{"id":4290,"date":"2018-11-09T15:38:04","date_gmt":"2018-11-09T13:38:04","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4290"},"modified":"2018-11-09T15:38:04","modified_gmt":"2018-11-09T13:38:04","slug":"arbeitskaempfe-und-soziale-proteste-rund-um-den-logistiksektor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4290","title":{"rendered":"Arbeitsk\u00e4mpfe und soziale Proteste rund um den Logistiksektor"},"content":{"rendered":"<p><em>AkG.<\/em> <strong>Was haben die Proteste zur #Seebr\u00fccke, die Streiks bei Ryanair oder in den Amazon Warenh\u00e4usern gemeinsam? Sie alle finden direkt oder indirekt im Logistiksektor statt. Anne Engelhardt zeigt<!--more-->, welche Verbindungen hier bestehen, und analysiert Ursachen f\u00fcr die \u2013 nicht nur von ihr konstatierte \u2013 Zunahme von sozialen und betrieblichen K\u00e4mpfen im Bereich des Logistiksektors. Der Artikel basiert auf ihrem Vortrag aus Anlass der Gr\u00fcndung des Arbeitskreises Arbeitsk\u00e4mpfe in der Assoziation f\u00fcr kritische Gesellschaftsforschung (AkG) vom 3. bis 5. November 2017. Mit diesem Beitrag er\u00f6ffnen wir eine Reihe zum Thema Logistik.<\/strong><\/p>\n<p>In den letzten zwei Jahren wurden H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen zu Schaupl\u00e4tzen f\u00fcr Migrationsbewegungen weltweit. Nachdem US-Pr\u00e4sident Donald Trump seine Abschiebepl\u00e4ne f\u00fcr tausende von Menschen mit vorwiegend muslimischem Hintergrund ver\u00f6ffentlichte, besetzten AktivistInnen Flugh\u00e4fen in Seattle, New York und anderen Gro\u00dfst\u00e4dten, um Deportationen zu verhindern. In Deutschland weigerten sich PilotInnen, Gefl\u00fcchtete nach Afghanistan zu transportieren, und blockierten so \u00fcber 200 Abschiebungen. Gewerkschaftlich aktive Ryanair KollegInnen beteiligten sich am 13. Oktober mit einem eigenen Block an der antirassistischen #unteilbar-Demonstration in Berlin.<\/p>\n<p>Rund ums Mittelmeer und die europ\u00e4ische Au\u00dfengrenze findet immer noch der Kampf um das Recht auf Seenotrettung statt. Schiffen, die Gefl\u00fcchtete vor dem Ertrinken retteten, wird das Einlaufen in die H\u00e4fen von Malta und Italien verweigert, so wird \u00d6l in die rassistischen Kampagnen in den europ\u00e4ischen L\u00e4ndern gegossen. Die Kapit\u00e4nInnen dieser Schiffe werden derzeit verurteilt, wenn sie sich gezielt an Rettungsaktionen beteiligten. Dagegen protestieren seit Wochen Tausende bei den #Seebr\u00fccke-Demonstrationen in Deutschland, auch in Barcelona gingen Hunderttausende auf die Stra\u00dfe und forderten, dass der Spanische Staat mehr Gefl\u00fcchtete aufnehmen solle.<\/p>\n<p><strong>Betriebliche Auseinandersetzungen im Logistiksektor <\/strong><\/p>\n<p>Daneben findet eine Reihe wichtiger Arbeitsk\u00e4mpfe in dem Bereich statt. Im Dezember 2017 streikten in unterschiedlichen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern FlugbegleiterInnen und PilotInnen daf\u00fcr, dass sie bei Ryanair eine gewerkschaftliche und betriebliche Vertretung aufbauen k\u00f6nnen. Nachdem dieser Schritt erfolgreich durchgesetzt werden konnte, gibt es nun vermehrt K\u00e4mpfe um Lohnerh\u00f6hungen und eine bessere Personalabdeckung w\u00e4hrend der Fl\u00fcge, die beispielsweise in Portugal, Polen, Irland, England und momentan auch zum ersten Mal in Deutschland ausgefochten werden. Bei den Amazon-Besch\u00e4ftigten, die vor allem f\u00fcr bessere L\u00f6hne, gegen \u00dcberwachung und G\u00e4ngelung eintreten, findet eine zunehmende europ\u00e4ische und globale Vernetzung der Standorte statt (Apicella 2016). Denn immer wieder kommt es vor, dass Standorte in Nachbarl\u00e4ndern f\u00fcr Streikbruch eingesetzt werden, wie sich bei den Arbeitsk\u00e4mpfen 2017 in Deutschland und Polen, aber auch immer wieder in Italien und Spanien zeigte (Boewe\/Schulten 2017). In Deutschland wird wenig von den Auseinandersetzungen an europ\u00e4ischen H\u00e4fen wie in Italien, Spanien und Portugal berichtet, wo Besch\u00e4ftigte gegen prek\u00e4re Arbeitsbedingungen k\u00e4mpfen. Auch in Hamburg gibt es immer wieder Unmut insbesondere unter den in Leiharbeit angestellten Besch\u00e4ftigten der Gesamthafenbetriebe (GHB), die 2017 protestierten, da ihnen f\u00fcr mehr als zwei Monate ihre L\u00f6hne nicht ausgezahlt wurden.