{"id":4399,"date":"2018-11-16T14:17:45","date_gmt":"2018-11-16T12:17:45","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4399"},"modified":"2018-11-16T14:17:45","modified_gmt":"2018-11-16T12:17:45","slug":"fluechtlingskarawanen-als-neue-soziale-bewegung-in-mittelamerika","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4399","title":{"rendered":"Fl\u00fcchtlingskarawanen als neue soziale Bewegung in Mittelamerika"},"content":{"rendered":"<p><em>\u201eSie h\u00e4tten jedoch gar nicht vor, in das US-Gebiet einzudringen, ohne vorher Asyl zu beantragen, sagte Karawanenmitglied C\u00e9sar Mej\u00eda. Die Antr\u00e4ge sollten am heutigen Donnerstag gestellt werden. Es sei geplant, in Gruppen<!--more--> von f\u00fcnf bis zehn Personen zum Grenzposten Garita El Chaparral zu gehen und sie dort der US-Einwanderungsbeh\u00f6rde zu \u00fcbergeben. Ein Teil der Karawane habe sich nach Aussagen des honduranischen Botschafters in Mexiko, Alden Rivera, abgespalten: Neben 1.800 Migranten, die sich bereits auf dem R\u00fcckweg bef\u00e4nden, h\u00e4tten 1.200 sich entschlossen,in Mexiko Asyl zu beantragen. Dies geschehe innerhalb des ad-hoc eingerichteten Programms \u201cEst\u00e1s en tu Casa\u201d (etwa: \u201cHier bist du Zuhause\u201d), das den Gefl\u00fcchteten den Zugang zu humanit\u00e4rer Hilfe und Arbeit erm\u00f6glicht solange sie auf den Bescheid \u00fcber ihren Aslyantrag warten. Urspr\u00fcnglich war das Programm dazu angedacht, die Migranten in den s\u00fcdlichen Bundesstaaten nahe der Grenze zu Guatemala zu halten, stie\u00df jedoch auf Ablehnung. Die genaue Zahl der Karawanenmitglieder ist nicht bekannt. Nach anf\u00e4nglichen Sch\u00e4tzungen hatten sich 7.000 Menschen auf den Weg gemacht. Medien berichten indes von weiteren Menschengruppen, die sich von S\u00fcden aufmachen. Demnach durchqueren derzeit f\u00fcnf Karawanen Mexiko und es wird gesch\u00e4tzt, dass mehr als 10.000 Menschen, haupts\u00e4chlich aus Honduras auf der Flucht sind. Der Priester \u201cMelo\u201d aus Honduras verglich vor einigen Tagen im Radio Progreso die Lage im Land mit der eines \u201cDampfkessels\u201d und sagte \u201cder Exodus wird weitergehen, er hat gerade erst begonnen<\/em>\u201c \u00a0\u2013 aus dem\u00a0<a href=\"https:\/\/amerika21.de\/2018\/11\/217957\/karawane-bewegt-sich-richtung-norden\">Beitrag \u201eErste Gruppe der Karawanen aus Mittelamerika erreicht US-Grenze\u201c von Elena K\u00fchne und Vilma Guzm\u00e1n am 15. November 2018 bei amerika21.de<\/a>\u00a0zur aktuellen Entwicklung, worin auch die Angriffe auf die Karawane im S\u00fcden Mexikos Thema ist. Siehe dazu einen weiteren aktuellen Beitrag und einen zusammenfassenden \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Karawanen-Bewegung, einen Beitrag \u00fcber eine Massenflucht aus Mexiko \u2013 aus denselben Gr\u00fcnden, die die Fl\u00fcchtenden aus Mittelamerika vertreiben \u2013 sowie den Hinweis auf den bisher letzten unserer Beitr\u00e4ge zum Thema:<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.telesurenglish.net\/news\/Racism-and-Beer-Cans-Thrown-at-Central-American-Caravan-20181115-0010.html\">\u201eRacism and Beer Cans Thrown at Central American Caravan\u201c am 15. November 2018 bei TeleSur<\/a>\u00a0ist ein Beitrag \u00fcber rassistische Attacken auf Karawanenmitglieder in der Grenzstadt Tijuana, wo eine Gruppe von etwa 30 Rechtsradikalen einen Angriff auf die dort lagernden Fl\u00fcchtlinge organisierten wollten \u2013 der vor allem dank des Einsatzes lokaler Solidarit\u00e4tsgruppen verhindert werden konnte, so dass sich die Rassisten auf verbale Beschimpfungen und das werfen von Bierdosen beschr\u00e4nken mussten.