{"id":4306,"date":"2018-11-11T10:16:42","date_gmt":"2018-11-11T08:16:42","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4306"},"modified":"2018-11-11T16:59:16","modified_gmt":"2018-11-11T14:59:16","slug":"lehren-der-deutschen-revolution-1918-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4306","title":{"rendered":"Lehren der deutschen Revolution 1918\/19"},"content":{"rendered":"<p><em>GIS.<\/em> Der 9. November ist ein besonderes Datum im deutschen Geschichtskalender. Vor 70 Jahren brannten im Zuge der sog. \u201eReichskristallnacht\u201c die Synagogen und j\u00fcdische Gesch\u00e4fte, der Auftakt zum Massenmord der Nazis. Vor<!--more--> nunmehr fast 30 Jahren fiel die Berliner Mauer, w\u00e4hrend der 9. November 1918 vor 100 Jahren als Auftakt der Novemberrevolution gilt. Fast genau ein Jahr nach der russischen Oktoberrevolution war nun auch Deutschland vom revolution\u00e4ren Fieber ergriffen worden. Angesichts der harten Bedingungen der Isolation und den qu\u00e4lenden Debatten \u00fcber die Unterzeichnung des Vertrages von Brest Litowsk, war die deutsche Revolution f\u00fcr die russischen Bolschewiki ein lang ersehnter Lichtblick. Die Isolation des revolution\u00e4ren Russland schien gebrochen und die Weltrevolution auf dem Vormarsch.<\/p>\n<p><strong>Der schwierige Bruch mit der Sozialdemokratie<\/strong><\/p>\n<p>Die Wirklichkeit sah anders aus. Die Konterevolution war bereits Wochen vor der Revolte der Arbeiter und Matrosen auf die Ereignisse vorbereitet. Im September musste der Chef des Generalstabes, Ludendorff, den Kaiser davon unterrichten, dass die deutsche Offensive, die nach der Unterzeichnung des Vertrages von Brest Litowsk gestartet wurde, zum Stehen gekommen war. F\u00fcr die herrschende Klasse stellte sich nun die Frage wie sie mit m\u00f6glichst geringem Schaden aus dem verlorenen Krieg herauskommen k\u00f6nnte. Sie setzten zun\u00e4chst auf eine Verst\u00e4ndigung mit den alliierten M\u00e4chten, mussten jedoch bald einsehen, dass auf dem diplomatischen Wege nur sehr wenig zu erreichen war. Der deutsche Generalstab begann nun Verhandlungen mit der SPD aufzunehmen, was an und f\u00fcr sich kein neuer Schritt war. Bereits vor dem Kriege hatte es Verhandlungen mit der Sozialdemokratie gegeben, um sicherzustellen, dass diese die Kriegsbem\u00fchungen Deutschlands nicht sabotiere. Diese Verhandlungen waren letztendlich von Erfolg gekr\u00f6nt. Zum gro\u00dfen Erstaunen der Welt\u00f6ffentlichkeit, trotz aller Verlautbarungen und internationalen Antikriegsproklamationen lie\u00df die SPD in der \u201e<em>Stunde der Gefahr\u201c<\/em>\u00a0ihr \u201e<em>Vaterland nicht im Stich<\/em>\u201c und stellte sich auf die Seite der Kriegstreiber. Der Burgfriede mit dem Kaiser war geschlossen, die Arbeiterklasse quasi \u00fcber Nacht politisch entwaffnet worden.<\/p>\n<p>Dieser sog. \u201e<em>Burgfriede\u201c<\/em>\u00a0begann im April 1916 erste Risse zu bekommen, als sich die SPD spaltete und die USPD die politische B\u00fchne betrat. Allerdings hatten auch die sog. Unabh\u00e4ngigen keine konsistente und prinzipielle Kritik am imperialistischen Krieg und beschr\u00e4nkten sich vornehmlich auf vage pazifistische Parolen und Forderungen, anstatt die Arbeiterklasse offen zum Widerstand gegen den Krieg aufzurufen. Diese Aufgabe blieb kleineren Gruppen \u00fcberlassen, die den Bruch mit der Sozialdemokratie und der Kriegspolitik schon sehr viel fr\u00fcher vollzogen hatten. Die klarste von ihnen waren die sog. Bremer Linksradikalen um Paul Fr\u00f6hlich und Johann Knief. Sie bezogen sich in ihren Positionen viel auf die holl\u00e4ndischen \u201e<em>Tribunisten\u201c<\/em>\u00a0(benannt nach ihrer Zeitschrift \u201e<em>Trib\u00fcne<\/em>\u201c) um Anton Pannekoek und Herman Gorter, die schon 1909 mit der Sozialdemokratischen Partei gebrochen und sich eigenst\u00e4ndig organisiert hatten. Die Bremer Linksradikalen