{"id":4671,"date":"2018-12-24T10:20:59","date_gmt":"2018-12-24T08:20:59","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4671"},"modified":"2018-12-24T10:24:07","modified_gmt":"2018-12-24T08:24:07","slug":"in-bewegung-frauen-in-der-rml","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4671","title":{"rendered":"In Bewegung: Frauen in der RML"},"content":{"rendered":"<p><em>Antje Rihm.<\/em> 1979 fand die nationale Frauenkonferenz der Revolution\u00e4ren Marxistischen Liga (RML) statt. Hier entschied sich der Kurs der RML gegen\u00fcber der Neuen Frauenbewegung. Die Aktivist*innen debattierten \u00fcber ihr Verst\u00e4ndnis<!--more--> von Feminismus, dessen Bedeutung f\u00fcr die Revolution und organisationsinterne Probleme.<\/p>\n<p>Rund hundert Delegierte kamen am Wochenende des 17. und 18. M\u00e4rz 1979 in Lausanne zur nationalen Frauenkonferenz der Revolution\u00e4ren Marxistischen Liga (RML) zusammen. Die Teilnahme kostete zwanzig Franken, f\u00fcr die \u00dcbernachtung waren Schlafs\u00e4cke selbst mitzubringen. Nebst den Mitgliedern waren auch Sympathisant*innen der RML eingeladen. Etwa die H\u00e4lfte der Teilnehmer*innen war weiblich. Wie der Einladung zu entnehmen ist, wartete auf die Aktivist*innen ab dem Samstagnachmittag ein volles Programm.<a href=\"#_ftn1\" name=\"_ftnref1\">[1]<\/a>\u00a0In den Diskussionsbeitr\u00e4gen und Texten, die rund um diese Frauenkonferenz entstanden sind und diskutiert wurden, offenbart sich eine spezifische feministische Politik der RML, die sich von anderen Positionen innerhalb der Frauenbewegung abgrenzte.<\/p>\n<p>Nach einem Eklat in der kommunistischen Partei im Kanton Waadt, der\u00a0<em>Parti Ouvrier et Populaire<\/em>\u00a0(POP), spaltete sich im Herbst 1969 eine linksoppositionelle Gruppe zur\u00a0<em>Ligue Marxiste R\u00e9volutionnaire<\/em>\u00a0(LMR) ab. 1971 wurde in Z\u00fcrich deren erster Ableger in der Deutschschweiz unter dem Namen Revolution\u00e4re Marxistische Liga (RML) gegr\u00fcndet. Bis 1974 hatten sich in der ganzen Schweiz verschiedene Sektionen formiert. Die RML \u2013 ab 1980 in Sozialistische Arbeiterpartei (SAP) umbenannt \u2013 wurde zur bis anhin gr\u00f6ssten trotzkistischen Organisation der Schweiz. In ihrer politischen Arbeit setzte sich die Organisation immer wieder f\u00fcr Gleichberechtigung ein, den meisten Sektionen geh\u00f6rten zeitweise Frauengruppen an und es existierte eine nationale Frauenarbeitsgruppe. Die nationale Frauenkonferenz von 1979 fand dann auch aufgrund eines Beschlusses statt, der am vierten nationalen Kongress der RML 1978 getroffen worden war. Die RML hatte w\u00e4hrend der drei Jahre zuvor keine Debatte mehr \u00fcber ihre \u00bbFrauenarbeit\u00ab gef\u00fchrt. Sie erachtete es daher f\u00fcr notwendig, kritisch Bilanz zu ziehen.<\/p>\n<p>Bezeichnenderweise fiel die Frauenkonferenz der RML in die sogenannte zweite Phase der Neuen Frauenbewegung, die etwa Mitte der 1970er Jahre an gesellschaftlicher und politischer Relevanz gewann. In dieser Zeit begannen sich bestehende Frauenorganisationen aus der ersten Phase der Neuen Frauenbewegung zu reorganisieren und neu zu konstituieren. Diese Organisationen verst\u00e4rkten Kontakte zur \u00e4lteren, teilweise auch b\u00fcrgerlichen Frauenbewegung, indem sie neue Koalitionen bildeten. Das Schl\u00fcsselthema war \u2013 wie schon zu Beginn der 1970er Jahre \u2013 die weibliche Sexualit\u00e4t. Es dominierten daher Themen wie Verh\u00fctung, Abtreibung, Homosexualit\u00e4t, Lust und Z\u00e4rtlichkeit.<a href=\"#_ftn2\" name=\"_ftnref2\">[2]<\/a><\/p>\n<p>Neue Bezugspunkte der Frauenbewegung waren die Herausbildung autonomer Frauenr\u00e4ume, die Teilhabe am \u00f6ffentlichen Raum, die institutionelle Gleichberechtigung und die juristische Verankerung der Anliegen der Aktivist*innen im Gesetz. Zwei Volksinitiativen repr\u00e4sentierten die politischen Forderungen: Einerseits die 1978 eingereichte Mutterschaftsschutzinitiative (\u00bbF\u00fcr einen wirksamen Schutz der Mutterschaft\u00ab) und andererseits die Initiative, welche \u00bbgleiche Rechte f\u00fcr Mann und Frau\u00ab forderte und 1976 eingereicht wurde.<a href=\"#_ftn3\" name=\"_ftnref3\">[3]<\/a>\u00a0An beiden Initiativen beteiligte sich die RML. Ihre Aktivist*innen hatten erkannt, dass sich die Frauenbewegung im Umbruch befand. Sie suchten daher an ihrer im M\u00e4rz 1979 stattfindenden Frauenkonferenz Ansatzpunkte, um sich \u00fcber die Bedeutung des Feminismus in der Gesellschaft zu verst\u00e4ndigen.<\/p>\n<p>Zudem wollten die Aktivist*innen gemeinsam ihre politische Strategie sowohl in der Neuen Frauenbewegung als auch in der eigenen Organisation er\u00f6rtern. In kritischer Anlehnung an die Neue Frauenbewegung und in starker Abgrenzung von den b\u00fcrgerlichen und sozialdemokratischen Parteien versuchten die RML-Aktivist*innen an der Frauenkonferenz, ihre eigene Position einerseits zu finden, andererseits zu st\u00e4rken. Sie arbeiteten Interventionsmethoden aus, um gegen die Unterdr\u00fcckung der Frauen in der Gesellschaft vorzugehen, mit dem Ziel, die Situation der Frauen umfassend zu verbessern. Ein weiterer Diskussionspunkt an der Frauenkonferenz betraf die Vormachtstellung und das Verhalten der m\u00e4nnlichen Aktivisten innerhalb der RML. In der Partei kam es immer wieder zu Auseinandersetzungen um die Anerkennung der weiblichen Aktivistinnen der RML als gleichberechtigte Mitglieder. Verschiedentlich wurden Anstrengungen unternommen, die Stellung der Aktivistinnen in der Organisation der RML zu st\u00e4rken und diese vermehrt in die politische Arbeit einzubinden.