{"id":4002,"date":"2018-09-04T10:21:57","date_gmt":"2018-09-04T08:21:57","guid":{"rendered":"http:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4002"},"modified":"2018-09-04T10:21:57","modified_gmt":"2018-09-04T08:21:57","slug":"die-philosophie-der-postmoderne-im-schatten-von-marx","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4002","title":{"rendered":"Die Philosophie der Postmoderne im Schatten von Marx"},"content":{"rendered":"<p><em>Andr\u00e1s Ged\u0151<\/em>. . . .\u00a0Von den lebensphilosophischen Ans\u00e4tzen der Romantik \u00fcber Kierkegaard bis zur \u00bbnegativen Dialektik\u00ab, von Nietzsche \u00fcber Spengler und Ernst J\u00fcnger bis zu Heidegger und Foucault<!--more--> bildet das \u00bbnegative Denken\u00ab einen historischen Zusammenhang, eine geistige Tradition; die Philosophie der Postmoderne steht in einem Kontext, der teils Marx vorausging, teils mit Marx gleichzeitig war, teils sich parallel zum Marxismus entwickelte. Marx&#8216; Denken entfaltete sich in Auseinandersetzung mit fr\u00fchen lebens-philosophischen Bestrebungen (etwa mit Max Stirners Philosophie des Einzigen oder mit Bakunins Beschw\u00f6rung des irrationalen Lebens gegen wissenschaftliche Erkenntnis und objektiv begr\u00fcndete Politik).<\/p>\n<p>Blieb der Konflikt zwischen Marx und Nietzsche in ihren Ideengef\u00fcgen implizit, aber auch impliziert, so hatten und haben Marxismus und Nietzscheanismus diesen Kampf auszutragen. Es geh\u00f6rt zu den Paradoxien der Philosophie der Postmoderne, da\u00df sie sich jenseits von Marx verortet,<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[54]<\/a>\u00a0ihre Zeitdiagnosen aber Konstellationen zu beschreiben vermeinen, die diesseits von Marx platziert sind, wobei diese angeblichen R\u00fcckf\u00e4lle ersehnt und zugleich betrauert werden, die antiromantische Geste der k\u00fchnen Fortschrittskritik eine neuromantische Nostalgie verh\u00fcllt. Adornos \u00bbnegative Dialektik\u00ab, obwohl zun\u00e4chst von Nietzsche gepr\u00e4gt, hielt eine R\u00fcckkehr zur Attit\u00fcde der Junghegelianer f\u00fcr m\u00f6glich und erstrebenswert. Foucault konstatierte einen R\u00fcckfall der historischen Situation auf das Jahr 1830, wobei dieses Urteil auf Denkinhalten Nietzsches und des&#8216; Nietzscheanismus beruhte, das hei\u00dft auf dem lebensphilosophisch-krisen-mythischen Bewu\u00dftsein der Zeit nach 1871 und 1917. Gegner und Kritiker hegen gegen die Philosophie der Postmoderne den Argwohn, da\u00df sie zur Pr\u00e4moderne zur\u00fcckkehre<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[55]<\/a>, und diese Vermutung scheint nicht unbegr\u00fcndet, insofern die Posthistoire in der Prehistoire eine St\u00fctze finden will, die Postrationalit\u00e4t an die Pr\u00e4rationalit\u00e4t appelliert, die Postphilosophie im pr\u00e4philosophischen Mythos<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[56]<\/a>\u00a0nach einem Halt sucht.<\/p>\n<p>Die Postmoderne ist dennoch ein \u00bbmodernes\u00ab Ph\u00e4nomen: Sie ist an die Verfalls-Phase und -Perspektive der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft gebunden, sie ist deren falsches Bewu\u00dftsein, zum \u00bbZeitgeist\u00ab des Krisenmythos hypostasiert<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[57]<\/a>; die Neigung zur Pr\u00e4moderne, zur Prehistoire, zur Pr\u00e4rationalit\u00e4t erwacht immer wieder in diesem Bewu\u00dftsein. Nicht der fundamentale Bestand der Philosophie der Postmoderne ist das Novum &#8211; Nietzsche\u00a0 und Heidegger gelten als die Philosophen der Postmoderne<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[58]<\/a>, sondern\u00a0die Konstellation, in der diese