00fcr die Bildung einer breiten sozialistischen Regierung ein und verurteilten die Verletzung demokra\u00adtischer Grunds\u00e4tze durch die Bolschewiki, aber eine \u00fcberw\u00e4ltigende Mehrheit von 160 gegen 2 Stimmen bei 28 Enthaltungen sprach dem Rat der Volkskommissare die volle Unterst\u00fctzung aus<a href=\"#_ftn64\" name=\"_ftnref64\">[64]<\/a>.<\/p>\n<p>Eine eigene Entwicklung durchliefen die Bauernr\u00e4te in der Okto\u00adberrevolution. Sie waren organisatorisch selbst\u00e4ndig und standen neben den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten mit eigenen Vollzugsaus\u00adsch\u00fcssen und Zentralorganen. Auf dem 2. Allrussischen Kongre\u00df der Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te am 25. Oktober waren daher nur einzelne zuf\u00e4llige Bauerndelegierte anwesend. Nach wie vor besa\u00dfen die Sozialrevolution\u00e4re in den lokalen und regionalen Bauernr\u00e4ten ein gro\u00dfes \u00dcbergewicht, das sie nunmehr, nach dem bolschewisti\u00adschen Staatsstreich, gegen Lenin auszuspielen suchten. Sofort nach dem bolschewistischen Aufstand wandte sich das Exekutivkomitee des Allrussischen Sowjets der Bauerndeputierten in mehreren Auf\u00adrufen gegen die Anerkennung der neuen Sowjetmacht. ,,Die Macht\u00adergreifung drei Wochen vor der Konstituierenden Versammlung bedeutet eine Usurpation der Rechte des ganzen Volkes . . . Der Petersburger Arbeiter- und Soldatenrat begann damit einen bruder\u00adm\u00f6rderischen Krieg&#8220;<a href=\"#_ftn65\" name=\"_ftnref65\">[65]<\/a>. Gegen die Losung ,,Alle Macht den R\u00e4ten&#8220; stellte der Bauernsowjet das Programm ,,Alle Macht der Konsti\u00adtuierenden Versammlung&#8220;. Die \u00f6rtlichen Bauernr\u00e4te, die Selbst\u00adverwaltungsk\u00f6rperschaften und die Armee wurden aufgefordert, den Befehlen der neuen Regierung nicht zu folgen. Mit 33 gegen 26 Stimmen nahm das Exekutivkomitee eine Entschlie\u00dfung an, in der die Bildung einer sozialistischen Regierung ohne die Bolschewiki gefordert wurde. Die 26 Gegenstimmen wollten eine sozialistische Koalitionsregierung mit Einschlu\u00df der Bolschewiki<a href=\"#_ftn66\" name=\"_ftnref66\">[66]<\/a>. Sie geh\u00f6rten\u00a0den linken Sozialrevolution\u00e4ren, die innerhalb des Exekutivkomi\u00adtees auf die Einberufung eines Allrussischen Bauernkongresses dr\u00e4ngten. Er wurde f\u00fcr den 23. November nach Petersburg ein\u00adberufen, galt aber wegen der geringen Teilnehmerzahl bei der Er\u00ad\u00f6ffnung nur als au\u00dferordentlicher Kongre\u00df. Von den 335 Delegierten mit beschlie\u00dfender Stimme waren 195 linke Sozialrevolution\u00e4re, 65 rechte Sozialrevolution\u00e4re, 37 Bolschewiki, 22 Anarchisten und einige kleinere Gruppen. Gleich zu Beginn lehnte der Kongre\u00df es ab, Lenin in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Rates der Volks\u00adkommissare zu h\u00f6ren. Bei seinem zweimaligen Auftreten konnte dieser sich mitunter kaum Geh\u00f6r verschaffen. Der Kongre\u00df nahm eine Entschlie\u00dfung (bei Stimmenthaltung der Bolschewiki) an, der eine Teilnahme aller sozialistischen Parteien an der Sowjetregierung verlangte. Eine homogene sozialistische Regierung war die Losung der \u00fcberw\u00e4ltigenden Masse der Bauernschaft, die in zahlreichen Resolutionen an den Kongre\u00df zum Ausdruck kam. Inzwischen aber gelang es Lenin, die linken Sozialrevolution\u00e4re f\u00fcr die Beteiligung am Rat der Volkskommissare zu gewinnen. Der Bauernkongre\u00df beschlo\u00df die Verschmelzung des Exekutivkomitees mit dem All\u00adrussischen Zentralexekutivkomitee der Arbeiter- und Soldaten\u00adr\u00e4te<a href=\"#_ftn67\" name=\"_ftnref67\">[67]<\/a>.