wie auch die sog. \u201e<em>Lichtstrahlen\u201c<\/em>-Gruppe um Julian Borchhard waren die Vorl\u00e4ufer der kommunistischen Linken. Sie hatten bereits auf der Zimmerwalder Konferenz Lenins Politik unterst\u00fctzt, den imperialistischen Krieg in einen B\u00fcrgerkrieg zu verwandeln. Nach der Zimmerwalder Konferenz fusionierten diese beiden Gruppen, um die\u00a0<em>\u201eInternationalen Sozialisten Deutschlands\u201c<\/em>\u00a0(ISD) ins Leben zu rufen. Zwar leisteten die ISD (ab 1918 umbenannt in \u201e<em>Internationale Kommunisten Deutschlands\u201c<\/em>-IKD), eine wichtige Umgruppierungsarbeit unter den revolution\u00e4ren Gruppen und Einzelpersonen, gleichwohl blieb ihr Einfluss in der Arbeiterklasse begrenzt. Weitaus bekannter war die Gruppe Internationale, die auch unter dem Namen ihrer Flugschrift als Spartakusgruppe oder Spartakisten firmierte. Ihr Bekanntheitsgrad ging wesentlich auf die Aktivit\u00e4ten und die Popularit\u00e4t ihres F\u00fchrungsmitglieds Karl Liebknecht zur\u00fcck. Liebknecht war einer der ersten, der sich der parlamentarischen Disziplin der Sozialdemokratie widersetzt und im Dezember 1914 gegen die Kriegskredite gestimmt hatte. Dieser mutige Alleingang brachte ihm hohes Ansehen und Prestige in der Arbeiterklasse ein, insbesondere als der erste Kriegstaumel sich zu legen begann. 1916 wurde Liebknecht aufgrund seiner antimilitaristischen Aktivit\u00e4ten inhaftiert, was zu einem eindrucksvollen Proteststreik der Arbeiterklasse f\u00fchrte. Trotz ihrer bemerkenswerten Antikriegsaktivit\u00e4ten blieb die Spartakusgruppe immer noch dem politischen Bezugsrahmen der alten Sozialdemokratie befangen. Obwohl sie sich des halbherzigen Charakters der USPD durchaus bewusst war, trat sie ihr als Str\u00f6mung bei. Dies war ein schwerwiegender Fehler, da die USPD, weit davon entfernt \u201e<em>unabh\u00e4ngig<\/em>\u201c zu sein, ein regelrechtes Sammelbecken f\u00fcr einschl\u00e4gige Revisionisten wie z.B. Bernstein oder Kautsky darstellte. Rosa Luxemburg, die andere prominente F\u00fchrungsfigur der Spartakusgruppe, hatte die letzten 20 Jahre versucht, in der Sozialdemokratie f\u00fcr eine revolution\u00e4re Perspektive zu k\u00e4mpfen. Aber auch sie war nicht in der Lage, g\u00e4nzlich mit der Sozialdemokratie zu brechen. Selbst zu Beginn des Krieges stand sie noch auf dem Standpunkt, dass eine schlechte Arbeiterpartei immer noch besser als gar keine sei. Grandioser h\u00e4tte man nicht falsch liegen k\u00f6nnen. Die Programmatik der Spartakusgruppe basierte im Wesentlichen auf Rosa Luxemburgs Junius-Brosch\u00fcre. Trotz einiger weitsichtiger Kritiken an der Politik der Kriegssozialisten, blieb die Junius-Brosch\u00fcre jedoch noch der Orientierung verhaftet, das Wesen der Sozialdemokratie \u00e4ndern zu k\u00f6nnen. Rosa Luxemburg hatte noch nicht vollst\u00e4ndig verstanden, dass die Unterst\u00fctzung des Krieges kein einfacher Fehltritt gewesen war, sondern lediglich die wahre Natur der Sozialdemokratie offenbart hatte \u2013 die Klassenkollaboration mit dem Kapitalisten, um das System als Ganzes zu verteidigen.<\/p>\n<p>Es ist kein Zufall, dass alle sozialdemokratischen Gewerkschaftsf\u00fchrer sich der Mehrheit um Ebert und Noske anschlossen, die ebenso wie sie aus dem Gewerkschaftsapparat kamen. Ihr ganzer politischer Lebensinhalt bestand darin, mit dem Kapital Verhandlungen zu f\u00fchren. Die Spartakusgruppe rechtfertigte ihren Verbleib in der USPD mit dem Argument, die Basis im revolution\u00e4ren Sinne zu beeinflussen. Faktisch war das Gegenteil der Fall. Als Teil der USPD bezogen die Spartakisten nicht die gleiche konsequente Antikriegsposition wie sie bspw. von Lenin und den \u201e<em>Internationalen Sozialisten Deutschlands\u201c<\/em>\u00a0auf den Konferenzen von Zimmerwald und Kiental verfochten wurde. Ihr Unverm\u00f6gen, sich politisch und organisatorisch von der USPD abzusetzen hatte zur Folge, dass viele Impulse der Antikriegsaktivit\u00e4ten Liebknechts und Luxemburgs wirkungslos verpufften. In Russland hatten die Bolschewiki schon sehr viel fr\u00fcher mit dem zentristischen Parteifl\u00fcgel gebrochen, und damit begonnen, eigenst\u00e4ndige Organisationsstrukturen auszubauen und Propaganda zu betreiben. Dies erm\u00f6glichte es ihnen, nach der Februarrevolution 1917 als internationalistischer Bezugspunkt f\u00fcr die Arbeiterklasse zu fungieren.