andauernde Tendenz der sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen Geistigkeit neue Kraft gewinnt und mit dem Reiz der Neuigkeit zutage tritt. Dieses Novum &#8211; der heutige Krisenzustand der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft, samt den sozialen Entwicklungen infolge der Umw\u00e4lzung der Technik, der \u00f6kologischen Spannungen, der Bedrohung durch einen thermonuklearen Krieg, des ungleichm\u00e4\u00dfigen und widerspr\u00fcchlichen, nichtlinearen Ganges der Klassenk\u00e4mpfe usw. &#8211; befindet sich in der Geschichte einer Gesellschaftstotalit\u00e4t, deren Hauptkoordinaten und fundamentale Bewegungsgesetze Marx erschlo\u00df bzw. deren Werdegang auf Grund der Marxschen Theorie zu eruieren ist.<\/p>\n<p>\u00bbIn der Lawine gibt es entweder nur oder keine Decadence\u00ab<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[59]<\/a>, so Ernst J\u00fcngers Maxime. An anderer Stelle schreibt er: \u00bbDer Untergangsstimmung, wie sie sich in unseren Tagen entwickelt, fehlt jedes Gegengewicht.\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[60]<\/a> Diese postmodernen Maximen scheinen dem Diktum Paul Valerys verwandt, der als Repr\u00e4sentant der Moderne gilt: \u00bbUnd wir sehen jetzt, der Abgrund der Geschichte sei gro\u00df genug f\u00fcr die ganze Welt.\u00ab<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[61]<\/a> Die gegenw\u00e4rtige historische Situation ist aber nicht blo\u00df eine Lawine, obschon in ihr die M\u00f6glichkeit von Lawinen liegt; sie ist nicht blo\u00df ein Ab\u00adgrund, obschon es in ihr die Lockung und die Realit\u00e4t geschichtlicher Ab\u00adgr\u00fcnde gibt; denn \u00fcber den Abgr\u00fcnden drohen St\u00fcrme, treffen gegens\u00e4tz\u00adliche Sturmb\u00f6en aufeinander, und unter den Abgr\u00fcnden vollziehen sich tektonische Verschiebungen in der Tiefe der sozialen Wirklichkeit. Dieselbe Krise, die in der Philosophie der Postmoderne mystifiziert und in dieser mysti\u00adfizierten Gestalt als Beweis gegen Marx und den Marxismus vorgef\u00fchrt wird, erweckt aufs Neue das Interesse f\u00fcr Marx und den Marxismus.<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[62]<\/a><\/p>\n<p>Auch in Bezug auf die Philosophie gilt kaum Ernst J\u00fcngers Metapher\u00a0der einzigen, alles mitrei\u00dfenden Lawine, wo entweder alles Dekadenz seil oder es keine Dekadenz gebe. Unter anderem kontrastieren zwei neuere\u00a0Entwicklungen des philosophischen Denkens mit der Postmoderne: zum\u00a0einen die philosophisch bewu\u00dft werdenden dialektischen Ans\u00e4tze\u00a0und Fragestellungen, die dem Gange der naturwissenschaftlichen Erkenntnis\u00a0entwachsen, zum anderen das Wiedererscheinen des Materialismus im nicht-marxistischen Denken, aber au\u00dferhalb der grundlegenden Struktur\u00a0der sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen Philosophie.<\/p>\n<p>Verkl\u00e4rt die Philosophie der Postmoderne den Abgrund der Posthistoire, des Postrationalen. Postphilosophischen zur Zeitsignatur und zum Urgebilde von Geschichte, Erkenntnis und Philosophie schlechthin,\u00ab so vertritt Marx&#8216; Denken das rationale Begreifen der Geschichte, die historische Betrachtung der Vernunft, die Daseinsberechtigung und Existenz der wissenschaftlich-theoretischen Philosophie: Es ist der Antipode zum neuen Aufzug des Nihilismus. Den Leitgedanken dieses Nihilismus Nietzschescher Provenienz und Pr\u00e4gung formulierte Gottfried Benn Anfang der vierziger Jahre: \u00bbEs wurde geb\u00fc\u00dft durch die Trennung von Ich und Welt, die schizoide Katastrophe, die abendl\u00e4ndische Schicksalsneurose: Wirklichkeit. Ein qu\u00e4lender Begriff, und er qu\u00e4lte alle, die Intelligenz unz\u00e4hliger Geschlechter spaltete sich an ihm. Ein Begriff, der als Verh\u00e4ngnis \u00fcber dem Abendland lastete, mit dem es rang, ohne ihn zu fassen, dem es Opfer brachte in Hekatomben von Blut und Gl\u00fcck, und dessen Spannungen und Brechungen kein nat\u00fcrlicher Blick und keine\u00a0 methodische Erkenntnis mehr in die wesenhafte Einheitsruhe pr\u00e4logischer\u00a0 Seinsformen abzukl\u00e4ren vermochte.