{"id":4383,"date":"2018-11-14T11:53:48","date_gmt":"2018-11-14T09:53:48","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4383"},"modified":"2018-11-14T11:53:48","modified_gmt":"2018-11-14T09:53:48","slug":"die-frauen-und-familienpolitik-der-bolschewiki-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4383","title":{"rendered":"Die Frauen- und Familienpolitik der Bolschewiki"},"content":{"rendered":"<p><em>Kommunistischer Bund.<\/em> Direkt nach der Oktoberrevolution und in den zwanziger Jahren wurden erste Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gleichstellung der Frau ergriffen und diverse Experimen\u00adte durchgef\u00fchrt: auf der juristischen Ebene<!--more--> wurden \u00fcber \u201eDekrete&#8220; den Frauen gleiche Rechte zugestanden wie den M\u00e4nnern, \u00fcber die \u00d6ffnung s\u00e4mtlicher Bildungswege f\u00fcr Frauen hatten sie Zugang zu allen Berufen, es wurden au\u00ad\u00dferdem Anstrengungen unternommen, die Frauen in die Produktion einzubeziehen und sie \u00fcber die \u201eFrauenabteilung&#8220; f\u00fcr den politischen und den sozia\u00adlen Kampf zu gewinnen.<\/p>\n<p>Als eines der ersten Dekrete wurde bereits 1917 die Ehe dem Zugriff der Kirche entzogen, die Scheidung wurde erleichtert und 1926 die registrierte Ehe der nichtregistrierten gleichgestellt. Anfang 1918 wird in allen Schulen der Gemeinschaftsunterricht zur Pflicht, die Noten werden abgeschafft, der Zugang zu den Universit\u00e4ten von keinerlei Schulabschl\u00fcssen abh\u00e4ngig gemacht. Be\u00adsonders w\u00e4hrend der Zeit des Kriegskommunismus wird versucht, Frauen f\u00fcr die Arbeit in allen, auch den \u201em\u00e4nnerorientierten&#8220; Branchen zu gewinnen. Die Einrichtung von Kantinen und Kinderkrippen wird zur Entlastung und Freiset\u00adzung der Frauen f\u00fcr die Arbeit gefordert. Diskussionen um das \u201eNovyj byt&#8220;, um \u201eneue Formen des Alltagslebens&#8220;, nahmen einen breiten Raum ein, auch wenn eine \u201eMangelwirtschaft&#8220; die vorherrschende allt\u00e4gliche Erfahrung der Bev\u00f6lkerung war. Zwar wurde die Ehe dabei in Frage gestellt, es gelang jedoch nicht, z.B. an ihre Stelle etwas anderes zu setzen. Ans\u00e4tze einer \u201eneuen so\u00adzialistischen Moral&#8220;, wie sie z.B. von Alexandra Kollontai entwickelt wurden, waren stark umstritten, teilweise auch demagogischen Angriffen ausgesetzt und verschwanden Ende der zwanziger Jahre ganz aus der gesellschaftlichen Diskussion.<\/p>\n<p>In den ersten Jahren nach der Revolution wurden verschiedene Experimen\u00adte durchgef\u00fchrt, die die Frauen von der Hausarbeit befreien und von der Kin\u00addererziehung entlasten sollten. Ziel sollte sein, die Frau aus ihrer \u201estumpfsin\u00adnigen Kleinarbeit&#8220; zu befreien und ihr so Freiraum zu verschaffen, damit sie sich in das gesellschaftliche Leben und in die Produktion einbringen konnte. Die alten Verh\u00e4ltnisse sollten revolutioniert &#8211; tats\u00e4chlich ver\u00e4ndert werden: So sollte an die Stelle von Haushalt, Kindererziehung etc. ein System von \u00f6ffent\u00adlichen sozialen Einrichtungen gestellt werden.<\/p>\n<p>Die wirtschaftliche Lage lie\u00df allerdings nur einen geringen Spielraum f\u00fcr die Einrichtung all der Strukturen, die notwendig gewesen w\u00e4ren, um die Frauen wirklich von ihrer Doppelbelastung zu befreien. Man mu\u00df sich auch fragen, ob das vorherrschende Bewu\u00dftsein daf\u00fcr ausreichend war und auch entwickelt wurde, um diesen Ma\u00dfnahmen den notwendigen Nachdruck zu verleihen. So waren es w\u00e4hrend der NEP, einer Zeit, in der die Arbeitslosigkeit insgesamt sehr hoch war, als erste die Frauen, die in \u00fcberm\u00e4\u00dfig hohem Ma\u00df davon be\u00adtroffen waren. Proteste bzw. Ma\u00dfnahmen dagegen sind uns nicht bekannt.<\/p>\n<p>In einer kleinen Untersuchung \u00fcber die \u201eFragen des Alltagslebens&#8220; <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a> kommt Trotzki 1923 zu dem Ergebnis:\u00a0<em>\u201eEine politische Idee einerseits und das Alltagsleben andererseits ist aber zweierlei. Die Politik ist elastisch, das Alltagsleben aber ist unbeweglich und widerspenstig.&#8220;\u00a0<\/em>(S. 36)\u00a0<em>\u201eDas Alltags\u00adleben ist viel konservativer als die Wirtschaft, unter anderem auch deshalb, weil es noch weniger bewu\u00dft anerkannt wird als letztere.&#8220;\u00a0<\/em>(S. 55) Sein Fazit:\u00a0<em>\u201eDie politische Gleichheit zwischen Mann und Frau im Sowjetstaat herzustel\u00adlen &#8211; das war eine Aufgabe, die einfachste. Die Gleichheit des Arbeiters und der Arbeiterin innerhalb der Produktion in der Fabrik, im Werk, in den Gewerk\u00adschaften herzustellen, so da\u00df der Mann nicht die Frau verdr\u00e4nge &#8211; diese Aufgabe ist bereits eine viel schwierigere. Aber die wirkliche Gleichheit zwi\u00adschen Mann und Frau innerhalb der Familie herzustellen &#8211; das ist eine uner\u00adme\u00dflich schwierigere Aufgabe, die die gr\u00f6\u00dften Anstrengungen in der Rich\u00adtung der Revolutionierung unseres ganzen Lebens erfordert.&#8220;\u00a0<\/em>(S. 56)<\/p>\n<p>Im Folgenden wollen wir, soweit es die uns zug\u00e4ngliche, nicht sehr umfang\u00adreiche Literatur zul\u00e4\u00dft, die Frauen- und Familienpolitik der zwanziger Jahre darstellen.<\/p>\n<p><strong>Frauen in der Produktion<\/strong><\/p>\n<p>Bereits 1914 waren 30 Prozent der Besch\u00e4ftigten in der russischen Industrie Frauen. Bedingt durch den Ersten Weltkrieg stieg ihr Anteil bis 1917 sogar auf 40 Prozent.<\/p>\n<p>Im Oktober 1917 f\u00fchrte die Revolutionsregierung den Achtstundentag ein sowie eine Reihe von Frauenschutzbestimmungen: das Verbot der Nachtar\u00adbeit, der Arbeit unter Tage und das Verbot von \u00dcberstunden. Frauen wurde ein sechzehnw\u00f6chiger bezahlter Mutterschaftsurlaub gew\u00e4hrt und geregelte\u00a0bezahlte Stillzeiten. Jessica Smith berichtet aus dieser Zeit, da\u00df die Dekrete\u00a0<em>\u201eeinen gr\u00f6\u00dferen Eindruck auf die Arbeiterinnen gemacht zu haben (schei\u00adnen) als jede andere Ver\u00e4nderung seit der Revolution.&#8220;<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\"><strong>[2]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p><strong><em>Arbeitspflicht f\u00fcr Frauen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Zugleich bestand Arbeitspflicht. W\u00e4hrend des Kriegskommunismus wurde die bestehende Arbeitspflicht noch versch\u00e4rft: z.B. zwangsweiser Einzug zum Ern\u00adteeinsatz, Stra\u00dfenbau etc. Diese Verpflichtung, entstanden vorrangig aus der wirtschaftlichen Notlage, brachte den Frauen aber auch eine st\u00e4rkere Aner\u00adkennung im Produktionsproze\u00df. Im Dezember 1920 fa\u00dfte der Allrussische R\u00e4\u00adtekongre\u00df einen Beschlu\u00df, der die effektivere Ausnutzung der weiblichen Ar\u00adbeitskr\u00e4fte zum Thema hatte. Er liest sich aus heutiger Sicht fast wie ein F\u00f6r\u00adderungsprogramm zur Gleichstellung der Frau. Nachdem festgestellt wird,\u00a0<em>\u201eda\u00df mehr als die H\u00e4lfte der Bev\u00f6lkerung der R\u00e4terepublik aus Frauen, Ar\u00adbeiterinnen und B\u00e4uerinnen, besteht, und da\u00df die Durchf\u00fchrung der vorge\u00adsehenen&#8230; wirtschaftlichen Pl\u00e4ne nur bei entsprechender Nutzung weiblicher Arbeitskr\u00e4fte m\u00f6glich ist,&#8220;<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\"><strong>[3]<\/strong><\/a>\u00a0<\/em>werden als Ma\u00dfnahmen die Einbeziehung von Frauen in verantwortungsreiche Bereiche &#8211; die Wirtschaftsplanung und\u00a0-orga<strong>\u00ad<\/strong>nisierung, die Werkkomitees und die Verwaltung der Gewerkschaften &#8211; vorge\u00adschlagen. Als weiteres wird die Unterst\u00fctzung von Projekten, die Arbeiterin\u00adnen in Selbstinitiative eingerichtet hatten (Wohnkommunen, Flickstuben, Ge\u00adnossenschaften f\u00fcr das Saubermachen, Kinderkrippen etc.) von den \u00f6rtlichen Sowjets verlangt. Diese Projekte werden als\u00a0<em>\u201eReformen eines Lebensstils auf kommunistischer Grundlage&#8220;\u00a0<\/em>bezeichnet und damit als allgemein erstrebens\u00adwert anerkannt. Ferner wird das Allrussische Zentrale Vollzugskomitee, das f\u00fcr alle Republiken zust\u00e4ndig ist, damit beauftragt, selbst aktiv zu werden und Vorgaben zur Vergesellschaftung der Hausarbeit und der Kindererziehung auszuarbeiten.