{"id":4370,"date":"2018-11-12T14:57:17","date_gmt":"2018-11-12T12:57:17","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4370"},"modified":"2018-11-12T14:57:17","modified_gmt":"2018-11-12T12:57:17","slug":"die-usa-und-die-illegale-einwanderung-von-lateinamerikanern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4370","title":{"rendered":"Die USA und die illegale Einwanderung von Lateinamerikanern"},"content":{"rendered":"<p><em>Miguel Angel Garc\u00eda Alzugaray. <\/em><strong>Hintergr\u00fcnde zur aktuellen Migrantenkarawane, zur Situation undokumentierter Zuwanderer und den Profiteuren in den USA.<\/strong><!--more--><\/p>\n<p>Eine Nachricht geht um die Welt: die Migrantenkarawane w\u00e4chst und r\u00fcckt auf die USA vor \u2012 und sie nimmt auf ihrem Weg neue Gruppen von Menschen auf. Sie sind wegen der in ihren Herkunftsl\u00e4ndern bestehenden, vom Neoliberalismus verursachten sozialen und wirtschaftlichen Situation verzweifelt. Das Merkw\u00fcrdige an diesem Ph\u00e4nomen ist, dass dies trotz der hysterischen Drohungen Donald Trumps geschieht, alle m\u00f6glichen Repressalien, einschlie\u00dflich des Einsatzes der Armee zur Anwendung zu bringen, um eine \u00dcberquerung der Grenze zu Mexiko zu verhindern.<\/p>\n<p>Tod, Ausbeutung und Schikanen, die von Schleppern und Menschenh\u00e4ndlern verursacht werden, sind einige der Gefahren und Missbr\u00e4uche, mit denen die Immigranten konfrontiert sein k\u00f6nnen, bevor sie ihr Ziel erreichen.<\/p>\n<p>Nach einer Rast in Tapachula, einer Stadt im S\u00fcden Mexikos, nahmen tausende mittelamerikanische Migranten ihren Marsch in Richtung USA wieder auf, trotz der erneuten Drohungen von Pr\u00e4sident Donald Trump gegen\u00fcber ihren Herkunftsl\u00e4ndern, da sie die Karawane nicht aufgehalten h\u00e4tten. &#8222;Wir werden jetzt damit beginnen, die massiven Auslandshilfen zu verringern oder substantiell zu k\u00fcrzen, die wir ihnen (Guatemala, El Salvador und Honduras) f\u00fcr gew\u00f6hnlich geben&#8220;, verk\u00fcndete Trump auf Twitter.<\/p>\n<p>Unter sengender Sonne zog die gro\u00dfe Marschkolonne der Migranten \u2013 in ihrer Mehrheit Honduraner und Guatemalteken \u2013 die mit weniger als 200 Menschen aufgebrochen war, auf ihrem Weg immer mehr Leute an. Die Vereinten Nationen sch\u00e4tzen, dass die Karawane aus \u00fcber 7.200 Leuten besteht und die Internationale Organisation f\u00fcr Migration informierte, dass weiterhin eine gro\u00dfe Zahl von Personen in Mexiko ankommt.<\/p>\n<p>&#8222;Was auch immer mit uns passiert, und wenn sie mich auch t\u00f6ten, so ist das besser als in die H\u00f6lle zur\u00fcckzukehren, in der ich gelebt habe&#8220;, sagt einer der Migranten.<\/p>\n<p>Die Beh\u00f6rden Guatemalas haben k\u00fcrzlich verk\u00fcndet, dass eine weitere Gruppe von etwa 1.000 Migranten aus Honduras auf dem Weg nach Mexiko eingereist sei.<\/p>\n<p>Guatemala hatte hunderten von Migranten, die auf einer Br\u00fccke an der Grenze ausgeharrt hatten, die Einreise gestattet. Ihnen wurde die Durchreise erlaubt, &#8222;weil das (mexikanische) Au\u00dfenministerium sich daf\u00fcr eingesetzt hatte, dass die Leute nicht l\u00e4nger dem Wetter ausgesetzt sind und unter den ung\u00fcnstigen Witterungsbedingungen leiden m\u00fcssen&#8220;, sagte der Migrationsbeauftragte des Landes, Gerardo Garc\u00eda, gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p><strong>Illegale Einwanderung und politische Spiele von Trump<\/strong><\/p>\n<p>Donald Trump, zweifellos ein Meister des Opportunismus, hat die Demokraten beschuldigt, die Karawane mittelamerikanischer Migranten, die sich auf der Reise in die USA befinden, zu f\u00f6rdern, weil &#8222;sie die Grenze \u00f6ffnen wollen&#8220; und sich weigern, die &#8222;schw\u00e4chsten Einwanderungsgesetze der Welt&#8220; zu versch\u00e4rfen.