<\/p>\n<p><strong>Wie die RML die Frauenbewegung analysierte<\/strong><\/p>\n<p>Zur Vorbereitung der Frauenkonferenz hatte eine Kommission des Zentralkomitees, bestehend aus drei Frauen und zeitweise weiteren Aktivist*innen, Thesen ausgearbeitet. Die Mitglieder der RML konnten in organisationsinternen Bulletins an der Diskussion teilhaben, indem sie die vorgestellten Thesen kommentierten und \u00c4nderungsantr\u00e4ge stellten. In den Thesen zur Frauenkonferenz gestanden die Aktivist*innen der RML ein, dass ihre Analyse und Einsch\u00e4tzung der Neuen Frauenbewegung von 1968 teilweise fehlerhaft gewesen sei. Zudem erachteten sie die \u00bbIntegration des Feminismus\u00ab<a href=\"#_ftn4\" name=\"_ftnref4\">[4]<\/a>\u00a0in die RML als nicht wirklich gelungen, und sehen die politische Arbeit der Frauen innerhalb der Organisation an den Rand gedr\u00e4ngt. Die Aktivist*innen hielten daran fest, dass die Frauenbewegung seit 1968 eine neue politische Dimension angenommen habe, die \u00fcber die Forderung nach Rechtsgleichheit, wie sie b\u00fcrgerliche Frauen, sozialdemokratische und gewerkschaftliche Feministinnen gestellt hatten, hinausgehe. Sie unterstrichen insbesondere die erreichte Autonomie der neu entstandenen Frauengruppen sowie die Radikalit\u00e4t ihrer Forderungen und ihre F\u00e4higkeit, Frauen aus verschiedensten sozialen Schichten erreichen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Auffallend ist jedoch, dass die Solidarit\u00e4t und gegenseitige R\u00fccksichtnahme unter Frauen ebenso wie die Diskussionen um Liebe, (Homo-)Sexualit\u00e4t und m\u00e4nnliche Macht in den Thesen und Diskussionsbulletins zur Frauenkonferenz keine Erw\u00e4hnung finden. Das \u00fcberrascht insofern, als die historische Forschung zur Neuen Frauenbewegung darauf hinweist, dass gerade diese Themen einen zentralen Stellenwert in den Diskussionen einnahmen.<a href=\"#_ftn5\" name=\"_ftnref5\">[5]<\/a>\u00a0Die Aktivist*innen der RML betonten in ihrer Beurteilung der damaligen Situation \u2013 gut zehn Jahre nach 1968 \u2013 vielmehr den politischen Aktivismus und die Selbstorganisation der Frauen. Diese Praxisorientiertheit galt ihnen, wie es auch im Thesenpapier zur Frauenkonferenz benannt wird, als Zwischenschritt, der bei den Frauen ein neues politisches Bewusstsein begr\u00fcndet:<\/p>\n<p>\u00bbAus den folgenden zwei Gr\u00fcnden ist diese F\u00e4higkeit zur Selbstorganisation der Frauen eine bedeutende Errungenschaft:<\/p>\n<ol>\n<li>die Frauen nehmen den Kampf gegen ihre Unterdr\u00fcckung selbst an die Hand. [\u2026]<\/li>\n<li>die Frauenbewegung ergreift eigene Initiativen. Sie zieht die Arbeiterbewegung zur Verantwortung und bewirkt, dass feministische Forderungen in ihren Organisationen aufgenommen werden.\u00ab<a href=\"#_ftn6\" name=\"_ftnref6\">[6]<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ein weitreichendes Problem der Neuen Frauenbewegung sahen die Aktivist*innen in der von ihnen beobachteten starken Zersplitterung der verschiedenen Frauenorganisationen seit 1968. Daf\u00fcr f\u00fchrten sie drei Ursachen an: Erstens das \u00bbtiefe politische Niveau\u00ab<a href=\"#_ftn7\" name=\"_ftnref7\">[7]<\/a>\u00a0der Arbeiter*innen. Zweitens identifizierten sie eine Spaltung der Arbeiter*innenklasse, die sie damit begr\u00fcndeten, dass die m\u00e4nnlichen Arbeiter in der Schweiz schon lange Zeit vordergr\u00fcndig in Frieden leben w\u00fcrden und sich daher weder zur internationalen Solidarit\u00e4t noch zum Kampf gegen die Unterdr\u00fcckung der Frauen verpflichtet f\u00fchlten. Drittens befanden sie, dass den \u00bblohnabh\u00e4ngigen M\u00e4nnern und Frauen\u00ab zur \u00bbpers\u00f6nlichen und sozialen Befreiung\u00ab ganz grunds\u00e4tzlich die \u00bbherrschende Ideologie des B\u00fcrgertums\u00ab im Weg stehen w\u00fcrde.<a href=\"#_ftn8\" name=\"_ftnref8\">[8]<\/a>\u00a0Gerade in dieser Ideologie des B\u00fcrgertums sahen die Aktivist*innen der RML das Grundproblem, nicht nur f\u00fcr die Frauenbewegung, sondern f\u00fcr alle Lohnabh\u00e4ngigen.<\/p>\n<p><strong>Abgrenzung auf allen Seiten<\/strong><\/p>\n<p>In ihrer Analyse der verschiedenen feministischen Str\u00f6mungen des Feminismus warfen die Mitglieder der RML der \u00bbreformistischen Arbeiterbewegung\u00ab \u2013 namentlich der SP, den Progressiven Organisationen der Schweiz (POCH) und der Partei der Arbeit (PdA) \u2013 vor, diese w\u00fcrde der Illusion verfallen, dass mittels entsprechender Gesetze das kapitalistische System egalit\u00e4rer und gerechter gestaltet werden k\u00f6nne. Sie kritisierten, dass diese Organisationen mit ihrer Politik nicht wirklich gegen die Unterdr\u00fcckung der Frauen ank\u00e4mpfen, da sie die Verbindung von Kapitalismus und Patriarchat nicht benennen w\u00fcrden. Die Familie n\u00e4mlich stelle den Ort dar, an dem die Arbeitskraft reproduziert werde. Solange die Rolle der Familie in der kapitalistischen Gesellschaft unhinterfragt bliebe, werde die soziale und \u00f6konomische Abh\u00e4ngigkeit der Frauen weiterbestehen.<\/p>\n<p>Zudem warfen sie den reformistischen Parteien vor, dass sie mit Teilen des B\u00fcrgertums kollaborieren:<\/p>\n<p>\u00bbDie reformistische Arbeiterbewegung [\u2026] h\u00e4lt die Illusion aufrecht, dass man den Kapitalismus \u203agerechter, egalit\u00e4rer\u2039 machen kann \u2013 wie es die SP sagt \u2013 oder dass man den Kapitalismus \u203adurch Gesetze z\u00e4hmen\u2039 kann, ohne ihn zu zerst\u00f6ren \u2013 wie es die Projekte [\u2026] von POCH und PdA wollen. Diese politischen Projekte stehen einer wirklichen Frauenbefreiung entgegen, weil sie die Verbindung zwischen Frauenunterdr\u00fcckung und kapitalistischem System nicht aufzeigen. Sie unterstellen die Interessen und Bed\u00fcrfnisse der Frauen ihren Projekten der Klassenkollaboration mit einem Teil des B\u00fcrgertums (z.B. mit der CVP, die der h\u00e4rteste Verteidiger der Frau am Herd ist!).