{"id":4660,"date":"2018-12-22T09:12:46","date_gmt":"2018-12-22T07:12:46","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4660"},"modified":"2018-12-22T12:14:47","modified_gmt":"2018-12-22T10:14:47","slug":"usa-die-karawane-der-migranten-in-der-falle-des-kapitalismus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4660","title":{"rendered":"USA: Die Karawane der Migranten in der Falle des Kapitalismus"},"content":{"rendered":"<p><em>A.S. <\/em>6000 Soldaten des US-Milit\u00e4rs wurden an die mexikanische Grenze verlegt, um die wachsende Zahl von Migranten vom Grenz\u00fcbertritt abzuhalten. Gleichzeitig versichert der mexikanische Pr\u00e4sident L\u00f3pez Obrador, genannt<!--more--> AMLO, seinem Milit\u00e4r, dass er es weiterhin als Milit\u00e4rpolizei einsetzen werde. All dies in Bezug auf eine vergleichsweise kleine Gruppe von Migranten. Diese rennen sprichw\u00f6rtlich um ihr Leben, um einem Zentralamerika zu entkommen, in dem jahrzehntelang der \u201eAntikommunismus\u201c und Washingtons \u201eKrieg gegen die Drogen\u201c mit den Segnungen der Demokratie versehene Todesschwadronen hervorbrachte und so das Entstehen einer hartn\u00e4ckigen Narco-Bourgeoisie beg\u00fcnstigte. Tats\u00e4chlich wurde das Problem krimineller Banden in Zentralamerika durch die fortlaufende Abschiebung von Migranten in die L\u00e4nder Zentralamerikas verursacht, da so in den USA entstandene Gangs faktisch in L\u00e4nder wie Honduras oder El Salvador exportiert wurden. W\u00e4hrend es auf der einen Seite fremdenfeindliche Vorurteile gegen Migranten gibt, st\u00f6\u00dft die Behandlung der Migranten durch mexikanische und US-amerikanische Beh\u00f6rden unter Arbeiterin in den USA auf Ablehnung. Dies schafft die Grundlage f\u00fcr grenz\u00fcberschreitende Klassensolidarit\u00e4t und dies ist der eigentliche Grund, warum immer neuere Mauern, Z\u00e4une und Grenzen errichtet werden.<\/p>\n<p>Nach dem Sturze des fr\u00fcheren Pr\u00e4sidenten Manuel Zelaya und der einsetzenden brutalen Repression entwickelte sich eine Fl\u00fcchtlingskrise, die von den b\u00fcrgerlichen Propagandisten mit dem Wort \u201eMigration\u201c verschleiert wurde. Um zu verhindern, dass die Fl\u00fcchtlinge auf der ber\u00fcchtigten G\u00fcterzuglinie \u201eLa Bestia\u201c nordw\u00e4rts str\u00f6mten, setzte die US-Regierung unter Obama auf die mexikanische Regierung, die die US-Grenzen im Auftrag Washingtons kontrollieren sollte. F\u00fcr diese \u201eDienste\u201c wurde die mexikanische Regierung von der Obama-Administration seit dem Putsch in Honduras bezahlt. Der Unterschied zu heute besteht lediglich darin, dass Trump mit dem US-Milit\u00e4r, das tut, was Obama mit Alimenten an die mexikanische Regierung bewerkstelligte. Die massenhafte Abschiebung w\u00e4hrend der Obama-\u00c4ra waren lediglich die direkten Vorl\u00e4ufer der krassen staatlichen repressiven Gewalt der Trump-Regierung.<\/p>\n<p>Der Einsatz von Milit\u00e4r zur \u201eSicherung\u201c der amerikanischen Grenze mag als eine ungew\u00f6hnliche Ma\u00dfnahme erscheinen, doch der allgemeine Trend in den USA l\u00e4uft seit Jahrzehnten darauf hinaus die Einwanderung einzud\u00e4mmen. Seit sich die kapitalistische Krise in den 70er Jahren wieder bemerkbar machte, arbeitet die herrschende Klasse in den USA an Gesetzesversch\u00e4rfungen, um jene Migranten, die keine g\u00fcltigen Papiere haben bestrafen zu k\u00f6nnen. Die Folge war eine zunehmende Unterdr\u00fcckung all jener Einwanderer, die bereits in den USA lebten. Kein Arbeitsmigrant und keine Arbeitsmigrantin wagt, um soziale oder rechtliche Unterst\u00fctzung zu bitten, wenn er oder sie bef\u00fcrchten muss, dadurch die Aufmerksamkeit der Zoll- und Einwanderungsbeh\u00f6rden auf sich zu ziehen. Der zunehmende Einsatz von Milit\u00e4r in sozialen Konflikten, sei es nun in Ferguson oder an der Grenze, stellt faktisch eine ernsthafte Bedrohung f\u00fcr alle Arbeiterinnen und Arbeiter dar.<\/p>\n<p>Das Bestreben der herrschenden Klasse, Einwanderer von der Festung Amerika fernzuhalten, unterstreicht einmal mehr die reale Schw\u00e4che der US-Wirtschaft. Die offiziellen Besch\u00e4ftigungszahlen basieren auf statistischen Tricks. Die Lage auf dem Arbeitsmarkt sieht alles andere als rosig aus. Wenn es so w\u00e4re, w\u00fcrde sich die Bourgeoisie gegen\u00fcber der Immigration nicht so ablehnend verhalten. In den USA wurde traditionell die Einwanderung genutzt, um den Druck zu erh\u00f6hen und die L\u00f6hne zu senken. Einheimische Arbeiter konnten immer gegen Arbeitsmigranten ausgespielt werden. Die fremdenfeindliche kapitalistische Ideologie der Bourgeoise bestimmt st\u00e4ndig unseren Alltag. Gleichzeitig ist die Einwanderung f\u00fcr die Bourgeoise zur Aufrechterhaltung ihrer politischen Herrschaft wichtig. Dies zeigt sich heute in der Demokratischen Partei genauso wie bei den Demokraten um Boss Tweed und der Tammany Hall im 19. Jahrhundert in New York.