<\/p>\n<p>Bei einer Versammlung in Montana bezichtigte Trump die Demokraten, die Migranten zu unterst\u00fctzen, weil &#8222;sie glauben, dass jeder der kommt sie w\u00e4hlen wird.&#8220;<\/p>\n<p>Nachdem er die Demokraten ohne jeglichen Beweis beschuldigt hatte, wurde er sarkastisch und nahm in Ich-Form alle Schuld auf sich: &#8222;Es ist mein Problem, ich habe es herbeigef\u00fchrt, weil ich eine unglaubliche Wirtschaft und viele Arbeitspl\u00e4tze geschaffen habe. Deswegen wollen alle kommen oder versuchen es&#8220;.<\/p>\n<p>Der US-Pr\u00e4sident wei\u00df, dass die Immigration eines der Themen ist, die seine Basis am meisten mobilisieren und nutzte daher diese Karawane von 2.000 bis 4.000 Migranten kurz vor den (Zwischen-) Wahlen zur Kampagnenf\u00fchrung.<\/p>\n<p>Die illegale Immigration und Einreise sind in den USA eines der hei\u00dfesten Themen. Einer im Jahre 2012 durchgef\u00fchrten Studie zufolge sch\u00e4tzt man, dass es im Land elf Millionen Einwanderer ohne g\u00fcltige Papiere gibt und dass diejenigen, die im arbeitsf\u00e4higen Alter sind, mehr als f\u00fcnf Prozent der Arbeitskr\u00e4fte des Landes ausmachen. Sie bezahlen j\u00e4hrlich elf Milliarden Dollar in Form verschiedener lokaler und staatlicher Steuern.<\/p>\n<p>Die Bundesregierung hat Millionen von Zuwanderern deportiert, etwa zwei Millionen Menschen zwischen 2009 und 2014. Bei so vielen Verfahren ist auch die Zahl der F\u00e4lle von illegaler Wiedereinreise gestiegen.<\/p>\n<p>Jedenfalls deutet die Zahl der undokumentierten Migranten darauf hin, dass Donald Trumps Versprechen, sie alle auszuweisen, aufgrund der Anzahl der Menschen, die sich in dieser Situation befinden, schwer umsetzbar ist. Die Daten zeigen, dass es sich um eine nicht realisierbare Aufgabe handeln w\u00fcrde.<\/p>\n<p><strong>F\u00fcnf Daten zur illegalen Einwanderung in den USA<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>Gesamtbev\u00f6lkerung<\/li>\n<\/ol>\n<p>Laut dem Pew-Forschungszentrum gab es im Jahr 2015 in den USA 11,1 Millionen Immigranten ohne g\u00fcltige Papiere, was 3,5 Prozent der Gesamtbev\u00f6lkerung entspricht.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li>Arbeitskraft<\/li>\n<\/ol>\n<p>Pew zufolge umfasste der Arbeitsmarkt in den USA im Jahre 2014 acht Millionen undokumentierte Personen. Die Anzahl hat sich seit 2009 nicht sehr ver\u00e4ndert, sank jedoch gegen\u00fcber dem Register von 2007 leicht, als es 8,2 Millionen waren. Die Mehrzahl der Arbeitskr\u00e4fte ohne Papiere ist unter Bedingungen von Halbsklaverei im Agrarsektor (26 Prozent) und im Bauwesen (15 Prozent) besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li>Mexikanische Mehrheit<\/li>\n<\/ol>\n<p>Mexikaner machen die Mehrzahl der undokumentierten Zuwanderer in den USA aus, wobei f\u00fcr das Jahr 2015 von insgesamt 52 Prozent auszugehen ist. Der Rest (5,3 Millionen) setzt sich aus Menschen anderer Nationalit\u00e4ten zusammen, deren Zahl seit 2009 um 325.000 Nichtregistrierte angestiegen ist.