\u00ab<a href=\"#_ftn9\" name=\"_ftnref9\">[9]<\/a><\/p>\n<p>Auf der anderen Seite attestierten die Aktivist*innen der RML zwar den \u00bbRadikalfeministinnen\u00ab der Frauenbefreiungsbewegung (FBB), dass diese die Unterdr\u00fcckung der Frauen als zentrales Thema der Politik etablieren konnten. Zugleich erachteten sie es f\u00fcr problematisch, dass die FBB die Frauen als \u00bbeigene soziale Klasse\u00ab betrachtet und zwei Produktionssph\u00e4ren voneinander trennen w\u00fcrde: die Hausarbeit und die kapitalistische Arbeitswelt. Dies f\u00fchre dazu, dass der Kampf der FBB gegen die Unterdr\u00fcckung der Frauen die Arbeiter*innenklasse und die Geschlechter spalte. Auch die Einsch\u00e4tzung, dass sich die Rolle der Frau in der Gesellschaft durch den von der FBB geforderten Lohn f\u00fcr Hausarbeit ver\u00e4ndern w\u00fcrde, wurde von den Aktivist*innen der RML kritisiert. L\u00f6sungen f\u00fcr die Unterdr\u00fcckung der Frauen k\u00f6nnten nur \u00bb[\u2026] im Rahmen der Sozialisierung der Produktion, der Hausarbeit und der Politik gesucht werden.\u00ab<a href=\"#_ftn10\" name=\"_ftnref10\">[10]<\/a>\u00a0Dennoch wird festgehalten, dass sowohl innerhalb der FBB als auch in den anderen Organisationen zumindest ansatzweise eine kritische Str\u00f6mung existiere, die das kapitalistische System bek\u00e4mpfe. Dieser kritischen Str\u00f6mung f\u00fchlten sich die Aktivist*innen der RML aufgrund ihrer Autonomie gegen\u00fcber den b\u00fcrgerlichen und sozialdemokratisch-gewerkschaftlichen Organisationen verbunden. Wie eine RML-Aktivistin in einem Diskussionsbeitrag schrieb, bestehe aber auch eine gewisse N\u00e4he zu Frauen, die private und pers\u00f6nliche Erfahrungen der Befreiung machen, ohne dass diese Frauen sich dabei mit der Arbeiter*innenklasse verbunden f\u00fchlen und sich politisch engagieren.<a href=\"#_ftn11\" name=\"_ftnref11\">[11]<\/a><\/p>\n<p>Priorit\u00e4t f\u00fcr den feministischen Aktivismus der RML hatte aber die Vertretung der Organisation innerhalb der Frauenkommissionen der Gewerkschaften und der Organisation f\u00fcr die Sache der Frauen (OFRA), die im Umfeld der POCH entstand. Dadurch wollte die RML einerseits einer m\u00f6glichen Isolation der eigenen Organisation sowie andererseits \u00bbsektiererischen Tendenzen\u00ab der verschiedenen Organisationen untereinander entgegenwirken. Die Aktivist*innen der RML warfen speziell der OFRA \u00bbSektierertum\u00ab vor, da diese zu wenig grunds\u00e4tzliche Fragen zur Unterdr\u00fcckung der Frauen mit in ihr Programm aufnehme und sich zu wenig f\u00fcr eine geeinte Frauenbewegung einsetze.<a href=\"#_ftn12\" name=\"_ftnref12\">[12]<\/a><\/p>\n<p>\u00bbSektiererische Tendenzen\u00ab warf die RML ebenfalls den maoistischen Organisationen vor und kritisierten diese heftig. So beschuldigten sie\u00a0<em>femmes en lutte<\/em>\u00a0(\u00bbFrauen k\u00e4mpfen\u00ab), eine Organisation, die vor allem in der Romandie aktiv war, die Unterdr\u00fcckung der Frauen als rein \u00f6konomisches Problem im Sinne des \u00bbVulg\u00e4rmarxismus\u00ab<a href=\"#_ftn13\" name=\"_ftnref13\">[13]<\/a> abzuhandeln, weil sie diese auf einen Nebenwiderspruch in Bezug auf die Unterdr\u00fcckung der Arbeiter*innenklasse reduzieren. Sie w\u00fcrden die Problematik des Patriarchats nicht miteinbeziehen und davon ausgehen, dass sich dieses von selbst mit der Berufst\u00e4tigkeit der Frauen l\u00f6sen w\u00fcrde. Sie warfen ihnen ebenfalls vor, sich wie SP, PdA und POCH auf B\u00fcndnisse mit Teilen des B\u00fcrgertums einzulassen. F\u00fcr die Aktivist*innen der RML hingegen war klar: F\u00fcr die Befreiung der Frau ist es notwendig, die Berufst\u00e4tigkeit von Frauen an zwei Bedingungen zu kn\u00fcpfen. Erstens m\u00fcsse der sozial abh\u00e4ngige Status der Frau als Hausfrau innerhalb der Familie grundlegend ver\u00e4ndert werden. Zweitens m\u00fcsse sich die Arbeiter*innenbewegung der Diskriminierung der Frauen bewusst werden und f\u00fcr eine \u00bbSozialisierung der Hausarbeit\u00ab und eine \u00bbsozialistische Alternative\u00ab einstehen.<a href=\"#_ftn14\" name=\"_ftnref14\">[14]<\/a><\/p>\n<p>In Analyse und Kritik der Frauenbewegung und des Patriarchats grenzten sich die Aktivist*innen der RML also deutlich von den verschiedenen b\u00fcrgerlichen, aber auch von den linken und sogar marxistisch orientierten Parteien und Organisationen ab. Den einen unterstellten sie, nicht f\u00fcr die Abschaffung des \u00bbb\u00fcrgerlich-kapitalistischen Konzepts\u00ab der Familie zu k\u00e4mpfen, den anderen eine einseitige Orientierung an \u00bbvulg\u00e4rmarxistischen Prinzipien\u00ab. Dar\u00fcber hinaus warfen sie den sogenannten \u00bbRadikalfeministinnen\u00ab der FBB vor, sich abzuspalten und zu isolieren. F\u00fcr ihre Beurteilung der feministischen Ans\u00e4tze innerhalb der verschiedenen Parteien und Organisationen st\u00fctzten sie sich jeweils auf die entsprechenden Parteiprogramme und analysierten diese in Vorbereitung f\u00fcr die eigenen feministischen Thesen eingehend.<\/p>\n<p>Es stellt sich nun die Frage, wieso diese umfassende theoretische Abarbeitung an den verschiedenen Positionen vorgenommen wurde. Ein m\u00f6glicher Grund hierf\u00fcr k\u00f6nnte sein, dass die RML dadurch einerseits versuchte, sich durch explizite Abgrenzung in der Politiklandschaft zu positionieren. Andererseits k\u00f6nnte sie versucht haben, sich durch die immer wieder erfolgten Analysen den neuen Gegebenheiten anzupassen und entsprechende Massnahmen zu ergreifen. So scheint die RML in der neu entstandenen Frauenbewegung das Potential erkannt zu haben, Frauen zu mobilisieren, und sympathisierte trotz einer gewissen kritischen Distanz mit der Neuen Frauenbewegung. Auff\u00e4llig ist aber auch, dass die im oben erw\u00e4hnten Diskussionsbeitrag einer Aktivistin hervorgehobene Solidarit\u00e4t mit denjenigen k\u00e4mpfenden Frauen, die sich zwar der Neuen Frauenbewegung zugeh\u00f6rig f\u00fchlen, der \u00bbArbeiterklasse\u00ab aber nicht, im Thesenpapier der RML keinen Platz gefunden hatte. Hierbei spielte sicherlich wieder das von den Aktivist*innen der RML angesprochene (Klassen-) Bewusstsein, das eine Frau haben sollte, die entscheidende Rolle. Die damalige Tendenz einiger Frauen, sich auf sich selbst zu konzentrieren und sich in Selbsterfahrungsgruppen als Frauen neu kennenzulernen, passte nicht zu der politischen Strategie der RML.