{"id":4977,"date":"2019-02-25T08:58:09","date_gmt":"2019-02-25T06:58:09","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4977"},"modified":"2019-02-25T08:58:09","modified_gmt":"2019-02-25T06:58:09","slug":"us-provokation-mit-hilfsguetern-fordert-erste-opfer-in-venezuela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=4977","title":{"rendered":"US-Provokation mit \u201eHilfsg\u00fctern\u201c fordert erste Opfer in Venezuela"},"content":{"rendered":"<p><em>Barry Grey.\u00a0<\/em>Laut Medienangaben wurden am Samstag bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an den venezolanischen Grenzen zu Brasilien und Kolumbien mehrere Menschen get\u00f6tet und viele weitere verletzt. W\u00e4hrend<!--more--> Demonstranten mit Steinen auf die Milit\u00e4rs geworfen haben sollen, sollen diese mit Tr\u00e4nengas und Schrotkugeln vorgegangen sein.<\/p>\n<p>Die Vorf\u00e4lle ereigneten sich im Zuge der von den USA organisierten Operation, mit der angeblich Hilfsg\u00fcter \u00fcber die Nachbarstaaten Kolumbien und Brasilien nach Venezuela gebracht werden sollen. Tats\u00e4chlich ging es von Anfang an darum, einen Zusammensto\u00df zwischen Oppositionellen unter der F\u00fchrung von Washingtons \u201eInterimspr\u00e4sidenten\u201c Juan Guaid\u00f3 und Anh\u00e4ngern des gew\u00e4hlten Pr\u00e4sidenten zu provozieren.<\/p>\n<p>Die Regierungen Kolumbiens und Brasiliens unterst\u00fctzen Washingtons Versuch, die b\u00fcrgerlich-nationalistische Maduro-Regierung zu Fall zu bringen.<\/p>\n<p>Die Trump-Regierung hat Guaid\u00f3, einen zuvor nahezu unbekannten Funktion\u00e4r der rechtsextremen Partei Voluntad Popular (Volkswille) ermutigt, sich zum \u201eInterimspr\u00e4sidenten\u201c zu erkl\u00e4ren, und ihn als solchen anerkannt. Nachdem es Guaid\u00f3 auch nach einem Monat noch nicht gelungen ist, das venezolanische Milit\u00e4r zum Bruch mit Maduro zu bewegen, versucht die Trump-Regierung nun, eine Konfrontation zwischen dem Milit\u00e4r und oppositionellen Demonstranten zu provozieren, die ihr als Anlass f\u00fcr eine direkte Milit\u00e4rintervention dienen kann.<\/p>\n<p>Der Zusammensto\u00df im S\u00fcdosten des Landes am Freitag k\u00f6nnte sich als Teil einer ganzen Serie von Scharm\u00fctzeln an der Grenze zu Brasilien oder Kolumbien erweisen, die in Venezuela einen B\u00fcrgerkrieg, eine Milit\u00e4rintervention der pro-amerikanischen Nachbarstaaten, eine Intervention der USA selbst oder eine Kombination all dessen ausl\u00f6sen k\u00f6nnten. Der US-Imperialismus hat eine Krise erzeugt, die die ganze Region an den Rand einer Katastrophe gebracht hat.<\/p>\n<p>Hintergrund des Vorfalls am Freitag war, dass die USA Hilfsg\u00fcter in brasilianische und kolumbianische Orten an der Grenze zu Venezuela transportieren lassen. Die Opposition versucht, Hunderte oder sogar Tausende Menschen zu mobilisieren, um Absperrungen und Regierungstruppen anzugreifen, vor allem nahe der kolumbianischen Grenzstadt C\u00facuta. Auf diese Weise sollen Medikamente und Nahrungsmittel unter Kontrolle der regierungsfeindlichen Opposition gewaltsam ins Land gebracht werden. Guaid\u00f3 hat angek\u00fcndigt, er werde an den Grenzen eine \u201ehumanit\u00e4re Lawine\u201c lostreten.