{"id":4479,"date":"2018-11-24T13:42:32","date_gmt":"2018-11-24T11:42:32","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4479"},"modified":"2018-11-24T13:42:32","modified_gmt":"2018-11-24T11:42:32","slug":"das-ex-vereinigte-sekretariat-vom-trotzkismus-zum-oekosozialismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4479","title":{"rendered":"Das Ex-Vereinigte Sekretariat: vom Trotzkismus zum \u00ab\u00d6kosozialismus\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Organisation, die \u00fcber lange Zeit als Vereinigtes Sekretariat (VS) bekannt war und vor einigen Jahren den Namen des Exekutivb\u00fcros der Vierten Internationale erhielt, beruft sich heute auf den Antikapitalismus<!--more--> und auf den \u00ab\u00d6kosozialismus\u00bb. Es ist bemerkenswert, dass in keinem der am 17. Weltkongress vom vergangenen Februar diskutierten Texte ein Hinweis auf den Trotzkismus enthalten ist. Doch, wenn auch nur dem Namen nach, wird das ehemalige Vereinigte Sekretariat weiterhin als Erbe der 1938 von Trotzki gegr\u00fcndeten Organisation dargestellt.<\/strong><\/p>\n<p>Angesichts ihres Anspruchs, eine solche Kontinuit\u00e4t zu verk\u00f6rpern, wollen wir als Aktivisten, die wir uns auf Trotzkis Kampf und Programm berufen, die Politik dieser Str\u00f6mung diskutieren. Wie definieren diese Genossen ihr \u00abRollen- und Aufgabenverst\u00e4ndnis der Vierten Internationale\u00bb, um die Begriffe eines ihrer Kongresstexte zu verwenden?<\/p>\n<p>In diesem Text erkl\u00e4ren diese Genossen, dass ihr \u00abZiel darin besteht, Parteien aufzubauen, die f\u00fcr den Klassenkampf n\u00fctzlich sind. [&#8230;] Das ultimative Ziel dieser Parteien ist es, das bestehende [kapitalistische] System loszuwerden, auch wenn dieses Ziel sehr allgemein formuliert ist.\u00bb F\u00fcr sie geht es darum, ihre K\u00e4mpfer zu verpflichten, \u00abals integraler und loyaler Bestandteil am Aufbau und an der F\u00fchrung dieser Parteien mitzuarbeiten und nicht nur zum Zwecke der Rekrutierung da zu sein oder darauf zu warten, Verrat anzuprangern\u00bb.<\/p>\n<p>All dies wird in sehr allgemeinen Worten ausgedr\u00fcckt, die es vielen reformistischen Parteien erlauben, in diese Kategorie aufgenommen zu werden. Diese Genossen setzten sich nicht mehr nur das Ziel, in Parteien einzutreten, indem sie dies als Schritt zum Aufbau einer revolution\u00e4ren Partei darlegten, wie es vielleicht in einigen Abschnitten ihrer Geschichte der Fall war. Heute haben sie jede Perspektive auf die Schaffung einer unabh\u00e4ngigen revolution\u00e4ren Organisation aufgegeben.<\/p>\n<p>Um zu veranschaulichen, was eine solche Politik bedeuten k\u00f6nnte, wurde die in Brasilien eingenommene Position gegen\u00fcber der Arbeiterpartei (PT) von der VS-F\u00fchrung lange Zeit als Vorbild f\u00fcr ihre Aktivisten dargestellt. Das rechtfertigt einen genaueren Blick auf deren Entwicklung.<\/p>\n<p><strong>Als das VS loyal die brasilianische Arbeiterpartei in Brasilien aufbaute<\/strong><\/p>\n<p>Die 1981 offiziell gegr\u00fcndete Arbeiterpartei (PT) hat sich nie sozialistisch oder marxistisch, geschweige denn kommunistisch genannt. Ihre gro\u00dfe St\u00e4rke lag nicht in ihren Ideen oder Prinzipien, die je nach K\u00e4mpfer und Zeit variierten, sondern in ihrem Einfluss auf die Arbeiterklasse, durch Tausende von Gewerkschaftsmitgliedern, die wie ihr F\u00fchrer Lula die K\u00e4mpfe, den Widerstand gegen die Bourgeoisie und die bis 1984 bestehende Milit\u00e4rdiktatur organisiert hatten. Die PT-F\u00fchrung, die sich aus Gewerkschaftsf\u00fchrern, christlichen Aktivisten und sozialdemokratischen Intellektuellen zusammensetzte, hatte von Anfang an die Regierungsgewalt als Ziel. Sie tolerierte die Mitarbeit von revolution\u00e4ren K\u00e4mpfern, Trotzkisten oder Maoisten, soweit sie f\u00fcr sie n\u00fctzlich sein konnten.