<\/p>\n<p><strong>Die Einheit der Frauen<\/strong><\/p>\n<p>Um einen erfolgreichen Kampf zur Befreiung der Frauen in allen gesellschaftlichen Bereichen herbeif\u00fchren zu k\u00f6nnen und die Spaltung der Arbeiter*innenbewegung durch die b\u00fcrgerlichen Parteien und deren \u00bbIdeologie\u00ab zu verhindern, insistierten die Aktivist*innen der RML in ihrem Programm darauf, dass die Frauenbewegung eng mit Arbeiter*innen zusammenarbeiten m\u00fcsse. Um dieses Ziel zu erreichen, m\u00fcsse die Arbeiter*innenbewegung in die Auseinandersetzung rund um die Unterdr\u00fcckung der Frau miteinbezogen werden. Als ein geeignetes Mittel hierf\u00fcr erachteten sie die Schaffung von Frauenkommissionen in den Gewerkschaften sowie Frauengruppen in den verschiedenen Gewerkschaftssektionen, damit sich die Frauen dort organisieren und an den Aktivit\u00e4ten der Gewerkschaften teilnehmen w\u00fcrden. Um der drohenden Isolation der gewerkschaftlichen Frauenkommissionen entgegenzutreten, sei es notwendig, dass die Frauenkommissionen in die gesamte Politik der Gewerkschaften einbezogen und die \u00bbk\u00e4mpferischen Gewerkschaftsaktivisten\u00ab von der Schaffung solcher Frauenkommissionen \u00fcberzeugt w\u00fcrden. Dar\u00fcber hinaus war es den Aktivist*innen der RML wichtig, dass eine enge Verbindung der gewerkschaftlichen Frauenkommissionen mit Aktionen und Initiativen der Frauenbewegung, sowohl auf lokaler als auch nationaler Ebene, garantiert w\u00fcrde. Die Aktivist*innen hielten es grunds\u00e4tzlich f\u00fcr zentral, dass konkrete, realistische Forderungen gestellt w\u00fcrden, die die \u00bbunmittelbaren, objektiven\u00ab Bed\u00fcrfnisse der Frauen miteinbezogen.<a href=\"#_ftn15\" name=\"_ftnref15\">[15]<\/a><\/p>\n<p>Die Aktivist*innen der RML erkannten deshalb in der Ausarbeitung einer Verfassungsinitiative f\u00fcr das in den 1970er Jahren gesellschaftlich stark debattierte Recht auf Abtreibung und im Engagement f\u00fcr die Mutterschutzinitiative politisches Potential. Sie hielten beide Kampagnen f\u00fcr \u00e4usserst geeignet, ihre feministischen Forderungen im Kontext derjenigen der Frauenbewegung zu artikulieren. Beide Initiativen zielten n\u00e4mlich auf die Verbesserung der Stellung der Frau in Familie und Gesellschaft ab. Zum Recht auf Abtreibung schrieben zwei Aktivist*innen, dass dessen rechtliche Verankerung Frauen nicht nur erm\u00f6glichen w\u00fcrde, selbst \u00fcber ihren K\u00f6rper zu entscheiden und ihre Rolle in der b\u00fcrgerlichen Gesellschaft kritisch zu hinterfragen, sondern dass damit die Familie gesamtgesellschaftlich in Frage gestellt w\u00fcrde.<a href=\"#_ftn16\" name=\"_ftnref16\">[16]<\/a><\/p>\n<p>Bez\u00fcglich der Mutterschutzinitiative verfolgten die Aktivist*innen der RML eine \u00e4hnliche Argumentation: Sie sahen diese als Chance, aufzeigen zu k\u00f6nnen, dass sich die Unterdr\u00fcckung der Frau \u2013 in Anlehnung an das Paradigma der 1968er- Aktivist*innen \u00bbdas Private ist politisch\u00ab \u2013 \u00bb[\u2026] nur im gesellschaftlichen Rahmen l\u00f6sen l\u00e4sst, und keineswegs \u203aPrivatsache\u2039 ist.\u00ab<a href=\"#_ftn17\" name=\"_ftnref17\">[17]<\/a>\u00a0Ebenfalls als unerl\u00e4sslich erachteten sie es, sich in der Debatte um die anstehende Initiative \u00bbGleiche Rechte f\u00fcr Mann und Frau\u00ab einzubringen und den Wahlspruch \u00bbGleicher Lohn f\u00fcr gleiche Arbeit\u00ab als zentrale Forderung gegen\u00fcber der \u00bbb\u00fcrgerlichen Demagogie\u00ab zu behaupten.<a href=\"#_ftn18\" name=\"_ftnref18\">[18]<\/a>\u00a0Mit \u00bbb\u00fcrgerlicher Demagogie\u00ab dr\u00fcckten die Aktivist*innen an dieser Stelle ihre Einsch\u00e4tzung aus, dass die b\u00fcrgerlichen und sozialdemokratischen Parteien die Gleichstellungsfrage auf ihre juristischen Aspekte reduzieren w\u00fcrden. Mit dem Fokus auf die Lohngleichheit versuchte die RML, auf eine Ver\u00e4nderung der Rollenverteilung im Haushalt und der Familie hinzuarbeiten sowie eine materielle Gleichstellung der Frauen zu erreichen.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Arbeit innerhalb des Teils der Neuen Frauenbewegung, der unabh\u00e4ngig von den Parteien und etablierten Organisationen agierte, pl\u00e4dierten die Aktivist*innen der RML daf\u00fcr, eine \u00bbEinheitspolitik und Einheitsarbeit\u00ab<a href=\"#_ftn19\" name=\"_ftnref19\">[19]<\/a>\u00a0zu entwickeln. Das Ziel dieser Politik sollte einerseits sein, m\u00f6glichst viele Frauen zu erreichen, ihre Aktivit\u00e4ten zu vereinen und f\u00fcr ein \u00bbdemokratisches Funktionieren\u00ab in den autonomen Frauengruppen der Neuen Frauenbewegung zu sorgen; andererseits ging es darum, eine klare Abgrenzung gegen\u00fcber den b\u00fcrgerlichen Frauenorganisationen und ihrer Ideologie aufrechtzuerhalten. Einem Diskussionsbulletin ist zu entnehmen, dass dabei nicht mehr eine \u00bbMassenorganisation mit Programm\u00ab im Fokus stand, wie es noch am dritten Kongress der RML 1976 diskutiert wurde. Vielmehr umfasst der Begriff der Einheitsarbeit und der Einheitspolitik das Recht auf freie Meinungs\u00e4usserung, die M\u00f6glichkeit, verschiedene Standpunkte innerhalb der Frauenbewegung vertreten zu d\u00fcrfen und die Tolerierung verschiedener Positionen. Die Aktivist*innen betonten insbesondere, wie wichtig es sei, gegen\u00fcber der FBB und OFRA hervorzuheben, dass die RML mit ihrer Strategie nicht vorhabe, die Frauenbewegung zu manipulieren.