{"id":4522,"date":"2018-11-30T08:55:26","date_gmt":"2018-11-30T06:55:26","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4522"},"modified":"2018-11-30T08:55:26","modified_gmt":"2018-11-30T06:55:26","slug":"die-provokation-der-ukraine-im-asowschen-meer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4522","title":{"rendered":"Die Provokation der Ukraine im Asowschen Meer"},"content":{"rendered":"<p><em>Clara Weiss und Andre Damon.<\/em> Am Sonntag drangen Schiffe der ukrainischen Marine in die von Russland beanspruchten Gew\u00e4sser in der N\u00e4he der Krim ein. Die russische K\u00fcstenwache beschoss in der Folge drei ukrainische Schiffe<!--more--> und beschlagnahmte sie. Der ukrainische Pr\u00e4sident Petro Poroschenko verh\u00e4ngte daraufhin das Kriegsrecht, versetzte die Armee in Alarmbereitschaft und erkl\u00e4rte: \u201eDer Ukraine droht ein umfassender Krieg mit Russland\u201c.<\/p>\n<p>Die Krise, die weiter andauert, ist die bedeutendste direkte Konfrontation zwischen dem russischen und dem ukrainischen Milit\u00e4r seit Anfang 2014. Damals st\u00fcrzte ein rechtsextremer Putsch in Kiew, der von der Europ\u00e4ischen Union und dem US-Imperialismus organisiert und finanziert wurde, die Region in einen Zustand st\u00e4ndiger Krisen. Russland und die Ukraine verf\u00fcgen \u00fcber die beiden gr\u00f6\u00dften stehenden Heere in Europa.<\/p>\n<p>Die Konfrontation im Asowschen Meer ist das j\u00fcngste Ereignis in einer Reihe von Provokationen des US-Imperialismus und seiner Verb\u00fcndeten \u2013 angefangen beim Putsch in der Ukraine selbst \u00fcber zahlreiche angebliche Gasangriffe in Syrien, die Skripal-Aff\u00e4re bis hin zur angeblichen russischen \u201eEinmischung\u201c in die US-Wahlen. Die Provokationen zielen darauf ab, einen Vorwand f\u00fcr Sanktionen und milit\u00e4rische Aggressionen gegen Russland zu schaffen.<\/p>\n<p>Wie bei jeder Provokation des Poroschenko-Regimes gegen Russland in den letzten Jahren nahmen die NATO, die EU und die USA in der aktuellen Konfrontation sofort die Seite der Ukraine ein und bezeichneten das Vorgehen Russlands als Akt der \u201eAggression\u201c und als \u201eVerletzung des V\u00f6lkerrechts\u201c.<\/p>\n<p>Washingtons Heuchelei kennt keine Grenzen. Nur einen Tag zuvor hatte die Trump-Regierung den abscheulichen Mord an dem saudischen Journalisten Jamal Khashoggi verharmlost und erkl\u00e4rt, es gebe keinen Beweis daf\u00fcr, dass der saudische Kronprinz etwas falsch gemacht habe.<\/p>\n<p>Poroschenko erkl\u00e4rte, der amerikanische Au\u00dfenminister Mike Pompeo habe ihm versichert, dass Washington \u201euneingeschr\u00e4nkten Beistand, uneingeschr\u00e4nkte Unterst\u00fctzung, auch milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung\u201c leisten werde.<\/p>\n<p>Die Provokation der Ukraine erfolgt nur wenige Tage vor einem geplanten Treffen zwischen US-Pr\u00e4sident Donald Trump und dem russischen Pr\u00e4sidenten Vladimir Putin auf dem G20-Gipfel, der Freitag und Samstag in Argentinien stattfinden wird.