<\/p>\n<p>In Deutschland stellte sich die Lage vollkommen anders dar. Die Spartakisten z\u00f6gerten nicht nur sich von der USPD abzugrenzen, sie f\u00fcgten sich dazu auch noch bereitwillig in deren f\u00f6deralistischen und dezentralen Organisationsstrukturen ein, was die Entwicklung einer eigenst\u00e4ndigen und wahrnehmbaren Politik g\u00e4nzlich verz\u00f6gerte, Erst in den letzten Dezembertagen des Jahres 1918 konstituierte sich eine eigenst\u00e4ndige kommunistische Partei. Luxemburg hatte in ihren \u201e<em>Leits\u00e4tzen \u00fcber die Aufgaben der Sozialdemokratie\u201c<\/em>\u00a0hervorgehoben, dass\u00a0<em>\u201e\u2026 sich die Hauptaufgabe des Sozialismus heute darauf (richtet), das Proletariat aller L\u00e4nder zu einer lebendigen revolution\u00e4ren Macht zusammenzufassen, es durch eine starke internationale Organisation mit einheitlicher Taktik und politischer Aktionsf\u00e4higkeit im Frieden wie im Kriege zu dem entscheidenden Faktor des politischen Lebens zu machen, wozu es durch die Geschichte berufen ist.\u201c<\/em>\u00a0<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0Dies war eine weitschweifige und \u00e4u\u00dferst vage Perspektive, aber keine konkrete Orientierung, um mit der USPD zu brechen und einen Umgruppierungsprozess mit den anderen linken Gruppen (ma\u00dfgeblich ISD\/IKD) einzuleiten. Mit letzteren gab es sicher eine Reihe politischer Differenzen in der Frage des Parlamentarismus oder der Gewerkschaften, diese waren jedoch weitgehend taktischer Natur. Das eigentliche Drama bestand darin, dass alle deutschen Revolution\u00e4re, die im Dezember 1918 die KPD aus der Taufe hoben, noch vollst\u00e4ndig in f\u00f6deralistischen und lokalistischen Arbeitsweisen verhaftet waren. Dies zu einem Zeitpunkt als nicht nur eine kommunistische Partei in Deutschland, sondern auch eine neue Internationale dringend gebraucht wurde. Die f\u00f6deralistischen Strukturen des Spartakusbundes wurden einfach auf die neue kommunistische Partei \u00fcbertragen, so dass diese nicht einmal in der Lage war, ein wirklich funktionierendes Zentralkomitee zu entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Pr\u00e4ventive Konterrevolution<\/strong><\/p>\n<p>Die Gegenseite war von so einem Dilettantismus weit entfernt. Die herrschende Klasse stand der drohenden Gefahr durchaus gewappnet gegen\u00fcber. Die Sozialdemokratie war dem deutschen Imperialismus einmal zur Hilfe geeilt und hatte folgerichtig auch kein Problem dies wieder zu tun. 1917 brachen unter der ausgehungerten Bev\u00f6lkerung spontane Streiks und Demonstrationen aus, die sich unter dem Eindruck der Oktoberrevolution rasch ausweiteten. Im Januar traten in Wien hunderttausende Arbeiter in den Streik und w\u00e4hlten R\u00e4te nach russischem Vorbild. Eine Woche sp\u00e4ter verteilten die Spartakisten Flugbl\u00e4tter, in denen zur Solidarit\u00e4t mit den Wiener Arbeitern aufgerufen wurde. Eine halbe Million Arbeiter reagierten positiv auf diesen Streikaufruf. Auf Massenversammlungen wurden Delegierte und Streikkomitees gew\u00e4hlt, die Keimform von Arbeiterr\u00e4ten. Es wurde ein Aktionskomitee gebildet, dem 11 Delegierte angeh\u00f6rten. Ludendorffs Regime blieb jedoch nicht unt\u00e4tig: Streikversammlungen wurden gewaltsam aufgel\u00f6st und der Belagerungszustand ausgerufen.