{"id":4825,"date":"2019-01-23T09:20:46","date_gmt":"2019-01-23T07:20:46","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4825"},"modified":"2019-01-23T09:20:46","modified_gmt":"2019-01-23T07:20:46","slug":"zum-wef-26-milliardaere-besitzen-gleich-viel-wie-die-aermere-haelfte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4825","title":{"rendered":"Zum WEF: 26 Milliard\u00e4re besitzen gleich viel wie die \u00e4rmere H\u00e4lfte"},"content":{"rendered":"<p><em>Nick Beams.<\/em> <strong>W\u00e4hrend im Schweizer Luftkurort Davos die Finanzelite der Welt zum j\u00e4hrlichen Weltwirtschaftsforum zusammenkommt, berichtet die britische Hilfsorganisation Oxfam International \u00fcber die<!--more--> enorme Ballung von Reichtum an der Spitze der Gesellschaft und das beschleunigte Wachstum der sozialen Ungleichheit.<\/strong><\/p>\n<p>Der Bericht zeigte, dass das Verm\u00f6gen der Milliard\u00e4re dieser Welt im vergangenen Jahr um 900 Milliarden Dollar oder 12 Prozent gestiegen ist, w\u00e4hrend 3,8 Milliarden Menschen &#8211; die H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung &#8211; 11 Prozent ihres Verm\u00f6gens eingeb\u00fc\u00dft haben.<\/p>\n<p>Letztes Jahr wuchs das Verm\u00f6gen der Milliard\u00e4re jeden Tag um 2,5 Milliarden Dollar, gleichzeitig stieg alle zwei Tage ein Million\u00e4r in ihre Reihen auf.<\/p>\n<p>In den zehn Jahren seit Beginn der globalen Finanzkrise 2008 haben Regierungen und Finanzbeh\u00f6rden weltweit die Folgen auf die Arbeiterklasse abgew\u00e4lzt, in Form von stagnierenden oder sinkenden L\u00f6hnen und Sparprogrammen, die das Gesundheitswesen und andere soziale Dienste ausgeh\u00f6hlt haben, um nur einige Auswirkungen zu nennen. Unterdessen hat sich der Reichtum immer mehr konzentriert. Im vergangenen Jahr verf\u00fcgten lediglich 26 Personen \u00fcber dasselbe Verm\u00f6gen, das auch die \u00e4rmere H\u00e4lfte der Weltbev\u00f6lkerung besitzt, das sind nicht weniger als 3,8 Milliarden Menschen. Im vergangenen Jahr waren entsprach das Verm\u00f6gen der 43 reichsten Individuen noch dem der halben Weltbev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Nur 1 Prozent vom 112 Milliarden Dollar umfassenden Verm\u00f6gen, das der reichste Mann der Welt, Amazon-Besitzer Jeff Bezos sein eigen nennt, so bemerkt Oxfam, entspricht dem gesamten Gesundheitsetat f\u00fcr \u00c4thiopien, einer Nation mit 105 Millionen Einwohnern.<\/p>\n<p>Der Oxfam-Bericht stellt fest, dass der Spitzensteuersatz f\u00fcr die Reichen in den entwickelten L\u00e4ndern von 62 Prozent im Jahr 1970 auf 38 Prozent im Jahr 2013 gesunken ist und verweist auf die Ende 2017 von US-Pr\u00e4sident Trump eingef\u00fchrte Steuersenkung zum Nutzen von Reichen und Unternehmen.<\/p>\n<p>In den Entwicklungsl\u00e4ndern liegt der h\u00f6chste pers\u00f6nliche Steuersatz bei nur 28 Prozent. Im Vereinigten K\u00f6nigreich und in Brasilien, so hei\u00dft es im Bericht, zahlen die untersten 10 Prozent der Bev\u00f6lkerung einen h\u00f6heren Anteil ihres Einkommens an Steuern als die obersten 10 Prozent.<\/p>\n<p>Die Steuervermeidung grassiert. Der Bericht enth\u00fcllt, dass die Superreichen 7,6 Billionen Dollar vor den Steuerbeh\u00f6rden verstecken, w\u00e4hrend Unternehmen gro\u00dfe Mengen an Geld offshore halten und den Entwicklungsl\u00e4ndern 170 Milliarden Dollar pro Jahr an Einnahmen vorenthalten.<\/p>\n<p>Infolgedessen stammen nur 4 Prozent aller Steuereinnahmen aus der Verm\u00f6gensbesteuerung.<\/p>\n<p>Der Bericht stellte fest, dass sich die Rate der Armutsbek\u00e4mpfung seit 2013 halbiert hat und dass \u201edie extreme Armut in Afrika s\u00fcdlich der Sahara sogar zunimmt\u201c.<\/p>\n<p>Zwischen 1980 und 2016 fiel f\u00fcr die \u00e4rmsten 50 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung nur 12 Cent pro Dollar vom globalen Einkommenszuwachs ab, w\u00e4hrend das oberste 1 Prozent von jedem Dollar 27 Cent absahnte.<\/p>\n<p>Vor einem Jahrzehnt fand das j\u00e4hrliche Treffen der herrschenden Elite in Davos im Nachgang zur schwersten Wirtschafts- und Finanzkrise statt, die durch den massiven Betrug und die Kriminalit\u00e4t der gr\u00f6\u00dften Finanzinstitute der Welt verursacht wurde.