{"id":5023,"date":"2019-03-05T16:01:05","date_gmt":"2019-03-05T14:01:05","guid":{"rendered":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5023"},"modified":"2019-03-05T16:01:05","modified_gmt":"2019-03-05T14:01:05","slug":"klassenzusammensetzung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/maulwuerfe.ch\/?p=5023","title":{"rendered":"Klassenzusammensetzung"},"content":{"rendered":"<p><em>Kolinko.<\/em> Der Begriff der Klassenzusammensetzung ist Teil unserer Suche nach der M\u00f6glichkeit der Revolution. Wir fragen uns, worin die Macht f\u00fcr eine grundlegende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung besteht. Uns ist einleuchtend, dass<!--more--> nur die Ausgebeuteten selbst die Ausbeutung abschaffen k\u00f6nnen. Aber diese Antwort scheint recht allgemein und sagt uns wenig \u00fcber die Art und Weise, wie dieser Prozess der Befreiung ablaufen soll. Die Vorstellung des Marxismus- Leninismus k\u00f6nnen wir nicht mit unseren Erfahrungen zusammenbringen: weder ist die &#8222;Arbeiterklasse&#8220; ein einheitliches Gebilde, noch sehen wir die M\u00f6glichkeit, dass eine Partei die Spaltungen \u00fcberwinden und den K\u00e4mpfen eine revolution\u00e4re Richtung geben k\u00f6nnte. Die Analyse der &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; hilft uns genauer zu verstehen, wodurch ArbeiterInnenk\u00e4mpfe bestimmt werden, wie aus ihnen eine Klassenbewegung entstehen kann und wie wir aktiver Teil in diesem Prozess sein k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir sehen diesen Work-Shop \u00fcber &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; daher als einen Einstieg in die Diskussion \u00fcber unsere &#8222;Rolle als Revolution\u00e4rInnen&#8220; und unsere politischen Strategien: welcher Zusammenhang besteht zwischen dem Aufbau eines &#8222;ArbeiterInnennetzes&#8220; des CRO, dem Untersuchungsprojekt von Kolinko, dem Zeitungsprojekt aus Schweden etc., wo bestehen unterschiedliche politische Einsch\u00e4tzungen und worin die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr eine Zusammenarbeit? Wir wollen die Schritte unserer Diskussion \u00fcber Klassenzusammensetzung nachvollziehen, in dem wir mit den Ausgangsfragen nach der &#8222;Rolle von Revolution\u00e4rInnen&#8220; und des &#8222;Klassenbegriffs&#8220; einsteigen.<\/p>\n<ol>\n<li><strong> Der Frage nach der Rolle von Revolution\u00e4rInnen geht die Frage nach ihrem Verh\u00e4ltnis zur und ihrem Verst\u00e4ndnis von Arbeiterklasse voraus<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Diskussion \u00fcber die Rolle von Revolution\u00e4rInnen werden oft nur die unterschiedlichen Vorstellungen der verschiedenen politische Str\u00f6mungen (Leninismus, Syndikalismus, R\u00e4tekommunismus etc.) gegeneinander gehalten. Wir m\u00fcssen uns genauer ansehen, aus welchem Verst\u00e4ndnis von Arbeiterklasse und aus welchem materiellen Verh\u00e4ltnis zu ihr die unterschiedlichen Vorstellungen \u00fcber Rolle und Organisierung von Revolution\u00e4rInnen entstehen.<\/p>\n<ol start=\"2\">\n<li><strong> Die unterschiedlichen kommunistischen Str\u00f6mungen (Leninismus, R\u00e4te- Kommunismus etc.) verbindet ein formaler Begriff von Kapital und Arbeiterklasse<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Kapital wird von den verschiedenen Str\u00f6mungen im allgemeinen nur als formales Ausbeutungsverh\u00e4ltnis gesehen: die Mehrarbeitszeit der ProduzentInnen wird sich von privater (oder staatlicher) Hand angeeignet. Auf den besonderen Arbeitsprozess, der diese Abtrennung von Produktionsmitteln und Produkt hervorbringt, wird nicht eingegangen. Daraus folgt ein formales Verst\u00e4ndnis von Arbeiterklasse: eine Masse von Ausgebeuteten, die aufgrund ihrer Besitzlosigkeit an Produktionsmitteln ihre Arbeitskraft verkaufen m\u00fcssen. Aus diesem \u00e4hnlichen Verst\u00e4ndnis von Arbeiterklasse folgern unterschiedliche politische Schl\u00fcsse: die LeninistInnen sehen die Notwendigkeit, dass die Masse von Ausgebeuteten, deren Zusammenhang nur ihre formale Gleichheit ist, durch eine Partei zusammengehalten werden muss. Die Partei muss den spontanen K\u00e4mpfen der Ausgebeuteten eine strategische Richtung geben; die R\u00e4tekommunistInnen gehen von der &#8222;Spontaneit\u00e4t&#8220; aus, mit denen sich K\u00e4mpfe aus der Masse der ArbeiterInnen entwickeln. Sie fragen weniger nach dem Grund der &#8222;Spontaneit\u00e4t&#8220;, noch nach einer strategischen Richtung, sondern sehen ihre Aufgabe in erster Linie darin, die Erfahrungen von &#8222;Selbstaktivit\u00e4t&#8220; der ArbeiterInnen zu verbreiten<\/p>\n<ol start=\"3\">\n<li><strong> Ein formaler Begriff von Arbeiterklasse kann die Selbstemanzipation der ArbeiterInnen nicht erkl\u00e4ren bzw. sie nicht unterst\u00fctzen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Der formale Begriff von Ausbeutung (enteignete Mehrarbeitszeit) macht nicht erkennbar, welche M\u00f6glichkeiten der Selbstorganisierung die ArbeiterInnen entwickeln k\u00f6nnen. Als &#8222;NichtbesitzerInnen&#8220; von Produktionsmitteln haben sie keine Macht und die blo\u00dfe Tatsache, dass sie alle ausgebeutet werden, schafft keinen wirklichen Zusammenhang zwischen ihnen. Die M\u00f6glichkeit der Selbstorganisierung ergibt sich nur aus der Tatsache, dass die ArbeiterInnen in einem praktischen Verh\u00e4ltnis zu sich selbst und zum Kapital stehen: sie arbeiten im Produktionsprozess zusammen und sind Teil der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. Als ProduzentInnen stehen sie dem Kapital nicht als formale &#8222;Lohnabh\u00e4ngige&#8220; gegen\u00fcber, sondern durch ihre praktische T\u00e4tigkeit produzieren sie das Kapital. Nur in diesem Verh\u00e4ltnis k\u00f6nnen ArbeiterInnenk\u00e4mpfe eine eigene St\u00e4rke entwickeln. Die Isolation der ArbeiterInnen in einzelne Betriebe, Branchen etc. und die darauf basierende Beschr\u00e4nkung von K\u00e4mpfen l\u00e4sst sich nicht &#8222;k\u00fcnstlich&#8220; aufheben, in dem die Gemeinsamkeit der ArbeiterInnen als &#8222;ausgebeutete Lohnabh\u00e4ngige&#8220; als Grundlage der Organisierung