<\/p>\n<p>Der Teil der US-Medien, der sich an der Demokratischen Partei orientiert und seit nunmehr \u00fcber zwei Jahren eine hysterische Kampagne gegen Trump wegen seiner angeblich \u201eweichen\u201c Haltung gegen\u00fcber Russland f\u00fchrt, griffen den Vorfall sofort auf. Der US-Pr\u00e4sident m\u00fcsse sich \u201egegen Putin behaupten\u201c, wie es die\u00a0<em>New York Times<\/em>\u00a0ausdr\u00fcckte.<\/p>\n<p>In einem am Mittwoch ver\u00f6ffentlichten Leitartikel forderte die\u00a0<em>Times<\/em>\u00a0die USA und ihre Verb\u00fcndeten auf, \u201estrengere Sanktionen zu verh\u00e4ngen, ihren Schiffen das Einlaufen in russische H\u00e4fen im Schwarzen oder Asowschen Meer zu verbieten und die milit\u00e4rische Unterst\u00fctzung f\u00fcr die Ukraine zu verst\u00e4rken\u201c. Der Artikel r\u00e4umt ein, dass \u201eall diese Aktionen mit Risiken verbunden sind\u201c, ohne jedoch die Gefahr einer milit\u00e4rischen Konfrontation, in der sich sehr schnell die beiden gr\u00f6\u00dften Atomm\u00e4chte der Welt gegen\u00fcberstehen k\u00f6nnten, klar zu benennen.<\/p>\n<p>Die\u00a0<em>Washington Post<\/em>\u00a0erkl\u00e4rte ihrerseits: \u201ePutins Aggression sollte die Art und Weise bestimmen, wie ihn Trump auf dem G20-Gipfel in Buenos Aires empf\u00e4ngt. \u2026 Indem er sich weigert, Putin zu treffen, k\u00f6nnte Trump eine Botschaft senden. Sollte jedoch ein bilaterales Treffen zustande kommen, sollte Trump es damit beginnen, dass er dem russischen F\u00fchrer sagt, dass sein Angriff auf die Ukraine inakzeptabel ist und Konsequenzen haben wird.\u201c<\/p>\n<p>Elemente innerhalb des amerikanischen Staatsapparats und der Leitmedien sind entschlossen, eine Wiederholung des\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2018\/07\/18\/pers-j18.html\"><strong>Helsinki-Gipfels<\/strong><\/a>\u00a0von diesem Sommer zu verhindern. Trump war in der Folge des Gipfels als \u201eVerr\u00e4ter\u201c und \u201erussischer Agent\u201c gebrandmarkt worden. Seitdem hat die Trump-Regierung angek\u00fcndigt, sich aus dem\u00a0<a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2018\/10\/25\/pers-o25.html\"><strong>INF-Vertrag mit Russland<\/strong><\/a>\u00a0zur\u00fcckzuziehen. Der Vertrag verbot beiden L\u00e4ndern die Entwicklung von nuklearen Kurz- und Mittelstreckenraketen.<\/p>\n<p>Poroschenko hat diese Krise nur wenige Monate vor den Pr\u00e4sidentschaftswahlen in der Ukraine erzeugt, die der unbeliebte Pr\u00e4sident mit ziemlicher Sicherheit verlieren wird. Die Verh\u00e4ngung des Kriegsrechts gibt Poroschenko und dem Milit\u00e4r weitreichende Befugnisse, einschlie\u00dflich der Vollmacht, Wohnungen und Autos zu durchsuchen, die Pressefreiheit einzuschr\u00e4nken, das Internet zu zensieren und Demonstrationen zu verbieten. Poroschenkos Vorgehen richtet sich nicht allein gegen Russland, sondern genauso gegen die ukrainische Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Als Folge der Ereignisse dieser Woche stehen die Ukraine und Russland in der Schwelle eines gro\u00dfen Kriegs, an dem sich die imperialistischen M\u00e4chte schnell beteiligen w\u00fcrden. Das\u00a0<em>Time<\/em>\u00a0Magazine schrieb, die Krise im Asowschen Meer habe das Potenzial, eine Krise vom Ausma\u00df des damaligen Zwischenfalls im Golf von Tonkin zu werden. Dieser wurde 1964 als Vorwand f\u00fcr die direkte Beteiligung des US-Milit\u00e4rs in Vietnam genutzt.