<\/p>\n<p>Auf dem Hintergrund der lediglich gesetzlich garantierten Gleichstellung von Mann und Frau ist die Begeisterung, mit der A. Kollontai diesen Beschlu\u00df auf\u00adgenommen haben soll, verst\u00e4ndlich. Er verpflichtete staatliche Organe, im Sinne der Gleichberechtigung aktiv zu werden, und wertete die Eigeninitiative der Arbeiterinnen auf.<\/p>\n<p>Andererseits enthielt der Beschlu\u00df des R\u00e4tekongresses aber auch Formu\u00adlierungen wie die, da\u00df Frauen von ihrer\u00a0<em>\u201eunproduktiven Arbeit im Haus und bei der Sorge f\u00fcr die Kinder &#8222;<\/em>befreit werden m\u00fc\u00dften, weil sie f\u00fcr\u00a0den wirtschaft\u00adlichen Aufbau des Landes gebraucht w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Solange Hausarbeit und Kindererziehung allzu sehr als in der Verantwortung der Frau stehend gesehen und nur in bestimmten Situationen &#8211; Arbeitskr\u00e4fte\u00admangel &#8211; zur Gemeinschaftsaufgabe wurden, konnte die alte Rollenaufteilung zwischen Mann und Frau nicht \u00fcberwunden werden. Jede \u00c4nderung der wirt\u00adschaftlichen Priorit\u00e4ten konnte zur Umkehrung der emanzipatorischen Tendenz f\u00fchren.<\/p>\n<p><strong><em>Arbeitslosigkeit<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit Beginn der NEP setzte sich das alte Rollenverhalten in der Gesellschaft wieder weitgehend durch.<\/p>\n<p>Die Rote Armee wurde demobilisiert, durch die Wiederbelebung der Indu\u00adstrie str\u00f6mte die Bev\u00f6lkerung vom Dorf zur\u00fcck in die St\u00e4dte, durch die Einf\u00fch\u00adrung der wirtschaftlichen Arbeitsf\u00fchrung wurden Betriebe geschlossen. Die entstehende Arbeitslosigkeit traf besonders die Frauen, jedoch waren sie in die Aufw\u00e4rtsentwicklung, die Mitte der zwanziger Jahre einsetzte, kaum ein\u00adbezogen. W\u00e4hrend bei den M\u00e4nnern sich die Besch\u00e4ftigungszahlen gegen Ende 1928 im Vergleich zur Vorkriegszeit verdoppelten, pendelten sie sich bei den Frauen erst 1928 wieder bei den Vorkriegszahlen ein! Dabei gingen den Frauen in der Zeit der NEP auch die Pl\u00e4tze wieder verloren, die sie sich in den \u201em\u00e4nnerorientierten&#8220; Branchen erorbert hatten, z.B. Leichtmetall 1921 17,8 % Frauen, 1928 10,3 %. In der traditionell Frauen zugeordneten Textilindustrie konnten sie ihren Anteil halten, jedoch nicht steigern. Da die Arbeitslosigkeit vor allem die unqualifizierten Arbeiter betraf, waren die Frauen davon st\u00e4rker betroffen, die Zahl der arbeitslosen Frauen war z.B. 1923 genauso hoch wie die der arbeitslosen M\u00e4nner, ihr Anteil an der Besch\u00e4ftigung betrug jedoch nur 29 %.<\/p>\n<p><strong><em>Abbau von Arbeitsschutzrechten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Von Seiten der Regierung wurde in dieser Zeit unserer Kenntnis nach nichts zum Schutz der Frauen getan, im Gegenteil. Auf Anraten des 6. Gewerkschafts\u00adtages wurde 1925 als eine Ma\u00dfnahme gegen die Massenarbeitslosigkeit von Frauen die Aufhebung des Verbots von Nachtarbeit beschlossen. Aus anderen Quellen geht hervor, da\u00df in der Praxis schon lange die Schutzbestimmungen f\u00fcr Frauen aufgehoben waren. So mu\u00dfte z.B. per Resolution auf dem 8. Ge\u00adwerkschaftstag 1928 durchgesetzt werden, da\u00df\u00a0<em>\u201eschwangere und stillende M\u00fctter nicht zur Nachtarbeit zugelassen\u00a0<\/em>werden. Ebenfalls 1928 machte eine Parteiresolution darauf aufmerksam, da\u00df in den Bergwerken im Donbass\u00adbecken Frauen unter Tage arbeiteten. Es hat den Anschein, da\u00df besonders in den Gewerkschaften Frauen als Konkurrentinnen f\u00fcr die M\u00e4nner gesehen wurden und, da die Gewerkschaften in den Betrieben gro\u00dfen Einflu\u00df hatten, Frauen benachteiligt wurden. <a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a> 1923 erschien von A. Rjasanowa ein Buch ,, Frauenarbeit&#8220;, in dem den Frauen angeraten wurde, gerade in \u201eM\u00e4nnerberu\u00adfen&#8220; nicht \u00fcbereifrig zu sein und keine \u201e\u00dcberlegenheit&#8220; gegen\u00fcber den M\u00e4nnern zu demonstrieren, da dies nur \u201eVer\u00e4rgerung unter den M\u00e4nnern her\u00advorrufe.&#8220; <a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a> Sie wandte sich auch gegen die \u00dcberpr\u00fcfung der Liste der f\u00fcr Frauen nicht zugelassenen Arbeiten durch das Volkskommissariat. Leider ist dieses Buch nur in Ausz\u00fcgen \u00fcber eine Rezension von 1933 bekannt. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, da\u00df viele Ans\u00e4tze, Frauen in die Produk\u00adtion einzubeziehen, in der Zeit der NEP zur\u00fcckgenommen wurden bzw. sich gar nicht entwickeln konnten. Nimmt man noch hinzu, da\u00df der durchschnittli\u00adche Lohn von Frauen grunds\u00e4tzlich 1\/5 geringer als der der M\u00e4nner war, so\u00a0erhalten wir eine sehr negative Bilanz. Inwieweit die noch bis 1927 bestehen\u00adden Frauenr\u00e4te sich in die schlechten Bedingungen f\u00fcr Arbeiterinnen einge\u00admischt haben, konnten wir der uns zug\u00e4nglichen Literatur nicht entnehmen.<\/p>\n<p><strong>Familie und Ehe<\/strong><\/p>\n<p>Die Befreiung der Familie von \u00e4u\u00dferen Zw\u00e4ngen durch das Dekret vom De\u00adzember 1917 zur Erleichterung der Scheidung, die Trennung von Familie und Religion &#8211; hinzu kam 1926 die Anerkennung der Ehe als Wirtschaftsgemein\u00adschaft &#8211; bildeten die Grundlagen der neuen Familie in der Sowjetunion.<\/p>\n<p><strong><em>Eheschlie\u00dfung wird zur Formalit\u00e4t<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Dekret \u00fcber die Scheidung stellte es den Ehepartnern frei, sich aus der Ehe zu l\u00f6sen. Bei einer einseitigen Willenserkl\u00e4rung zur Scheidung wurde der Partner vom Gerichtstermin benachrichtigt. War er unbekannt verzogen, reichte es, wenn die Scheidungswillige den Termin 2 Monate vorher im Regie\u00adrungsanzeiger (z.B. der Iswestija) anzeigte. Um eine Ehe zu schlie\u00dfen, mu\u00dfte lediglich der Wille der beiden Eheleute geh\u00f6rt werden, auch das wurde kosten\u00adlos registriert. Der Name der Frau konnte zum Familiennamen erkl\u00e4rt werden, was jedoch selten geschah. Der Wunsch, sich kirchlich trauen zu lassen, wurde zur Privatsache der beiden Personen erkl\u00e4rt. W\u00e4hrend dies auf dem Lande noch h\u00e4ufig geschah, verzichteten z.B. 1924 in Moskau 71 % der Paare auf die kirchliche Zeremonie. Damit wurde die Eheschlie\u00dfung und -scheidung zur blo\u00dfen Formalit\u00e4t und hatte nicht mehr die Funktion, der Familie Stabilit\u00e4t zu verleihen.