genommen wird. In diesem Versuch besteht der Kern jeder gewerkschaftlichen Organisierung: es werden immer \u00e4u\u00dferliche Organisationen und Vertreterinstanzen notwendig sein, um den &#8222;formalen Zusammenhang&#8220; der Lohnabh\u00e4ngigkeit organisatorisch zusammenzuhalten. Der Leninismus erkennt diesen tieferliegenden Grund f\u00fcr die &#8222;gewerkschaftlichen Formen&#8220; des Arbeiterkampfs nicht. Er sieht das Ganze als eine reine Frage der F\u00fchrung: wird der \u00e4u\u00dfere Zusammenhang durch die Gewerkschaft oder durch die kommunistische Partei hergestellt? Die Kritik am Leninismus begrenzt sich meist darauf, die Form dieses \u00e4u\u00dferen Zusammenhangs zu kritisieren: &#8222;undemokratisch&#8220;, &#8222;nicht von den ArbeiterInnen selbst geschaffen&#8220;. In seltenen F\u00e4llen analysieren die linken KritikerInnen den Produktionsprozess als Grundlage f\u00fcr Formen und Zusammenhang von ArbeiterInnenk\u00e4mpfen. Daher auch ihr Hang, der Spontaneit\u00e4t der ArbeiterInnenk\u00e4mpfe nur zu folgen und keine strategische Richtungen in ihnen zu sehen und voranzutreiben. Warum entwickeln sich trotz \u00e4hnlichem Klassenbegriffs unterschiedliche politische Str\u00f6mungen.<\/p>\n<ol start=\"4\">\n<li><strong> Der Grund f\u00fcr unterschiedliche &#8222;politische Vorstellungen&#8220; von Leninismus und anderen Str\u00f6mungen besteht in der Tatsache, dass sie unterschiedliche Entwicklungsstufen der Ausbeutung und des Klassenkampfs reflektieren<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die R\u00e4tekommunistInnen und andere kritisieren am Leninismus vor allem den bevormundenden und undemokratischen Charakter der Partei. Die tiefergehende Kritik besteht unserer Ansicht nach aber in der Analyse, dass das bolschewistische Parteimodell aus einer besonderen materiellen Situation in Russland Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Eine Agrargesellschaft mit verstreuten, isolierten Bauernd\u00f6rfern, hoher Analphabetenrate und nur kleinen Kernen industrialisierter Zonen lie\u00df sich nur durch eine \u00e4usserliche Massenorganisation politisch vereinheitlichen. Diese \u00e4u\u00dferliche Organisierung war f\u00fcr die industrialisierten Staaten Westeuropas der 1920er nicht mehr erforderlich, da die Fabriken die ArbeiterInnen vereinheitlichen und die ArbeiterInnen dies auf politischer Ebene mit Bildung von R\u00e4ten nachvollziehen. Heute reflektieren die wenigsten der linken KritikerInnen des Leninismus den materiellen Kern dieser Kritik. Sie kritisieren den Leninismus nur auf politischer Ebene, ohne nach seinen materiellen Wurzeln zu fragen. Wir m\u00fcssen diese Kritik wieder auf die F\u00fc\u00dfe stellen, in dem wir die \u00c4nderungen der Organisation der Ausbeutung und des ArbeiterInnenkampfs analysieren, um davon ausgehend unsere politischen Strategien zu entwickeln. Dabei ist der Begriff der Klassenzusammensetzung hilfreich.<\/p>\n<ol start=\"5\">\n<li><strong> Kern des Begriffs der Klassenzusammensetzung ist die Erkenntnis, dass Produktionsweise und Rebellionsweise der ArbeiterInnen zusammenh\u00e4ngen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>ArbeiterInnen k\u00e4mpfen nicht aufgrund des &#8222;Bewusstseins&#8220; zusammen, das sie alle Ausgebeutete sind. ArbeiterInnenk\u00e4mpfe entstehen aus konkreten Arbeitsbedingungen, aus konkreten Situationen der Ausbeutung. ArbeiterInnenk\u00e4mpfe nehmen unterschiedliche Formen an (in der Geschichte, in verschiedenen Regionen, Branchen etc.), da sich der konkrete Arbeitsprozess und somit die materielle Form der Ausbeutung unterscheidet. Die Produktionsweise und die Position innerhalb der gesellschaftlichen Produktion bestimmt Form und M\u00f6glichkeiten eines Kampfs: Kampfformen von LKW-FahrerInnen und BauarbeiterInnen unterscheiden sich, Streiks in Fabriken, die f\u00fcr den Weltmarkt produzieren haben andere Auswirkungen als die in Call Centern. Wir unterscheiden bei der Analyse des Zusammenhangs von Produktionsweise und ArbeiterInnenk\u00e4mpfe zwei Begriffe von Klassenzusammensetzung:<\/p>\n<p><strong>*<\/strong>\u00a0die &#8222;technische Klassenzusammensetzung&#8220; beschreibt die Bedingungen, unter denen das Kapital die ArbeiterInnen zusammenbringt; hierzu geh\u00f6ren sowohl die Bedingungen im unmittelbaren Produktionsprozess (z.B. Arbeitsteilung in versch. Abteilungen, Trennung von &#8222;Produktion&#8220; und Planung, Einsatz von bestimmten Maschinen etc.) als auch die Form der Reproduktion (Wohnzusammenhang, Familienstruktur etc.)<\/p>\n<p><strong>*<\/strong>\u00a0die &#8222;politische Klassenzusammensetzung&#8220; beschreibt den Prozess, wie ArbeiterInnen die &#8222;technische Zusammensetzung&#8220; gegen das Kapital wenden und ihren Zusammenhang als Arbeitskr\u00e4fte als organisatorischen Ausgangspunkt ihres Kampfes nutzen; es gibt auch in unseren Reihen viel Diskussion dar\u00fcber, an welchem Punkt wir von einer &#8222;politischen Klassenzusammensetzung&#8220; reden k\u00f6nnen: Die eine Position spricht von &#8222;politischer Klassenzusammensetzung&#8220;, sobald ArbeiterInnen eines Betriebs oder Sektors ihren Kampf aus den Produktionsbedingungen heraus selbst organisieren. Die andere Position sieht als Voraussetzung f\u00fcr eine &#8222;politische Klassenzusammensetzung&#8220; eine Welle von ArbeiterInnenk\u00e4mpfen, die sich entlang von K\u00e4mpfen in bestimmten zentralen Sektoren des gesellschaftlichen Produktionsprozesses als &#8222;Klassenbewegung&#8220; vereinheitlichen, als Beispiel sei die Rolle der K\u00e4mpfe im Automobilsektor f\u00fcr die Klassenbewegung der 60er\/70er genannt.<\/p>\n<p>Im Folgenden wollen wir an einzelnen Fragen anrei\u00dfen, wie die besondere Form des Produktionsprozesses die ArbeiterInnenk\u00e4mpfe bestimmt.