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li>Bundesstaaten mit der h\u00f6chsten Konzentration<\/li>\n<\/ol>\n<p>Sechs Bundestaaten konzentrierten 59 Prozent der undokumentierten Zuwanderer auf sich: Kalifornien (350.000), Texas (650.000), Florida (850.000), New York (775.000), New Jersey (500.000) und Illinois (450.000). Es gibt vier weitere Staaten, die ebenfalls bedeutende Konzentrationen aufweisen wie Georgia (375.000), North Carolina (350.000), Arizona (325.000) und Washington (250.000).<\/p>\n<p>Im genannten Zeitraum wiesen sechs Staaten Bev\u00f6lkerungszuw\u00e4chse bei papierlosen Immigranten auf: Louisiana, Massachusetts, New Jersey, Pennsylvania, Virginia und Washington.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li>Seit mehr als einem Jahrzehnt in den USA<\/li>\n<\/ol>\n<p>66 Prozent der Zuwanderer haben seit mehr als einem Jahrzehnt im Land gelebt, den Daten von Pew von 2015 zufolge durchschnittlich 13,6 Jahre. Nur sieben Prozent der Mexikaner waren seit weniger als f\u00fcnf Jahren im Land.<\/p>\n<p><strong>Trotz Trumps Drohungen nimmt die illegale Zuwanderung in den USA weiter zu<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend im Januar und Februar vergangenen Jahres 66.018 Verhaftungen von illegalen Immigranten vorgenommen wurden, stieg diese Zahl im selben Zeitraum in diesem Jahr auf 72.517 an.<\/p>\n<p>Als neueste offizielle US-amerikanische Daten einen Anstieg der illegalen Zuwanderung aufgezeigt hatten, nachdem diese im ersten Regierungsjahr des Republikaners gesunken war, ordnete Pr\u00e4sident Donald Trump an, die Nationalgarde an die Grenze zu Mexiko zu entsenden.<\/p>\n<p>Die Drohungen Trumps bei seinem Einzug ins Wei\u00dfe Haus, die Ma\u00dfnahmen gegen die Immigranten zu versch\u00e4rfen, f\u00fchrten zu einem R\u00fcckgang der Inhaftierung von Menschen, die illegal die Grenze \u00fcberquerten \u2012 ein Indikator der Gesamtzahl \u2012 auf Tiefstst\u00e4nde der letzten vier Jahrzehnte.<\/p>\n<p>Insgesamt wurden im April 50.924 Personen bei dem Versuch festgenommen, illegal in die USA einzureisen, die h\u00f6chste Zahl f\u00fcr diesen Monat des Jahres seit 2014. Dies bedeutet 600 Menschen mehr als im vergangenen M\u00e4rz, 15.766 mehr als im April 2017, als die Zuwanderung nach dem Amtsantritt von Trump zur\u00fcckging.<\/p>\n<p>Im Vergleich zum M\u00e4rz dieses Jahres nahm auch die Anzahl allein ankommender Kinder auf 4.314, die von Familien auf 9.647 zu.<\/p>\n<p>Offiziellen Zahlen zufolge wurden im Februar 2017 23.555 Festnahmen registriert, viel weniger als die 38.000 ein Jahr zuvor, und im April 2017 wurde die niedrigste Zahl mit 15.766 erreicht, das sind weniger als ein Drittel im Vergleich zum April des Vorjahres.<\/p>\n<p>Daraufhin feierten Gegner der Immigration den gro\u00dfen Erfolg des &#8222;Trump-Effekts&#8220; und auch der Staatschef selbst stellte dies heraus: &#8222;Die Jobs kehren zur\u00fcck, die illegale Zuwanderung nimmt ab, das Gesetz, die Ordnung und die Gerechtigkeit werden wieder hergestellt. Wir sind wirklich dabei, die USA wieder gro\u00df zu machen!&#8220;, twitterte er im April 2017.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter lassen die Daten darauf schlie\u00dfen, dass der R\u00fcckgang kaum sieben Monate lang anhielt und dass die undokumentierten Zuwanderer in \u00e4hnlichen Gr\u00f6\u00dfenordnungen in die USA kommen wie in den Jahren 2014-2016, bevor Trump mit seinen Vorschl\u00e4gen gegen die Einwanderung f\u00fcr die Pr\u00e4sidentschaft kandidierte.