<\/p>\n<p><strong>Logistische Revolution und Containerisierung <\/strong><\/p>\n<p>Die aufgef\u00fchrten sozialen und betrieblichen K\u00e4mpfe markieren nur einen kleinen Ausschnitt aus der Vielzahl an Auseinandersetzungen im Logistiksektor. Logistik ist zun\u00e4chst ein Prozess, der f\u00fcr die Produktion und Reproduktion von Kapital und Arbeit unabdingbar ist. Ohne Logistik sind die sich st\u00e4ndig wiederholenden Prozesse des Tausches von Waren, Dienstleistungen, Arbeitskr\u00e4ften und Wissen unm\u00f6glich (Scherrer\/Brand 2005: 9). Logistik umfasst daher ein komplexes und facettenreiches Set von technischem Wissen, Werkzeugen, Standardisierungen, Protokollen, Organisationsprinzipien, institutionellen Strukturen und rechtlichen Bedingungen (Transnational Social Strike Platform (TSS) 2017: 5). Die gesamte Wertsch\u00f6pfungskette und ihre unterschiedlichen Stationen wie Fabriken, Sweat Shops, Minen, Handarbeitsgewerbe und die Arbeitskr\u00e4fte, die an die jeweiligen Orte zum Arbeitseinsatz gelangen m\u00fcssen, sind wie Perlen auf der Schnur Logistik miteinander verkn\u00fcpft (Bensman\/Jaffee 2016: 58). Laut Brett Neilson (2012: 324) ist Logistik die Kunst und die Wissenschaft, die Mobilit\u00e4t von Menschen und Dingen so zu organisieren, dass sie \u00f6konomischen Zielen dient. Dazu geh\u00f6ren sowohl Kommunikation als auch Transport \u2013 sowohl von Menschen und Waren als auch von Nachrichten und Wissen.<\/p>\n<p>Eine Reihe von WissenschaftlerInnen und AktivistInnen argumentiert, dass insbesondere durch die sogenannte \u203aLogistische Revolution\u2039 bzw. die Einf\u00fchrung des Containers und des globalen Standardisierungsprozesses von Schienen, Schiffen, Z\u00fcgen, LKWs etc. ab den 1950er Jahren eine wichtige Ver\u00e4nderung eingetreten ist. Der Container erm\u00f6glicht eine intermodale und dadurch um ein Vielfaches schnellere und g\u00fcnstigere Verladung von G\u00fctern. Dabei wurden sowohl die Container als auch die Transportmittel der Container nach und nach auf Standardformate normiert. Als Waggon ohne R\u00e4der kann der Container problemlos auf Schiffen gestapelt, auf Z\u00fcgen wie auf LKWs transportiert werden (Levinson 2006). Die Umladung von Waren bzw. das L\u00f6schen und Beladen von Schiffen dauert nicht mehr wie zuvor eine Woche oder mehrere Tage (was noch eher erm\u00f6glichte, dass sich Besch\u00e4ftigte auf Schiffen gewerkschaftlich organisieren konnten, da sie auch f\u00fcr l\u00e4ngere Zeit an Land gehen konnten), sondern nur noch wenige Stunden. Die Liegezeiten der Containerschiffe wurden damit enorm reduziert. Das wiederum verringert Kosten f\u00fcr die Wartung, die Versorgung der Besatzung und Liegegeb\u00fchren. Durch die wachsende Geschwindigkeit und die gleichzeitige dramatische Reduktion der Transportkosten waren mehrere Prozesse \u00fcberhaupt erst denkbar:<\/p>\n<ul>\n<li>die Massenproduktion<\/li>\n<li>die extreme Globalisierung der Arbeitsprozesse<\/li>\n<li>die extreme Globalisierung der Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskr\u00e4ften und<\/li>\n<li>die Globalisierung von Warenzirkulation in dem heute bekannten Ausma\u00df.