\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[63]<\/a><\/p>\n<p>Dieser philosophische Wirklichkeitsverlust und Wirklichkeitsverdacht sind das gemeinsame Ergebnis von Lebensphilosophie und Positivismus,\u00a0das durch Heideggers Seinsphilosophie nur dem Anschein nach \u00fcberwunden, dem Wesen nach jedoch radikalisiert wird. Scheint die \u00bbSeins-Vergessenheit\u00ab den Wirklichkeitsverlust zu beklagen, so verabsolutiert sie\u00a0 ihn in Wirklichkeit, erkl\u00e4rt ihn f\u00fcr unwiderruflich und endg\u00fcltig. Das letzte\u00a0 Ergebnis der Philosophie der Postmoderne (das etliche Bef\u00fcrworter derselben nicht anstreben, sondern vermeiden wollen) ist die abstrakt-pure\u00a0Negativit\u00e4t, die unwiderstehliche Macht des Prinzips des B\u00f6sen. Es scheint ein Chaos zu walten, aus dem keine Welt mehr entstehen kann<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[64]<\/a>,\u00a0das Nichts, dieser schon veraltete Weltgott, scheint als trunkener Tyrann zu herrschen. Das Ergebnis ist endg\u00fcltiger Verlust ohne jede Entsch\u00e4digung &#8211; der Verlust von Erkenntnis und Wahrheit, von Wandel und Ausweg. Wird etwas behauptet, so statt der zur\u00fcckgenommenen Dialektik die\u00a0<em>Dekonstruktion<strong>\u00a0<\/strong><\/em>und die\u00a0<em>Ekstase<strong>,\u00a0<\/strong><\/em>statt der zur\u00fcckgenommenen Vernunft die\u00a0<em>Unvernunft,\u00a0<\/em>statt der zur\u00fcckgenommenen Objektivit\u00e4t das\u00a0<em>Fatum,\u00a0<\/em>statt des zur\u00fcckgenommenen rationellen philosophischen Wissens das\u00a0<em>Schweigen,\u00a0<\/em>in dem nur die ferne Stimme der heiligen Botschaft zu h\u00f6ren, das Wort des Mythos, des Glaubens zu vernehmen sei<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[65]<\/a>.<\/p>\n<p>Angesichts des postmodernen Nihilismus tritt Marx&#8216; materialistische Dialektik als\u00a0<em>die philosophische Wiedergewinnung der Realit\u00e4t\u00a0<\/em>zutage. Ihrem Selbstverst\u00e4ndnis nach geht die Philosophie der Postmoderne &#8211;\u00a0infolge der Verwindung von Geschichte, Rationalit\u00e4t und wissenschaftlicher Philosophie &#8211; \u00fcber Marx hinaus: Die Postmoderne versteht sich als co ipso postmarxistisch. Als latenter oder genannter Gegenstand der post\u00admodernen Kritik an der \u00bbklassischen Rationalit\u00e4t\u00ab gelten Marx und der Marxismus. Es gibt zwar Bestrebungen, Marx der Postmoderne einzuverleiben, ihn zum Denker der \u00bbDekonstruktion\u00ab umzudeuten<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[66]<\/a>, in der Philosophie der Postmoderne \u00fcberwiegt aber die Tendenz. Marx und den Marxismus der \u00bbklassischen Rationalit\u00e4t\u00ab unterzuordnen und samt dieser f\u00fcr veraltet zu erkl\u00e4ren: Was der Philosophie der Postmoderne abhandengekommen scheint, ist \u00bbdie M\u00f6glichkeit, die Zukunft zu antizipieren und zu gestalten\u00ab<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[67]<\/a>\u00a0&#8211; also die Daseinsberechtigung marxistischer Erkenntnis und Handlung. Die Negativit\u00e4t der Philosophie der Postmoderne verneint das Denken von Marx, vor allem die materialistische Dialektik und die Idee der revolution\u00e4ren Umw\u00e4lzung der Gesellschaft; diese negative