<\/p>\n<p>Damit war es den Bolschewiki gelungen, die Front der Bauern zu spalten und ihre eigene schwache Position mit Hilfe der linken Sozialrevolution\u00e4re entscheidend zu verst\u00e4rken. Auf dem 2. All\u00adrussischen Bauernkongre\u00df, der gleich im Anschlu\u00df an den au\u00dfer\u00adordentlichen Kongre\u00df vom 9. bis 25. Dezember tagte, standen sich zwei etwa gleich starke Gruppen gegen\u00fcber. Von den 789 Delegier\u00adten geh\u00f6rten 305 den rechten Sozialrevolution\u00e4ren, 350 den linken, 91 den Bolschewiki, der Rest kleineren sozialistischen Parteien an. Fast 300 Delegierte kamen aus der Armee, 300 von den Kreisbauernr\u00e4ten, 189 von den Gouvernementsorganisationen. Am st\u00e4rksten waren unter den 53 vertretenen russischen Gouverne\u00adments die Zentralbezirke repr\u00e4sentiert. In einer Kampfabstimmung wurde mit knapper Mehrheit die linke Sozialrevolution\u00e4rin Maria Spiridonova vor Viktor Cernov zur Vorsitzenden gew\u00e4hlt. Die Be\u00adratungen standen im Zeichen der Auseinandersetzungen um die Konstituierende Versammlung. Die rechte H\u00e4lfte verlangte ein eindeutiges Bekenntnis zur Konstituante, und es gelang ihr, eine\u00a0entsprechende Resolution mit 359 gegen 314 Stimmen durchzu\u00adbringen. Demgegen\u00fcber hob Lenin den demokratischen Cha\u00adrakter der Sowjets hervor, der ,,hundertmal h\u00f6her als die Konsti\u00adtuierende Versammlung&#8220; sei. Um den Vertretern der ,b\u00e4uerlichen Demokratie&#8220; zu schmeicheln, erkl\u00e4rte er sogar: \u201eMan sagt uns, der Umsturz des 25. Oktober habe die Macht allein den Bol\u00adschewiki gegeben . . . Wenn das Volk findet, da\u00df seine Repr\u00e4sen\u00adtanten im Sowjet nicht seinen Willen ausf\u00fchren, dann kann es ein\u00adfach seine Vertreter abberufen. Auf diese Weise wird der Sowjet immer den Volkswillen ausdr\u00fccken&#8220;. Die Antwort darauf er\u00adteilte Lenin ein sozialdemokratischer Delegierter: \u201eGenosse Ul&#8217;janov wei\u00df, da\u00df, wenn ihr nicht mit ihm \u00fcbereinstimmen werdet, er euch mit Bajonetten auseinanderjagt . . . Ihr redet von der Macht der Sowjets, und w\u00e4hrenddessen untergraben die Handlungen der Kommissare die Macht der Sowjets. Anstelle der sowjetischen Macht haben wir die Macht Lenins, der den Platz einnimmt, der fr\u00fcher Nikolaj geh\u00f6rte&#8220;.<\/p>\n<p>Am 17. Dezember spaltete sich der Bauernkongre\u00df. Die rechten Sozialrevolution\u00e4re und ihre Anh\u00e4nger verlie\u00dfen die Beratung, w\u00e4hl\u00adten ein eigenes Exekutivkomitee unter Cernov und beriefen f\u00fcr den 21. Januar 1918 einen neuen Kongre\u00df ein, welcher der Konstituante als Schutz dienen sollte. Die linke Mehrheit w\u00e4hlte ihrerseits ein Exekutivkomitee aus 81 linken Sozialrevolution\u00e4ren und 20 Bolsche\u00adwiki, das mit dem Allrussischen Zentralexekutivkomitee der Ar\u00adbeiter- und Soldatenr\u00e4te verschmolz. Die Delegierten erhielten den Auftrag, in ihren Heimatorten f\u00fcr die Sowjetmacht zu agitieren, die rechten Parteien aus den Bauernr\u00e4ten zu entfernen und f\u00fcr eine Vereinigung der Bauernr\u00e4te mit den Arbeiter- und Soldatenr\u00e4ten einzutreten. Trotzdem dauerte es noch Monate, bis auf dem Lande die Sowjetorganisationen erstarkten und aus den Gouverne\u00adments- und Kreisr\u00e4ten die rechtssozialistischen Parteien verdr\u00e4ngt wurden. Bevor die R\u00e4te auf dem Dorfe festen Fu\u00df fassen konnten, gerieten sie in den von den Bolschewiki im Fr\u00fchjahr 1918 entfessel\u00adten Klassenkampf, der eine echte demokratische Vertretung der Bauernschaft unm\u00f6glich machte.