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Deborah Cowen (2010: 600) schreibt, dass sich mit der Revolution in der Logistik die Wahrnehmung und Nutzung von Raum f\u00fcr die Zulieferketten v\u00f6llig ver\u00e4ndert hat. Seit 1970 hat sich der Welthandel mehr als versechzigfacht, die Direktinvestitionsstr\u00f6me mehr als verhundertfacht und die Anzahl der transnationalen Unternehmen mehr als verzehnfacht (Schmalz 2015: 549).<\/p>\n<p>Damit ver\u00e4nderte sich aber auch die Position von Unternehmen und Branchen auf dem Weltmarkt. Diese Ver\u00e4nderung wird von Edna Bonacich (2003) und anderen als \u203afrom push to pull\u2039-Prozess bezeichnet. Statt \u00bbWaren auf den Markt zu werfen\u00ab geht es darum, \u00bbWaren auf den Markt zu ziehen\u00ab. So kam mit der logistischen Revolution ab Anfang der 2000er nach und nach auch die Revolution im Einzelhandel, die wiederum den gesamten globalen Arbeitsmarkt ver\u00e4nderte.<\/p>\n<p>Handwerk, Gewerbe und produzierende Konzerne verloren dramatisch an Bedeutung gegen\u00fcber Konzernen wie z.B. Wal-Mart oder UPS, die den Verkauf organisieren. Die Befehlskette kehrte sich um. Wal-Mart kann aufgrund der Art, wie er logistische Prozesse organisiert, Produktionspreise dr\u00fccken und Anbieter gegeneinander ausspielen. Die g\u00fcnstigsten Anbieter f\u00fcr Produkte waren h\u00e4ufig dort, wo die strukturelle Macht von ArbeiterInnen gering ist, also in China, Bangladesch etc.. Dies f\u00fchrte zu einer Verschlechterung von Arbeitsbedingungen, aber auch zu einer enormen Ausdifferenzierung von Arbeitsschritten, bis hin zu einem R\u00fcckschritt in das Verlags- und Manufakturwesen der Heimarbeit, wie z.B. in Indien, wo etwa die Produktion von Armb\u00e4ndern und anderen Teilprodukten von Frauen neben der Hausarbeit verrichtet wird. Eva Senghaas-Knobloch (2008: 36) beschreibt dies als R\u00fcckschritt ins 18.\/19. Jahrhundert, also eine R\u00fcckverlagerung der Arbeit in die Haushalte, jedoch bei einem gleichzeitig globalisierten, ver\u00e4stelten, digitalisierten und vernetzten Arbeitsprozess.<\/p>\n<p>Heute erleben wir eine weitere Verschiebung der globalen Marktmacht. Dieter Plehwe (2013: 59) bringt den Prozess der \u203alogistischen Revolution 2.0\u2039 sehr gut auf den Punkt, wenn er schreibt, dass es durch die Ausdehnung des elektronischen Handels mittlerweile die Logistikkonzerne selbst sind, die potenziell mit Industrie- und Handelskonzernen um die Position des \u00bbsupply chain masters\u00ab konkurrieren. Zudem konkurrieren gleichzeitig strukturschwache Regionen mit hohen Arbeitslosenzahlen durch Investitionen um geplante Ansiedlungen von neuen Speditionszentren, Warenh\u00e4usern usw., wie z.B. von den DHL-T\u00f6chtern in Nordhessen oder Amazon-Lagerh\u00e4usern.<\/p>\n<p><strong>Das logistische Scharnier <\/strong><\/p>\n<p>Die Rolle, die die diversen Logistik-\/Speditions-Unternehmen heute auf dem globalen Markt spielen, l\u00e4sst die Definition der Transnational Social Strike Plattform (TSS) plausibel erscheinen, wenn die AutorInnen schreiben, Logistik sei die dem Kapitalismus aktuell zugrundeliegende Logik und die treibende Kraft hinter fortw\u00e4hrender Restrukturierung der Produktion, politischer R\u00e4ume, Staaten, St\u00e4dte, Metropolen und Herrschaftsbeziehungen. Ihre spezifische Bedeutung liegt in der Fragmentierung und gleichzeitigen Ausdehnung der unterschiedlichen Knoten und Ketten von Produktion und Reproduktion (TSS 2017: 5).<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Rolle stellt Logistik immer auch ein Scharnier zwischen Produktion und Reproduktion, zwischen privatem und \u00f6ffentlichem Leben dar. Die K\u00e4mpfe in dem Sektor k\u00f6nnen aufgrund ihrer Vielseitigkeit nicht einseitig in Arbeitskampf oder Kampf um Reproduktion oder sogenannte \u203aalte\u2039 und \u203aneue\u2039 soziale Bewegungen unterteilt werden. Denn Logistik verbindet nicht nur unterschiedliche Punkte der Produktion und Reproduktion des Kapitals miteinander, sondern damit auch gleichzeitig die K\u00e4mpfe um diese Bereiche.