<\/p>\n<p>Weitaus schwerwiegender als diese Repressalien wirkte jedoch der Umstand, dass dem besagten Aktionskomitee drei Mitglieder der Mehrheitssozialdemokratie angeh\u00f6rten. Einer davon war Friedrich Ebert, der seine Beweggr\u00fcnde f\u00fcr den Eintritt in das Komitee sp\u00e4ter folgenderma\u00dfen auf den Punkt brachte:\u00a0<em>\u201eIch bin mit der bestimmten Absicht in die Streikleitung eingetreten, den Streik zum schnellsten Abschluss zu bringen, und eine Sch\u00e4digung des Landes zu verh\u00fcten.<\/em>\u201c Die Sozialdemokraten arbeiteten nun flei\u00dfig daran die Bewegungsans\u00e4tze zu sabotieren. Ebert gab sich sogar daf\u00fcr her, auf einer verbotenen Versammlung zu sprechen, um eine Ausweitung der Bewegung zu verhindern. Er orientierte mit einigen Erfolg auf Verhandlungen mit der Regierung \u00fcber die \u00f6konomischen Forderungen der Streikenden. Da die v\u00f6llig unvorbereiteten Revolution\u00e4re, dem nichts entgegenzusetzen hatten, endete die Streikbewegung in Konfusion und Demoralisation. Die Regierung ging nun zu weiteren Repressalien \u00fcber, und schickte die aktivsten Streikaktivsten an die Front. Die Reihen der Arbeiteraktivisten wurden so weiter ausged\u00fcnnt.<\/p>\n<p>Doch ihr eigentliches patriotisches Gesellenst\u00fcck leisteten Ebert, Scheidemann erst im November 1918 ab. Der deutsche Generalstab stand nach dem verlorenen Krieg vor der Herausforderung, die Klassenprivilegien der Bourgeoisie zu sichern. Es gelang ihm in den Waffenstillstandsverhandlungen die Alliierten davon zu \u00fcberzeugen, eine betr\u00e4chtliche Menge Waffen und Maschinengewehre nach Deutschland zu schaffen, um den \u201e<em>Erhalt der sozialen Ordnung\u201c <\/em>sicherzustellen. Gleichzeitig wurden sog. \u201e<em>unzuverl\u00e4ssige Elemente<\/em>\u201c in den verschiedenen Truppenteilen vor ihrer R\u00fcckkehr nach Deutschland penibel \u00fcberwacht. Das Kernelement im strategischen Plan des Generalstabes bestand jedoch in der \u00dcbertragung der Regierungsgesch\u00e4fte an den einstigen \u201e<em>Klassengegner\u201c<\/em>, die Sozialdemokratie. So wurde eine neue demokratische Fassade geschaffen um der drohenden revolution\u00e4ren Gefahr zu begegnen. Als Ende Oktober die Nachricht vom Kieler Matrosenaufstand Berlin erreichte, wurde der Mehrheitssozialdemokrat Noske nach Kiel entsandt. Noske musste schnell einsehen, dass es unm\u00f6glich war, die Matrosen dazu zu \u00fcberreden, die Waffen abzugeben und wieder auf ihre Schiffe zur\u00fcckzukehren. Stattdessen bem\u00fchte er viel \u201e<em>sozialistische\u201c<\/em>\u00a0Rhetorik und stellte sich an die Spitze der Bewegung, ohne auf viel Widerspruch zu sto\u00dfen. Die USPD unterst\u00fctze Noske im Namen der \u201e<em>proletarischen Einheit<\/em>\u201c.<\/p>\n<p>W\u00e4hrenddessen breitete sich die Revolution \u00fcber ganz Deutschland aus. In Hamburg, Bremen, Hannover, Braunschweig, K\u00f6ln, M\u00fcnchen, Leipzig, Dresden, Chemnitz, Frankfurt, D\u00fcsseldorf, Stuttgart und \u00fcber hundert weiteren St\u00e4dten entstanden Arbeiter- und Soldatenr\u00e4te. Am 9. November musste der Kaiser schlie\u00dflich abdanken. Reichkanzler Prinz Max von Baden \u00fcbertrug die Regierungsgesch\u00e4fte an Friedrich Ebert. Die SPD \u00fcbernahm nun die Initiative. In den Verlagsr\u00e4umen ihrer Zeitschrift Vorw\u00e4rts gr\u00fcndete sie einen Arbeiter -und Soldatenrat der f\u00fcr den n\u00e4chsten Tag zu einer Massenversammlung aufrief. Die USPD- F\u00fchrung traute angesichts dieses gesch\u00e4ftigen Treibens der einstigen \u201e<em>Kaiser-Sozialisten\u201c<\/em>\u00a0ihren Augen nicht, unterst\u00fctzen aber deren Vorgehen. Die sich ausbreitende R\u00e4tebewegung stellte nun eingefleischte sozialdemokratische Parlamentarier vor die Aufgabe, schnellsten die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen, um die Bewegung wieder in \u201e<em>geordnete Bahnen\u201c<\/em>\u00a0zu lenken.