<\/p>\n<p><strong><em>Aufhebung des kirchlichen Sittenkodex<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Einher mit der Gleichstellung von Mann und Frau in den Dekreten ging die Ent\u00admachtung der Kirche. Auch die Revolution von 1905 hatte daran nichts ge\u00e4n\u00addert, da\u00df nur kirchlich geschlossene Ehen anerkannt wurden. Bis 1917 konnten die Ehen nur mit Einwilligung der Eltern oder eines Vormunds ge\u00adschlossen werden. Die Ehefrau besa\u00df keinen eigenen Pa\u00df. Eheschlie\u00dfungen mit \u201eJuden, Heiden und Ketzern&#8220; waren verboten. Entsprechend dieser Be\u00adstimmung waren die Frauen dem Ehemann total ausgeliefert. Das Recht des Ehemannes, seine Frau zu schlagen war im Domostroj, einem Sittenkodex aus dem 16. Jahrhundert, schriftlich festgehalten und wurde juristisch nicht ver\u00adfolgt. Im zaristischen Ru\u00dfland waren uneheliche Kinder weder mit dem Vater noch mit der Mutter verwandt und hatten entsprechend keine Rechte. Selbst die Registrierung der Ehen, der Geburten und der Todesf\u00e4lle lag ausschlie\u00df\u00adlich in den H\u00e4nden der Kirche. Der Staat hatte damit nichts zu tun und also auch keinen \u00dcberblick.<\/p>\n<p><strong><em>Die Ehe wird zur Privatsache<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Nach dieser einschneidenden Einflu\u00dfnahme auf die Ehe erkl\u00e4rten die Bolsche\u00adwiken sie weitgehend zur Privatsache und griffen \u00fcber die Liberalisierung der Gesetzgebung hinaus nicht mit einer neuen Moral ein. 1923 sammelte Trotzki Erfahrungsberichte zum Alltagsleben und stellte fest, da\u00df sich das Privatleben relativ resistent gegen\u00fcber Ver\u00e4nderungen zeige und das tr\u00e4geste Element der Revolution sei. (Siehe auch in der Diskussion um das neue Ehegesetz bei F. Halle im Dokumentenanhang <a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a>)<\/p>\n<p><strong><em>Anerkennung der Ehe als Wirtschaftsgemeinschaft<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das Ehegesetz von 1917 sah zun\u00e4chst eine G\u00fctertrennung mit Unterhalts\u00adpflicht gegen\u00fcber dem schw\u00e4cheren Partner und den Kindern vor. Bei unehe\u00adlichen Kindern konnte die Vaterschaft eingeklagt werden. Es zeigte sich beim Ansteigen der Arbeitslosigkeit, da\u00df die ledigen M\u00fctter besonders schutzbe\u00add\u00fcrftig waren und ihre schwierige Situation nach der Scheidung nicht ber\u00fcck\u00adsichtigt worden war. Dies wurde 1926 in einem Gesetzentwurf f\u00fcr ein neues Ehegesetz aufgegriffen, der vom Volkskommissar f\u00fcr Justizwesen Kursky vor\u00adgelegt wurde. Er enthielt haupts\u00e4chlich die Gleichsetzung der registrierten und der De-facto-Ehe und die Einf\u00fchrung der G\u00fctergemeinschaft in die Ehe. Damit sollte der Anteil der Hausarbeit w\u00e4hrend der Ehe am gemeinsam erwirtschaf\u00adteten Verm\u00f6gen anerkannt werden.<\/p>\n<p>Da auch innerhalb der Partei Widerspr\u00fcche zu der Neuregelung des Ehe\u00adgesetzes bestanden, wurden die Entw\u00fcrfe ein Jahr lang auf allen Ebenen der gesellschaftlichen Einrichtungen diskutiert. Es zeigte sich, da\u00df Widerspr\u00fcche unterschiedlicher Art vorhanden waren. Auf dem Lande bef\u00fcrchteten die Bauern eine Aufteilung des Besitzes durch die Anerkennung der Hausarbeit bei der Erwirtschaftung des gemeinsamen Eigentums. Au\u00dferdem argw\u00f6hnten sie, da\u00df bei einer Schw\u00e4chung der Familie durch die Erleichterung der Schei\u00addung und die Anerkennung der De-facto- Ehe die Zahl der Erbberechtigten zunehmen w\u00fcrde. Es setzte sich die fortschrittliche Tendenz gegen\u00fcber den konservativen Positionen der Bauernschaft durch.\u00a0<em>\u201eWir wollen nicht am Schwanzende hinterherbummeln&#8220;,\u00a0<\/em>entschied der Richter Vinokurows <a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>. Die am Besitztum festgemachte Bindung an die Familie konnte die sowjetische Gesetzgebung \u00fcberwinden. V\u00f6rden \u00f6konomischen Vorteilen, die die Arbeits\u00adteilung zwischen Mann und Frau oder auch die Doppelbelastung der Frau bringt, machte auch sie, nicht zuletzt gezwungen durch die wirtschaftlichen Bedingungen, halt, indem sie die Familie als Wirtschaftseinheit anerkannte.<\/p>\n<p><strong><em>Die Kinder waren der Grund die Familie zu erhalten<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Kollontais Vorstellungen der wirtschaftlichen Absicherung \u00fcber einen Ver\u00adsicherungsfonds, die eine weitere Aufl\u00f6sung der Familie bewirkt h\u00e4tten, fanden in der Diskussion 1926 keine Mehrheit. Eingehend auf die teilweise ungeregel\u00adten Familienverh\u00e4ltnisse, regte sie einen allgemeinen Versicherungsfonds aus Beitr\u00e4gen der arbeitsf\u00e4higen Bev\u00f6lkerung an, der die individuellen Alimenteersetzen und die Frauen zun\u00e4chst bis zum ersten, sp\u00e4ter bis zum vierten Le\u00adbensjahr des Kindes unterst\u00fctzen sollte. Sie wollte die Kindererziehung nicht der sich aufl\u00f6senden Familie \u00fcberlassen.<\/p>\n<p>Statt dessen wurden, wie im Familienkodex von 1917 festgelegt, die eheli\u00adchen und die unehelichen Kinder durch Anspruch auf Alimente und Erbschaft ihren V\u00e4tern gegen\u00fcber gleichgestellt. Die Registrierung der Ehen und die Va\u00adterschaftsfeststellungen dienten im wesentlichen dieser Absicherung der Kinder. Sie waren der Grund, die Familien zu erhalten. Die Alimentenverpflich\u00adtung machte ein Drittel des Lohnes aus, bei Nichtzahlung drohten Gef\u00e4ngnis und Geldbu\u00dfen.\u00a0<em>\u201eSolange aber der Staat die Sorge um die Kinder noch nicht \u00fcbernehmen kann, h\u00e4lt die Ehe an der Form eines Wirtschaftsvertrages fest, die das Gesetz bekr\u00e4ftigt&#8220;,\u00a0<\/em>stellte damals Staatsanwalt Krylenko fest. <a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a><\/p>\n<p>Entsprechend reagierten die Frauen in Leserbriefen und Delegiertenver\u00adsammlungen um die Reform des Ehegesetzes. Sie bestanden auf den Alimen\u00adten und forderten sie lieber direkt von den M\u00e4nnern, als sich von einer abstrak\u00adten Konstruktion, wie die Verstaatlichung der Alimente \u00fcber einen Versiche\u00adrungsfonds, abh\u00e4ngig zu machen. Die Ablehnung zeigte das noch bestehen\u00adde Mi\u00dftrauen der Frauen: Statt sich auf neue Perspektiven und Strukturen ein\u00adzulassen, griffen sie lieber auf bekannte Mechanismen zur\u00fcck. Die Alimente waren wohl auch ein notwendiger Schutzschild gegen\u00fcber den M\u00e4nnern, um nicht ganz allein mit den Kindern dazustehen. Sie lehnten Kollontais Vorschlag ab, weil sie eine gr\u00f6\u00dfere Verantwortungslosigkeit der M\u00e4nner f\u00fcrchteten: \u201e<em>Was haben alle M\u00e4nner mit der Zeugung eines Kindes zu tun? &#8230; Wozu soll eine verlassene Mutter der Allgemeinheit zur Last fallen?&#8220;\u00a0<\/em>(Siehe Auszug aus F. Halle im Dokumentenanhang <a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a>)<\/p>\n<p><strong><em>Die Frauen bleiben in der Familie<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Auf jeden Fall verlagerte das am 1.1.1927 in Kraft getretene Gesetz \u00fcber Ehe, Familie und Vormundschaft die wirtschaftliche Absicherung der Frau und der Kinder in die Familie &#8211; ein zu der Zeit wahrscheinlich wichtiger Schutz der Frauen.