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser ver\u00e4nderten Rolle der Logistikunternehmen gibt es eine Reihe von K\u00e4mpfen und Konflikten, die damit im Zusammenhang stehen. Der zentrale Ansatzpunkt ist dabei die Unterbrechung von logistischen Prozessen, denn Logistik verl\u00e4uft gr\u00f6\u00dftenteils unsichtbar. Wir bekommen die Lokf\u00fchrerin des ICEs, der uns nach Hamburg bringt, so gut wie nie zu Gesicht. LKW-FahrerInnen haben auf den Rastst\u00e4tten oft ihren eigenen Bereich. Viele Transporte, wie die von Panzern in Kassel, laufen nachts ab, sind also aus dem Blickfeld der \u00d6ffentlichkeit verbannt. Logistik wird erst durch ihre Unterbrechung sichtbar.<\/p>\n<p><strong>Logistik zwischen Migration und Grenzen <\/strong><\/p>\n<p>Logistische Prozesse verbinden Regionen und Staaten transnational. Damit markieren sie einerseits Grenzen, die sie andererseits auch \u00fcberschreiten m\u00fcssen, um eine reibungslose und schnelle Zirkulation sicherzustellen. Vor dem Hintergrund gr\u00f6\u00dferer Migrationsbewegungen durch wirtschaftliche, politische und umweltbedingte Zuspitzungen in unterschiedlichen Regionen der Welt wird die Frage \u203aWer darf eine Grenze mittels Flugzeug\/Boot\/Schiff\/Zug\/LKW\/Bus \u00fcberqueren?\u2039 wieder zentral, sowohl in Europa als auch global. Vor diesem Hintergrund ist es auch nicht verwunderlich, dass eben genau an H\u00e4fen und Flugh\u00e4fen, an Orten, an denen eine Konzentration von PassagierInnen und damit ein Nadel\u00f6hr entsteht, Potentiale f\u00fcr Proteste genutzt werden.<\/p>\n<p><strong>Arbeitsk\u00e4mpfe an Nadel\u00f6hren <\/strong><\/p>\n<p>Die logistische Revolution hat zu mehr Wettbewerb und zu einer h\u00f6heren Bedeutung von Geschwindigkeit gef\u00fchrt. Gleichzeitig gibt es Knotenpunkte der Logistik, die durch die Containerisierung die Umschlagszeit von Waren verk\u00fcrzen. Diese Knotenpunkte sind vor allem H\u00e4fen, an denen ein hohes Volumen an Waren transportiert wird, aber auch Flugh\u00e4fen, an denen sowohl leicht verderbliche als auch sehr hochwertige Waren verladen werden. Flugh\u00e4fen und H\u00e4fen bilden daher das Nadel\u00f6hr der globalen Zirkulation. HafenbetreiberInnen und Reedereien stehen dabei unter einem enormen globalen Konkurrenzdruck \u2013 insbesondere, weil die Bedeutung des Logistiksektors eine so hohe Bedeutung erlangt hat. Die Unternehmen versuchen Personalkosten einzusparen, sei es durch flexible Arbeitsvertr\u00e4ge, niedrige L\u00f6hne oder die Einf\u00fchrung der \u00bbSelbstabfertigung\u00ab, d.h., dass Flugzeuge oder Schiffe nicht mehr durch das \u00f6rtliche Flughafen- und Hafenpersonal entladen und gewartet werden, sondern durch firmeneigenes Personal. Durch den Widerspruch zwischen der unbedingten Personalkostensenkung einerseits und der enormen Bedeutung der Wertsch\u00f6pfungskette mit dem Ziel einer ununterbrochenen Zirkulation von Waren und Arbeitskraft wird es immer h\u00e4ufiger auch auf betrieblicher Ebene zu K\u00e4mpfen kommen.<\/p>\n<p>Prekarisierung der Arbeit ist dabei nicht nur ein Mittel, um Kosten zu senken, sondern erm\u00f6glicht auch ein gr\u00f6\u00dferes Drohpotential f\u00fcr den Arbeitgeber, gewerkschaftlich organisierte Besch\u00e4ftigte schneller entlassen zu k\u00f6nnen. Der Kampf gegen Prekarisierung im Logistiksektor ist zu einer der entscheidendsten Auseinandersetzungen geworden \u2013 er dient gleichzeitig als Mittel zur gewerkschaftlichen Reorganisierung der Transportbesch\u00e4ftigten und f\u00fchrte beispielsweise bei den Amazon-Besch\u00e4ftigten, im Hafensektor in Portugal, bei den LKW FahrerInnen in den USA oder der Ryanair-Flugbegleitung zum Neuaufbau und zur Reorganisierung der gewerkschaftlichen Strukturen.