<\/p>\n<p>Die mit dem VS verbundene Str\u00f6mung der Sozialistischen Demokratie (DS), war von Anfang an in den Aufbau der PT eingebunden. 1986 wurde DS als eine der Str\u00f6mungen der PT anerkannt. Als Lula 2003 Pr\u00e4sident wurde, gewann die DS bei den internen Wahlen der PT 10% der Stimmen und hatte etwa 400 Aktivisten, einige in verantwortlichen Positionen wie B\u00fcrgermeistern, Abgeordneten, Senatoren, Ratsmitgliedern und in verschiedenen h\u00f6heren Verwaltungsposten. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio Grande do Sul und der B\u00fcrgermeister der Hauptstadt Porto Alegre waren Teil dieser Str\u00f6mung. Miguel Rossetto, Mitglied der DS, wurde in der ersten Regierung von Lula Minister f\u00fcr l\u00e4ndliche Entwicklung und wurde als solcher mit der Landreform betraut.<\/p>\n<p>Wir werden nicht auf die Politik der PT an der Spitze des Staates zur\u00fcckkommen; es gen\u00fcgt zu sagen, dass sie die Gesch\u00e4fte der Bourgeoisie \u00abredlich\u00bb besorgte. Der Machtantritt Lulas geschah in einer Wachstumsperiode der brasilianischen Wirtschaft; dies verschaffte seiner Regierung Handlungsspielraum und erm\u00f6glichte ihr, Sozialprogramme f\u00fcr die \u00c4rmsten einzuf\u00fchren, ohne die Interessen der Bourgeoisie zu beeintr\u00e4chtigen. Diese hat denn auch am meisten von dieser Wachstumsphase profitiert, und die PT-Politik hat dazu beigetragen. Und als sich die Situation nach einigen Jahren wendete, lie\u00df die PT die Arbeiterklasse die Hauptlast der Krise tragen. In den dreizehn Jahren Regierungszeit der PT, haben ihre F\u00fchrer, Minister und gew\u00e4hlten Amtstr\u00e4ger ihren Platz in den Institutionen der Bourgeoisie gefunden, neben den traditionellen Parteien der privilegierten Klassen, mit denen sie regiert haben.<\/p>\n<p>Die Politik von Lula und PT war vorhersehbar. Die Rolle der Revolution\u00e4re besteht darin, die Illusionen zu bek\u00e4mpfen, die von dieser Art von Reformisten geschaffen werden, die den Lohnabh\u00e4ngigen vor den Wahlen grosse Versprechungen abgeben, um sie \u2013 einmal an der Macht \u2013 an die Bourgeoisie zu verraten. Indem sie die PT zwanzig Jahre lang treu aufgebaut haben, haben die mit dem VS verbundenen Militanten auf ihrer eigenen Ebene dazu beigetragen, diese Illusionen zu verbreiten, gerade auch innerhalb ihrer eigenen Bewegung.<\/p>\n<p>Im ersten Jahr von Lulas Mandat kritisierten mehrere gew\u00e4hlte Vertreter der SD die Politik der Regierung, darunter die Gegenreform, die das Rentenalter von Bundesbeamten anhebt und ihre Renten senkt. Nachdem ihrem Ausschluss aus der PT gr\u00fcndeten sie 2004 die Partei des Sozialismus und der Freiheit (Psol), eine Organisation, die an den urspr\u00fcnglichen Diskurs der PT ankn\u00fcpft und nicht weniger reformistisch ist.<\/p>\n<p>Im VS setzte dann eine lange Diskussion ein; einige stimmten mit den Aktivisten \u00fcberein, die in er DS verblieben waren \u2013 einschlie\u00dflich in der Regierung \u2013, und andere mit denen, die nun in der Psol waren. Nach einigem Z\u00f6gern entschied sich die F\u00fchrung des VS schlie\u00dflich f\u00fcr die Psol. Nur eine kleine Minderheit ihrer Aktivisten hat sich jedoch entschieden, die DS zu verlassen; die meisten zogen es vor, Lula treu zu bleiben und so ihre Positionen und Posten zu behalten.<\/p>\n<p>Welche Lehren zieht die F\u00fchrung des ehemaligen VS heute daraus? Gar keine! \u00abDie Entwicklung der brasilianischen PT hat letztendlich nirgendwohin gef\u00fchrt\u00bb, stellen sie fest und f\u00fcgen hinzu: \u00abDas bedeutet nicht, dass wir mit unserer Beteiligung falsch lagen.\u00bb Und schloss: \u00abDie brasilianischen Genossen beteiligen sich nach dem Verrat der PT am Bau der Psol.