<\/p>\n<p>Die \u00f6konomische Absicherung der Frau sah so aus, da\u00df f\u00fcr die Dauer der Ehe gegenseitige Unterhaltspflicht bestand. Hinzu kam, da\u00df auch nach der Scheidung f\u00fcr den \u00f6konomisch schw\u00e4cheren Teil, meistens die Frau, bei Ar\u00adbeitsunf\u00e4higkeit ein Jahr und bei Arbeitslosigkeit ein halbes Jahr die Unter\u00adhaltspflicht fortbestand. Die H\u00f6he legte ein Gericht fest. Dieses Recht wurde per Antrag auch De-facto-Ehen zugestanden.<\/p>\n<p>Berichtet wird <a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a> von einer relativen Autonomie der Volksgerichte gegen\u00ad\u00fcber den festgelegten Rechten. Ihre Entscheidungen folgten dem damaligen Rechtsempfinden, so wurden die Kinder in der Regel den Frauen zugespro\u00adchen.<\/p>\n<p><strong>Moralvorstellungen<\/strong><\/p>\n<p>Alexandra Kollontai entwarf in ihren Romanen eine utopische Moral. Sie lie\u00df die Shenja in ihrer Erz\u00e4hlung \u201eDie Liebe der drei Generationen&#8220; mit folgender Position zu Wort kommen: \u201e<em>Nun da merkt man eben, da\u00df irgendjemand einem besonders gut gef\u00e4llt. Aber zu verlieben, verstehen Sie, dazu hat man keine Zeit! Denn kaum, da\u00df man sich dessen bewu\u00dft geworden ist, schon wird er an die Front abberufen oder in eine andere Stadt versetzt. Oder man ist selber so besch\u00e4ftigt, da\u00df man den Mann vergi\u00dft&#8230;&#8216;<\/em>&#8218;<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p><strong><em>Eine neue Moral f\u00fcr Berufst\u00e4tige<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Durch den Krieg, den B\u00fcrgerkrieg und wahre V\u00f6lkerwanderungen in den Hun\u00adgerjahren waren die Familien auseinandergerissen worden. Schon vor dem Krieg hatte der hohe Anteil der Frauen an der Arbeiterschaft tendenziell zur Aufl\u00f6sung der Familie gef\u00fchrt. Im Krieg war dieser Anteil noch weiter angestie\u00adgen. Durch die Stadtflucht nach dem Krieg blieb ein Arbeitskr\u00e4ftemangel in den St\u00e4dten, der die Besch\u00e4ftigungschancen der Frauen erh\u00f6hte.<\/p>\n<p>Diese Erscheinung griff Kollontai auf und beeinflu\u00dfte die gesellschaftliche und politische Diskussion 1918 durch ihre Theorie zur \u201efreien Liebe&#8220; in \u201eDie neue Moral und die Arbeiterklasse&#8220;. <a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a> Die Frauen sollten jederzeit zwischen einer intensiven Beziehung und anderen wichtigen Dingen alternativ w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Das Hauptanliegen dieser Zukunftsvision war das Aufbrechen der Ge\u00adschlechterrollen. Alexandra Kollontai entwarf das Bild der ledigen Frau, die sich nicht in Liebesgeschichten verliert, sondern Selbstbest\u00e4tigung auch in anderen Bereichen, speziell der Berufst\u00e4tigkeit, sucht und manchmal w\u00e4hlen mu\u00df. Sie greift diesen Konflikt in ihrer Erz\u00e4hlung \u201eDie Frau im Umbruch&#8220; auf. Hierin macht der Mann der Frau folgenden Antrag: \u201e\u00a0<em>\u201eAlso morgen nach dem Essen fahren wir deine B\u00fccher holen. Die Regale stellen wir hier auf. Und du wirst meine kleine Hausfrau sein. H\u00f6rst Du? Ja&#8220;, kommt es verzagt. Die B\u00fccher holen. Das bedeutet ganz hierher zu ziehen. &#8230; Und die Bibliothek? Das ist das Ende der wissenschaftlichen Arbeit. Bis zum Januar wird sie es nicht schaffen.&#8220;\u00a0<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\"><strong>[13]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Durchaus widerspr\u00fcchlich und ohne den Frauen Vorschriften zu machen, er\u00f6ffnet Alexandra Kollontai ihnen eine Spannbreite von Lebensm\u00f6glichkei\u00adten: von der Askese bis zur sexuellen Freiz\u00fcgigkeit.\u00a0<em>\u201eDamals dieser Monat. Das war Gl\u00fcck. Was hatte das Gl\u00fcck ausgemacht? Seine Liebe oder ihr Schreiben. Damals dachte, fragte man nicht. Es war einfach nur sch\u00f6n erhe\u00adbend froh. Und man f\u00fchlte das Sein mit allen Fasern,<\/em>&#8230;&#8220; <a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>Mit der Schwierigkeit, realem Leben vorzugreifen, entwirft sie eine neue Moral, die zwar kaum konkrete Umsetzungschancen hatte, aber bis zum heu\u00adtigen Tag Gespr\u00e4chsstoff bietet.<\/p>\n<p><strong><em>Die alte Moral hat Bestand<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Anfang der zwanziger Jahre wurde die Diskussion haupts\u00e4chlich auf der Roman- und Leserbriefebene gef\u00fchrt. Es l\u00e4\u00dft sich kaum etwas \u00fcber mutige In\u00adterpretinnen sagen. In gewisser Weise m\u00fcssen wir die Ungerechtigkeit der Ge\u00adschichte an den Frauen wiederholen, indem aus Unkenntnis das Vergessen und \u00dcbersehen best\u00e4tigt wird. Die Lebensf\u00e4higkeit von A. Kollontais Vorstel\u00adlungen kann auch deshalb nicht \u00fcberpr\u00fcft werden, da sie zwar Anfang der zwanziger ein Massenpublikum hatte, ihre B\u00fccher aber in den drei\u00dfiger Jahren nicht mehr aufgelegt wurden. Bis heute sind ihre Schriften nicht vollst\u00e4ndig er\u00adh\u00e4ltlich.<\/p>\n<p>Alexandra Kollontai wurde 1922 in der Leitung der Frauenabteilung der KPdSU von Frau Ssmidowitsch abgel\u00f6st. Diese sah die Notwendigkeit, in die Diskussion einzugreifen und einige Auswirkungen der Freiz\u00fcgigkeit zu kritisie\u00adren:\u00a0<em>\u201eJede kleine Komsomolka, weibliches Mitglied des kommunistischen Jugendverbandes, auf die die Wahl dieses oder jenes Burschen oder M\u00e4nnchens f\u00e4llt, mu\u00df ihm zu Willen sein, sonst ist sie Kleinb\u00fcrgerin.\u00a0<\/em>&#8222;<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a> Ein anderes Mitglied der Frauenabteilung:\u00a0<em>\u201eWinogradskaja z\u00e4hlt eine lange Reihe von Problemen sowjetischer Frauen auf: die konkreten Arbeits-, Wohn- und Lebensbedingungen, die langsame L\u00f6sung von der Religion, die Beteiligung des Mannes an der Hausarbeit, die beunruhigende Zahl der Abtreibungen sowie der Scheidungen, die bittere Armut von Frauen mit Kindern, die von ihren M\u00e4nnern verlassen wurden, die Prostitution. Aber all diese Licht- und Schattenseiten unseres proletarischen Alltags (byt) interessieren Genossin Kollontai nicht&#8230;. Des R\u00e4tsels L\u00f6sung liegt darin, da\u00df wir eine Kommunistin mit einer t\u00fcchtigen Prise feministischen Plunders vor uns haben&#8220;\u00a0<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\"><strong>[16]<\/strong><\/a><\/em>.<\/p>\n<p>Diese Warnungen scheinen eher vorbeugend gewesen zu sein, denn kon\u00adkrete Daten aus einer Untersuchung Batkis 1922 an der Universit\u00e4t Moskau zeigen ein bekanntes Bild, da\u00df 90 % der Frauen der Geschlechtsverkehr gleichg\u00fcltig war, 1\/3 davon ihn sogar eklig fand. 70 % der Frauen wollten Be\u00adziehungen aus Liebe und 55 % lebten aus Mangel daran enthaltsam. <a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a> Mag ein Teil dieser Antworten durch die Art der Fragestellung hervorgerufen worden sein, so kann man doch feststellen, da\u00df die Erwartungen und Reak\u00adtionen der Frauen eher traditionell blieben. Vordergr\u00fcndig das Verhalten der M\u00e4nner, aber auch eine spezielle Ideologie, die z.B. die Sexualit\u00e4t der Frau stark mit der Mutterschaft verband, verhinderten die sexuelle Entfaltungsm\u00f6g\u00adlichkeit der Frauen. Die gesellschaftlichen Voraussetzungen f\u00fcr eine neue Her\u00adangehensweise und Moral waren noch nicht gefunden (Siehe auch Lenins Brief an Ines Amand im Dokumentenanhang).