<\/p>\n<p>Die Aufgriffe an der Grenze beliefen sich im Januar und Februar dieses Jahres auf insgesamt 72.517, verglichen mit 66.018 im gleichen Zeitraum des Vorjahres.<\/p>\n<p>Trotz der Erh\u00f6hung von Personal und Ausgaben zum Schutz der Grenze musste die Staatsministerin f\u00fcr Nationale Sicherheit der USA, Kirstjen Nielsen, informieren, dass &#8222;die Anzahl der illegalen Grenz\u00fcberquerungen in j\u00fcngster Zeit zugenommen hat. Von Niedrigwerten der in 40 Jahren registrierten F\u00e4lle ist diese wieder auf vorherige Gr\u00f6\u00dfenordnungen angestiegen&#8220;.<\/p>\n<p>Laut Nielsen kommt es zu dem R\u00fcckschlag, weil Schlepper die Migranten ermutigen, ihre Kenntnisse der US-Gesetze zu nutzen, um rasche Deportationen zu verhindern.<\/p>\n<p>Sie erkl\u00e4rte au\u00dferdem, dass es in den letzten Jahren eine Zunahme bei der Zahl von Familien und unbegleiteten Kindern gegeben habe, die versuchen, die Grenze illegal zu \u00fcberqueren, wobei die H\u00e4lfte der Zuwanderer aus Mittelamerika stammt.<\/p>\n<p>&#8222;Die Schlepper und Schmuggler wissen, dass solche Personen laut Gesetz nicht so einfach zur\u00fcckgeschickt werden k\u00f6nnen. Wir werden nicht zulassen, dass die fr\u00fcheren Gr\u00f6\u00dfenordnungen von illegaler Zuwanderung zur Norm werden&#8220;, wie Nielsen deutlich machte.<\/p>\n<p>Das US-Ministerium f\u00fcr Nationale Sicherheit merkte dazu an, dass je einer von zehn durch Grenzbeamte Festgenommenen um Asyl bittet, weil er Angst vor dem Leben in gef\u00e4hrlichen L\u00e4ndern wie Honduras hat, im Vergleich zu einer von jeweils 100 Personen im Jahre 2013.<\/p>\n<p><strong>&#8222;Das ist ekelhaft. Das ist absto\u00dfend&#8220;, sagt die Migrationsanw\u00e4ltin Goodwin<\/strong><\/p>\n<p>F\u00fcr die Aktivisten, die ehrenamtlich in der Verteidigung der Zuwanderer arbeiten, ist es &#8222;absto\u00dfend&#8220;, \u00f6konomische Vorteile aus ihnen zu ziehen. Aber das Gesch\u00e4ft mit der illegalen Zuwanderung bringt in Texas florierende Gef\u00e4ngnisse hervor und bietet Kredithaien, Wucherern und zweitklassigen Anw\u00e4lten Besch\u00e4ftigung.<\/p>\n<p>In den vergangenen Monaten stand Texas im Zentrum eines durch die &#8222;Null Toleranz&#8220;- Politik von Pr\u00e4sident Trump hervorgerufenen Migrationsskandals, der bei der Einreise ins Land oder bei der Bitte um Asyl zur Trennung von mehr als 2.300 Kindern von ihren Familien gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>\u00dcber zwei Drittel der Verhaftungen ereignen sich in Texas. Zum Beispiel griffen die Grenzpatrouillen im Fiskaljahr 2017 an der S\u00fcdgrenze 303.916 Personen auf. Davon wurden der Migrationsbeh\u00f6rde ICE (United States Immigration and Customs Enforcement) zufolge 207.693 in Texas gefangen genommen.<\/p>\n<p>Deshalb hat Texas auch die gr\u00f6\u00dfte Zahl von Gef\u00e4ngnissen f\u00fcr Zuwanderer.<\/p>\n<p>1983 erbaut, war das Haftzentrum in Houston das erste private Gef\u00e4ngnis in der neueren Geschichte der USA. Seine Betreiber, die Corrections Corporation of America (CCA) und die GEO Group sind die beiden gr\u00f6\u00dften Gef\u00e4ngnisunternehmen in den USA. Beide sind an der B\u00f6rse notiert.<\/p>\n<p>Die CCA (heute CoreCivic) unterh\u00e4lt in Texas vier vom ICE unter Vertrag genommene Haftzentren. Die GEO, betreibt drei Anstalten, eine vierte ist im Bau. Beide Unternehmen besitzen jeweils \u00fcber 120 Gef\u00e4ngnisse im ganzen Land.