<\/p>\n<p>Die deutschen R\u00e4te unterschieden sich jedoch gewaltig von den russischen Sowjets. Sie standen meistens unter der Kontrolle der Mehrheitssozialdemokraten. Oftmals gaben Offiziere als sog \u201e<em>Soldatendeputierte<\/em>\u201c wieder den Ton an. W\u00e4hrend die russischen R\u00e4te an der Basis der Fabrikk\u00e4mpfe entstanden waren, entwickelten sich die R\u00e4te in Deutschlands oftmals aus der lokalen Initiative politischer Parteien und Gewerkschaften, die durch die Massenbewegung unter Handlungsdruck gekommen waren. Sicher wiesen die R\u00e4te an einigen Orten gro\u00dfe Gemeinsamkeiten mit den russischen Sowjets auf. In Ihrer gro\u00dfen Mehrheit glichen sie jedoch eher spontan entstandenen lokalen Verwaltungseinrichtungen als den Organen einer aufst\u00e4ndischen Bewegung gegen die politische Ordnung. Der erste nationale Arbeiter -und Soldatenkongress, der vom 16. bis zum 20 Dezember in Berlin tagte, spiegelte diesen heterogenen Klassencharakter wider. Anton Pannekoek hatte die Zeichen der Zeit klar erkannt, als er in einem Artikel in der britischen linkskommunistischen Zeitschrift\u00a0<em>\u201eWorkers` Dreadnought<\/em>\u201c schrieb:\u00a0<em>\u201eEs gibt keine Zweifel, dass f\u00fcr den 16. Dezember einberufene Kongress der Arbeiter \u2013 und Soldatenr\u00e4te in seiner Mehrheit die b\u00fcrgerliche Ebert-Haase-Regierung unterst\u00fctzen wird. Diese R\u00e4te sind in keiner Weise wirkliche proletarische Organe. In den Soldatenr\u00e4ten bestimmen die Offiziere, w\u00e4hrend in den Arbeiterr\u00e4ten die Gewerkschafts \u2013 und Parteif\u00fchrer den Ton angeben. Diese Leute werden nicht zulassen, dass die Revolution weiter voranschreitet, wenn sie es verhindern k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Diese Vorhersage wurde von Eugen Levin\u00e9, der als Delegierter des Spartakusbundes am Reichsr\u00e4tekongress teilnahm, vollauf best\u00e4tigt: <em>\u201eWir haben von vornherein gewusst, dass die Spartakus-Linke, in verschwindender Minderheit dort sein w\u00fcrden , haben auch gewusst, dass unser Nachbar von rechts, die Unabh\u00e4ngigen, ebenfalls nicht die Mehrheit haben w\u00fcrde. Trotzdem haben wir uns nicht denken k\u00f6nnen, dass die Zusammensetzung des R\u00e4tekongresses so erfolgen w\u00fcrde, dass, wie ein Genosse sich ausdr\u00fcckt hat, listenreiche Parteisekret\u00e4re und pflichteifrige Gewerkschaftsbeamte in der Mehrheit sein w\u00fcrden, denen die Interessen der Arbeiter gleichg\u00fcltig sind (\u2026) Wenn wir das Schicksal diese Kongresses betrachten wollen, (m\u00fcssen) wir gleichzeitig feststellen, wie dass Verh\u00e4ltnis der Spartakusgruppe zu den Unabh\u00e4ngigen war. Denn sie werden sich gefragt haben, wenn Sie die Kongressberichte gelesen haben: wo bleibt die Spartakusgruppe? (\u2026) Wo ist die grunds\u00e4tzliche Stellungnahme, die die Spartakusgruppe gegen die Unabh\u00e4ngigen in Gegensatz bringt? Wie ein kleines Sandk\u00f6rnchen die ganze Lawine mit sich rei\u00dft, so war es hier ein organisatorischer Fehlgriff, der von vornherein die Situation der Spartakusgruppe in eine hoffnungslose Lage gebracht hatte. (\u2026) Anstatt vorn auf der Trib\u00fcne zu wirken, waren wir gebunden an die Fraktion der Unabh\u00e4ngigen, die wie eine Bleikugel an unseren Beinen hing, und eine sehr heimt\u00fcckische Kugel, die es bewirkte, dass manchmal in der Rednerliste kleine Erdrutsche vorkamen, und die in jeder Beziehung unsere T\u00e4tigkeit lahm gelegt hatte.