<\/p>\n<ol>\n<li><em>a) unmittelbare Organisierung<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ob ArbeiterInnen Konflikte individuell oder kollektiv ausfechten h\u00e4ngt im Wesentlichen davon ab, wie sie sich im Produktionsprozess aufeinander beziehen m\u00fcssen. Ist die Arbeit eher Ausdruck individuellen Geschicks (Handwerk), werden Konflikte auch eher individuell gel\u00f6st. Besteht durch arbeitsteilige Produktionsweise eine Abh\u00e4ngigkeit und enge Kontakte zwischen den ProduzentInnen, besteht eher die Notwendigkeit von kollektivem Verhalten. Ob sich ArbeiterInnen ihre K\u00e4mpfe selbst organisieren h\u00e4ngt des Weiteren davon ab, ob sie durch den Arbeitsprozess in die Lage versetzt werden, miteinander zu kommunizieren (hoher Grad an Kooperation, Konzentration von vielen ArbeiterInnen im Betrieb\/Wohnzusammenhang etc.).<\/p>\n<ol>\n<li><em>b) unmittelbare Macht<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Grundlage f\u00fcr Entstehung, Inhalt und Perspektive von ArbeiterInnenk\u00e4mpfen ist die Frage, ob sie eine Macht gegen\u00fcber dem Kapital entwickeln k\u00f6nnen. Das h\u00e4ngt von verschiedenen Bedingungen ab: z.B. ob sich die ArbeiterInnen an Punkten konzentrieren sich, die f\u00fcr den Produktions- und Akkumulationsprozess von besonderer Bedeutung sind; ob der Kampf in einer Konjunkturphase (Boom, hohe Auftragslage etc.) oder unter einer Kapitalzusammensetzung (hoher Grad an Maschinisierung zwingt zu hohen Maschinenlaufzeiten) stattfindet, in der erh\u00f6hte Abh\u00e4ngigkeit von der Arbeitskraft besteht;<\/p>\n<ol>\n<li><em>c) politischer Inhalt<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>&#8222;Politisches Bewusstsein&#8220;, also das Bewusstsein als Klasse dem Kapital gegen\u00fcberzustehen, muss den ArbeiterInnen nicht von au\u00dfen herangetragen werden, sondern entsteht in den K\u00e4mpfen selbst. Das in den K\u00e4mpfen entstehende &#8222;Bewusstsein&#8220; h\u00e4ngt aber ebenfalls vom materiellen Verh\u00e4ltnis der ProduzentInnen untereinander und zu den Produktionsmitteln ab. Die kapitalistische Produktionsweise ist eine Massenproduktion, die sich auf Arbeitsteilung und Maschinerie st\u00fctzt. Ob ArbeiterInnen die Ausbeutung blo\u00df gewerkschaftlich als individuellen Raub durch einen Chef oder als ungleiche Verteilung begreifen oder politisch als ein gesellschaftliches Produktionsverh\u00e4ltnis mit eigenen Gesetzen, h\u00e4ngt von den Bedingungen ab, unter denen sie arbeiten m\u00fcssen. Es ist keine Frage des &#8222;falschen Bewusstseins&#8220;, wie es die LeninistInnen behaupten, sondern die Frage, in wie weit die Ausbeutung nicht nur formal kapitalistisch (Lohnarbeit), sondern auch materiell\/inhaltlich (Maschinerie, hierarchische Arbeitsteilung etc.) abl\u00e4uft. Wie die besonderen Produktionsbedingungen den politischen Inhalt von ArbeiterInnenk\u00e4mpfen beeinflussen, wollen wir an ein paar Beispielen aufzeigen:<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnis zum Lohn:<\/p>\n<p>Im Kapitalismus soll der Lohn als &#8222;individueller Tausch gegen Arbeit&#8220; verschleiern, dass sich das Kapital die kollektive Arbeitskraft aneignet. Einer ArbeiterIn, die zusammen mit hundert anderen ArbeiterInnen eingestellt wird und die gleiche Arbeit machen muss, wird eher deutlich werden, dass &#8222;individuelle Vertragsverh\u00e4ltnisse&#8220; eine Verkehrung der Tatsachen sind, als einem Handwerker, der aufgrund seiner speziellen Qualifikation eine &#8222;besondere&#8220; Arbeit macht.<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnis zur Arbeit:<\/p>\n<p>Die Arbeit im Kapitalismus ist abstrakt, d.h. es kommt nicht auf ihre Besonderheit an, sie muss sich nur als Mehrarbeit im Produkt ausdr\u00fccken. Eine ArbeiterIn, die zusammen mit anderen eine &#8222;unqualifizierte&#8220; Arbeit machen muss, wird ein anderes Verh\u00e4ltnis zur Arbeit haben, als einE spezialisierteR ArbeiterIn. Ihr wird die Arbeit an sich abstrakt und austauschbar vorkommen, sie wird weniger zu einem &#8222;Standesbewusstsein&#8220; oder Berufsstolz neigen.<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnis zu anderen ArbeiterInnen:<\/p>\n<p>Dass wir mit einem &#8222;formalen Klassenbegriff&#8220; nicht viel weiterkommen, zeigt sich, wenn wir uns die Zusammensetzung der Arbeitskraft z.B. in einem Betrieb anschauen. Wir k\u00f6nnen zwar feststellen, dass auch VorarbeiterInnen, Meister, Abteilungsleiter und Manager &#8222;Lohnabh\u00e4ngige&#8220; und somit formal Ausgebeutete sind, aber auch, dass sich ein konkreter Kampf von ArbeiterInnen meist gegen diese &#8222;kleinen Chefs&#8220; durchsetzen muss. Die (hierarchische) Arbeitsteilung des gesellschaftlichen Produktionsprozess ist die Grundlage f\u00fcr rassistische und sexistische Spaltungen der Arbeiterklasse. Das Kapital spaltet also auf der einen Seite die ArbeiterInnen, es bringt innerhalb des Produktionsprozesses gleichzeitig ArbeiterInnen unterschiedlichen Geschlechts, Hautfarbe, &#8222;Nationalit\u00e4t&#8220;, Essverhaltens zusammen. Besonders in &#8222;bunt zusammengesetzten&#8220; Bereichen der Ausbeutung entscheidet sich, ob diese Identit\u00e4ten in den K\u00e4mpfen aufgebrochen oder gefestigt werden.<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnis zu den Produktionsmitteln:<\/p>\n<p>Das Kapital ist eine Produktionsweise, in der die tote Arbeit die lebendige kommandiert. Eine ArbeiterIn, die im Takt der Maschine arbeiten muss und merkt, dass sich ihre Situation auch durch modernere Technologie etc. nicht verbessert, wird diese Besonderheit kapitalistischer Ausbeutung eher be- und angreifen. ArbeiterInnen in einem handwerklichen Arbeitsprozess, die noch &#8222;HerrInnen ihrer Werkzeuge&#8220; sind, wird das Ausbeutungsverh\u00e4ltnis eher durch ihren Chef symbolisiert.<\/p>\n<p>Verh\u00e4ltnis zum Produkt:<\/p>\n<p>ArbeiterInnen, die Massenprodukte herstellen wird schon durch die Arbeit deutlich, dass im Kapitalismus der Gebrauchswert zweitrangig ist, das die Quantit\u00e4t im Vordergrund steht. Oft stellt sich kein Verh\u00e4ltnis zum Gebrauchswert des Produkts ein, weil nur ein kleiner Teilschritt in seiner Herstellung geleistet wird. Viele ArbeiterInnen arbeiten heute nicht mehr an einem materiellen Produkt, sondern sie arbeiten unter industriellen Verh\u00e4ltnissen, um &#8222;Dienstleistungen&#8220; zu produzieren. Wir m\u00fcssen auch diskutieren, welchen Einfluss die &#8222;Immaterialit\u00e4t&#8220; des Arbeitsgegenstands auf ArbeiterInnenk\u00e4mpfe hat.