<\/p>\n<p>&#8222;Wir sch\u00e4tzen das fortgesetzte Vertrauen sehr, welches das B\u00fcro f\u00fcr Immigration und Zollangelegenheiten gegen\u00fcber unserem Unternehmen zeigt&#8220;, sagte der Pr\u00e4sident der GEO, George Zoley, im vergangenen Jahr in einem Kommuniqu\u00e9, in dem er \u00fcber einen neuen Vertrag mit der Bundesregierung \u00fcber 110 Millionen Dollar informierte.<\/p>\n<p>Dem Forschungszentrum &#8222;Im \u00f6ffentlichen Interesse&#8220; (In The Public Interest, INPI) zufolge bewirkt dieses System, dass massenhafte Inhaftierungen aufgrund geringf\u00fcgiger Vergehen \u2012 wie illegale Einreise \u2012 vom Privatsektor stark bef\u00fcrwortet werden.<\/p>\n<p>Beide Unternehmen haben zusammen genommen &#8222;seit 1989 \u00fcber zehn Millionen Dollar f\u00fcr politische Kandidaten und fast 25 Millionen f\u00fcr Lobbyarbeit ausgegeben&#8220;, wie ein INPI-Bericht vom Juni ausweist.<\/p>\n<p>Dokumenten beider Unternehmen zufolge erzielten GEO und CoreCivic im Jahr 2017 Gewinne in H\u00f6he von insgesamt vier Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>&#8222;Es handelt sich um eine Industrie, die einer Lobby zugunsten l\u00e4ngerer und strengerer Urteile Raum gibt, denn immer, wenn es ein belegtes Bett gibt, machen sie Geld&#8220;, sagte die Migrationsanw\u00e4ltin Jodi Goodwin, die ehrenamtlich f\u00fcr die Nichtregierungsorganisation Migrantenzentrum f\u00fcr Menschenrechte (Migrant Center for Human Rights) arbeitet, gegen\u00fcber der Nachrichtenagentur AFP.<\/p>\n<p>Laut ICE lag die durchschnittliche t\u00e4gliche Einwanderungszahl im Gesch\u00e4ftsjahr 2017 bei 30.539 Personen. Im laufenden Haushaltsjahr erreicht die Zahl bereits 50.379.<\/p>\n<p><strong>Die Unterk\u00fcnfte f\u00fcr Kinder erscheinen wie Zentren des Schreckens und der Misshandlungen<\/strong><\/p>\n<p>Der Skandal der Familientrennung brachte auch die privaten Betreiber der Unterk\u00fcnfte in den Fokus, in denen die Kinder landen, wenn sie durch die Grenzbeh\u00f6rden von ihren Eltern oder Betreuungspersonen getrennt werden.<\/p>\n<p>[Dem gemeinn\u00fctzigen Medienverbund]<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/The_Texas_Tribune\">Texas Tribune<\/a>\u00a0zufolge gibt es in Texas 31 Zentren f\u00fcr Kinder. Diese Unterk\u00fcnfte stehen unter Vertrag des B\u00fcros f\u00fcr Wiederansiedlung von Fl\u00fcchtlingen (Office of Refugee Resettlement, ORR).<\/p>\n<p>Das &#8222;Elternhaus&#8220; (Casa Padre), eine ehemalige Walmart-Apotheke in Brownsville, wo \u00fcber 1.400 minderj\u00e4hrige Jungen leben bevor sie in vor\u00fcbergehende Adoptionsh\u00e4user geschickt werden, ist die gr\u00f6\u00dfte der Unterk\u00fcnfte im Besitz von\u00a0<a href=\"https:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Southwest_Key_Programs\">Southwest Key Programs<\/a>; einige wurden von staatlichen Inspektoren der Kindersmisshandlung beschuldigt.<\/p>\n<p>Die Zeitschrift Bloomberg hat berichtet, dass Southwest Key in diesem Jahr von der Regierung \u00fcber 458 Millionen Dollar erhalten wird.<\/p>\n<p>Aber die erfolgreichen Betreiber von Gef\u00e4ngnissen und Unterk\u00fcnften f\u00fcr Kinder sind nicht die Einzigen, die von der illegalen Einwanderung leben.<\/p>\n<p><strong>Zuwanderer? 20 Prozent f\u00fcr dich<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Dies ist eine Industrie und zwar eine aufstrebende&#8220;, sagte der \u00d6konom William Glade, emeritierter Professor der Universit\u00e4t von Texas, zu AFP. &#8222;In Anbetracht der Natur unseres Rechtssystems ist dies ein Gesetz zur Vollbesch\u00e4ftigung f\u00fcr Anw\u00e4lte und Sie k\u00f6nnen darauf wetten, dass sie die Gelegenheit nutzen werden&#8220;.