<\/p>\n<p><strong><em>Sexualmoral und Wohnungsnot<\/em><\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberschattet wurden alle \u00dcberlegungen und Versuche, das Familienleben neu zu organisieren, von der schlechten Wohnsituation in der Sowjetunion. Die Wohnungen waren so \u00fcberbelegt, da\u00df jedes Zimmer von einer Familie bewohnt wurde, also oft 3, 4 oder mehr Personen in einem Zimmer lebten.<\/p>\n<p>Jede Familie wirtschaftete f\u00fcr sich, hatte ihren Primuskocher in der K\u00fcche und viele Reibungspunkte mit den Nachbarn. In den Kommunen wurde versucht, diese Ordnung zu durchbrechen, indem die Wohnungen anders aufgeteilt und zusammen gewirtschaftet wurde. Aber auch hier war die enge Belegung pr\u00e4gend f\u00fcr viele Auseinandersetzungen. Wo sollten sich beispielsweise Paare lieben, wenn es nur Gemeinschaftsr\u00e4ume gab, was wenn die Ehepaare Kinder bekamen? Es standen jedem vor dem Gesetz nur 3 qm Wohnraum zu. (Bei uns sind es 10 qm, der Durchschnitt liegt aber in der heutigen BRD bei 25 bis 30 qm).<\/p>\n<p>Auch in den Planungen der Wohnkombinate ging man von nicht mehr als 5 bis 9 qm pro Kopf aus, da das private Wohnen reduziert, die Hausarbeit ver\u00adgesellschaftet und die Kinder entweder in Kinderetagen oder Kindersektoren in den Wohnh\u00e4usern untergebracht werden sollten. Nadeshda Krupskaja, Mit\u00adglied im Volkskommissariat f\u00fcr Bildung, entwickelte dieses Modell, da die el\u00adterlichen Gef\u00fchle nicht unterdr\u00fcckt werden sollten, sondern die Eltern zusam\u00admen mit den P\u00e4dagogen zur Erziehung bef\u00e4higt werden sollten.<\/p>\n<p>Eine totale Neuordnung der St\u00e4dte wurde 1930 vom ZK der KPdSU aus wirt\u00adschaftlichen Gr\u00fcnden abgelehnt. Es sprach sich gegen eine vollst\u00e4ndige und unverz\u00fcgliche Vergesellschaftung aller Seiten des Alltagslebens aus, wie Er\u00adn\u00e4hrung, Wohnraum, Erziehung der Kinder, Alltagsbeziehungen zwischen den Familienmitgliedern sowie gegen ein Verbot der individuellen Speisezuberei\u00adtung. Es griff \u201elinke Phrasen&#8220; in der Presse an, die k\u00fcnstliche Lebenskommu\u00adnen planten, und sah sich vielmehr vor der Aufgabe, zun\u00e4chst die 500.000 Ob\u00addachlosen in Moskau mit Wohnraum zu versorgen <a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gab es wegen der Raumknappheit keine abgeschlossenen Wohnungen mehr. Aber eine \u00dcberbelegung mit 3,34 Quadratmeter Raum pro Person l\u00e4\u00dft auch in organisierten Kommunen keine lebbaren Wohnverh\u00e4ltnis\u00adse entstehen. Erkl\u00e4rbar, da\u00df bis heute das Ergattern einer Wohnung in aktu\u00adellen Interviews mit Sowjetb\u00fcrgern eine wichtige Rolle spielt.<\/p>\n<p><strong>Mutterschaft und Erziehung<\/strong><\/p>\n<p>Schon vor der Revolution konzentrierten sich die Forderungen der russischen Arbeiterinnen auf den Bereich des klassischen Mutterschutzes. A. Kollontai schrieb 1916 ihr Buch \u201eGesellschaft und Mutter&#8220;. Es blieb die einzige theore\u00adtische Arbeit zu diesem Thema. <a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a> Nach der Revolution wurden umgehend entsprechende Dekrete erlassen. In einer Regierungserkl\u00e4rung wurde die So\u00adzialversicherung f\u00fcr Schwangere angek\u00fcndigt. Im Dekret zum Acht-Stunden\u00adtag im Oktober 1917 war das Verbot der Nachtarbeit, der Untertagearbeit und von \u00dcberstunden f\u00fcr Frauen enthalten. Drei Wochen sp\u00e4ter wurde im Dekret \u00fcber Krankenversicherungen 4 Monate Schwangerschaftsurlaub und Stillpau\u00adsen beschlossen.<\/p>\n<p>Das Dekret vom 28.12.1919 schrieb fest: Das Geb\u00e4ren von Kindern ist eine soziale Funktion der Frau. Im Januar 1918 gr\u00fcndete A. Kollontai in ihrer Funktion als Volkskommissarin f\u00fcr Wohlfahrtspflege die Abteilung f\u00fcr den S\u00e4ug\u00adlings- und Mutterschutz, die Verordnungen mit umfangreichen Erg\u00e4nzungen im Sinne des klassischen Mutterschutzes erlie\u00df. Auf der 1. Allrussischen Ar\u00adbeiterinnenkonferenz 1918 war neben der Gr\u00fcndung der Frauenabteilung der Mutterschutz das Hauptthema. Die M\u00fctter wurden ermutigt, die angebotenen Hilfen nicht als Gnade aufzufassen. Kinder seien keine Strafe Gottes, sondern gewollt, und die M\u00fctter seien B\u00fcrgerinnen, denen die Sorge um die Kinder ab\u00adgenommen werden m\u00fc\u00dfte. Die sehr weitgehenden Verordnungen wurden nicht immer eingehalten. Kampagnen warben f\u00fcr sie.<\/p>\n<p><strong><em>Mutterschaft<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die Gleichstellung der Frau in der Erziehung st\u00e4rkte die Mutterrolle. Auch das Ehegesetz enthielt einige Schutzfunktionen direkt f\u00fcr die M\u00fctter. Z.B. konnte eine uneheliche Mutter den Vater innerhalb einer Frist registrieren lassen. Er hatte einen Monat Zeit, Einspruch einzulegen, und mu\u00dfte innerhalb eines Jahres klagen, wenn er die Vaterschaft nicht anerkannte, Nichtreagieren wurde als Zustimmung ausgelegt. Scheidungsverfahren liefen meist am Wohnort der Mutter. Hinzu kamen die schon erw\u00e4hnten Alimentenregelungen.<\/p>\n<p>Die Aufhebung des Adoptionsverbotes schon 1920\/21, das zun\u00e4chst erlas\u00adsen worden war, um Mi\u00dfbrauch mit Kindern als Arbeitskr\u00e4ften und in Erb\u00adschaftsangelegenheiten zu verhindern sowie den Ansatz der gesellschaftli\u00adchen Erziehung gegen\u00fcber der Kleinfamilie zu st\u00e4rken, wirkte ebenfalls wie \u201eein Sieg der Mutterliebe&#8220;. Nur durch sie konnten die vielen verwahrlosten Kinder nach dem Krieg und B\u00fcrgerkrieg wieder versorgt werden.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich hatten die sp\u00e4rlichen Ma\u00dfnahmen zur Kollektiverziehung die Familie in dieser Hinsicht kaum ersetzen k\u00f6nnen. Aufgrund der wirtschaftli\u00adchen Schwierigkeiten gab es 1927 erst 150.000 Kindergartenpl\u00e4tze (die Angaben variieren in den verschiedenen Ver\u00f6ffentlichungen) bei 10 Millionen Kindern. Auch z\u00f6gerten die Frauen, die oft zu den Kindern die einzigen \u201ebe\u00adfriedigenden Beziehungen&#8220; (vergl. A. Holt, S. 96 &#8211; im Dokumentenanhang) hatten, sie wegzugeben, und bremsten die Entwicklung zur Vergesellschaf\u00adtung der Erziehungsaufgaben. Lediglich die Sommercamps, die die Familien\u00aderziehung nicht in Frage stellten, hatten einen Boom.<\/p>\n<p><strong><em>Matriarchalische Entwicklung?<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Die M\u00fctter erhielten in der Realit\u00e4t auch noch die bisherigen Vaterfunktionen dazu, die V\u00e4ter sollten durch den Staat ersetzt werden. Fast bekamen die Vor\u00adstellungen von Kollontai durch die verz\u00f6gerte Entwicklung der Kollektiverzie\u00adhung eine matriarchalische Tendenz. Ihre Idee der Mutterschaftsversicherung, mit der der Konflikt Beruf und Mutterschaft im \u00dcbergang zur Neuen Zeit gel\u00f6st werden sollte, war eine Art Verstaatlichung der Alimente. Gleichzeitig sah sie darin eine Vorreiterolle f\u00fcr die neue Gesellschaft, die einen neuen Menschen\u00adtypus hervorbringen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Der Mutterschutz sollte den \u00dcbergang von der Individual- zur Kollektiverzie\u00adhung erleichtern. Die freie Mutterschaft sollte der Frau keine Last sein, die sie dann auf unw\u00fcrdige Art mit den M\u00e4nnern zu teilen suchte. Pflichtgef\u00fchl, Scham und Abh\u00e4ngigkeit bev\u00f6lkerten immer noch die Ehen, die von dieser Art Be\u00adrechnung befreit werden sollten. Dabei hatte sie nicht die Selbstbestimmung der Frau im Blick. Auch f\u00fcr sie war das Kindergeb\u00e4ren keine autonome Ange\u00adlegenheit der Frau, sondern z\u00e4hlte zu den m\u00fctterlichen Pflichten an der Ge\u00adsellschaft. Eine neue Generation sollte den Sozialismus weiterf\u00fchren, deshalb wurde auch der Entwicklung der Geburtenrate gro\u00dfe Aufmerksamkeit ge\u00adschenkt.