<\/p>\n<p>Es bleibt f\u00fcr uns eine offene Frage, in wie weit K\u00e4mpfe von &#8222;HandwerkerInnen&#8220;, LandarbeiterInnen und anderen ProletarierInnen, die nicht unter &#8222;industriellen&#8220;, d.h. spezifisch kapitalistischen Bedingungen arbeiten m\u00fcssen, einen antikapitalistischen Charakter annehmen k\u00f6nnen. Es ist eine entscheidende Frage, wie sich diese K\u00e4mpfe ohne \u00e4u\u00dferliche Vereinigung (Stichwort &#8222;Anti-Globalisierungsbewegung&#8220;, &#8222;Peoples Global Action&#8220; etc.) mit den K\u00e4mpfen des &#8222;industriellen Proletariats&#8220; trotz unterschiedlicher Bedingungen vereinigen k\u00f6nnen.<\/p>\n<ol>\n<li><em>d) Ausweitung<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Ob sich K\u00e4mpfe ausweiten h\u00e4ngt zwar auch von der &#8222;Spontaneit\u00e4t&#8220;, der gesellschaftlichen Stimmung und dem Zufall ab. f\u00fcr eine politische Strategie ist aber die materielle Grundlage wichtig: in welchem Verh\u00e4ltnis steht der einzelne Kampf zur gesellschaftlichen Produktion? Betriebe sind mehr oder weniger eingebunden in die gesellschaftliche Arbeitsteilung: internationale Zulieferketten, Transport, Verbindung zur &#8222;wissenschaftlichen Arbeit&#8220; in Instituten und Universit\u00e4ten, Verbindung zu &#8222;Dienstleistungen&#8220; und Distribution. Demnach gibt es Unterschiede, welche Auswirkungen ein ArbeiterInnenkampf hat: beeinflusst z.B. ein Streik das allt\u00e4gliche Leben von einer Masse von ArbeiterInnen? Bemerken die ArbeiterInnen die Auswirkungen des Streiks als ProduzentInnen, weil z.B. Teile f\u00fcr die Produktion fehlen, oder als KonsumentInnen, weil sie z.B. keine Zeitung mehr bekommen. f\u00fcr die Ausweitung ist also wichtig, dass andere ArbeiterInnen nicht nur durch &#8222;die Medien&#8220; von dem Streik mitbekommen, sondern dass er materiell ihren (Arbeits-) Alltag beeinflusst. So wird die gesellschaftliche Dimension der Produktion deutlich, kann die eigene Isolation als &#8222;k\u00fcnstlich&#8220; und die direkten Verbindungen zu anderen ArbeiterInnen erkannt werden.<\/p>\n<p>Auch die gesellschaftliche Qualifikation, die ArbeiterInnen als Arbeitskraft erworben haben, beeinflusst ihre F\u00e4higkeit, die Isolation ihres Kampfs durch eigene Ma\u00dfnahmen zu durchbrechen: z.B. ihre organisatorischen F\u00e4higkeiten, Umgang mit Kommunikationsmitteln, Improvisationskunst, Erfahrungen als ArbeitsmigrantInnen etc.<\/p>\n<ol>\n<li><em>e) politische Verallgemeinerung<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>In der Geschichte des Klassenkampfs gab es nie einen &#8222;Massenaufstand&#8220;, es war nie die &#8222;Mehrheit&#8220; die sich &#8222;wie ein Mann&#8220; erhoben hat. Es waren immer kleine Teile des Proletariats (einer bestimmten Fabrik, Sektors, Region etc.), die K\u00e4mpfe starteten, vorantrieben oder die als Symbol bzw. Fokus einer Bewegung galten. Diese &#8222;Kerne&#8220; ergeben sich nicht durch &#8222;h\u00f6heres Bewusstsein&#8220;, aber auch nicht durch Zufall. In den 70ern waren es vor allem die AutomobilarbeiterInnen, die diese Rolle spielten. Der Automobilsektor war das R\u00fcckgrat des kapitalistischen Boom der Nachkriegszeit, er zog Tausende von ArbeiterInnen in die Metropolen, er vereinheitlichte Erfahrungen der ArbeiterInnen durch Technologie und Arbeitsorganisation, er war Zentrum einer internationalen und sektor\u00fcbergreifenden Arbeitsteilung. Auch das Produkt selbst war gesellschaftliches Symbol f\u00fcr einen gesteigerten Reichtum, an dem mensch als ArbeiterIn allerdings nur durch die Unterwerfung unters Fabrikkommando teilhaben konnte.<\/p>\n<p>In anderen Zeiten oder Orten waren es bestimmte Regionen, die eine Streikwelle bestimmten. Weniger aufgrund von &#8222;Tradition&#8220;, eher aufgrund ihrer Bedeutung im gesellschaftlichen Produktionsprozess (Hafenst\u00e4dte, Bergbaugebiete etc.). In Entwicklungszentren wird meist der Zusammenhang von Staat und Kapital (Infrastruktur, Arbeitsmarktpolitik, Sondergesetze etc.) und die Globalit\u00e4t dieser Gesellschaft (&#8222;ausl\u00e4ndische Investoren&#8220;, Migration) besonders deutlich. Als Beispiele k\u00f6nnen St\u00e4dte wie Turin in den 50\/60ern oder Maquilladoras in Lateinamerika oder Sonderentwicklungszonen in China heute genannt werden. Auch in Europa gibt es besondere &#8222;Entwicklungsinseln&#8220; (z.B. Westgrenze Polens, Raum Dresden im kriselnden Osten, Piemont), die durch Subventionen, besondere Arbeitsmarktpolitik, Binnenmigration etc. gepr\u00e4gt sind.<\/p>\n<p>Hier soll nicht behauptet werden, dass es ohne diese &#8222;Zentren&#8220; keine Ausweitung von Streikbewegungen geben k\u00f6nne. Aber die Niederlage von Streikbewegungen h\u00e4ngt oft damit zusammen, dass diese &#8222;Zentren&#8220; entweder nicht beteiligt waren oder aber besiegt wurden. Die Frage der &#8222;politischen Verallgemeinerung&#8220; ist also weniger eine Frage der &#8222;politischen f\u00fchrung&#8220;, als die Frage danach, in wie weit es den K\u00e4mpfen gelingt, die Vergesellschaftung der Produktion nachzuvollziehen und das Kapital an seinen zentralen Punkten zu treffen.<\/p>\n<ol>\n<li><em>f) kommunistische Tendenz<\/em><\/li>\n<\/ol>\n<p>Es gibt sehr unterschiedliche Vorstellungen \u00fcber die &#8222;kommunistischen Tendenzen&#8220;. Auf der einen Seite die Vorstellung, dass die Menschen einen quasi menschlichen Drang nach einer besseren Gesellschaft haben und dass sie dies in den K\u00e4mpfen ausdr\u00fccken. Auf der anderen Seite die klassische orthodoxe Vorstellung, dass die Entwicklung der Produktivkr\u00e4fte den Kapitalismus \u00fcberwinden und den Kommunismus m\u00f6glich machen. Sowohl Leninismus als auch die meisten linken kommunistischen Str\u00f6mungen haben dabei eine sehr mechanische Vorstellung von Produktivkraft: sich aus der Konkurrenz entwickelnde Technologie und Ausweitung der gesellschaftlichen Arbeitsteilung. In der M\u00f6glichkeit, dass durch die gesteigerten Produktivkr\u00e4fte die Produktion von Reichtum nicht mehr an die individuelle Maloche gebunden ist, sehen sie die Grundlage des Kommunismus. Sie gehen nicht auf den Widerspruch ein, dass sich die &#8222;Produktivkr\u00e4fte&#8220; nicht einfach in der &#8222;falschen Hand&#8220; befinden, sondern dass es eben die konkrete Anwendung der Technologie (Fliessband), der Wissenschaft (Taylorismus) und die Form der Vergesellschaftung (&#8222;Globalisierung&#8220;) ist, die das Kommando des Kapitals \u00fcber die ArbeiterInnen ausmacht. L\u00f6sung dieses Widerspruch kann sich nur in den K\u00e4mpfen der ArbeiterInnen ergeben, die sich und damit ihre Produktivkraft auf eigene Weise vergesellschaften\/globalisieren und dabei auch die Produktionsbedingungen materiell ver\u00e4ndern. So weit, so allgemein.