<\/p>\n<p>Dies sei auch eine &#8222;gute Gelegenheit&#8220; f\u00fcr andere Arten von Besch\u00e4ftigten, wie er hinzuf\u00fcgte.<\/p>\n<p>Auch das geringe Wirtschaftsleben in staubigen und ausgetrockneten St\u00e4dten wie McAllen, Hidalgo, El Paso, Laredo und Tornillo, an der unwirtlichen Grenze von Texas zu Mexiko, hat die Migration zum Epizentrum: Privatkanzleien von Migrationsanw\u00e4lten und Leihh\u00e4user &#8222;nur mit der Unterschrift&#8220; teilen sich die Stra\u00dfen mit L\u00e4den f\u00fcr Cowboystiefel und Tarotweissagern.<\/p>\n<p>So ist zum Beispiel das Zentrum von El Paso von L\u00e4den f\u00fcr Kautionsanleihen (bail bonds) \u00fcberschwemmt. Sie verleihen Geld an H\u00e4ftlinge, die nicht in der Lage sind, die vom Richter festgesetzte Kaution zu zahlen, damit sie freikommen w\u00e4hrend \u00fcber ihren Fall entschieden wird.<\/p>\n<p>Wie &#8222;Bail bonds&#8220;-H\u00e4ndler berichtet haben, kassieren sie bei geringf\u00fcgigen Delikten vom Angeklagten etwa zehn Prozent Kommission auf den Kautionswert.<\/p>\n<p>Aber wenn es sich um Migrationsf\u00e4lle handelt, dann steigt der Preis drastisch an: Lachica Bonds kassiert von Ausl\u00e4ndern, die der illegalen Einreise beschuldigt werden, 20 Prozent des Kautionsbetrages, zuz\u00fcglich 500 Dollar Bearbeitungsgeb\u00fchren.<\/p>\n<p>Und &#8222;ein Gro\u00dfteil der Migrationskautionen betr\u00e4gt zwischen 10.000 und 15.000 Dollar, obwohl ich zum Beispiel gerade eine von 25.000 vorliegen habe&#8220;, wie eine Angestellte gegen\u00fcber AFP \u00e4u\u00dferte, die um Anonymit\u00e4t bat.<\/p>\n<p>Wenn die Zuwanderer dann freigelassen werden, m\u00fcssen sie eine elektronische Fu\u00dffessel tragen, die ihren Aufenthalt \u00fcberwacht.<\/p>\n<p>Diese Fu\u00dffesseln werden von BI Incorporated an die Beh\u00f6rden verkauft, einer Firma, die Teil des Unternehmens GEO Group ist.<\/p>\n<p><strong>Die US-Regierung tr\u00e4gt die Schuld an der illegalen Zuwanderung<\/strong><\/p>\n<p>Die Migrationsbewegungen in Richtung USA sind Teil der propagandistischen Projektion des &#8222;Amerikanischen Traums&#8220; gewesen, aufgrund dessen Menschen im Verlangen nach Abenteuern, Gelegenheiten oder aus finanzieller Notwendigkeit in dieses Land aufgebrochen sind, voller Hoffnung auf wirtschaftliche Ergebnisse, die ihnen den Unterhalt ihrer Familie erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Aber es gibt eine andere Seite der Geschichte \u2012 die Menschen verlassen Lateinamerika, weil das Leben schwieriger nicht sein kann.<\/p>\n<p>Die mittelamerikanische Zuwanderung hat ihre Hauptgr\u00fcnde im Mangel an nachhaltiger \u00f6konomischer Entwicklung, in der sozio-politischen Instabilit\u00e4t sowie in den B\u00fcrgerkriegen und Naturkatastrophen.<\/p>\n<p>Die Armut und die immer wiederkehrenden Finanzkrisen f\u00fchren dazu, dass das Leben in Lateinamerika schwieriger ist als in den USA.<\/p>\n<p>Das Leben auf der n\u00f6rdlichen Seite der Grenze USA-Mexiko ist von Lateinamerika aus leicht als eine andere Welt zu sehen, isoliert von den USA. In Wahrheit aber hat die US-Regierung daf\u00fcr gesorgt, dass das Leben in Lateinamerika historisch schwieriger ist, indem sie demokratisch gew\u00e4hlte Regierungen gest\u00fcrzt, Gr\u00e4ueltaten finanziert und handelspolitische Ma\u00dfnahmen vorangetrieben hat, die die lateinamerikanischen Industrien untergraben und den lokalen \u00d6konomien heftige Schl\u00e4ge versetzt haben.