\u00bb<\/p>\n<p><strong>Der \u00abEntrismus sui generis\u00bb in die PCs<\/strong><\/p>\n<p>Eine solche Einstellung ist nichts Neues. In der Vergangenheit haben diese Genossen und ihre politischen Vorfahren immer den gleichen Opportunismus an den Tag gelegt. Ihre Politik lief immer darauf hinaus, anderen Str\u00f6mungen hinterher zu rennen, die gerade den Wind in den Segeln hatten.<\/p>\n<p>Ihre Nachtrabpolitik gegen\u00fcber den stalinistischen und sozialdemokratischen Organisationen veranlasste sie f\u00fcr einen ganzen Zeitraum, von 1953 bis 1968, eine Politik zu vertreten, die ihre Erfinder \u00abEntrismus sui generis\u00bb nannten, die darin bestand, ihre K\u00e4mpfer in die kommunistischen und sozialistischen Parteien eintreten zu lassen. <a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a><\/p>\n<p>W\u00e4hrend dieser Jahre war das Vereinigte Sekretariat im Wesentlichen auf ein B\u00fcro reduziert, das ein trotzkistisches Journal ver\u00f6ffentlichte, w\u00e4hrend ihre Aktivisten innerhalb der PCs und der PS verschwunden waren. Erst 1970 beendete das Vereinigte Sekretariat diese Politik offiziell, ohne sie wirklich zu kritisieren.<\/p>\n<p><strong>Die Nachtrabpolitik gegen\u00fcber den nationalistischen F\u00fchrungen in der Dritten Welt<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend in den 1950er und 1960er Jahren in vielen L\u00e4ndern gro\u00dfe K\u00e4mpfe aufflammten, an denen teilweise gro\u00dfe Teile der Bev\u00f6lkerung beteiligt waren, nutzte das VS seine Positionen und Analysen nur, um ihren Verzicht auf die Definition einer unabh\u00e4ngigen Politik zu rechtfertigen, wie sie der Arbeiterklasse vorgeschlagen werden sollte.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrer des VS wurden zu Beratern des jugoslawischen Pr\u00e4sidenten Tito oder des algerischen Nationalisten Ben Bella. Eine solche Politik war nicht nur v\u00f6llig l\u00e4cherlich, sondern f\u00fchrte auch dazu, dass Aktivisten in diesen L\u00e4ndern v\u00f6llig hinter den kleinb\u00fcrgerlichen nationalistischen politischen F\u00fchrer hinterhertrotteten. So stellte das VS w\u00e4hrend des Algerienkrieges zu keiner Zeit das Problem des Aufbaus einer unabh\u00e4ngigen proletarischen Organisation, sondern stellte die FLN als die einzig m\u00f6gliche revolution\u00e4re F\u00fchrung dar. Und diese Orientierung wurde auch viele Jahre nach dem Ende des Algerienkrieges beibehalten.<\/p>\n<p>In ebendiesen Jahren ermutigte das Vereinigte Sekretariat in seiner opportunistischen Ausrichtung im Hinblick auf die sich in Lateinamerika entwickelnden Guerilla-Bewegungen ihre verschiedenen s\u00fcdamerikanischen Sektionen, sich hinter diese Art des bewaffneten Kampfes zu stellen, anstatt sich in der Arbeiterklasse zu etablieren. In den sp\u00e4ten 1970er Jahren anerkannte das VS den Fehler dieser Politik, ohne jedoch daraus zu lernen. Sp\u00e4ter verfiel sie in die gleiche Nachtrabpolitik gegen\u00fcber den Sandinisten in Nicaragua und Chavez in Venezuela. <a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p><strong>Der Wende hin zum \u00ab\u00d6kosozialismus\u00bb<\/strong><\/p>\n<p>Heute wird die gleiche opportunistische Politik vorgeschlagen, aber mit dem politischen R\u00fcckzug der vergangenen zwanzig Jahre hat sich das Publikum ver\u00e4ndert, an das die Sprache angepasst werden muss: Um den aktuellen Themen in den Kreisen der Kleinbourgeoisie der Linken zu folgen, haben diese Genossen 2010 eine \u00abHinwendung zum \u00d6kosozialismus\u00bb vorgenommen.<\/p>\n<p>In den Texten ihres letzten Kongresses wird viel \u00fcber den Kampf gegen die globale Erw\u00e4rmung, den Kampf f\u00fcr Demokratie, f\u00fcr Menschenrechte, f\u00fcr Frauen, f\u00fcr Studenten usw. gesprochen. Die Arbeiterklasse ist mit ihren Problemen nur eine Kategorie unter vielen, aber es wird nie bekr\u00e4ftigt, dass die Arbeiterklasse die einzige m\u00f6gliche revolution\u00e4re Klasse ist, und dass sie die F\u00fchrung im Kampf der Unterdr\u00fcckten \u00fcbernehmen muss.