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Im Wesentlichen unterstrich Levin\u00e9 hier die absolute Unf\u00e4higkeit der Spartakusgruppe, unabh\u00e4ngig vom \u201eNachbar von rechts\u201c, bzw. der USPD, zu agieren und sich eigenst\u00e4ndig Geh\u00f6r zu verschaffen. Der Vorschlag des Spartakusbundes, statt einer Nationalversammlung die Macht den R\u00e4ten zu \u00fcbertragen, hatte keine Chance. Die USPD sabotierte die Debatte dar\u00fcber, und machte es damit der SPD einfach, die Selbstentmachtung des R\u00e4tekongresses zugunsten einer Nationalversammlung durchzuboxen. Levin\u00e9 zog daraus folgende Schlussfolgerung:<\/p>\n<p><em>\u201eIn den fr\u00fcheren Revolutionen war der Kampf einfach, mit offenem Visier. Die Gegenrevolution trat offen auf den Plan, sie bekannte sich als k\u00f6nigstreu, sie versteckte sich nicht. Heute wird der Kampf so erschwert, weil der Kapitalismus und der Imperialismus sich verstecken hinter der Maske der Abh\u00e4ngigen (Anm. d. Red. gemeint ist die SPD) und wir haben noch bis zur \u00dcbergabe der ganzen Macht an die Koalition des Kapitalismus und Imperialismus den Gegner mit der Scheinmaske. Unter diesen Umst\u00e4nden gehen wir jetzt in den Kampf.<\/em>\u201c<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a><\/p>\n<p><strong>Die Gr\u00fcndung der KPD<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr diesen Kampf waren die Revolution\u00e4re alles andere als vorbereitet. Rosa Luxemburgs Ansicht, dass eine schlechte Arbeiterpartei immer noch besser als gar keine sei, spiegelte in einem hohen Masse den Bewusstseinstand vieler Arbeiter wieder, die nicht verstehen konnten, dass die SPD nicht einfach nur falsch lag, sondern durchgehend opportunistisch war. Als sie im August 1914 die Klassengrenze \u00fcberschritten und in das Lager der Bourgeoisie \u00fcbergegangen war, gab es jedoch keine Arbeiterpartei als solche mehr. Gleichzeitig pflanzten die Spartakisten niemals ein Banner auf, hinter dem sich die revolution\u00e4ren Teile der Arbeiterklasse h\u00e4tten sammeln k\u00f6nnen. Sie entwickelten keine grundlegende Kritik an der Sozialdemokratie und selbst als diese sich spaltete, entschieden sie sich f\u00fcr eine Arbeit im Schosse der USPD, die eine verschwommene pazifistische Position zum Krieg vertrat. Faktisch w\u00e4re es nie zur Gr\u00fcndung der KPD gekommen, wenn es Karl Radek nicht gelungen w\u00e4re, die\u00a0<em>Internationalen Kommunisten Deutschlands\u00a0<\/em>(IKD) zu \u00fcberreden, mit dem Spartakusbund Vereinigungsverhandlungen aufzunehmen. Freilich unter der Ma\u00dfgabe, dass dieser mit der USPD zu brechen habe. Erst als die USPD Rosa Luxemburgs Forderung nach Einberufung eines Parteikongresses ablehnte, hatte diese keine andere Wahl mehr, als sich an der Gr\u00fcndung der KPD zu beteiligen. Gleichwohl gab es in den Reihen des Spartakusbundes die weit verbreitete Auffassung, dass eine revolution\u00e4re Partei eine Massenpartei nach sozialdemokratischem Vorbild sein m\u00fcsse. Dass dies ein schwerwiegender Denkfehler ist, wurde durch die Ereignisse in Deutschland best\u00e4tigt. Es liegt in der Natur der Sache, dass Massenparteien in den Strukturen des Systems arbeiten m\u00fcssen, um als solche zu \u00fcberleben. Wenn sie ihre Mitgliedschaft nicht verlieren wollen, m\u00fcssen sie auf alles und jeden eine schnelle (d.h. reformistische) Antwort parat haben.<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>\u00a0Die deutsche Sozialdemokratie hatte dies mit der Koexistenz eines Minimal \u2013 und eines Maximalprogramms hervorragend vorgemacht. Als jedoch der imperialistische Krieg auf der Tagesordnung stand, war die Spaltung entlang der Klassenlinie unausweichlich.<\/p>\n<p>Das Unverm\u00f6gen des Spartakusbundes, hieraus die politischen und organisatorischen Konsequenzen zu ziehen, f\u00fchrte zur versp\u00e4teten Gr\u00fcndung der KPD, zu einem Zeitpunkt, als die Konterevolution bereits auf dem Vormarsch war. Dennoch war noch nicht alles verloren. Die Ver\u00f6ffentlichung von Luxemburgs Entwurf eines Programmentwurfs war ein erster wichtiger Schritt zum Aufbau einer revolution\u00e4ren Partei. In dieser, unter dem Titel \u201e<em>\u00a0Was will der Spartakusbund\u201c<\/em>\u00a0publizierten Schrift, hob sie hervor, dass\u00a0<em>\u201edie Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaftsordnung die gewaltigste Aufgabe (ist), die je einer Klasse und einer Revolution in der Weltgeschichte zugefallen ist. (\u2026) In allen bisherigen Revolutionen war es eine kleine Minderheit des Volkes, die den revolution\u00e4ren Kampf leitete, die ihm Ziel und Richtung gab und die Massen nur benutzte, um ihre Interessen, die Interessen der Minderheit, zum Siege zu f\u00fchren. Die sozialistische Revolution ist die erste, die im Interesse der gro\u00dfen Mehrheit und durch die gro\u00dfe Mehrheit der Arbeitenden allein zum Siege gelangen kann.