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0Die in der imperialistischen Epoche entwickelte Einwanderungspolitik hat die ethnische, religi\u00f6se und \u201erassische\u201c Zusammensetzung der amerikanischen Arbeiterklasse entscheidend gepr\u00e4gt. Faktisch erhielten bestimmte ethnische Gruppen wie bspw. die nationalistische ukrainische Community oder die Anti-Castro-Kubaner \u00f6fter einen Sonderstatus und damit das offene Ohr der kapitalistischen Machthaber. B\u00fcrgerlich nationalistischen Einwandern wurden mehr Rechte zugesprochen. Der gro\u00dfe Unterschied zur heutigen \u201eFl\u00fcchtlingskrise\u201c an der mexikanischen Grenze besteht darin, dass sich der Kapitalismus in einer tiefen Krise befindet. Vor hundert Jahren wurde eine weitgehend b\u00e4uerliche Bev\u00f6lkerung entwurzelt, die in die industrialisierten Zentren migrierten und zu Proletariern wurden. Heute sind es in erster Linie Proletarisierte, die entwurzelt werden. Die Geld\u00fcberweisungen, die die Arbeitsmigranten nach Hause schicken, werden in den Herkunftsl\u00e4ndern zu wichtigen Einnahmequellen.<\/p>\n<p>Der Anstieg des Militarismus und der Rassismus gegen Migranten sind zwei eng miteinander verflochtene Aspekte der kapitalistischen Krise. Eine der gr\u00f6\u00dften Antriebskr\u00e4fte f\u00fcr Rassismus und Xenophobie in den USA ist der Krieg \u2013 und die USA befinden sich st\u00e4ndig im Krieg. Zum Schutz der Festung Europa werden mittlerweile ganze Marineflotten eingesetzt, um Menschen, die vor den von den imperialistischen M\u00e4chten angeheizten Kriegen und Massakern in Afghanistan, Irak, Somalia, S\u00fcdsudan und Jemen fliehen, abzuhalten.<\/p>\n<p>Selbst wenn den Migranten aus Zentralamerika die Einreise gestattet werden w\u00fcrde, w\u00fcrden sie in den USA in erster Linie mit niedrigen L\u00f6hnen und hohen Mieten konfrontiert sein. Die gr\u00f6\u00dften Bev\u00f6lkerungszentren in Kalifornien sind mittlerweile von Zeltst\u00e4dten umgeben, die seit f\u00fcnf oder mehr Jahren, also seit der gro\u00dfen Rezession existieren. Was sich gegenw\u00e4rtig an der Grenze zwischen Mexiko und den USA abspielt, spiegelt sich \u00fcberall auf der Welt wider. Wenn die Bourgeoisie kaum noch Gebrauch an der Ausbeutung ihrer eigenen Arbeiter hat und sich Erwerbsbeteiligung auf einen historischen Tiefstand befindet, will sie nicht noch mehr Arbeitskr\u00e4fte ins Land lassen.<\/p>\n<p>Das brutale Vorgehen gegen die Arbeitsmigranten wird vom gesamten b\u00fcrgerlichen politischen Spektrum getragen. Die herrschenden Parteien sind sich einig, dass sie ihre \u201eReservearmee\u201c an Arbeitern derzeit nicht vergr\u00f6\u00dfern m\u00f6chte. Der Einsatz der milit\u00e4rischen Repressionsorgane des Staates sagt viel \u00fcber die derzeitige Verunsicherung der kapitalistischen Machthaber und die Krise aus, die die Arbeitsmigration hervorgebracht hat.<\/p>\n<p>Die Entwurzlung von Menschen durch jahrzehntelange imperialistische Ausbeutung und Gewalt, wird sich erst einer kommunistischen Gesellschaft beenden lassen. In einer Gesellschaft in der alle realen Bed\u00fcrfnisse weltweit ber\u00fccksichtig w\u00fcrden, g\u00e4be es keinen Grund mehr vor Hunger und Elend zu fliehen. Gleichzeit g\u00e4be es aber Bewegungsfreiheit, da Staaten und Ausweispapiere ins Museum verbannt w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Die Arbeiterklasse hat kein Vaterland \u2013 aber sie hat \u201eeine Welt zu gewinnen!\u201c<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"http:\/\/gis.blogsport.de\/2018\/12\/14\/usa-die-karawane-der-migranten-in-der-falle-des-kapitalismus\/#more-477\"><em>gis.blogsport&#8230;<\/em><\/a><em> vom 22. Dezember 2018<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Die Tammany Hall war eine politische Seilschaft und faktisch die Organisation der Demokratischen Partei in New York. Sie nutze besonders die Immigranten aus, um ihre Ziele durchzusetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>A.S. 6000 Soldaten des US-Milit\u00e4rs wurden an die mexikanische Grenze verlegt, um die wachsende Zahl von Migranten vom Grenz\u00fcbertritt abzuhalten. 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