<\/p>\n<p>Die F\u00fchrer der Opposition haben sich in San Crist\u00f3bal versammelt, der gr\u00f6\u00dften venezolanischen Stadt nahe der Grenze, um die Operation zu \u00fcberwachen. Freiwillige sollen mit Bussen zu den vier Br\u00fccken zwischen den Grenzst\u00e4dten und C\u00facuta gebracht werden, um die Hilfslieferungen \u00fcber die Grenze zu eskortieren. Die Oppositionsf\u00fchrer haben angek\u00fcndigt, die Demonstranten w\u00fcrden mit Flaggen zu den Armeekasernen in San Crist\u00f3bal ziehen.<\/p>\n<p>Maduro entsandte daraufhin Soldaten an die Grenze, um die Hilfslieferungen zu blockieren. Die Regierung hat zudem die Grenze zu Brasilien geschlossen, den privaten Flugverkehr im ganzen Land untersagt und den See- und Luftverkehr zwischen Venezuela und der nahegelegenen niederl\u00e4ndischen Insel Cura\u00e7ao eingestellt, auf der am Donnerstag Hilfslieferungen aus den USA eingetroffen waren.<\/p>\n<p>Am Freitag erschien in der\u00a0<em>New York Times<\/em>, die Trumps Regimewechseloperation und die betr\u00fcgerische \u201ehumanit\u00e4re Hilfsoperation\u201c uneingeschr\u00e4nkt unterst\u00fctzt (ebenso wie die Demokratische Partei), ein Zitat von Jason Marczak, dem Direktor einer Unterabteilung der einflussreichen Washingtoner Denkfabrik Atlantic Council. Er erkl\u00e4rte: \u201eVenezuelas Grenzen sind ein Pulverfass, die Spannungen sind \u00e4u\u00dferst brisant. Das bedeutet, jeder falsche Schritt k\u00f6nnte eine Welle der Gewalt ausl\u00f6sen. Die Frage ist nur, wer zuerst blinzelt.\u201c<\/p>\n<p>Teile der herrschenden Elite und des au\u00dfenpolitischen Establishments machen sich Sorgen \u00fcber die Folgen der dreisten und skrupellosen Politik Trumps und seiner rechtsextremen Berater wie Au\u00dfenminister Pompeo, Sicherheitsberater John Bolton und der designierte Venezuela-\u201eExperte\u201c Elliott Abrams. Diese Bedenken wurden im nichtkommerziellen-Sender Public Broadcasting Service vorgetragen. Dort wurden am Donnerstag B\u00fcrger Venezuelas interviewt, die die Intervention der USA und Washingtons handverlesener Marionette Guaid\u00f3 ablehnen.<\/p>\n<p>Washingtons Pose als Verteidiger humanit\u00e4rer und demokratischer Prinzipien ist absurd. Die Wirtschaftskrise in Venezuela ist eine Folge der globalen Krise des Kapitalismus und des Sinkens der \u00d6lpreise; versch\u00e4rft wurde sie durch die Wirtschaftssanktionen der USA und die prokapitalistische Politik des Maduro-Regimes. Trotz seines Anspruchs, einen \u201ebolivarischen Sozialismus\u201c zu vertreten, bedient Maduro weiterhin die Kredite bei den imperialistischen Banken und sch\u00fctzt die Interessen des nationalen und internationalen Kapitals.<\/p>\n<p>Die USA haben Venezuela humanit\u00e4re Hilfe im Wert von l\u00e4cherlichen zwanzig Millionen Dollar zugesagt. Dabei entgehen dem Land aufgrund des \u00d6lembargos, das die USA im Januar verh\u00e4ngt haben, t\u00e4glich Einnahmen in H\u00f6he von 30 Millionen Dollar. Das\u00a0<em>Wall Street Journal<\/em>\u00a0berichtete am Freitag, dass die \u00d6lbest\u00e4nde im Land aufgrund der Sanktionen und der fehlenden Absatzm\u00e4rkte auf dem h\u00f6chsten Stand seit f\u00fcnf Jahren sind. Die USA wollen das Land aushungern, damit es sich den amerikanischen Putschpl\u00e4nen unterwirft.<\/p>\n<p>Den USA geht es darum, die \u00d6lindustrie des Landes unter Kontrolle zu bekommen. Venezuela besitzt die gr\u00f6\u00dften nachgewiesenen \u00d6lreserven der Welt. Au\u00dferdem wollen sie den wachsenden Einfluss Chinas und Russlands zur\u00fcckdr\u00e4ngen, um sich die unangefochtene Hegemonie \u00fcber ganz Lateinamerika zu sichern.