(\u2026) Das Wesen der sozialistischen Gesellschaft besteht darin, dass die gro\u00dfe arbeitende Masse aufh\u00f6rt, eine regierte Masse zu sein, vielmehr das ganze politische und wirtschaftliche Leben selbst lebt und in bewusster Selbstbestimmung lenkt. (\u2026) Die Proletariermassen m\u00fcssen lernen, aus toten Maschinen, die der Kapitalist an den Produktionsprozess stellt, zu denkenden, freien, selbstt\u00e4tigen Lenkern dieses Prozesses zu werden. (\u2026) Sozialisierung der Gesellschaft kann nur durch z\u00e4hen unerm\u00fcdlichen Kampf der Arbeitermasse in ihrer ganzen Breite verwirklicht werden, auf allen Punkten, wo Arbeit mit Kapital, wo Volk mit b\u00fcrgerlicher Klassenherrschaft aneinander ins Wei\u00dfe des Auges blicken. Die Befreiung der Arbeiterklasse kann nur das Werk der Arbeiterklasse selbst sein.\u201c<\/em>\u00a0<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a><\/p>\n<p><strong>Der Januaraufstand<\/strong><\/p>\n<p>Dies waren richtige und sehr weitsichtige Positionen. Dennoch verfielen Teile der KPD nur wenige Wochen nach ihrer Gr\u00fcndung in ein abenteuerliches Stellvertretertum. Nach ihrem versp\u00e4teten Bruch mit der Sozialdemokratie verf\u00fcgten die Mitglieder der KPD im Unterschied zu den Bolschewiki nicht \u00fcber gemeinsame politische Erfahrungen. F\u00f6deralistische und lokalistische Traditionen und Sichtweisen waren weit verbreitet. Zwar gab es eine sog. Zentrale, die aber praktisch kaum Einfluss hatte. Die KPD lehnte das parlamentarische System einhellig ab, dennoch gab es Differenzen dar\u00fcber ob man sich aus taktischen Gr\u00fcnden and den Wahlen zur Nationalversammlung beteiligen sollte. Letztendlich setzen sich in dieser Frage die Bef\u00fcrworter eines Wahlboykotts um Otto R\u00fchle gegen Rosa Luxemburg durch. Am 5. Januar riefen die Revolution\u00e4ren Obleute zu einer Demonstration gegen die Absetzung des Berliner USPD -Polizeipr\u00e4sidenten Emil Eichhorn durch die Ebertregierung auf, an der auch die KPD teilnahm. Am Abend nach dieser erfolgreichen Massendemonstration trafen sich Vertreter der Revolution\u00e4ren Obleute, der linken Unabh\u00e4ngigen und Karl Liebknecht als Vertreter der KPD und hoben einen sog. \u201e<em>Revolutionsausschuss\u201c<\/em>\u00a0aus der Taufe. Nun offenbarte sich eine gro\u00dfe Schw\u00e4che Liebknechts. Er war ein mutiger und couragierter Einzelk\u00e4mpfer, der es aber nicht gewohnt war, unter der Disziplin einer wirklich revolution\u00e4ren Organisation zu arbeiten. Ohne irgendwelche R\u00fccksprache mit der KPD- F\u00fchrung setzte er seinen Namen unter die Proklamation des Komitees, die die Ebertregierung kurzerhand f\u00fcr abgesetzt erkl\u00e4rte. Dies war wortgewaltige Prahlerei, da von einem ausgearbeiteten und koordinierten Aufstandsplan nicht die Rede sein konnte. Dennoch traten junge KPD-Mitglieder und revolution\u00e4re Arbeiter in Aktion, und lieferten sich Schie\u00dfereien mit der Polizei. Luxemburg und andere Leitungsmitglieder der KPD waren von Liebknechts Vorgehen entsetzt, aber gleichzeitig auch von der nun eingetretenen Situation \u00fcberfordert. Der in Berlin weilende Karl Radek forderte die KPD-Leitung eindringlich auf, die Bewegung zur\u00fcckzufahren und warnte vor einer Wiederholung der Julitage 1917 in Russland.