{"id":3900,"date":"2018-08-10T17:43:46","date_gmt":"2018-08-10T15:43:46","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3900"},"modified":"2018-08-10T17:43:46","modified_gmt":"2018-08-10T15:43:46","slug":"der-streik-in-foggia-gegen-die-sklaverei-im-italienischen-agrarkapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=3900","title":{"rendered":"Der Streik in Foggia gegen die Sklaverei im italienischen Agrarkapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eIm s\u00fcditalienischen Foggia haben am Mittwoch hunderte ausl\u00e4ndische Landarbeiter f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen gestreikt und sich an einer Protestkundgebung beteiligt. Die Demonstration<!--more--> wurde von den Gewerkschaften unterst\u00fctzt. Die Demonstranten versammelten sich vor der Siedlung San Severo, in der hunderte afrikanische Erntehelfer in miserablen Zust\u00e4nden leben. \u201cArbeit, Rechte und W\u00fcrde\u201d, lautete der Slogan der Demonstranten. \u201cSchluss mit Ausbeutung, wir wollen in Sicherheit arbeiten\u201d, war auf einem Spruchband zu lesen. Eine Schweigeminute wurde f\u00fcr die 16 afrikanischen Erntehelfer eingehalten, die bei zwei Verkehrsunf\u00e4llen in der N\u00e4he von Foggia am Montag und am vergangenen Samstag t\u00f6dlich verungl\u00fcckt waren. Die Lieferwagen, in denen sie von der Feldarbeit zur\u00fcckkehrten, waren mit Lastwagen zusammengesto\u00dfen. \u201cHeute ist ein Tag der Trauer. Erstmals organisieren sich Erntehelfer und k\u00e4mpfen f\u00fcr ihre Rechte, das ist sehr wichtig\u201d, betonte Michele Emiliano, Pr\u00e4sident der Region Apulien, zu der Foggia geh\u00f6rt. Landwirtschaftsminister Gian Marco Centinaio erkl\u00e4rte, er wolle nicht in einem Land leben, wo Sklaverei noch herrsche. \u201cIch werde alles M\u00f6gliche tun, um diese Plage zu bek\u00e4mpfen\u201d, sagte der Minister\u2026\u201c <\/em>\u2013 aus der\u00a0<a href=\"https:\/\/kurier.at\/wirtschaft\/streik-der-erntehelfer-in-sueditalien-protest-gegen-ausbeutung\/400084652\">Meldung \u201eStreik der Erntehelfer in S\u00fcditalien: Protest gegen Ausbeutung\u201c am 08. August 2018 beim (Wiener) Kurier<\/a>\u00a0\u2013 die, im Unterschied zur bundesdeutschen Medien wenigstens mehrere Agenturmeldungen ber\u00fccksichtigte (und nicht nur kommentarlos die \u2013 sachlich \u201ebedingt richtige\u201c \u2013 dpa Meldung wiedergab). Weswegen hier auch der Streik erw\u00e4hnt wird \u2013 nicht aber, dass die zitierten Politiker nicht auf der Streikkundgebung der USB sprachen, sondern auf der Demonstration, zu der die gr\u00f6\u00dferen Verb\u00e4nde separat aufgerufen hatten. Und das Gegeifer des \u201cHerrn\u201c Salvini bleibt hier ebenfalls augeblendet\u2026 Zum Streik und den Protesten nach den erneuten Todesf\u00e4llen sowie dem rassistischen Rettungsversuch Salvinis f\u00fcr das Ausbeutungssystem in der Landwirtschaft Italiens eine kleine aktuelle\u00a0<strong>Materialsammlung vom 09. <\/strong><strong>August 2018: <\/strong><a href=\"http:\/\/www.usb.it\/index.php?id=1132&amp;tx_ttnews%5btt_news%5d=104040&amp;cHash=d207803221\">\u201eMarcia dei berretti rossi, adesione totale allo sciopero dei braccianti USB. Il ministro Centinaio: il 22 settembre sar\u00f2 al vostro convegno nazionale\u201c am 08. August 2018 beim Gewerkschaftsbund USB<\/a>\u00a0ist ein Bericht vom Tage \u00fcber Streik und Demonstration (der \u201eRotm\u00fctzen\u201c) in San Severo