<a href=\"#_ftn20\" name=\"_ftnref20\">[20]<\/a><\/p>\n<p>Die Aktivist*innen der RML strebten also die Organisierung der Neuen Frauenbewegung in dem Sinne an, dass die verschiedenen Anliegen und Ziele der politisch relativ heterogenen Frauen vereint wurden, um eine drohende Spaltung der Neuen Frauenbewegung zu verhindern. Zudem war es f\u00fcr sie zentral, sich aktiv mit ihren eigenen \u00dcberlegungen zur Stellung der Frau in der Gesellschaft einbringen zu k\u00f6nnen. Im Vergleich zu vorangegangenen Diskussionen in der RML \u00fcber ihre feministische Arbeit und ihre Ziele sahen die Aktivist*innen, neben ihrem Engagement f\u00fcr die Volksinitiativen und in den Gewerkschaften, zunehmend Priorit\u00e4t in ihrer Arbeit in der Neuen Frauenbewegung. Sie hatten erkannt, dass sich die Neue Frauenbewegung in einer Phase der Reorganisation befand, viele Frauen anzog und im Vergleich zu anderen linken Organisationen keine M\u00fche hatte, ihre Mitglieder zu mobilisieren. Im Gegensatz zu anderen Organisationen in der Neuen Frauenbewegung waren die Aktivist*innen der RML jedoch nicht bereit, sich auf Konzessionen und B\u00fcndnisse mit Frauen aus b\u00fcrgerlichen Parteien oder etablierten Frauenverb\u00e4nden, die sich schon f\u00fcr das Frauenstimmrecht stark gemacht hatten, einzulassen, da diese nicht umfassende gesellschaftliche Ver\u00e4nderungen anstrebten, sondern lediglich die Rechtsgleichheit von Frauen und M\u00e4nnern forderten.<\/p>\n<p>Die von den Aktivist*innen der RML immer wieder angesprochene drohende Spaltung und Isolation der autonomen Frauenbewegung fand in der Schweiz nur sehr begrenzt statt. In Spanien, Deutschland und den Niederlanden hingegen f\u00fchrten die Differenzen zwischen autonomen und sozialistischen Str\u00f6mungen des Feminismus \u00fcber die Ursache der Frauenunterdr\u00fcckung dazu, dass sich diese trennten und verschiedene Organisationen gr\u00fcndeten.<a href=\"#_ftn21\" name=\"_ftnref21\">[21]<\/a>\u00a0In der Schweiz waren es ab 1980 dann aber die Aktivist*innen der RML, die die OFRA zu spalten drohten. Die im Herbst 1980 zur Sozialistischen Arbeiterpartei (SAP) umbenannte RML versuchte, ihre an der Frauenkonferenz 1979 beschlossene Einheitsarbeit innerhalb der OFRA umzusetzen und eine eng an der sozialistischen Theorie orientierte Neue Frauenbewegung zu etablieren.<\/p>\n<p>Dies l\u00e4sst sich anhand verschiedener nach der Frauenkonferenz erschienenen, organisationsinternen Bilanzen der RML\/SAP aus der ganzen Schweiz nachweisen, in denen meist mit dem Signum \u00bbstreng intern\u00ab die Entwicklungen innerhalb der OFRA bilanziert wurden. Die Aktivistinnen der OFRA f\u00fchlten sich von den Aktivistinnen der SAP unterwandert und manipuliert. So wurde den Aktivistinnen der SAP zum Beispiel an der Sitzung mit dem OFRA-Sekretariat vom 25. November 1984 vorgeworfen, dass sie die OFRA \u00bbkontrollieren\u00ab w\u00fcrden und dass die SAP versuchen w\u00fcrde, \u00bbwichtige Leitungspositionen\u00ab zu besetzen.<a href=\"#_ftn22\" name=\"_ftnref22\">[22]<\/a>\u00a0Eine komplette Umorientierung der OFRA gelang den Frauen der SAP nicht. Die internen Grabenk\u00e4mpfe f\u00fchrten jedoch so weit, dass sich die OFRA-Sektion Z\u00fcrich aufl\u00f6ste. Mit der Aufl\u00f6sung der OFRA-Sektion Z\u00fcrich beruhigte sich der Konflikt zwischen den autonomen und sozialistischen Aktivistinnen der Frauenbewegung aber wieder.<a href=\"#_ftn23\" name=\"_ftnref23\">[23]<\/a><\/p>\n<p><strong>Als Frauen in einer M\u00e4nnerpartei<\/strong><\/p>\n<p>Neben dem st\u00e4ndigen Erarbeiten einer eigenen Position innerhalb der Neuen Frauenbewegung bestand ein gewichtiger Teil der feministischen Arbeit der RML-Aktivistinnen darin, ihre m\u00e4nnlichen Parteigenossen davon zu \u00fcberzeugen, dass die Gleichberechtigung eines ihrer zentralen Anliegen sein muss. So findet sich im Diskussionsbeitrag einer f\u00fchrenden und langj\u00e4hrigen RML-Aktivistin folgende Formulierung:<\/p>\n<p>\u00bbEs geistert da eine Vorstellung durch die K\u00f6pfe und Texte [der Genossen], die SAP sei eine Gemeinschaft von kommunistisch erzogenen, freien und gleichen Menschen ohne Erinnerung an die Spaltungen der Lohnabh\u00e4ngigen nach Geschlecht [\u2026]\u00ab.<a href=\"#_ftn24\" name=\"_ftnref24\">[24]<\/a><\/p>\n<p>Sogleich vorweggenommen wird, dass die Aktivistinnen der RML\/SAP das Problem der Ungleichheit zwischen M\u00e4nnern und Frauen in der Parteiarbeit mit den Aktivistinnen aller alten und neuen (linken) Parteien teilten. Trotz der immer wieder erfolgten Analysen zur Situation der Frau, der ansatzweise vorhandenen theoretischen Verkn\u00fcpfung der Kapitalismuskritik mit der Kritik am Patriarchat und dem Engagement in Initiativen, die sich der Rolle und Stellung der Frau in der Gesellschaft widmeten, hatten die Aktivistinnen der RML intern Probleme, als Frauen \u00fcberhaupt ernst genommen und geh\u00f6rt zu werden. Sie bem\u00fchten sich immer wieder, mit ihren Anliegen ber\u00fccksichtigt zu werden.<\/p>\n<p>Diese interne Auseinandersetzung l\u00e4sst sich von Beginn der Organisation in den fr\u00fchen 1970er Jahren bis zur Aufl\u00f6sung zu Beginn der 1990er Jahre verfolgen. So beklagte sich eine Aktivistin im Zusammenhang mit dem dritten Kongress der RML von 1976, dass Frauen vor allem Protokolle mittippen und transkribieren oder organisieren und ausf\u00fchren, was M\u00e4nner theoretisch ausarbeiten: \u00bb[&#8230;] praktisch der ganze technische Apparat der Organisation [wird] von Frauen getragen\u00ab.<a href=\"#_ftn25\" name=\"_ftnref25\">[25]<\/a>\u00a0Vier Jahre sp\u00e4ter schrieb eine andere Aktivistin, dass es \u00bb[\u2026] immer noch eine Realit\u00e4t [ist], dass die meisten Frauen in keine kollektive Arbeit einbezogen sind.\u00ab Sie \u00bbgr\u00fcbeln\u00ab entweder alleine in ihrer Arbeit oder leisten den erfahrenen, m\u00e4nnlichen Genossen Handreichungen.<a href=\"#_ftn26\" name=\"_ftnref26\">[26]<\/a>\u00a0Eine Aktivistin hat zudem beinahe zehn Jahre im Politb\u00fcro als Mitglied gearbeitet und an den Sitzungen teilgenommen, jedoch ohne bei Beschl\u00fcssen als gleichwertiges Mitglied mitabstimmen zu d\u00fcrfen. Als Grund h\u00e4tten ihr die M\u00e4nner erkl\u00e4rt, dass sie \u00bbtheoretisch noch zu wenig geschult\u00ab sei.