<\/p>\n<p>Mit der Versch\u00e4rfung der B\u00fcrgerkriege in Guatemala, El Salvador und Nicaragua (1970-1990) durch die USA entstand eine wahre Diaspora von Mittelamerikanern, wobei die bevorzugten Orte Kalifornien, Illinois, New York und Miami sind.<\/p>\n<p>Einer der Gr\u00fcnde, die Millionen von Niedriglohnarbeitern dazu gebracht haben, Mexiko in den letzten Jahrzehnten zu verlassen, war die Unterzeichnung des Nordamerikanischen Freihandelsvertrages (Nafta) im Jahre 1994. Mit dem Abkommen \u00fcberschwemmten billige Importe, besonders im Bereich landwirtschaftlicher Produkte den mexikanischen Markt, und machten Bauern und niedrig qualifizierte Arbeiter arbeitslos. Nafta ist nur ein Ausdruck der von Washington vorangetriebenen Freihandelspolitik, die sich in den lateinamerikanischen L\u00e4ndern h\u00e4ufig negativ auswirkt.<\/p>\n<p>Nicht von ungef\u00e4hr hat der gew\u00e4hlte Pr\u00e4sident Mexikos, Andr\u00e9s L\u00f3pez Obrador, vorgeschlagen, dass die USA, Kanada und sein Land einen gemeinsamen Finanzplan ausarbeiten, um die Entwicklung in den armen Gebieten Mittelamerikas und im S\u00fcden Mexikos zu finanzieren.<\/p>\n<p>&#8222;Wir wollen keine tempor\u00e4ren Ma\u00dfnahmen, denn wenn das zugrundeliegende Problem nicht angegangen wird, werden die Menschen immer eine M\u00f6glichkeit suchen, ihr Leben zu verbessern&#8220;, erkl\u00e4rte L\u00f3pez, der sein Amt am 1. Dezember antreten wird.<\/p>\n<p>Unserer Meinung nach sollten die USA anstatt Mauern an den Grenzen zu errichten, jedes Volk auf dem Planeten anzugreifen, das versucht, frei und unabh\u00e4ngig zu sein, und Sanktionen und v\u00f6lkerm\u00f6rderische Wirtschaftsblockaden gegen L\u00e4nder wie Kuba und Venezuela zu verh\u00e4ngen, echte menschliche Solidarit\u00e4t praktizieren.<\/p>\n<p>Fest steht, dass solange die USA weiterhin mit ihrer imperialistischen Raubtierpolitik Elend und Instabilit\u00e4t in Lateinamerika und in der \u00fcbrigen Dritten Welt s\u00e4en, die Karawanen der Immigranten dem Exodus in dieses Land folgen werden \u2012 angezogen von einem Traum, der nicht nur tr\u00fcgerisch ist, sondern ungl\u00fccklicherweise f\u00fcr viele von ihnen oft zur t\u00f6dlichen Falle wird.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/amerika21.de\/analyse\/217586\/usa-verantwortlich-illegale-einwanderung\">amerika21.de&#8230;<\/a> vom 12. November 2016 <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Miguel Angel Garc\u00eda Alzugaray. Hintergr\u00fcnde zur aktuellen Migrantenkarawane, zur Situation undokumentierter Zuwanderer und den Profiteuren in den USA.<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,7],"tags":[87,71,22,11,46],"class_list":["post-4370","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-international","tag-arbeitswelt","tag-lateinamerika","tag-politische-oekonomie","tag-rassismus","tag-usa"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4370","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4370"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4370\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4371,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4370\/revisions\/4371"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4370"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4370"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4370"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}