<\/p>\n<p>K\u00e4mpfe m\u00fcssen sich also auf den bestehenden Widerspruch zwischen gesellschaftlichen M\u00f6glichkeiten (enorme Reichtumsproduktion, gesellschaftliches Wissen, Technologie) und Realit\u00e4t (Maloche und relative Armut) praktisch beziehen. Ein zentrales Problem spielt dabei die ungleiche Entwicklung. Die Produktivkr\u00e4fte existieren nicht einfach als &#8222;ein Stand der gesellschaftliche Produktivkr\u00e4fte&#8220;. Der Stand der Technologie, der angewandten Wissenschaft, der Grad der Vergesellschaftung\/gesellschaftlichen Arbeitsteilung etc. unterscheidet sich nach Sektor, Region etc. ArbeiterInnen arbeiten in unterschiedlich &#8222;entwickelten&#8220; bereichen, sie beziehen sich in ihren K\u00e4mpfen daher unterschiedlich auf die Widerspr\u00fcche und M\u00f6glichkeiten, die in den gesellschaftlichen Produktivkr\u00e4ften liegen. In Zonen der Unterentwicklung (wenig Investitionen, Investitionen in &#8222;arbeitsintensive&#8220; Produktion) wird sich die &#8222;Notwendigkeit des Kommunismus&#8220; in erster Linie darin ausdr\u00fccken, dass die ArbeiterInnen den Mangel und die arbeitsintensive Produktion als Konsequenz der kapitalistischen Produktionsweise angreifen. In den Zentren der Entwicklung dr\u00fcckt sich der Widerspruch vor allem darin aus, dass f\u00fcr die ArbeiterInnen trotz &#8222;moderner Technologie&#8220; und &#8222;\u00dcberfluss&#8220; das Leben weiterhin durch relative Armut und Maloche bestimmt wird. Eine kommunistische Revolution wird die vom Kapitalismus geschaffene Trennung von &#8222;Entwicklung- und Unterentwicklung&#8220; \u00fcberwinden m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen uns fragen, von welchen Punkten der unterschiedlichen Entwicklung aus dieser Prozess beginnen und sich entwickeln kann. Welche K\u00e4mpfe k\u00f6nnen sich als eine neue &#8222;Produktivkraft&#8220; vergesellschaften und aufgrund ihres materiellen Rahmens (Stand der Technologie, Wissens etc.) die Hoffnung auf eine andere Art und Weise der Produktion ausdr\u00fccken?<\/p>\n<p>Es ist nicht einfach, Beispiele daf\u00fcr zu finden: Es bestand in den ArbeiterInnenk\u00e4mpfen der Geschichte immer ein Zusammenhang zwischen &#8222;Stand der Produktivkr\u00e4fte&#8220; und Utopie. Die Bauernrevolten hatten weniger eine &#8222;gesellschaftliche Utopie&#8220;, eher die Utopie, das Land in eigener &#8222;anarchistischer&#8220; Regie zu bebauen. Die Fabrikk\u00e4mpfe am Anfang des Jahrhunderts hatten die gesellschaftliche Utopie des Sozialismus, in der die Betriebe von den ArbeiterInnen kontrolliert werden. Die K\u00e4mpfe der 60\/70er Jahre dr\u00fcckten die zunehmende &#8222;Verwissenschaftlichung&#8220; der Produktion, den Terror durch Maschinerie und die Entfremdung vom Produkt aus. Die Grenzen von &#8222;Arbeiterkampf&#8220; und anderen Bewegungen verschwammen aufgrund der zunehmenden Vergesellschaftung der Produktion. Die Zentren der Bewegung (Grossfabriken und Universit\u00e4ten) eignete sich viele &#8222;produktive M\u00f6glichkeiten&#8220; an. Die Arbeitsteilung und das Fliessband in der Fabrik wurde in den Abteilungsstreiks genutzt, Fabrikbesetzungen schufen Raum, moderne Kommunikationsmittel wurden eingesetzt, Universit\u00e4tsstrukturen angeeignet etc. Die Bewegung wurde dadurch selbst &#8222;produktiver und kreativer&#8220; und trug so die entwickelten M\u00f6glichkeiten in andere Bereiche der Gesellschaft. Sie reflektierte den &#8222;Stand der Produktivkr\u00e4fte&#8220; in ihren Forderungen und Hoffnungen: Im Vordergrund der K\u00e4mpfe stand weniger die &#8222;\u00dcbernahme&#8220;, als die Ablehnung der gesamten Produktionsweise, die Kritik an der Arbeit. Utopie war weniger die &#8222;Aneignung der Fabrik&#8220;, als ihre vollst\u00e4ndige Automatisierung.<\/p>\n<ol start=\"6\">\n<li><strong> Klassenzusammensetzung dr\u00fcckt den inneren Zusammenhang und die Tendenz der Klassenk\u00e4mpfe aus<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die oben beschriebenen Probleme stellen die Frage nach einer Strategie innerhalb des Klassenkampfs. Eine Strategie muss sich auf die Tendenzen des Kapitalismus beziehen:<\/p>\n<p>Im gesellschaftlichen Produktionsprozess schafft und verbindet der Kapitalismus aufgrund des Klassenkonflikts Bereiche von Entwicklung und Unterentwicklung, darin besteht das Wesen seiner Dynamik. Innerhalb von High-Tech Fabriken gibt es Abteilungen, die sich auf unterschiedlichem &#8222;technischem&#8220; Niveau befinden. Diese Fabriken sind wiederum verbunden mit Zulieferbetrieben unterschiedlichster Entwicklung bis hin zur &#8222;3.Welt-Klitsche&#8220; etc. Diese unterschiedlichen Stufen der Entwicklung sind die materielle Grundlage f\u00fcr die Ungleichm\u00e4\u00dfigkeit und Spaltungen im Klassenkampf. Gelingt es den K\u00e4mpfen der ArbeiterInnen, sich entlang diesen Linien der ungleichen Entwicklung zu generalisieren, verbinden sich also K\u00e4mpfe unterschiedlicher Entwicklungsstufen, so f\u00fchrt dies zu einer Angleichung der Produktionsbedingungen. Die K\u00e4mpfe der AutomobilarbeiterInnen der 60er B 80er haben dazu gef\u00fchrt, dass die sich Bedingungen in den Kernfabriken weltweit angeglichen haben, sowohl technisch, als auch &#8222;f\u00fcr&#8220; die ArbeiterInnen (\u00e4hnliche Lohnh\u00f6he im Bezug auf das Produkt), und das bis hin in die ehemaligen