<a href=\"#_ftn27\" name=\"_ftnref27\">[27]<\/a><\/p>\n<p>Auch das Verhalten der \u00bbGenossen\u00ab gegen\u00fcber den \u00bbGenossinnen\u00ab wurde in den Unterlagen kritisiert und als \u00bbarrogant\u00ab und \u00bbchauvinistisch\u00ab bezeichnet.<a href=\"#_ftn28\" name=\"_ftnref28\">[28]<\/a>\u00a0Zudem h\u00e4tten die M\u00e4nner die Diskussionen und Sitzungen beherrscht. Es sei in einem Masse Druck auf die Frauen ausge\u00fcbt worden, dass diese sich gar nicht mehr getraut h\u00e4tten, das Wort zu ergreifen und die eigene Meinung zu \u00e4ussern.<a href=\"#_ftn29\" name=\"_ftnref29\">[29]<\/a>\u00a0Dieses Verhalten f\u00fchrte dazu, dass sich immer wieder engagierte Aktivistinnen frustriert und entt\u00e4uscht zur\u00fcckzogen und aus der Partei austraten. In einer elfseitigen Austrittserkl\u00e4rung einer RML\/SAP-Aktivistin kritisierte diese heftig, dass die \u00bbdemokratischen Rechte\u00ab der Frauen in der Partei eingeschr\u00e4nkt, der Feminismus inner- und ausserhalb der Partei zur \u00bbOberfl\u00e4chenkosmetik\u00ab degradiert und allgemein eine passive Haltung gegen\u00fcber den Anliegen der Frauen bestehen w\u00fcrde.<a href=\"#_ftn30\" name=\"_ftnref30\">[30]<\/a><\/p>\n<p>Als Gr\u00fcnde f\u00fcr die schwierige Stellung, die die Frauen in der RML\/SAP hatten, f\u00fchrte eine Aktivistin in einem Antrag aus, dass Frauen aufgrund ihrer gesellschaftlichen Position, dem sozialen Druck in der \u00bbkapitalistischen Klassengesellschaft\u00ab und der Institution der Familie kein Selbstvertrauen aufbauen k\u00f6nnten.<a href=\"#_ftn31\" name=\"_ftnref31\">[31]<\/a>\u00a0Dieses mangelnde Selbstbewusstsein zeige sich auch in der Organisation. Daher w\u00fcrden die Frauen auch von den \u00bbGenossen\u00ab nicht ernst genommen. Die Frauen der 1968er Bewegung h\u00e4tten erst lernen m\u00fcssen, Nein zu sagen und den Mut aufzubringen, f\u00fcr ihre eigenen Positionen einzustehen.<a href=\"#_ftn32\" name=\"_ftnref32\">[32]<\/a><\/p>\n<p>Damit \u00fcbernahm die Aktivistin genau diejenigen Argumente, die im Thesenpapier der RML zur Unterdr\u00fcckung der Frau angef\u00fchrt werden, und \u00fcbertr\u00e4gt diese auf die eigenen Organisationsstrukturen. Sie forderte nicht nur explizit, dass insbesondere von Seiten der Parteileitung Anstrengungen unternommen werden m\u00fcssten, um Frauen in ihrer Arbeit zu ermutigen und entsprechende Schulungen f\u00fcr Frauen zu f\u00f6rdern, sondern zeigte mit ihrem Antrag selbst Mut, indem sie gegen die deutlich sichtbaren, organisationsinternen Missst\u00e4nde anschrieb. In einer Antwort eines Mitglieds einer Sektionsleitung der RML\/SAP wurde ihr daraufhin unterstellt, dass sie ihre eigene Situation theoretisiere und zu wenig praktische politische Erfahrung aufweise, trotz jahrelanger Leitungserfahrung. Ihr wurde empfohlen, als Korrektorin in der Druckerei zu arbeiten, um sich besser in die Partei integrieren zu k\u00f6nnen, zudem k\u00f6nnten so \u00bboptimal ihre bisherigen Erfahrungen mit [\u2026] den zentralen Aufbaufragen verkn\u00fcpft werden (auch bez\u00fcglich der Frauenfrage).\u00ab<a href=\"#_ftn33\" name=\"_ftnref33\">[33]<\/a><\/p>\n<p>Es wurden aber auch Anstrengungen unternommen, die Situation der Frauen in der RML\/SAP zu verbessern, und entsprechende Vorschl\u00e4ge unterbreitet. Aufgrund einer Diskussion w\u00e4hrend des dritten Kongresses der RML 1976 wurde beschlossen, nach Bedarf \u00bbungemischte Frauenzellen\u00ab,<a href=\"#_ftn34\" name=\"_ftnref34\">[34]<\/a>\u00a0das heisst nach Geschlechtern getrennte Gruppen, zu schaffen. Die Idee dahinter war, den Frauen zu einer besseren Integration in der Organisation zu verhelfen und ihr Selbstbewusstsein zu f\u00f6rdern. Diese ungemischten Frauenzellen funktionierten laut einer pers\u00f6nlichen Bilanz sehr gut und erm\u00f6glichten den Frauen, sich in die politischen Diskussionen einzubringen.<a href=\"#_ftn35\" name=\"_ftnref35\">[35]<\/a>\u00a0Knapp zwei Jahre sp\u00e4ter wurde das Recht der Frauen, in ungemischten Gruppen zu diskutieren, an der Frauenkonferenz aber wieder abgeschafft. Die Frauenzellen wurden aufgel\u00f6st.<a href=\"#_ftn36\" name=\"_ftnref36\">[36]<\/a><\/p>\n<p>Nach Ansicht der Leitung des Zentralkomitees, das sich auf Erfahrungen internationaler Sektionen berief, w\u00fcrden die ungemischten Gruppen zu verschiedenen Interessensgruppen innerhalb der Organisation f\u00fchren und eben gerade nicht die angestrebte gleichberechtigte Diskussion aller Mitglieder der Organisation f\u00f6rdern. Dies widerspreche einer \u00bbdemokratisch-zentralistischen\u00ab Organisation. Weiter schrieb die Leitung im Thesenpapier: \u00bbIn einer revolution\u00e4r-marxistischen Organisation gibt es \u2013 welches auch sonst ihre Schw\u00e4chen sein m\u00f6gen \u2013 keinen inneren Widerspruch zwischen Programm, Leitung und Basis.\u00ab Die Leitung des Zentralkomitees gestand zwar eigene Fehler bez\u00fcglich der Frauenarbeit ein. Diese f\u00fchrten sie auf mangelndes \u00bbBewusstsein und Verst\u00e4ndnis\u00ab von Seiten der Leitung zur\u00fcck. Sie waren aber \u00fcberzeugt davon, diese \u00fcberwunden und der feministischen Arbeit gen\u00fcgend Platz einger\u00e4umt zu haben. Dies w\u00fcrde der Fokus der Organisation auf die Mutterschutzinitiative belegen. F\u00fcr die internen Probleme der Organisation hinsichtlich der Stellung der Frau unterbreitete sie lediglich den Vorschlag, innerhalb der Sektionen entsprechende Schulungen bez\u00fcglich der Unterdr\u00fcckung der Frau durchzuf\u00fchren. Zudem nahm sich die Leitung vor, intensiver mit der Frauenkommission der RML\/SAP zusammenzuarbeiten.