Beziehung zu Marx geh\u00f6rt zu ihrer Wesensbestimmung. Die Philosophie der Postmoderne ist im Schatten von Marx angesiedelt; sie vermag diesen Schatten weder abzuwenden noch aus ihm herauszutreten. Die Tatsache, da\u00df die Philosophie der Postmoderne in ihrer Auseinandersetzung mit der materialistischen Dialektik die Geschichte und die Rationalit\u00e4t schlechthin \u00bbdekonstruiert\u00ab, die Moderne ablehnt, insofern der erste historische Typus des Begriffs der Moderne die Idee der rationellen Aneignung der Natur und der Wandlung der Gesellschaft war, best\u00e4tigt ex negativo, da\u00df die philosophische Theorie der materialistischen Dialektik im Gang der menschlichen Erkenntnis und Emanzipation tief verwurzelt ist.<\/p>\n<p><strong>Editorischer Hinweis<\/strong><\/p>\n<p>Andr\u00e1s Ged\u0151, Die Philosophie der Postmoderne im Schatten von Marx, in: Moderne &#8211; Nietzsche &#8211; Postmoderne, Studien zur sp\u00e4tb\u00fcrgerlichen Ideologie, Berlin 1990, Leseauszug: S. 83-88<\/p>\n<p><em>Quelle: <u><a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/trd0918\/t090918.html%20vom%204\">infopartisan.net&#8230;<\/a><\/u> vom 4. September 2018<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[54]<\/a> \u00bbWir sind jenseits von Marx (und dem Marxismus). Aber auch ohne Marx (und den Marxismus). Ich habe nie richtig verstanden, was gl\u00fcckliche Ausdr\u00fccke, wie etwa mit Marx jenseits von Marx, bedeuten k\u00f6nnten. Wenn man mit Marx ist, wie macht man es, jenseits von ihm zu sein? Wenn man jenseits von ihm ist, wie ist man dann in seiner Gesellschaft?\u00ab (S. Veca. Le mosse della ragione. Scritti di filosofia e politica, Milano 1980, p. IX.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[55]<\/a> \u00bbFoucaults &#8211; skeptische und k\u00fchne &#8211; Botschaft lautet: Die Postmoderne mu\u00df eine Pr\u00e4moderne werden, oder sie wird gar nicht sein.\u00ab (R. Schlesier, Humaniora. Eine Kolumne, in: Merkur, 1987, S. 822).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[56]<\/a> \u00bbDie Vernunft, so scheint es, verliert an Ansehen. Das Erbe der Aufkl\u00e4rung, schwindet, Heilslehren, die aus dem Ungesonderten sch\u00f6pfen, aus dem Vorbewu\u00dften und aus einer ungeb\u00e4ndigten Natur, wo Seele und Geist, Gef\u00fchl und\u00a0Verstand noch nicht geschieden sind, gewinnen an Autorit\u00e4t, an \u00bbalternativer\u00ab\u00a0Verbindlichkeit.\u00ab (Mythen der Moderne, in: Neue Z\u00fcrcher Zeitung, 16. 9. I983.).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[57]<\/a> Vgl. aus unterschiedlichen Gesichtspunkten: G. Hofmann, Was die Spatzen\u00a0nicht von den D\u00e4chern pfeifen, in: Die Zeit, 21. 11. 1986; O. Marquard, Die\u00a0arbeitslose Angst, in: Die Zeit, 12. 12. 1986; H.-E. Richter, Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, in: Die Zeit, 16. 1. 1987; U. Greiner, Wahrheiten mit Verfallsdatum, in: Die Zeit, 20. 2. 1987; W. Sch\u00e4fer, Die Krankheit der Vernunft,\u00a0in: Die Zeit, 3. 4. 1987.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[58]<\/a> Vgl. G. Vattimo, La fine della modernit\u00e0, a. a. O., pp.\u00a010f. &#8211; Vgl. auch\u00a0Il\u00a0pensiero debole. A cura di G. Vattimo e P. A. Rovatti, Milano 1985. &#8211; \u00bbF\u00fcr mich\u00a0war immer Heidegger der wesentliche Philosoph\u00ab, sagte Michel Foucault in seinem letzten Interview. \u00bbMein ganzer philosophischer Werdegang war durch meine Heidegger-Lekt\u00fcre bestimmt. Ich gebe aber zu, da\u00df Nietzsche ihn \u00fcberwogen hat. Ich kenne Heidegger ungen\u00fcgend, praktisch kenne ich weder Sein und Zeit, noch seine neulich herausgegebenen Sachen. Meine Nietzsche-Kenntnis ist viel besser als die, die ich von Heidegger habe; trotzdem ist es gewi\u00df, da\u00df ich diese beiden grundlegenden Erfahrungen gemacht habe &#8230; Ich habe aber nie etwas \u00fcber Heidegger geschrieben und \u00fcber Nietzsche lediglich einen ganz kleinen Artikel; dennoch las ich diese beiden Autoren am meisten.