Zonen der Unterentwicklung (Brasilien, Mexiko etc.). Das Kapital antwortet auf die &#8222;politische Klassenzusammensetzung&#8220; (Vereinheitlichung des Klassenkampfs) mit einer &#8222;technischen Neuzusammensetzung&#8220;, mit der Neuschaffung der ungleichen Entwicklung auf h\u00f6herer Stufe: Regionen werden &#8222;de-industrialisiert&#8220;, in anderen setzt ein technologischer Sprung nach vorn ein. Die alten Kernfabriken der 70er werden zerlegt, Ketten von Zulieferbetrieben geschaffen, die Produktion &#8222;globalisiert&#8220; etc. Das Kapital schafft neue Zentren, von denen die Generalisierung zuk\u00fcnftiger K\u00e4mpfe abh\u00e4ngt, seien es Entwicklungszonen in Asien oder Lateinamerika oder einzelne Projekte wie z.B. die Smart-Fabrik. Die materielle Grundlage f\u00fcr den inneren Zusammenhang zuk\u00fcnftiger K\u00e4mpfe ist damit vorweggenommen. Die Strategie befindet sich somit nicht getrennt in den K\u00f6pfen von Revolution\u00e4rInnen, sondern sie liegt im Prozess der materiellen Entwicklung (Arbeitsteilung, angewandte Wissenschaft, Maschinerie etc.) selbst.<\/p>\n<ol start=\"7\">\n<li><strong> Aufgabe von Revolution\u00e4rInnen ist die Analyse der kapitalistischen Entwicklung, um den K\u00e4mpfen ihre M\u00f6glichkeiten offen zu legen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>Die besondere Rolle von Revolution\u00e4rInnen ergibt sich nicht aus einem &#8222;politischen Bewusstsein&#8220;, dass den Klassenk\u00e4mpfen fehlt. Sie ergibt sich aus dem \u00dcberblick und der Interpretation dessen, was materiell vor sich geht. Die M\u00f6glichkeit der Selbstorganisierung von K\u00e4mpfen, ihre Macht und die Punkte an denen sie sich ausweiten und generalisieren lassen sind durch die Produktionsbedingungen gegeben. Aufgabe von Revolution\u00e4rInnen besteht darin, den K\u00e4mpfen mit ihrem materiellen Rahmen auch ihre gesamten M\u00f6glichkeiten aufzuzeigen. Dabei geht es nicht nur um einzelne K\u00e4mpfe, sondern besonders um Klassenbewegungen, die innerhalb des Netzes von Entwicklung und Unterentwicklung stattfinden. Hier besteht unsere Aufgabe darin, die Verbindungen zwischen verschiedenen Bereichen und die politischen Gr\u00fcnde f\u00fcr ihre Ungleichheit klarzustellen. Die Analyse der materiellen Grundlage von ArbeiterInnenk\u00e4mpfen bestimmt auch, wo wir als Revolution\u00e4rInnen intervenieren. Es reicht nicht, einfach den spontanen Mustern der Klassenk\u00e4mpfe zu folgen und die K\u00e4mpfe nur zu dokumentieren. Wir m\u00fcssen die Punkte erkennen, die f\u00fcr zuk\u00fcnftige K\u00e4mpfe von strategischer Bedeutung sind. Diese Punkte sind nicht zwangsl\u00e4ufig die &#8222;entwickeltsten&#8220;, oft sind es die Verbindungspunkte zwischen verschiedenen Stufen der Entwicklung (Transport zwischen verschiedenen Produktionsst\u00e4tten, Datenverarbeitung zwischen Produktion und Verteilung) von denen eine Generalisierung von K\u00e4mpfen abh\u00e4ngt. f\u00fcr diese Aufgaben brauchen wir mehr als nur einen Austausch, wir brauchen eine gemeinsam organisierte Diskussion und Praxis.<\/p>\n<ol start=\"8\">\n<li><strong> Struktur\/Vorschlag f\u00fcr die Diskussion<\/strong><\/li>\n<li>a) Verst\u00e4ndnisfragen<\/li>\n<li>b) Besteht ein Zusammenhang von Produktionsweise und Formen des Arbeiterkampfs? Worin unterscheiden sich z.B. Call Center und Fabrik, welche Bedeutungen f\u00fcr m\u00f6gliche K\u00e4mpfe haben diese Unterschiede?<\/li>\n<li>c) Ist der &#8222;unmittelbare Produktionsprozess&#8220; der zentrale Ort des Klassenkampfs? Welche Rolle spielen andere &#8222;gesellschaftliche Bereiche&#8220; (Stadtteil etc.)?<\/li>\n<li>d) Gibt es &#8222;zentrale Punkte&#8220; in Kampfzyklen und wodurch ergeben sie sich?<\/li>\n<li>e) Welche politische Konsequenzen hat die Vorstellung von Klassenzusammensetzung, welche politischen Gefahren bestehen (Reduzierung des Blickwinkels auf bestimmte Bereiche der Ausbeutung etc.)?<\/li>\n<li>f) Welche Tendenzen f\u00fcr eine &#8222;neue Klassenzusammensetzung&#8220; sehen wir? Wo entstehen Punkte, an denen zuk\u00fcnftige K\u00e4mpfe eine Macht entwickeln und sich verallgemeinern k\u00f6nnen?<\/li>\n<li><strong> Zusammenfassung der Diskussion zu &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; auf dem April-Treffen in Oberhausen<\/strong><\/li>\n<\/ol>\n<p>1) Zusammenfassung der Diskussion<\/p>\n<p>2) Kritik an der Diskussion<\/p>\n<p>3) Texthinweise<\/p>\n<p><strong>1) Zusammenfassung der Diskussion<\/strong><\/p>\n<p>Da nicht alle den Text in den &#8222;Materialien&#8220; gelesen hatten, gab es eine m\u00fcndliche Pr\u00e4sentation der k\u00fcrzeren Version. Die anschliessende Diskussion verlief in erster Linie frei, d.h. nicht entlang des Papiers. Die Diskussion l\u00e4sst sich grob in vier Fragebl\u00f6cke zusammenfassen:<\/p>\n<ol>\n<li>a) Ist der Begriff der Klassenzusammensetzung und seine Entstehung nicht an eine besondere historische Situation gebunden und l\u00e4sst sich von daher nicht ohne weiteres auf jede bzw. die aktuelle Situation anwenden?<\/li>\n<li>b) f\u00fchrt die Vorstellung von Klassenzusammensetzung nicht zu einer Klassifizierung der Klasse in unterschiedliche Kategorien von ArbeiterInnen? Wird den &#8222;objektiven Bedingungen&#8220; nicht zu viel Bedeutung einger\u00e4umt und die Spontanit\u00e4t, Erfahrungen und Beispielhaftigkeit von konkreten ArbeiterInnenk\u00e4mpfen untersch\u00e4tzt?<\/li>\n<li>c) Geht es um die Ermittlung eines zentralen Subjekts oder eines Bereichs der eine zentrale Rolle im Klassenkampf spielt &#8211; oder um die Erfahrungen von allen Ausgebeuteten?<\/li>\n<li>d) f\u00fchrt die Strategie von Klassenzusammensetzung nicht zu einer Trennung von Revolution\u00e4rInnen und den wirklichen Ausbeutungsbedingungen und somit zu einem soziologischen Verst\u00e4ndnis von und Verh\u00e4ltnis zum Klassenkampf?