<a href=\"#_ftn37\" name=\"_ftnref37\">[37]<\/a><\/p>\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n<p>Die Intervention in die Frauenbewegung und die eigene theoretische Positionierung zu feministischen Themen wurde f\u00fcr die RML im Verlaufe der 1970er Jahre zu einer zentralen politischen Achse. Dabei verbrachte die Organisation gerade rund um den Frauenkongress 1979 viel Zeit damit, die Positionen der vielen verschiedenen Organisationen, die rund um die Neue Frauenbewegung aktiv waren, zu studieren und zu kritisieren. Aus dieser theoretischen Auseinandersetzung entstand eine Position, die sich deutlich nach allen Seiten hin abgrenzt: gegen\u00fcber den autonom gepr\u00e4gten Teilen der Neuen Frauenbewegung, gegen\u00fcber den \u00bbreformistischen\u00ab Parteien und ganz besonders gegen\u00fcber einem \u00bbb\u00fcrgerlichen\u00ab Feminismus. Und auch wenn die RML die Wichtigkeit von Organisationen wie der FBB oder der OFRA anerkannte, hatte sie in der jahrelangen Zusammen- und Mitarbeit in diesen Gef\u00e4ssen doch eigene Vorstellungen entwickelt, wie diese politisch weiterentwickelt und gef\u00fchrt werden sollten. Diese intensive theoretische Auseinandersetzung der RML mit feministischen Theorien und ihre 1979 klar formulierte Strategie, vermehrt in der Frauenbewegung und ihren Organisationen aktiv werden zu wollen, f\u00fchrte schlussendlich zu heftigen Abwehrreaktionen. Die Organisationen der Frauenbewegung wehrten sich gegen den Versuch der RML-Aktivistinnen, vermehrt Einfluss zu gewinnen.<\/p>\n<p>Dabei waren diese \u00e4usseren Reaktionen l\u00e4ngst nicht die einzigen Widerst\u00e4nde, gegen die die RML-Aktivistinnen anzuk\u00e4mpfen hatten. Die Betrachtungen der Stellung der Frauen innerhalb der RML\/SAP zeigen, dass innerhalb dieser nach eigener Deklaration \u00bbdemokratisch-zentralistischen\u00ab Organisation ein betr\u00e4chtlicher Widerspruch zwischen Theorie und Praxis bestand. Die Frauen wurden in ihrem Versuch, sich auch innerhalb der Partei f\u00fcr die Stellung der Frau einzusetzen, teilweise auf einer pers\u00f6nlichen Ebene diffamiert und ihnen wurde unterstellt, selber f\u00fcr ihre schlechtere Stellung verantwortlich zu sein. Gerade die Parteileitung leugnete \u00fcber weite Strecken schlichtweg, dass \u00fcberhaupt interne Probleme bestanden. Zudem liegt die Annahme nahe, dass die Leitungsorgane Angst hatten, ihre f\u00fchrende Rolle zu verlieren und daher darauf insistiert wurde, dass die ungemischten Gruppen und die Frauenzellen wieder abgeschafft werden. Der RML\/SAP gelang es nicht, Frauen als gleichberechtigte Mitglieder in der politischen Arbeit anzuerkennen \u2013 ein Problem, das sie mit vielen anderen linken Parteien und Organisationen der 1970er Jahre teilte. Die m\u00e4nnlichen Aktivisten stellten ihre Vormachtstellung und ihr Verhalten gegen\u00fcber den weiblichen Mitgliedern oftmals nicht in Frage und zeigten nicht die Bereitschaft, dieses grundlegend zu \u00e4ndern. In der Aussenwahrnehmung galt die RML\/SAP ohnehin als \u00bbM\u00e4nnerpartei\u00ab.<a href=\"#_ftn38\" name=\"_ftnref38\">[38]<\/a>\u00a0Wer sich gegen die Unterdr\u00fcckung der Frauen politisch bet\u00e4tigen wollte, zog es als Frau vor, einer Organisation der Neuen Frauenbewegung beizutreten und nicht der RML\/SAP, lautet das Fazit eines ehemaligen Aktivisten.<a href=\"#_ftn39\" name=\"_ftnref39\">[39]<\/a><\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/aether.ethz.ch\/ausgabe\/archive-des-aktivismus\/die-revolutionaere-marxistische-liga-und-die-frauenbewegung\/\"><em>aether.ethz.ch&#8230;<\/em><\/a><em> vom 24. Dezember 2018; Kapitel I des Buches \u00abArchive des Aktivismus: Schweizer Trotzkist*innen im Kalten Krieg\u00bb, Z\u00fcrich, 2018<\/em><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"#_ftnref1\" name=\"_ftn1\">[1]<\/a> Vgl. \u00bbEinladung\u00ab, undatiert, Schweizerisches Sozialarchiv (SozArch), Nationale Frauenkonferenz Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref2\" name=\"_ftn2\">[2]<\/a> Vgl. Kristina Schulz, Leena Schmitter, Sarah Kiani:\u00a0<em>Frauenbewegung: Die Schweiz seit 1968: Analysen, Dokumente, Archive<\/em>, Baden: Hier und Jetzt (2014), S. 73\u2013100.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref3\" name=\"_ftn3\">[3]<\/a> Vgl. ebd., S. 77.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref4\" name=\"_ftn4\">[4]<\/a> \u00bbF\u00fcr eine kritische Bilanz des 3. Kongresses\u00ab, Diskussionsbulletin Nr. 2, 10.02.1979, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref5\" name=\"_ftn5\">[5]<\/a> Vgl. Kristina Schulz, Leena Schmitter, Sarah Kiani:\u00a0<em>Frauenbewegung: Die Schweiz seit 1968: Analysen, Dokumente, Archive, Baden<\/em>: Hier und Jetzt (2014), S. 73\u2013100.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref6\" name=\"_ftn6\">[6]<\/a> \u00bbThesen der nationalen Frauenkonferenz\u00ab, undatiert, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15, S. 1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref7\" name=\"_ftn7\">[7]<\/a> Ebd., S. 21.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref8\" name=\"_ftn8\">[8]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref9\" name=\"_ftn9\">[9]<\/a> Ebd., S. 4.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref10\" name=\"_ftn10\">[10]<\/a> Ebd., S. 6.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref11\" name=\"_ftn11\">[11]<\/a> Vgl. \u00bbPolitische Organisation und autonome Frauenbewegung: Ist die Unterdr\u00fcckung der Frau eine private Sache?\u00ab, Diskussionsbulletin Nr. 2, 10.02.1979, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref12\" name=\"_ftn12\">[12]<\/a> \u00bbThesen der nationalen Frauenkonferenz\u00ab, undatiert, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15, S. 7.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref13\" name=\"_ftn13\">[13]<\/a> Revolution\u00e4re Marxistische Liga (Hg.):\u00a0<em>Frauen: Von der Unterdr\u00fcckung zur Befreiung<\/em>, Z\u00fcrich: Veritas (1975), S. 15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref14\" name=\"_ftn14\">[14]<\/a> \u00bbThesen der nationalen Frauenkonferenz\u00ab, undatiert, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15, S. 7f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref15\" name=\"_ftn15\">[15]<\/a> Ebd., S. 13\u201320.