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.npla.de\/poonal\/fuenf-karawanen-aus-zentralamerika-ziehen-weiter-richtung-norden\/\">\u201eF\u00fcnf Karawanen aus Zentralamerika ziehen weiter Richtung Norden\u201c am 12. November 2018 bei poonal<\/a>\u00a0gibt einen zusammenfassenden aktuellen \u00dcberblick \u00fcber die verschiedenen Karawanen und ihre Wege und Erfahrungen. So hei\u00dft es darin unter anderem: \u201e<em>Eine gute Woche, nachdem sich die erste Karawane auf den Weg gemacht hatte, ist am 21. Oktober eine zweite Karawane aus Honduras losgezogen. Ihr folgten am 28. und 31. Oktober sowie am 5. November drei weitere Karawanen aus El Salvador. Besonders bei der zweiten Karawane kam es zu gewaltt\u00e4tiger Repression an der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko. Unter dem Schild \u201eWillkommen in Mexiko\u201c, setzten sie Sicherheitskr\u00e4fte Tr\u00e4nengas und Gummigeschosse ein. Dabei starb Henry D\u00edas Reyes an den Folgen seiner Kopfverletzung, die wahrscheinlich durch ein Gummigeschoss verursacht wurde. Mindestens 30 weitere Personen wurden verletzt. Der noch amtierende Pr\u00e4sident Enrique Pena Nieto stellt seinen Plan \u201eEst\u00e1s en tu casa\u201c \u2013 \u201eDu bist zu Hause\u201c vor, um die Migrant*innen dazu zu bewegen, ihren Weg Richtung USA abzubrechen und in Mexiko zu bleiben. Dieser Plan gilt allerdings nur f\u00fcr die beiden \u00e4rmsten Bundesstaaten Oaxaca und Chiapas im S\u00fcden Mexikos. Theoretisch h\u00e4tten die Migrant*innen, sobald sie sich bei der Migrationsbeh\u00f6rde melden, Recht auf Gesundheitsversorgung, Wohnraum und tempor\u00e4re Arbeit. Theoretisch \u2013 denn es ist die gleiche Beh\u00f6rde, die in Tapachula, in einem der gr\u00f6\u00dften Auffanglager mehr als 1.700 Migrant*innen festh\u00e4lt\u2026<\/em>\u201c<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/philosophyofmovementblog.com\/2018\/11\/14\/we-are-entering-a-new-epoch-the-century-of-the-migrant\/\">\u201eWe are entering a new epoch: the century of the\u00a0migrant\u201c von Thomas Nail am 14. November 2019 bei Philosophy of Movement<\/a>\u00a0ist einer der Beitr\u00e4ge, mit denen eine wachsende Zahl von Autorinnen und Autoren versuchen, die Bedeutung und Entwicklung dieser neuen Erscheinung kollektiv selbstorganisierter Flucht zu analysieren in Hinblick auf ihr emanzipatorisches Potenzial. Hier wird der Ansatz verfolgt, die historische Kontinuit\u00e4t von Migrationsbewegungen deutlich zu machen und wie sich ihre Entwicklung in den aktuellen Karawanen fortsetzt.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.resumenlatinoamericano.org\/2018\/11\/14\/mexico-comunidad-de-casi-dos-mil-personas-huye-por-la-violencia-en-chiapas\/\">\u201eM\u00e9xico. Comunidad de casi dos mil personas huye por la violencia en Chiapas\u201c am 14. November 2018 bei Resumen Latinoamericano<\/a>\u00a0ist der Bericht \u00fcber die kollektive Flucht der Bev\u00f6lkerung eines Dorfes im s\u00fcdmexikanischen Bundesstaat Chiapas, nachdem zahlreiche Gewalttaten in der region geschehen waren. Beinahe 2.000 Menschen sollen es sein, die in Wirklichkeit denselben Fluchtgrund haben, wie die TeilnehmerInnen der mittelamerikanischen Karawanen, die gegenw\u00e4rtig in Mexiko ankommen oder es durchlaufen. Die Allgegenwart der Gewalt verbindet die Lebenswirklichkeit vieler Menschen in Mexiko und in Mittelamerika \u2013 und ein zentraler Grund f\u00fcr diese systemische Gewalt sind \u2013 auf verschiedenste Weise \u2013 die Auswirkungen des sogenannten Kriegs gegen die Drogen, wie er in nahezu all diesen L\u00e4ndern im Gefolge der USA ausgerufen wurde.<\/p>\n<p><em>Zu den mittelamerikanischen Karawanen zuletzt: \u201e<\/em><a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/?p=140004\"><em>Die ersten Gruppen der Fl\u00fcchtlingskarawane aus Mittelamerika erreichen die Grenze zu den USA<\/em><\/a><em>\u201c am 14. November 2018 im LabourNet Germany<\/em><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/www.labournet.de\/internationales\/guatemala\/soziale_konflikte-guatemala\/die-organisierung-von-fluechtlingskarawanen-wird-zu-einer-neuen-sozialen-bewegung\/\"><em>labournet.de&#8230;<\/em><\/a><em> vom 16. November 2018<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u201eSie h\u00e4tten jedoch gar nicht vor, in das US-Gebiet einzudringen, ohne vorher Asyl zu beantragen, sagte Karawanenmitglied C\u00e9sar Mej\u00eda. Die Antr\u00e4ge sollten am heutigen Donnerstag gestellt werden. 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