<\/p>\n<p>Die Oktoberrevolution wurde von den Bolschewiki unter der Losung \u201eAlle Macht den R\u00e4ten&#8220; vorbereitet und durchgef\u00fchrt. Eine \u00dcberpr\u00fcfung des geschichtlichen Tatbestandes ergibt aber, da\u00df die Macht\u00fcbernahme nur von einem Teil der Arbeiter-, Soldaten- und Bauernr\u00e4te selbst gew\u00fcnscht und praktisch durchgef\u00fchrt\u00a0wurde. Die gro\u00dfe Mehrheit der Sowjets und der in ihnen vertretenen Massen begr\u00fc\u00dfte zwar den Sturz der Provisorischen Regierung, lehnte aber eine bolschewistische Alleinherrschaft ab. Trotzdem gelang es Lenin und Trotzki durch gewaltsame Aktionen und eine geschickte Demagogie, diese Widerst\u00e4nde auszuschalten und hinter der Sowjetfassade den Grund f\u00fcr ihre Parteidiktatur zu legen. Schon sechs Wochen nach dem bolschewistischen Oktoberaufstand schrieb Maxim Gorkijs Blatt\u00a0<em>Novaja lizn\u00a0<\/em>in einer herben Kritik der neuen Machthaber: \u201eDie Macht ist auf die R\u00e4te nur auf dem Papier, in der Fiktion, und nicht in Wirklichkeit \u00fcbergegangen. Der 2. Allrussische Sowjetkongre\u00df wurde von den Bolschewiki vor die vollendete Tatsache der Machteroberung durch die Bolschewiki und nicht durch die Sowjets gestellt. Die Sitzungen des Kongresses gingen in einer Atmosph\u00e4re des Aufstandes vor sich, die Bolschewiki st\u00fctzten sich auf die Gewalt der Bajonette und Gewehre &#8230; In den Provinzorten, wo die Sowjets schwankten, wo keine bolschewi\u00adstische Mehrheit gesichert war, suchten die Bolschewiki den Sowjets Angst einzujagen und sie vor die Alternative zu stellen, entweder sich zu unterwerfen oder den B\u00fcrgerkrieg in den Reihen der De\u00admokratie hervorzurufen. So wurde die Losung ,Alle Macht den R\u00e4ten&#8216; verwirklicht, die sich in Wirklichkeit in die Losung ,Die Macht einigen Bolschewiki&#8216; verwandelt hatte . . . Die R\u00e4te verlieren schon ihre Bedeutung, die Rolle der R\u00e4te sinkt zu einem Nichts herab . . . Eine Sowjetrepublik? Leere Worte! In Wahrheit ist es eine oligarchische Republik, eine Republik einiger Volkskommissare. Worin haben sich die lokalen Sowjets verwandelt? In unfreie, unt\u00e4tige Anh\u00e4ngsel der bolschewistischen, Kriegsrevolutionskomitees&#8216; oder von oben ernannter Kommissare. Und diejenigen R\u00e4te, die ihre Unabh\u00e4ngigkeit noch bewahren, die hartn\u00e4ckig den ,Rat der Volks\u00adkommissare&#8216; nicht anerkennen, kommen auf eine schwarze Liste der verd\u00e4chtigen, opportunistischen, beinahe konterrevolution\u00e4ren Einrichtungen . . . Die Sowjets zerfallen, werden kraftlos und ver\u00adlieren von Tag zu Tag mehr ihr Ansehen in den Reihen der Demo\u00adkratie&#8220;.<\/p>\n<p><em>Aus: Oskar Anweiler, Die R\u00e4tebewegung in Russland 1905-1291, Reinbeck 1<\/em><em>9<\/em><em>58, S.\u00a0<\/em><em>241 &#8211; 259<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <u><a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/100JAHRE\/100jahre-10.html\">trend&#8230;<\/a><\/u> vom 7. August 2018 <\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Trotzki II, S. 406.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> ibid. S. 651.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Siehe oben S. 151ff<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Siehe die Tabelle im Anhang.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vioroj vserossijskij s-ezd sovetov raboHch i soldatskich deputatov. Moskau-Leningrad 1928. S. 144-153; vgl. E. N. Gorodeckij, Iz istorii oktjabr&#8217;skogo voorulennogo vosstanija i II vserossijskogo s-ezda sovetov. Voprosy Istorii 1957, 10, S. 23-48.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Vtoroj vserossijskij s-ezd, S. 37.