<\/p>\n<p>Aber anstatt ins Gef\u00e4ngnis zu gehen, wurden die \u201e\u00dcbelt\u00e4ter mit gro\u00dfen Verm\u00f6gen\u201c gerettet. Im Laufe des n\u00e4chsten Jahrzehnts wurden ihnen Billionen Dollar zu ultra-g\u00fcnstigen Konditionen zur Verf\u00fcgung gestellt, so dass sie ihre Verm\u00f6gensbildung mit exponentieller Geschwindigkeit fortsetzen konnten.<\/p>\n<p>Laut einem neuen Bericht von Bloomberg stieg der Reichtum der 12 reichsten Davos-Teilnehmer um insgesamt 175 Milliarden Dollar, da das Gesamtverm\u00f6gen der Milliard\u00e4re weltweit im gleichen Zeitraum von 3,4 Billionen Dollar auf 8,9 Billionen Dollar wuchs.<\/p>\n<p>Der Bloomberg-Bericht hebt die Details dieses au\u00dfergew\u00f6hnlichen Wachstums hervor:<\/p>\n<ul>\n<li>Mark Zuckerberg erh\u00f6hte sein Verm\u00f6gen von 3 Milliarden Dollar vor einem Jahrzehnt auf 55,6 Milliarden Dollar, ein Anstieg von 1.853 Prozent.<\/li>\n<li>Stephen Schwarzman, Leiter des Hedgefonds Blackstone, erlebte einen Anstieg seines Unternehmenswertes von 95 Milliarden Dollar Ende 2008 auf 457 Milliarden Dollar, w\u00e4hrend sein pers\u00f6nliches Verm\u00f6gen von 2,1 Milliarden Dollar auf 10,1 Milliarden Dollar stieg, ein Zuwachs von 486 Prozent.<\/li>\n<li>Der Medienbaron Rupert Murdoch hat sein Verm\u00f6gen von 3,2 Milliarden Dollar auf 15,1 Milliarden Dollar erh\u00f6ht, ein Anstieg von 472 Prozent, w\u00e4hrend Jamie Dimon, der Chef von JP Morgan, einen Verm\u00f6genszuwachs von 276 Prozent von 0,4 Milliarden Dollar auf 1,1 Milliarden Dollar verzeichnete.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Und so geht die Liste immer weiter.<\/p>\n<p>Die St\u00e4rke der von Oxfam gesammelten und publizierten Wirtschaftsdaten steht jedoch im krassen Kontrast zu den Schlussfolgerungen der Hilfsorganisation mit Blick auf diese extremen sozialen Ungleichheiten. Oxfam empfiehlt die Entwicklung einer so genannten \u201emenschlichen Wirtschaft\u201c, die auf anderen Prinzipien basiert als die so genannte \u201eWachstums\u00f6konomie\u201c.<\/p>\n<p>Die \u201emenschliche Wirtschaft\u201c soll demnach Gesundheitsversorgung, Bildung und Gleichstellung von Mann und Frau gew\u00e4hrleisten und die besten Voraussetzungen f\u00fcr einen gemeinsamen Wohlstand schaffen. Dies soll finanziert werden, indem die wohlhabendsten Einzelpersonen und Unternehmen der Welt mit h\u00f6heren Steuern belegt werden. So hei\u00dft es, dass eine Erh\u00f6hung der Steuern bei den reichsten Einzelpersonen um lediglich 0,5 Prozent genug Geld br\u00e4chte, um jene 262 Millionen Kinder, die derzeit keine Bildung erhalten, zu unterrichten und eine Gesundheitsversorgung bereitzustellen, die 3,3 Millionen Menschen vor vermeidbaren t\u00f6dlichen Erkrankungen bewahrt.<\/p>\n<p>Oxfam hat jedoch in den vergangenen acht Jahren immer wieder solche Vorschl\u00e4ge gemacht, Warnungen ausgesprochen und einen Politikwechsel gefordert. Ohne Erfolg. Jedes Jahr verschlimmert sich die Situation, wie Oxfam selbst zugibt, und zwar mit wachsender Geschwindigkeit.<\/p>\n<p>Die Gei\u00dfel der sozialen Ungleichheit kann nicht durch sinnlose Appelle an jene M\u00e4chte beendet werden, die das derzeitige System leiten. Diese sind genauso wenig in der Lage, den Kurs zu \u00e4ndern, wie das\u00a0<em>ancien regime\u00a0<\/em>in Frankreich vor der Revolution 1789 oder die zaristische Autokratie in Russland vor 1917.<\/p>\n<p>Der einzige Weg zu einer echten \u201emenschlichen Wirtschaft\u201c beinhaltet die \u00dcbernahme der politischen Macht durch die Arbeiterklasse in der sozialistischen Revolution und damit die Beendigung einer Diktatur des privaten Profits und der Finanzm\u00e4rkte. Nur so k\u00f6nnen die enormen Ressourcen der Arbeiterklasse genutzt werden, um die sozialen Bed\u00fcrfnisse aller Menschen zu befriedigen.<\/p>\n<p>Dies ist die Perspektive, die jetzt in den sozialen Protesten und Klassenk\u00e4mpfen, die weltweit ausbrechen, vorangetrieben werden muss &#8211; von den Streiks der Fabrikarbeiter in der Zulieferindustrie in Mexiko, dem Lehrerstreik in Los Angeles bis hin zu den gro\u00dfen K\u00e4mpfen der indischen Arbeiterklasse. Es erfordert den Aufbau der Weltpartei der sozialistischen Revolution, [\u2026], in jedem Land, um die notwendige F\u00fchrung zu gew\u00e4hrleisten.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/01\/23\/pers-j23.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 23. Januar 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nick Beams. 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