<\/p>\n<p>Seit langem behauptet das VS, als internationale Organisation nach den Regeln des demokratischen Zentralismus zu agieren. In Wirklichkeit hat jede nationale Sektion meistens das getan, was sie wollte, vorausgesetzt, sie hat dies nicht gesagt. Aber angesichts der immer st\u00e4rkeren politischen Differenzen wurde das VS dazu veranlasst, eine wachsende Zahl von Organisationen als \u00abSympathisanten\u00bb anzuerkennen. Im Jahr 2003 gab sie den demokratischen Zentralismus offiziell auf und wurde zu einem Exekutivb\u00fcro, mit dem Zwecke der Aufrechterhaltung der Verbindungen zwischen den Sektionen.<\/p>\n<p>Indem sie ihre Sektionen ermutigten, sich in vermeintlich breitere Bewegungen aufzul\u00f6sen, haben die F\u00fchrer des ehemaligen VS selbst dazu beigetragen, ihre Organisation zu schw\u00e4chen. So war die franz\u00f6sische Sektion des VS, die LCR, seit langem eine ihrer wichtigsten Sektionen. Seine F\u00fchrer beschlossen, die NPA im Jahr 2009 mit Str\u00f6mungen zu gr\u00fcnden, die sich weigerten, dem VS anzugeh\u00f6ren. Die NPA als solche ist daher nicht Teil davon, und diejenigen, die ihr beitreten, tun dies als Einzelmitglieder. Um der politischen Verwirrung noch eins obenauf zu setzen, sei darauf hingewiesen, dass einige der ehemaligen LCR-Aktivisten, die die NPA verlassen haben, um sich dem Front de gauche und dann der Ensemblebewegung anzuschlie\u00dfen, immer noch Mitglieder der Vierten Internationale sind, darunter ist Cl\u00e9mentine Autain, Mitglied von La France insoumise, heute die bekannteste Figur.<\/p>\n<p>Um ihre Existenz zu rechtfertigen, betont das ehemalige Vereinigte Sekretariat heute die Notwendigkeit, einen internationalen Rahmen f\u00fcr die Debatte aufrechtzuerhalten. Aber da solche Debatten den verschiedenen Sektionen nicht dazu dienen, ihre Politik zu definieren, ist ihr Nutzen nicht sehr offensichtlich&#8230;. Selbst wenn sie noch den Namen der Vierten Internationale tr\u00e4gt, so hat diese Organisation nichts mehr mit der Weltpartei der Revolution zu tun, wie sie Trotzki gr\u00fcnden wollte.<\/p>\n<p><strong>Aufrechterhaltung des Erbes des Trotzkismus<\/strong><\/p>\n<p>Trotzki hatte eine Organisation schaffen wollen, die in der Lage sein w\u00fcrde, die \u00dcbertragung des politischen Kapitals, des Bolschewismus und der russischen Revolution, auf die neuen militanten Generationen sicherzustellen. Er wusste, dass die geschaffene Organisation schwach war, aufgrund \u00a0der Wirkung des Stalinismus von der Arbeiterbewegung abgeschnitten war und dass sie viele Verformungen erlitt, weil sie mit der Kleinbourgeoisie und den Mittelschichten verbunden war.<\/p>\n<p>Aber, w\u00e4hrend er sich der Schw\u00e4chen seiner Organisation bewusst war, arbeitete er an der Heranbildung von Aktivisten, die sich das Ziel setzten, in die revolution\u00e4ren K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse einzugreifen und sie zu f\u00fchren. Im Mai 1940, als der Krieg in Europa begonnen hatte, richtete sich Trotzki an die Genossen der Vierten Internationale und schrieb im <em>Alarmmanifest<\/em>: \u00abJedes Basismitglied unserer Organisation ist nicht nur autorisiert, sondern muss sich von nun an als Offizier der revolution\u00e4ren Armee betrachten, die in der Hitze der Ereignisse gebildet wird.\u00bb Und er schloss: \u00abDie neue Generation von Arbeitern, die der Krieg auf den Weg der Revolution bringen wird, wird ihren Platz unter unserer Flagge einnehmen.\u00bb<\/p>\n<p>Das ist nicht das, was passiert ist. Das Problem des Aufbaus revolution\u00e4rer Parteien, die in der Lage sind, wieder eine revolution\u00e4re Internationale hervorzubringen, bleibt weiterhin bestehen, ebenso wie das Problem der Weitergabe des Erfahrungskapitals, das die Arbeiterklasse durch ihre K\u00e4mpfe zum Sturz des Kapitalismus gesammelt hat.