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref16\" name=\"_ftn16\">[16]<\/a> \u00bbBeitrag \u00fcber die Abtreibung\u00ab, Diskussionsbulletin Nr. 1, 05.02.1979, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref17\" name=\"_ftn17\">[17]<\/a> \u00bbThesen der nationalen Frauenkonferenz\u00ab, undatiert, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15, S. 16.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref18\" name=\"_ftn18\">[18]<\/a> Ebd., S. 16f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref19\" name=\"_ftn19\">[19]<\/a> Ebd., S. 18.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref20\" name=\"_ftn20\">[20]<\/a> \u00bbSollen wir eine \u203aFrauenmassenorganisation\u2039 vorschlagen?\u00ab, Diskussionsbulletin Nr. 2, 10.02.1979, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15; \u00bbThesen der nationalen Frauenkonferenz\u00ab, undatiert, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15, S. 21; \u00bbFrauenresolution\u00ab, undatiert, SozArch, III. Nationaler Kongress 1974\u20131976\/2, Mappe 2, Ar. 65.10.1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref21\" name=\"_ftn21\">[21]<\/a> Vgl. Dani\u00e8le Lenzin:\u00a0<em>Die Sache der Frauen: OFRA und die Frauenbewegung in der Schweiz<\/em>, Z\u00fcrich: Rotpunkt (2000), S. 94f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref22\" name=\"_ftn22\">[22]<\/a> \u00bbSitzungsprotokoll\u00ab, 25.11.1984, SozArch, AG Frauen 1981\u20131986, Mappe 2, Ar. 65.14.12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref23\" name=\"_ftn23\">[23]<\/a> Vgl. Dani\u00e8le Lenzin:\u00a0<em>Die Sache der Frauen. OFRA und die Frauenbewegung in der Schweiz<\/em>, Z\u00fcrich: Rotpunkt (2000), S. 106.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref24\" name=\"_ftn24\">[24]<\/a> \u00bbPers\u00f6nlicher Diskussionsbeitrag\u00ab, 22.01.1982, Privatarchiv Ursula Urech.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref25\" name=\"_ftn25\">[25]<\/a> \u00bbInterne Probleme\u00ab, 22.02.1976, Schweizerisches Sozialarchiv, III. Nationaler Kongress, 1974\u20131976\/2, Mappe 2, Ar. 65.10.1.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref26\" name=\"_ftn26\">[26]<\/a> \u00bbAntrag\u00ab, 27.03.1980, Privatarchiv Ursula Urech, S. 1; \u00bbSektionsleitungs-Protokoll\u00ab, 09.02.1982, Privatarchiv Ursula Urech.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref27\" name=\"_ftn27\">[27]<\/a> Gespr\u00e4ch mit der ehemaligen, langj\u00e4hrigen RML\/SAP-Aktivistin Ursula Urech, 06.06.2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref28\" name=\"_ftn28\">[28]<\/a> \u00bbAntr\u00e4ge f\u00fcr die Frauenkonferenz von Mitgliedern der Frauenzelle Basel\u00ab, Diskussionsbulletin Nr. 2, 10.02.1979, SozArch, Nationale Frauenkonferenz: Texte, Thesen 1979, Mappe 1, Ar. 65.14.15.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref29\" name=\"_ftn29\">[29]<\/a> Ebd.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref30\" name=\"_ftn30\">[30]<\/a> \u00bbAustrittserkl\u00e4rung\u00ab, undatiert, SozArch, AG Frauen 1985\u20131989, Mappe 2, Ar. 65.14.13.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref31\" name=\"_ftn31\">[31]<\/a> \u00bbAntrag\u00ab, 27.03.1980, Privatarchiv Ursula Urech, S. 1f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref32\" name=\"_ftn32\">[32]<\/a> Vgl. Barbara Kunz: \u00bbAuch das Private ist politisch \u2013 68erinnen in Bewegung\u00ab, in: Erika Hebeisen, Elisabeth Joris, Angela Zimmermann (Hg.):\u00a0<em>Z\u00fcrich 68: Kollektive Aufbr\u00fcche ins Ungewisse<\/em>, Baden: Hier und Jetzt (2008), S. 28\u201339, hier S. 30f.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref33\" name=\"_ftn33\">[33]<\/a> \u00bbZur Feminisierung der RML \u2013 Antwort auf Text\u00ab, 25.06.1980, Privatarchiv Ursula Urech.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref34\" name=\"_ftn34\">[34]<\/a> \u00bbWeshalb sind wir f\u00fcr Frauenzellen?\u00ab, Dezember 1976, Privatarchiv Ursula Urech.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref35\" name=\"_ftn35\">[35]<\/a> Vgl. \u00bbBilanz Frauenzelle\u00ab, September 1978, Privatarchiv Ursula Urech.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref36\" name=\"_ftn36\">[36]<\/a> Vgl. \u00bbSitzungsprotokoll\u00ab, undatiert, SozArch, Arbeitsprogramm f\u00fcr die Frauenarbeit der RML, Mappe 2, Ar. 65.14.12.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref37\" name=\"_ftn37\">[37]<\/a> Vgl. \u00bbRecht auf ungemischte Sitzung in der RML\u00ab, undatiert, Privatarchiv Ursula Urech.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref38\" name=\"_ftn38\">[38]<\/a> Gespr\u00e4ch mit einem ehemaligen RML\/SAP-Aktivisten, 20.05.2017.<\/p>\n<p><a href=\"#_ftnref39\" name=\"_ftn39\">[39]<\/a> Vgl. ebd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antje Rihm. 1979 fand die nationale Frauenkonferenz der Revolution\u00e4ren Marxistischen Liga (RML) statt. Hier entschied sich der Kurs der RML gegen\u00fcber der Neuen Frauenbewegung. Die Aktivist*innen debattierten \u00fcber ihr Verst\u00e4ndnis<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2,6,5,3],"tags":[25,32,26,21],"class_list":["post-4671","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-debatte","category-geschichte-und-theorie","category-kampagnen","category-schweiz","tag-arbeiterbewegung","tag-frauenbewegung","tag-gewerkschaften","tag-trotzki"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4671","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=4671"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4671\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4674,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/4671\/revisions\/4674"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=4671"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=4671"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=4671"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}