<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>\u00a0Im Unterscheid zur KPD verf\u00fcgten die Bolschewiki jedoch \u00fcber eine feste Verankerung in der Arbeiterklasse und konnten sich somit von den Schl\u00e4gen der Reaktion schnell erholen. Die KPD hingegen stand gerade erst vor der Aufgabe, diese Verwurzelung in Angriff zu nehmen. Sie hatte in dieser entscheidenden Situation nicht einmal Einfluss auf ihre eigene Basis. Aufgrund ihrer versp\u00e4teten Gr\u00fcndung, des Fehlens einer klaren Organisationsstruktur, Disziplinlosigkeit und dem Mangel an kollektiven politischen Erfahrungen konnte sie den gewieften Taktikern der SPD wenig entgegensetzen. Die deutsche Arbeiterklasse musste daf\u00fcr einen hohen Preis zahlen. Dieser bestand nicht nur in den kaltbl\u00fctigen Morden an hunderten Arbeitern und Kommunisten (darunter auch Luxemburg und Liebknecht) sondern auch in der weiteren Niederlagen des revolution\u00e4ren deutschen Proletariats. Die Spaltung der KPD die zur Gr\u00fcndung der KAPD f\u00fchrte, das Scheitern der M\u00e4rzaktion 1921 sowie des sog.\u00a0<em>\u201cdeutschen Oktobers<\/em>\u201c 1923 hatten allesamt ihren Ursprung im Unverm\u00f6gen der deutschen Revolution\u00e4re nach 1914, eine funktionierende proletarische Organisation aufzubauen. Das Ausma\u00df der Trag\u00f6die wird auch durch den Umstand unterstrichen, dass die Krise des deutschen Kapitalismus nach 1919 nicht einfach vorbei war. Wie die Ereignisse der n\u00e4chsten vier Jahre zeigten, war die Bourgeoisie geschw\u00e4cht und in vielen Fragen gespalten, was einer schlagkr\u00e4ftigen revolution\u00e4ren Partei mehrmals die M\u00f6glichkeit er\u00f6ffnet h\u00e4tte, dem Klassengegner den entscheidenden t\u00f6dlichen Sto\u00df zu versetzen. Die KPD schwankte jedoch zwischen Opportunismus und Abenteurertum und entwickelte sich mehr und mehr zu einem blo\u00dfen Anh\u00e4ngsel der degenerierenden Dritten Internationale, w\u00e4hrend die KAPD von lokalistischen, syndikalistischen und r\u00e4tistischen Tendenzen zerrissen wurde, und schlie\u00dflich mit dem Abflauen der revolution\u00e4ren Welle von der Bildfl\u00e4che verschwand. Die Geschichte der deutschen Revolution ist somit die Geschichte trauriger Niederlagen, aus denen man heute wahrscheinlich weitaus mehr lernen kann, als aus dem Sieg der Bolschewiki 1917.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/gis.blogsport.de\/2018\/11\/06\/lehren-der-deutschen-revolution-191819-3\/\"><em>gis.blogsport.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 11. November 2018<\/em><\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Rosa Luxemburg Leits\u00e4tze \u00fcber die Aufgaben der internationalen Sozialdemokratie, zit. nach Rosa Luxemburg \u2013 Politische Schriften, Frankfurt 1975, Seite 155.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Zit. nach Rosa Meyer \u2013 Levine: Levine` \u2013 Leben und Tod eines Revolution\u00e4rs, Darmstadt 1972, Seite 277.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Ebenda Seite 281.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Dieser Illusion erlagen auch die Trotzkisten aller Schattierungen. Trotzki selbst hat diese Illusionen im Zuge seiner \u201eFranz\u00f6sischen Wende\u201c bef\u00f6rdert, als er seine Anh\u00e4nger aufforderte, verdeckt in der Sozialdemokratie zu arbeiten, um diese zu radikalisieren.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Zit. nach Politische Schriften, Seite 163.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> Die Julitage waren ein Zeitraum \u00e4u\u00dferster Repression gegen die Bolschewiki.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GIS. Der 9. November ist ein besonderes Datum im deutschen Geschichtskalender. Vor 70 Jahren brannten im Zuge der sog. \u201eReichskristallnacht\u201c die Synagogen und j\u00fcdische Gesch\u00e4fte, der Auftakt zum Massenmord der Nazis. 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