<\/li>\n<\/ol>\n<p><em>zu a)<\/em><\/p>\n<p>Wir waren uns nicht einig, wie wichtig die Diskussion \u00fcber den Ursprung des Begriffs der Klassenzusammensetzung f\u00fcr unsere Debatte ist. Es gab im Groben zwei Linien:<\/p>\n<p>Erstens:<\/p>\n<p>Der Begriff der Klassenzusammensetzung hat seinen Ursprung in einer konkreten historischen Situation. Er wurde in Italien in den fr\u00fchen 60er Jahren innerhalb der marxistischen Diskussion entwickelt. Die damalige Situation war nicht durch heftige ArbeiterInnenk\u00e4mpfe gepr\u00e4gt. Es gab erst minorit\u00e4re Anzeichen neuer Konflikte. Der Begriff der Klassenzusammensetzung steht in unmittelbarem Zusammenhang mit der Entwicklung zentraler Sektoren in dieser historischen Situation: des Metall bzw. Automobilsektors. Mit Hilfe dieses Begriffs sollte der Zusammenhang zwischen den materiellen Ver\u00e4nderungen innerhalb dieser Sektoren und der Entwicklung von ArbeiterInnenmacht erkl\u00e4rt werden. Der Begriff l\u00e4sst sich daher nicht ohne weiteres auf andere historische Situationen anwenden, wie es seit dem oft geschehen ist. In den letzten zwanzig bis dreissig Jahren hat das Kapital keine zentralen Sektoren mehr hervorgebracht, daher hat auch der Begriff der Klassenzusammensetzung seine wesentliche Grundlage verloren (Hinweis auf den Artikel von Battagia &#8211; siehe Texthinweis)<\/p>\n<p>Zweitens:<\/p>\n<p>Der Begriff der Klassenzusammensetzung beschreibt eher eine Methode: aus den materiellen Bedingungen und der Entwicklung des Kapitalverh\u00e4ltnisses die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr ArbeiterInnenmacht und -subjektivit\u00e4t erkl\u00e4ren. Das vorliegende Papier zu &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; h\u00e4tte auch geschrieben werden k\u00f6nnen, ohne den Begriff Klassenzusammensetzung zu benutzen. Bereits vor der Diskussion in Italien in den fr\u00fchen 60ern, vor der Einf\u00fchrung des Begriffs &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; wurde \u00fcber den engen Zusammenhang von Produktionsweise und Form des ArbeiterInnenkampfs diskutiert. (Hinweis auf Artikel von Lewis &#8222;Sozialismus und Proletariat&#8220; &#8211; siehe Texthinweise)<\/p>\n<p>Dass das Kapital momentan keinen zentralen, l\u00e4nder- und branchen\u00fcbergreifenden Sektor hervorbringt ist tats\u00e4chlich ein Problem. Das Problem besteht weniger darin, dass wir unsere Begriffe nicht mehr anwenden k\u00f6nnen, als dahingehend, dass die Klasse keine gemeinsamen Bezugspunkte mehr findet, an denen sie ihre K\u00e4mpfe verallgemeinern kann.<\/p>\n<p><em>zu b)<\/em><\/p>\n<p>In der Diskussion wurde versucht, die unterschiedlichen Anwendungen des Begriffs der Klassenzusammensetzung zusammenzufassen:<\/p>\n<ol>\n<li>als Instrument, um ArbeiterInnen zu klassifizieren, z.B. im Sinne der marxistisch-leninistischen Linken, die der ArbeiterInnenklasse ein statisches Raster unterschiedlichen Klassenbewusstseins \u00fcberst\u00fclpt und somit neue Kategorien schafft; ArbeiterInnen k\u00f6nnen aus diesem Blickwinkel nur als Objekte erscheinen<\/li>\n<li>als Analysewerkzeug auf unserer Suche nach Bedingungen, unter denen sich kollektive Auseinandersetzungen entwickeln, nach Orten, an denen wir an der Diskussion und an K\u00e4mpfen gegen die Ausbeutung teilnehmen k\u00f6nnen; wir selbst sehen uns als Teil der Klassensubjektivit\u00e4t<\/li>\n<li>als Methode, um das dialektische Verh\u00e4ltnis von Entwicklung des Kapitalverh\u00e4ltnisses und Klassensubjektivit\u00e4t zu verstehen; der Begriff der Klassenzusammensetzung ist an den Begriff der organischen Zusammensetzung des Kapitals angelehnt; er beschreibt den Zusammenhang zwischen der Anh\u00e4ufung von toter Arbeit (Maschinerie) gegen\u00fcber der lebendigen Arbeit, der den ArbeiterInnen zum einen als Kapitalkommando gegen\u00fcbertritt (Kontrolle durch Maschinerie, Kooperation), zum anderen aber die kommunistische Tendenz innerhalb des Kapitalismus ausdr\u00fcckt (Vergesellschaftung, Reduzierung der gesellschaftlich notwendigen Arbeitszeit)<\/li>\n<\/ol>\n<p>Die Diskussion kreiste dann mehr oder weniger um die Frage: welches Verh\u00e4ltnis besteht zwischen objektiven Bedingungen und Subjektivit\u00e4t von ArbeiterInnen?<\/p>\n<p>Klassifizierung<\/p>\n<p>Es besteht die Gefahr, dem alten ML-Schema zu verfallen und die ArbeiterInnen in verschiedene Kategorien zu packen. Andererseits m\u00fcssen wir uns dem Problem stellen, dass die ArbeiterInnen durch den kapitalistischen Produktionsprozess klassifiziert und in verschiedene Kategorien gepackt werden. Diese &#8222;Klassifizierung&#8220; (z.B. gelernte Facharbeiterin in einem Kleinbetrieb f\u00fcr Gartenzwergproduktion) muss &#8222;von innen&#8220; her aufgebrochen werden. Die Analyse der besonderen Bedingungen darf nicht statisch erfolgen. Sie muss versuchen, vom konkreten (besondere Bedingungen der ArbeiterIn) zum allgemeinen (globaler Klassenkonflikt) zu kommen. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit dem dritten Punkt in der Einordnung der Anwendung des Begriffs der Klassenzusammensetzung: das Verh\u00e4ltnis von ArbeiterIn zur organischen Zusammensetzung des Kapitals als Grad der Unterwerfung und M\u00f6glichkeit der Befreiung. Hier sehen sich ArbeiterInnen in einem sehr unterschiedlichen Verh\u00e4ltnis gegen\u00fcber den &#8222;Produktivkr\u00e4ften&#8220; (indische Soft-Warebude neben Teppich-Sweat-Shop). Wir m\u00fcssen uns dem Problem stellen, wie diese Unterschiede im Kampf \u00fcberwunden werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Spontanit\u00e4t und Erfahrungen<\/p>\n<p>Es wurde hinterfragt, in wie weit sich aus den &#8222;objektiven Bedingungen&#8220; ablesen l\u00e4sst, ob und wie ArbeiterInnen k\u00e4mpfen werden. Es wurde betont, dass wir uns die konkreten K\u00e4mpfe anschauen m\u00fcssen. Auch K\u00e4mpfe in unbedeutenden Bereichen der Ausbeutung (Gartenzwergproduktion) k\u00f6nnen Beispielcharakter f\u00fcr andere K\u00e4mpfe haben. Dazu wurde angemerkt, dass es nat\u00fcrlich immer eine Spontanit\u00e4t von ArbeiterInnenk\u00e4mpfe gibt und dass dadurch auch K\u00e4mpfe in unbedeutenderen Sektoren eine gro\u00dfe Bedeutung erlangen k\u00f6nnen, dass wir aber in unserer politischen Analyse diese Spontanit\u00e4t nicht als Grundlage nehmen k\u00f6nnen. Es ist gut, dass es diese Spontanit\u00e4t gibt und nicht alles nach einem Schema verl\u00e4uft. Neben der Analyse von konkreten K\u00e4mpfen m\u00fcssen wir aber auch versuchen, die materielle Grundlage f\u00fcr die momentane Krise im Klassenkampf und die Bedingungen f\u00fcr kommende K\u00e4mpfe zu verstehen. Dabei k\u00f6nnen wir uns nur auf die besonderen und unterschiedlichen Bedingungen innerhalb der Ausbeutung beziehen.