bei Foggia, wo Unfallort und Felder nahe liegen. Die Gewerkschaft unterstreicht darin, dass die Forderungen, die sich aus diesen j\u00fcngsten Ereignissen \u2013 mit 16 Todesopfern binnen weniger Tage \u2013 ergeben, dieselben sind, wie sie von der USB bereits vor einem Monat dem Arbeitsministerium \u00fcbergeben worden waren, woraus sich aber, trotz anderer Zusagen, bisher nichts ergeben habe \u2013 der Arbeitsminister hat nun im Fernsehen zugesagt, beim nationalen Landarbeiterkongress der USB am 22. September 2018 anwesend zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/contropiano.org\/news\/politica-news\/2018\/08\/08\/berretti-rossi-in-marcia-la-diretta-0106589\">\u201e\u201cBerretti rossi\u201d in marcia . La diretta\u201c am 08. August 2018 bei Contropiano<\/a>\u00a0ist die kommentierte Dokumentation des obigen Berichts der USB \u2013 erg\u00e4nzt um eine ganze Reihe von Fotos und Videos von den Aktionen des Tages.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.rassegna.it\/articoli\/migliaia-a-foggia-con-un-messaggio-forte-basta-caporalato\">\u201eDa Foggia una grande risposta: basta caporalato\u201c am 08. August 2018 bei Rassegna Sindacale<\/a>\u00a0ist ein Bericht auf der CGIL-nahen Webseite, worin \u00fcber die Demonstration der gr\u00f6\u00dferen Verb\u00e4nde berichtet wird, dass die Sekret\u00e4rin der CGIL-Landarbeitergewerkschaft FLAI die Anwendung des Gesetzes 199 fordert, das die Arbeitsbeziehungen in der Landwirtschaft regeln soll \u2013 und in dessen Nicht-Durchsetzung der Gewerkschaftsbund die wesentliche Ursache der katastrophalen Arbeitssituation in der Landwirtschaft sieht.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/ilmanifesto.it\/a-foggia-la-doppia-protesta-contro-lo-sfruttamento\/\">\u201eA Foggia la doppia protesta contro lo sfruttamento\u201c von Gianmario Leone am 09. August 2018 bei Il Manifesto<\/a>\u00a0ist eine Reportage (und eben kein Agenturbericht) vom Tage \u2013 \u00fcber den \u201ezweifachen Protest\u201c der in Foggia stattgefunden habe (als einziger Beitrag, \u00fcber beide Aktionen). Eine Reportage, die dann auch mit dem Demonstrationsbeginn der \u2013 von verschiedenen Quellen auf etwa 800 gesch\u00e4tzten \u2013 Streikenden und ihrer Unterst\u00fctzerInnen um 8 Uhr beginnt, im \u201eGhetto di Rignano, in San Severo\u201c. Sp\u00e4ter am Tag beteiligt sich der Reporter auch an der Demonstration der Gewerkschaftsverb\u00e4nde Cgil, Cisl und Uil, an der sich \u00fcber 2.000 Menschen beteiligen. Immer wieder werden in dem Bericht auch die Ansprachen von Betroffenen wieder gegeben, die die Arbeits- und Lebensbedingungen sehr eindeutig und eindr\u00fccklich schildern: Etwa, dass bei einem Stundenlohn von etwa 3 Euro auch noch 5 Euro (t\u00e4glich) f\u00fcr den (manchmal t\u00f6dlichen) Transport bezahlt werden muss.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ilfattoquotidiano.it\/2018\/08\/08\/foggia-il-caporalato-non-va-ridotto-a-un-problema-di-mafia-nulla-e-cambiato-dal-2011-sfruttato-oltre-1-3-dei-braccianti\/4543787\/\">\u201eFoggia, \u201cil caporalato non va ridotto a un problema di mafia. Nulla \u00e8 cambiato dal 2011, sfruttato oltre 1\/3 dei braccianti\u201d\u201c von Marco Pasciuti am o8. August 2018 bei Il Fatto Quotidiano<\/a>\u00a0ist ein Gespr\u00e4ch mit Yvan Sagnet, der in Nardo im Jahr 2011 einer der Organisatoren des ersten Streiks migrantischer Erntehelfer in S\u00fcditalien war. Darin wird vor allem die Aussage des rechtsradikalen Innenministers Salvini kritisiert, das ganze sei ein Problem der Mafia. (Muss er eigentlich am besten Wissen, oder?) Eben das sei es keinesfalls, sondern ein Problem (steuerlicher) F\u00f6rderung eines Systems, das in den sieben Jahren seit dem ersten Erntehelfer-Streik durch sechs verschiedene Regierungen Null Ver\u00e4nderungen erfahren habe.