<\/p>\n<p><strong><em>Kaum Entlastung durch die Kollektiverziehung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Das jahrelang w\u00e4hrende Problem der Besprosonyi (verwahrloste Kinder), die in Banden organisiert zu \u00fcberleben versuchten, zeigte, da\u00df der grunds\u00e4tzliche Konflikt Beruf &#8211; Familie nicht gel\u00f6st werden konnte bzw. die Kollektiverziehung nicht entsprechend entwickelt wurde. Zwar wurde auf das h\u00e4usliche Milieu zu\u00adr\u00fcckgegriffen und Familienpatronagen f\u00fcr Heimkinder gef\u00f6rdert, doch waren die Familien durch die Berufst\u00e4tigkeit der Eltern so weit aufgel\u00f6st, da\u00df sie diese Kinder nicht mehr beaufsichtigen konnten. Da aber auch die herk\u00f6mmliche Mutterrolle nicht in Frage gestellt wurde, war\u00a0der Weg f\u00fcr L\u00f6sungsm\u00f6glichkei\u00adten verstellt.<\/p>\n<p><strong>Freigabe der Abtreibung aus wirtschaftlicher Berechnung<\/strong><\/p>\n<p>Die Freigabe erfolgte 1920 durch die Verordnung \u201e\u00dcber den Schutz der Ge\u00adsundheit der Frau&#8220; <a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a> aus ganz pragmatischen Gr\u00fcnden. Es war den Frauen nicht zuzumuten, Kinder zu geb\u00e4ren, die sp\u00e4ter nicht ern\u00e4hrt werden konnten. Die Abtreibung wurde vom Gesundheitskommissar unter ma\u00dfgeblichem Druck von Kollontai erlassen. Sie war nicht in dem Sinne wie der Mutterschutz eine Forderung der russischen Arbeiterinnen gewesen. Abtreibung freigeben oder das Abtreibungsverbot aufheben hie\u00df nicht, sie fordern. In der\u00a0<strong><em>Verordnung \u201e\u00dcber den Schutz der Gesundheit der Frauen<\/em>&#8220;\u00a0<\/strong>hie\u00df es:<\/p>\n<p>\u201e<em>Aber, solange die \u00fcberkommenen moralischen Gewohnheiten der Ver\u00adgangenheit und die schweren wirtschaftlichen Bedingungen der Gegenwart einen Teil der Frauen zwingen, sich zu einer Operation zu entschlie\u00dfen, be\u00adstimmt das Volkskommissariat f\u00fcr Gesundheitsschutz und das Volkskommis\u00adsariat f\u00fcr Justiz, indem sie die Gesundheit der Frauen und die Interessen der Massen vor unwissenden und gewinns\u00fcchtigen R\u00e4ubern sch\u00fctzen und indem sie die Methode der Bek\u00e4mpfung auf diesem Gebiete als absolut zwecklos ansehen:<\/em><\/p>\n<ol>\n<li><em> Die unentgeltliche Vornahme der Operation zwecks Unterbrechung der Schwangerschaft wird in den Sowjetkrankenh\u00e4usern, wo ihre gr\u00f6\u00dfte Un\u00adsch\u00e4dlichkeit gesichert ist, zugelassen.<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p><em>2.<\/em><em>Die Vollziehung dieser Operation wird bedingungslos allen, au\u00dfer \u00c4rzten, verboten.<\/em><\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><em>Die Hebamme oder weise Frau, die sich der Vornahme dieser Operation schuldig macht, verliert das Recht, ihren Beruf auszu\u00fcben, und wird den Volksgerichten \u00fcbergeben.<\/em><\/li>\n<li><em>Ein Arzt, der die Operation der Fruchtabtreibung in seiner Privatpraxis in gewinns\u00fcchtiger Absicht vorgenommen hat, wird gleichfalls den Gerichten \u00fcbergeben. (!)&#8220;<\/em><em> <a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\"><strong>[21]<\/strong><\/a><\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Im Gegenteil, die Verordnung lie\u00df keinen Zweifel dar\u00fcber aufkommen, da\u00df Abtreibung als vor\u00fcbergehend notwendiges \u00dcbel, das bei mehr Wohlstand \u00fcberfl\u00fcssig w\u00fcrde, anzusehen war. Auch enthielt der knappe Text kein Wort zur Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung. Der Mangel an Diskussion einerseits und die st\u00e4n\u00addigen Hinweise auf sch\u00e4dliche Folgen der Abtreibung andererseits zeigten die widerstrebende Haltung und Gef\u00fchle.<\/p>\n<p><strong><em>Die Aufkl\u00e4rung blieb in den Ans\u00e4tzen stecken<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Neben der praktischen Nutzung gab es auch Ans\u00e4tze f\u00fcr eine andere Sicht\u00adweise, die Abtreibung nicht als moralischen Verfall, sondern als Best\u00e4tigung der weiblichen Pers\u00f6nlichkeit verstand. Kollontai wies auf die befreiende Wirkung der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung hin. In dem Staatlichen Institut f\u00fcr Mutter- und S\u00e4uglingsschutz wurde 1921 eine wissenschaftliche Zentralkommission zum Studium der Empf\u00e4ngnisverh\u00fctung eingesetzt, (vergl. Holt, S. 106ff im Do\u00adkumentenanhang). Dieses Institut erstellte auch Aufkl\u00e4rungsmaterial. Alle Ein\u00adrichtungen des Mutterschutzes waren diesem Institut unterstellt. Die Mittel wurden allerdings zusehends knapper. Obwohl die Frauen der Aufkl\u00e4rung wenig Scheu entgegenbrachten, blieb der Kenntnisstand niedrig. Auch die \u00c4rzte waren oft nicht informiert. Die Freigabe der Abtreibung hatte wenig Einflu\u00df auf die Geburtenrate. Bei vielen M\u00e4nnern stie\u00df sie allerdings auf Ableh\u00adnung, vor allem die Verh\u00fctungsmittel reichten nicht aus. Es gab zwar finanziel\u00adle und technologische Schwierigkeiten, aber auch das Machbare wurde nicht ausgesch\u00f6pft. So gab es erst ab 1927 eine kleine Pr\u00e4serfabrik, die ihren Umsatz von 250 auf 70.000 Rubel im Jahr 1930 steigern konnte. <a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a><\/p>\n<p><strong><em>Nach 3 Jahren wird die Abtreibung wieder eingeschr\u00e4nkt<\/em><\/strong><\/p>\n<p>1923 wurde das Recht auf Abtreibung wieder eingeschr\u00e4nkt. Eine Beratungs\u00adkommission, die Abortus-Troika, entschied \u00fcber den Abbruch, er mu\u00dfte in den ersten drei Monaten liegen, wurde beim ersten Kind gar nicht, und nicht mehr als zweimal im Jahr durchgef\u00fchrt. Ab 1924 wurde die Abtreibung registriert und kostete eine Geb\u00fchr. 1929 gab es erneut eine Diskussion um die Abtreibung. In Moskau wurden 1930 170.000 Abtreibungen durchgef\u00fchrt, dies entsprach ca. einem Viertel der Geburten.