<\/p>\n<p>Deshalb ist es gerade in dieser Zeit des R\u00fcckzugs unerl\u00e4sslich, eine Str\u00f6mung aufrechtzuerhalten, die weiterhin offen behauptet, trotzkistisch zu sein, und deren Aktivisten ihre Bem\u00fchungen darauf richten, diese Ideen in die Arbeiterklasse hineinzutragen, die einzige Klasse, deren Kampf in der Lage sein wird, eine L\u00f6sung f\u00fcr die Probleme der Menschheit zu finden.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/mensuel.lutte-ouvriere.org\/2018\/10\/28\/lex-secretariat-unifie-de-la-ive-internationale-du-trotskysme-l-ecosocialisme_114513.html\"><em>lutte de classe\u00a0n\u00b0195&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. November 2018; \u00dcbersetzung durch Redaktion maulwuerfe.ch<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Initiatoren sprachen von einem \u00abeigentlichen\u00bb Entrismus (was der lateinische Ausdruck &#8222;sui generis&#8220; bedeutet), um ihn von der Taktik zu unterscheiden, die Trotzki seinen franz\u00f6sischen Unterst\u00fctzern in den 1930er Jahren empfohlen hatte. Trotzki hoffte, dass der Eintritt in die SFIO (Sozialistische Partei Frankreichs) und dann in die PSOP (Sozialistische Arbeiter- und Bauernpartei) von Marceau Bivert ihnen aus ihrer Isolation und vor allem aus den Kreisen der Kleinbourgeoisie heraus helfen w\u00fcrde; und dass sie endlich ein politisiertes Arbeitermilieu finden w\u00fcrden, in dem sie revolution\u00e4re kommunistische Ideen verteidigen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> In der zweiten H\u00e4lfte der 1990er Jahre wurde diese Nachtrabpolitik in der \u00abStrategie der Breiten Parteien\u00bb kodifiziert. Sie f\u00fchrte auch in Europa zu schweren Niederlagen, etwa in Italien mit Rifondazione Comunista, in Portugal mit dem B\u00fcndnis mit der Sozialistischen Partei, in Spanien mit der Beteiligung an Podemos und stellenweise an Izquierda Unida, in Deutschland an Die Linke und vielen weiteren; am dramatischsten jedoch ist neuerdings weiterhin die Beteiligung am Aufbau der griechischen Syriza und dem schw\u00e4chelnden Nachfolgeprojekt der griechischen Volkseinheit. Das Exekutivb\u00fcro ist weiterhin nicht willens oder nicht in der Lage, eine entsprechende Kurskorrektur vorzunehmen, wie der 17. Weltkongress vom Februar 2018 gezeigt hat. All dies hat dem Aufbau einer revolution\u00e4ren politischen Linken enormen Schaden zugef\u00fcgt, und damit auch f\u00fcr die Arbeiterklasse die k\u00e4mpferischen Perspektiven verd\u00fcstert. [Anm. Redaktion maulwuerfe.ch]<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Organisation, die \u00fcber lange Zeit als Vereinigtes Sekretariat (VS) bekannt war und vor einigen Jahren den Namen des Exekutivb\u00fcros der Vierten Internationale erhielt, beruft sich heute auf den Antikapitalismus<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,7],"tags":[25,74,10,41,61,43,12,4,21],"class_list":["post-4479","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-international","tag-arbeiterbewegung","tag-brasilien","tag-breite-parteien","tag-europa","tag-frankreich","tag-griechenland","tag-lenin","tag-strategie","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4479","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4479"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4479\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4480,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4479\/revisions\/4480"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4479"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4479"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4479"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}