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Vgl. Mel&#8217;gunov, S. 178f<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Trotzki II, S. 616.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Lenin,\u00a0<em>S\u00e4mtliche Werke\u00a0<\/em>XXII, S. 5-23.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Siehe die Liste der Volkskommissare bei Gitermann,\u00a0<em>Geschichte Ru\u00dflands\u00a0<\/em>III, S. 6361.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> I. N. Ljubimov,\u00a0<em>Revoljucija 1917 goda. Chronika sobytij.\u00a0<\/em>VI. Moskau-Leningrad 1930. S. 2.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> Das Kriegsrevolutionskomitee hatte am Vormittag des 25. einen Aufruf \u201eAn die B\u00fcrger Ru\u00dflands&#8220; und einen Befehl an alle Truppenkomitees herausgegeben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Novaja Zizn&#8216; Nr. 164 v. 27.10 (9.11.) 1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a>Einzelheiten bei L. Schapiro,\u00a0<em>The Origin of the Communist Autocracy.\u00a0<\/em>London 1955-S. 69-80. Die dazugeh\u00f6rigen Dokumente in\u00a0<em>Chronika sobytij\u00a0<\/em>VI, S. 423-430. J. Bunyan-H. H. Fisher,\u00a0<em>The Bolshevik Revolution 1917\/18.\u00a0<\/em>Stanford 1934. S. 200-207.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Die Datierung nach dem Oktoberaufstand (25.\/26.10.) erfolgt nach unserem Ka\u00adlender.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> E. Jaroslavskij, Istorija VKP (&amp;) IV. Moskau-Leningrad 1930. S. 227. Die bolsche\u00adwistische Geschichtsschreibung bem\u00fchte sich um diese Zeit bereits, die f\u00fchrende Rolle der Partei besonders hervorzuheben.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Vgl. Jakovlev im Vorwort zu Vtoroj vserossijskij s-ezd sovelov.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Chronika sobytij V, S. 201.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Dokumenty velikoj protetarskoj revoljucii I, S. 49.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> Vgl. E. Genkina, Pervye dni oktjabr&#8217;skoj revoljucii 1917 goda. Proletarskaja Revol-jucija 1940, 3, S. 17-35.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. Mel&#8217;gunov, S. 277-382. Sovety v oktjabre. Sbornik dokumentov. Moskau 1928. S. 31-87. A. Ja. Gr\u00fcnt \u2014 N. J. Fedoseeva, Pobeda oktjabr&#8217;skogo voorulennogo vosstanija v Moskve. Voprosy Istorii 1957, Ii, S. 3-26. Nicht zug\u00e4nglich waren mir: D. Kostomarov, Oktjabr&#8216; v Moskve. Moskau 1932. A. Cebarin, Oktjabr&#8217;skie boi 1917 goda v Moskve. Moskau 1939<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Vgl. Moskovskij voenno-revoljucionnyj komitet. Krasnyj Archiv 1927, 4 (23), S. 64-148; 1934, 4-5 (65-66), S. 164-192; 1935, 4 (70. S. 60-115.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> 1917 god v Moskve. Chronika revoljucii. Moskau 1934. S. 183.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 206 v. 15 (28). II. 1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Die Erforschung der Rolle und T\u00e4tigkeit der \u00f6rtlichen R\u00e4te in der Oktoberrevolu\u00adtion befindet sich, wie auch von der sowjetischen Geschichtsschreibung zugegeben wird, erst in den Anf\u00e4ngen. Aus naheliegenden Gr\u00fcnden ist mit objektiven Quellenver\u00f6ffent\u00adlichungen, wie sie noch bis etwa 1928 erschienen, kaum zu rechnen. Eine Bibliographie zur Oktoberrevolution in der Provinz enth\u00e4lt Chronika sobytij VI, S. 478 f. Vgl. ferner das schon genannte Sammelwerk Sovety v oktjabre. Moskau 1928. V. Lejkina, OktjaW po Rossii. Proletarskaja Revoljucija 1926, 2 (49), S. 185-233, 11 (58), S. 234-255, 12 (59), S. 238-254; Ustanovlenie sovetskoj vlasti na mestach v igij-igi8 godach. Sbornik statej. Moskau 1953.