<\/p>\n<p><strong>Vergesellschaftung der Hausarbeit &#8211; Arbeitsteilung<\/strong><\/p>\n<p>Im Parteiprogramm von 1919 wurde die Befreiung der Frauen von der veral\u00adteten h\u00e4uslichen Wirtschaft als Ziel formuliert. Die Vergesellschaftung der Hausarbeit war das meistdiskutierte Thema in der Frauenzeitschrift \u201eDie Ar\u00adbeiterin&#8220; (mehr noch als die Frage der kollektiven Kindererziehung). Diese For\u00adderung hatte eine breite Basis in der bolschewistischen Partei. Zur Bestim\u00admung der Frauenarbeit formulierte Lenin in einer Rede \u201e\u00dcber die Aufgaben der proletarischen Frauenbewegung in der Sowjetrepublik&#8220; auf dem vierten allrussischen Kongre\u00df der parteilosen Arbeiterinnen 1919 folgende Grunds\u00e4t\u00adze:\u00a0<em>\u201eSolange die Frau von der Hauswirtschaft v\u00f6llig in Anspruch genommen ist, bleibt ihre Lage immer noch beengt. Zur vollst\u00e4ndigen Befreiung der Frau und ihrer wirtschaftlichen Gleichstellung mit dem Mann bedarf es gesell\u00adschaftlicher Einrichtungen, bedarf es der Teilnahme der Frauen an der allge\u00admeinen produktiven Arbeit. Dann wird die Frau die gleiche Stellung einneh\u00admen wie der Mann&#8230;&#8220;\u00a0<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\"><strong>[23]<\/strong><\/a><\/em><\/p>\n<p>Vermutlich auch aufgrund der Erfahrungen der Frauen auf dem Lande wurde die Rolle der Hausarbeit in der sowjetischen Bev\u00f6lkerung viel diskutiert und nicht schweigend als Selbstverst\u00e4ndlichkeit hingenommen. A. Kollontai for\u00adderte sogar ihre Bezahlung in der Diskussion um das neue Ehegesetz, bei der dann aus wirtschaftlichen Gr\u00fcnden nur die G\u00fctergemeinschaft eingef\u00fchrt wurde. Selbst in den \u00dcberlegungen zur Rationalisierung lag ja eine Anerken\u00adnung der Hausarbeit als Arbeit. Da\u00df eine Aufhebung der isolierten Arbeitspl\u00e4t\u00adze und Zusammenfassung m\u00f6glichst vieler dieser Arbeiten sinnvoll war, wird auf der abstrakten Ebene den meisten eingeleuchtet haben. Arbeitsspeziali\u00adsten w\u00fcrden rationell statt zersplittert die Hausarbeit, Ern\u00e4hrung, Erziehung und das Waschen \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p><strong><em>Keine konkreten Alternativen zur Hausarbeit<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Man ging von einer raschen Realisierung der Vergesellschaftung der Hausar\u00adbeit aus. \u00dcbergangsl\u00f6sungen wie die Aufhebung der Arbeitsteilung in der Familie wurden gar nicht erst aufgegriffen. Auch in den ersten praktischen An\u00ads\u00e4tzen im Kriegskommunismus griffen die Bolschewiki auf die traditionellen F\u00e4higkeiten der Frauen zur\u00fcck und setzten sie in den Bereichen der fr\u00fcheren Hauswirtschaft ein. Alix Holt <a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a> sieht hierin heute eine Schw\u00e4chung der For\u00adderung nach Vergesellschaftung der Hausarbeit, weil den M\u00e4nnern die Not\u00adwendigkeit der \u00dcbernahme der Hausarbeit &#8211; ob im gesellschaftlichen oder im privaten Bereich &#8211; nicht deutlich gemacht wurde. F\u00fcr Lenin war dies der Aus\u00adgangspunkt f\u00fcr Ver\u00e4nderungen:\u00a0<em>\u201eUnd die Schaffung all dieser Einrichtungen ist eine Arbeit, die haupts\u00e4chlich von Frauen zu leisten ist&#8230; Wir sagen, die Befreiung der Arbeiter mu\u00df das Werk der Arbeiter selbst sein, und genauso mu\u00df die Befreiung der Arbeiterinnen das Werk der Arbeiterinnen selbst sein. Die Arbeiterinnen selbst m\u00fcssen sich um die Schaffung solcher Einrichtungen k\u00fcmmern, und diese T\u00e4tigkeit wird dazu f\u00fchren, da\u00df die Frau eine v\u00f6llig andere Stellung einnimmt als in der kapitalistischen Gesellschaft.&#8220;<\/em>&#8218; <a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a><\/p>\n<p>Leider gab es \u00fcber diese allgemeinen Forderungen hinaus kaum konkrete Vorstellungen und Ideen. Die Menschen waren in dem traditionellen Denken noch so befangen, da\u00df ihnen z.B. in den Kommunen zur L\u00f6sung der Hausar\u00adbeit oft auch wieder nur Putzfrauen einfielen. Dar\u00fcber hinaus fehlte der wirt\u00adschaftliche Spielraum. Die Arbeitspflicht und der heroische Kampf ums \u00dcber\u00adleben im Kriegskommunismus hatten zun\u00e4chst zu einer Kollektivversorgung und zur vorl\u00e4ufigen \u00dcbernahme von Teilen der Hauswirtschaft gef\u00fchrt.<\/p>\n<p><strong><em>Aus der Notwirtschaft werden keine Gemeinschaftseinrichtungen<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Mit viel Enthusiasmus und bef\u00f6rdert durch die Not wurden Volksk\u00fcchen und andere gesellschaftliche Einrichtungen aufgebaut. 1919\/20 wurden insgesamt 12 Millionen Menschen, 90% der Petersburger und 60% der Moskauer, in Volksk\u00fcchen ern\u00e4hrt. 75.000 Frauen waren in diesen Jahren in der Kollektiv\u00adversorgung t\u00e4tig. Mit der Einf\u00fchrung der NEP wurden die meisten Fonds f\u00fcr solche Projekte aufgel\u00f6st. Es wurden nur noch Genossenschaften gef\u00f6rdert. Trotzki z.B. sprach sich gegen \u00fcberst\u00fcrzte administrative Versuche der Kol\u00adlektivierung der Lebensweise aus und hielt das Netz der \u00f6ffentlichen Versor\u00adgungseinrichtungen schon 1923 f\u00fcr gescheitert und empfahl den Frauen die Gr\u00fcndung von Haushaltskooperativen. Waren einerseits die Finanzen in diesem Bereich sehr knapp, so fehlte es andererseits auch an organisatori\u00adschen M\u00f6glichkeiten. Allein mit einem Durchsch\u00fctteln der B\u00fcrokratie und der Verbesserung der wirtschaftlichen Lage, wie Polina Winogradskaja, Mitglied der Frauenabteilung, meinte, war die Vergesellschaftung der Hausarbeit nicht durchzusetzen. Ein Gro\u00dfteil der Bev\u00f6lkerung hatte die Gemeinschaftseinrich\u00adtungen nur als Notma\u00dfnahme akzeptiert und griff nach Beendigung des Kriegskommunismus lieber wieder zur traditionellen h\u00e4uslichen Versorgung. Die Zahl der ausgegebenen Mahlzeiten sank best\u00e4ndig. 1925 waren es noch 500.000 und 1926 nur noch 300.000 Mahlzeiten t\u00e4glich <a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>.<\/p>\n<p><strong><em>Die Konsumbed\u00fcrfnisse werden zur\u00fcckgestellt<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Aufgrund des Mangels war die Qualit\u00e4t des Essens oft nicht hinreichend gewesen. Auch wurde die Arbeitsweise beklagt, Mi\u00dfwirtschaft und Schlampe\u00adrei, der r\u00fccksichtslose Gebrauch des Arbeitsmaterials, das nicht gebraucht, sondern verbraucht wurde, war zu beobachten. Einen Eindruck von solchen Problemen gibt folgende Schilderung aus dem Jahr 1923 von Larissa Reissner:\u00a0<em>\u201eAber alles, was das Alltagsleben der Arbeiter betrifft, ist entsetzlich ver\u00adnachl\u00e4ssigt. Strengste Disziplin und Verantwortungsgef\u00fchl gehen Hand in Hand mit einer geradezu phantastischen Schlamperei, mit einer alle Grenzen \u00fcbersteigenden Sorglosigkeit gegen\u00fcber den Bed\u00fcn&#8217;nissen und elementar\u00adsten Forderungen der Arbeiter. Es soll kein Vorwurf sein, der sich nur gegen Kytlym richtet &#8211; Kytlym ist in dieser Hinsicht nicht schlimmer als die Industrie\u00admetropole des Urals, als das herrliche Nadeschdinsker Werk. Aber die Partei riskiert durch diese Politik jeden politischen Kredit einzub\u00fc\u00dfen &#8230; Die Kon\u00adsumgenossenschaft. Jeder Arbeiter wei\u00df sehr gut, da\u00df in Gorlowka in diesem Jahr, Schlangen&#8216; vor den B\u00e4ckereien stehen; da\u00df die Bergleute, von der Arbeit zur\u00fcckgekehrt, herumlaufen m\u00fcssen, um den Mann zu suchen, der verpflichtet ist, ihnen ihr Pfund Brot zu geben. Sie wissen auch, da\u00df man in der ganzen Siedlung viele Brotverkaufsstellen errichtet hat, die aber ge\u00adschlossen bleiben mu\u00dften, weil es angeblich an den notwendigen Waagen fehlte. Jeder Arbeiter w\u00fcrde doch mit Vergn\u00fcgen seine eigene Waage herge\u00adgeben haben, \u00fcberdies gibt es Waagen im Magazin der Zechenverwaltung. Zum Teufel wenn der Arbeiter seine Pflichten ebenso leicht nehmen w\u00fcrde, dann w\u00fcrde man ihn sofort hinauswerfen! Es geht doch wirklich nicht an, da\u00df man das Hungerjahr 1918 dort wieder in Szene setzt, da\u00df man Frauen und Kinder die N\u00e4chte vor der Schwelle des Brotladens verbringen l\u00e4\u00dft. In den Stollen und Strecken, in allen Versammlungen steht ein Wutgeheul \u00fcber alle diese emp\u00f6renden Kleinigkeiten&#8216;.\u00a0<\/em>&#8220; <a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a>.