<\/p>\n<p>Am Mittwoch k\u00fcndigte Russland an, es werde ein weiteres S-400 Boden-Luft-Raketensystem auf der Krim einsetzen. Russische Medien warnten vor einem \u201egro\u00dfen Krieg\u201c, der auf beiden Seiten Tausende von Menschenleben kosten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Krise im Asowschen Meer best\u00e4tigt voll und ganz die Warnung des Internationalen Komitees der Vierten Internationale von 1991, dass die Aufl\u00f6sung der Sowjetunion eine neue historische Periode imperialistischer Kriege er\u00f6ffnen werde. Die Untergrabung des russischen Einflusses in der Schwarzmeerregion, die als Tor zum Mittelmeer und zum energiereichen Nahen Osten f\u00fcr Russland stets gro\u00dfe geostrategische Bedeutung hatte, war ein zentraler Bestandteil der Bem\u00fchungen des US-Imperialismus, alle Ressourcen der riesigen Landmasse, die zuvor von der UdSSR abgedeckt wurde, unter seine direkte Kontrolle zu bringen.<\/p>\n<p>War die T\u00fcrkei 1991 der einzige NATO-Mitgliedsstaat am Schwarzen Meer, sind heute alle Staaten am Schwarzen Meer mit Ausnahme von Russland selbst entweder NATO-Mitglieder oder werden von ultrarechten, antirussischen und pro-amerikanischen Regimen regiert, die im Verlauf der \u201eFarbrevolutionen\u201c (Ukraine und Georgien) von den imperialistischen L\u00e4ndern aufgebaut wurden.<\/p>\n<p>Das Putin-Regime hat, au\u00dfer einer Kombination aus Versuchen, einen Deal abzuschlie\u00dfen, und dem Sch\u00fcren von Nationalismus und Militarismus im Inland, keine Antwort auf den st\u00e4ndig zunehmenden Druck des Imperialismus. Als direktes Ergebnis der Zerst\u00f6rung der Sowjetunion durch die stalinistische B\u00fcrokratie f\u00fcrchtet das Putin-Regime, das die Interessen einer kriminellen Oligarchie vertritt, vor allem eine Bewegung der russischen Arbeiterklasse und dar\u00fcber hinaus einen m\u00f6glichen Angriff des Imperialismus.<\/p>\n<p>Die au\u00dferordentliche Leichtsinnigkeit der imperialistischen Kriegshetzer und ihrer rechtsextremen Handlanger in Osteuropa l\u00e4sst sich nur durch die tiefe Krise des US-amerikanischen und globalen Kapitalismus und durch das Anwachsen des Klassenkampfes erkl\u00e4ren. In diesem Jahr kam es zu einem Aufschwung der K\u00e4mpfe der Arbeiterklasse im Iran, Indien, Europa und den Vereinigten Staaten, dem Zentrum des Weltimperialismus.<\/p>\n<p>Diese K\u00e4mpfe bilden die materielle Grundlage, um die Kriegsziele des US-Imperialismus in die Schranken zu weisen. Erforderlich ist der Aufbau von [\u2026] revolution\u00e4ren trotzkistischen politischen Organisationen, auch in der Ukraine und in Russland, als F\u00fchrung einer sozialistischen Antikriegsbewegung der internationalen Arbeiterklasse.<\/p>\n<p><em>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2018\/11\/30\/pers-n30.html\">wsws.org&#8230;<\/a> vom 30. November 2018 mit einer leichten \u00c4nderung durch die Redaktion maulwuerfe.ch<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Clara Weiss und Andre Damon. Am Sonntag drangen Schiffe der ukrainischen Marine in die von Russland beanspruchten Gew\u00e4sser in der N\u00e4he der Krim ein. 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