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 196, 210.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Lejkina a.a.O. 2 (49), S. 188.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> ibid. S. 197; Chronika sobytij V, S. 210.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Lejkina a.a.O. S. 199; Novajalizn&#8216; Nr. 170 v. 2 (i5).l 1.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> Lejkina a.a.O. S. 203.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> ibid. S. 205; Delo Naroda Nr. 211 v. 16 (29). 11)1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Lejkina a.a.O. S. 204; Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 203 v. I2.(25.)i 1.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> Lejkina a.a.O. S. 208; Chronika sobytij VI, S. 309, 332.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> Lejkina a.a.O. S. 210; Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 207 v. 16. (29).1. 1.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Lejkina a.a.O. S. 211; Chronika sobytij VI, S. 60.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 296, 353.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Delo Naroda Nr. 212 v. 17.(30).1. 1.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Sovety v oktjabre, S. 185; Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 11 (259) v. 17.(30.).!. 1918;\u00a0Lejkina a.a.O. S. 228f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 218 v. 30.11.(13.12)1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref40\" name=\"_ftn40\">[40]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 35; Lejkina a.a.O. 231.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref41\" name=\"_ftn41\">[41]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 333, 347.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref42\" name=\"_ftn42\">[42]<\/a> Vgl. zur Revolution von 1917 in der Ukraine: J. S. Reshetar, The Ukrainian Revolution igiy-lQ20. Princeton 1952; R. Pipes, The Formation of the Soviet Union. Communism\u00a0and Nationalism igiy-ig23. Cambridge, Mass. 1954; D. Geyer, Die Ukraine im Jahre\u00a01917. Geschichte in Wissenschaft und Unterricht VIII (1957), S. 670-687; N. J. Suprunenko, Ustanovlenie Sovetskoj vlasti na Ukraine. Voprosy Istorii 1957, 10, S. 49-70. In den genannten Werken auch zahlreiche weitere Literatur.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref43\" name=\"_ftn43\">[43]<\/a> Lejkina a.a.O. 12 (59), S. 238-254.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref44\" name=\"_ftn44\">[44]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 9, 18, 27, 271f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref45\" name=\"_ftn45\">[45]<\/a> ibid. S. 9, 27.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref46\" name=\"_ftn46\">[46]<\/a> ibid. S. 43.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref47\" name=\"_ftn47\">[47]<\/a> Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 214 v. 25.11.(8.12.)1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref48\" name=\"_ftn48\">[48]<\/a> vgl. Armija v period podgotovki i provedenija Velikoj Oktjabr&#8217;skoj socialistihskoj revoljucii. Krasnyj Archiv 1937, 5 (84), S. 135-187. 30\u00b0) Vgl. Mel&#8217;gunov, S. 165-177.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref49\" name=\"_ftn49\">[49]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 65.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref50\" name=\"_ftn50\">[50]<\/a> ibid. S. 45. Lejkina a.a.O. 2 (49), S.\u00a0186ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref51\" name=\"_ftn51\">[51]<\/a> Izvestija Moskovskogo soveta Nr. 225 v. 8.12.