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.operaicontro.it\/?p=9755751829\">\u201eLa genialata di Salvini\u201c am 08. August 2018 bei Operai Contro<\/a>\u00a0ist eine Korrespondenz, in der die Hetze Salvinis erst richtig deutlich wird: Wenn dieser Ziehvater aller schie\u00dfw\u00fctigen italienischen Rassisten sagt, es ist ein Problem der Mafia, dann ist das f\u00fcr ihn nur ein erneuter Grund \u2013 und willkommener Anlass \u2013 zur Hasspropaganda: Gerade in den Baracken der Migranten f\u00e4nde die Mafia ihren N\u00e4hrboden, weswegen diese Siedlungen geschleift werden m\u00fcssten. (Wenn da in den n\u00e4chsten Tagen Br\u00e4nde entstehen sollten, h\u00e4tte er nat\u00fcrlich gar nichts damit zu tun\u2026). Nun wei\u00df jeder, dass es die Mafia schon gab, als die Migration noch aus Italien weg stattfand \u2013 und auch, dass sie ihre Baugesch\u00e4fte keineswegs mit Barackensiedlungen gemacht hat und macht, aber Fakten tun ja nichts zur Sache, beziehungsweise: Zur Hetze.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/left.it\/2018\/08\/08\/nominala-invano-la-mafia-secondo-salvini\/\">\u201eNominala invano: la mafia secondo Salvini\u201c von Giulio Cavalli am 08. August 2018 bei Left<\/a>, der linken italienischen Web-Illustrierten, ist ebenfalls ein Beitrag \u00fcber Salvinis Rettungsprogramm f\u00fcr das spezielle Ausbeutungssystem in Italiens Landwirtschaft. Seine Hetze gegen die Barackensiedlungen wird in dem Artikel den allgemein bekannten Tatsachen der Zusammenarbeit der verschiedenen Clans mit den Spitzen von Kapital und Politik gegen\u00fcber gestellt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.controlacrisi.org\/notizia\/Lavoro\/2018\/8\/8\/51658-da-marcinelle-a-foggia-la-striscia-di-sangue-dello\/\">\u201e\u201dDa Marcinelle a Foggia, la striscia di sangue dello sfruttamento\u201d von Franco Astengo am 08. August 2018 bei Contro la Crisi<\/a>\u00a0ist ein Beitrag, in dem die Kontinuit\u00e4t, Brutalit\u00e4t und Normalit\u00e4t der kapitalistischen Ausbeutung nachgezeichnet wird: Der 8. August ist exakt der 62. Jahrestag der Katastrophe von Marcinelle in Belgien, als in der Kohlegrube \u00fcber 260 Bergarbeiter den Tod fanden \u2013 und von denen \u00fcber 130 italienische Migranten waren, die bereits seit Anfang der 50er Jahre nach Belgien auswanderten \u2013 und in jenen Baracken lebten, in denen zuvor Kriegsgefangene aus dem Deutschen Reich gehalten wurden\u2026<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/italien\/gewerkschaften-italien\/der-streik-in-foggia-war-total-gegen-die-todesopfer-im-italienischen-agrarkapitalismus-seit-2011-7-jahre-6-regierungen-0-veraenderung\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 10. August 2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eIm s\u00fcditalienischen Foggia haben am Mittwoch hunderte ausl\u00e4ndische Landarbeiter f\u00fcr bessere Arbeitsbedingungen gestreikt und sich an einer Protestkundgebung beteiligt. 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