<\/p>\n<p>Berechnungen \u00fcber die Unwirtschaftlichkeit der Privathaushalte (siehe auch Fanina Halle im Dokumentenanhang) konnten die Frauen angesichts dieser Probleme kaum noch erreichen. Ihnen d\u00fcrften praktische Zusammenschl\u00fcsse in Genossenschaften zur Beschaffung von Lebensmitteln und Konsumg\u00fc\u00adtern, wie F. Halle sie auch beschreibt, n\u00e4hergelegen haben. Gesellschaftlich \u00fcberwog die Begeisterung f\u00fcr den industriellen Aufbau, zumal \u00fcber diesen Weg durch die Einrichtung von Werkskantinen und gro\u00dfen Nahrungsmittel\u00adkombinaten die werkt\u00e4tige Bev\u00f6lkerung ern\u00e4hrt werden sollte. Kritik an der ge\u00adringen Mittelzuweisung f\u00fcr Gemeinschaftseinrichtungen z.B. beim ersten F\u00fcnf\u00adjahresplan fanden kaum noch Geh\u00f6r.<\/p>\n<p><strong><em>Kommunenbewegung<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer Ansatz, in dem nach L\u00f6sungen f\u00fcr die Haushaltsf\u00fchrung gesucht wurde, war die Kommunenbewegung. In ihr wurde eine Teilung der Hausarbeit versucht, sei es durch abwechselnden Tagesdienst f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen oder in der AMO-Kommune (Betriebskommune des Autowerkes), die 24 Mit\u00adglieder hatte, durch die Besch\u00e4ftigung von 2 K\u00f6chinnen. Teilweise waren die Kommunen von einer \u00dcberorganisierung des Alltagslebens durch genaue Stundenpl\u00e4ne gekennzeichnet. Wegen asketisch puritanischer Haltungen -bedingt durch die Wohnungsnot lebten 8 bis 10 Personen in drei Zimmern -begegnete die Jugend den Kommunen teilweise skeptisch, glichen sie doch einem M\u00f6nchsorden. Charakteristika dieser Kommunen waren Gemeingut, Tagebuch f\u00fchren, Tagesdiensthabende, Kommissionen f\u00fcr verschiedene Pro\u00adbleme, auch legten die Kommunen sich Kampfaufgaben zurecht. Sie entstan\u00adden als Zusammenschl\u00fcsse in einem Haus, um die Ern\u00e4hrungsschwierigkei\u00adten zu l\u00f6sen, aufgrund von Wohnungslosigkeit oder infolge von Aufenthalten in Erziehungs- oder Erholungsheimen. Ansonsten war festzustellen, da\u00df die Geselligkeit infolge von Mangel an Zeit und Raum reduziert wurde. Bei einem\u00a0Leben unter permanentem Einflu\u00df des Arbeitsprozesses zerrissen pers\u00f6nliche Bindungen und f\u00fchrten zu einem Abbau des Privatlebens.<\/p>\n<p><strong>Entnommen aus:<\/strong>\u00a0Sowjetunion 1921-1939 &#8211; von Lenin zu Stalin, Materialien des KB, Hrg. Vorbereitungsgruppe des Kommunistischen Bundes (KB), Hamburg o.J., S.11-19<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"http:\/\/www.trend.infopartisan.net\/100JAHRE\/100jahre-23.html\">trend&#8230;<\/a> vom 14. November 2018 <\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Trotzki, Fragen des Alltagslebens, Berlin 1973<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Jessica Smith, Woman in Soviet Russia, New York 1928, S.14 zit. nach Kai Th. Dieckmann, Die Frau in der Sowjetunion, Frankfurt\/Main 1977, S. 57.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> vgl. Dokumentenanhang, Nr. 3.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> Edward Halle\u00ab Carr, Foundations of a Planned Economy 1926 &#8211; 1929, London S. 503.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> M. Wolters, A. Wolters, Elemente des russischen R\u00e4tesystems, Bd. IX, Teil 1, Hamburg 1981, S. 71.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> vgl. Dokumentenanhang, Nr. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> in Kai T. Diekmann, Die Frau in der Sowjetunion, Frankfurt\/M., S. .51.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> in Fannina Halle, Die Frau in Sowjetru\u00dfland, Berlin 1932, S. 175.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> vgl. Dokumentenanhang, Nr. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Berichte von G. Batkis, Die Sexualrevolution in Ru\u00dfland, Berlin 1925, in Dieckmann S. 49.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> A. Kollontai, Die Liebe der drei Generationen, Berlin 1982, S. 41.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> A. Kollontai, Die neue Moral und die Arbeiterklasse, M\u00fcnster 1977.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> A. Kollontai, Der weite Weg, Frankfurt\/ Main 1979, S. 220 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> A. Kollontai, Der weite Weg, S. 148.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> A. Kollontai, Neue Moral, S. 142.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> Helene Imend\u00f6rffer, Die Belletristik und ihre Rezeption, in: A. Kollontai, Der weite Weg, S. 265.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> Monika Israel, \u00dcber die Probleme der Frauenemanzipation im nachrevolution\u00e4ren Ru\u00dfland in: Kollontai, Die neue Moral der Arbeiterklasse, S. 141, M\u00fcnster 1977.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Dokumente: Die Sowjetunion, Bd. 2 Wirtschaft und Gesellschaft, hrsg. H.AItrichter, H. Haumann, M\u00fcnchen 1987, S. 309.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Monika Israel, \u00dcber die Probleme a.a.O. S. 119.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> vgl. Dokumentenanhang, Nr. 9.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> zitiert nach H. Harmsen: Die Befreiung der Frau, Berlin o.J., S.20; nach Monika Israel: \u00dcber die Problenme der Frauenemanzipation im nachrevolution\u00e4ren Ru\u00dfland (1917-1928), S.111; in A. Kollontai: Die neue Moral und die Arbeiterklasse, Verlag Frauenpolititk, M\u00fcnster, 1977.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> Fannia Halle, a.a.O. S. 201.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Lenin, \u00dcber die Aufgaben der proletarischen Frauenbewegung in der Sowjetrepublik, Bd.\u00a030, S. 27.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> vgl. Dokumentenanhang, Nr. 1, S. 102 ff.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> Lenin, \u00dcber die Aufgaben der proletarischen a.a.O. S .28.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> Kai Th. Dieckmann, a.a.O. S. 87.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Larissa Reissner, Oktober, K\u00f6nigstein\/Ts. 1979, S. 242, S. 325.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kommunistischer Bund. Direkt nach der Oktoberrevolution und in den zwanziger Jahren wurden erste Ma\u00dfnahmen f\u00fcr die Gleichstellung der Frau ergriffen und diverse Experimen\u00adte durchgef\u00fchrt: auf der juristischen Ebene<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,5],"tags":[25,87,32,26,12,22,38,21],"class_list":["post-4383","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","tag-arbeiterbewegung","tag-arbeitswelt","tag-frauenbewegung","tag-gewerkschaften","tag-lenin","tag-politische-oekonomie","tag-russische-revolution","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4383","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4383"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4383\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4384,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4383\/revisions\/4384"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4383"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4383"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4383"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}