(21.12) 1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref52\" name=\"_ftn52\">[52]<\/a> Lejkina, S. 190 f.; vgl. L. S. Gaponenko, Borba soldat zapadnogo fronta za pobedu\u00a0sovetskoj vlasti. In: Ustanovlenie sovetskoj vlasti na mestach, S. 182-244.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref53\" name=\"_ftn53\">[53]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 172, 185, 202; Lejkina a.a.O. 11 (58), S. 234-249.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref54\" name=\"_ftn54\">[54]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 320, 3341&#8243;. Lejkina S. 249-254.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref55\" name=\"_ftn55\">[55]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 321, 393, 398.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref56\" name=\"_ftn56\">[56]<\/a> Novaja Zizn&#8216; Nr. 177 v. 10(23.) 11.1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref57\" name=\"_ftn57\">[57]<\/a> Lejkina a.a.O. 2 (49), S. 192-195.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref58\" name=\"_ftn58\">[58]<\/a> Vgl. Flot posle oktjabr&#8217;skoj pobedy. Krasnyj Archiv 1932, 4 (53), S. 63-99.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref59\" name=\"_ftn59\">[59]<\/a> Izvestija Vserossijskogo soveta kresVjanskich deputatov Nr. 146 v. 26.10(8.11.)1917.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref60\" name=\"_ftn60\">[60]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 49.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref61\" name=\"_ftn61\">[61]<\/a> Vgl Rezoljucii trezvycajnago i vtorogo vserossijskich s-ezdov sovetov krest&#8217;janskich deputatov. Petrograd 1917; M. Gajsinskij, Bor&#8217;ba bol&#8217;fevikov za krest&#8217;janstvo v 1917 g. Moskau 1933. S. 179-211; P- N. Sobolev, RoV vserossijskich s-ezdov sovetov v bor be proletanata za trudjalceesja krest&#8217;janstvo (oktjabr* I9I7 g &#8211; janvar&#8217;I9l8 g.) Voprosy Istoru 1957, 12, S. 3-24; Bunyan-Fisher, S. 210-219.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref62\" name=\"_ftn62\">[62]<\/a> Gajsinskij, S. 230f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref63\" name=\"_ftn63\">[63]<\/a> ibid. S. 221.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref64\" name=\"_ftn64\">[64]<\/a> Chronika sobytij VI, S. 258.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref65\" name=\"_ftn65\">[65]<\/a> Gajsinskij, S. 240.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref66\" name=\"_ftn66\">[66]<\/a> Vgl. ibid. S. 247-266.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref67\" name=\"_ftn67\">[67]<\/a> Novaja Zizn&#8216; Nr. 195 v. 7 (20).12.1917.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oskar Anweiler. Als am Abend des 25. Oktober (7. November) 1917 die Dele\u00adgierten des 2. Allrussischen Kongresses der Arbeiter- und Soldaten\u00addeputiertenr\u00e4te zu ihrer ersten Sitzung zusammenkamen, waren<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[25,12,38,21],"class_list":["post-3888","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-arbeiterbewegung","tag-lenin","tag-russische-revolution","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3888","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3888"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3888\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3890,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3888\/revisions\/3890"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3888"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3888"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3888"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}