\u00ab Und Foucaults lapidar gezogenes Fazit: \u00bbIch bin einfach Nietzscheaner &#8230;\u00ab (In: Les Nouvelles litteraires des arts, des sciences et de la societ\u00e9, 28. 6. 1984, p. 40.) &#8211; Zum Thema Nietzsche als Vorl\u00e4ufer der Philosophie der Postmoderne vgl. auch I. Hassan, The Right Promethean Fire, a. a. O., pp. 93ff., 144.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[59]<\/a> E. J\u00fcnger, Werke, Bd. 6, Stuttgart o. J., S. 335.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[60]<\/a> Ebenda, S. 536.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[61]<\/a> P. Valery, (Euvres, vol. I, Paris 1957, p. 988.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[62]<\/a> Vgl. u. a. die \u00dcberlegungen des (Marx-kritischen) Buches von D. McLellan, Karl Marx: The Legacy, London 1983, p. 179.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[63]<\/a> G. Benn, Gesammelte Werke. Bd. 1: Essays, Reden, Vortrage, Wiesbaden 1959 S. 337.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[64]<\/a> Vgl. W. Wilde, Horizons of Assent. Modernism, Postmodemism, and the Ironie Imagination, Baltimore and London 1981, pp. 136ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[65]<\/a> \u00bbEs ist nicht mehr die Dialektik am Werk, sondern die Extase.\u00ab (J. Baudrillard, Les strategies fatales, Paris 1983, p. 59).<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[66]<\/a> Vgl. R. Sch\u00fcrmann, Anti-Humanism. Retlections on the Turn towards the Post-Modern Epoch, in: Man and World, 2\/1979; M. Ryan, Marxism and Decon-struetion. A Critical Examination, Baltimore and London 1982.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[67]<\/a>C. Pasquinelli, Marxism in Crisis: The Decline of the Marxist Myth, in: Rethinking Marx, ed. by S. H\u00e4nninen and L. Pald\u00e1n, Berlin (West) 1984, p. 24. -In der geistigen Atmosph\u00e4re der Philosophie der Postmoderne sei die \u00bbKrise der Vernunft\u00ab als \u00bbdie Liquidation des Marxismus und der zentralen Stellung der Arbeiterschaft\u00ab auszulegen. (Vgl. M. Vegetti, Potenza dall&#8217;strazione e sapere dei soggetti, in: aut aut, 175-176\/1980, p. 5) &#8211; Zur marxistischen Antikritik an der Marx-Kritik dieser Art vgl. u. a. Marx ei suoi critici. A cura di G. M. Cazzaniga. D. Losurdo, L. Sichirollo, Urbino 1987.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Andr\u00e1s Ged\u0151. . . .\u00a0Von den lebensphilosophischen Ans\u00e4tzen der Romantik \u00fcber Kierkegaard bis zur \u00bbnegativen Dialektik\u00ab, von Nietzsche \u00fcber Spengler und Ernst J\u00fcnger bis zu Heidegger und Foucault<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6],"tags":[79,13,14],"class_list":["post-4002","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","tag-georg-lukacs","tag-marx","tag-postmodernismus"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4002","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4002"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4002\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4003,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4002\/revisions\/4003"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4002"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4002"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4002"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}