<\/p>\n<p>John Bolton hatte vor kurzem auf\u00a0<em>Fox News<\/em>\u00a0erkl\u00e4rt: \u201eEs wird f\u00fcr die Vereinigten Staaten einen gro\u00dfen wirtschaftlichen Unterschied machen, wenn unsere \u00d6lkonzerne in die \u00d6lvorkommen in Venezuela investieren und sie erschlie\u00dfen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>Trump hat die Absetzung der \u201esozialistischen\u201c Regierung in Venezuela zum obersten Ziel seines Angriffs auf den Sozialismus erkl\u00e4rt. Letzten Montag hatte er in einer faschistischen Hetzrede vor rechtsextremen Exilkubanern, Exilvenezolanern und republikanischen Politikern erkl\u00e4rt: \u201eIn unserer Hemisph\u00e4re neigt sich die Zeit des Sozialismus dem Ende zu.\u201c Er machte deutlich, dass der Regimewechsel in Venezuela der Auftakt zu \u00e4hnlichen Operationen in Nicaragua und Kuba sein soll.<\/p>\n<p>Am Mittwoch bekr\u00e4ftigte Bolton diese Absicht mit dem Tweet: \u201eWie Pr\u00e4sident Trump am Montag gesagt hat: Ortegas Tage sind gez\u00e4hlt, und das nicaraguanische Volk wird bald frei sein.\u201c<\/p>\n<p>Bolton und Abrams waren in den 1980ern pers\u00f6nlich in die Waffenlieferungen der USA an Terroristen wie die nicaraguanischen Contras und die Todesschwadronen in El Salvador eingebunden. Auch dies geschah unter dem Deckmantel \u201ehumanit\u00e4rer Hilfslieferungen\u201c.<\/p>\n<p>Es ist \u00e4u\u00dferst wahrscheinlich, dass die C-17-Transportflugzeuge der Air Force, die Washington nach C\u00facuta entsandt hat, neben Nahrung und Medikamenten auch Waffen und Munition an Bord haben. Das russische Au\u00dfenministerium, das die \u201eHilfsoperation\u201c als \u201eg\u00fcnstigen Vorwand f\u00fcr eine Milit\u00e4raktion\u201c bezeichnet hat, warf den USA vor, sie w\u00fcrden \u201eSpezialkr\u00e4fte und Ausr\u00fcstung nahe dem venezolanischen Staatsgebiet stationieren\u201c.<\/p>\n<p>Die Sprecherin des russischen Au\u00dfenministeriums Maria Sacharowa erkl\u00e4rte am Freitag vor der Presse, die USA w\u00fcrden Waffenlieferungen an die Opposition vorbereiten. Sie erkl\u00e4rte, die Waffen seien \u201ein einem osteurop\u00e4ischen Land\u201c gekauft worden, darunter bef\u00e4nden sich vermutlich \u201egro\u00dfkalibrige Maschinengewehre, Granatwerfer, Sturmgewehre und tragbare Luftabwehrraketensysteme\u201c.<\/p>\n<p>Unabh\u00e4ngig von der unmittelbaren weiteren Entwicklung verst\u00e4rkt die Trump-Regierung ihre Putschbestrebungen in Venezuela. Vizepr\u00e4sident Mike Pence, der Guaid\u00f3 letzten Monat pers\u00f6nlich gr\u00fcnes Licht daf\u00fcr gegeben hatte, sich zum \u201eInterimspr\u00e4sidenten\u201c zu erkl\u00e4ren, wird am Montag zu einem Treffen der Lima-Gruppe in Kolumbien erwartet. Diese Koalition aus lateinamerikanischen Staaten und Kanada unterst\u00fctzt Washingtons Forderung nach Maduros Sturz. Auch Guaid\u00f3 wird an den Gespr\u00e4chen \u00fcber den n\u00e4chsten Schritt in diesem Staatsstreich teilnehmen.<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.wsws.org\/de\/articles\/2019\/02\/25\/vene-f25.html\"><em>wsws.org&#8230;<\/em><\/a><em> vom 25. Februar 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Barry Grey.\u00a0Laut Medienangaben wurden am Samstag bei gewaltsamen Auseinandersetzungen an den venezolanischen Grenzen zu Brasilien und Kolumbien mehrere Menschen get\u00f6tet und viele weitere verletzt. 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