<\/p>\n<p>Die Entwicklung des Logistiksektors hat neue Widerspr\u00fcche erzeugt und ist zunehmend in unterschiedliche politische und soziale Konflikte verwoben, was immer wieder zu sowohl betrieblichen als auch sozialen K\u00e4mpfen f\u00fchren wird. Dabei ist eine Reorganisierung von gewerkschaftlichen, also auch aktivistischen, Strukturen zu beobachten, die die zentrale Rolle der logistischen Knotenpunkte in der globalen Wertsch\u00f6pfungskette nutzen, um soziale und betriebliche Verbesserungen durchzusetzen.<\/p>\n<p><strong>Literatur: <\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Apicella, Sabrina (2016): \u00bbAmazon in Leipzig: Von den Gr\u00fcnden (nicht) zu streiken\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/Studien\/Studien_09-%2016_Amazon_Leipzig.pdf\">https:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/Studien\/Studien_09- 16_Amazon_Leipzig.pdf<\/a> (Accessed February 21, 2017). express Nr. 10\/2018 5.<\/li>\n<li>Bensman, David\/David Jaffee (2016): \u00bbDraying and Picking: Precarious Work and Labor Action in the Logistics Sector\u00ab, WorkingUSA: The Journal of Labor and Society, 19, 57\u2013 79.<\/li>\n<li>Boewe, J\u00f6rn\/Johannes Schulten (2017): \u00bbThe long struggle of the amazon employees. Laboratory of Resistance: interim assessment and prospects for union organising at the global e-commerce leader in Germany and Europe\u00ab, <a href=\"https:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/engl\/Long-struggle-of-Amazonemployees.pdf\">https:\/\/www.rosalux.de\/fileadmin\/rls_uploads\/pdfs\/engl\/Long-struggle-of-Amazonemployees.pdf<\/a> (Accessed September 28, 2018).<\/li>\n<li>Bonacich, Edna (2003): \u00bbPulling the Plug: Labor and the Global Supply Chain\u00ab, New Labor Forum, 12:2, 41\u201348.<\/li>\n<li>Cowen, Deborah (2010): \u00bbA Geography of Logistics: Market Authority and the Security of Supply Chains\u00ab, Annals of the Association of American Geographers, 600\u2013620.<\/li>\n<li>Levinson, Marc (2006): \u00bbThe box: how the shipping container made the world smaller and the world economy bigger\u00ab, Princeton, N.J: Princeton University Press.<\/li>\n<li>Neilson, Brett (2012): \u00bbFive theses on understanding logistics as power\u00ab, Scandinavian Journal of Social Theory, 13:3, 323\u2013340.<\/li>\n<li>Plehwe, Dieter (2013): \u00bbConverging on strike revisited: Deregulation and the rise of low cost employment regimes in the European airline industry\u00ab, Discussion Paper SP III 2013- 502, WZB Berlin Social Science Center.<\/li>\n<li>Scherrer, Christoph\/Ulrich Brand (2005): \u00bbContested Global Governance: Konkurrierende Formen und Inhalte globaler Regulierung\u00ab, Kurswechsel. Zeitschrift f\u00fcr gesellschafts-, wirtschafts- und umweltpolitische Alternativen, 1, 90\u2013103.<\/li>\n<li>Schmalz, Stefan (2015): \u00bbAn den Grenzen des American Empire. Geopolitische Folgen des chinesischen Aufstiegs\u00ab, Prokla, 181:45, 545\u2013562.<\/li>\n<li>Senghaas-Knobloch, Eva (2008): \u00bbWohin driftet die Arbeitswelt?\u00ab, Wiesbaden: VS Verlag f\u00fcr Sozialwissenschaften.<\/li>\n<li>Transnational Social Strike Platform (TSS) (2017): \u00bbLogistics &amp; the Transnational Social Strike\u00ab, 1:1, 5\u201313. express im Netz unter: <a href=\"http:\/\/www.express-afp.info\">www.express-afp.info<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/wp-content\/uploads\/2018\/11\/engelhardt1018.pdf\">\u00a0express 10\/2018&#8230;<\/a> vom 9. November 2018 <\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>AkG. Was haben die Proteste zur #Seebr\u00fccke, die Streiks bei Ryanair oder in den Amazon Warenh\u00e4usern gemeinsam? 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