<\/p>\n<p><em>zu c)<\/em><\/p>\n<p>Es wurde kritisiert, dass mit dem Begriff der Klassenzusammensetzung versucht w\u00fcrde, ein zentrales Subjekt innerhalb des Klassenkampfs herauszufiltern. Wichtig seien die &#8222;proletarischen Erfahrungen&#8220; von allen ArbeiterInnen, nicht nur innerhalb der Betriebe, sondern auch im Wohnbereich, als MigrantInnen etc. Der Begriff der Klassenzusammensetzung k\u00f6nne uns nur helfen, konkrete Situationen von ArbeiterInnen genauer zu verstehen, zum Beispiel, warum bestimmte Spaltungen innerhalb eines Betriebes auftauchen.<\/p>\n<p>Wir haben uns dann gefragt, in wie weit wir alle zwar nicht so sehr nach einem &#8222;besonderen Subjekt&#8220;, sondern nach &#8222;besonderen&#8220; Bedingungen innerhalb der Ausbeutung suchen, weil wir sie politisch f\u00fcr besonders wichtig halten. Auch CRO, die immer wieder die unmittelbare Erfahrung aller ArbeiterInnen in den Vordergrund stellen, betonen die Bedeutung der industriellen Produktion, der wissenschaftlichen Betriebsf\u00fchrung usw. Wir waren uns einig, dass wir, wenn wir die Chance haben, eher in einer Gro\u00dffabrik arbeiten w\u00fcrden, als in einer Pommesbude. Andererseits ist klar, dass wir Erfahrungen\/K\u00e4mpfe von anderen ArbeiterInnen nicht ausblenden sollten.<\/p>\n<p><em>zu d)<\/em><\/p>\n<p>Schlie\u00dft an die Diskussion \u00fcber unser eigenes Verh\u00e4ltnis zum Kampf gegen die Ausbeutung an. Die Analyse der Klassenzusammensetzung wurde oft von Funktion\u00e4ren der politischen Parteien und Gewerkschaften als Mittel eingesetzt, um ihren Organisationen trotz Abgetrenntheit von den Klassenauseinandersetzungen mehr Einfluss zu verschaffen. Nur sie oder andere &#8222;Wissenschaftler&#8220; konnten diese Analyse durchf\u00fchren, weil sie Mittel und Zeit dazu besa\u00dfen, die ArbeiterInnen nicht. Eine Untersuchung ist nur revolution\u00e4r, wenn sie von den ArbeiterInnen selbst durchgef\u00fchrt wird &#8211; Selbstuntersuchung. Wir k\u00f6nnen diese Selbstuntersuchung durch Flugbl\u00e4tter etc. unterst\u00fctzen. Die Analyse der Klassenzusammensetzung muss so aus der konkreten Intervention, aus den konkreten Erfahrungen erfolgen, nicht als getrennte Analyse, um dann daraufhin in einem bestimmten Bereich zu intervenieren.<\/p>\n<p>Dem wurde entgegengehalten, dass wir uns als Revolution\u00e4rInnen nicht einfach nur zuf\u00e4llig in der Ausbeutung bewegen, bzw. diese nur dann analysieren, wenn wir auf bestimmte K\u00e4mpfe sto\u00dfen. Wir m\u00fcssen f\u00e4hig sein, besondere Tendenzen im Klassenkampf zu verstehen und zu f\u00f6rdern.<\/p>\n<p>Bei dieser Diskussion wurde deutlich, dass wir sehr abstrakt zwei Begriffe gegeneinanderhalten: &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; und &#8222;proletarische Erfahrungen&#8220;. Es geht nicht um diese Gegen\u00fcberstellung, sondern um das Verh\u00e4ltnis von konkreten Erfahrungen und Aktivit\u00e4ten innerhalb der Ausbeutung und die Analyse der besonderen Entwicklung in bestimmten Bereichen. Hier m\u00fcssen wir auch unsere unterschiedlichen Bedingungen (Situation der Gruppen, Situation in unterschiedlichen Regionen etc.) ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p><strong>2) Kritik an der Diskussion<\/strong><\/p>\n<p>Es gab zwei Kritiken an der Diskussion:<\/p>\n<ol>\n<li>a) Die Diskussion blieb zu allgemein. Wir h\u00e4tten den Begriff der Klassenzusammensetzung konkreter in Hinblick auf die Situation und Untersuchung der Call Center oder einer anderen konkreten Erfahrung diskutieren sollen.<\/li>\n<li>b) In der Diskussion wurden die Begriffe &#8222;Klassenzusammensetzung&#8220; und &#8222;proletarische Erfahrungen&#8220; nur ideologisch verwendet und gegeneinander gehalten. Was die einzelnen nun genau unter Klassenkampf verstehen und was sie wirklich tun ist so nicht auf den Tisch gekommen.<\/li>\n<\/ol>\n<p><strong>3) Texthinweise<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;Massenarbeiter und gesellschaftlicher Arbeiter &#8211; einige Bemerkungen \u00fcber die &#8217;neue Klassenzusammensetzung'&#8220; &#8211; Roberto Battaggia, wildcat-Zirkular Nr.36\/37 bzw. Primo Maggio Nr.14 (Winter 1980\/81)<\/p>\n<p>&#8222;Zusammensetzung der Arbeiterklasse und Organisationsfrage&#8220; &#8211; Sergio Bologna, Internationale Marxistische Diskussion 35, Merve Verlag Berlin<\/p>\n<p>&#8222;Composizione di classe e teoria del partito alle origine del movimento consiliare&#8220; &#8211; Operai e Stato, Milano 1972<\/p>\n<p>&#8222;Organische Zusammensetzung des Kapitals und Arbeitskraft bei Olivetti&#8220; &#8211; Romano Alquati, TheKla5<\/p>\n<p>&#8222;Composizioni del capitale e forza-lavoro alla Olivetti&#8220; &#8211; Quaderni Rossi nr. 2, 3<\/p>\n<p>&#8222;The Militant Proletariat&#8220; &#8211; Austin Lewis, Chicago 1911<\/p>\n<p>dtsch. \u00dcbersetzung; &#8222;Das militante Proletariat&#8220; &#8211; Austin Lewis, in: Karlsruher Stadtzeitung (wildcat) (Hrsg.): Die Wobblies, Band 2, Karlsruhe 1984<\/p>\n<p>&#8222;Forcing the Lock? The Problem of Class Composition in Italian Workerism&#8220; &#8211; Steve Wright, Monash Phil.Diss. 1988<\/p>\n<p>&#8222;Der Kommunismus&#8220; &#8211; Jean Barrot, Weltcommune, Wissenschaftliche Zeitschrift der kommunistischen Bewegung, 1\/94<\/p>\n<p><em>Quelle: <\/em><a href=\"https:\/\/www.nadir.org\/nadir\/initiativ\/kolinko\/deut\/d_klazu.htm\"><em>kolinko | 4\/2001&#8230;<\/em><\/a><em> vom 5. M\u00e4rz 2019<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Kolinko. Der Begriff der Klassenzusammensetzung ist Teil unserer Suche nach der M\u00f6glichkeit der Revolution. Wir fragen uns, worin die Macht f\u00fcr eine grundlegende gesellschaftliche Ver\u00e4nderung besteht. 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